Donnerstag, 25. August 2016

Es lebe die Zensur!

"Das soziale Netzwerk Facebook hat einen Nutzer gesperrt, der in einem Beitrag die Asylleistungen mit den Hartz-IV-Sätzen verglichen hat. Dabei kam der Autor zu dem Ergebnis, daß Asylsuchende mit deutlich mehr Sozialleistungen rechnen können als eine vergleichbare Familie mit Hartz-IV." (Junge Freiheit vom 24.8. 16    )Gutgläubige mochten anfänglich glauben, daß es in der Kampagne wider Haßbotschaften in sozialen Netzwerken wirklich darum ginge, Haßbotschaften  wegzuzensiern. Aber was sind dann genau Haßbotschaften? Botschaften, erfüllt von Haß auf...oder Botschaften,die bei Lesern Haß auf...erzeugen könnten? So könnte die Parole: "Krieg den Palästen, Frieden den Hütten" als Haßaufruf gegen Reiche der Zensur zum Opfer fallen, aber eine Statistik über die Vermögensverteilung in Deutschland als Sozialneid Förderndes und somit Haßgefühle bei Kleinstverdienern Hervorrufendes ebenso als Haßbotschaft qualifiziert werden.  Die Unklarheit ließ schon schlimmstes befürchten. Und die Praxis bestätigt das nun!
Die schlichte Information, daß Asylanten unter bestimmten Umständen mehr staatliche Zuwendungen bekommen als deutsche Sozialhilfeempfänger gilt nun als Information, die Neid- und Haßgefühle unter den Lesern hervorrufen könnte und deshab wird sie wegzensiert. Naiv hätte man ja meinen können, daß nur unwahre Aussagen, wenn sie dann Haßbotshaften wären, wegzensiert werden sollen. Mitnichten: Auch wenn eine Aussage wahr ist, kann sie der Zensur zum Opfer fallen, wenn eben die Wahrheit bei ihrer Bekanntmachung Neid- und Haßgefühle freisetzen könnte. 
Um zu verstehen, was Haßbotschaften sind, ist es von Nutzen, zu fragen, was denn keine Haßbotschaften sind.  Auch für diese Frage gibt uns die Junge Freiheit eine klare Auskunft in ihrem Artikel über den Ersten Antirechtskäpfer Deutschlands, dem Innenminister. (24.8. 2016) Für ihn sind diese Botschaften keine Haßbotschaften: „Deutschland ist scheiße – Deutschland ist Dreck! Gib mir ein Like gegen Deutschland! (…) Deutschland verrecke, das wäre wunderbar!“  Das sang eine linke Musikgruppe auf einem Antirechtskonzert. Der Minister Maas dankte ihr ausdrücklich für ihren vorbildlichen Kampfeinsatz gegen Rechts! Warum ist die Parole: Deutschland verrecke! keine Haßbotschaft, wenn man ganz gewiß für die Parole: Juda verrecke! ins Gefängnis landet, weil letzteres eine verbotene Haßbotschaft ist?
Offenkundig kann es sich nur dann um Haßbotschaften handeln, wenn Objekt der Aussage eines ist, das unter dem besonderen Schutz der Politischen Korrektheit steht, wie eben Asylanten, Menschen mit Migratioshintergrund, Homosexuelle und Mohammedaner usw...Dagegen ist jede Aussage gegen Deutschland und Deutsche, auch wenn sie trifft vor Haß, niemals eine unerlaubte Haßbotschaft. Selbst Mordaufrufe gegen rechte Politikerin sind erlaubt, wenn sie in einem Theaterstück gefällt werden, denn gegen Rechts ist Alles erlaubt! Alles Antideutsche und Antirechte ist immer erlaubt, egal wie haßerfüllt die Botschaften sind - dagegen ist fast Alles , was Kritisches zu den Lieblingskindern der Politischen Korrektheit sagt, selbst wenn es wahr ist, fast schon verboten.   

Corollarium 1
Die Geschichte der SPD als einer antideutschen Partei zu rekonstruieren, wäre eine lohnenswerte Aufgabe!  Daß sie, wie die Kommunisten und Grünen immer kirchenfeindlich war, das ist bekannt. Die Praxis der Haßbotshaften der SPD, der Kommunisten und der Grünen wider Kirche und deutsches Volk!         

Mittwoch, 24. August 2016

Der Kern des interreligiösen Dialoges- das Verhüllen der Wahrheit

"Verantwortliche der Meeting-Leitung entfernten große Mariendarstellungen und forderten von den Standbetreibern auch die Entfernung eines Marienstatue, „um nicht andere Religionen zu beleidigen“.So berichtet Kath info am 22.8. 2016 über ein Multikuti-Meeting der "katholischen" Organisation:Comunio e liberazione. Also, damit die dort teilnehmenden Nichtchristen nicht provoziert werden, verlangte die Leitung dieses Treffens, daß Marienstatuen und Marienbilder zu verschwinden haben! Um des friedlichen Miteinanders der Religionen willen, soll eben und muß eben der Katholische Glaube incognito auftreten, sich verbergen, damit niemand an den christlichen Wahrheiten Anstoß nehme! 
Es gab mal eine Internetseite, die katholische Bischöfe als "Kriech- und Schleimbischöfe" titulierte, bis diese Seite dann ein homosexueller Verleger zur Strecke brachte. Viele fanden, daß der Ton dieser Netzseite zu polemisch gewesen sei. Aber, was soll man dann zu dieser Marienverhüllaktion sachgemäß sagen, ohne den Vorwurf sich zuzuziehen, maßlos polemisch zu sein ? Ich sehe nur eine Lösung dafür: Der Teufel regiert diese Organisation! Es zeigt sich eben mal wieder die große Kreativität des Satans; Fromme vermuten ihn ihn Bordellen oder in Musik im Stile von: "Sympathie for the devil", rätzeln, ob Baudelaires "Blumen des Bösen", nicht doch satanisch inspiriert sind, aber da, wo er wirklich wirkt, dafür hat man keine Augen, daß er mitten in der Kirche seinen Kampf führt!
Dem Heiland trat der Teufel in den Aposteln Petrus und Judas entgegen, Papst Paul VI. sah den Rauch Satans mitten in die Kirche eindringen. Donum Vitae, aber auch diese "katholische" Organisation, die um des "Friedens" willen Marienbilder verhüllt, zeigen überdeutlich, wo unser Feind wirklich wirkt und zwar sehr erfolgreich!  

Was wird durch diese Verhüllung Mariae verhüllt? Daß Gott Mensch geworden ist, sosehr, daß er eine leibliche Mutter sich erwählte, die Gottesmutter zu werden! Also, das Zentrum der christlichen Religion wird hier um des "Friedens" willen geopfert!  

Merke: Uns fehlt heute eine entfaltete Daimonologie, ohne sie verstehen wir die Welt so wenig, wie ein Schachspiel verstehbar ist, sähe ich nur die Spielzüge der weißen Figuren!   

Dienstag, 23. August 2016

Die Organisation Kirche und ihr Geldleben

"Die hohen Werte besagen, dass die Kirche in sechs Jahren rund eine Mio. Katholiken verloren hat. Diese Negativentwicklung wird sich fortsetzen, wenn in die Überlegung einbezogen wird, dass rund 30% der Katholiken angeben, mit ihrer Kirche unzufrieden zu sein."Hubert Ginder, am 22.8. 2016 auf der Internetseite: Christliches Forum zum Schrumpfungsprozeß der Kirche. Wenn eine Organisation in so kurzer Zeit so viele Mitglieder verliert, müßte sie das eigentlich beunruhigen. Aber davon ist in den kirchlichen Stellungnahmen nichts zu verspüren. Warum? Es bedarf keiner großen Rechercheanstrengungen, um den Grund der Unaufgeregtheit zu finden: Die Kirchensteuereinnahmen fließen weiter zur vollständigsten Zufriedenheit der Kirche. 
Ein eigentümliches Gesetz bestimmt das Leben jeder Organisation: Wurde sie einst gegründet,um bestimmte Ziele zu realisieren, sodaß der Zweck wichtiger als das Mittel der Organisation ist, so wandelt dies sich, indem nun der Zweck die Organisation legitimiert, bis daß dann die Organisation zum Selbstzweck wird und die einstigen Ziele nur noch als Mittel ihres Selbsterhaltes ansieht. Wenn dann die ursprünglichen Ziele nicht mehr als erstrebenswert erscheinen, kann eine Organisation sich neue Ziele geben, um so ihrem Selbsterhalt zu dienen.
Drängt sich uns nicht zumindest machmal der Eindruck  auf, daß die Kirche ihr ursprüngliches Ziel, den Aufbau des Reich Gottes, die Verkündigung des Evangeliums oder wie immer man nun den Zweck der Kirche theologisch definieren könnte, ad acta gelegt hat, weil das nicht mehr recht ankommt. Aber dem Ziel der Selbsterhaltung der Organisation reichen die sprudelnden Kirchensteuereinnahmen! So erklärt die Kirche in Deutschland ja auch, daß es für sie nur noch eine wirkliche Häresie gibt, daß ein Kirchenmitglied sich weigert, die Kirchensteuer zu zahlen- das evoziert den Kirchenausschluß- das ist aber auch die einzige Handlung, durch die man exkommuniziert wird, selbst wenn erklärt wird, daß die Kirchensteuer nur deshalb nicht gezahlt wird, weil man meint, daß die deutsche Kirche eben das eingenommene Geld nicht im Sinne der Ziele der Kirche ausgibt. Ja, die kirchlichen Organisationen scheinen ganz ohne ihre ursprünglichen Ziele noch zu beachten, weiterleben zu können, weil der Kirchensteuergeldfluß sie am Leben erhält.
Die kirchenfeindliche Partei der Grünen hat das gut erkannt und will so der Kirche den Geldhahn abdrehen. Kath net berichtet darüber am 23.8. "Grüne machen Kirchenfinanzierung zum Walkampfthema" in NRW.   Jedes Jahr zahlen die Steuerzahler in Deutschland über 500 Millionen Euro an die beiden großen Kirchen, ohne dass sie dafür eine Leistung erbringen müssen. Dieser Zustand muss endlich beendet werden“, forderte Lehmann. (Grüne NRW). 
Erst solche Zahlen erklären uns das unübersehbare Bemühen der Katholischen Kirche um so viel Staatsnähe wie möglich! Die kirchliche Begeisterung für die offenen Grenzen Politik der Bundeskanzlerin wächst eben nicht nur aus einer mißverstandenen christlichen Nächstenliebe, sondern wohl eher aus dem Wunsch, weiter der Vorzugspartner des Staates zu sein: Wir sagen ein Ja ohne jede Einschränkung zur Regierungspolitk und die staatlichen Gelder fließen weiter. So weit das einsichtige Kalkkühl. Aber, wie kommt es nur, daß gerade die Lieblingspartei katholischer wie evangelischer Kirchentage trotz dieses Schmusekurses der Kirche auch hier wieder die Rote Karte zeigt? Hat nicht gerade erst der Papst vorbildlich durch seine Ökologieenzyklika allen Umweltschutzfreunden nach dem Munde geredet, um ihre Sympathie buhlend? 
Aber es nützt nichts: Den Grünen ist die Kirche der Feind, den sie bekämpfen will und klug wie diese Partei ist, weiß sie auch, wo anzusetzen ist, um sie effektiv zu bekämpfen. Eine Kirche, die aber ihr Lebenszentrum nicht mehr in der christlichen Religion sondern im Geldfluß sieht, eine solche bringt der Angriff auf diese "Lebensader" in größte Bedrängnis!             

Montag, 22. August 2016

Desinteresse an der Theologie (Teil 3)

Die ökumenische Bewegung war mal "in", man wollte nur noch christlich sein, alles Konfessionelle hinter sich lassend nur ...Aber dem standen die Lehrdifferenzen gegenüber. Sie konstituierten einerseits die Identität der Konfessionen und mit ihrem Anspruch, die wahre Lehre zu sein, setzten sie auch  den innerkonfessionellen Konflikt. Sein Gewicht erhielt dieser Konflikt durch die Annahme, daß es Gott selbst nicht gleichgültig ist, wie wir ihn denken und wie wir ihn verehren. Nur in der wahren Konfession wird Gott adäquat gedacht und geehrt. Wie könnte Gott da selbst ein Wohlgefallen an der nicht korrekten Gotteslehre und der nicht adäquaten Gottesverehrung haben? Aus diesem Wissen entspringt der Wille zur rechten Theologie, der Orthodoxie und der Orthopraxie, der Lehre vom rechten Lebenswandel.
So lange so gedacht wurde, gab es für die Katholische Kirche nur eine legitime Gestalt der Ökumene, die der Rückkehrökumene, daß die Abgefallenen in die eine wahre Kirche reintegriert werden. Es war der Wille zur Repatrierung! Heute gilt diese Vorstellung katholischen Ökumenikern als für den Dialog mit Evangelischen unzumutbare Lehre. Das zwischen Katholisch und Evangelisch Differente soll nun als gleichgültig entwertet werden, als bloße Lehrdifferenzen von theologischen Schulen, die aber eigentlich harmonisch in einer Kirche existieren könnten, ohne daß dadurch die Einheit der Kirche gefährdet würde.
Nun reduzierte sich im Laufe des ökumenischen Diskurses das Ziel auf eine wechselseitige Anerkennung als jeweils wahre Kirche. Das konnte aber nur gelingen, indem nun die Differenzen als bedeutungslos entwertet wurden! Ob es in der Kirche 7 oder nur 2 Sakramente gäbe, nicht wichtig, ob der Grundtext der christlichen Religion der hebräische Kanon und das Neue Testament bildet, oder der Septuagintakanon plus das Neue Testament, nicht wichtig...Aus dieser Entwertungstendenz um der wechselseitigen Anerkennung heraus mußte ein Desinteresse an der Theologie erwachsen, denn sie stand nun unter der Anklage, durch dogmatische Spitzfindigkeiten da Differenzen zu konstruieren, wo es doch nur einen christlichen Glauben gäbe- aber leider viele Dogmatikern, die im ewigen Widerstreit zueinander leben. 
Wir kennen das: Ach, irgendwie ist der Jesus schon im Abendmahl oder der Eucharistie präsent. Dogmatiker haben dazu die allerkompliziertesten Lehren aufgestellt, die nur ihnen verstehbar sind, und die für das christliche Leben völlig irrelevant sind- lasset uns also, Katholiken und Evangelische gemeinsam das Abendmahl/die Eucharistie feieren und den Dogmatikern überlassen wir dann das Streiten um des Streitens willen. Diese Grundhaltung wider das theologische Denken bestimmte und bestimmt den ökumenischen Diskurs. 
Das Ringen um Erkenntnisse wurde dabei ersetzt durch das Wohlgefühl, daß man doch in Allem eins sei, alles Dogmatisch- Theologisches hinter sich lassend. Wird dies Konzept dann auch noch im intereligiösen Dialog praktiziert, wird alles spezifisch Christliche zu einer Nebensache erklärt, Hauptsache man glaube an einen Gott und lebe anständig. Hier muß dann alles theologische Denken untergehen in dem einen Willen zur Vergleichgültigung aller Religionen. Wo das theologische Denken Differenzen erkennt, da verschwinden alle erkannten Unterschiede dann in den Nebeln der ökumenischen Waschküche: alles gleich grau.  

Eines bleibt aber völlig ungeklärt: Wie gewiß ist es, daß Gott es selbst gleichgültig ist, wie wir Menschen ihn denken und wie wir ihn dann auch verehren? Warum offenbarte er sich uns, wenn er nachträglich uns lehrte, daß seine eigene Offenbarung unwichtig sei für das Heil des Menschen. Daß diese neue Gotteserkenntnis keine Erkenntnis Gottes ist, sondern ein Produkt der Zensur Gottes, das versucht mein Buch: Der zensierte Gott, Patrimonium Verlag darzulegen!               

Sonntag, 21. August 2016

Wo Jesus Christus mal wieder voll daneben lehrte- oder wie eine Schwester Jesu Lehre umdichtet!

"Ich persönlich bin absolut gewiss, dass wir alle in den Himmel kommen, aber nicht deshalb, weil wir so brav sind, sondern weil wir von Ihm, unserem Schöpfer, bedingungslos geliebt und angenommen sind. "So legt Schwester Ursula   das Evangelium des Tages aus! Jesus Christus wurde angefragt, ob nur wenige in den Himmel kommen werden und er respondiert: " viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." Aber das ist eben für Kath de unzumutbar. Da darf dann eine "Schwester" genau das Gegenteil von dem lehren, was Jesus Christus hier expressis verbis lehrt. Lehrt der Lehrer der Wahrheit: Bemühet euch, damit ihr eingehen könnt ins ewige Leben, so macht die Auslegerin daraus: Aus der Gewißheit heraus, daß wir als bedingungslos von Gott Angenommene ins ewige Leben eingehen werden, sollen wir unser Leben gestalten! Bedauerlicherweise wußte der Sohn Gottes von diesem bedingungslosen Angenommensein jedes Menschen durch Gott noch nichts, ja er verstieg sich sogar zu solchen theologischen Verirrungen: Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden." (Mk16,16) Aber diese Schwester auf Kath de weiß eben besser als der Sohn Gottes, wer wie in den Himmel kommen wird!  Nun gehört die Polemik wider das Lehramt der Kirche zu den Lieblingsbeschäftigungen aller Modernisten, aber was ist das päpsliche Lehramt gegen die absolute Gewißheit dieser Schwester! Ob sie über eine Privatoffenbarung Gottes verfügt, die bisher der Katholischen Kirche verborgen  geblieben ist, daß Gott allen Menschen das ewige Leben schenken wird. Wie kommt es, daß davon weder die hl. Schrift noch die Lehre der Kirche weiß, sondern nur Origenis und diese Schwester? Die Kirche hat ja die Allversöhnung Origenis auf der Synode von Konstantinopel 543 reprobiert. (DH 411) 
Aber was ist das Alles im Kontrast zur absoluten Gewißheit dieser "Schwester", die weiß, daß Gott alle Menschen in den Himmel aufnimmt! Das hat zur Folge, daß die ganze Katholische Religion für überflüssig erklärt wird und Jesus Christus leider bescheinigt werden muß, daß er leider fast nur Unsinn verkündet und gelehrt hat! Hätten wir Kath de nicht und diese Schwester, wir lebten weiter in den Irrlehren der Kirche!  

Samstag, 20. August 2016

Sozialbotschaften statt christliche Religion

Unter der Überschrift: "Wenn Lehre Leere wird" lesen wir in "Christ in der Gesellschaft" 33/2016 S.383 Klartext:" Die Kirchen präsentieren sich mit Sozialbotschaften.Sie stilisieren sich in ihren amtlichen Vertretern mehr und mehr als bloße Werteagentur." Unter der Zwischenüberschrift "Dieseits-Botschaften" heißt es: "Es scheint fast so, als solle das sozialmoralische Dauerbefeuern [durch die Katholische Kirche und die Protestanten]der christlichen, nichtchristlichen wie ungläubigen Bürger von der kirchlichen Ratlosigkeit im Wesentlichen, im Glaubenskern ablenken. Je weniger die Leute an die Hölle oder an den Himmel glauben, umso mehr sollen sie anscheinend mit Diesseits-Droh und Heils-Botschaften drangsaliert werden." (S.383) Das klingt auf den ersten Blick gut, aber doch verspätet:Ist denn nicht die Zeit, da Christsein primär sozial engagiert sein hieße, vorbei? Hat sich der Zeitgeist nicht geändert. Daß Kirchen fast nur noch Sozialbotschaften aussandten, das war in der Zeit bis 1989 noch so, als man so auf die Kritik der Linken reagierte, daß die Kirche die Menschen mit dem Jenseits vertröste, statt hier auf Erden für die Humanisierung der Welt einzutreten. Seit Karl Marx erhob sich eben diese Stimme wider die kirchliche Verkündigung. Sie war so erfolgreich, daß man in der Kirche das Wort Jenseits schon gar nicht mehr in den Mund nahm. Die Reich Gottes Botschaft wurde dann konsequenterweise als Handlungsperspektive sozialreformerischer und sozialrevoluionärer Art umgestaltet. Man denke an die marxistisch fundierte Befreiungsthologie in der Katholischen Kirche und an die diversen Gruppen von Christen für den Sozialismus im Protestantismus. 
Aber das endete plötzlich 1989 mit der Implosion des real existierenden Sozialismus. Zuerst änderte die Linke ihr Pogramm: Man machte seinen Frieden mit dem Kapitalismus, verlangte nur noch eine sozialstaatliche Regelung der Marktwirtschaft, um sich dann ganz auf die Kulturrevolution zu kaprizieren: Die Homosexbewegung, der Feminismus und der Anti-Rechtskampf und Multikulti wurden zu den Themen der Linken! (So befremdlich es auch klingen mag: Traditionelle Linksähler, Arbeitslose, sozial Benachteiligte und Ausgegrenzte, finden jetzt eher in rechten und rechtspopulistischen Parteien ihre Heimat! Linke Parteien wie die Grünen, aber auch die SPD in bürgerlich Situierten.) Der Protestantismus vollzog diesen Umschwung mit: Sie verkündet heute nichts anderes mehr als politische Korrektheiten. Die Katholische Kirche gerade im deutschsprachigen Raume würde es gern den Protestanten gleich tuen, aber ein Zuviel an katholischen Traditionen hindert sie daran, jetzt etwa auch die Segnung von Homosexehen durchzuführen. Donam Vitae ist immer noch nicht voll von der Kirche anerkannt- aber man ist auf dem politisch korrekten Weg. Dieser Weg zeichnet sich aber dadurch aus, daß das Soziale kaum noch eine Rolle spielt. Die Multikuliidologie ist ja kein sozialreformerisches Projekt sondern ein aninationales, daß eben die Ordnung der Völker aufgelöst werden soll im Interesse der Globalisierung, der Schaffung einer Einheitswelt des freien Kapital- und Warenmarktes. Auch der Feminismus und die Homosexbewgung wird man nicht primär als soziale Bewegungen bezeichnen können. 
Es drängt sich der Verdacht auf, daß solange  der Kampf des westlichen gegen das östliche System geführt wurde: Was ist das bessere?, in Westeuropa der Sozialstaat hochgefahren wurde. um zu demonstrieren, daß der Kapitalismus auch sozialer ist als der Planwirtschaftssozialismus. Jetzt, nach dem der Westen geiegt hat, wird nun der plötzlich als zu teuer empfundene Sozialstaat wieder abgebaut, aufs Notwendige reduziert. Dem korrespondiert, daß auch die staatsnahe Katholische Kirche und noch viel mehr der Protestantismus, eingedenk Luthers Obrigkeislehre den neuen Kurs mitmacht: Sozial ist nicht mehr angesagt. Man ist linksliberal geworden: linke Kulturprojekte bei liberaler Anerkennung der sozialen Marktwirtschaft, so wie sie funktioniert. 
Richtig gesehen ist aber vom Kommentator Johannes Röser, daß die Kirche wie der Protestantismus ihre eigenste Aufgabe, christliche Religion zu sein und zu leben, weitestgehend vernachlässigt. Die christlichen Werte ersetzen die Lehre der Kirche- wie schon in der SPD die Grundwerte des Godesberger Parteiprogrammes ihre einstige Weltanschauung ersetzte: statt Religion und Weltanschauung nur noch Werte als Zerfallsprodukte des Ursprünglichen.   

Zusatz: Wie sehr die Katholische Kirche Deutschlands  nicht mehr primär sozial sondern in erster
Linie regierungtreu antirechts und antinational engagiert ist , zeigt das Video: Ethik2go: Nationalstolz auf Kath de, in dem ein Philosoph erklärt, als Deutscher dürfe man nur auf das NICHTDEUTSCHE in Deutschland stolz sein. Zudem gäbe es das Wir des Volkes gar nicht- es gibt nur einzelne Individuen! Das Volk ist für ihn wohl nur ein Prudukt medialer Inzenierungen wie etwa bei Fußballweltmeisterschaften, durch die künstlich ein Wir-Bewußtsein erzeugt würde.                                  

Freitag, 19. August 2016

Desinteresse an der Kirche- Desinteresse an der Theologie (Teil 2)

Aus einem Zuviel an Interesse an der Kirche und der Theologie wurde ein Zuwenig, ja ein Desinteresse an diesen beiden Größen. Diese These muß befremdlich klingen, aber genauso dachte die aufklärerische Philosophie gerade nach dem Ende des innerchristlichen Religionskrieges des 17. Jahrhundertes. Daß deutsche Philosophen, mit Kant anhebend und dann im deutschen Idealismus ihre Meisterstücke hervorbringend, das Land des Denkens wurde, das gründet sich eben auch, nicht nur aber doch im Ereignis des 30 jährigen Krieges. Dieser Krieg wurde als Krieg zwischen den christlichen Konfessionskriegen wahrgenommen, in den sich auch die politischen Staaten hineinziehen ließen als Kämpfer für die wahre christliche Religion. Daß man später urteilte, daß in diesem Kriege die christliche Religion nur politisch mißbraucht wurde, diese These konnte erst vertreten werden, nachdem die christliche Religion durch die Aufklärung pazifiziert worden war, und zwar so sehr, daß es nicht mehr vorstellbar war, daß sie selbst Grund für Kriege sein kann.
Die Aufklärung frug also: Wie ist Gott zu denken, sodaß die verschiedenen Auffassungen von ihm in den christlichen Konfessionen nicht den Grund für weitere Kriege sein können. Nicht ein philosophischer oder theologischer Gewinn an der Gotteserkenntis schuf ein neues aufgeklärtes Religionsverständnis, sondern der Wille zur Pazifizierung schuf das neue Religionsverständnis.
Die aufklärerische These hieß (so Kant), daß es gleichgültig sei, welcher christlichen Konfession man angehöre, ja, welcher positiven Religion überhaupt, den es käme allein auf den Glauben an Gott, an die Freiheit und an die Unsterblickeit der Seele. Gott wolle von uns Menschen eigentlich nur, daß wir vernünftig leben im Sinne der praktischen Vernunft nach Sittlichkeit streben. So scharf- und tiefsinnig die Philosophie Kants auch ist, im Prinzip bietet sie nur einen hochveredelten Pelagianismus an: daß jeder Mensch, wenn er nur wolle und wirke, wie es ihm seine natürliche Vernunft zu erkennen gibt,   ein Gott wohlgefälliges Leben dann führe.Die Religion wird auf die natürliche Religion reduziert, denn die allein bilde den wahren Kern jeder Religion. Was dann die positiven Religionen im Kontrast zur natürlichen noch beinhalten, sei als Priesterreligion zu verurteilen. Der Begriff Priesterreligion  bekommt spätestens seit Kant (vgl: Die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft), einen Negativklang: das, was die Priester sich ausgesponnen haben, um ihre klerikale Herrschaft zu legitimieren als ein Wissen, das nur ihnen zur Verfügung stünde als übernaürliches, das aber heilsnotwendig sei. Die Betonung der Natürlichkeit der allein heilsnotwendigen Erkenntnisse soll ja die Notwendigkeit jeder übernatürlichen Offenbarung und der Vermittelung so gewonnener Erkenntnisse ausschließen. Kein Mensch könne in Sachen Religion jemand anders etwas vermitteln, was heilsnotwendig ist, weil das jeder durch den Eigengebrauch seiner Vernunft hinreichend erkennen kann. 
Vor der Aufklärung waren die Menschen zu sehr religiös, weil sie glaubten, daß nur die jeweils positive Religion der Weg zum Heile ist und daß alle anderen Wege ins Unheil sind. Das vitalisierte die Religion. Die Devitalisierung der Religion war nun ihre Vergleichgültigung in der Idee der rein natürlichen Religion als der allein wahren. 
Von Gott wußte die aufklärerische Philosophie auf einmal ganz genau, daß Gott von uns nur das Streben nach Sittlichkeit verlangt, daß dagegen das spezifisch Religiöse ihm gleichgültig ist. Kant nennt das den Afterdienst der Kirche. Alle Sakramente, Beten und Opfern aber auch der Gottesdiestbesuch zählt dazu. Nicht der in Frankreich propagierte Atheismus durch Radicalaufklärer, nicht der englische Deismus, daß Gott die Welt vollkommen erschaffen nun sie sich selbst überließe, sondern die deutsche Lösung setzte sich durch: die konsequente Ethisierung der Religion- fromm sein, heißt nun, an Gott glaubend anständig leben. Alles Theologische darüberhinaus galt nun als nutzlose und sinnlose spekulative Dogmatik! 
Man urteilte so, daß all die theologischen Erkenntnisse sinnlos sind, weil sie nicht nützlich sind für die Förderung des sittlichen Lebens und weil sie stattdessen nur Streitereien evozierten über theologische Lehren, die alle gleichgültig wären. (Ein aufmerksamer Leser findet dafür schon in der "Nachfolge Jesu Christi" des Thomas von Kempen erste Spuren, dem Buch der  Devotio moderna- der modernen Theologie!)
Das theologische Denken soll so eingestellt werden um des innerchristlichen und innerreligiösen Friedens willen! Es soll sich auf die Postulate der praktischen Vernunft, Gott, Freiheit und Unsterblichkeit reduzieren und alles andere als Überflüssiges und nur Konfliktträchtiges ablehnen. Die Pointe in erkenntnistheoretischer Sicht ist nun, daß das Erkenntnisvermögen auch nicht über diese Trias hinauskommen kann, denn sonst überfordere sie sich. Was sie nicht soll, mehr Erkenntnisse hervorbringen als es dem Frieden nütze, kann sie auch nicht, wenn sie sich in ihren Grenzen bewegt. Das, was einst die Krone der Philosophie, die Metaphysik und die Krone der Theologie, die Gotteslehre war, soll nun ganz abgeschafft werden oder nur noch reduziert werden auf den Glauben, daß Gott ist.         

Nähers dazu in: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott.Wie uns Gott in den Zeiten der Verdunkelung der Wahrheit abhanden kam, Patrimonium Verlag 14,80 Euro