Montag, 21. Januar 2019

Die Kirche im Bann der politischen Korrektheit

" Heute wird Verkündigung durch politisch korrekte Verlautbarungen ersetzt. Das ist Verrat, das ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod." kath.net-Interview mit Prälat Wilhelm Imkamp - Von Roland Noé  am 21. Jänner 2019. Der Prälat faßt  hier die Misere der Katholischen Kirche nicht nur in Deutschland treffend in diesem einen Satz zusammen. Unklar bleibt nur, warum denn die Kirche so ihre Botschaft verrät, indem sie sich der politischen Korrektheit unterwirft.
Hierzu eine These: Bis zum Ende der Konstantischen Epoche war in Europa die öffentliche Religion die christliche. Privat konnte dann wohl auch so manches Nichtchristliche geglaubt und praktiziert werden, aber das war limitiert auf das Privatleben, das dann sehr wohl auch vereinsmäßig sich gestalten konnte. Aber bis zum  Ende des 1. Weltkrieges war das Christentum noch die öffentliche Religion, die so das öffentliche Leben mitbestimmte. 
Mit dem Ende des Krieges begann dann die Privatisierung der christlichen Religion, den öffentlichen Diskurs bestimmten nun politische Ideologien, der Liberalismus, der Marxismus und der Faschismus/Nationalsozialismus. 
Jetzt wird in Europa eine neue öffentliche Ideologie institutionalisiert: Die politische Korrektheit mit ihrem Zentrum, dem Holocaust. Die christliche Religion wird nun zur Privatreligion, die als solche den Primat dieser neuen Religion anzuerkennen hat. Sie bildet so ein funktionales Äquivalent zur christlichen Religion (wie etwa- zur Veranschaulichung- Fußball auch mit einer Blechdose gespielt werden kann in Ermangelung eines Fußballes) Die Anerkennung dieses Primates hat nun für die kirchliche Praxis die Folge, daß die Praxis selbst durch diese neue öffentliche Religion reguliert wird. Zum Wahrheitskriterium der kirchlichen Praxis avanciert dann geradezu diese Unterordnung unter die politische Korrektheitsideologie. 
Zu fragen ist aber, ob der dazu antreibende Movens wirklich die Macht der politischen Korrektheitsideologie und somit die Angst vor ihr ist, oder nicht viel einfacher, daß sie als die vorherrschende Ideologie auch selbst von den Oberen der Kirche geglaubt wird. Die Macht der herrschenden Ideologie wird unterschätzt, wird hier Herrschaft primär als eine alles  unterrückende vorgestellt, und nicht als eine, die die Zustimmung zu ihr sich selbst verschafft.

Sonntag, 20. Januar 2019

Papst Franziskus: Die Katholische Kirche irrte von Jesus bis zum 2. Vaticanum antijudaistisch!

"Wem die Fortschritte im christlich-jüdischen Gespräch nicht schnell genug gehen, dem gibt Franziskus zu bedenken, "dass wir neunzehn Jahrhunderte christlichen Antijudaismus hinter uns haben und dass einige Jahrzehnte des Dialogs im Vergleich dazu sehr wenig sind". Immerhin sei es in letzter Zeit zu sehr vielen Schritten aufeinander zu gekommen. "Juden und Christen sollten sich als Brüder und Schwestern fühlen, vereint im Glauben an den einen Gott und durch ein reiches, gemeinsames geistliches Erbe, auf das sie sich stützen und die Zukunft weiter aufbauen können", heißt es im Vorwort." Kath net am 18.Jänner 2019 zum Tage des Judntumes. 
1900 Jahre lang habe der Antijudaismus die Katholische Kirche bestimmt, also von Anfang an bis (natürlich) zum 2. Vaticanum, dann wurde alles besser. Nur, kann es sein, daß die Kirche 1900 Jahre lang in einer so gewichtigen Frage geirrt hat? Wie steht es dabei um die Kontinuität von Jesus Christus zu diesem 1900 jährigen kirchlichen Antijudaismus? Wir brauchen uns nur die Zentralaussagen Jesu zu vergegenwärtigen, um schwarz zu sehen! Denn Jesus selbst war -nach dem heutigen Verständnis- der erste christliche Antijudaist. Hat er doch gelehrt, daß wer den Vater nicht ehrt wie seinen Sohn, nicht den Vater ehrt. In der Synagoge wird also nach dem Urteil Jesu Christi Gott nicht geehrt.
Und das schlimmste: Jesus bekehrte Juden zum christlichen Glauben und das ist nach dem heutigen Verständnis praktizierer Antijudaismus. Wer bekennt, daß Jesus auch für die Juden am Kreuze gestorben ist, daß er auch  ihr Heiland ist, der sie zum Glauben an ihn aufruft, der ist ein Antijudaist. Das hat die Katholische Kirche wirklich bis zum 2. Vaticanum gelehrt, ganz in Übereinstimmung mit Jesus Christus. 
Nur, für Papst Franziskus war das ein Irrtum, den nun das Reformkonzil beendet hat, indem nun in seinem Geiste auf die Judenmission verzichtet wird, weil für den Juden  die Wahrheit Jesu Christi gleichgültig sei.   

Samstag, 19. Januar 2019

Lesefrüchte: Der Gesinnngsstaat- der Gutmenschstaat

"Der Nationalismus scheint für die meisten Menschen eine Notwendigkeit zu sein, das räume ich ein, aber es ist hoch an der Zeit, daß es endlich auch einen >Staat< gibt, in dem die Bürger nicht durch Grenzen und gemeinsame Sprache zusammengehalten werden, sondern durch die Denkungsart und leben können, wie sie wolle." Das schrieb Gustav Meyrink 1916 in seinem Roman: Das grüne Gesicht, im 7.Kapitel. 100 Jahre später, 103 um es genauer zu sagen, ist dieser Nationalismus zur unverzeihbaren Sünde geworden, ja gilt unter den Gutmenschen als wohl das größte Übel schlechthin. 
Aber was soll dann den neuen nicht-nationalistischen Staat zusammenhalten? Die Antwort: "Die Denkungsart". Das ist ein anderer Begriff für die Gesinnung der Staatsbürger. In diesem Staate gehören die Bürger nicht mehr zusammen, weil sie einem Volke angehören, sondern weil sie eine Gesinnung eint. Eine neue Grenze wird so gezogen, die der richtigen Gesinnung.  Wer sie nicht hat, der kann nicht mehr Bürger dieses neuen Staates sein. Demzufolge gehört die Prüfung der Gesinnung der Staatsbürger zur wichtigsten Aufgabe des Staates.
Wie sieht das praktisch aus? Ganz einfach: "Nazis raus!" Was ist nun ein Nazi? Dem Gutmenschdiskurs ist es vorbehalten, zu definieren, wer ein Nazi ist. Das Ergebnis überrascht nicht: jeder, der nicht politisch korrekt denkt. Der soll aus der Bürgergemeinschaft der richtigen Denkungsart ausgeschlossen werden. Das ist seine Ausbürgerung. Stattdessen soll nun jeder Flüchtling aufgenommen werden, denn die Ethnizität darf in dem neuen Gesinnungsstaat keine Rolle mehr spielen.  Der Kampf gegen Rechts schafft so die Gesinnung für den neuen Staat, der kein Staat  mehr sein soll für das Volk, das sich auch durch eine gemeinsame Sprache konstiuiert, sondern einer für Gutmenschgesinnte.  
So ist es nur konsequent, wenn wir zu lesen bekommen (Freie Welt am 14.Jänner 2019):
"In einer gerechten Welt müsste man AfD-Fans das Wahlrecht entziehen«. Das meinte der Redakteur Ralf Dorschel in der Hamburger Morgenpost, die seinen Kommentar unter dem Titel: »Nach Lügen, Hetze und Panikmache. Standpunkt: Redet AfD-Fans nicht mehr nach dem Mund!« veröffentlichte. " Das wäre dann die Vollendung des politisch korrekten Gesinnungsstaates.  Nur wer gutmenschmäßig gesinnt ist, kann  Bürger dieses Staates sein. Dem Nationalsaat wird vorgeworfen, daß er zwischen den Volkszughörigen und den Nichtdazugehörigen distinguiere, wie jede Familie nur lebt, indem auch sie so unterscheidet. Der neue Gesinungsstaat dagegen frägt nach der Gesinnung seiner Bürger und läßt nur die politisch korrekte Denkungsart gelten. Und das soll nun ein mehr an Toleranz und Pluralität sein! 

Freitag, 18. Januar 2019

Gebetswoche für die Einheit der Christen oder wie die Katholische Kirche verschwand

Oberflächlichen Betrachtern ist diese Causa eine klare Angelegenheit: Da gibt es unzählig verschiedene christliche Confessionen, evangelisch, katholisch, orthodox, anglikanisch, um nur die allerbekanntesten aufzuzählen, und obgleich sie alle an Jesus Christus glauben, das Apostolicum bekennen, sind sie sich untereinander uneins. Worin nun die Differenzen im Einzelnen bestehen, das wissen genau genommen nur spezialisierte Fachdogmatiker- für den Christen an der Basis sind das aber nur sophistische Spitzfindigkeiten. Na gut, Papst und Zölibat und die unzeitgemäße Sexualmorallehre der Kirche sind dann noch Stolpersteine auf dem Wege zur Einheit, aber katholische Ökumeniker verlangen ja schon seit längerem die Abschleifung dieser katholischen Skurilitäten.
Es gibt also Differenzen zwischen den christlichen Confessionen, die um der Einheit der Christen willen behoben werden sollen. Wie könnten den nun Differenzen beseitigt werden?
Im Deutschunterricht: "Die Nachtwachen des Bonaventura" sei das bedeutendste Werk der deutschen Romantik- aber diesem Werturteil wird widersprochen: Novalis: "Heinrich von Ofterdingen" wäre viel bedeutsamer. Wie wird diese Differenz gelöst? "Das ist letztendlich eine Geschmacksfrage, und: bedeutsam seien schon beide; jeder bleibe da bei seiner persönlchen Vorliebe." Die Differenz wird vergleichgültigt verbunden mit der Anforderung an jeden, das Werturteil des anderen zu tolerieren. Die Voraussetzung dabei ist, daß die Wahrheit, was ist das bedeutsamste Werk?, nicht erkennbar sei, sodaß jeder bei seiner Privatmeinung bleiben könne. Das ist das Modell der versöhnten Verschiedenheit der Ökumene.
Im Sportunterricht: 2 Fußballmanschaften spielen gegeneinander und jede will gewinnen. Die Differenz ist klar: Nur einer kann gewinnen, sodaß der andere verlieren muß. Könnte diese Differenz überwunden werden durch die "Lösung": Dann spielen wir eben unentschieden"? Nein, diese Differenz muß auf dem Spielfeld ausgetragen werden und dann kann das Ergebnis ein Unentschieden sein, das aber in der Regel keinen der Beiden zufrieden stellt.
Im Wirtschaftsleben: Die streikende Gewerkschaft verlangt 5 Prozent mehr Gehalt, die Arbeitgeber bieten 2 Prozent an- da kann dann die Lösung der Kompromiß: 3,5 lauten. 
Aber im Rechenunterricht geht dieser Kompromiß nicht. "Was ist 6 plus 7? Antworten nun die Schüler auf diese Lehrerfrage: 13 bzw 15, dann ist der Kompromiß 14 völlig inakzeptabel, denn auf diese Frage gibt es genau eine wahre Antwort: 13 und  alle anderen sind unwahr.
Mit welchem der Beispielfälle sind nun die innerchristlichen Differenzen zu vergleichen? Die Antwort fällt auf den ersten Blick enttäuschend aus: Jede dieser Möglichkeiten wird in Hinsicht auf die innerchristlichen Differenzen im öffentlichen Diskurs vertreten, wobei aber die, das sei alles doch nur eine Frage des individuellen Geschmackes die verbreiteste ist. Aus dieser Haltung speist sich dann auch die Ökumene. 
Das besagt aber, daß die Katholische Kirche in dieser Ökumene schon sich selbst aufgegeben hat. Denn die Katholische Kirche ist die der Wahrheit. In ihr und nur in ihr ist die ganze Wahrheit präsent.Aber zwischen wahr und unwahr kann es keine Vermittelung geben, einen Kompromiß. Wie sollte etwa eine Versöhnung zwischen der Aussage, Goethe verfaßte den "Faust" und Schiller verfaßte ihn, möglich sein? Ja, wird der Ökumeniker respondieren: Es gibt Bereiche, in denen klar zwischen einer wahren und einer unwahren Aussage unterschieden werden könne, aber das gälte nicht für den religiösen Diskurs! Hier herrsche das Nichterkennen, das bloße Meinen: Das glaube ich so, aber es könnte auch ganz anders sein, vor. Im Raume des bloßen Meinens, des subjektiven Geschmackes, da könne doch die Einheit am einfachsten erreicht werden durch das Gleichgültigerklären jeder beliebigen Meinung.
Die Gebetswoche  zur Einheit der Christen ignoriert so konsequent das Offenbarsein der Wahrheit in der Katholischen Kirche in ihrer Suche nach einer Einheit von der einen Wahrheit und den vielen Unwahrheiten. Nur, eine Einheit von wahr und unwahr kann selbst keine Einheit sein.     
  

Donnerstag, 17. Januar 2019

Anmerkungen zu:"Die Wüstenväter widmeten ihr Leben der Suche nach Gott" Gott suchen?

Katholisch de beglückte seine Leserschaft am 17. Jänner mit dieser Überschrift. Verweilen wir einfach mal bei dem Begriff der Suche nach Gott, überlesen wir ihn nicht.Was noch zu suchen ist, das ist noch nicht gefunden. Wie und wo ist denn nun Gott zu suchen, wenn er noch nicht gefunden worden ist? Und wie ist er dann erkennbar, daß das Gefundene dann als Gott identifiziert werden kann? Müßte der Suchende so also nicht schon eine Kenntnis von Gott besitzen, wenn er überhaupt eine Chance haben will, Gott zu finden? Es sei hier an die Einsicht erinnert,daß wir nur sehen, was wir kennen. Wenn wir aber schon eine Kenntnis von Gott besitzen, haben wir ihn dann nicht auch schon in dieser Erkenntnis gefunden? 
Oder sollen wir uns die Gottessuche imaginieren wie eine Suche nach dem verlorenen Haustürschlüssel? Bei diesem Suchen gilt aber, daß wir den verlorenen nur suchen können, weil wir ihn vordem besaßen und so auch kennen, sodaß ein gefundener Schlüssel geprüft werden kann, ob er denn auch der gesuchte ist. Aber ohne eine Kenntnis Gottes, wie sollte er dann suchbar sein? 
Nun verwundert eines aber doch! Hat sich Gott denn nicht in Jesus Christus offenbart, sodaß Gott in Jesus nicht nur erkennbar ist, sondern schon erkannt ist? Ist denn die Gotteserkenntnis, präsent in der Kirche als die Theologie, als die Gotteslehre, nicht schon da, sodaß sie nicht mehr gesucht werden braucht?
Sagt zu mir ein Freund, morgen, 18 Uhr werde ich in der Restauration: "Zum Goldenen Lamm" sein, wer würde dann seinen Freund noch suchen wollen, wenn er verläßlich ist, sodaß ich weiß, daß er dann da sein wird? Als Katholiken wissen wir doch, wo Gott für uns da ist. Da, wo er uns verheißen hat, da zu sein: in seinen Kirchen, in den Tabernakeln, wie vordem im Begegnungszelt und dem Jerusalemer Tempel. Die Erkenntnis Gottes? Sie ist die Theologie der Kirche. Im Glauben der Kirche ist doch die Gotteserkenntnis gegenwärtig. Was bedarf es da noch des Suchens? 
Eine absurde Szene aus dem Film: "Der diskrete Charme der Bourgeoise " von Bunuel, wo Polizisten aufgefordert werden, eine Vermißte zu suchen und ihre Frage, wie denn die Vermißte aussähe,respondiert wird mit: Hier ist sie! So sieht sie aus!
Aber die seltsame Vorstellung einer Suche nach Gott wird wohl kaum einem der Leser aufgefallen sein, weil sie so schon üblich geworden ist. Dadrin verbirgt sich aber ein bedeutsames antikatholisches Anliegen: Obgleich Gott sich in Jesus Christus selbst offenbart hat, kennen wir Gott noch nicht. Die aus  dem Ereignis der Offenbarung gewonnene Gotteserkenntnis ist noch gar keine Erkenntnis- wir sind selbst noch Suchende: Uns werden nur Lehren über Gott in der Theologie offeriert, aber ob sie wahr sind, das ist für uns noch nicht erkennbar. Gott ist zwar wahr, aber wir stehen in der Kirche auch und gerade angesichts des Glaubens der Kirche noch außerhalb der Wahrheit, denn die muß noch von uns gesucht werden! Die Offenbarung Gottes habe zwar sich ereignet in Jesus Christus, aber sie blieb uns so dunkel, daß wir immer noch im Finsteren wandeln ohne die Gotteserkenntnis.
Wozu das? Wenn alle Religionen nur Suchbewegungen nach Gott sind, aber keine schon zur Gotteserkenntnis vorgedrungen ist, dann kann keine Religion mehr als "wahrer" als die anderen qualifiziert werden, oder gar als die wahre Religion. Dann kann dialogisiert werden: Nichts Genaues weiß niemand- aber wir reden miteinander...der interreligiöse Dialog, in dem es keine Gotteserkenntnis geben darf, sondern nur ein Suchen ohne je Gott zu erkennen.     

Mittwoch, 16. Januar 2019

Kritik eines naiven dogmatischen Naturalismus



Ein naiver naturalistischer Dogmatisus ist es, wenn geurteilt wird, daß alle Ereignisse in der Welt rein weltimmanent zu erklären sind und daß es keine gäbe, zu deren Erklärung übernatürliche Ursachen heranzuziehen seien. Jede Religion lebt aber davon, daß sie mitten in der Welt mit übernatürlich Gewirkten rechnet. Nun kann eine Religion als Apologetik ihrer Aussage, daß es in der Welt übernatürlich Gewirktes gibt, nun nicht einfach auch nur behaupten, daß das so sei. Sie muß auch in der Lage sein, das plausibel zu machen. Ich versuche nun hier eine solche Plausibilisierung an Hand einer Erzählung meines Vaters.   



Mein Vater hat mir diese Begebenheit mehrmals erzählt, darum nehme ich sie, da ich hier die Ehrlichkeit des Erzählers voraussetzen kann. Im Kriege, irgendwo an der Ostfront (Rußland): mein Vater in einem Gefechtsstand, da rief ihn wer: "Austreten" und er stürmte aus dem Gefechtsstand.Kurz darauf erhielt dieser Stand einen  Volltreffer, wäre mein Vater noch da gewesen, er wäre wohl tot. Er frug dann herum, wer ihn denn gerufen hätte, aber er hörte nur: Ich nicht...Niemand rief. Aber er hat auf den gehörten Ruf gehört und überlebte so.

Kann diese Geschichte wahr sein? Fangen wir ganz einfach an und um der Klarheit willen mathematisch, denn in keiner anderen Wissenschaft wird doch so klar gedacht wie in dieser und um so mysteriöser die Fälle sind, die zu klären sind, desto wichtiger ist dabei die Klarheit des Denkens.
Schalten wir uns ein in den Elementarunterricht des Rechnenlernens. Das Subtrahieren soll nun von den Taflklässlern erlernt werden. Eines ist dabei so sicher wie das Amen in der Kirche. Irgendein Schüler frägt sicher die Lehrkrft: "Und wie viel ist 2 minus 3? Da heißt die Lehrerantwort: "Das geht nicht. Es kann nur von einer Zahl, die größer ist als die Zahl, die abgezogen wird, etwas abgezogen werden. In der Menge der positiven ganzen Zahlen gibt es keine Lösung für 2-3. Aber da bleibt der Rechenunterricht nicht stehen. Die Schüler werden später in das Reich der negativen Zahlen eingeführt und dann wissen sie, daß 2-3  -1 ergibt. Ob es für das Probem, was ist 2-3 eine Lösung gibt, hängt davon ab, in welchem Zahlenraum diese Operation durchgeführt wird. 

Welchen Zahlenraum wäht man für welches Problem?
Habe ich 1000 Euro auf der Bank, hebe 1100 ab und frage, wie viel muß ich einzahlen, um 0 Geld auf dem Konto zu haben, ist es sinnvoll, einschließlich der negativen Zahlen zu arbeiten: 1000-1100= -100. -100 plus100= Null. Soll eine Bodenfläche 36 Quadratmeter umfassen, ist mathematisch 6 Meter und -6Meter als Antwort richtig, da aber -6 Meter eine sinnlose Aussage ist, ist bei diesem Problem auf die negativen Zahlen zu verzichten. Nun gibt es Ereignisse, die geklärt werden sollen. Auch hier gilt nun die Frage: Welcher Vorstellungsraum als Summe aller möglichen Subjekte (wie in der Mathematik der Zahlenraum) soll gewählt werden, um das Probem zu lösen.
Zur Veranschaulichung: Soll das Phänomen des Versprechens erklärt werden, dann ist nach Sigmund Freud der Vorstellungsraum von Ich und dem Unterbewußtsein zu wählen, um das Versprechen als Einwirken des im Unterbewußtsein Verdrängten in die Rede des Iches zu erklären. Wer aber das Ergebnis eines Fußballspieles zu erklären hat, wird gewiß nicht auf den psychologischen Vorstellungsraum von: Ich, Es und Überich rekurieren und wer das Entsehen von Rost erklären soll, wird  das nicht tuen mit Begriffen der Beriebswirtschaftslehre.  
In welchem Vorstellungsraum ist dann das von meinem Vater Erzählte zu erklären? Setze ich als Vorstellungsraum nur den Raum der natürlichen Ursachen an, wird es mir ergehen wie dem Tafelkläßler, der frägt, was 2-3 ist. Dafür gibt es keine Antwort im Raume der positiven ganzen Zahlen. Denn wie wollte man dies Ereignis natürlich erklären? Daß da jemand sich eingebildet hat, eine Stimme zu hören und daß nur weil auf diese Stimme gehört wurde, der Soldat überlebte? Dieser Fall ist so unwahrscheinlich, daß er als nicht vorstellbar geschehen anzunehmen ist, besonders dann,wenn der Soldat nur dies einenmal eine Stimme gehört hat, die nicht "real" war, wenn man eine übernatürliche Ursache ausschließt. Wenn sie aber nur eine Einbildung war, wie erklärt sich dann der Gehalt, daß diese Stimme genau zu der einzig möglichen Handlung aufrief, durch die dieser Soldat sein Leben hat retten können? Kann das zufällig sein?
M.E. gibt es Ereignisse, die ohne die Annahme übernaürlicher Ursachen faktisch nicht erklärbar sind, oder daß zumindest die Erklärung so unwahrscheinlich klingt, daß doch eine Erklärung, die übernatürliche Ursachen als Ursachen miteinschließt, der Vorzug zu geben ist.
Naturalistischer Dogmatismus wäre es nun, schlösse man a priori übernatürliche Ursachen als Erklärungsmöglichkeit  aus. supranaturalistischer Dogmatismus, wenn jedes Ereignis nur als erklärbar gelten würde, wenn übernatürliche Ursachen als Ursache appliziert würden.   Sinnvoller ist es dagegen, in Hinsicht auf ein Problem, zu fragen: In welchem Vorstellungsraum kann für dies Problem eine Lösung gefunden werden. Dann wird es sich zeigen, daß es für bestimmte Probleme angemessen ist, übernatürliche Ursachen anzunehmen, weil es ohne diese Annahme keine plausible Lösung für dies Problem gibt. Naiv und unrflektiert wird dagegen da verfahren, wo keine explizite Rechenschaft abgegeben wird, warum für ein bestimmtes Problem welcher Vorstellungsraum gewählt wird, um es zu lösen.

Dienstag, 15. Januar 2019

Wissenschaftsfreiheit in den Zeiten der Politischen Korrektheit

Eine schöne (antikirchliche)Erzählung: Die Dogmen der Kirche und Märtyrer der Wissenschaft, die von ihr verfolgt wurden, weil sie wissenschaftlich zu Erkenntnissen kamen, die den kirchlichen Dogmen widersprechen. So lehrte die Kirche, die Erde sei eine Scheibe, über die die Sonne auf- und unterginge und als dann der tapfere Galilei dem widersprach, wurde er von der Kirche verfolgt. So hat sich das abgespielt, schenkt man Bertold Brechts "Leben des Galieo Galelei" Glauben. Die Kirche ist eben der Feind der Wissenschaft. Daß faktisch die Kirche gerade indem sie die Bestimmung des Menschen, machet euch die Welt untertan, gerade der Inspirator aller Wissenschaften war, wird dabei geflissentlich übersehen.
Aber wie sieht das nun heute aus? In der "Jungen Freiheit" vom 14.Jänner (Internetseite)ist unter der Überschrift: "Biologe verliert nach Aussagen über Intelligenz von Schwarzen" zu lesen:  
"Watson hatte Anfang Januar in einem TV-Interview geäußert, die Gene seien verantwortlich für die unterschiedlichen Ergebnisse von Schwarzen und Weißen bei Intelligenztests. Bereits 2007 hatte der Wissenschaftler, der als einer der Pioniere der DNA-Forschung gilt, mit ähnlichen Aussagen für Empörung gesorgt. Damals hatte er der Sunday Times gesagt, er sehe die Zukunft Afrikas sehr pessimistisch. Denn „all unsere Sozialpolitik basiert auf der Annahme, daß ihre Intelligenz dieselbe ist wie unsere obwohl alle Tests sagen, daß dies nicht wirklich so ist“.  
Also, Watson legt wissenschaftlich fundierte Forschungsergebnisse vor. Diese widersprechen der Politischen Korrektheit und das Kesseltreiben gegen ihn wird eröffnet. Als "wissenschaftlich" gilt eben nur, was politisch korrekt ist.
Wikpedia berichtet über einen ähnlichen Fall (Artikel: Philippe Rushton):
"Im Jahr 1995 erschien das umstrittene Buch Race, evolution, and behavior. Rushton vertrat die Meinung, dass individuelle Unterschiede von Angehörigen der drei von ihm postulierten menschlichen Populationsgruppen (Schwarze, Kaukasier und Asiaten; von ihm als "Rassen"  bezeichnet) in Bezug auf Intelligenz, Persönlichkeit, kriminelle Veranlaguung und anderer Eigenschaften in erster Linie nicht durch soziale oder kulturelle Rahmenbedingungen bedingt, sondern genetisch determiniert seien, und meint die Ursachen dieser Unterschiede in der Evolutionsgeschichte zu finden. Laut Rushton gebe es eine Überlegenheit der asiatischen Rasse hinsichtlich der Intelligenz und Lebenserwartung, während die schwarze Rasse am anderen Ende der Skala stehe. " Selbstredend wurde  und wird auch dieser Wissenschaftler verteufelt. Es sei alles unwissenschaftlich, weil nur Forschungsergebnisse, die der Politischen Korrektheit entsprechen, wissenschaftlich sind.
Also: Die politische Korrektheit definiert, was als wissenschaftliches Ergebnis gelten kann. Kommt ein Forscher zu anderen Ergebnissen, wird er als unwissenschaftlich perhorresziert.
Auch in der Geschichtswissenschaft ist das die Praxis:  Ariel Toff, ein jüdischer Historiker hatte in einem Buch geschrieben, daß es tatsächlich jüdische Ritualmorde gegeben habe. Nach energischten Protesten nahm der Verlag dies Buch nicht nur vom Markt, nein in einer revidierten Neuausgabe mußte diese Aussage gestrichen werden: Sowas habe es nie gegeben.
Daß über die Homosexualität nicht mehr frei geforscht werden kann, ist so selbstverständlich geworden, daß es nicht mal mehr erwähnt werden braucht. 
Die Grenzen der Wissenschaftsfreiheit unter dem Diktat der Politischen Korrektheit, das wäre wahrlich eine Studie wert. Oder wer wollte dieser Aussage widersprechen:
"Deutsche Ex-Handball-Star Stefan Kretzschmar hat in BILD-Zeitung mangelnde Meinungsfreiheit in Deutschland kritisiert: "Hat man eine kritische Meinung, gesellschaftskritisch oder regierungskritisch, dann darf man das in diesem Land nicht sagen." Kath net am 15. Jänner 2019.
Nun könnte eingewandt werden, daß das Faktum, daß diese Aussage in der Bild-Zeitung getätigt werden konnte, nicht diese Aussage selbst widerlegt. Klarheit in dieser Causa ist wohl nur zu erreichen, wenn hier zwischen der Aussagenintention des Exhandballers und der Intention der Publizierung dieser Aussage distinguiert wird. Kritisiert Kretschmar diesen Zustand, so sagt der Artikel der Zeitung: So ist es, halte dich, lieber Leser daran, denn sonst ergeht es dir übel.