Donnerstag, 15. November 2018

Leben nach dem Tode?- zum schwindenden Glauben- Notizen zum Untergang des Abendlandes


"Woran glauben die Deutschen?"- dazu veröffentlichte Katholisch de am 14.11.2018 bedenkenswerte Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zum Thema des Glaubens an ein Leben nach dem Tode:
"Insgesamt glauben 47 Prozent aller Deutschen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt. Diese Ansicht ist im Ostdeutschland (55 Prozent) stärker verbreitet als im Westen (45 Prozent). Etwa jeder Fünfte glaubt an ein Leben nach dem Tod. 14 Prozent rechnen mit einer Wiedergeburt. Rund ein Fünftel der Befragten wusste keine Antwort oder machte keine Angaben." Zudem: Die Älteren glauben weniger an ein jenseitiges Leben als die Jüngeren: "Demnach glauben nur sechs Prozent der über 65-Jährigen an ein ewiges Leben nach dem Tod im Himmel oder in der Hölle, während 17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen diese Anschauung für wahrscheinlich halten." 
Dieses den kundigen Leser wohl nicht überraschende Ergebnis zeigt aber eines überdeutlich an: Wie sehr die Fundamente der abendländischen Kultur schon aufgeweicht sind- ja, es darf sogar gemutmaßt werden, daß mit dem Schwinden des Glaubens an ein jenseitiges Leben eine Vorstellung verdunstet, die wohl Bestandteil jeder uns bekannten Kultur ist. So manigfaltig dann auch die Vorstellungen über ein Jenseitsleben ausgefallen sein mögen, daß es mit dem Tode einfach aus sei, daß ist ein Gedanke, den zwar so Epikur fundiert hat: Wenn ich bin, dann ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, bin nicht ich, sodaß es meinen Tod, wenn ich denn ihn fürchte, gar nicht geben kann, der aber doch nur -sagen wir es mal salopp- nur in Philosophenkreisen kursierte, aber bis jetzt nie populär war. Aber das hat sich nun geändert. 
Hat das Auswirkungen für die Kultur? Pointiert gesagt: Die Kultur ist eine Gestaltung des Lebenswillens, weil es dem Menschen nicht möglich ist, rein natürlich zu leben. Arnold Gehlen brachte das auf die bekannte These, daß der Mensch in Folge eines Mangels an Bestimmtsein durch seine Triebe eine Kultur sich schaffen muß mit Institutionen. Ehe und Staat, damit so dies Defizit aufgehoben wird. 
Zum Lebenswillen selbst gehört aber auch der Unwille, den Tod als Ende des Lebens zu akzeptieren. In der kulturellen Vorstellung von einem Weiterleben nach dem Tode manifestiert sich so der Lebenswille, der den Tod als Feind des Lebens negiert.  Der Glaube an ein jenseitiges Weiterleben speist sich so auch aus diesem Widerwillen gegen die Vorstellung vom Tod als Beendigung des Lebens. Dort, wo der Tod stattdessen als Ende des Lebens bejaht wird, dort ist so eine Schwächung des Lebenswillens zu vermuten. Nicht die Theodizeefrage, sondern die Biodizeefrage tritt damit in den Vordergrund: "Lohnt sich das Leben überhaupt?" (Vgl dazu die Studie von Lütkehaus: Nichts. Abschied vom Sein). Wenn das Leben unter der Frage des: "Lohnt es sich?" diskutiert wird, dann wird das Leben mit einem Unternehmen verglichen, das schwarze oder auch rote Zahlen schreiben kann und das so aufgegeben wird, wenn nur noch rote Zahlen erwartet werden ohne eine Hoffnung auf eine Besserung. Das Todsein ist dann die schwarze Null, die den Unternehmer von der Last der Geschäfte befreit, weil er so sein Geschäft aufgibt.  
Wenn so gesehen erstmal die menschliche Kultur eine Hervorbringung des Lebenswillens ist und dieser sich gerade auch in den kulturellen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tode manifestiert, dann ist das Verblassen des Glaubens an ein postmortales Leben zuvörderst ein manifester Ausdruck geschwächten Lebenswillens. Dies inkludiert aber noch mehr. Fragen wir enfach, wie sich denn aus dem Lebenswunsch, daß der Tod nicht das Ende des Lebens sei, der Glaube an ein postmortales Leben generiert, dann stoßen wir auf ein eigentümliches Fundament, dem Glauben, daß die Welt, in der wir leben, für den Menschen prinzipiell gut ist, auf ein Urvertrauen in das Gutsein der Lebenswelt. Daraus entspringt das Vertrauen, daß in einer dem Menschen gutseienden Welt der Tod für ihn nicht das letzte Wort sein kann. Der Tod als definitives Ende kann eben vom Lebenswillen her nicht als etwas Gutes affirmiert werden, sondern er muß als das schlechthin  Lebensfeindliche reprobiert werden. Dies Neinsagen zum Tod als definitives Ende legitimiert sich so in diesem Grundvertrauen in das Gutsein der Welt für den Menschen. 
Es kann geurteilt werden, daß dieses Grundvertrauen durch eine rein naturwissenschaftliche Sicht auf das Leben aufgelöst worden ist, weil nun das menschliche Leben in der Welt nur noch als ein Zufallsprodukt günstiger Umstände  zu stehen kommt, daß der Mensch aber prinzipiell in einer ihm gegenüber gleichgültigen Welt existiert, als ein vergängliches Phänomen ohne eine Bedeutung.
Der Glaube an ein postmortales Leben schwindet somit genau dann, wenn die Lebensbejahung sich abschwächt, wenn die Gewißheit schwindet, daß zu leben sich überhaupt lohnt. Daß alle Völker Europas immer weniger Kinder bekommen und daß der Glaube an ein postmortales Leben schwindet, gründet sich so in der Dekadenz, des geschwächten Lebenswillens.  
Dies dürfte der tiefste Grund des Unterganges des Abendlandes sein, daß die Völker Europas des Lebens müde geworden, sich selbst aufgeben und jetzt durch die Politik der Masseneinwanderung von Fremden selbst von der Bühne des Lebens abtreten wollen.        

Mittwoch, 14. November 2018

Postchristliche Jugend- Anmerkugen zum Untergang des Abendlandes

"Kirche und Glauben sind für viele junge Menschen nach einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) inzwischen weitgehend bedeutungslos. Zwar gehören noch 61 Prozent der jungen Menschen einer der großen Kirchen an, ergab die am Montag auf der EKD-Synode  in Würzburg vorgestellte Untersuchung. Aber nur noch 19 Prozent bezeichnen sich als religiös. Gott oder die Kirchengemeinde spielen für rund 5 Prozent noch eine Rolle." So stand es geschrieben auf Katholisch de am 13.11. 2018.
Ergänzend dazu konnte auf Katholisch de am Tage davor gelesen werden: "Soziologin: Kirche wird weiter stark an Bedeutung verlieren. Düstere Prognose: Die Bedeutung von Kirche und Glaube wird laut der Religionssoziologin Linda Woodhead in Deutschland und Europa weiter schwinden. Der Prozess sei unumkehrbar, sagt sie -".Ganz tiefsinnig sieht die englische Soziologin im wachsenden Wohlstand und dem Vorrang des Ideales der Selbstverwirklichung die Gründe für das Verblassen der christlichen Reigion in Europa. Aber ganz verschwinden würde diese Religion nicht, aber in einem unumkehrbaren Prozeß wird sie immer mehr an Relevanz verlieren.
So wird dann dies Ergebnis in der EKD kommentiert:"Wir haben den Eindruck, dass wir es mit einer postchristlichen Generation zu tun haben", fasst Institutschef Gerhard Wegner die Ergebnisse zusammen. "Diese Generation lebt ein eigenständiges, glückliches Leben, auch ohne uns als Kirche." (Katholisch de am 13.11.2018).
Liest man beide Beiträge aufmerksam, hört auf die Zwischentöne, ein unterschwellig zufriedener Ton ist da herauszuhören, als würde ein Verkaufsleiter seinem etwas weltfremden  Chef erklären, daß auch die talentiertesten Verkäufer keine elektrische Schreibmaschine mehr verkaufen könnten, wenn die Kunden nur noch auf Computern schreiben wollen. Die christliche Religion sei eben zu einem fast unverkäuflichen Ladenhüter geworden.
Gibt es da noch eine Perspektive für die Kirche? Na ja, als Organisation praktizierter Humanität würde sie wohl noch toleriert werden, hätte ihr Image nicht unter den Mißbrauchsfällen gelitten. Nur, mit der christlichen Religion sei es halt vorbei.
Eine Jugend ohne Gott, eine postchristlche Jugend, das signalisiert eben das, was die Vorstellung des Unterganges des Abendlandes immer auch mitgemeint hat: daß das Christentum die Religon des Abendlandes ist, wie es Novalis so treffend in seinem Essay: "Christentum oder Europa" dem Leser vor Augen malt.Das Kulturprojekt des Abendlandes speiste sich ja aus 3 Quellen: der christlichen Religion, der griechischen Philosophie und dem römischen Gestaltungs- und Ordnungssinn. Die Synthese von Jerusalem. Athen und Rom machte das Abendland aus.  Diese drei Quellen scheinen nun zu versiegen, aber nicht gebiert dieser Untergang nun ein Zeitalter des Nihilismus, sondern es wird eine neue Kultur geboren, die sich noch nicht selbst begreift, sodaß sie sich erstmal nur als die Postmoderne vorstellt.  Kann in ihr das Christentum noch etwas anderes sein als eine reine Privatreligion, nur von wenigen Gläubigen noch gelebt?

Zusätze:
1.Herrscht nicht nur in den Klöstern sondern auch in der Kirche, zumindest im deutschsprachigen Raum die Stimmung des: Nichts geht mehr, das Spiel ist aus! vor? Und wenn  dann noch mal Revitalisirungsversuche  sich ereignen, wie etwa das Gebetshaus zu Augsburg, dann wird das sofort mit unberechtigter, zum Teil aber auch berechtigter klein geredet.

2. Ist nicht für die abendländische Kultur die Synthese aus Platonismus und Christentum das sie tragende Fundament, sodaß der Untergang des Abendlandes auch mit der Absetzung des Denkens vom Platonismus anhob, mit Nietzsche und Marx? Hegel war so der letzte Versuch einer neuen Synthese des philosophischen Denkens mit der christlichen Religion, nur daß dies Denken die christliche Religion in die wahre Philosophie aufheben wollte, um so aber noch die christliche Religion zu conservieren. Mit dem Niedergang der hegelschen Philosophie trennte sich das Denken von der christlichen Religion, eingeleitet schon durch Kants Kritik der Gottesbeweise. Seit dem gilt: Wo wir denken, sind wir nicht mehr religiös und wo wir religiös sind, da denken wir nicht mehr. Die Neoscholastik, die noch an der Philosophie als dienstbae Magd  der Theologie festhielt, löschte das 2.Vatcanum aus- seit dem gibt es keine philosophische Fundierung des Glaubens mehr- der Christ lebt so in 2 Welten, die des Denkens und die des Glaubens, wobei die Welt des Denkens zusehens die Welt des Glaubens entleert, weil das Zuglaubende als Dogmen perhorresziert immer mehr als vernunftwidrig reprobiert wird mit dem Schlußergebnis: Weil ich vernünftig denke, bin ich religionslos.

3. Begann der Tod Gottes, wir haben Gott getötet (Nietzsche) nicht schon mit dem reformatorischen Sola-Scriptura- Prinzip, daß Gott sich vollends in Jesus Christus ausgesprochen hat, sein letztes Wort, sodaß er nun uns nur noch ein toter Gott ist, der uns nun sein Testament als letzten Willen hinterließ.Ist diese Art der Buchreligion nicht der Tod des lebendigen Gottes, der uns nun nichts mehr zu sagen hat? 

Dienstag, 13. November 2018

Bericht: Kirchen fehlen bis 2030 rund 14.000 Pfarrer Ein Zusatz

Nicht nur die Katholische Kirche bedrängen Nachwuchssorgen, auch dem Protestantismus werden in Bälde Pfarrer fehlen, sodaß geschätzt wird, daß im Jahre 2030 7000 Pfarrstellen nicht mehr besetzbar sein werden. 
In der Katholischen Kirche wird dies Problem so diskutiert: Zwar berufe Gott zum Priesertum (und wohl auch genügend), aber die jungen Männer hören nicht mehr auf diesen Ruf.Gott ruft und der so Angerufene respondiere: Nicht stehe ich Dir zur Verfügung!, oder der Lärm der Welt übertöne Gottes Ruf. Außerdem: Irgendwie sei die hedonistische Jugend sowie nur an Sex und: "Ich will Spaß!" interessiert, sodaß Gottes Ruf nicht mehr die Herzen dieser Fleischesmenschen erreichen könne. Verbreiteter ist aber die Meinung, daß die Kirche den so Berufenen zu viel abverlange mit dem "Zwangszölibat" und der ganzen katholischen Morallehre überhaupt, daß sich die Berufenen rechtens weigern, dem Ruf zu folgen: Die Kirche verhindere so die Realisierung der göttlichen Berufungen zum Priesterdienst. 
Nur eines wird nicht diskutiert: ob etwa Gott nur noch wenige zum Priestertum berufe. König Saul machte die bittere Erfahrung, daß Gott nicht mehr zu ihm sprach, ihm nicht mehr durch priesterliche Orakel seinen Willen kundtat (1.Samuel 28, 6: "Da befragte Saul den Herrn, aber der Herr gab ihm keine Antwort, weder durch Träume noch durch die Losorakel, noch durch die Propheten." Nicht überhörte Saul Gottes Antworten, Gott gab ihm keine mehr, da er diesen König ob seiner Sünde reprobiert hatte. Das ist genuin theologisches Denken-  heutzutage wird so anthropozentristisch gedacht, daß selbstverständlich der Priestermangel nur rein menschliche Ursachen haben kann: Gott beruft wie immer, aber er wird nicht mehr ge- und erhört von seinen Berufenen.
Aber nun stellt sich eine schwierige Frage: Sind denn auch evangelische Pfarrer von Gott zu diesem Dienst Berufene? Beruft so Gott sowohl in der Katholischen wie in der Evangelischen Kirche so wenige zum Pfarrberuf, etwa weil er beiden Kirchen zürnt? Kann Gott Menschen zum Beruf des Pfarrers in der evangelischen "Kirche" berufen? Der damalige Kardinal Ratzinger hat in seiner Schrift: "Dominus Jesus" klar herausgestellt, daß die aus der Reformation hervorgegangen "Kirchen" keine Kirchen sind sondern nur kirchenähnliche Gebilde. Einer der Gründe ihres Nichtkircheseins ist das Fehlen eines gültigen Amtspriestertumes! Das inkludiert, daß alle Pfarrer und auch alle Bischöfe keine gültig geweihten Amtsträger sind- sie sind Laien mit besonderen Rechten in der EKD, aber auch nicht mehr.Sind es aber zu diesen Berufen von Gott Berufene? Können sie das sein?
Wer diese Frage bejaht, sagt damit aus, daß Gott Menschen dazu beruft, ein verfälschtes Evangelium zu verkünden und eine Organisation als wahre Kirche Jesu Christi zu verkünden, die aus dem Abfall von der Wahrheit entstanden ist. Ist das vorstellbar, daß Gott nicht nur die Propheten sondern auch die Falschpropheten  zu ihrem Dienst beruft? Gott läßt wohl die Unwahrheit zu. ja er läßt es zu, daß die Unwahrheit wider seine Kirche kämpft, aber er beruft doch nicht Irrehrer zur falschen Verkündigung!
Was immer dann auch die Gründe sein mögen, daß auch die EKD unter einem Pfarrermangel in Bälde leiden wird, für diesen Mangel ist Gott nicht verantwortlich.Hier ist nach rein weltlichen Gründen zu forschen, aber für die Katholische Kirche muß gelten, daß der erste Grund des Priestermangels Gott selbst ist, daß er nur noch wenige beruft! Salopp formuliert: Die Kirche hat ein ernstes Beziehungsproblem mit ihrem Gott! 

Montag, 12. November 2018

Ist die Eucharistie eine Ramschware? Gefährliche Nebenwirkungen!

"Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, geht nach eigenen Angaben immer öfter in katholischen Gottesdiensten zur Kommunion "Ich stelle fest, dass es immer mehr katholische Priester gibt, die expressis verbis alle getauften Christen zur Eucharistiefeier einladen", sagte Schad am Samstag in Würzburg"  " Und wenn er ausdrücklich zu einer Teilnahme an der Kommunion eingeladen werde, nehme er auch daran teil." So funktioniert nach Katholisch de vom 10.11.2018 die Ökumene. 
Natürlich weiß dieser Präsident, daß er unerlaubt die hl.Kommunion empfängt, denn auch diese Einladung an alle Getauften ist ja ein grober Verstoß gegen das geltende katholische Kirchenrecht, aber da er sich ob seines evangelischen Glaubens dazu ermächtigt sieht, folgt er dieser Einladung. 
Das Sakrament der Eucharistie ist eine Medizin zur Unsterblichkeit, ein sagen wir es mal profan Medikament mit starker Wirkkraft, das, wird es recht gebraucht, dem Empfänger zum Heile dient, das unsachgemäß eingenommen aber auch schlimmste Folgen zeitigt. Denn je stärker die Wirkkraft eines Medikamentes ist, desto destruktiver wirkt es sich bei unsachgemäßer Einnahme aus. Der Begriff des sakrilegischen Empfanges meint genau dies. Es ist so einer der wichtigsten Aufgaben der Kirche, Menschen einen heilsamen Empfang dieses Sakramentes zu ermöglichen, aber auch potentielle Empfänger vor einem sakrilegischen zu schützen. 
Deshalb heißt hier die wichtigste Frage: Kann ein evangelischer Christ, wenn er die lutherische oder die reformierte Lehre vom Abendmahl bekennt, die heilige Eucharistie nicht-sakrilegisch empfangen? Auch die Reformierten gehören zur EKD, zur evangelischen Kirche. Für Reformierte gilt, daß sie ihrem Glauben nach mit dem Mund nur Brot und Wein empfangen in der Abendmahlsfeier und nur im Herzen Jesus Christus durch ihren Glauben an ihn. Da sie so die konsekrierten Elemente nur wie ein profanes Brot und wie Wein empfangen wollen, empfangen sie in einer Katholischen Eucharistiefeier Leib und Blut Jesu Christi sich zum Unheil. Für Unierte gilt das ebenso, wenn sie die reformierte Lehre vertreten, wenn sie aber der lutherischen zustimmen, empfangen sie auch dies Sakrament sich zum Unheile, wie auch jeder Lutheraner weil sie ja die Wahrheit dieses Sakramentes ausdrücklich ablehnen, daß es ein Opfer der Kirche ist, dargebracht durch einen Priester Gott zur Versöhnung und darum auch  Menschen zum Heile. Das lehnt Luther und alle ihm Folgenden ab. 
Wie aber könnte jemand die Eucharistie für sich zum Heile empfangen, der ihre Wahrheit ausdrücklich reprobiert? Die Wahrheit dieses Sakramentes läßt sich eben nicht reduzieren auf die der Realgegenwart Jesu Christi in den konsekrierten Elementen von Brot und Wein.
Wer jeden Getauften zum Empfang der heiligen Eucharistie einlädt, öffnet so eine Büchse der Pandora, vielen zum Unheil!      


Sonntag, 11. November 2018

Bericht: Kirchen fehlen bis 2030 rund 14.000 Pfarrer

"Der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland werden nach einem Medienbericht bis zum Jahr 2030 rund 14.000 Pfarrer fehlen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwarte, dass bis dahin etwa 7.000 der aktuell rund 13.500 Priesterstellen nicht mehr besetzt werden können." schreibt der "Focus". 
"Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe vergleichbare Probleme, schreibt der "Focus" weiter. Der Pfarrerverband gehe davon aus, dass sich die Zahl der derzeit etwa 21.000 Pfarrerinnen und Pfarrer um rund ein Drittel reduzieren werde. Demnach könnten bis 2030 ebenfalls rund 7.000 Stellen nicht nachbesetzt werden. "
So steht es am 10.11. 2018 geschrieben unter obiger Überschrift auf Katholisch de. Ist das nicht eindeutig als Falschnachricht? Als Mediengläubige wissen wir doch ganz genau, daß der Priestermangel der Römisch-Katholischen Kirche a) -hauptsächlich- auf den Zölibat zurückzuführen ist, b) auf den Ausschluß der Frauen vom Priesteramt und c) der menschenfeindlichen Sexualmorallehre der Kirche mit ihrer skandalösen Diskriminierug der Homosexuellen und d) auf den Mangel an innerkirchlicher Demokratie.
Da ist die EKD geradezu vorbildlich, den in ihr gibt es all dies Grauenerrregende nicht! Hier müßte also der Pfarrernachwuchs Schlange stehen vor den Eingangstüren zum Pfarrerberuf! Aber nun mutet uns dieser Artikel zu, daß dem Protestantismus in Bälde genauso viele Pfarrer fehlen wird wie der Katholischen Kirche und das obzwar der doch Alles richtig macht!  
Wenn a bis d die Ursachen des Priestermangels in der Katholischen Kirche sind, warum gibt es dann in der EKD genauso vielen Pfarrermangel, wenn da doch keines dieser Priestermangelgründe vorhanden ist?  Wenn das keine Falschmeldung ist, dann stimmt die übliche Schuldzuweisung a-d nicht! Liegt es nicht viel näher, den Grund des Priester- und Pfarrermangels im schwindenden Glauben in Deutschland zu sehen? 
Zudem: Kann ein Christ ernsthaft glauben, daß, wenn Berufungen zum Priesteramt zuvörderst ein Berufen durch Gott ist, Gott nicht auch ein Grund des "Priestermangels" ist. 
 

Samstag, 10. November 2018

Jesus Christus- von Gott verlassen?

Vom Theologen Detlev Fleischhhammel aus Berlin stammt die „steile“ Aussage: "Der einzige Mensch, der je wirklich von Gott verlassen gewesen ist,war Jesus Christus am Kreuz". Diese Aussage evoziert nicht nur bei Frau Küble Widerspruch (vergleiche ihren Artikel"Chiara Lubich und der >verlassene Jesus< auf der Internetseite am 9.11.2018) Aber fragen wir ab ovo:

1. Jesus sagt hier, daß er von Gott verlassen sei. Gibt es einen theologischen Grund für die Annahme, daß sich hier der Sohn Gottes geirrt habe, daß er sich zwar als von Gott verlassen gefühlt haben mag, daß er aber objektiv immer mit Gott- auch am Kreuze- innigst verbunden war? Wenn dem so wäre, wie könnte dann aber noch von einem realen Leiden, Sterben und Tod Jesu Christi gesprochen werden? Hätte er dann nicht nur scheinbar gelitten und wäre auch nie wirklich tot gewesen, da er doch selbst im Tode, vor seiner Auferweckung mit Gott verbunden war? 

2. Wenn es heißt, er sei von Gott verlassen, ist hier der göttliche Vater gemeint, der seinen Sohn verlassen hat. Deshalb ist das Argument, daß er als wahrer Gott nicht selbst von Gott verlassen worden sein kann, hinfällig. Er könnte ja als göttlicher Sohn von seinem göttlichen Vater verlassen worden sein. 

3. Jesus zitiert mit der Aussage: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" Psalm 22, den ersten Vers. Die Einheitsübersetzung betitelt diesen Psalm mit: "Gottverlassenheit und Heilsgewißheit" und sagt damit etwas Treffendes über diesen Psalm aus,daß er in 2 Teile zerfällt, a) die Klage über die Gottverlassenheit des Beters und b) ab Vers 23 die Wende: "Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden inmitten der Gemeinde dich preisen". Vers 20-22 bringen diese Wende mit der Bitte: "Du aber Herr, halte dich nicht fern, Du meine Stärke, eil mir zu Hilfe" (Vers 20). Der von Gott wirklich Verlassene ruft zu seinem Gott: Wende dich mir wieder zu! Vers 23  sagt dann: Wenn du mich retten wirst, dann werde ich dich preisen! Die folgenden Verse sollen dann Gott daran erinnern, daß er doch ein Gott ist, der bereit ist zu helfen und daß ihm dann auch die Gemeinde lobt, wenn er rettend eingreift. Wenn man also urteilt, daß Jesus, indem er den 1.Vers des Psalmes gebetet hat am Kreuze, damit aber den ganzen Psalm meinte, dann besagt das, daß er als wirklich von Gott Verlassener seinen Gott anruft, sich ihm wieder zuzuwenden und daß er dann Gott in der Gemeinde loben wird. Der Begriff der "Heilsgewißheit" ist so eine Nuance zu stark, weil der demütige Beter immer auch weiß, daß Gott der Herr über die Gebete ist und bleibt und er so auch ein Gebet nicht erhören  kann- denn sonst würde das Gebet zu einer magischen Praxis, durch die Gott unterworfen wird, daß er das Erbetene erfüllen müßte. Der Beter hofft auf Gott, aber er weiß, daß Gott auch als Herr über die Gebete die Erhörung verweigern kann, wie er ja das Gebet des Königs David, verschone mein Kind, töte es nicht, verworfen hat. (2.Samuel 12) 

4. Das Verb: "verlassen" müßte dann aber noch präzisiert werden: Als was hat Gott seinen Sohn verlassen? Die Antwort: Er hat seinen göttlichen Sohn als der ihn Liebender verlassen, weil er nun sein göttliches Strafgericht an ihm vollzieht. Sagen wir es anders: Wer aus der Liebe Gottes herausfällt, wird Gott nicht los und Gott läßt ihn nicht los, sondern der fällt unter den Zorn Gottes. Aber daß Gott auch der Gott des gerechten Zornes ist, ein Gott, der straft, das ist eine theologische Wahrheit, die heutzutage völlig verdrängt wird. Der Sohn Gottes war unter dem Zorn Gottes, er erlitt ihn am Kreuze und niedergefahren in die Hölle, aber sein göttlicher Vater wandte sich in Liebe wieder seinem Sohn zu, indem er ihn aus dieser Gottverlassenheit, das ist der Tod des göttlichen Sohnes, wieder auferweckte. Ostern verkündet nicht, daß der Sohn nie tot war, sondern daß Gott seinen Sohn aufs Neue zum zum Leben erweckt hat. 

5. Daß Jesus der einzig wirklich von Gott Verlassener war, wäre nur wahr, wenn es keinen Menschen in der Hölle gäbe. Und es wäre nur wahr, wenn nie Gott einen Menschen ob dessen Sünde verlassen hätte, auch wenn er sich danach dem Sünder wieder zugewandt hat. So gibt es guten Grund für die Aussage, daß Gott sein Volk Israel verlassen hatte, daß Moses dann aber durch seine Fürbitte Gott wieder mit dem Volke versöhnt hatte.   (Vgl 2.Mose 32, 1-35. Da sagt Gott: "Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt laß mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt." Hier war das Volk von seinem Gott verlassen, weil es nun unter dem Zorn Gottes stand. So kann Gott verlassen, aber auf die Fürbitte Mose hin, sich wieder dem verlassenen Volke zuwenden. 

 

 


 

 



Freitag, 9. November 2018

Der idealisierte "Fremde" Oder: Warum wir Asylanten lieben

"Auf dem heutigen Markt finden wir eine ganze Reihe von Produkten, die ihrer schädlichen Eigenschaften beraubt sind:Kaffee ohne Koffein, Sahne ohne Fett, Bier ohne Alkohol [...]bis hin zum heutigen liberalen Multikulturalismus als Erfahrung des Anderen ohne seine Andersheit (der idealisierte Andere, der faszinierende Tänze kenn und eine ökologisch tadellose holistische Einstellung zur Wirklichkeit hat, während Merkmale wie das Verprügeln von Frauen ausgeblendet bleiben)?" Slavoj Zizek, Lacan.Eine Einführung,2008,S.54f.
"Die virtuelle Realität verallgemeinert einfach dieses Verfahren,ein Produkt anzubieten, das seiner Substanz beraubt ist: Sie stellt die Realität selbst ohne ihre Substanz zur Verfügung, ohne ihren harten Kern des Realen". (S.55)
Der Armutsflüchtling, der Migrant, der um Asyl Bittende, das alles sind erstmal Produkte der Medien, Elemente der virtuellen Realität. Diese wird dann"als Realität erfahren, ohne wie sie zu sein." (S.55). Seine Substanz, was er real ist, verschwindet hinter den virtuellen Bildern von ihm. Seiner Substanz so entledigt wird er zur Projektionsfläche der Idealisierungen. Er ist all das, was wir nicht sind. Der Idealisierung des Fremden korrespondiert das Ressentiment gegen das Eigene. Die Guten sind immer nur die Anderen.
Typisch dafür ist die Idealisierung des Islams in der Gutmenschweltsicht, die das Faktum der Verurteilung der Homosexualität in dieser Religion völlig ausblendet,aber der Katholischen Kirche Homophobie vorwirft. 
Schon die kritische Anfrage,ob nicht viele der Flüchtlinge in Deutschland leben wollen, nicht weil sie Daheim in Elend und Not gelebt hätten, sondern weil sie für sich ein besseres Leben hier erstreben, gilt schon als moralisch unkorrekt gestellt. Sie sind einfach nur die, denen wir zu helfen haben, weil sie das wollen. So werden sie zu substanzlosen Produkten der Sehnsucht nach Fremden, die nicht so sind wie wir und so schon gut sind. 
Wir Deutschen scheinen für diese Art  Minderwertigkeitsgefühl besonders empfänglich zu sein: Einst schrieben die Gelehrten nur in Latein, weil die deutsche Sprache nicht zum wissenschaftlichen Denken tauge- ja ganz Europa stand im Bann des Lateinischen und verachtete so die lebendigen Volkssprachen, dann entdeckte man das Französische als Kultursprache und frug in deutscher Zunge, welches Recht denn überhaupt die deutsche Kultur haben könne angesichts der Vollkommenheit der griechischen Kultur, um nur ein paar Stichworte zu  nennen. Jetzt scheint aber dieses deutsche Sondergut allgemein westeuropäisch geworden zu sein.  
Diese Minderwertgkeitsgefühle synthetisieren  sich dann noch durch die große Erzählung,  daß Europa und die USA die Hauptschuld am Elend und Leid der 3.Welt trügen, ja daß unsere Kulturgeschichte eigentlich nur eine der Unterdrückung und Ausbeutung der Anderen sei, die nun als Opfer dieser Unterdrückungskultur zu uns kämen. Die Fremden sind so das Projektionsprodukt des schlechten Gewissens den Opfer unserer Unkultur gegenüber und der Abneigung uns selbst gegenüber. In dem Bild des ökologisch holistisch eingestellten Fremden begegnet uns ja nur das eigene Wunschbild, wie wir sein möchten, es aber nicht sind als Ausbeuter und Zerstörer der Natur. 
Der  idealisierte Andere begegnet uns jetzt vor allem in dem Bild des Flüchtlings, des Migranten und des Asylanten. Aber das sind rein virtuelle Bilder ohne eine reale Substanz, die ausgeblendet wird in dieser Fikivwelt,die uns aber zur realen Lebenswelt geworden ist. 
Das erlaubt nun auch ein besseres Verständnis des Begriffes des Verschwörungs-theoretikers. Eine Verschwörungstheorie ist das Produkt des Schauens hinter die virtuellen Bilder, des Wahrnehmens des Realen hinter der Fiktivwelt. Dies Dahinterschauen wird nun perhorresziert, denn  die virtuelle Realität soll als einzig reale geglaubt werden. Nur der idealisierte Andere ist wirklich real!          

Donnerstag, 8. November 2018

Praktizierte Religion ohne Glauben? Kultur: so tuen als ob?

"Im Hinblick auf Religionen glauben wir nicht länger >wirklich<,wir folgen nur (verschiedenen) reglaube religiösen Ritualen und Verhaltensweisen, um dem >Lebensstil< der Gemeinschaften Respekt zu erweisen". 
"Ich glaube nicht wirklich, es ist nur ein Teil meiner Kultur" scheint die vorherrschende Art und Weise des verschobenen Glaubens zu sein, der für unsere Gegenwart so charakteristsch ist."
Slavoj Zizek, Lacan.Eine Einführung,2008,S.45. Ist dies nicht eine treffende Beschreibung der volkskirchlichen Situation der Katholischen Kirche wie des Protestantismus? Warum, wenn überhaupt noch gehen Christen zum Weihnachts- und Ostergottesdinst, melden ihre Kinder nicht vom Religionsunterricht ab, lassen sie taufen, firmen, ja schauen zu, wenn die Kleinen zur Erstkommunion schreiten und heiraten und lassen sich kirchlich beerdigen? Ist das nicht ein so Tuen als ob man noch glaubte? 
Im Norden Deutschlands bekommen die Kinder schon seit alters her und viele meinen: schon immer, ihre Weihnachtsgeschenke vom Weihnachtsmann. "Ja, der Weihnachtsmann hat dir das gebracht!" so spricht so manch elterliche Mund, genau wissend, daß das ein Märchen für Kinder ist, aber so lange die Kinder noch klein sind, tut man eben so, als glaubte man das. Ist das vielleicht die Art und Weise des Gelebtwerdens des gegenwärtigen Glaubens? 
Die Emanzipationseuphorie,daß der Mensch ohne Religion aufgeklärt besser lebte, ist verflogen, aber recht glauben kann man auch nicht mehr, aber man wüßte auch nicht, warum die Religion nicht mehr praktiziert werden sollte,sind Taufen  und kirchliche Eheschließungen doch was Schönes, rechte Familienfeiern und am Grabe hätte man den Abschied von Verstorbenen doch auch gern religiös gestaltet.   
Religion gehört zu unserer Kultur, auch wenn wir sie nicht mehr als wahr glauben. Zizek präsentiert dazu diese These: ">Kultur< ist der Name für all diese Dinge, die wir praktizieren, ohne tatsächlich an sie zu glauben, ohne sie wirklich ernst zu nehmen." (S.45) Wenn die Kultur begriffen wird als säkularisierte Gestalt des religiösen Kultes, der Gottesverehrung,dann ist diese These in sich gar evident. Wird dann noch die Kultur analog der Distinktion von Geistes- und Naturwissenschaften als geistiges Leben in der Differenz zur Zivilisation als der Stufe der Beherrschung der Natur verstanden, wird diese These noch einsichtiger. Das kulturelle Leben ist so gesehen eine säkularisierte Religionspraxis, in der sich die christliche Religion in der Postmoderne eingezeichnet als eine nun kulturelle Praxis. 
In den Zeiten des Primates der Ökonomie ist genaugenommen Kultur nur etwas wert und so Respektables, das ernst genommen wird, wenn damit Geld verdient werden kann. Und so mancher Kirchenkritiker hegt ja auch den Verdacht, daß den Volkskirchen in Deutschland die Kirchensteuereinnahmen das Wichtigste sind.

Dienstag, 6. November 2018

Irritationen: Die "Realität" als Flucht vor dem "Realen"?

Slavoj Zizek zu lesen, gleicht immer auch einem "Abenteuerurlaub" des Denkens. So unsere gewöhnliche Vorstellung völlig Irritierendes findet sich in seinen Texten: "Was, wenn dasjenige, was wir als >Realität<erfahren, durch Phantsie strukturiert wäre und wenn die Phantasie als Schirm diente,der uns vor der direkten Überwältigung durch das rohe Reale beschützen würde? Dann kann die Realität selbst als Flucht vor der Begegnung mit dem Realen dienen." ( Slavoj Zizek, Lacan.Eine Einführung, 2008,S.79).
Faszinierende Konsequenzen werden aus dieser These gezogen: "In dem Gegensatz zwischen Traum und Wirklichkeit befindet sich die Phantasie auf der Seite der Wirklichkeit, und in unseren Träumen begegnen wir dem traumatischen Realen- es ist nicht so, daß Träume für diejenigen sind, die die Realität nicht ertragen, die Realität selbst ist für diejenigen, die ihre Träume (das Reale,das sich in ihnen ankündigt)nicht aushalten können." (S.79f)
Daß das, was uns als Wirklichkeit vorkommt, eine soziale Konstruktion ist, ist eine der Zentralthesen der Philosophie des Konstruktivismus. Weil nicht jedes Individuum sich seine eigene "Lebenswelt" schafft, sodaß niemand mit einem anderen kommunizieren könnte, sondern die "Lebenswelt" als sozial konstruierte begriffen wird, kann a) die Objektivität unserer Wahrnehmung so verstanden werden als daß Alle das zu sehen und b) kann festgehalten werden, daß diese Wahrnehmung eine sozial gebildete, produzierte ist, daß wir eben als erfolgreich Sozialisierte so sehen, wie es von uns erlernt worden ist. Zizek erfaßt nun aber auch den Grund, warum wir so uns eine Reaität schaffen, in der wir leben können: Das  Reale sei für uns so unerträglich, daß wir statt in ihm in einer Kunstwelt leben. Zur Veranschaulichung- versimplifiziert: Man denke an einen Eskimo, der in seinem Iglu   des Nachts schläft, um sich nicht der tötlichen Kälte außerhalb des künstlichen Wohnraumes auszusetzen. Der Verdacht lautet dann einfach, daß unsere Wirklichkeit einem Iglu gleicht, daß uns vor dem Realen bewahrt.
Verweist uns H.P. Lovecraft nicht auf eine ähnliche Spur:

Die größte Gnade auf dieser Welt ist, so scheint es mir, das Nichtvermögen des menschlichen Geistes, all ihre inneren Geschehnisse miteinander in Verbindung zu bringen. Wir leben auf einem friedlichen Eiland des Unwissens inmitten schwarzer Meere der Unendlichkeit, und es ist uns nicht bestimmt, diese zu bereisen. Die Wissenschaften - deren jede in eine eigene Richtung zielt - haben uns bis jetzt wenig bekümmert: aber eines Tages wird das Zusammenfügen der einzelnen Erkenntnisse so erschreckende Aspekte der Wirklichkeit eröffnen, daß wir durch diese Enthüllung entweder dem Wahnsinn verfallen oder aus dem tödlichen Licht in den Frieden und die Sicherheit eines neuen, dunklen Zeitalters fliehen werden.1

1Lovecraft H.P., Cthulhus Ruf. In: Lovecraft, H.P., Cthulhu Geistergeschichten, Deutsch von H.C. Artmann, 1972, S. 193.

Ist dies neue dunkle Zeitalter das, was Zizek die "Realität" nennt, um das Reale zu verbergen? Könnte eventuell die moderne Welt, fußend auf der Aufklärung nicht genau eine solche "Realität" sein, die uns vor dem, was wirklich das Reale ist, schützt, indem es es verbirgt. Ist Kants These von der Unerkennbarkeit des "Dinges an sich"  nur ein anderer Ausdruck für das Zumverschwindenbringen des Realen durch unser modernes Denken, das wir einfach zur Legitimierung als das vernünftige ausgeben? Dann könnte das Reale das sein, was Rudolf Otto so treffend als die Einheit des tremendum und faszinosum, als Mysterium bezeichnete, das Göttliche als Urgund und Realität in unter und zwischen unserer Welt, das unsere realistische Weltsicht ausblendet? Ist nicht auch das Gottesbild der nachonziliaren Theologie eines, was das ausstreicht, was Gott real ist, um uns einen harmlosen: "Ich -hab -euch- alle- lieb- Gott vor Augen zu malen? 


  

Der Zweck heiigt die Mittel oder so kämpft man gegen einen Lebensschützer und sonstige Rechte

"Brett Kavanaugh, Donald Trumps Kandidat zum Bundesrichter, musste einen Spießroutenlauf ohne Gleichen über sich ergehen lassen. Er wurde sogar mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert.
So hatte Judy Munro-Leighton den Vorwurf hervorgebracht, von Brett Kavanaugh sexuell misshandelt worden zu sein. Doch jetzt gab sie zu, dass die Geschichte frei erfunden war. Es war ein Plott, eine taktische Masche, um die Nominierung und Wahl von Kavanaugh zum Bundesrichter zu verhinden. Sie habe in Wirklichkeit Kavanaugh nie persönlich getroffen, gab sie später zu. "Freie Welt" am 6.11.2018 :"Missbrauchsvorwürfe gegen Brett Kavanaugh waren erfunden"
Feministin und nicht nur sie kämpften gegen diesen Kandidaten für das Bundesrichteramt, in den USA mit weltweiter Unterstützung aller Gutmenschen. Mehr als empörend sei es doch, daß jemand, der eines sexuellen Mißbrauches angeklagt ist, Bundesrichter werden soll. So etwas Perfides könne doch nur diesem Trump einfallen. Und das Allerskandalöste, daß dieser Kandidat ein Sympathisant der Lebensschutzbewegung sein soll: Er glaubt nicht, daß es ein Menschenrecht sei, daß Mütter ihre Kinder im Mutterleibe töten lasssen dürfen.
Da hat man eben in der Kampagne wider den Trumpkandidaten kräftig zugelangt durch die Lüge, daß Brett Kavannaugh eine Frau sexuell mißbraucht habe. Warum auch nicht lügen, wenn damit ein Lebensschützer als Bundesrichter verhindert werden kann!
Empört sich nun die deutsche Medienwelt über solch eine dreiste Lüge? Davon ist nichts zu merken, denn zu begeistert hat man doch sich an der Kampagne gegen den Trumpkandidaten beteiligt. Jedem Gutmenschen ist ja a priori klar, ohne jede Prüfung, daß ein von Trump Vorgeschlagener ein böser Mensch sein muß und solche vergreifen sich dann auch an Frauen! 
Im Kampf gegen Rechts ist eben das Lügen erlaubt. Da erfanden Massenmedien "Menschenjagden" von Rechten wider Ausländer in Chemnitz. Diese Jagden wurden dann der AFD als Mitorganisator der Trauerkundgebungen für die ermordeten Deutschen in die Schuhe geschoben: So böse ist die AfD und die Politik reagierte mit der Forderung an den Verfassungsschutz, nun endlich diese rechte Partei zu überwachen. Jetzt kam es zum Skandal, als der Leiter des Verfassungsschutzes erklärte, daß es diese "Menschenjagden" gar nicht gegeben habe! Aber, wir wissen ja, daß gilt: Paragraph 1 lautet:Der Chef hat immer recht und der Paragraph 2: Wenn der Chef unrecht hat, tritt automatisch der erste Paragraph in Kraft. Da nun die Bundeskanzlerin kraft ihrer Richtlinienkompetenz statuierte, daß rechte Menschenjagden stattgefunden haben in Chemnitz, haben sie stattgefunden, sodaß der sie Widersprechende entlassen wurde.  
In der "Freien Welt" wird diese Causa so kommentiert mit der Überschrift: "Weil er recht hatte, wurde Maaßen entlassen":
  "Maaßen hatte in der polnischen Hauptstadt noch einmal klar gestellt, dass es in Chemnitz keine Hetzjagden gegen Ausländer oder Farbige gegeben habe. Diese Falschmeldungen sei von bestimmten Gruppen verbreitet worden, um von dem von Migranten begangenen Mord an einen Deutschen abzulenken. Weil sich sowohl die Mainstreammedien wie auch linke und grüne Politiker beim Lügen ertappt sahen, haben sie massiv seine Entlassung gefordert, hatte Maaßen gesagt." 
Auch in diesem Falle wird mit Falschmeldungen Politik gemacht. Nur, daß in diesem Falle die Falschmeldung sich erfolgreich sich durchsetzte, um sie gegen die AfD zu instrumentalisieren, wohingegen in den USA diese Strategie nicht zum Erfolg geführt hat: Der bekämpfte Kandidat ist gewählt worden.
Aber erschreckend ist dabei doch, mit welcher Selbstverständlichkeit das Mittel der Falschmeldung benutzt wird, um dem rechten Feind zu bekämpfen, ohne daß die Leitmedien daran einen Anstoß nehmen. Bismarck hatte ja schon geurteilt, daß nie so viel gelogen wird wie vor Wahlen, während des Krieges und nach der Jagd! Wir dürfen jetzt hinzufügen und im Kampf gegen alles Politisch Unkorrekte. 
Warum die Wahrheit sagen, wenn die Lüge nützlicher ist! So praktizierte man es in der Kampagne gegen den Trumpkandidaten, so wird es auch bei uns gehandhabt, aber wehe dem, der dann von einer "Lügenpresse" spricht. 


 


Montag, 5. November 2018

Gott ist Liebe -Irritationen! Der zensierte Gott

In dem der Apologetik des Islams gewidmeten Standpunktkommentar (katholisch de am 5.11.2018)findet sich diese bemerkenswerte Aussage:"Und die ernsthaft glauben, ein allmächtiger Gott könne von Menschen in irgendeiner Form beleidigt werden." Die Intention dieser Aussage ist klar: Wie das Christentum so kenne auch der Islam nur den Gott der Liebe- nur Menschen, die ihre eigene Religion mißverstünden,könnten dann an die Möglichkeit glauben, daß Gott durch Menschen beleidigbar sei und daß Gott dann ihn Beleidigende bestrafe. Aber so einen Gott gäbe es weder in der christlichen noch in der islamischen (Liebes)Religion.
Nur, warum steht dann in der Bibel (4.Mose 25,3f) dies geschrieben: "Und Israel weihte sich dem Beelphegor [ einem Götzen].Da zürnte der Herr und sprach zu Moses:Nimm alle Häupter des Volkes, und hänge sie im Angesichte der Sonne an Galgen, damit mein Grimm sich von Israel abwende."  "in patibulis" übersetzt diese Vulgataausgabe der Heiligen Schrift  (Augustin Arndt SJ,1903) mit: "Galgen", aber vom Lateinischen her ist auch mit Kreuz übersetzbar! Kreuzige sie, damit mein Grimm sich abwende von ihnen und so erblickten wir in dieser Aussage schon eine Vorankündigung des Kreuzes Jesu Christi.
Gott zürnt, weil das Volk statt ihn zu verehren, sich einem anderen Gott zuwandte und verehrte. Der Kommentar dieser Vulgataausgabe erläutert  diesen Götzendienst so:"Der Beelphegor (Baaphegor)war ein Wollustgötze, den man durch unzüchtige Handlungen verehrte. Er soll die Sonne vorgestellt haben." (S.372f),aber diese Aussage ist wohl mit Vorsicht zu genießen, da es zu den Standarts der Polemik gegen Ketzer und Andersgläubige gehörte, ihnen ungehörige sexuelle Praktiken vorzuwerfen. Und wenn es sich um einen  Fruchtbarkeitskult handeln sollte, dann würde der Begriff der Wollust diesen Kulthandlungen auch nicht gerecht.Wesentlich ist aber, daß durch diese Kommentierung die Aussage des Textes verschoben wird, weil nun nicht mehr die Verehrung eines Fremdgottes das Gottes Zorn Erweckende sein soll sondern mehr der moralisch betrachtet unanständige Kult.
Aber es bleibt ein wahrer Skandalon: Gott zürnt über eine Sünde gegen ihn, ja er verlangt die Kreuzigung der Verantwortlichen für diesen Abfall von dem wahren Glauben! Und erst die Kreuzigung, oder das Aufhängen der Täter an Galgen führt dazu, daß Gott seinen Zorn abwendet von seinem Volke!Nicht irgendwelche Fundamentalisten oder Extremisten bezeugen dies, sondern die Heilige Schrift selbst! Das Karfreitagskreuz wird dann diese Wahrheit des Alten Bundes bestätigen, denn so starb auch der Erlöser am Kreuze für uns. Nur, wie weit hat sich von der biblischen Wahrheit, die so auch stets von der Kirche so geehrt worden ist, am tiefgründigsten expliziert durch den großen Theologen Anselm von Canterbury, entfernt, indem sie nun einen Gott sich erphantasierte, der nur noch lieb und barmherzig sei! Und dieser Phantasiegott soll dann auch der der islamischen Religion sein. Hier ist wohl das Wunschdenken der Vater dieser Gottesvorstellung, da nicht mehr gefragt wird, wie denn Gott wirklich ist, sondern danach, wie er zu konstruieren ist, damit er dem Bedürfnis nach dem innerweltlichen Frieden und den Wünschen des interreligiösen Dialogisierens entspricht.     

Sonntag, 4. November 2018

"Migration ist kein Menschenrecht"

 Aber mit dem "Globale Pakt" soll das anders werden!: "Wann immer Menschen sich in einer „schwierigen“ Lage befinden, könnten sie nach Europa kommen. Dies wäre nach der UN ihr Menschenrecht. Das können Schwierigkeiten wie Ernährungsunsicherheit, Armut oder Opfer der „Folgen des Klimawandels“ sein. Das heißt: Wirtschaftsmigranten werden dann wie Flüchtlinge behandelt." Freie Welt, Beatrix von Storch am 20.Juli 2018.
"Klar ist und bleibt aber: Migration, also das Umsiedeln in ein anderes Land, ist kein Menschenrecht. Kein Mensch ist illegal. Aber Hunderttausende sind illegal hier. Gegen das, was die UN mit ihrem „Globalen Migrationspakt“ planen, ist alles, was Merkel und Co. in Sachen illegale Massenmigration bisher getan haben nichts weiter als eine Lappalie."
"Je nach rechtlicher Auslegung könnten dann sogar illegale Grenzübertritte nicht mehr kriminalisiert werden." (a.a.O.)
Es wundert Niemanden, daß die Bundesregierung diesen "Pakt" unterschreiben will, im Gegensatz zu den Regierungen Österreichs, Kroatiens, Polens und der der USA. Wenn ein Staat nicht mehr ent-scheiden darf, wenn er in sein Land aufnehmen will und wen nicht, dann hört er auf, ein souveräner Staat zu sein. Er wird zu einem Filialbetrieb der UNO herabdegradiert, in dem der Filialleiter vor Ort fast nichts mehr selbst entscheiden kann, denn alles bestimmt die Zentrale ganz oben! Ein Volk, daß jeden aufnimmt, bloß weil er da leben möchte, löst sich so selbst aus, wie auch die Ordnung der Familie sich auflöste, könnte jeder Beliebige, bloß weil er dazugehören will,auch ein Familienmitglied sein! Die "schwierige Lage" reduziert sich dann auf die Vermutung des Umsiedlers auf die Hoffnung, daß er in der "neuen Heimat", in Deutschland also insbesondere besser leben wird als in seiner Heimat. 
Ins Unrecht gesetzt wird so die Heimat des Migranten, daß sie kein Recht auf ihn hat,daß er, der in und durch seine Heimat das geworden ist, was er nun ist, auch Pflichten seiner Heimat gegenüber hat, etwa die,  seinen erlernten Beruf  in den Dienst für seine Heimat einzusetzen, sich für seine Heimat einzusetzen, der er so viel verdankt, nämlich sein bestimmtes Leben als Teilhaber der heimatlichen Kultur.
Ins Unrecht gesetzt wird so aber auch das Land, in das der Migrant sich niederlassen will, weil dem in diesem Lande beheimateten Volk das Recht abgesprochen wird, selbst zu bestimmen, wen es aufnehmen will und wen nicht. 
Ins Unrecht gesetzt wird aber schlußendlich auch der Migrant selbst, weil ihm das Recht auf seine Heimat so verlustig geht als das Recht und nicht nur die Pflicht, in seiner Heimat zu leben. Wie ein heimatloser postmoderner Nomade soll er von einem guten Lebensort zu einem anderen guten ziehen, heute hier, morgen dort ohne eine wirkliche Heimat.Denn für den Menschen ist die Heimat nicht ein willkürlich wählbarer Ort zum Leben, sondern sie ist ihm schicksalshaft vorgegeben durch seine Geburt. Nur Gott kommt die vollkomme Freiheit zu (vgl Wilhelm von Ockems Gotteslehre), der Mensch als sich nicht selbst Hervorbringender findet sich immer schon als zu etwas Bestimmter vor, bevor er dann in dem ihm vorgegebenen Lebensraum sein Leben gestaltet. Er wird als Mann oder als Frau und Glied eines bestimmten Volkes geboren; das sind die schicksalshaft ihm vorgegebenen Realitäten, die ihm Rahmenbedingungen für sein freies Leben sind. 
Was ist das Ziel dieses Migrationsglobalpaktes? Es ist offenkundig die Auflösung der einst souveränen Nationalstaaten um sie zu Ausführungsorganen einer UNO-Weltregierung herabzustufen und den Völkern das Recht auf ihre Selbstbestimmug zu nehmen. Versimplifiziert dargesellt könnten die Migrationsströme mit dem trojanischen Pferd verglichen werden, das ja zum Untergang Trojas führte nachdem vordem die Festung Troja sich als uneinnehmbar erwies, bis dann dieses heimtückische Geschenk das Ende dieser Stadt einleitete.  

Corollarium 1
Zur Rebellion gegen das Leben gehört auch das Nichtakzeptierenwollen des Schicksalhaften des menschlichen Lebens, daß es nicht reduzierbar ist auf die Vorstellung, nur das Produkt von Selbstbestimmungsakten zu sein.      

Samstag, 3. November 2018

"Patriotismus gehört zu dem Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält."

Diese erstaunliche Aussage findet sich in dem "Blog und Archiv des AfD Bodenseekreises"  der "Freiheitlich Patriotischen Plattform"  am 18.4.2017 unter der Überschrift: “DIE AfD IST NATIONALISTISCH, VÖLKISCH UND NAZI.” FALSCH. 
Diese Aussage soll nun erhellt werden: a) Warum bedarf denn eine Gesellscchaft eines Kittes, der sie zusammenhält und b) warum ist der Patriotismus ein solcher Kitt? Nach Ferdinand Tönnies ist die Gesellschaft eine Verfallsform der Gemeinshaft, die sich gerade durch die Auflösung der Gemeinschaft durch die Atomisierung ihrer Glieder auszeichnet, daß aus ihnen Einzelsubjekte werden, die erstmal beziehungslos nebeneinander sind und dann erst sekundär Beziehungen zu anderen aufbauen in Form von Verträgen zum wechselseitigen Nutzen. Es ist die Geburtsstunde des homo oeconomics, der, weil er nicht all seine Bedürfnisse allein befriedigen kann Tauschgeschäfte mit anderen durchführt: Etwas, was dir fehlt, habe ich und du hast etwas, was mir fehlt: Wir tauschen also! Ist diese Art der zwischenmenschlichen Relation die dominierende eines Sozialwesens, dann ist das eine Gesellschaft. Es ist die Substanz der bürgerlichen Gesellschaft mit dem freien Markt als dem Ordnungsprinzip. dem dann noch andere subordiniert sein können. So funktioniert etwa die Religion, die Kunst oder überhaupt die Kultur nach anderen Ordnungsprinzipien, altertümlich formuliert als die Räume des Wahren, (die Wissenschaften), des Guten (die Moral) und des Schönen  (die Kunst), aber diese werden zunehmend auch nach dem Marktordnungsprinzip reguliert. 
Wer also urteilt, daß die bürgerliche Gesellschaft über ihr Ordnungsprinzip des freien Marktes hinaus eine Kraft der Vergemeinshaftung bedarf, erklärt damit zuvörderst, daß das Ordnungsprinzip des freien Marktes nicht ausreicht, um die Einzelsubjekte in der Gesellschaft zu vergemeinschaften. Trotz der Vertragskultur (und auch die Ehe wird zu einer Vertragsbeziehung, wo wie auch sonst der Vertrag kündigbar ist und so die bürgerliche Ehe sich konstituiert gegenüber der unauflöslichen des Mittelalters, wenn sie kirchlich geschlossen worden war) bleiben die Einzelsubjekte atomoisierte Individuen, die nur Nützlichkeitsbeziehungen zu anderen unterhalten. Die ethische Fundierung dieser Beziehungen leistet dann die Ethik des Utilitarismus als vernünftig gelebter Egoismus.
Die Individuen sollen also Bande unter sich wahrnehmen, die unabhängig von diesen Vertragsrelationen die Einzelnen  zu Gliedern von einer Gemeinschaft werden läßt, als dessen Glieder sie sich nun  verstehen. Aus den Vertragsbeziehugen sollen so innergemeinschaftliche Zusammenwirkungsverhältnisse  werden. Das klassische Modell dafür bietet das organologische Denken, daß einen Sozialverband als einen Körper begreift, in dem jeder als ein Organ des Körpers mit den anderen Organen zusammen die Einheit des Ganzen ist. Genau das die Gesellschaft keine Einheit ist, macht sie zu einer immer in Aulösungsturbulenzen befindendes Sozialwesen.
Nur paßt dazu nicht der Begriff des Kittes, denn das setzt a) die Atomisierung voraus, die dann b) überwunden werden soll durch die Weltanschauung des Patriotismus. Nur ist das dann sebst nur wieder eine Ideologie neben und in Konkurrenz zu anderen stehend, die so nur die Nichteinheit der Gesellschaft zementiert. So kann in Deutschland auch die christliche Religion diese Aufgabe des Kittes nicht übernehmen ob der konfessionellen Zerspaltung seit der Reformation und des Verlustes der Relevanz der christlichen Religion seit dem Ende der Konstantinischen Epoche, dem Ausgang des 1.Weltkrieges mit dem Ende der drei christlichen Monarchien Österreichs, Deutschlands und Rußlands. 
Wenn es noch eine Einheit geben kann und gibt, die nicht durch die Ordnung des freien Marktes aufgelöst wird, dann ist das die der Einheit des Volkes, das nach dem großen Philosophen Fichte im "geschlossenen Handelsstaat" sich ihre Einheit lebendig bewahrt. Im Nationalstaat organisiert das Volk ja nicht nur sein Volksleben, sondern in ihm wird das Volk an sich sich seiner als Volk bewußt, um so sein Leben zu führen. Wird der "Patriotismus" nun verstanden als das Bewußtsein des Volkes von seiner Einheit als Schicksalsgemeinschaft, dann kann der Patriotismus das Fundament des sozialen Lebens des Volkes sein, dem die Ökonomie als Dienst am Volke subordiniert ist. 
Der Begriff der Schicksalsgemeinschaft besagt nun, daß die Volkszugehörigkeit kein Produkt meines freien Erwählens ist, sondern eine Einbindung, die meiner individuellen Freiheit vorausgeht, so wie meinem individuellen Sprechen das System einer bestimmtenSprache vorausgeht, ohne das ich gar nicht individuell sprechen könnte. Dies Vorausgehende konstituiert die Einheit des Volkes, die dann im Denken anzuerkennen ist, aber nicht erst durch das Denken hervorgebracht wird.        
       

Freitag, 2. November 2018

Über einen wesentichen Unterschied zwischen geschenkter und erworbener Identität- zu Gottes Schöpfungsordnungen

Klarheit im Denken, klare Begriffe sind keine Stärke des postmodernen Zeitgeistes:Irgendwie weiß man doch, was damit gemeint ist und vielleicht ist diese Nebulösität auch fruchtbar, denn dann kann jeder die Pauschalreizwörte nach seinem Gustus füllen. "Nationalistisch", "völkisch", "patriotisch" sind wenigstens Vokabeln, die nur negative Assoziationen unter Zeitgenossen evozieren, ja man ist nur ein kultivierter Mensch, wenn man dies alles ablehnt. Was damit genau gemeint ist, braucht dann gar nicht mehr gewußt zu werden, denn es reicht der richtige praktische Umgang damit: Nie bin ich das und nur Böse sind so. So ersetzt diese Moralisierung eine intellektuelle Auseinandersetzung mit diesen perhorreszierten Vokabeln. 
Um so erfreulicher, daß es doch noch Diskussionen über diese Begriffe geführt werden. Auf dem "Blog und Archiv des AfD Bodeenseekreises"  der "Freiheitlich Patriotischen Plattform finden sich unter  apologetisch ausgerichteten Artikeln am 18.4.2017 verfaßt unter der Überschrift: “DIE AfD IST NATIONALISTISCH, VÖLKISCH UND NAZI.” FALSCH  folgende bedenkenswerten Aussagen:
"Patriotismus gehört zu dem Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält.
Es gibt in der AfD Patrioten, die den Nationalstaat ganz rational als wichtigstes und unverzichtbares Instrument der Vertretung deutscher Interessen betrachten. Es gibt aber auch Patrioten, die das emotionaler sehen. Wichtig ist aber zu wissen, dass die AfD völkisch- biologische Konzepte ablehnt. Deutscher ist man nicht durch Erbmasse und Gene, sondern durch Identität. Deutscher ist man im Kopf. Juristisch ist das anders. Deutscher ist der deutsche Passinhaber, auch wenn er Doppelpassler ist. Aber kulturell ist man Deutscher im Kopf. Nur wer Deutscher im Kopf ist, ist integriert.
Patriotismus ist in Zeiten, wo er samt Nation und Nationalstaat abgeschafft werden soll, etwas Bewahrenswertes. Patriotismus und Konservatismus gehören deshalb heute zusammen."
Nicht soll sich hier nun auf die eigentümliche Antithetik von "ganz rational" und "emotional" kapriziert werden, als könnte eine ganz rationale Politik nicht emotional fundiert sein und als ob es eine emotionale Sicht geben könnte, die zu politischem Handeln befähigt, ohne daß das Emotionale dazu in vernünftiges Denken aufgehoben werden müßte. Viel verblüffender ist die hier vorgestellte Antithese von: "völkisch-biologisch" und dem "Kopf". 
 Was mag das nur für eine seltsame Biologie sein, bei der der Mensch biologisch ohne Kopf ist? Deutscher sei man im Kopfe. Also, wenn eine Frau ein Kind zur Welt bringt, dann  ist das nur ihr Kind, wenn das Kind in seinem Kopfe sich als Kind dieser Mutter versteht? Oder ist gar das geborene Kind nur Kind der Mutter, wenn die Mutter das Kind als ihr Kind denkt in ihrem Kopfe?  Diese Vorstellungen sind so absurd, daß sie nicht zu erörtern sind. Soll das nun aber bei der Volkszugehörigkeit anders sein? Wird man nicht durch die Geburt von deutschen Eltern zu einem Deutschen, wie das Kind durch die Geburt zu dem Kinde ihrer Eltern wird und nicht erst dadurch, daß die Eltern es als ihr Kind denken? 
Deutscher sei man nicht durch die Erbmasse und die Gene ist so eine vollig inakzeptable Vorstellung, da sie so dem Menschsein nicht gerecht wird. Der Mensch besteht eben nicht nur aus einer Seele, als dem Subjekt des Denkens, sondern auch aus einem Körper und dieser gehört zur Identität des Menschseins dazu. Es hat schon seinen guten Grund, daß körperlose Menschen als Geister bezeichnet werden, die so als weniger als Menschen empfunden werden. Die geschechtiche Identität ist ja auch nicht nur des Kopfes sondern des ganzen Menschen. 
Wenn also der Mensch durch die Geburt die Nationalität seiner Eltern erhält, so kann er sich im Denken kontingent zu seiner seinem Denken vorgegebenen Nationalität verhalten. So gibt es ja auch Frauen und Männer, als Frau oder Mann geboren, die dann nicht mehr sein wollen, als was sie geboren wurden. So kann sich jeder Mensch auch gegen seine eigene Herkunftsidentität wenden, daß er als Deutscher nicht mehr Deutscher sein will. Aber er ist Deutscher, das gehört zu seiner Identität dazu, auch wenn er seine Herkunft verleugnen will. Der Begriff der Identität ist natürlich ein sehr komplexer. Fragen wir einfach danach: Über wie viele Identitäten verfügt denn ein Mensch? Eine geschlechtiche, eine ethnische, eine soziale, eine von seinem Sternzeichen her bestimmte, wie auch heute noch viele meinen- aber eines ist all diesen Bestimmugen eigen: Identität ist nicht etwas durch das Subjekt Hervorgebrachtes, sondern etwas, was die individuelle Subjektivität konstituiert. Einfacher gesagt: Die individuelle Subjektivität, die jedes Ich zu einem bestimmten Ich macht, ist die Brille, durch die das Subjekt sich und alles andere wahrnimmt und so erst zu seiner Lebenswelt macht. Diese Subjektivität wird nicht erst im Kopf durch ihn hervorgebracht, sondern ist ihm als Vorgegebenes immer schon gegeben. Das kann auch so gesagt werden: Die Identität ist uns schicksalhaft gegeben, unsere Freiheit ist die unseres kontingenten Umgehens mit diesem Vorgegebenen.  
Diese Frage der nationalen Identität darf nun nicht mit dem Adoptionsrecht verwechselt werden, daß Eltern fremde Kinder zu eigenen Kindern annehmen können und daß so auch der Nationalstaat nicht zum Volksstaat Dazugehörende die Staatsbürgerschaft verleihen kann. Das sind dann Nichtdeutsche, die aber staatsbürgerlich Deutsche sind. Welche Bedingungen jemand erfüllen muß, damit ihm die Deutsche Staatsbürgerschaft verliehen werden kann und in was für Fällen die dann auch wieder aberkannt werden kann, das ist eine rein politische Ermessensfrage, die aber nichts daran ändert, daß die Zugehörigkeit zum Deutschen Volke durch die Geburt erworben wird, daß die zur Identität des Geborenen dazugehört substantialiter während die staatsbürgerliche Zugehörigkeit nur etwas Akzidentielles ist. Mein Körper gehört substantiell zu mir, der Wintermantel, den ich an kalten Tagen anziehe, damit mein Körper nicht friert, nur akzidentiell. 
Das Phönomen der Doppelpaßler zeigt dann ja nur zu gut, daß es nur eine nationale Identität gibt (im Regelfall), daß aber als "Spielbein" neben dem "Standbein" der angeborenen Identität eine zweite Staatsbürgerscchaftszugehörigkeit erlangt werden kann. Das ist die faktische Polygamie im Staatsbürgerrecht, wobei aber im Regelfall die natürliche Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volkstum die Erstfrau und die dazu erworbene Zugehörigkeit die Rolle der Nebenfrau einnimmt. 
Nur wer im Kopfe Deutscher ist, ist Deutscher verkennt so a) völlig die Natürlicheit der Volkszugehörigkeit und b) präfiguriert es zu einseitig die Frage, wem wie die Deutsche Staatszugehörigkeit zugesprochen werden kann, denn das ist eine rein politische Frage,wobei aber viel dafür spricht, nur solchen die Deutsche Staatszugehörigkeit zu gewähren, die a) dann nur noch Deutsche Staatsbürger sein wollen und somit eine andere Staatszugehörigkeit ablegen und die b) sich in unsere Deutsche Kultur integriert haben. 

Zusatz:
Die Ordnung der Familie wie die des Volkstumes sind Schöpfungsordungen Gottes. So ist es kein Zufall, daß in Folge der Vergleichgültigung Gottes auch seine Ordnungen aufgelöst werden. Gerade die Geschichte des jüdischen Volkes zeigt ja, daß für dieses und somit auch jedes andere Volk die genetisch-biologische Fundierung konstitutiv ist. Die Vitalität der zionistischen Bewegung mit ihrem Erfolg der Errichtung eines eigenen jüdischen Volksstaates zeigt gerade, daß diese völkische Ausrichtung des Zionismus Garant dieses Erfolges war und das jüdische Volksleben jetzt noch stärkt in seinem Überlebenskampf. Die Politik Netanjahus sollte deshalb einmal auf ihrer Fundierung in dem völkischen Denken gewürdigt werden, denn das würde zeigen, daß gerade dieser jüdische Patriot völkisch denkt!              





Donnerstag, 1. November 2018

Kampf dem Religionsunterricht

"KIEL. Die Grünen in Schleswig-Holstein haben einen „Religionsunterricht für alle“ gefordert, in dem Imame und Rabbiner verpflichtend mit unterrichten sollen. Einen entsprechenden Vorstoß habe Fraktionschefin Eka von Kalben in die Regierungskoalition eingebracht, berichteten die Lübecker Nachrichten." (Junge Freiheit am 1.11.2018)
Daß die "Grünen", die neue "bürgerliche" Partei, wenn es um die Bekämpfung der christlichen Religion geht, gerne an vorderster Front kämpft, ist bekannt, aber auch das Phänomen, daß Grünenpolitiker mehr als gern gesehene Gäste auf jedem katholischen wie auch protestantischem Kirchentage sind, ja daß die Agenda der Grünen, Umweltschutz und das Ziel der multikulturellen Auflösung des Deutschen Volkes faktisch zur Zentral-verküdigung der Katholischen Kirche nicht nur Deutschlands sondern dank des Papstes nun auch der Kirche als ganze avanciert ist, daß Alles und viel mehr hindert diese Partei nicht daran, sich treu bleibend, im Christentum  ihren Feind zu wittern.
Da zumindest theoretisch der konfessionelle Religionsunterricht an den Schulen der Vermittelung des christlichen Glaubens dienen soll, steht er auch immer im Feuer der Kritik. Die Grünen Schleswig Holsteins haben sich dazu nun nicht wirklich etwas Originelles einfallen lassen,nämlich daß der bisherige Religionsunterricht durch eine Religionskundeunterricht zu ersetzen sei. Jede Religion soll da vorgestellt werden. Solange aber noch mit der Kirche Verbundene diesen Unterricht erteilen, in Bayern gar Pfarrer, soll um der Ausgewogenheit willen auch islamische und jüdische Geistliche mitunterrichten. Jede Religion soll so in dem jetzigen Religionsunterricht durch einen Repräsentanten der jeweiligen Religion vorgestellt werden.  
Ziel ist so, daß den Schülern diese 3 Religionen als etwas Gleichwertiges angeboten wird, aus dem sie das ihnen Gefällige sich auswählen können oder alles als uninteressant abzulehnen. Daß das Christentum zur Deutschen Kultur gehört, auch wenn es als Religion etwas anderes als einfach nur Kultur ist, das soll hier so untergraben werden, denn jetzt soll gelten, daß  diese 3 Religionen uns gleichberechtigt angeboten werden und der Schüler als Konsument dann das ihm Passende in seinen Warenkorb legt. Der individuelle Glaube als  "Patchwork".
Fragen wirft das aus? Warum engagieren sich die "Grünen" so sehr für die islamische Religion? Verstand sich diese Partei doch bisher als Linkspartei, so frägt sich, was denn die Schnittmengen zwischen "Linken-Anliegen" und den Gehalten dieser Religion sein könnten. Diese Frage verschärft sich dann noch durch das Faktum, daß das organisierte Christentum nicht nur in Deutschland so sehr sich mit den politischen Vorlieben der "Grünen" identifiziert, daß eigentlich die EKD und die Bischofskonferenz ihre Idealpartner abgeben müßten! Ja, im Kampfe gegen die AfD und alles, was rechts ist, stehen doch die Deutschen Bischöfe, die EKD  Seit an Seit mit den Grünenpolitikern!  
Und was ist davon zu halten, daß die Grünen, nun zu der Partei des Bürgertumes aufgestiegen mit dem Islam sich verbindet: Ist denn diese Religion "bürgerlich"?  
Gehört etwa zur postmodernen Bürgerlichkeit eine gewisse Abneigung dem Christentum gegenüber und eine Sympathie dem Islam gegenüber zum guten Ton? 
Daß es den Grünen Schleswig-Holsteins nicht primär um die jüdische Religion geht, darf wohl als eine Selbstverständlichkeit präsumiert werden, aber sie wird auch herbeizitiert, um diesen Umwandlungsvorschlag gegenüber Kritikern zu immunisieren: Wer dies Konzept kritisiert, stellt sich gegen die jüdische Religion. Genaugenommen müßte die Synagoge mit diesem Grünenvorschlag selbst ein Problem haben, denn die jüdische Religion ist von ihrem Eigenverständnis so auf das jüdische Volk, jetzt im ethnischen Sinne gemeint, bezogen,daß sie als völkische Religion gar nicht sehr an eine Verbreitung unter Nichtjuden interessiert sein kann. 
Der Islam ist dagegen missionarisch ausgerichtet und verbietet so in seinem Herrschaftsgebiet jede Missionstätgkeit anderer Religionen, nimmt aber dankbar zur Kenntnis, daß ihr in Deutschland und in Westeuropa zumindest die  roten Teppiche ausgerollt werden, damit sie hier missionieren kann! Der Deutsche Staat schützt diese Religion schon jetzt, indem es eine Islamkritik unter der polemischen Bezeichnung der "Islamphobie" als tendenziell verfassungsfeindlich einstuft und so bekämpft, wohingegen gegen keine noch so polemische Christentumskritik eingeschritten wird. So käme dem Islam dieser Religionsunterricht im Sinne der "Grünen" entgegen. Damit stehen wir wieder vor der Anfangsfrage: Warum hegen "Grüne" so viel Sympathie für den Islam und das angesichts einer Katholischen Kirche und eines Protestantismus, die unüberhörbar ihre Übereinstimmung mit den "Grünen" in allen relevanten Fragen zelebrieren?
Könnte einer der Gründe dafür im postmodernen Bürgertum zu finden sein, daß dem Bürgertum die christliche Religion trotz Schleiermachers Versuch, mit der Schrift:„Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern es zurückzugewinnen, immer mehr als nicht mehr akzeptabel erscheint, sodaß das Bürgertum nun, postmodern gewandelt, das Exotische des Islams schätzt? Gehört  es zum guten Ton dieses Bürgertumes , multikulturell inspiriert, den Islam zu schätzen und die eigene Religion gering zu schätzen?  
Eines ist aber klar: Die "Grünen" möchten den traditionellen Religionsunterricht aus den Angeln hebeln, weil durch ihn noch zu viel abendländische Kultur vermittelt wird, wo es doch jetzt darauf ankommt, diese zu überwinden für die globalisierte Einheitswelt.        

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Und wieder einmal triumphiert Satan im einst katholischen Irland

"Die Iren stimmen außerdem mit großer Mehrheit für die Aufhebung des Blasphemieverbots. Bei einem Referendum, das parallel zur Präsidentschaftswahl abgehalten wurde, sprachen sich 65 Prozent für die Streichung eines entsprechenden Verfassungsartikels aus." So meldet es die FAZ am  28. 10.2018, um dann an die vorangegangenen Erfolge zu erinnern:
"Irland geht in jüngster Zeit auf Distanz zu seiner starken katholischen Tradition. Erst im Mai stimmten die irischen Wähler in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Legalisierung von Abtreibungen. Seit drei Jahren sind gleichgeschlechtliche Ehen möglich."
Das Volk sagt ja zur Blasphemie, zum Töten der Kinder im Mutterleibe und zur Homo-sexehe. Das Reich Satans kämpft und unverkennbar gewinnt es auch so manche Schlacht.Wir dürfen aber gewiß sein, wenn erst der Islam zur ersten Religion Irlands avanciert hat, dann wird die Beleidigung des Gottes Mohammeds eine Straftat sein, die nicht nur mit einer Geldstrafe geahndet wird. 
Es müssen nun aber auch Fragen gestellt werden: Was sind Gründe dafür, daß nun auch in dieser Causa Satan als Sieger hervorging? Auf nur einen Punkt soll hier verwiesen werden mit der These, daß alle Irrtümer in der Kirche ihren ersten Grund in einer verfehlten Gotteslehre haben. Die satanische Propaganda konnte ja erfolgreich sein, weil die postkonziliare Theologie einen Gott verkündigt, der so lieb ist, daß es ihm gleichgültig ist, ob er geehrt oder gelästert wird. 
Zum Urwissen der Religion gehört es nämlich, daß das Wohlergehen der sozialen Gemeinschaft, in der der eine oder bestimmte Götter verehrt werden, von der rechten Gottesverehrung abhängig ist. Hier ist dann zu distinguieren zwischen der Privatfrömmigkeit und dem öffentlichen Gottesdienstkult. Private Sünden straft Gott "privat" als Sünde eines Einzelnen. Die Zulassung der Blasphemie ist dagegen eine öffentliche Sünde, wenn sie staatlicherseits erlaubt wird und die straft Gott auch öffentlich durch Kollektivstrafen, wie etwa im Gericht über Sodom. Öffentlich zugelassene Blasphmie ruft so den Zorn Gottes auf das dies erlaubende Gemeinwesen herab. 
Aber dies religiöse Urwissen hat die nachkonziliare Theologie aus ihrer Lehre gestrichen! Es wird nur noch ein Gott der Liebe doziert, dem eigentlich Alles, zumindest die Religion aber gleichgültig ist. Darum hat die Kirche ja die Mission aufgegeben, um stattdessen nur noch diakonisch zu wirken. Und wenn Gott sowieso schon die Religion gleichgültig ist, dann wird Blasphemie Gott auch nicht stören, denn seine  Liebe duldet ja Alles und vergibt auch Alles. 
Typisch hierfür ist die Meinung des modernistischen Jesuiten Keller: »Außerdem schließt bereitsdie Absolutheit Gottes es aus, er könne auf irgendeine Weise durch die Welt betroffen oder beeinflusst werden.« Gemeint ist damit zweierlei: Gott ist so absolut, daß eine Sünde ihn gar nicht berühren könne, also auch nicht eine Blasphemie. (Keller,Albert, Grundkurs des christlichen Glaubens.Alte Lehren neu betrachtet; vgl aber auch: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott)
Angesichts solch einer Gottesverkündigung hatte natürlich der Satan ein leichtes Spiel, nochmals in Irland zu siegen! 

Corollarium 1
Demokratie und Volksabstimmungen sind eben kein Garant für richtige Entscheidungen. Das Volk Israel beauftragte ja auch ganz demokratisch Aaron, ihnen ein Götzenbild zu machen, als sie meinten, daß Mose nicht mehr vom Berg retour käme. Und ist es nicht zutiefst demokratisch, wenn das Volk auf der langen Wüstenwanderung immer wieder gegen ihren Führer Mose murrte und zurück zu den Fleischöpfen Ägyptens forderte.        

Dienstag, 30. Oktober 2018

Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg- eine Polemik zum interreligiösen Dialog

Die Preisfrage des Tages: Wer will/soll sich so engagieren:

 "sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen". Sind das die Zielbestimmungen von humanistisch orientierten NGOs, vielleicht von einer internationalen Cooperation von Gewerkschaftlern, von Freimauererlogen, von demokratischen Parteien....oder? Oder was soll man von dieser Mixture aus Phrasen und Pathetischem sagen? Wozu wird eigens betont, daß man sich um ein aufrichtiges Verstehen bemühen wolle, gibt es denn auch ein unaufrichtiges? Frieden und Freiheit für alle Menschen, das klingt doch nun nach einem Weltbeglückungspogramm und als unverbesserlicher Obskurantist kann ich nicht umhin, da anzumerken, daß hier diese Weltoptimierer ihre Rechnung ohne den Teufel gemacht haben. Aber wer ist denn nun der Urheber dieses Welt- beglückungsvorhabens?
"Das  Zweite  Vatikanische Konzil ermutigt Christen und Muslime" dazu, lesen wir nun auf der Internetseite der Deutschen Bischöfe, katholisch de:
"Interview zum christlich-islamischen Dialog in Zeiten des Populismus "Die Schwarz-Weiß-Malerei der AfD ist nicht hinnehmbar"am 30.10.2018. Das sind also die Ziele des christlich-islamischen Dialoges! Erinnern wir uns daran, als in Folge des fremdenfeindichen Angriffes Hermann des Cheruskers auf eine multilulturelle römische Friedenstruppe Bonifatius ausgesandt wurde, um Frieden zwischen Rom und Germanien zu stiften und er den interreligiösen Dialog: "Wotan und Jesus- wir glauben alle das Gleiche im Prinzip" initierte und so er zeigte, daß es nicht wichtig ist, was Menschen glauben, sondern daß es um die Humanisierung der Welt geht.So wurden die Fundamente des Zusammenlebens der Religionen gelegt.
Pontius Pilatus Frage: "Was ist Wahrheit?" wurde so endgültig respondiert: Wahr ist das Streben nach Verständigung und Gerechtigkeit und Frieden und Freiheit (wir dürfen wohl im Geiste Heinrich Heines noch hinzufügen: und Zuckererbsen für alle!):
Nur da gibt es ein kleines Problemchen, daß wenn Schafe vom Frieden mit Wölfen träumen, sie vergessen, daß dieser Friede darin besteht, daß sie als Sonntagsbraten auf der Menükarte der Wölfe enden! Aber von solchen Realitäten will das 2. Vaticanum und der interreligiöse Dialog nichts wissen, denn Traumwelten sind einfach schöner. Rosamunde Pilchers Erfolgsromane und Filme, handwerklich schön inszeniert, sind eben lieblicher und gefälliger als das Realleben  und warum sollte die Kirche da , angesichts sinkender Einschaltquoten nicht der Traumfabrik Hollywood Konkurrenz machen? Nur, wehe den Dialogfreunden, wenn der Dialogpartner Ernst macht, Schluß mit lustig und seinen heiligen Krieg eröffnet! 
Merke: Friedensfähig ist nur der zum Krieg Bereite und Fähige!Der große Philosoph Platon sagte zu dieser Causa schon: (Gesetze VIII) [829 St.2 A]) :
Die vornehmste Grundlage eines glückseligen Lebens aber ist dies, dass man weder Unrecht tut noch von anderen Unrecht erleidet. Hiervon ist nun das Erstere nicht so gar schwer zu erreichen, wohl aber so viel Macht zu erwerben, dass man sich gegen jedes Unrecht zu sichern vermag, und es ist unmöglich auf eine andere Weise vollkommen zu derselben zu gelangen als dadurch, dass man selber vollkommen tüchtig dasteht. Und ebenso ergeht es auch einem Staate, ist er tüchtig, so wird ihm ein friedliches Leben zuteil, ist er es nicht, so bedrängt ihn Fehde von innen und außen.
Steht es aber so damit, so muss sich jeder nicht erst im Kriege, sondern schon in Friedenszeiten auf den Krieg einüben, und darum muss eine verständige Bürgerschaft in jedem Monat nicht weniger als einen Tag Kriegsdienste tun, wohl aber noch mehrere, wenn es den Behörden nötig erscheint, und dabei weder Frost noch Hitze scheuen.
(zitiert nach Wikipdia: Si vis pacem para bellum= wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg)




Montag, 29. Oktober 2018

Über Höprobleme der Jugendsynode

"Wir brauchen die Priesterweihe von Frauen!" "Wir müssen homosexuelle Partnerschaften akzeptieren!" Die Rufe aus dem Kirchenvolk waren laut, als Anfang Oktober über 250 Bischöfe von allen Kontinenten im Vatikan zusammengekommen sind. Knapp vier Wochen wurde tagein tagaus diskutiert." So rief das Kirchenvolk der Jugendsynode zu (laut dem Domradiokommentar vom 28.10.2018) Synodenreporter Renardo Schlegelmilch hörte dieser Signale aber die Synode hatte da noch Hörprobleme.
So fällt das Urteil dieses Experten sehr gemischt aus: Richtige erste Schritte in die richtige Richtung, aber doch zu zaghaft. 
Angesichts der Enttäuschung der Reformer darf doch mal die Frage erlaubt sein, warum diese nicht einfach zum Protestantismus konvertieren. Denn alles, was da reformerisch gefordert wird, ist doch in der EKD schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Warum engagieren sich so viele dafür, die Katholische Kirche zu protestantisieren, statt dahin auszuwandern, wo schon alles Erhoffte Realität ist? Wer käme schon auf die Idee, Mitglied der FDP zu werden, um da sich für ein sozialistisches Planwirtschaftsmodell zu engagieren oder bei den Grünen einzutreten, um für die den Ausbau der Kernenergie zu streiten? 
Aber in der Katholischen Kirche ist das ganz anders. Bewundernd schauen unsere Reformer zum Protestantismus hinüber, einer Organisation, die die kühnsten und revolutionärsten Vorstellungen von ihnen schon längst in die Tat umgesetzt hat und wollen nun unbedingt alles nachäffen. Nur, wozu soll die Katholische Kirche eine Kopie der EKD werden, wenn es doch das Original schon gibt? 
Sicher, ein Frauenpriestertum gibt es nicht in der EKD, denn Luther hat das Priestertum ja abgeschafft mit seiner originellen Lehre, daß weil Jesus Christus der einzig wahre Priester sei, es keine mehr in der Kirche geben darf- aber dafür können Frauen Pfarrer werden! Die dürfen nun gar mit einer lesbischen Lebensgefährtin im Pfarrhaus zusammenleben wie auch homosexuelle Pfarrer mit ihrem Homomann! Ist das nicht geradezu paradisisch?
Die Jugendarbeit der EKD wird auch nicht durch unzeitgemäße Dogmen und conservative Moralvorstellungen belastet- hier gilt wirklich: anything goes! 
Worin gründet sich aber der Reformenthusiasmus, endlich lutherisch bzw protestantisch zu werden? Was begeistert so am EKD-Christentum, daß es unbedingt nachgeahmt werden soll, ja daß die Zukunft der Kirche nur noch in ihrer Selbstauflösung und Bekehrung zum Protestantismus bestünde?   
Gut, diese Synode war wohl nur ein kleiner Schritt hin zur Selbstprotestantisierung der Kirche.Aber das darf nicht uns die Augen davor verschließen, daß der Wille zur Selbstliquidation der Kirche in der Kirche sehr virulent ist: Große Teile der Kirche wollen keine Katholische Kirche mehr sein!
       

Sonntag, 28. Oktober 2018

Populäre Irrtümer: Der Mensch ohne Religion=der orientierungslose

Diese Phrase kennen wir in vielfältigsten Variationen: Die Jugend ohne Religion, das sei eine ohne Orientierung, ohne Werte und Normen, ja der Mensch käme nicht ohne Religion, ohne eine religiöse Orientierungshilfe aus. Das klingt vertraut und so auch glaubwürdig. Nur, stimmt das auch?
Könnte es sein, daß dieser Eindruck nur entsteht, wenn der Mensch abstrakt betrachtet wird? Zur Veranschaulichung: Ein Mensch spielt eine Schachpartie. Er ist Vereinsspieler und es wird um die Meisterschaft gekämpft. Das Regelsystem Schach bestimmt, wie er seine Spielfiguren ziehen kann, das Ziel zu gewinnen, läßt zwischen sinnvollen und erlaubten aber sinnwidrigen Zügen unterscheiden. Der individuelle Charakter des Spielers läßt ihn dann bestimmte Schachzüge und Eröffnungen dieses Spieles bevorzugen. Einfach gesagt: Das Schachspiel ist hinreichend durch sich selbst bestimmt, als daß es noch einer externen Orientierungshilfe bedürfte.
Der Mensch lebt nun in verschiedenen sozialen Räumen. Unter einem sozialen Raum sei eine transindividuell vorgegebene Ordnung verstanden, die bestimmt, wie sich jeder zu verhalten hat, wenn er als Aktiver in diesem Raume engagiert ist. Die Welt des Berufslebens, eingeschrieben in die Ordnung der Ökonomie, erhält durch das Regelsystem der Ökonomie und der Besonderheit der bestimmten Arbeit seine Ordnung, das Familienleben als soziale Ordnung wieder eine ganz andere, aber auch hier entwerfen die Familienmitglieder nicht als creatio ex nihilo eine Ordnung für sich sondern legen nur die vorgegebene Ordnung für sich aus. Ein Schauspieler spielt immer eine ihm vorgegebene Rolle, er interpretiert sie nur als Schauspieler auf der Bühne individuell.
Überall in jedem sozialen Raum existiert also vor dem individuellen Wirken in ihm ein soziales Regelsystem, das für diesen Raum eine hinreichende Orientierung ermöglcht.
Im Sinne des Soziologen Luhmann wird man wohl sagen müssen, daß das Ganze keine Orientierung für das Ganze aufweist, da es nur noch zu einer Orientierung in jedem Subsystem hinreichend orientierende Regelsysteme gibt. Zur Veranschaulichung sei an das Schachspiel als System und an gespielte Schachpartien gedacht. Das, was Individualität ist, bestimmt so das jeweilige Subsystem in Hinsicht auf die Akteure in ihm als die Summe der Spielmöglichkeiten, die das Regelsystem hervorbringt und aus denen dann zu erwählen ist: Wie spiele ich jetzt? 
So seltsam es klingt, aber in der postmodernen Gesellschaft mit ihrem ausdifferenzierten Subsysstemen ist genau genommen gar kein Bedarf mehr vorhanden für sytemexterne Orientierungen.  
Anders gesagt: Wie immer ein Christ auch meint, leben zu müssen oder zu wollen, sobald er in einem Subsystem agiert, agiert er da nach den dortigen Möglichkeiten. Lassen diese christliche Spielzüge zu, dann kann er auch in ihnen christlich agieren, aber nur, wenn die eine  christliche Wahloption in dem Subsystem zuläßt. So kann man als Christ Krankenhausarzt sein, solange man nicht verpflichtet ist, Kindestötungen im Mutterleibe durchzuführen. Gibt es nun Berufe, die ein Christ nicht ausüben kann, weil in ihr keine  Handlungsweise möglich ist, die kompatibel ist mit der Lehre der Kirche?  Sicher: Sklavenhändler! 
Eines ist aber nicht wegdiskutierbar: daß das soziale Leben in seinem Aus-differenzierungsgrad in Subsysteme kaum noch einen Raum freiläßt für eine religiöse systemexterne Orientierungshilfe, weil die Subsysteme schon in sich hinreichend reguliert sind! Also: Schlechte Zeiten für die Religion? Nur, eine Frage läßt die Regulierungsleistung der Subsysteme offen: Was ist der Sinn des Ganzen? Wozu das Ganze der hinreichend regulierten Subsysteme?  Dem Ganzen fehlt die Orientierung, aber das ist nicht der Ort des Individuumes, das nach der Religion für sich frägt. Religion ist eine Funktion für das Ganze, müßte religionsoziologisch durchdekliniert werden.