Freitag, 8. Mai 2026

Ist der Pazifismus mit dem Gebot der Nächstenliebe vereinbar?

 

Ist der Pazifismus mit dem Gebot der Nächstenliebe vereinbar?



Als ich Theologie studierte, in den 80 er Jahren, erlebte Deutschland die Blütezeit der Friedensbewegung wider die Aufrüstungspolitik der Nato und viele Theologiestudierenden bekannten sich zum Pazifismus aus ihrem Glauben heraus.Nebenbei: Die politischen Ziele der damaligen Friedensbewegung: „Nein zur Natoaufrüstung!! bejahe ich auch heute noch, es geht mir so hier also nicht um eine Kritik der Friedensbewegung sondern allein um die Frage, ob ein Christ ein Pazifist sein kann.

Damals führte ich das Gespräch mit Christin immer so, wenn denn ein Gespräch zu dieser Causa führbar war, meist sprach man auch damals schon nur im Kreise der Gleichgesinnten.

Stelle Dir bitte vor, Du hättest ein Mädchen, Deine Tochter, ein bildhübsches Madel von 12 Jahren. Du kommst vom Einkaufen nach Hause. Da siehst Du: Im Wohnzimmer liegt Deine Tochter, völlig entkleidet, ein fremder Mann über sie gebeugt, sie ist offenkundig vergewaltigt worden und er will jetzt ihr ein Brotmesser in die Brust rammen.

Glaubst Du wirklich, daß Du nun nicht Gewalt anwenden darfst, um das Erstechen Deiner Tochter zu verhindern?“ Zusätzlich frug ich: „Glaubst Du wirklich, daß dieser Vergewaltiger Deiner Tochter sich von ihrer Ermordung abhalten ließe, indem Du ausruft: „Das dürfen Sie nicht! Das ist unmoralisch!“? Keine Studentin blieb pazifistisch: Um des Lebens ihres Kindes willen, hätte jede Gewalt angewendet.

Bei einem Gespräch mit Theologiestudenten variierte ich dieses Ereignis leicht: statt Mädchen sagte ich da: „Deine Freundin“.

Diese Extremsituation führt aber zu einem eindeutigen Resultat: Die Nächstenliebe ist nicht vereinbar mit dem Pazifismus! Es gibt Situationen, da um der Nächstenliebe willen, der Christ Gewalt anzuwenden hat.Allerdings ist auch zu sagen, daß in der Politik zu oft und zu schnell die Option des Krieges gewählt wird. 

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