Samstag, 23. Juni 2018

Demokratie oder das "Recht", Unschuldige töten zu dürfen

Die demokratische Entscheidung Irlands, daß nun Mütter ihre Kinder im Mutterleibe töten lassen dürfen (wie wird dann das nachfolgende Gesetz klären) und Kinder, wenn der Verdacht besteht, daß sie körperlich oder geistig behindert zur Welt kommen, sollen sogar bis zum Tage ihrer Geburt getötet werden dürfen, stellt in demokratietheoretischer Hinsicht uns vor beachtliche Probleme.
Es gibt Menschenrechte. Demokratisch verfaßte Staaten brüsken sich gern damit, daß gerade die Demokratie die politische Verfassung der Menschenrechte sei. Nun kann aber nicht brachialer gegen die Menschenrechte verstoßen werden, als wenn Unschuldigen das Recht zum Leben abgesprochen wird und sie zur Tötung freigegeben werden. Was haben die Kinder im  Mutterleibe getan, daß sie nun- endlich auch in Irland, wie die Massenmedien jubelierten- von ihren Müttern getötet werden dürfen? Und warum verliert ein Mensch sein Recht auf Leben, weil er geistig oder körperlich behindert zur Welt kommen würde, tötete man es nicht vordem? 
Offenkundig kann ganz demokratisch bestimmten Menschen die Menschenrechte entzogen werden. Es sei an den Demokratiewitz erinnert: Was ist praktizierte Demokratie? Wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber entscheiden, was es am Sonntag zu essen gibt. Das Schaf wird dann nicht mehr gemordet, um aufgefressen zu werden, sondern es wird rechtmäßig getötet, um verzehrt zu werden. Ist also die Demokratie die Willkürherrschaft der Mehrheit über die Minderheit? 
Im Fall Irlnd  kommt noch etwas hinzu: Die, über deren Lebensrecht abgestimmt wurde, ob sie zum Töten freigegeben werden sollen, die Kinder im Mutterleibe, konnten an dieser demokratischen Abstimmung- aus einsichtigen Gründen- gar nicht teilnehmen. Ihnen wurde das Recht, zu leben, abgesprochen und der Willkür ihrer Mütter überantwortet. Wie kann es eine solche Entrechtung von Menschen geben, wenn die so Entrechteten an der demokratischen Entscheidung nicht teilnehmen konnten? 
Es könnte eingewandt werden, daß die Demokratie nicht die Willkürherrschaft der Mehrheit über die Minderhet sei, weil eben der demokratische Staat durch die Anerkennung der Menschenrechte Minderheiten vor der Willkür der Mehrheit schützt! Aber die Abstimmung in Irland eweist dies als ein frommes Märchen. Unbestreitbar ist so, daß demokratische Staaten, wie Irland und fast alle Staaten Europas die ersten sind, die Massentötungen von unschuldigen Menschen sich demokratisch legitimiert haben. Diktatoren töteten schon immer massenhaft Feinde ihrer Herrschaft, aber sie trauten sich nicht, ihr Töten vom eigenen Volk per Plebizit sich erlauben und legitimieren zu lassen; ja es scheint fast so, als wenn dies Töten im Geheimen durchgeführt wurde in Diktaturen, weil sich die Herrschenden des Unrechtes ihres Tuens wohl bewußt waren, wohingegen in Demokratien die Massentötung von Unschuldigen gar nicht verheimlicht werden braucht, weil das Volk dies Töten mehrheitlich bejaht.
Es geht sogar so weit, daß eine Menschenrechtsorganisation sich kampagnenmäßig für das Tötendürfen von unschuldigen Kindern einsetzt, wenn sie noch im Mutterleibe sind! Das Töten von Unschuldigen wird so zum Menschenrecht! Es darf und muß so wohl auch gefragt werden, ob nicht in der ganzen Menschenrechtsideologie etwas nicht stimmt , oder was soll man als Christ dazu sagen, daß es ein Menschenrecht sein soll, das der Religionsfreiheit, den Teufel anzubeten und daß das Selbstbestimmungsrecht der Frau darin bestünde, ihre eigenen Kinder im Mutterleibe umbringen zu dürfen?  Perverserweise engagiert sich diese Menschenechtsorganisation aber dagegen, daß Mörder zu Tode verurteilt werden dürfen- nur Unschuldige dürfen getötet werden. 

Merke: Dort, wo Gott entthront und der Mensch anfängt zu herrschen, ist die Herrschaft Satans nicht fern.       

Freitag, 22. Juni 2018

Zur Zulaßbarkeit von evangelischen Ehepartnern zur hl. Kommunion- dogmatische Eindeutigkeit

Neuerdings ist öfters zu lesen, daß zum Empfang der hl. Kommunion seitens Evangelischer der Glaube an die Realpräsenz Christi ausreiche, so wie sie die lutherische Confessio Augustana bzw. Luther gelehrt habe. Luther ver-steht die Aussage: "Das ist mein Leib" bekanntlich so. Hebe ich meinen Geldbeutel empor und sage: "Das sind 100 DM", so meine ich damit, daß in meinem Portemonnai 100 DM enthalten sind; der Geldbeutel wird nicht in Geld umgewandelt, sondern in ihm ist das Geld hineingekommen. In, unter und zwischen dem Brot, das Brot bleibt ist Jesus Christus dann real gegenwärtig. Diese Gegenwart Jesu Christi ist nun eine limitierte, denn nach dem Abendmahl verläßt der Herr Brot und Wein, sodaß nur sie übrig bleiben.Das ist Luthers Angriff auf die Tabernakelfrömmigkeit, daß Jesus Christus, in den konsekrierten Hostien gegenwärtig bleibend, da auch angebetet werden  kann, isb. in der Fronleichnamsprozession!
Wie beurteilt nun die Kirche diese lutherische Lehre? Die Antwort ist eindeutig. Das Trienter Konzil lehrt dazu in seinen Kannones über die Eucharistie:
"Wer sagt, im hochheiligen Sakrament der Eucharistie verbleibe zusammen mit dem Leib und dem Blut unserer Herrn Jesus Christus die Substanz des Brotes und des Weines, und jene wunderbare und einzigartige Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib und der ganzen Substanz des Weines in das Blut, wobei lediglich die Gestalten von Brot und Wein bleiben, leugnet, - und zwar nennt die katholische Kirche diese Wandlung sehr treffend Wesensverwandlung-der sei mit dem Anathema belegt." (Denzinger-Hünnermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen" 2005, DH 1652)
Hier wird eindeutig die lutherische Lehre von der Realpräsenz Jesu Christi in den konsekrierten Elementen reprobiert.Diese Lehrbestimmung der Kirche gilt bis heute uneingeschränkt. Es ist klar, daß jemand, der eine Lehre vertritt, die die Kirche eindeutig verurteilt hat, nicht die Kommunion empfangen darf! Das Bekenntnis zur Wesensverwandlung, zur Transsubstantion gehört unbedingt zur rechten Disposition zu einem nichtsakrikilegischen Empfang der hl. Eucharistie dazu.   

Donnerstag, 21. Juni 2018

Kirche: Kein Eintritt für... oder: Über den Pro Merkel- Kirchenkampf

"Ende Juni veranstaltet die AfD ihren Bundesparteitag in Augsburg. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, gibt es dabei auch ein begleitendes Kulturprogramm. Ein Vertreter der Partei hatte deshalb bei Peter Hummel, Pfarrgemeinderat an der Basilika St. Ulrich und Afra, nach einer Kirchenführung gefragt. Hummel lehnte ab – mit deutlichen Worten."  So jubeliert Katholisch de am 21.6. des Jahres. Ob dies Pfarrgemeinderatsmitglied wohl reelle Chancen hat, heilig gesprochen zu werden ob seines heroischen Einsatzes gegen Rechts? In den Genuß einer Kirchenführung kommen eben in dieser Kirche nur politisch Korrekte, denn nur für die ist die Kirche ja da!  Die AfD ist aber auch etwas Widerwärtiges.
 So weiß unser Anti-Rechtskämpfer zu erzählen: "Die Augsburger AfDler regen sich ohnehin immer über mich auf, weil ich mal eine Gegendemonstration zu einer Veranstaltung von ihnen mitorganisiert habe." Das ist ja auch unzumutbar: Da organisiert dieses Pfarrgemeinderatsmitglied mit Gleichgesinnten eine Anti- AfD- Demonstration und das nehmen ihm Parteimitglieder übel!
Warum stellt der Gemeinderat nicht gleich ein Schild vor die Kirchentüre: AfDler unerwünscht!
Ja, wenn es um den Kampf gegen Rechts geht, darum, unbedingte Treue zur Bundeskanzlerin zu bekunden, da ist die Kirche immer sofort zur Stelle. Pater Claus Pfuff, der neue Leiter der Jesuitischen Flüchtlingshilfe schrieb so am Tage davor einen Propagandabeitrag zur Unterstützung der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin auf Katholisch de- man merkt eben, daß die Regierungspolitik zusehens auf Kritik stößt.Umso tapferer kämpfen da ihre Fans vom einfachen Pfarrgemeinderatsmitglied bis zum Leiter der Jesuitenflüchtlingshilfe, unterstützt von der Macht der Medien.
Kath net titelt dazu am 21.6.2Essener Generalvikar Klaus Pfeffer und der Leiter des deutschen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, Klaus Puff, unterstellen der CSU Nationalismus und Rassismus – Deutsche Bevölkerung steht klar hinter CSU-Seehofer-Kurs beim Flüchtlingsthema" . Das macht eben das Problem dieser Anti-Rechtskämpfer aus: Jetzt dehnen sie gar ihren Kampf auf die CSU aus,(auch der allseits bekannte Anti-AfD- Agitator Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung erweitert so seine Kampfzohne) im Wissen darum, daß klare Mehrheiten für den CSU-Kurs es in Deutschland gibt. Der Ton wird so polemischer und agitatorischer.
Eines eint all diese Kämpfer: ihr klares Nein zu Deutschland. Es ist ein großer Irrtum. die Antideutschen auf die angesichts der Wiedervereinigung Deutschlands sich formierende "Antideutschen"-Bewegung zu reduzieren, auch wenn diese Linken klarer als die anderen Gesinnungsfreunde ihr Programm verkündeten, daß das Deutsche Volk durch eine multikulturelle Gesellschaft aufgelöst werden soll und sein Nationalstaat abzuschaffen ist. Dies antideutsche Programm hat eben die Gehirne und Herzen vieler erobert. Wenn die Alt-68er noch hofften, die ihnen verhaßte deutsch-bürgerliche Kultur durch eine proletarisch- bolschewistische Revolution beseitigen zu können, so verflog diese Hoffnung mit dem Ende des realen Sozialismus. Aber das gebar eine neue Hoffnung, daß durch eine Multiethnisierung  und Multikultivierung die so verabscheute Kultur zu beseitigen sei.
Die "freie Welt" frägt am 21.6. "Globalisten verweigern westlichen Kulturen den »Wert an sich« Warum gestehen die Globalisten und Kulturmarxisten unserer Kultur keinen Selbstwert zu? Die Antwort ist einfach: Die anderen Kulturen werden ja bejaht, weil und nur weil sie sich gegen unsere wenden. Hoffte die Linksintellektuellen marxistisch noch von der Erlösung von unserer bürgerlichen Kultur durch eine proletarische Revolution, so soll nun durch eine Masseneinwanderung Fremder die heimische Kultur zerstört werden. Die Feindschaft dem Eigenen gegenüber ist so das Gemeinsame, das unser aller Kämpfer gegen Rechts eint.
   

Mittwoch, 20. Juni 2018

3 kurze Thesen zur Lage des Christentumes in Europa

1. These: Die Konstantinische Epoche ging mit dem Ende der letzten 3 christlichen Monarchien Europas nach dem 1.Weltkrieg zu Ende. Bis dahin war das Christentum die öffentliche oder man könnte auch sagen die Zivilreligion Europas.
2. Die Kirchen, gegen ihren Willen herausgeworfen aus dem Thron- und Altarbündnis mußten sich so neu situieren. Sie hörten auf, als im Bund mit dem Staat das Gegenüber zur bürgerlichen Gesellschaft zu bilden, von wo her sie versuchten, die Gesellschaft zu gestalten (= zu verchristlichen) und verorteten sich als Teilnehmer in der pluralistisch verfaßten Gesellschaft. Aus Heilsvermittelungsorganisationen werden nun Religionsdienstleistungsanbieter, die gemäß den Gesetzen des freien Marktes "Angebote"  auf dem Markt anbieten. Der theologische Diskurs als Medium der Selbststeuerung der Kirchen wird so ersetzt durch Marktnachfrageanalysen: Was kommt wie an? 

3. Gegen die lllusion einer säkularisierten Gesellschaft: Jede Gesellschaft bedarf einer öffentlichen Religion (Zivilreligion), der die privaten subordiniert sind. Robespieres Versuch der Installation einer Relgion der Verehrung der Göttin Vernunft war so das Vernünftige dieses antichristlchen Revolutionärs. (So in der Sowjetunion der Stalinismus als Religionssurrogat) In Europa und auch in Amerika übernimmt die Politische Korrektheitsideologie die Funktion der öffentlichen Religion (Zivilreligion), der sich alle anderen Religionen unterzuordnen haben, auch die christliche. Das geschieht jetzt.

Dienstag, 19. Juni 2018

Papst Franziskus zum Thema Ehebruch

"Ausgangspunkt der Predigt war die Warnung Jesu im Evangelium, wer eine Frau auch nur lüstern anschaue, habe schon Ehebruch begangen. Jesus habe scharfe Worte gewählt, um klarzumachen, dass Frauen nicht weniger wert seien als Männer, so Franziskus. Frauen seien "jener Teil, der den Männern insgesamt fehlt, damit sie Gottes Ebenbilder sein können". So rapportiert Katholisch de eine Papstpredigt:  "Objekte der Begierde und des Gebrauchs": Papst Franziskus hat in einer Predigt die Missachtung und Ausbeutung von Frauen scharf kritisiert."
Was soll man angesichts solcher theologischen Höchstleistungen noch sagen! Was sagte der Papst nicht?, fragen wir unter der Prämisse, daß katholisch de angemessen diese Predigt wiedergibt.
Dem göttlichen Lehrer geht es um die Heiligkeit der Ordnung der Ehe. Die Ehe soll geschützt werden vor der Begierlichkeit anderer Männer. König Davids Ehebruch und die anschließende Ermordung des Ehemannes durch den König, damit er so die so "Verwitwete" ehelichen kann, zeigt drastisch auf, wie gefährlich dies unerlaubte Begehren ist: Die verheiratete Frau soll für alle anderen Männer tabu sein um der Ordnung der Ehe willen. 
Jesus lehrt nun, daß schon das Begehren nach einer verheirateten Frau ein Ehebruch ist. Hier kann nur eine schon verheiratete Frau gemeint sein, denn mit einer unverheirateten kann kein Mann einen Ehebruch begehen, es sei denn, daß er selbst verheiratet ist.  Dem gemäß muß auch das Verb:lüstern anschauen gedeutet werden. Nicht kann gemeint sein, daß es ein erlaubtes liebesvolles Anschauen einer fremden Ehefrau gibt, dem dann ein unmoralisches lüsternes Anschauen gegenübergestellt werden kann. Gemeint ist, wenn die Augen eines Mannes eine Verheiratete, nicht mit ihm Verehelichte, also fremde als seine Frau ersehnen oder begehren,dann begeht der Mann einen Ehebruch mit ihr. Nicht die Qualität des Anschauens macht dies Tuen zur Sünde des Ehebruches sondern die Wahl des Objektes, daß begehrt wird, was nur noch von dem Ehemann begehrt werden darf. 
Eines muß nüchtern realistisch festgehalten werden: Wenn nicht gerade eine reine Vernunftehe angenommen wird, geht jeder Eheschließung ein Begehren und Ersehnen der Frau durch den Mann voraus. Es kann unter Menschen keine geschlechtliche Liebe ohne Begierde und Ersehnung des Objektes der Liebe geben. Das ist in der Natur des Menschen als fester Bestandteil des Fortpflanzungswillens enthalten. "Natürlich" begehrt der Mann kultiviert und das ist immer eine Domestikation der natürlichen sexuellen Gelüste. Kultiviertes Begehren ist so die Form der Galanterie als kulturelle Hochform. Aber das so Natürliche ist nicht schon die Sünde, sondern dies Begehren wird erst zur Sünde, wenn es gegen die Kulturordnung der Ehe verstößt, indem ein Mann eine schon Verheiratete begehrt.  
Und hier stehen wir vor einem echten Problem: Angefangen in der Hochliteratur wird das Ideal der Liebe gegen die Ordnung der Ehe ausgespielt. Man denke an: Goethes Wahlverwandtschaften, Flauberts Madame Bovery, an Fontanes Effi Briest, um nur die allerbekanntesten zu nennen. Einfach gesagt: Kann den Liebe Sünde sein? Wenn eine Frau ihren Ehemann nicht mehr liebt und dafür ihren Geliebten um so mehr, wer spricht dann noch von einem Ehebruch, wenn die sich so Liebenden intim miteinander werden? Das gilt dann auch für den Ehemann, der plötzlich seine wahre Liebe in einer anderen Frau findet. Kurz gesagt: Spätestens seit der Romantik ist die Ordnung der Ehe gefährdet durch ein anderes moralisches Ideal, daß der Liebe mit dem Urteil: Liebe kann keine Sünde sein und so kann auch der Ehebruch erlaubt sein. 
Hier müßte nun die Ordnung  der Liebe, die der Ehe gegen das Ideal der freien Liebe verteidigt werden, daß die Liebe zu einem Verheirateten Sünde ist. Natürlich nicht die Nächstenliebe, sondern die geschlechtliche, die den Anderen zur Frau oder zum Mann begehrt, auch wenn der Andere schon mit wem anders verehelicht ist. 
Aber was macht der Papst daraus? Er kritisiert die Mißachung und Ausbeutung der Frau. Damit wird er bei jeder Feministin Beifall bekommen und bei jedem Humanisten, der für Gerechtigkeit sich engagiert! Nur, was hat das mit der Ehelehre Jesu Christi zu tuen? Nichts! Aber da die unpopulär ist, predigt der Papst eben lieber frauenfreundlich feministisch! 
Noch was: Die Frau dürfe nicht zum Objekt des Mannes werden. Auch auf diese Parole scheint der Papst in seiner Predigt anzuspielen. Diese Parole klingt immer gut, sie bekommt überall Beifall in den Medien. Nur, was soll sich man dabei denken? Denken wir nach! "Ich sehe dich!", "Ich kenne dich!" Formal: Ich plus Prädikat, durch das ich mich auf etwas beziehe, macht das Ewas immer zu einem Objekt. Es ist keinem Subjekt möglich, sich auf etwas zu beziehen, ohne daß durch dies Sichinbeziehungsetzen das so in Beziehunggesetzte zum Objekt des Subjektes wird. 
Jean Paul Sartre zieht daraus beachtliche Konsequenzen:
„Ich befinde mich in einem öffentlichen Park. Nicht weit von mir sehe ich einen Rasen und längs des Rasens Stühle. Ein Mensch geht an den Stühlen vorbei. Ich sehe diesen Menschen, ich erfasse ihn gleichzeitig als einen Gegenstand und als einen Menschen. Was bedeutet das? Was will ich sagen, wenn ich von diesem Gegenstand behaupte, daß er ein Mensch sei?“„Im Blick des Anderen erfahre ich den Anderen als Freiheit, die mich zum Objekt macht.zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Sein_und_das_Nichts
  
So seltsam befremdlich das auch beim ersten Lesen erscheinen mag: So ist es. Es ist so in jeder Beziehung etwas zu tiefst Problematisches innewohnend, daß ich durch den Anderen zu seinem Objekt werde wie ich auch jeden anderen zu meinem Objekte mache.Das gilt selbst für die Liebe, den in dem: "Ich liebe Dich!" ist das Du Objekt meiner Liebe. Es ist ein ontologisches Problem, das nicht durch eine moralische Qualifizierung des Sichinbeziehungsetzens gelöst werden kann.   

 

Montag, 18. Juni 2018

Über den Verlust der Schönheit in der Kirche

" Die meisten Menschen leiden unter modernen Kirchen" "Eine Revolution der Schönheit" habe begonnen, bilanzierte Initiator Johannes Hartl." Katholisch de am 17.6. 2018. Es geht also dem allseits bekannten Leiter des Augsburger Gebetshauses um die Ästhetik des Kirchenbaues.  Was immer nun auch hier unter dem Begriff der "Revolution der Schönheit" verstanden werden mag, eine Revolution wird hier übersehen. Welcher religiöse Mensch käme je auf den Gedanken, daß das Wesentliche eines Kirchenbaues die Frage sei, ob der Bau uns Menschen gefalle? Jede katholische Kirche ist  vörderst  ein Ort der Anwesenheit Gottes. Das ewige Licht verheißt: Hier wohnt Gott für uns, wie einst im Tempel zu Jerusalem oder im Begegnungszelt des Mose. 
Müßte nicht da die erste Frage der ästhetischen Gestaltung die sein, ob die Bauästhetik Gott selbst gerecht wird, ob ihm das Gebaute gefallen könne? Aber der Anthropozentrismus ist in modernen Zeiten so sehr zu einer Selbstverständlichkeit geworden, daß in der kirchlichen Ästhetik nicht mal mehr nach Gott gefragt wird- denn auch der Gottes"dienst" ist ja nur noch eine religiöse Unterhaltungsveranstaltung zugunsten von den menschlichen Besuchern! Ist das nicht genau der Grund des Niederganges der kirchlichen Ästhetik, daß sie den Grund alles Schönen,Gott selbst aus den Augen verlor!  
Ist das Unglück der modernen nachkonziliaren Liturgie nicht ihr Schönheitsverlust, dem der Häßlichkeitskult der modernen Bauästhetik korreliert! 

Zusatz:
Zum generellen Schicksal der Kunst sei auf das mehr als lesenswerte Buch:"Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege", Hans-Jürgen Syberberg verwiesen!
 

Sonntag, 17. Juni 2018

Papst appelliert: Migranten nicht im Stich lassen

"Im Mittelpunkt des eintägigen Treffens stand der UN-Globalpakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration. Die Federführung der Zusammenkunft im Vatikan hatten die Regierung Mexikos und das vatikanische Staatssekretariat."  Katholisch de am 14.6.2018.  ja, in dieser Causa ist der Papst von bestechender Klarheit:
"Die Sicherheit des einzelnen Flüchtlings sei bei Grenzkontrollen wichtiger als nationale Interessen, sagt Papst Franziskus." Katholisch de am 21.8.2017. Der Papst wird dann auch konkret:

"In seinem sehr konkret gehaltenen Schreiben plädiert der Papst unter anderem für humanitäre Korridore und Sondervisa für Menschen aus Konfliktgebieten, für Familienzusammenführung und eine Grundsicherung. Unter anderem sollten Migranten und Flüchtlinge auch Bankkonten eröffnen können, Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten und im Aufnahmeland erworbene Rentenanwartschaften bei einer Rückkehr in ihre Heimat mitnehmen können.
Franziskus nennt die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen eine Chance zu interkultureller Bereicherung. Integration sei ein "langer Prozess", könne aber durch die Gewährung einer Staatsbürgerschaft unabhängig von wirtschaftlichen oder sprachlichen Erfordernissen beschleunigt werden."
Das ist die päpstliche Fassung des Zernichtungsprogrammes aller Nationalstaaten mit ihren Kulturen zugunsten einer globalisierten Einheitswelt. Jede Nation konstituiert sich durch die Setzung der Differenz von dazugehörig und nichtdazugehörig. Wird nun, wie es ihm hier der Papst vorschwebt, jedem die Staatsbürgerschaft verliehen, bloß weil er sie begehrt, löst damit jeder Nationalstaat sich auf. Es kann auch keine Ehe und Familie existieren, wenn jeder Gast, nur weil er es möchte, zum Familienmitglied gekürt wird. Zudem wird diesem "Gast" gar keine Integrationsleistung mehr abgefordert: Alle Rechte des Staatsbürgers sollen ihm verliehen werden, damit er sich dann integriert und nicht soll es sein, wie bisher, daß eine Voraussetzung der Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft die Kenntnis der deutschen Sprache ist. 
Die Forderung nach Familienzusammenführung ist nun besonders heikel, bedenkt man die vieler Orten praktizierte Polygamie! Zudem soll ja diese Zusammenführung stattfinden, bevor über den Asylantrag des hierher geflüchteten Familienmitgliedes entschieden worden ist, damit so eine Repatrierung bei einer Ablehnung des Antrages erschwert wird. Die "Linke" fordert ja ein Nein zu jeder Repatrierung abgelehnter Asylantragsteller, sodaß so faktisch jeder Flüchtling in Deutschland dauerhaft leben kann bei Vollversorgung durch den Staat. Das dürfte wohl auch im Sinne des Papstes sein! 
Das Individuum ist wichtiger als die Nation- das ist wohl der Kernsatz der Weltanschauung dieses Papstes. Ob dessen Sympathie für die marxistisch fundierte Befreiungstheologie wäre es untersuchenswert, ob dieser Antinationalismus sich speist aus der alten Klassenkampfparole, daß der Arbeiter kein Vaterland, keine Heimat habe? Aber eines ist unübersehbar: Dieser Papst ersehnt den Untergang der Völker Europas mit ihren Kulturen, damit eine globalisierte Einheitswelt errichtet werden kann mit einer Einheitsreligion, dem Produkt des interreligiösen Dialogiesierens. 
Vielleicht speist sich aber dies Engagement des Papstes auch primär  nur aus der tiefen Abneigung eines Argentiniers gegen die so viel erfolgreicheren Europäer und Amerikaner, denen er als selbstbewußter Argentinier die Schuld am Zustand Argentiniens und der anderen ärmeren Länder zuschreibt, um nicht nach hausgemachten Ursachen forschen zu müssen. Das war ja das Befreiende an der marxistischen Befreiungstheologie, daß sie die Frage nach der Schuld einfach mit dem Satz: Die Amerikaner und die westlichen Europäer sind Schuld an Allem respondierte und so jede Eigenverantwortlichkeit negierte.