Sonntag, 26. Mai 2019

Ein Frontallangriff auf die Katholische Kirche

Fußball ist einfach: Da treten 2 Mannschaften gegeneinander an, sie tragen verschiedene Trikots, sodaß Freund und Feind klar unterscheidbar sind. Wie anders verhält es sich da im Kirchenkampf: Seit es die Kirche Jesu Christi gibt, kämpft ihr Feind gegen sie, aber dieser ist ein Meister der Tarnung- ja es darf sogar gemutmaßt werden, daß da, wo Satan draufsteht, er in größter Wahrscheinlichkeit nicht präsent ist. Zur Veranschaulichung: Der Teufel ist in "Donum vitae" und den Abtreibungskliniken präsenter und wirksamer als wenn "The Rolling Stones" ihr "Sympathie for the Devil" spielen. Papst  Paul VI. sagte ja: Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen. Weniger bildlich gesagt: Die Kirche hat gerade in ihrem Innersten mit einer daimonischen Infiltration zu rechnen. Oberflächlich Denkende assoziieren das spontan mit sexuellen Ausschweifungen von Priestern und Bischöfen. Wie nun aber, wenn der Satan- ganz wider diese oberflächliche Sichtweise- dem Kampf wider die Glaubenswarheiten der Kirche viel mehr Gewicht beimißt, daß aus dem sich offenbart habenden und in der Kirche erkannten Gott wieder ein unbekannter den Gläubigen entzogener Gott wird?
  
In dem Artikel: "Mehr als Struktur: Jugendverbände jenseits von Verdächtigungen" auf Katholisch am 24.5. 2019 ist ein Video zugefügt, das es wirklich in sich hat. Eine circa 6 minütige Ansprache, in der mit allen Mitteln der Rhetorik der Katholischen Kirche der Krieg erklärt wird. Eine BDKJlerin schlägt zu:

1.Wie die Mutter Gottes, Maria bekämpfen? Ganz einfach:Warum nennt man bei dieser Frau immer ihr Sternzeichen, das der Jungfrau? Wer hätte das gedacht! Sie ist nicht Jungfrau, das ist einfach ihr Sternzeichen! Die Mariologie ist also in der abergläubigen Astrologie fundiert und somit erledigt.

2. Wie bekämpft man die Kirche? Ganz einfach mit der Liebingsparole des Modernismus: Jesus verkündete das Reich Gottes und es kam die Kirche. Diese antikatholische Kampfparole hat es nun in sich: a) setzt sie voraus, daß Jesus Christus sich in seiner Verkündigung in einem Zentralpunkt irren konnte, daß er das Eintreten des Reich Gottes in Bälde erwartet hatte, daß das aber nicht eintrat, sodaß b) statt des Reich Gottes die Kirche kam, sodaß c) gilt: Wo das Reich Gottes ist, ist keine Kirche und wo die Kirche ist, das ist nicht das Reich Gottes.
Wo ist dann das Reich Gottes? Hierüber informiert uns nun dieser apologetische Text: "Dass das "In-der-Welt-Sein" der Kirche bereits ihre Sendung ist, klingt aber harmloser als es ist: Es heißt, in dieser konkreten Welt auf das Reich Gottes zuzugehen, in dieser konkreten Welt gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, gerade in den Herausforderungen der jeweiligen Zeit prophetisch und solidarisch zu sein und den Menschen, die um ihre Würde ringen, das Heil zuzusagen und erfahrbar zu machen." Das Reich Gottes ereignet sich so, oder wir gehen ihm entgegen in unserer "Reichsgottesdienstarbeit"- wie früher man es sagte- indem wir gegen Ungerechtigkeit aufstehen, prophetisch und solidarisch handeln und für die Menschenwürde uns engagieren.Das ist ein politisch sozialcaricatives Programm, das so wohl von jedem linken Jugendverband mitgetragen werden könne, stünde da nicht die Vokabel: Reich Gottes. 

3. Wie bekämpft man die Theologie? Das bildet nun das Herzstück dieses Frontalangriffes. Das Kampfmittel ist einfach: Gott, von dem die Theologie redet, ist schlechthin das völlig Unbegreifliche!So ist es purste Hybris, wenn im theologischen Diskurs zwischen wahren und unwahren Aussagen über Gott unterschieden wird. Die Theologie ist so nur ein Schlachtfeld von zänkischer Rechthaberei, wo  doch gar keine wahrheitsfähigen Aussagen möglich sind. Menschen fügen sich wechselseitig Leid zu, indem sie nur ihre Meinung als wahr gelten lassen. In Wirklichkeit aber spricht jeder nur in seiner religiösen Sprache von Gott, die ihm vermittelt worden sei, aber jede sei gleich wahr oder auch gleich unwahr, denn von dem unbegreiflichen Gott kann man nur wissen, daß er da ist. Dieser Agnostizismus soll so alle religiösen Konflikte aus der Welt schaffen, um so ein gemeinsames Handeln für die Humanisierung der Welt zu ermöglichen. Ein Nein zu den Kindestötungen im Mutterleibe gehört natürlich nicht zu diesem Weltoptimierungsprogramm.  

Was bleibt so von der christlichen Religion über: ein kindlich schönes Sprachspiel- ohne jede Erkenntnis, ein Glaube an einen unbegreiflichen Gott und der Aufruf zum politisch korrekten Handeln. 

Samstag, 25. Mai 2019

Eine neue Staatsreligion- die von jedem Bürger zu praktizieren ist!

Der Bundespräsident Gauss sagte einmal : „Unübersehbar gibt es eine Tendenz der Entweltlichung des Holocaust. Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. Offensichtlich suchen bestimmte Milieus postreligiöser Gesellschaften nach der Dimension der Absolutheit, nach dem Element des Erschauerns vor dem Unsagbaren. Da dem Nichtreligiösen das Summum Bonum – Gott – fehlt, tritt an dessen Stelle das absolute Böse, das den Betrachter erschauern lässt. Das ist paradoxerweise ein psychischer Gewinn, der zudem noch einen weiteren Vorteil hat: Wer das Koordinatensystem religiöser Sinngebung verloren hat und unter einer gewissen Orientierungslosigkeit der Moderne litt, der gewann mit der Orientierung auf den Holocaust so etwas wie einen negativen Tiefpunkt, auf dem – so die unbewusste Hoffnung – so etwas wie ein Koordinatensystem errichtet werden konnte. Das aber wirkt ,tröstlich‘ angesichts einer verstörend ungeordneten Moderne. Würde der Holocaust aber in einer unheiligen Sakralität auf eine quasi-religiöse Ebene entschwinden, wäre er vom Betrachter nur noch zu verdammen und zu verfluchen, nicht aber zu analysieren, zu erkennen und zu beschreiben.“ Zitiert nach: Bahamas. Doch ein Ehrenmann, www-bahamas.org/auswahl/web64-2.html
So verblüffend das sich auch aus dem Munde des Bundespräsidenten anhört, treffender kann man den postchristlichen Religionssurrogat der sogenannten "Holocaust-Religion" nicht erfassen. Rolf Peter Siefere spricht ja auch in seinem Essayband: "Finis Germania" 2017 von dieser neuen Staatsreligion: "Du sollst keinen Holocaust neben mir haben.Das Ritual der Vergangenheitsbewältigung besitzt Züge einer veritablen Staatsreligion." (S.70) Sehr wichtig ist hierbei die Unterscheidung des historischen Ereignisses des Holocaust von der Bedeutung, die dem Holocaut als Zentrum dieser neuen Staatsreligion zukommt. Das eine fällt in die Kompetenz der Geschichtswissenschaft, das andere ist nur religionswissenschaftlich begreifbar zu machen.Da es sich um eine Staatsreligion handelt, liegt dann ein funktionalistischer Ansatz nahe: Es wird also nicht nach der Substanz, dem Wesen der Religion gefragt, um dann zu prüfen, ob diese Staatsreligion wirklich als solche zu qualifizieren ist, sondern danach, ob diese neue Staatsreligion die Funktion einer öffentlichen Religion erfüllt, nicht die einer Privatreligion.
Die öffentliche Religion ist allen anderen in einem Staat praktizierten Religionen gegenüber 
übergeordnet, sie muß von allen anderen Religionen in ihrem Primat anerkannt werden. Nur privat dürfen dann die so subordinerten Religionen gelebt werden. Nebenbemerkung: Das Ziel eines europäischen Islams ist so die Anforderung an diese Religion, diesen Primat anzuerkennen. Die öffentliche Religion darf von Niemanden in Frage gestellt werden im Gegensatz zu den privaten Religionen, die jederzeit kritiserbar sind. 
Was leistet nun eine öffentliche Religion: Sie bietet die Möglicheit einer Letztbegründung aller ethisch-moralischen Fragen des öffentlichen Lebens. Sie konstituiert eine Gemeinschaft, um den atomisierenden Tendenzen in jeder Gesellschaft entgegenzuwirken. (vgl dazu Ferdinand Tönnies). Indem der Holocaust als das absolut Negative in dieser Staatsreligion definiert wird,übernimmt so diese Größe die Funktion, die in einer monotheistischen Religion Gott innehat. Von dieser Größe her bekommt alles andere erst seine Bedeutung und seinen Wert. Die neue religiöse Praxis ist dann der heilige Krieg gegen Rechts. Hier wird direkt gegen das Böse gekämpft, wie auch in jeder monotheistischen Religion es das Böse als den Widerpart gibt, schon allein um die Dualismen und Konflikte in einer von einem Gott regierten Welt erklären zu können, daß es sie in einer Monokratie geben kann. 
Damit ist verbunden das Eingeständnis, daß etwa die aufklärerische Hoffnung eines August Comtes, daß nach dem Stadium der Religion und dem der Metaphysik eine religionsfreie und metaphysikfreie Gesellschaft entstehen kann und würde als Illusion ad acta gelegt wurde: Das Privatindividuum kann wohl ohne eine Religion existieren, nicht aber eine zur Gesellschaft verformte Gemeinschaft, die ein Auseinanderfallen der Gesellschaft in Partikularinteressen nicht verhindern kann ohne eine von allen anzuerkennende Staatsreligion. Aber gegen Gauss sollte daran festgehalten werden, daß nicht schon die Moderne sich durch den Verlust des Koordinatensystemes auszeichnete, in ihr wurde ja noch an die Göttin der Vernunft geglaubt (Robespiere), erst die Postmoderne bezeichnet den Verlust aller Sinnresourcen, sodaß nun erst die neue Staatsreligion zu installieren war. Und wie jede Staatsreligion verfolgt auch diese Ungläubige als Ketzer und Dissidenten.Wie sehr diese Staatsreligion schon anerkannt ist, zeigt sich so eben gerade auch in der breiten Zustimmung zu Ketzerverurteilungen selbst zu hohen Gefängnisstrafen. Jede Staatsreligion braucht ihre Ketzer durch deren Bekämpfung sie sich immer wieder aufs Neue vitalisiert.      

Freitag, 24. Mai 2019

Heillen verteufeln? Zu einer befremdlichen Medizintechnikritik

Prof. Paul Cullen sprach in Fulda zum Thema „Mensch 2.0“ – ein Homo Perfectus? 

Mit dieser reißerischen Überschrift beglückte das "Christliche Forum" am 21.5.2019 seine Leser-schaft, um gegen die Bewegung des "Transhumanismus" zu polemisieren. Angesichts der allgemeinen Technikphobie und der antiintellektualistischen Wissenschaftsfeindlichkeit nicht nur in Deutschen Landen fällt diese Polemik sicher auf fruchtbaren Boden.  Die Fortschritte im Raume der Medizintechnik stehen dabei im Focus der Kritik. Aber hier muß genauer nachgedacht werden: Es ist wohl keine Übertreibung, wenn geurteilt wird, daß die christliche Religion einerseits wegen ihrer "leib- und lustfeindlichen" Sexualmorallehre und andererseits wegen ihrer Lehre, daß es die Bestimmung des Menschen sei, sich die Natur zu unterwerfen, in der heutigen Kritik steht: Irgendwie sei doch die christliche Religion schuld an der "Ausbeutung" und "Zerstörung" der Natur ob dieses Beherrschungsauftrages. (Nebenbei: Ist das nicht auch ein Herzstück der Philosophie Heideggers: der moderne Mensch, der sich durch die Technik die Natur unterwirft?). Es muß ja wohl ein Zusammenhang bestehen zwischen der christlichen Religion und dem Faktum, daß gerade christlich geprägte Länder die moderne Technik hervorbrachten.

Und zur Medizintechnik im Besonderen: Jesus Christus heilte Kranke; nie sagte er zu ihnen, daß das Kranksein doch gar nicht so schlimm sei, daß es für einen Blinden wichtiger sei, Jesus als den Sohn Gottes zu erkennen, als sehen zu können! Nicht lehrte er den Quitismus als höchste christliche Tugend, sich mit dem Schicksal der Krankheit abzufinden- stattdessen heilte er durch seine Wunder. Uns Christen in der Nachfolge ist es in der Regel nicht gegeben, Kranke durch Wunder zu heilen, aber die Praxis Jesu Christi beflügelte nun die Medizintechnik, die ärztlichen Heilungsmöglichkeiten zu verbessern. Konkreter: Wer würde, vor die Alternative gestellt, sterben zu müssen an seinem erkrankten Herzen oder sich ein künstliches Herz implantieren zu lassen, den Tod wählen aus einer Abneigung der Vorstellung gegenüber, daß dann ein künstliches Herz in seiner Brust schlüge? Aber ein Mensch mit einem künstlichen Herzen, das ist schon die Cyborgisierung des Menschen, daß in ihn Technik integriert wird. Mit Kleinlichkeiten fängt es an: mit den künstlichen Zähnen über künstliche Hüften bis zum Herzschrittmacher. Künstliche Augen, mit deren Hilfe Blinde sehen können, sind nicht mehr reine Zukunftsromanvorstellungen.Immer geht es dabei darum, Erkrankten und Leidenden durch künstliche Implantate das Leben zu erleichtern. 

Aber o Wunder, statt diesen medizintechnischen Fortschritt im Dienste der Menschen zu feiern, erphantasieren sich nun Kritiker alle möglichen eventuellen Gefahren dieser Technik. Sie gleichen Menschen, die angesichts der Möglichkeiten von Flugzeugabstürzen das Fliegen verbieten möchten, und das Autofahren gleich dazu, denn es ereignen sich ja jedes Jahr tödliche Verkehrsunfälle. Nur, daß die Gefahren, vor denen dann gewarnt wird, so konfus sind, daß nicht einmal sie konkret benannt werden können. So wird eben auf das Schüren irrationaler Ängste gesetzt. Der Mensch wolle so den homo perfectus erschaffen- solch eine Hybris müsse sich aber rächen! So wird die Heilmedizin perhorresziert zu Lasten der Kranken und Leidenden. Es gab und gibt auch heute Erbkrankheiten, die für die Betroffenen ihr Schicksal sind, die eben nicht mehr therapierbar sind und die so nicht nur für die Eltern sondern auch für die betroffenen Kinder sehr viel Leidenmüssen zur Folge haben. Nur, was bisher ein bitteres Schicksal war, das kann durch die Medizintechnik bei weiteren Fortschritten zu therapierbaren Erkrankungen werden. Hierbei gilt ja immer: Je früher therapeutisch eingegriffen wird, desto mehr verbessern sich die Heilungschancen. Und darum werden operative Eingriffe pränatal sicher nicht erst in ferner Zukunft zum Standartprogramm der Medizin gehören. Die Therapieerfolge werden dann diese Praxis auch legitimieren.  

Zur Naturbeherrschung gehört so gerade auch diese Medizintechnik und auch das Projekt der Cyborgisierung des Menschen, daß eben natürliche Defekte durch künstliche Plantate behoben werden, daß irreversibel erkrankte Organe durch künstliche ersetzt werden können! Das menschliche Leben auf Erden ist eben ein stets gefährdetes: Krankheiten und Unfälle bedrohen das Leben. Die Technik ist nun der große Versuch des Menschen, sich vor diesen Gefährdungen zu schützen. Daß dabei die Schutzmittel selbst wieder zur Gefährdung für den Menschen werden können, das  gehört zur Tragik unserer Existenz: Das Herdfeuer, das uns das Kochen ermöglicht und uns erwärmte Räume selbst im Winter ermöglicht,führt eben immer wieder auch zu Wohnungsbränden mit verbrannten Menschen- aber wollen wir deshalb auf die künstliche Wärme verzichten und im Winter  frieren, bloß um natürlich zu leben? Nicht die Technik ist das Problem, sondern die völlig irrationalistische Technikphobie. 

Zusatz:

Leider wird auch im katholischem Raum die Bedeutung der Leibes und damit auch seiner Gene und allem Sonstigen des Leibes überschätzt. Der Grund dafür liegt in dem Vergessen der Seele, die die Individualität und die Identität des einzelnen Menschen ausmacht. Sie entsteht ja nicht  aus dem Geschlechtsakt, sie ist so auch nichts Natürliches, denn alles Natürliche entsteht aus Natürlichem, während die Seele unmittelbar von Gott erschaffen wird. Die wird nicht durch eine Cyborgisierung beeinträchtigt, sondern es ändert sich nur dies: Wenn bisher der Mensch Technisches als außer sich benutzte, um etwas zu bewirken, so wird nun Technisches in den Körper integriert, sodaß so der Mensch, die Seele die Technik als Teil ihres Körpers benutzt. Zur Veranschaulichung: Sehen Menschen mit geschwächter Sehkraft durch künstliche Gläser einer Brille, so könnten zukünftig Blinde durch künstliche Augen sehen; das Künstliche wird so verinnerlicht mit dem Zwecke des Sehenkönnens, wozu die natürlichen Augen nicht in der Lage sind ob einer Erkrankung.         

 

 

                                                                                                  

 

 

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ein großer Erfolg der politischen Korrektheit: Wer traut sich noch, öffentlich seine Meinung zu sagen!

Die Erhebung legt nahe, daß das Meinungsklima auch direkte Auswirkungen auf das Diskursverhalten im öffentlichen Raum hat. 78 Prozent sagen, man müsse bei einigen oder vielen Themen vorsichtig sein. Nur 18 Prozent sehen Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit als gänzlich unproblematisch an. Stärker ist das Vertrauen in den Freundes- und Bekanntenkreis, wo sich 59 Prozent sicher fühlen, ihre Meinung frei zu äußern. 38 Prozent sind auch dort eher skeptisch. Junge Freiheit, am 23.5. 2019: Große Mehrheit der Deutschen beklagt Sprechverbote.Und worüber darf man nicht mehr reden? Über: Asylanten, den Islam! 
Kath net zu dieser Allensbachumfrage:  "Mehrheit der Deutschen äußert sich in Öffentlichkeit nur vorsichtig. Als Tabuthemen gelten Islam und Flüchtlinge – 59 % glauben, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, aber nur 18 % sehen im öffentlichen Raum vergleichbare Freiheit:"
Unbestreitbar ist das ein großer Erfolg der politischen Korrektheitsideologie. Sie ist eben nicht nur eine Ideologie, sondern sie ist auch eine reale Macht, die die freie Meinungsäußerung zu bestimmten Gebieten tabuisieren soll. Die Mechanismen solcher Herrschaftsausübung sind nun gar nicht so kompliziert: Jedes politisch nicht korrekt Geäußerte wird als "Rechts" verteufelt. Wichtig ist dabei die zivilgesellschaftiche Mobilisierung der Bevölkerung gegen Rechts. Jeder weiß eben genau, worüber man öffentlich nur sich politisch korrekt äußern darf, wo jede abweichende Meinung sanktioniert wird. So schaffen diese Sprechverbote zwar die oppositionellen Meinungen nicht aus den Köpfen, wohl aber aus der Öffentlichkeit. Der offizielle Diskurs grenzt eben das Oppositionelle aus und die noch bestehenden Freiräume in den neuen sozialen Medien soll ja nun durch energischere Zensurmaßnahmen weiter eingeschränkt werden. Aber immer noch gibt es Freiräume, das Privatgespräch oder der Stammtisch. Es ist deshalb kein Zufall, daß fast in jedem Ratgeberbuch für den Kampf gegen Rechts für diese Fälle des Freiheitsmißbrauches gute Ratschläge erteilt werden, wie gegen Menschen mit unerlaubten Meinungen vorzugehen ist. Auch und gerade die Denunziation oppositionell Denkender wird dabei gern empfohlen.
Das hat Erfolg, wenn schon 38 Prozent der Befragten nicht einmal mehr unter Freunden sich trauen, ehrlich ihre Ansicht zu Asylanten und dem Islam zu äußern. Der Aspekt der Isolierung ist dabei von großer Bedeutung, daß dem Oppositionellen das Gefühl vermittelt wird, daß er mit seinem oppositionellen Denken ganz allein stünde. Das soll an den Herdentrieb appellieren: Nur wer in der Herde ist, wer so denkt, wie alle, der genießt den Schutz der Herde- wehe dem Dissidenten, dem, der es wagt, eigenständig zu denken, statt nur das ihm Vorgesetzte zu verinnerlichen, also immer im Strom des herrschenden Zeitgeistes mitzuschwimmen.  
78 Prozent der Deutschen haben so die Botschaft der politischen Korrektheit richtig verstanden: Wehe dem, der nicht so denkt und es äußert, wie es ihm die politische Korrektheit vorschreibt.

Es ist natürlich auch kein Zufall, daß gerade Asylanten und der Islam zu den tabuisierten Themen gehören, über die also nur öffentlich so geredet werden darf, wie es die Regierung und die ihr subordinierten Medien vorschreiben, isb der öffentliche Staatsfunk: Die Umwandlung Deutschlandes in ein multiethnisches und multikulturelles Gebilde stößt nun mal auf den Selbsterhaltungswillen der Deutschen, des Deutschen Volkes , das sich seine Heimat bewahren will. Das muß eben bekämpft werden mit Hilfe der politischen Korrektheitsideologie, die gerade die Liebe zum Eigenen perhorresziert: Nur das Fremde ist gut, also der Asylant und der Islam.        

Mittwoch, 22. Mai 2019

Abtreibung und das Recht des Gewissens- Papst Franzikus verunklart?

"Vatikanstadt (kaht.net/KAP) Papst Franziskus hat katholische Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu einem respektvollen Vorgehen bei einer Behandlungsverweigerung aus Gewissensgründen gemahnt. In extremen Fällen, "in denen die Unversehrtheit des menschlichen Lebens in Gefahr ist", müsse man nicht gegen die eigene ethische Überzeugung handeln, sagte er am Freitag im Vatikan. "Eine Verweigerung aus Gewissensgründen muss, wenn sie nötig ist, jedoch mit Respekt erfolgen, damit sie nicht Grund für Verachtung wird", so das Kirchenoberhaupt." Kath net am 18.5.2019:"Papst: Umsicht bei Behandlungsverweigerung aus Gewissensgründen"
Es muß wohl davon ausgegangen werden, daß auch in Spitälern durchgeführte Abtreibungen, also Kindestötungen im Mutterleibe zu den "Behandlungen" gehören, die aus "Gewissensgründen" Katholiken verweigern. Das dürfen sie auch als Krankenhauspersonal, denn sie dürfen nicht gezwungen werden, gegen ihre "ethische Überzeugung" zu handeln. So weit der Papst.
Aber was sagt er damit? Daß in Kliniken weiterhin Kinder im Mutterleibe getötet werden, nur daß eben Katholiken das Recht zukommt, an diesen Kindestötungen nicht mitwirken zu müssen. Das Unrecht der Kindestötung wird hier nicht in den Vordergrund gestellt, sondern das Recht, am Unrechttuen nicht mitwirken zu müssen. Und die Verweigerung an einer Mitwirkung an solchen Tötungsaktionen soll respektvoll den Kindertötern gegenüber vollzogen werden- vielleicht so wie ein Abstinenzler dem Gastgeber gegenüber höflich respektvoll den ihm kredenzten Wein ablehnt: "Ich persönlich trinke keinen Alkohol, aber ich respektiere es, daß andere gerne Wein trinken."
Dient die Rede von den Gewissensgründen, die einen Katholiken davon abhalten, an Unrechtstaten mitzuwirken, nur dazu, daß das Unrecht weiter praktiziert wird, nur daß eben Katholiken sagen, daß sie dabei nicht mitmachen, daß aber die Praxis des Unrechttuens weiter bestehen kann, solange Katholiken nicht dazu gezwungen werden, mitzuwirken?
Ist das aber die Lehre der Kirche?   

Dienstag, 21. Mai 2019

Kampf dem Kreuz Christi

Daß das Kreuz Christi den Juden ein Ärgernis, den Heiden Torheit ist, 1Kor, 1,23, ist nur zu verständlich, daß aber nun auch katholische Theologen dagegen Amok laufen, ist doch etwas Irritierendes.Denn für die Gläubigen ist es doch Gottes Weisheit. (1.Kor 1,23). Aber so verkennt eben ein zeitgeistgenössische Theologe die Weisheit Gottes:
"Gott darf dem >Leiden seines Sohnes oder seines Volkes < nicht nur nicht `>gleichgültig< zusehen, um Gott für den Menschen bleiben zu können. Er darf vor allem keinen Zweck mit dem Leiden auch nur eines Menschen verbinden und damit auch nicht mit dem Leiden Jesu.Ich wage es kaum zu sagen: Wenn überhaupt, dann darf Gott das Leiden in Kauf nehmen.Gott wollte den Tod Jesu nicht, schärfer: er darf ihn nicht gewollt haben, und auch Jesus wird ihn nur bedingt in Kauf genommen haben." Striet, Christliche Theologie im Angesicht des Judeseins Jesu, in:Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand, 2019,S.129
1. Wenn Gott etwas zuläßt, in Kauf nimmt, dann nur, weil Gott um eines Zweckes willen, der wichtiger ist als das Zugelassene, das er eigentlich nicht will, er es zuläßt. Verbände Gott nicht einen Zweck, und zwar einen guten,damit ließe er nie ein Leiden zu. Ein Inkaufnehmen von etwas, das Gott eigentlich nicht will, daß Menschen leiden müssen, ist so bei Gott undenkbar. Die klassische Theologie gab darauf auch immer diese Antwort: Um der göttlichen Gerechtigkeit willen straft er, und das sind die Strafleiden.Hier ist zu urteilen, daß das, was Gott eigentlich nicht will, er doch wirkt, weil seine Gerechtigkeit ein Strafen verlangt. Und so bezeugt es auch die hl.Schrift.
2.Was berechtigt denn nun diesen Theologen, Gott Vorschriften zu machen, wie er zu  sein hat und was er zulassen hat? Dieser Theologe meint also, daß er Gott diktieren dürfe, wie er zu sein habe und wie er zu wirken habe, damit er ihn als seinen Gott akzeptieren kann. So kann ich wohl bei meiner Wohnungssuche vorgehen, daß ich Mindestanforderungen stelle für eine Wohnung, damit ich sie miete, aber Gott ist kein Konsumobjekt, das meinen Wünschen zu genügen habe, damit ich erwerbe. Die Beziehung Gottes zum Menschen ist eine rein asymmetrische, in der allein der Herr bestimmt und der Mensch nur: Ja sagen darf. Aber es ist auch eine kommunikative, in der der Mensch durch Opfer und Gebete Gott bitten darf: Erbarme Dich! Wie oft wollte Gott sein jüdisches Volk schon vertilgen in seinem Zorn, aber die Fürbitte Moses bewahrte dann sein Volk vor der Vernichtung durch Gott selbst. Dies sei an 2:Mose 32 verdeutlicht: Fott spricht:
"Ich habe dies Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt laß mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt." (32,9f) Wie Mose dann das Volk Gottes vor diesem Zornesgericht Gottes rettet, erweist dann, wie sehr der Gesündigthabende der Fürsprache der Heiligen und isb. der Mutter Gottes bedarf. Hat hier Gott nicht eindeutig das angedrohte Leiden seines Volkes mit einem Zweck verbunden: der Strafe für das Sündigen! Wie dürfte nun ein Theologe Gott die Vorschrift machen, daß er nicht mehr die Sünde bestrafen dürfe? Was legitimiert ihn zum Vorschriftenmacher? Und mit welchem Recht darf er Gott widersprechen, daß er sich offenbart als der Gott, der die Guten belohnt und die Bösen bestraft? Noch im Gottesdienstgesangbuch des Jahres 1950 des Erzbistumes München und Freising wird als eine der Grundwahrheiten der christlichen Religion bekannt: "Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse. Ewige Seligkeit oder ewige Verdammnis wird das endgültige Geschick der unsterblichen Seelen sein." (S.15)

3. Gott darf den Tod Jesu nicht gewollt haben. Warum steht dann im 4.Mose,25,4: Gott "sprach zu Moses. Nimm alle Häupter des Volkes, und hänge sie im Angesichte der Sonne an Kreuze, damit mein Grimm sich von Israel abwende"? Gott will hier den Tod der Anführer des Volkes, sie sollen gekreuzigt werden, damit Gott dann seinen Zorn von seinem Volke abwendet. Der Zusammenhang zum Kreuz Christi ist offenkundig. 

Das Problem dieser modernistischen Gotteslehre ist einfach, daß sie sich weigert, Gott so anzuerkennen, wie er sich uns offenbart hat und wie er so auch von der Kirche gelehrt wurde und noch wird, wo sie an dem wahren Gott festhält, daß aber viele in der Kirche den Gott des Mose und des Jesus Christus ersetzen möchten durch einen erphantasierten Gott, den Gott eines ethischen Monotheismus von dem sie hoffen, daß es ihn statt des Gottes der Bibel und der Kirche geben möge.   
        

Montag, 20. Mai 2019

Ethischer Monotheismus- der Kern der christlichen Religion?

Diese These irritiert auf den ersten Blick, steht doch im Zentrum der christlichen Religion das Kreuz Jesu Christi, sein Gekreuzigtsein für unsere Sünden. Mit diesem Bedenken stehen wir aber schon im Mittelpunkt des Anliegens des modernistischen Fundamentaltheologen Magnus Striet: "Christliche Theologie im Angesicht des Judesseins Jesu".(in Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand. 2019, S.71-140. Was ist das Zentralanliegen der Charakterisierung der christlichen Religion als einer des ethischen Monotheismus? Auch wenn Nitzsche hier nicht erwähnt wird, folgt Striet dieser Spur der Antithetik von Jesus versus Paulus: "Kein Gott für unsere Sünden gestorben; keine Erlösung durch den Glauben", das alles seien Vorstellungen des Paulus, die Jesu Anliegen verkehrten. Nietzsche, Der Wille zur Macht, Zur Geschichte des Christentums, Nr 169. Paulus Sündenehre, vertieft dann noch durch den (unheiligen) Augustin zur Erbsündenlehre führte dazu, daß der Mensch nur als Christgläubiger vor dem Zorn Gottes über die Sünder gerettet werden kann. Anselm von Canterburys Kreuzestheologie begründe dann, warum a)  das Kreuzopfer heilsnotwendig war und b)warum nur durch den Glauben an Jesus als den für uns Gekreuzigten so eine Erlösung möglich sei.
Das heißt dann aber auch für die Juden, daß sie Christen werden müßten, um erlöst zu werden.
Striet will nun aber diese Aussage vermeiden, denn nach ihm gibt es für den Juden ein Heil ohne den Glauben an Jesus Christus. Der Apostelfürst irrte also auch, wenn er lehrte, daß am Ende auch die Juden sich zu Christus bekehren werden um der Erlösung willen.
Was stellt nun Striet dieser paulnisch-augustinischen Lehre gegenüber? Einen simplen Pelagianismus, daß der Mensch in der Kraft seines freien Willens das Gute hinreichend realisieren kann, sodaß er so das Heil erlangen kann. Jesus Christus ist so nicht für unsere Sünden gestorben, es bedurfte keines Opfers. Ganz im Geiste Kants stellt er die allein ethische Ausrichtung einer vernünftigen Religion dem "Afterdienst" der kultischen gegenüber.Auch bedarf es keiner Offenbarung göttlicher Gebote, denn die praktische Vernunft allein genügt, das Gesollte hinreichend zu erkennen. Das ist das Anliegen der "autonomen Moral", nach Striet. Jetzt kann er dann proklamieren, daß jeder Mensch, lebt er nur vernünftig, realisiert das, was er in der Kraft des freien Willens vermag an Gutem, das Heil erlangen kann. Das wird dann ethischer Monotheismus genannt. So kann nun jede Mission als unnötig für das Heil der Menschen diskreditiert werden.Die Theologie müsse nur Abstand nehmen von der paulnisch- augustinischen Sündenlehre und dem Glauben, daß Jesus für unsere Sünden gestorben sei. Stattdessen ist an die Kraft des freien Willens des Menschen zu glauben, durch die er das von ihm ethisch Gesollte auch vermag.
Das hätte Jesus auch so gelehrt, nur daß eben sein ethischer Monotheismus= seine natürliche Religion der Aufklärung=Kant durch Paulus vor allem verdunket worden ist und dann entstellt wurde durch Augustin und Anselm von Canterbury. So einfach bekämpft ein postmoderner Theologe die Lehre der Kirche, indem er einfach zum Pelaginismus sich bekennt. 
Und was hat das mit dem christlich-jüdischen Dialog zu tuen? Eigentlich nichts. Pelagius und Kant kämpften ja schon um den Primat der Ethik gegen den ganzen Komplex der Gnadenehre der Kirche in ihrer Einheit von der Sünden- und der Erlösungslehre.  Nur, daß so begründet wird, daß weil jede Mission so überflüssig sei, auch die der Juden, denn Niemand bedarf des Erlösers Jesu Christi für sein Heil!