Donnerstag, 27. Dezember 2018

Die Lebenden und die Toten= eine Familie- oder: Hilft Maria?

"Kannst du jetzt noch leugnen, daß wir alle eine Familie sind, die Toten und die Lebenden?"Mary Cotten, Hilfe aus dem Totenreich, S.45.Der Romantitel hält, was er verspricht: Tote aus dem Jenseits kommen hier Familenangehörigen in Notlagen zur Hilfe, nicht nur, wie es der Roman: "Der Hungerpastor" Wilhelm Rabes erzählt,daß eine Frau Tote sehen kann an ihren einstigen Lebensorten. 
Ist das katholisch, oder ist das ein überspannter Spiritualismus? Zur Familie gehört die Mutter, ohne sie kann es keine Familie geben. Unsere aller Mutter ist so die Gottesmutter Maria, die ihr Sohn selbst nicht nur zur Mutter des Schülers Johannes sondern aller einsetzte.
Liegt es da nicht nahe, daß diese Mutter, nun zur Himmelskönigin gekürt, auch ihren Kindern zur Hilfe eilt, weil wir eine Familie sind? Nicht nur die Interntseite: "Christliches Forum", viele andere auch, lehnen diese Vorstellung ab: Maria ist nun zwar im Himmel, aber sie kann nicht "herunterkommen", um ihren Kindern zu helfen. Und als Fürbitterin ist sie ja genau genommen auch überflüssig, denn dazu ist ja Jesus Christus schon zuständig. Ganz  Aufgeklärte wissen dann darüber hinaus, daß Gott selbst gar keine Gebete erhören kann (vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott), sodaß die Vorstellung der Fürbitte Mariae schon mehr als naiv sei. 
Unreflektiert bleibt dabei die Frage des Vermögens der Seele nach ihrer Trennung von ihrem Leibe: Was kann die Unsterbliche? Stillschweigend wird wohl ein rein materi-alistisches  Menschenbild präsumiert, daß also mit dem Tode des Körpers auch die Seele sich auflöst.Nur, das ist kein christliches Verständnis. Was die Bibel im Alten Testament über das Weiterexistieren der Verstorbenen in der Unterwelt sagt,ist damit unvereinbar,auch daß Jesus dem reuigen Sünder am Kreuze verheißt: "Heute noch wirst du im Paradiese sein.": Denn wie kann er gleichzeitig nach seinem Kreuzestod begraben unter der Erde ruhen, wenn er zu gleicher Zeit im Paradiese ist? Diese Jesusaussage impliziert eben, daß nur der Körper in der Erde ruht, während seine Seele im Himmel ist. 
Was kann die Seele,losgelöst vom Körper im Himmel? Nach der Lehre der Kirche kann sie unsere Gebete hören und fürbittend an den dreieinigen Gott weiterleiten. Darum ist ja Luthers Meinung, die Seelen schliefen im Himmel bis zur Totenauferstehung, reprobiert worden.  Der Reformator Zwingli wandte sich mit einem sehr bedenkenswerten Argument gegen diese lutherische Vorstellung: Da der menschliche Körper des  Ausruhens bedürfe, schliefen wir, aber die Seele bleibt dabei aktiv, sie muß nicht ruhen und darum bleibt sie auch tätig, wenn der Körper schläft: Sie träumt dann. Wenn nun die Seele,befreit vom Körper ist, dann wird sie noch weniger schlafen, sondern sie wird viel aktiver sein.  
Also, es gibt keinen zwingenden Grund, warum die Seele nach ihrer Trennung vom Leibe nicht vom Jenseits her Menschen auf Erden erscheinen kann, wie das ja auch die Engel als Körperlose können. 
Maria, unsere Himmelsmutter ist nun mit ihrem Leibe in den Himmel aufgenommen worden als Privileg.Sollte das nun aber dazu führen, daß sie ob ihrer Leiblichkeit weniger vermag als die körperlosen Seelen der Verstorbenen im Himmel? Die hl. Schrift gibt uns darauf aber eine klare Antwort:Der Prophet  Elijas wird leiblich in den Himmel entrückt (2.Könige 2,1-18) und dieser Prophet erscheint Jesus auf dem Berge der Verklärung. Wenn das dieser Prophet vermochte, wie sollte das dann die Gottesmutter nicht können?
Wir sind alle eine Familie, die Lebenden und die Toten- und auch unsere Toten stehen für uns ein, durch ihre Fürbitte, aber sie könnten uns auch durch ihr Erscheinen hier auf Erden zur Hilfe kommen, wie es die Mutter Gottes auch tatsächlich praktiziert, etwa in Fatima oder in  Lourdes. Wir haben eben eine Mutter im Himmel, auf deren Hilfe wir als ihre Kinder vertrauen dürfen.

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