Montag, 27. März 2017

Irritierendes: ein paar Notizen zu einem Kunstwerk

Spontan stellen wir uns ein Kunstwerk so doch vor: Ein Künstler will anderen durch sein Kunstwerk etwas mitteilen. Dem entspricht die allseits bekannte Lehrerfrage, was denn wohl der Künstler uns durch dies sein Werk mitteilen wollte. Erstaunlicherweise gibt es dann auf diese Frage so viel verschiedene Antworten, wie Schüler sich ins Unterrichtsgespräch "einbringen" und der Lehrer beurteilt dann die diversen Antworten in Regel nur damit, daß er die Begründungen auf ihre innere Konsistenz hin überprüft. Irgendwie scheinen Kunstwerke nicht das optimale Transportmedium für Mitteilungen zu sein, wenn jeder Rezipient eine andere Botschaft aus dem Kunstwerk herausliest. 
Friedrich Hölderlin protestierte schon in seinem "Hyperion" 1797 dagegen, indem er schrieb:" Aber ich fürchte,die einen werden es lesen, wie ein Compendium, und um das fabula docet sich zu sehr bekümmern". (Vorrede, zitiert nach:Bibliothek der Erstausgaben, 2005, S.7) Das, was die Fabel lehrt, das wäre dann der Gehalt dieses Briefromanes, den der Autor zuvor sich klar vor Augen gestellt hätte, um dann das in einer Fabel auszudrücken, hoffend, daß zukünftige Leser die Fabel richtig begreifen, indem sie nun wieder die Lehre aus der Fabel herauskristallisieren.
Der Künstler verschlüsselte also seine Lehre einzig zu dem Zweck in eine Fabel, damit der Leser die Fabel wieder entschlüsselt, um die ursprüngliche Lehre als Botschaft der gelesenen Fabel zu rekonstruieren. Nur: warum dies Verschlüsseln, hätte der Künstler da nicht gleich die Lehre kommunizieren können? Zudem: So gesehen ist das ganze Kunstwerk ja überflüssig, wenn es nur auf das ankommt, was die Fabel lehrt!
Unser spontanes Verständnismodell des Kunstwerkes, das von: Sender, Sendung und Empfänger scheint hier zu kurz zu greifen.
Nehmen wir ein anderes Bild: Jemand wirft eine Flaschenpost ins Meer, hoffend, daß sie Leser findet. Die Autorenintention bleibt wie der Autor am Ufer stehen und der Text in der Flasche emanzipiert sich von der Autorenintention wie die Flasche sich vom Ufer entfernt.
(vgl dazu den Essay von Roland Barthes zum Tode des Autors). Nur insoweit die Autorenintention in dem Text aufgehoben ist, ist sie noch im Kunstwerk präsent, sonst ist sie etwas plusquamperfektisch Abgeschlossenes, das wohl in einer Biographie des Autoren von Bedeutung ist, nicht aber mehr für das Kunstwerk selbst. 
Ist nun das Kunstwerk, etwa der Briefroman: "Hyperion" ein in sich abgeschlossenes Kunstwerk, das sich von seinem Autor emanzipiert hat. Es wäre dann etwas rein Objektives, das nur noch vom Leser so zu lesen ist, wie es ist. Das Gelesenwerden wäre so für den Roman etwas völlig Gleichgültiges: Er ist, wie er ist und so nur will er gelesen werden.
Aber werden die Buchstabenreihen nicht erst durch das Lesen zu einem ganzen Roman? Was ist denn ein Roman anders als viele Buchstaben, Satzzeichen und Zahlen? Daß daraus ein Roman wird, wird er das nicht erst durch das Lesen? Lesen ist doch wohl etwas anderes, als wenn man nur das Buch aufschlägt und sieht, was da drinnen ist? Ist nicht jedes Lesen immer schon ein Interpretieren und Deuten des Gelesenen?
Abstrakter formuliert: Gehört die Rezeption eines Kunstwerkes selbst noch zum Kunstwerk dazu? 
Ich lese den Text einer Wagneroper. Ist das schon das fertige Kunstwerk oder ist das Kunstwerk erst "fertig", wenn es auf der Bühne inszeniert wird? Gehört nicht konstitutiv die Insznierung zum Kunstwerk der Oper dazu, sodaß man ein Textbuch der Oper eher als ein Rohmaterial des Kunstwerkes ansehen müßte als schon als das Kunstwerk selbst?
Wenden wir uns zeitgenössischerer Musik zu. Ein Livekonzert der Musikgruppe "Kreator"
als Video im Weltnetz vor Augen (Wacken 2005)), frage ich mich jetzt: Gehören die Hörer dieses Konzertes nun zum Kunstwerk selbst dazu oder nicht? Ist das Kunstwerk allein das gespielte Musikstück, oder gehören die das Stück Spielenden mit zum Kunstwerk?
Man beachte einfach mal, wie sich die Musiker auf der Bühne nicht einfach "zur Musik" sondern "in ihr" sich bewegen mit der Frage: Hat sich das Verhältnis des Musikers zu seinem Werk gändert, weil er nun selbst zum Teil des Werkes wird, sodaß dies auch eine geänderte Weise der Selbstpräsentation der Musiker erheischt?  
Höre ich mir das Musikstück auf einer CD an, verschwinden mir die Musikanten und ich könnte meinen, daß das Werk in seiner reinen Objektivität unabhängig von mir existiert. Aber wie ist das nun in dem Video des Livekonzertes? Setzt sich hier nicht das Gesamtkunstwerk zusammen aus den drei Elementen, den Musikern, der gespielten Musik und ihren Hörern? 
Könnte es sein, daß wenn ich eine Musik auf einer CD höre, ich einfach nur vergesse, daß der Künstler und der Zuhörer, also auch ich zum Gesamtkunstwerk dazugehören? Werden etwa die Töne der Musik erst im Hörerohr zu einer Musik? 
Fällt so gesehen das aus den Händen des Künstlers sich emanzipierende Kunstwerk nun nur  in die Hände des Lesers um einer Willkürdeutung des Rezipienten zu ermöglichen?  Wo bleibt da die Objektivität des Kunstwerkes, wenn es der Subjektivität des Künstlers entrissen
nun ganz der Subjektivität des Rezipienten unterworfen werden würde? Das setzt aber wieder voraus, daß wir das Lesen und Hören eines Kunstwerkes als etwas für das Kunstwerk selbst Gleichgültiges ansehen, als ruhte das Werk in sich ohne daß es von wem genossen wird.
Wenn das Kunstwerk, sobald es der Künstler entäußert, in die Hände der Rezipienten gerät, wird es dann erst zum Kunstwerk durch sein Rezipiertwerden und ist dann der Künstler als Ermöglichungsgrund einer solchen Rezeption selbst ein Bestandteil des Kunstwerkes?  
Hier fehlt jetzt offenkundig eine Theorie der menschlichen Wahrnehmung, inwieweit nämlich jedes menschliche Wahrnehmen immer auch ein Bearbeitungsprozeß des sinnlich Vermittelten durch die Vernunft des Menschen ist. Wie ist die Vernunft im Wahrnehmen von Kunstwerken selbst immer schon spontan produktiv tätig, bevor wir uns fragen: Was sagt mir dies Kunstwerk? Kunst wird ja von Menschen nicht nur sinnlich empfangen, denn dann wäre dies gar keine menschliche Wahrnehmung. 
So viele Unklarheiten und doch können wir Kunstwerke genießen!  
   

Samstag, 25. März 2017

Totalmobilmachung zum hl. Krieg gegen Rechtspopulisten

"HANNOVER. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet, Rechtspopulisten könnten in Betrieben und der Verwaltung in Zukunft verstärkt Propaganda machen.[...]Hierfür hat der Verdi-Bezirk Süd-Ost-Niedersachen eine „Handlungshilfe für den Umgang mit Rechtspopulisten in Betrieben und Verwaltung“ herausgegeben.
>Es sei wichtig, ein offenes Auge dafür zu haben, was die Kollegen so redeten. Ob sie zum Beispiel Linke provozierten, homophobe Sprüche äußerten oder „entsprechende Lektüre“ wie die JUNGE FREIHEIT, Compact oder Zuerst mit auf Arbeit hätten oder auf Internetseiten wie Politically Incorrect surften. Auch solle beobachtet werden, mit wem die Kollegen in sozialen Netzwerken befreundet seien oder was und mit wem sie sich über Whatsapp schrieben. Bestehe Unsicherheit, sollten sich die Gewerkschafts-Spitzel bei „aktiven Antifaschisten“ informieren.<." (Junge Freiheit vom 24.3.2017)
Dieser niedersächsische Bezirk weiß eben, worauf es jetzt politisch ankommt! Das Denunziantentum ist eben ein sehr bewährtes Mittel im Kampf gegen alle oppositionellen Strömungen. Da Verdi sich über die vielen SPD- Mitglieder ganz eng mit der jetzigen Regierung verbunden fühlt, will dieser Verband nun aktive Wahlkampfhilfe für die Regierung leisten. Wenn schon die Führungskräfte der Katholischen Kirche und der EKD couragiert in die heiße Wahlkampfphase gestartet sind mit ihrer Anti-Rechts-Propaganda, will eben diese Gewerkschaft nicht abseits stehen!
Und wo kann man Andersdenkende und Oppsitionelle besser bekämpfen als am Arbeitsplatz mit der Drohung, daß wer oppositionell denkt, Gefahr läuft, seinen Arbeisplatz zu verlieren! Dazu sind erstmal die Blockwarte dieser Gewerkschaft aufgefordert, genau darauf zu hören, was jeder Arbeitskollege so redet, was er liest und welche Seiten im Internet er aufsucht. Kontrolle ist das wichigste. Wenn nun ein Blochwart nicht sicher ist, ob das so Wahrgenommene politisch noch korrekt ist oder nicht, soll er bei aktiven Antifaschisten nachfragen. Sicher wird die Autonome Antifa da kompetent Auskunft geben können. 
Aber es soll ja nicht beim bloßen Beobachten bleiben: "Eine zusätzliche Möglichkeit sei es auch, den Arbeitgeber anzusprechen, denn dieser wolle meistens keine betrieblichen Konflikte wegen rechtspopulistischen Engagements." Das heißt im Klartext: Die bewährte Methode, Gastwirten zu drohen, wenn sie Räume für AfD- Veranstaltungen freigeben, damit diese Veranstaltungen verhindert werden, soll nun auf alle möglichen Arbeitgeber ausgedehnt werden: Wehe dir, wenn du weiter einen Rechten beschäftigst- das wird zu deinem Nachteil publik gemacht, am besten mit einer Boykottdrohung, wie es jetzt gegen Gastwirte in Deutschland schon übliche Praxis geworden ist. 
Einig sind sich diese politisch korrekten Demokraten mit der Regierung, daß die Meinungs- und Redefreiheit der größte Feind ist, daß ein Zuviel an Freiheit einen Donald Trump vergleichbaren Wahlerfolg ermöglichen kann. Deshalb muß die Freiheit eingeschränkt werden und dazu ist die Denunziation das bewährteste Mittel. Jeder freundlich dreinschauende Kollege kann ein politisch korrekter Aufpasser sein, der jede politisch nicht ganz korrekte Meinungsäußerung denunziert, jeden Witz mithört und selbstverständlich mit Argusaugen darauf achtet, was man liest! Die totale Mobilmachung gegen Rechts! 
Erstaunlicherweise ist dies vorbildliche Engagement gegen Rechts dem Chef dieser Gewerkschaft nun doch ein Zuviel. (vgl Junge Freiheit vom 24.3. 2017)  Das ist aber doch nicht ganz verständlich, denn welcher Arbeiter und Angestellte möchte schon Mitglied in einer Gewerkschaft sein, die ihre Hauptaufgabe in der Bespitzelung und Denunziation von Mitarbeitern sieht!   

Merksatz: Eigentlich war es in der DDR doch besser: Da gab es Meinungsfeiheit und Redefreiheit nur  für aufrechte Antifaschisten!     
    

Freitag, 24. März 2017

Irritierenedes: die christliche Religion und das Leben

Mehr als einmal frug ich Theologen, ob sie das 1.Gebot kennten, das Gott uns Menschen gab. Nicht ein Gefragter wußte die rechte Antwort, selbst in moraltheologischen Fragen Engagierte nicht. Das nachsynodale Schreiben des Papstes zur katholischen Ehe- und Familienlehre kennt es auch nicht; es wird da nicht zitiert! Wie lautet das erste nun? "Du sollst Gott lieben", oder "Deinen Nächsten" oder: "Erkenne Dich selbst!", oder....? Irgendwas mit Liebe wird es doch wohl sein und damit liegt man gar nicht so ganz falsch.
Beginnend mit Genesis 1,1 oder dem 1.Mose 1,1 finden wir sehr schnell die Antort auf diese Eingangsfrage. In der Vulgata (1,28) liest sich das so: " "Crescite et muliplicamini, et replete terram, et subjicite eam". (Deutsch: "Seid fruchtbar und mehret euch" und dem ist gleich das 2.göttliche Gebot angefügt: "und erfüllet die Erde und machet sie euch unerthan". (Vulgata,Hrsg: Augustin Arndt S.J. 1903) 
Frägt man Theologen, was würde geschehen, wenn alle Menschen sich nach dem Vorbild Jesu von Nazareth orientierend so lebten wie er, bekommt man recht interessante Antworten zu hören- nur diese eine, die naheliegendste nicht: Alle Menschen lebten enthaltsam sodaß die ganze Menschheit in kürzester Zeit ausstürbe. Was Atombomben, die schlimmsten Naturkatastrophen und Unfälle nicht geschafft haben, lebten alle Menschen wie Jesus, der Tod der Menschheit stünde unmittelbar bevor. 
Wenn das Ideal der vollkommender Nachfolge Jesu das klösterliche Leben ist, dann zeitigt dieses Ideal, realisierten es alle Menschen, ebenso die Folge des Aussterbens der Menschheit. 
Und wohin tendiert die Katholische Morallehre über die Sexualität? Zum 1.Gebot oder zur Nachfolge Jesu auch im Punkto seiner gelebten Enthaltsamkeit? 
Äußerst wichtig ist die Frage des Wanns: Wann gab Gott uns dies erste Gebot? Vor dem Sündenfall! Das ist keine Nebensächlichkeit, denn man könnte ja sonst denken, daß, weil der Mensch dem Todesschicksal unterworfen ist, er wird geboren, um sterben zu müssen, das  Konzept der Fortpflanzung die natürliche Antwort auf dies  Todesschicksal ist. Der Einzelne stirbt, aber das Menschsein erhält sich durch die Akte der Fortpflanzung. Weil Adam und Eva gesündigt hatten und weil Gott sie daraufhin dem Todesschicksal unterwarf, gab Gott ihnen das Konzept der Fortpflanzung, damit das Menschsein nicht verlöscht, obwohl jedes Einzelindividuum sterben muß.So wäre die sexuelle Fortpflanzung nur eine Art Notbehelf angesichts der Folgen der Ursünde.Dann ist es auch einsichtig, daß im Reiche Gottes die Sexualität und Fortpflanzung nicht mehr stattfindet. 
Aber Gott wollte die menschliche Fortpflanzung, daß er sich vermehre unabhängig vom Todesgeschick des Menschen. Das Ziel der Vermehrung ist ja auch das der Beherrschung der Schöpfung durch die sich zu diesem Zwecke vermehren sollenden Menschen. Man könnte meinen, daß der Schöpfergott den zwei ersten Menschen die Welt als Rohmaterial übergab, damit sie mit ihren Nachkommen diese dann gestalten, sich unterwerfen und so sie erst vollenden. 
Wie kann nun angesichts von einem so starken göttlichen Vitalismus die Enthaltsamkeit zur Tugend avancieren? Verbirgt sich etwa in dem klösterlichen Ideal einer lebenslangen Enthaltsamkeit eine Verneinung des Lebenswillens als Neinsagen zur Fortpflanzung?
Jesus Christus war der Hohepriester, der als solcher das Versöhnungsopfer am Kreuze Gott darbrachte. Zu diesem priesterlichen Beruf paßt die gelebte Enthaltsamkeit als täglich gelebtes Opfer, gerade auch  weil der Priester in diesem Punkte kein Vorbild sein kann und darf. Nur dem Amtspriestertum kommt diese von Jesus Christus vorgelebte Enthaltsamkeit zu als Abrundung seiner Berufung zum Opferdienst. Würde aber jeder Christ so leben, stürbe das Christentum in kürzester Zeit aus! 
Aber trotzdem scheint das priesterliche Ideal der Enthaltamkeit Schatten auf die allgemeine Katholische Morallehre geworfen zu haben, denn es ist sehr fraglich, ob die gesamte materiale Duchführung der Morallehre dem ersten göttlichen Gebot gerecht wird! Nicht die Enthaltsamkeit sondern der Nachwuchs hat das erste und oberste Ziel einer christlichen Sexualmoallehre zu sein.
Man denke nur an den einfachen Fall einer kinderlosen Frau, von der sich ihr Ehemann gegen ihren Willen hat scheiden lassen, sodaß sie ob ihrer gültig geschlossenen Ehe keine Familie mehr gründen darf, da das nur Verheirateten erlaubt ist, sie aber als Geschiedenwordende nicht mehr heiraten darf! 
Oder noch einfacher: Was tun, wenn eine Frau eigene Kinder möchte, aber keinen Mann zum Heiraten findet? Die Katholische Ehelehre wird so-teilweise- zum Verhinderungsgrund der Erfüllung des ersten göttlichen Gebotes! 
Oder sollte sich doch in das Christentum eine lebensverneinende Tendenz eingeschlichen haben, die ja bekanntlich Schopenhauer als die eigentliche Substanz dieser Religion im Einklang mit dem Buddhismus ansah und die Nietzsche dann zu dem Kritiker der christlichen Religion werden ließ?
Zumindest findet sich ja in der Sintflutgeschichte eine solche Tendenz in dem Urteil Gottes über seine eigene Schöpfung, daß er sie selbst gänzlich austilgen will, weil sie ihm selbst so zuwider geworden ist! Aber um des Opfers Noah willen, daß Gott weiterhin Opfer dargebracht werden, verzichtet Gott auf die Endlösung seiner Schöpfung und will sie stattdessen um des Opfers Christi willen erlösen!                         

Donnerstag, 23. März 2017

Kardinal Marx Lust an der Protestantisierung der Kirche

„Es geht nicht darum, lebensferne Normen zu erfüllen, sondern darum, jeden Tag zu fragen: Lebe ich im Bund mit Gott?“ Eine zentrale Bedeutung komme dem Gewissen zu. „Der Mensch kann, auch wenn er versagt, immer wieder neu in den Bund hineingehen.“ (Kath net vom 23.3.2017: "Franziskus betreibt keine Abkehr von Tradition der Kirche". Hören wir hier nicht die urprotestantische Unterscheidung von Gesetz und Normen einerseits und dem Gewissen andererseits heraus. Nicht eine Gesetzesobservanz, nicht der Gehorsam gegenüber Gottes- und Kirchengeboten macht das Leben eines Christen aus, sondern daß er aus seinem Gewissen heraus lebt. Auch Gottes- und selbstredend Kirchengebote können "lebensfern" sein, ja müssen es sogar sein, denn das Leben ist das einzigartig Individuelle und Gesetze und  Gebote sind eben allgemein ausgerichtet.Aber "mein Gewissen", das sagt mir in meiner individuellen Besonderheit in dieser mir nur eigenen Situation, was nun für mich das Richtige ist. 
Damit hebelt der Kardinal die ganze  Morallehre der Kirche aus, indem er sie dem inividuellen Gewissen als Letztentscheidungsinstanz unterwirft. Wenn der alttestamentliche Begriff des Bundes mit dem des Gesetzes verbunden ist in der Form, daß der Bund eine: "Wenn- dann Relation" meint im Sinne von: Wenn Israel x tut, dann wird Gott y tun!, dann bestimmt das Gesetz das x im Sinne von: Wenn Israel die Gebote hält, dann wird Gott mit ihm sein!, so will nun der Kardinal anstelle des Gesetzes das Gewissen treten lassen. Wozu bdarf der so auf sein Gewissen Kaprizierte noch die Moralllehre der Kirche? Sie ist ihm ein Angebot an zu Teil "lebensfernen Normen",aus denen er sich das ihm Genehme gemäß dem Urteil seines Gewissens auswählen darf. 
So kann dann das Gewissen einem Kardinal sagen, daß es jetzt opportun ist, das Kreuz Christi zu verleugnen und daß er dabei doch im Bunde mit Gott bleibt. Nur "lebensferne Normen" verlangen ein Bekenntnis zu Christus, auch wenn es den potentiellen Adressaten mißfallen würde. Das individuelle Gewissen urteilt eben klarer als solch doktrinäre Morallehren!          

Mittwoch, 22. März 2017

Staatliche Finanzunterstützung für das Projekt der Islamisierung Deutschlands

"Die brandenburgische Landeshauptstadt für 13 Freitags-Gebetsveranstaltungen jeweils 1.515 Euro für Miete und Nebenkosten wie die Reinigung bezahlt hat.Potsdam (kath.net) Die deutsche Stadt Potsdam hat im vergangenen Jahr Freitagsgebete des Vereins der Muslime in Potsdam in einer kommunalen Halle mit knapp 20.000 Euro unterstützt."
Wer einst die Aufgabe übernehmen wird, einen Nekrolog über das untergegangene christliche Abendland und seine säkularisierte Gestalt als (westliches) Europa zu verfassen, wird vor dem Problem stehen, die Zustimmung der herrschenden politischen Klasse zum Projekt der Islamisierung Europas zu erklären. 
Es werden sich dann diese Fragen stellen: War diese Zustimmung primär eine Folge einer positiven Wertschätzung des Islams oder mehr eine Konsequenz des Willens zur Verneinung der christich-abendländischen Traditionen? 
Ist wirklich das Ziel der vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen die Islamisierung Europas zu fördern? Oder soll nur ein "Bürgerkrieg" initiiert werden, ein ethnisch-religiöser, aus dem heraus sich dann als Überwinder des Krieges aller gegen alle ein Leviathanstaat (Thomas Hobbes) legitimieren wird?  Nicht nur in den sog. "Protokollen vom Zion" lesen wir ja von dem Konzept, durch initiierten Terror und Krieg zur Weltherrschaft. Dr. Mabuse bezeugt dies Konzept ebenso, wie auch Hans Henny Jahnns: Perrudja.  
Warum ist nun aber gerade die politische Linke so angetan vom Islam und noch frappierender die Katholische Kirche und der organisierte Protestantismus? Als wenn ein Wille zur Selbstnegation das alt gewordende Europa durchströmte: die Lust am eigenen Untergang. 
Wahrlich, man kann die zukünftigen Nekrologen um ihre Arbeit nicht wahrhaft beneiden. Es gibt aber noch Kräfte der Selbstbejahung und des Willens zum Weiterleben. Nur, sie sind schwach und werden mit allen Mitteln von ihren Feinden ob ihres Jas zum Leben bekämpft. Nichts drückt dies besser aus, als daß Bewegungen, die die christlich-abendländische Tradition und Kultur bewahren wollen, wie etwa Pegida oder die Identitären verteufelt werden, während  Deutsche Gerichte es als erlaubt ansehen, wenn das Deutsche Volk als "Köterrasse" verunglimpft wird! Und so fördern  eben auch Rathäuser die Islamisierung Deutschlands auf daß die Fahne des Propheten bald über unseren Dächern weht!     

Dienstag, 21. März 2017

Ein neues osmanisches Reich?

(Ankara/Brüssel) „Macht fünf Kinder. Ihr seid die Zukunft Europas.“ Diese Worte des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sind das, was man noch vor kurzem als offene Kriegserklärung eingestuft und auch so benannt hätte. Erdogan wollte dennoch auf Nummer sicher gehen, damit es auch der letzte Europäer und der letzte Muslim versteht, und ließ seinen Außenminister sagen: „Der Heilige Krieg in Europa ist nahe“ (Kath info am 20.3.2017)
Selten sprechen Politiker und gar Staatsmänner so klar und eindeutig: Europa will die Türkei erobern, ethnisch durch die Vorherrschaft durch das türkische Volk und kulturell durch die islamische Religion.Das ist die Grundidee eines neuen "Osmanischen Reiches". 
Und wie reagiert man darauf im (noch)freien Westen? Eine klare Kampfansage ertönt- und zwar gegen alle "Rechtspopulisten" und "Verteidigern des christlichen Abendlandes". Arm in Arm in trauter Einheit rufen Politik und Kirchen auf zum Kampf gegen alles, was irgendwie Rechts ist. In Deutschland kapriziert sich dieser Kampf auf die AfD, Pegida und alles Nationale. Wortgewaltig wird das hohe Lied der Liebe auf den Islam angestimmt, ja, Kirchenführer erklären, daß eine Kritik am Islam unchristlich und rassistisch sei und Politiker stimmen bei: Eine Islamphobie sei das Grundübel, das die Realisierung von Multikulti verhindere. 
Frägt man, ob denn in Deutschland oder in Europa die christliche Religion die Stellung einnehmen solle wie jetzt in der Türkei, erhält man zwar keine klaren Antworten, aber im Prinzip ist das wohl eine sehr realistische Zukunftsperspektive. 
Aber aus bischöflichen Mündern klingt das doch anders: "Jugendbischof Stefan Oster ruft zum Einsatz für gesellschaftliche Vielfalt und gegen Populismus auf. Niemand dürfe ausgegrenzt und unterdrückt werden." (Kath de vom 20.3.2017) Und wofür tritt nun der Jugendbischof Oster ein?  " Dies sei im Motto des Aktionstages "Eine/r von uns - Gemeinsam für ein buntes Land" treffend ausgedrückt." Das ist selbstredend eine politisch korrekte Umschreibung dafür, daß gemäß der politischen Farbenlehre: Schwarz (für Conservativ), Braun (für Rechts) und Blau (für AfD und Rechtspopulsten) aus dem "bunten Land" auszuschließen sind, denn in diesem "bunten Land" ist nur Platz für Linke und Linksliberale, also für Rote und Grüne und eine versolzialdemokrtisierte C-Partei. Abtreibungsgegner gehören natürlich auch nicht in eine "bunte Republik". 
Und was ist nun mit dem Islam? Ihm ist um des Ideales einer multikulturellen Gesellschaft willen der "Rote Teppich" auszurollen als Akt unserer Willkommenskultur! Das wird den türkischen Regierungschef erfreuen: Offene Tore für sein Projekt eines neuen Osmanischen Reiches- ganz bunt in den Farben des türkischen Islams!  

Montag, 20. März 2017

Das Menschenecht auf Kindestötung

"by Lüchow. An der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik sind Schwangerschaftsabbrüche wieder möglich – Propst Stephan Wichert-von Holten und Barbara Heinelt, die in der Sozialberatung des Diakonischen Werkes auch Frauen in Konfliktsituationen berät, sind erleichtert. “So nachzulesen auf der Internetseite: "Kein ruhiges Hinterland" am 22.2.2017. Die näheren Hintergründe kann man auf Kath net am 20.3. 2017 nachlesen: "Chefarzt der Capio-Klinik in Dannenberg verweigerte Abtreibungen, evangelischer Propst griff ihn dafür in Zeitung an." Der Chefarzt wurde nun entlassen und auch ein weiterer Arzt, der die Durchführung von Kindestötungen im Mutterleib verweigerte.
Und wie reagiert die Leitung der evangelischen Kirche zu Dannenberg dazu? Der Propst ist erleichtert, daß nun wieder Mütter ihre Kinder töten lassen dürfen, wenn sie noch im Mutterleibe sind. Dem gekündigten Chefarzt warf der Propst mangelnden Respekt den werdenden Müttern gegenüber vor, daß er ihren Kindestötungswunsch eben nicht respektiere.
Es darf wohl davon ausgegangen werden, daß eine Ethikexpertenkommission der evangelischen "Kirche" herausgefunden hat, daß Jesus ursprünglich gesagt hat, lasset die ungewollten Kinder zu mir kommen, auf daß ich sie umbringe, daß dann aber eine frauenfeindliche kirchliche Redaktion die Aussage verdreht habe, aber jetzt sei man wieder bei den wahren Anfängen!

In guten "Edelwestern" tötet der gute Held den Feind immer nur im ehrlichen Duell. Sie stehen sich gegenüber, der Colt im Halfter, dann wird gezogen und geschossen. Nur Bösewichte erschießen ihre Gegner, wenn die schlafen oder wenn sie ihnen den Rücken zuwenden. Das nennt man heimtückischen Mord, weil es dem Opfer keine Chance läßt, sich zu verteidigen oder wegzurennen.Was soll man dann über die Tötung eines absolut wehrlosen Kindes im Mutterleib sagen? Es kann nicht wegrennen, es kann sich in keinster Weise wehren. Es kann nicht mal rufen, "Ich will nicht umgebracht werden!". Massenhaft werden so in Deutschland Kinder umgebracht und ein evangelischer Propst ist da erleichtert!
Seltsam, sonst redet man doch als Protestant immer so gern vom Gewissen und daß jeder das Recht habe, nicht gezwungen zu werden, gegen sein Gewissen zu handeln. Das gilt also für Ärzte nicht: Die müssen Kindestötungen durchführen und weigern sie sich, dann sind sie zu entlassen. Na, ja, mit dem Gewissen nimmt man es eben doch nicht so genau: Nur wenn es mit der Politischen Korrektheit übereinstimmt, ist ihm zu gehorchen, sonst muß man eben auch gegen sein Gewissen handeln und ist als Arzt dazu gar verpflichtet, denn es gibt wohl doch für die EKD wie für Donum vitae ein Recht auf Kindestötung, solange das Kind noch nicht geboren ist.

Zusatz: Wenn zu einer evangelischen Sozialberatung die Beihilfe zur Tötung von ungewolltem Leben gehört, könnten dann auch Kinder eine Behilfe zur Töung unerwünscht weiterlebender Eltern dort in Anspruch nehmen: "Ich möchte meinen dementen Vater abtreiben!"? Wir helfen von der Sozialberatung der EKD!