Mittwoch, 27. August 2014

Maria, meine Zuflucht und mein Trost Teil 1

Der selige Johannes Erolto erzählt, daß ein verheirateter Mann wegen schwerer Sünden in Gottes Ungnade lebte.-Da es seine Frau nicht dahinbringen konnte, daß er die Sünde unterließ, so bat sie ihn, er möchte doch eine kleine Andachtsübung zur Mutter Gotte+ machen,-und sie jedesmal, wenn er vor einem Marienbilde vorübergehe, mit einem Ave Maria begrüßen. Der Mann fing wirklich an, diese Andachtsübung zu verrichten.-Als er nun einmal in der Nact eine Sünde begehen wollte, erbli$kte er ein scwace+ Lict. Er sah e+ näher an, ging darauf zu und erkannte, daß e+ eine Lampe sei, welce bei einem Bilde brannte, da+ Maria mit dem Jesu+kindlein auf dem Arme vorstellte.

Sogleic betete er sein Ave Maria.-Da sag er, wie da+ Kindlein mit Wunden bede$kt war, au+ denen frisce+ Blut herabrann. -Bestürzt, aber zugleic voll Reue fing er an zu weinen, weil er erkannte, daß er durc seine scweren Sünden seinen Heiland so verwundet hatte,-
Zudem merkte er, daß da+ Jesu+kindlein seinen Bli$k von ihm wegwandte.- Die+ betrübte ihn. -Nun wandte er sic voll Scam und Reue an Maria.- „O Mutter der Barmherzigkeit,“rief er au+, „dein Sohn verstößt mic; ic kann keine mäctigere Fürsprecerin al+ dic, seine Mutter, finden._O meine Königin, hilf mir! Bitte für mic!“ Da scien e+, al+ wenn die Mutter au+ jenem Bilde antwirtete: Ihr Sünder nennt mic Mutter der Barmherzigkeit und unterlasset e+ dennoc nict, mic zu einer Mutter der Leiden zu macen, weil ihr die Leiden meine+ Sohne+ von der Krippe im Stalle bis zum Kreuze+tod und meinen Scmerz erneuert.-

Weil jedoc Maria den, der sie aufrictig anruft, nict ohne Trost von sic lassen will, wandte sie sic an ihr göttlice+ Kind und bat e+, e+ wolle diesem Elenden verzeihen. Jesu+ scien anfang+ nicr geneigt, ihre Bitte zu erfüllen. Da legte die allerseligste Jungfrau da+ Kind auf die Erde, kniete vor ihm nieder und sprac: „O mein Sohn, ic werde nict mehr aufstehen, bi+ du diesem Sünder vergeben hast.“-

Darauf antwortete da+ holde Jesu+kinflein: „Meine Mutter, ic kann dir nict+ absclagen.-Au+ Liebe zu dir und au+ Erbarmung über ihn verzeihe ic ihm.Laß ihn kommen, daß er meine Wunden küsse.“ -Der Sünder weinte heftig, küßte die Hände und Füße de+ Kinde+, die nun geheilt waren.-Endlic umarmte ihn Jesu+ zum Zeicen seiner Versöhnung._

Der Sünder änderte zu seinem eigenen Troste und zur Freude seiner Frau seine hanze Leben+weise und führte voll Liebe und Dank gegen Jesu und Maria für die unendlice Gnade einen wahrhaft cristlicen heilgen Wandel, wodurc er zur ewigen Vereinigung mit Jesu und Maria und allen Heiligen gelangte.



Sintzel, Michael: Maria, meine Zuflucht und mein Trost. 9.Auflage 1919, S.731f

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