Mittwoch, 21. November 2018

Gott ist nur lieb und ohne Gewalt- ein neues Märchen

"Tatsächlich bezeichne das Christentum die eigentliche Wende hin zu einem durch und durch guten und der Gewalt entsagenden Gottesbild." "Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz sprach zur Eröffnung der Tagung "Gott & Gewalt" an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz." Kath net am 18.11.2018
Auch dieser Religionsphilosophin sollte eigentlich bekannt sein, daß die Bibel, sowohl das Alte wie auch das Neue Testament das Fundament der christlichen Religion bildet.Denken wir einmal an die Sintflutgeschichte: Wie kann bestritten werden, daß die Vernichtung fast aller Menschen, außer den in der Arche Noah eine Gewalttat Gottes war? Und was war das Strafgericht Gottes über Sodom und Gomorra? Das Neue Testament führt uns zum Kreuze Christi. Ist nicht jedes Opfer, daß Gott dargebracht wurde im Alten Bund und dann insbesondere das Opfer Christi nicht eine Gewalttat? Wer das bezweifelt, der lasse sich doch bitte durch Gibsons Meisterwerk: "Die Passion" belehren. 
Und was ist mit den Menschen, die Gott zum ewigen Tod in der Hölle verurteilt-erleiden die Verurteilten nicht in der Hölle Gewalt durch ihre Ausgrenzung allein schon vom Reich Gottes? 
Eine Frage bleibt so nur noch zu stellen: Was für ein eigenartiges Christentum mit was für einem Gottesbild mag diese Dame wohl vor Augen haben? 
Schon der Begriff der Allmacht Gottes hätte diese Philosophen aufmerken lassen müssen, meint er doch ursprünglich, daß Gott als Heer der Herrscharen- militärisch verstanden- das stärkste Heer unterhielt und so mächtiger als alle anderen Militärmächte der Welt ist. Dieser Grund göttlicher Allmacht ist so von Anfang an ein mit Gewalt gesättigter Begriff. 
Ein Gott, der der Gewalt entsagte, wäre gar kein Gott und der Gott des Christentumes ist so auch immer ein potentiell gewaltsamer Gott.
Wie kann behauptet werden, daß der christliche Gott ein der Gewalt entsagender Gott ist, wenn doch geschrieben steht in der Bibel:  "Da zürnte der Herr und sprach zu Moses: Nimm alle Häupter des Volkes, und hänge sie im Angesichte der Sonne an Galgen,damit mein Grimm sich von Israel abwende." (4. Mose, 25, 3b f) Das lateinische in patibulis wäre aber mit: an Kreuze  besser übersetzt.Aber wie man hier auch übersetzen mag, daß Gott so diese Bestrafung für die Verführer zu einem Götzendienst fordert, demonstriert überdeutlich, das uns hier diese Reigionsphilosophin ihren Märchengott präsentiert, der aber nicht der Gott der christlichen Religion ist.
Aber so wird eben Gott weichgespült und verzeichnet, wenn das Wunschdenken das Kommando übernimmt und den wirklichen Gott wegzensiert.  Es sei hier auf mein Buch: Uwe C. Lay. "Der zensierte Gott" verwiesen. Erscheckend ist aber doch, wie hier im Namen der Wissenschaft ein völlig frei erphantasierte Gott auf einer Tagung einer katholischen Hochschule vorgetragen werden kann und das keiner merkt.   
  

Dienstag, 20. November 2018

Ein neuer Sieg Satans im Kampf gegen die Kirche- oder über die Macht der Homosexlobby

"Die Bildungskongregation des Vatikan habe die Unbedenklichkeitserklärung "nun erteilt, nachdem Pater Wucherpfennig eine Erklärung abgegeben hatte, in der er betonte, dass er als Ordensmann und Priester dem authentischen Lehramt der Kirche verpflichtet sei", hieß es weiter. Wo es Wucherpfennigs Ämter verlangten, lege er die Lehre der Kirche über die Möglichkeit der Weihe von Frauen und von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare "vollständig und verständnisvoll dar". Kath net am16 November 2018:  Vatikan bestätigt Wucherpfennig als Frankfurter Hochschulrektor
Eine propagandistische Meisterleistung der Homosexobby führte nun zum Erfolg: War dem Jesuitenprofessor erst die Unbedenkichkeitserklärung seitens Roms verweigert worden, die dieser Jesuit bedurfte, um weiterhin als Rektor der Jesuitenhochschule wirken zu können ob seiner häretischen Lehren über die Homosexualität, so darf er nun doch.
Denn der Jesuit verpflichtet sich nun, "die Lehre der Kirche über die Möglichkeit der Weihe von Frauen und von Segnungsfeiern für gleichgeschechtliche Paare "vollständig und verständnisvoll" darzulegen. Aber er darf sie dann -als Privatmeinung gekennzeichnet- kreativ und produktiv weiterentwickeln. 
Im Prinzip geht das so vonstatten: Einst lehrte die Kirche, daß die Erde eine Scheibe war und die Sonne auf- und unterging über sie. Es ist schon verständlich, wie Männer der Kirche im Einklang mit ihrer Zeit zu dieser Vorstellung gekommen sind: Es ist eben die Suggestivkraft des Anblickes von Sonnenauf- und Sonnenuntergängen. Jetzt wissen wir es aber besser! Die Erde ist eine Kugel und kreist um die Sonne.
So verhält sich das im Prinzip auch mit der Verurteilung der Homosexualität und der Weigerung, Frauen zu weihen. Die kreative Weiterentwickelung der Lehre der Kirche besteht dann daran, im Einklang mit dem progressiven Wissen der Welt, die alten Lehren der Kirchen zu modernisieren. Die Kirche könne doch nicht was lehren, was die modernen Menschen nicht mehr hören wollen; es versucht ja auch kein Autoverkäufer Mitteldeutschlands, den "Ossis" "Trabants" zu verkaufen, die bis kurz vor der Wende noch heißbegehrt waren. Zudem müsse sich die Theologie doch auch den Mächtigen dieser Welt wohlgefällig machen, also in diesem Falle der Homosexlobby und der Feministin. Denn in der Stimme der Mächtigen hört die Theologie und der ihr folgende Kirche die Stimme Gottes. Darum ist das Hören auf die "Stimmen der Zeit" die wichtigste Aufgabe der Theologie.    
Gewiß, dieses Pontifikat bereitet dem Satan viele Freudentagen: Wiedermal siegte er. Ob er jetzt ernsthaft an die Möglichkeit seines Endsieges über die Kirche Jesu Christi nachdenkt? 
Könnte der Herr der Kirche nicht doch einmal seine Kirche verlassen, weil in ihr der Abfall vom Glauben zur Selbstverständlichkeit geworden ist?    

Montag, 19. November 2018

Schuldig sein- eine antiquierte Vorstellung?

"Mensch sein, heißt schuldig sein.Wer am Ende seiner Tage von sich sagen wollte, er sei ohne Schuld, der würde lügen oder von einem Wahn befallen sein." Hedwig Courths-Mahler, Welcher unter euch?,Basteiverlag, Bd 33, S.25. Der Einwand erfolgt sofort: "Das klingt ja so düster und traurig." (S.25). Darum liest man eine solche Aussage wohl noch in einem "Trivialromane", aber hört soetwas nicht mehr in einer Sonntagspredigt, denn die soll doch sonntäglich gestimmt sein. 
Aber ist das nicht doch eine rigoristische Überspanntheit- leben denn nicht die Meisten anständig und ordentlich. Nur, wenn dem so wäre, für wen wäre dann Jesus Christus am Kreuze gestorben? Für die wenigen wirklichen Bösewichter? Der Apostelfürst Paulus steht da diesem "Rigorismus" in nichts nach, wenn er in seinem Römerbrief expliziert, daß alle Menschen vor Gott Sünder sind, die Juden wie die Heiden und daß es nur eine Rettung für jeden geben könne durch den Glauben an Jesus Christus, einem in guten Werken tätigen.
Nur, diese Romanaussage muß dann doch präzisiert werden:
a) daß es nicht zum Wesen des Menschen gehört, daß er schuldig wird, daß er aber faktisch immer schuldig wird, daß
b) dies Schuldigsein ein Schuldigsein vor Gott meint und somit nicht einfach identisch ist mit einem moralischen Fehlverhalten und daß 
c) diese Einsicht eine ist, die wir in dieser Radicalität erst im Kreuze Jesu Christi erkennen können, weil unser Wille, uns nicht als Sünder zu erkennen, uns den Weg zu einer realistischen Selbsterkenntnis verbaut. 
Wo diese Radicalität aber nicht mehr gelehrt und verkündigt wird, da wird auch das Kreuz Jesu Christi verunklart, denn wenn die Allermeisten unschuldige Menschen wären, wozu bräuchten sie dann noch einen Erlöser und wenn zudem die Allermeisten sowieso richtig lebten, anständig, wozu bedarf es dann der Morallehre des Erlösers und die der Kirche!
Wollen wir da nicht lieber hören, daß Gott uns so liebt und annimmt wie wir sind, weil wir eben in Gottes Augen in Ordnung sind? Nur in "Kitschromanen" finden sich dann noch solche Überspanntheiten, die weil sie so düster und traurig klingen, auch aus der Kirche verbannt worden sind! 

Sonntag, 18. November 2018

Limburger Bishof Bätzing: "Kirche ist Täterorganisation" oder die große Desinformationskampage

"Außerdem brauche es einen ergebnisoffenen Austausch über die kirchliche Sexualmoral, über Klerikalismus, über die Rolle der Frau in der Kirche, über Macht, über die Ausbildung von Priestern sowie über die Führung von Personalakten." So tönt der Limburger Bischof Bätzing (Katholisch de am 18.11.2018).Die Intention ist klar: Indem von der Kirche als einer"Täterorganisation" gesprochen wird soll der wirkliche Täterkreis, homosexuell orientierte Priester aus dem Schußfeld genommen werden. Wem auch immer der Schwarze Peter nun im öffentlichen Diskurs der Mißbräuchsfälle zugespielt wird, klerikal orientierten Priestern, der traditionellen Sexualmorallehre der Kirche, der unreifen Sexualität,oder am liebsten dem Zölibat (erfreute sich die Astrologie in Kirchenkreisen großer Beliebtheit, dann auch bestimmten Sternkonstellationen), alles erlauben hier die Spielregeln dieses Diskurses,  es darf auf keinen Fall die Homosexualität als Motivationsgrund erwähnt werden. So verteufelt Thomas Schärtl in dem Jesuitenmagazin:"Stimmen der Zeit" (11/2018, S.753-767) jeden Verweis auf einen Zusammenhang von der Homosexualität und den Mißbräuchsfällen als "perfide Interpretation des Missbrauchs" (S.753).
Der Täterschutz ist eben das wichtigste Anliegen der jetzt laufenden Desinformations-kampagne  durch die Homosexlobby. Die Lobbyistentheologie überbietet sich dabei in ihrer Kreativität, standhaft den Zölibat, das Nein zum Frauenpriestertum und die traditionelle Sexualmorallehre der Kirche dafür verantwortlich zu machen. 
Nun soll mal der Versuch gewagt werden, zu durchdenken, was geschähe, wenn der Modernismus in diesen 3 Punkten sich in der Kirche durchsetzen würde.
A) Wir hätten dann Priesterin und Bischöfin. Hielte das einen Homosexuellen davon ab, sich weiter an Knaben und junge Männer zu vergreifen? Die Anzahl der Übergriffe blieb so davon unberührt, nur der Prozentsatz: Auf wie viel Priester kommt ein Übergriff? verringerte sich, da Frauen sehr selten Täter sind.
B) Wenn es keinen Zölibat mehr gäbe: Da die Mehrzahl der Täter homosexuell Orientierte sind, hätte das Recht der Priester zu heiraten, keine positive Auswirkung auf die Anzahl der Mißbräuche. Denn an der erzwungenden Enthaltsamkeit leidende Heterosexuelle stellen nur einen kleinen Teil der  Täter.
C) Wenn nun endlich die Kirche die praktizierte Homosexualität als moralisch erlaubt beurteilen würde und jedem Priester und Bischof erlauben würde, ihre Homosexualität auszuleben, was wäre dann? Folgende Deutung wäre möglich: Da jetzt ob der durch die Verurteilung der praktizierten Homosexualität die Betroffenen ihre Sexualität nicht legal praktizieren können,käme es zu diesen Übergriffen. Dürften sie das, bräuchten sie ja nicht mehr andere mißbrauchen. Das liegt auf dem selben Niveau wie die Apologtik der Prostitution, daß wenn es keine Bordelle gäbe, mehr Männer Frauen vergewaltigen würden, sodaß die Prostitution vor Vergewaltigungen schützt. 
Nur ist zu fragen, ob Vergewaltigungen und sexuelle Mißbräuche einfach sich aus dem Faktum erklären lassen, daß die erstrebte sexuelle Befriedigung, die nicht moralisch erlaubt realisiert werden kann, dann und genau nur dann mittels von Gewalt realisisiert wird. Der Vergewaltiger gliche dann einem Hungrigen, der, weil er mittellos ist, ein Brot sich zu kaufen, in eine Bäckerei einbricht, um dort Brote zu stehlen. Gäbe ihm jemand ein Brot, würde er selbstredend nicht in eine Bäckerei einbrechen!
Aber so wird verkannt, daß die gewaltsam ausgelebte Sexualität den Täter mehr befriedigt als eine partnerschaftliche auf Konsens beruhende.  Wem das unvorstellbar ist, der möge sich durch die Werke Marquise de Sade diesbezüglich aufklären lassen. Daß in der aktuellen Erotikiteratur der "Blümchen-Sex" (als gewaltfrei gelebte Sexualität) verächtlich gemacht wird (etwa in:"Shades of grey" von E.L. James) als Kontrast zum neuen Ideal des harten Sexes spricht auch dafür,daß die kulturell domestiziert gelebte Sexualität wieder "natürlicher", das ist gewaltsamer ausgelebt wird. Die sexuelle Revolution im Kontext der 68er erbrachte eben auch eine Dekultivierung  der Sexualität. Marquise de Sade zeigt uns ja in antirousseauischer Intention den Menschen, wie er wirklich ist, wenn es ihm gelingt, sich gänzlich von der abendländischen Kultur zu emanzipieren.
Zudem zeigen die Berichte um die Mißbräuchsfälle herum ja auch, daß innerkirchlich gut organisierte Homosexseilschaften schon dafür sorgen, daß Homosexuelle ihre Sexualität faktisch ausleben können, jetzt schon, nur eben im Verborgenen.  Wenn es wahr wäre, daß es kaum noch homosexuell motivierte Übergriffe in der Kirche gäbe, dürften diese Männer erlaubt mit dem Segen der Kirche  ihre Sexualität leben, dann müßte auch gelten: Weil es in Deutschland Prostitution und Bordelle gibt, daß so kaum noch Männer Frauen vergewaltigen!  Wäre der Besuch von Bordellen dann noch für Asylanten kostenfrei, es gäbe auch keine Übergriffe mehr auf Deutsche Frauen. 
Aber so ist es wohl nicht. Die Crux, daß vergessen wird, daß Sexualität von Natur aus nicht gewaltfrei praktiziert wird, daß es eine menschliche Aufgabe ist, die Sexualität zu domestizieren, daß sie gewaltfrei gelebt wird, daß aber die Kraft des sexuellen Begehrens immer wieder diese kulturelle Fesselung sprengt zum natürlich-gewaltsamen Vollzug. Die Natur gleicht eben einem reißenden Strom, den der Mensch durch Dämme zu domestizieren versucht, daß aber die Kraft des reißenden Wassers immer wieder die Schutzdeiche durchbricht. 

Zusatz:
Selbstredend fördert die Meinung, daß das Gewissen des Menschen die höchste Entscheidungsinstanz über was mir erlaubt und was mir nicht erlaubt ist? die Tendenz zum Ausbrechen aus der domestizierenden mich fesselnden Kultur hin zum "befreienden" Natürlichsein, daß so die Gewaltausübung als den Lustgewinn steigernd neu wiederentdeckt wird und vom Gewissen bejaht wird praktiziert zu werden.
    

Samstag, 17. November 2018

Über Vorurteile in der Literaturwissenschaft- oder eine Kritik des Prinzipes der Hoffnung, plus 3 Zusätzen


Liebesromane stehen im Verruf und so bekennt sich kaum wer dazu, sowas zu lesen. Aber an jedem Bahnhofskiosk werden sie zu Hauf angeboten und finden wohl auch ihre Leser. Eigentümlich, daß kaum wer bestreiten würde, daß das Lieben und Geliebtwerden zu dem Wichtigsten des Lebens gehört, aber davon wollen, wenn überhaupt nur Frauen lesen. Noch eigentümlicher, daß in der Kirche fast nur noch von der Liebe gepredigt wird, von dem alle liebenden Gott und uns, daß wir unsere Mitmenschen, aber vorallem die Asylanten zu lieben haben.
Die ungekrönte Königin des Liebesromanes ist nun Hedwig Courths-Mahler. Keine wird auch so wie sie geschmäht. Es drängt sich fast der Verdacht auf, daß der Ausgangspunkt dieser Schmählust kollegialer Neid sei. daß angesichts geringer Verkaufszahlen der Eigenwerke eben die Niveaulosigkeit ihrer Romane als Grund des Erfolges bezeichnet wird: Schrieb ich so kitschig, hätte ich auch solchen Erfolg, aber dafür bin ich mir zu schade. Courths-Mahlerr redete ja selbst ihr literarisches Schaffen  klein, im Gegensatz zu Karl May, indem sie sich herabstufte zu einer Märchenerzäherin für Erwachsene. Karl May wurde angegriffen und mußte viele Prozesse führen gegen Verleumdungen, Courths-Mahler machte sich so klein, daß sie nicht angegriffen wurde, sodaß sie ungestört schreiben und gelesen werden konnte. Sie schrieb ja im Abseits, außerhalb des literarischen Wettbewerbes in der Kategorie: Kitsch. 
Es gehört so zum guten Ton, ihre Werke als Kitsch abzutuen. Nur, wie fundiert die Literaturwissenschaft dies Werturteil. Dieser Begriff läßt uns sofort Problematischtes erwarten, denn Werturteile gelten seit Max Weber als unwissenschaftlich, ja eigentlich gar als irrational- sagen wir es schöner für die Kunstwissenschaft als rein subjektiv. Diese reine Subjektivität des Geschmacksurteiles wird dann nur noch durch gesellschaftliche Konventionen überwunden, daß es zum guten Ton gehört, Liebesromane zu verachten, Pornographisches nicht zu verteufeln, um nicht als spießig zu gelten und Fremdländisches mehr zu schätzen als deutsche Literatur, um eben politisch korrekt zu sein.
Wikipedia faßt die Literaturkritik so- wohl treffend- zusammen (Artikel: Courths- Mahler):Hedwig "Courths-Mahlers Werke folgen allgemein dem gleichen Muster: Sozial Benachteiligte überwinden Standesunterschiede durch die Liebe. Die Liebenden kämpfen gegen allerlei Intrigen und finden schließlich zueinander, erlangen Reichtum und Ansehen. Trotz der ständigen Kritik an den Klischees in ihrem Werk und der aus heutiger Sicht konservativen Ansichten der Autorin über das männlich-weibliche Rollenverhalten finden ihre Bücher bis heute eine breite, vor allem weibliche, Leserschaft." Die Kritik kapriziert sich so auf einen Vorwurf, auf das conservative Welt- und Frauen- und Männerbild! Frügen wir nämlich danach, was denn das Klischeehafte ihrer Romane ausmache, bekämen wir wiederum nur die Antwort: das conservative Rollenverständnis der Frau, daß die ihr Glück nur in der Liebe zum rechten Mann finden könne.
Leserin finden ihre Romane also nur noch, weil sich noch nicht alle Frauen von diesem Frauenbild emanzipiert haben, daß das wahre Glück der Frau darin bestünde, gleichberechtigt werktätig zu sein im Berufsleben, sich so weit wie möglich von der Rolle  der Frau als Mutter und Hausfrau zu befreien. Reaktionär ist das Leben der Frau in der Familie mit Kindern und Küche, progressiv, wenn sie 8 Stunden am Fließband sich selbstverwirklicht ohne eigene Kinder und ohne Ehemann.
Aber vielleicht enthalten ihre Romane noch mehr unmoralisch Conservatives, daß so diese Autoren  rechtens verurteilt wird!
Da kann bei ihr gelesen werden: "Aber tröste dich mit mir, meine Hoffnungen und Wünsche sind auch nicht in Erfüllung gegangen.Sie sind zu Wasser geworden, und nun heißt es schwimmen,damit man nicht ersäuft- im eigenen Elend ." Hedwig Courths-Mahler, Im Buchengrund, Bastei Nr.34, S.45.
Ist das conservativ? Ja, wenn man es mit der Erfahrung des Bürgertumes mit der Französischen Revolution verbindet, der Geburtsstunde des Conservatismus, daß aus dem radicalen Streben nach der Verwirklichung des Guten, der Revolution, soviel Terror und Elend entstand, daß nun die Einsicht populär wurde, daß jedes das Gute Realisierenwollen Alles nur noch schlimmer mache, daß Hoffnungen und Träume nur ins Unglück führen, a) indem sie nicht sich realisieren lassen oder b) indem sie realisiert werden, dann alles nur noch schlimmer wird. Die Hoffnungen machen das Elend des Menschen, indem sie realisiert  oder indem sie nicht realisiert werden.
Lesen wir daraufhin diesen Text noch mal, finden wir gerade dies darin sprachlich gelungen zum Ausdruck gebracht. Die Hoffnungen und Wünsche sind zu Wasser geworden, in dem nun der einst Gehofft- und Gewünschthabende zu ertrinken droht. Die Nichterfüllung läßt nicht einfach das Hoffen und Wünschen zum Verschwinden bringen, mitnichten, denn es verwandelt das Hoffen und das Wünschen in etwas Lebensbedrohendes. Dies Hoffen und Wünschen distanziert den Hoffenden und Wünschenden von seiner Lebensrealität, er lebt in ihr als einer Realität, die nicht mehr so bleiben soll, wie sie ist. Der Hoffende lebt so mehr in dem Erhofften und Gewünschten als in der Realität. Wie kann er aber weiter in dieser Realität leben, wenn er nicht mehr in dem Erhofften und Gewünschten leben kann. Die Realität bleibt ihm, der einst gehofft und gewünscht hat, das, was nicht sein soll, das, was zu überwinden ist, aber nun steht da die Erfahrung, daß das Ersehnte nicht realisiert werden konnte, indem die Realisierung fürchterlich war oder indem das Ersehnte als unrealisierbar sich erwies. Wie nun in dieser verneinten Realität weiter leben, ist da doch noch die Erinnerung an das von Hoffen und Sehnen erfüllte Leben, das den Hoffenden aus der Realität entführte, um im Imaginären zu leben, in den Träumen.
Die Stoa wußte von diesem Problem:   
 "Ein gutes Leben ist ein Leben ohne Hoffnungen und Ängste, das Leben, das mit dem, was ist, versöhnt ist, eine Existenz, die die Welt so akzeptiert, wie sie ist."  (https://www.narabo.de/einfuerung-in-die-philosophie-der-stoa
Courths Mahler erweist sich hier als Stoikerin! Das conservative: "Die Welt so akzeptieren, wie sie ist" bildet so den Antipol zu Blochs "Prinzip der Hoffnung" und gründet sich in der bitteren Erfahrung, daß durch Revolutionen, die das Gute realisieren wollten, Alles nur noch schlimmer wurde, daß dann nach dem Scheitern der Revolution die Wirklichkeit nicht wieder zu etwas Bejahenswerten wird und daß das Bejahenswerte sich als nicht realisierbat erwies, denn indem es realisiert wurde, erwies es sich als das Allerfürchterlichste. Es ist eine Kunst, dann weiter zu leben, nicht ohne Hoffnung, denn dann könnte ja die Realität einfach affirmiert werden, aber die Hoffnung, die nicht sich realisieren lassende bleibt (jetzt zu "Wasser" geworden) und verunmöglicht ein Leben in der Realität, denn sie erinnert stets an den zu verneinenden Charakter der Wirklichkeit.
Die Stoa empfiehlt so ein Leben ohne jedes Hoffen, um so glücklich in der alternativlosen Wirklichkeit zu leben. Das Elend ist so- stoisch gedacht- immer das Hausgemachte durch unser Hoffen und Wünschen. Und was ist der Trost? Daß es allen Menschen so mit ihren Wünschen und Hoffnungen geht; es gibt keinen, dessen Hoffen und Wünschen positiv sich erfüllen, eben nur als Enttäuschung. Dabei setzt Courths Mahler den Neid als Widerpart zu einem Weiterlebenkönnen. Denn gäbe es Menschen, deren Wünschen und Hoffen sich positiv erfüllte, wie sollte dann der Enttäuschte und Desillusonierte noch weiter leben können, Glückliche vor Augen habend.
Diese kleine Passage zum Troste für Desillusinierte, das soll nun Kitsch sein? Ist das nicht eine Verkennung der finsinnigen Psychologie dieser kleinen Passage- und wie viele weitere Schätze fänden sich in dem Gesamtwerk dieser Autorin, fände sie aufmerksame Leser.

Corollarium 1
Zwei Tragödien gibt es im Leben: Die eine, nicht zu bekommen, was das Herz wünscht, die andre, es zu bekommen.  Bernhard Shaw

Corollarium 2
Die Revolution ist die erfolgreiche Ansrengung, eine schlechte Regierung loszuwerden und eine schlechtere zu errichten   Oscar Wilde
Corollarium 3
Der Christ kann so nie ganz heimisch in der Welt leben, weil ihn die christliche Hoffnung entweltlicht, ihn immer auch zum Verneiner der Realität macht um des Reiches Gottes willen. 



Freitag, 16. November 2018

Wozu der Priestermangel und die Mißbräuchsfälle alles taugen!

Dem Kampf gegen den Zölibat ist irgendwie der Schwung abhanden gekommen, nur noch litaneihaft werden die Kampfparolen gegen ihn heruntergebetet, aber jetzt soll diese Aufstand gegen diese Ordnung der Kirche intensiviert werden, vielleicht auch deshalb, weil die "Jugendsynode" nicht den erhofften Sieg der Progresssiven erbracht hatte, weder in der Causa der Homosexualität, noch in der des Frauepriestertumes noch in der Causa der Abschaffung des Zölibates. Dabei war alles schon so gut hergerichtet. "Höret auf die Stimme der Jugend", die neue Tugend des Hinhörens wurde auf dieser Synode zelebriert und das, weil die eingeladenen Jugendvertreter sich als Musterschüler der Alt68er erwiesen, brav deren Reformagenda nachplapperend, sehr förderlich für die weitere Kirchenkarriere- aber ein durchgreifender Erfolg blieb aus. Das allerenttäuschendste: Papst Franziskus publizerte kein postsynodales Schreiben mit umstürzlerischen Fußnoten.
Was wird da aus der erhofften Amazonassynode?, auf die alle Progressiven ihre Hoffnung setzen, daß nun endlich dort dem Zölibat der Todesstoß versetzt wird. Sollte der Kirchendeformer Papst Franziskus sich wieder nicht trauen wie auf dieser aus Sicht der Progressiven gescheiterten Jugndsynode?
Also gilt es, den Kampf gegen den Zölibat zu forcieren. "Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat Sympathien für Forderungen nach einer Abschaffung des Zölibats geäußert. Auch wenn dies eine weltkirchliche Frage sei, sei es wichtig, "dass wir darüber offen diskutieren und keine Denk- und Sprechverbote verhängen", sagte Pfeffer ", jubeliert die offizielle Internetseite der Deutschen Bischöfe am 15.11. 2018. Belustigend ist dabei, daß hier ein Progressiver sich gegen Denk- und Sprechverbote ausspricht, wo doch allseits bekannt ist, daß unsere Kirchenreformer im Namen der Poitischen Korrektheit gar nicht genug an Denk- und Sprechverboten einfordern können. Aber das ist eine typische Zersetzungsstrategie: Dort, wo man noch nicht sich durchgesetzt hat, Denk- und Sprechverbote abzulehnen, um dort, wo man schon den Diskurs bestimmt, sofort Denkverbote wieder einzuführen.
Aber ganz originell sind nun die 2 Gründe, mit denen dieser Modernist die Abschaffung des Zölibates einfordert. Ganz verblüffend konstatiert er, daß es einen Kausalnexus zwischen dem Priestermangel und dem Zölibat gibt. Das Faktum, daß die evangelischen "Kirchen" ohne Zölibat, ja wo gar homosexuelle Pfarrer mit ihrem Lebensabschnittspartner zusammen im Pfarrhaus leben dürfen, genauso an Pfarrernachwuchsmangel leiden, ignoriert dieser Antizölibatskämpfer dann einfach. Tatsachen, die das Vorurteil, irendwie ist an Allem der Zölibat schuld, in Frage stellen könnten, sind eben zu ignorieren.
Noch origineller ist nun noch die Behauptung eines Kausalnexus zwischen den Mißbrauchsfällen und dem Zölibat. Im Hintergrund dieser Antizölibatsagitatationsparole steht die sehr erfolgreiche Verschleierungskampagne über die sexuelle Orientierung der Täter, daß eben 4 von 5 Opfern männlichen Geschlchtes sind und daß die Täter mehrheitlich homosexuell sind. Wenn nun diese homosexuellen Priester vom Zölibat befreit würden, wieso sollten die dann Frauen ehelichen, um in der Ehe dann ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen? Das wäre doch so absurd, wie einem Vegetarier, weil er einen Hunger hat, einen Schweinebraten vorzusetzen! Nein, ein Homosexueller kann nun mal seine sexuellen Bedürfnisse nicht im Verkehr mit einer Frau befriedigen und so hätte die Abschaffung des Zölibates für die Anzahl der Sexualmißbräuche keine Auswirkungen, denn die Mehrzahl der Täter sind ja gerade keine heterosexuellen, am Zölibat Leidenden, die dann  sich nicht mehr beherrschen könnend über junge Frauen herfallen.
Aber da aus Gründen der Politischen Korrektheit der Zusammenhang zwischen der Homosexualität und den Mißbräuchen nicht thematisiert werden darf und an dieses Denk- und Sprechverbot hält sich natürlich dieser Modernist, wird hier das Märchen von sexuell Unreifen uns aufgetischt, nur um dann wieder beim Altbewährten zu landen. Der Zölibat ist an Allem mal wieder schuld.      

Donnerstag, 15. November 2018

Leben nach dem Tode?- zum schwindenden Glauben- Notizen zum Untergang des Abendlandes


"Woran glauben die Deutschen?"- dazu veröffentlichte Katholisch de am 14.11.2018 bedenkenswerte Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zum Thema des Glaubens an ein Leben nach dem Tode:
"Insgesamt glauben 47 Prozent aller Deutschen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt. Diese Ansicht ist im Ostdeutschland (55 Prozent) stärker verbreitet als im Westen (45 Prozent). Etwa jeder Fünfte glaubt an ein Leben nach dem Tod. 14 Prozent rechnen mit einer Wiedergeburt. Rund ein Fünftel der Befragten wusste keine Antwort oder machte keine Angaben." Zudem: Die Älteren glauben weniger an ein jenseitiges Leben als die Jüngeren: "Demnach glauben nur sechs Prozent der über 65-Jährigen an ein ewiges Leben nach dem Tod im Himmel oder in der Hölle, während 17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen diese Anschauung für wahrscheinlich halten." 
Dieses den kundigen Leser wohl nicht überraschende Ergebnis zeigt aber eines überdeutlich an: Wie sehr die Fundamente der abendländischen Kultur schon aufgeweicht sind- ja, es darf sogar gemutmaßt werden, daß mit dem Schwinden des Glaubens an ein jenseitiges Leben eine Vorstellung verdunstet, die wohl Bestandteil jeder uns bekannten Kultur ist. So manigfaltig dann auch die Vorstellungen über ein Jenseitsleben ausgefallen sein mögen, daß es mit dem Tode einfach aus sei, daß ist ein Gedanke, den zwar so Epikur fundiert hat: Wenn ich bin, dann ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, bin nicht ich, sodaß es meinen Tod, wenn ich denn ihn fürchte, gar nicht geben kann, der aber doch nur -sagen wir es mal salopp- nur in Philosophenkreisen kursierte, aber bis jetzt nie populär war. Aber das hat sich nun geändert. 
Hat das Auswirkungen für die Kultur? Pointiert gesagt: Die Kultur ist eine Gestaltung des Lebenswillens, weil es dem Menschen nicht möglich ist, rein natürlich zu leben. Arnold Gehlen brachte das auf die bekannte These, daß der Mensch in Folge eines Mangels an Bestimmtsein durch seine Triebe eine Kultur sich schaffen muß mit Institutionen. Ehe und Staat, damit so dies Defizit aufgehoben wird. 
Zum Lebenswillen selbst gehört aber auch der Unwille, den Tod als Ende des Lebens zu akzeptieren. In der kulturellen Vorstellung von einem Weiterleben nach dem Tode manifestiert sich so der Lebenswille, der den Tod als Feind des Lebens negiert.  Der Glaube an ein jenseitiges Weiterleben speist sich so auch aus diesem Widerwillen gegen die Vorstellung vom Tod als Beendigung des Lebens. Dort, wo der Tod stattdessen als Ende des Lebens bejaht wird, dort ist so eine Schwächung des Lebenswillens zu vermuten. Nicht die Theodizeefrage, sondern die Biodizeefrage tritt damit in den Vordergrund: "Lohnt sich das Leben überhaupt?" (Vgl dazu die Studie von Lütkehaus: Nichts. Abschied vom Sein). Wenn das Leben unter der Frage des: "Lohnt es sich?" diskutiert wird, dann wird das Leben mit einem Unternehmen verglichen, das schwarze oder auch rote Zahlen schreiben kann und das so aufgegeben wird, wenn nur noch rote Zahlen erwartet werden ohne eine Hoffnung auf eine Besserung. Das Todsein ist dann die schwarze Null, die den Unternehmer von der Last der Geschäfte befreit, weil er so sein Geschäft aufgibt.  
Wenn so gesehen erstmal die menschliche Kultur eine Hervorbringung des Lebenswillens ist und dieser sich gerade auch in den kulturellen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tode manifestiert, dann ist das Verblassen des Glaubens an ein postmortales Leben zuvörderst ein manifester Ausdruck geschwächten Lebenswillens. Dies inkludiert aber noch mehr. Fragen wir enfach, wie sich denn aus dem Lebenswunsch, daß der Tod nicht das Ende des Lebens sei, der Glaube an ein postmortales Leben generiert, dann stoßen wir auf ein eigentümliches Fundament, dem Glauben, daß die Welt, in der wir leben, für den Menschen prinzipiell gut ist, auf ein Urvertrauen in das Gutsein der Lebenswelt. Daraus entspringt das Vertrauen, daß in einer dem Menschen gutseienden Welt der Tod für ihn nicht das letzte Wort sein kann. Der Tod als definitives Ende kann eben vom Lebenswillen her nicht als etwas Gutes affirmiert werden, sondern er muß als das schlechthin  Lebensfeindliche reprobiert werden. Dies Neinsagen zum Tod als definitives Ende legitimiert sich so in diesem Grundvertrauen in das Gutsein der Welt für den Menschen. 
Es kann geurteilt werden, daß dieses Grundvertrauen durch eine rein naturwissenschaftliche Sicht auf das Leben aufgelöst worden ist, weil nun das menschliche Leben in der Welt nur noch als ein Zufallsprodukt günstiger Umstände  zu stehen kommt, daß der Mensch aber prinzipiell in einer ihm gegenüber gleichgültigen Welt existiert, als ein vergängliches Phänomen ohne eine Bedeutung.
Der Glaube an ein postmortales Leben schwindet somit genau dann, wenn die Lebensbejahung sich abschwächt, wenn die Gewißheit schwindet, daß zu leben sich überhaupt lohnt. Daß alle Völker Europas immer weniger Kinder bekommen und daß der Glaube an ein postmortales Leben schwindet, gründet sich so in der Dekadenz, des geschwächten Lebenswillens.  
Dies dürfte der tiefste Grund des Unterganges des Abendlandes sein, daß die Völker Europas des Lebens müde geworden, sich selbst aufgeben und jetzt durch die Politik der Masseneinwanderung von Fremden selbst von der Bühne des Lebens abtreten wollen.