Mittwoch, 16. August 2017

Über die alternativlos-christliche Politik der offenen Grenzen

"Das reiche Europa – es ist nicht willens oder in der Lage, dem massenhaften Sterben vor der eigenen Haustür Einhalt zu gebieten. Dies ist eine Schande für den gesamten Kontinent." Während Christian Olding als Starkolumnist der Internetseite: "katholisch de" sich am 16.8. 2017 über die ach so primitive Weltsicht des amerikanischen Präsidenten mokiert, der klar zwischen den Guten und den Bösen unterschiede, zeigt der Leitartikel des selben Tages zur "Flüchtlingskrise", daß man auf dieser bischöflichen Internetseite aufs simpelste die Guten von den Bösen zu unterscheiden weiß.
Dazu verschweigt man 
a) daß Schlepperorganisationen die Seereise auf oft nicht seetauglichen Schiffen für die Flüchtlinge organisieren in der Erwartung, daß, wenn dann die Schiffe in Seenot geraten, NGO-Rettungsschiffe die Schiffbrüchigen aufnehmen und dann nach Italien bringen. Dort müssen sie dann aufgenommen werden und so gelingt der erste Teil der illegalen Einwanderung,
und  es wird verschwiegen,
daß es b) den Verdacht gibt, daß Schlepperorgaisationen mit NGOs cooperieren, daß die Schiffe von NGOs eben die in "Seenot" Geratenen an abgemachten Treffpunkten übernehmen, um so ihnen eine illegale Einwanderung zu ermöglichen,
und es wird verschwiegen,
daß c) diese Flüchtlinge um das Risiko einer solchen Seefahrt wohl wissen, spätestens wenn sie die Schiffe sichten, die sie nach Italien bringen sollen. 
Wenn Menschen versuchen, illegal in ein Land einzureisen und um des erstrebten besseren Lebens willen da große Risiken  bereit sind, auf sich zu nehmen, dann ist das kein Drama und auch keine Katastrophe.Es zeigt eben nur, daß die heutige Welt nur noch einen Gott kennt, das Geld und daß ihr das Streben nach mehr Geld das wichtigste ist. So lockt eben das "reiche Europa" Menschen an, wie einst die vermeintlichen Goldschätze Europäer nach Amerika trieb auf der Suche nach dem dortigen Gold. 
Zudem gibt es kein Menschenrecht, daß jeder da, wo er möchte, leben darf. So wie ich nicht in jedem beliebigen Wohnhaus in Deutschland,bloß weil es mir da besser gefällt zu wohnen als bei mir, einziehen  und dort wohnen kann, so wenig gibt es dies Menschenrecht des Wohnens, wo ich will.. Denn Vorrang hat das Recht des Hausbesitzers, daß er bestimmen darf, wer bei ihm wohnen darf und wer nicht. Das gilt genauso für die Völker bezüglich ihres "Wohnhauses", des Nationalstaates. 
Jede illegale Einwanderung ist so ein Angriff auf das Wohnrecht des Heimatvolkes. Niemand, bloß weil er in meinem Zuhause leben möchte und dazu noch von mir verköstigt werden will, hat deshalb schon ein Wohnrecht bei mir! Das Argument, er wolle doch bei mir wohnen , weil ich einen höheren Lebensstandard habe als er, rechtfertigt nun in keiner Weise sein illegales Einwandern in meine Wohnung und verschafft auch nicht das Recht auf Verköstigung und Unterhalt, nur weil es dem Einwanderer bei mir so gut gefällt. 
Aber das interessiert vor der Bundestagswahl keinen Kommentar auf Kath info: Hier gilt die Maxime, daß die Bundeskanzlerin mit ihrer Politik der offenen Grenzen alternativlos christlich regiert und alle Kritiker eben böse Menschen sind.     

Dienstag, 15. August 2017

Der Kampf der Linken gegen die Ordnung der Ehe und die Familie und ihr Scheitern

Als in Rußland die Oktoberrevolution siegte, da eröffneten die siegreichen Bolschewisten auch gleich den Kampf gegen die Ordnung der Ehe und Familie.  "1929 proklamierte die Kommunistische Partei immer noch die Losung des Absterbens der Familie." ( Russische Revolution und Emanzipation der Frauen (Frauen und Revolution) ÜBERSETZT AUS SPARTACIST, ENGLISCHE AUSGABE NR. 59, FRÜHJAHR 2006; zukünftig:Spartacist)
Lenin hatte eben in seiner berühmten Schrift: "Staat und Revolution" das Absterben des Staates prophezeit, aber vordem sollte der Staat die Aufgabe der Familie übernehmen, damit auch und gerade die Frau, unbelastet von einem Familienleben ganz in den Dienst der Ökonomie gestellt werden kann.
Trotzki führt dann aus:„Das materielle und kulturelle Versagen der Staates führte zur feierlichen Rehabilitierung der Familie." (Spartacist). Also, halten wir fest: Weil es dem Staat nicht gelang, die Funktion der Familie zu übernehmen, kam es unter Stalin zur Rehabilitierung der Ordnung der Ehe und der Familie. Das gehört für Trotzki zu den Elementen des Verrates der Revolution durch den Stalinismus. 
Dabei fing doch alles gut an: Es gab Erleichterungen zur Ehescheidung, die Erlaubnis zur Abtreibung und es galt die Parole, daß die Ordnung der Familie im Sozialismus verlöschen würde. Damit jeder eben "Arbeiter" werden könne, muß eben auch die Hausarbeit abgeschafft werden.Aber dann kam der große Verrat an der sozialistischen Frauenemanzipation von der Ehe und der Familie. Der Soziologe Wolffson erklärt das so: 
"Diese Gesetze waren nur solange notwendig, wie noch die schlimmen Nachwirkungen des Kapitalismus nicht beseitigt waren. Im - durch Stalins Dekrete nunmehr erreichten - Sozialismus ist dies nicht mehr notwendig. Die ökonomische Grundlage für unglückliche Ehen, nämlich materielle Motive und Zwänge zur Eheschließung, und für ungewollte Kinder ist beseitigt und damit auch die Grundlage eines legitimen Rechts auf Scheidungs- und Abtreibungsfreiheit. Gegen Ausnutzung und Abirrung, wie egoistische Motive sie versuchen, muß sich der sozialistische Staat natürlich mit seinen rechtlichen Mitteln wehren. Die Ursachen von Famillenkonflikten und von Abweichungen vom Ideal der sozialistischen Familie - der monogamen, kinderbereiten Liebesehe -‚ werden damit in unmoralischem Verhalten und individuell verschuldeter Kriminalität gesehen."  zitiert nach MXKS:Sowjetunion 1921-1939- von Lenin zu Stalin-Teil 1; www.mxks.de/files/SU/1989kbUdssrIFr.html, zukünftig: Lenin/Stalin
Man lese und staune: Es gibt plötzlich ein  "Ideal der sozialistischen Familie- der monogamen, kinderbereiten Liebesehe".  In was unterscheidet sich denn nun dies Ideal von der Ehelehre der Kirche  und der bürgerlichen Vorstellung von der Ehe?
Aber es kommt noch schlimmer:
"Wenn wir vom Festigen der sowjetischen Familie sprechen, meinen wir im besonderen den Kampf gegen eine bürgerliche Einstellung zur Heirat, der Frau und zu den Kindern. Die sogenannte freie Liebe und ein unordentliches Sexualleben sind durch und durch bourgeois, haben nichts gemeinsam weder mit den sozialistschen Prinzipien noch der Ethik und dem normalen Verhalten eines Sowjetbürgers. Die sozialistische Theorie unterstreicht das und wird auch weit und breit durch das Leben selbst bestätigt.
Die herausragendsten Menschen unseres Landes und der beste Teil der Sowjetjugend erweisen sich wahrlich als hervorragende Familienväter, die ihre Kinder von Herzen lieben. Und umgekehrt: Der Mensch, der die Ehe nicht ernst nimmt und seine Kinder der Laune des Schicksals überläßt, erweist sich gewöhnlich auch als ein unzuverlässiger Arbeiter und ein schlechtes Mitglied der Gesellschaft."
(Prawda vom 28.5.1936, zitiert nach Spartacist)
Also die bürgerliche Eheordnung ist die der "freien Liebe" und des "unordentlichen Sexuallebens".Ja, es wird sogar geschrieben, daß dies bürgerliche Auffassung der freien Liebe und des unordentlichen Sexuallebens sich destruktiv auf das ganze gesellschaftliche Leben auswirke. In allen Bereichen verlieren die so Lebenden den Sinn für die Ordnungen der Gesellschaft. Im Sinne S. Freuds könnte man urteilen, daß, da alle Kultur auf der Sublimierung des Sexualtriebes beruht, eine Lockerung der Sexualmoral, daß alles, was Spaß macht, auch erlaubt ist, die notwendige Triebunterdrückung etwa im Arbeitsleben aufweicht. Die Unzuverlässigkeit des Arbeiters wäre dann die des seine Sexualbedürfnisse unmittelbar befriedigen Wollenden! 
"So erklärte man, die Theorie vom „Absterben der Familie“ führe zu sexuellen Ausschweifungen, und gleichzeitig begann man in der sowjetischen Presse gegen Mitte der 30er-Jahre das Loblied auf die „gute Hausfrau“ anzustimmen. Ein Leitartikel der Prawda von 1936 prangerte einen Wohnungsbauplan ohne Einzelküchen als eine „linke Abweichung“ an und als einen Versuch, „künstlich gemeinschaftliche Lebensweisen einzuführen.“ Es sollten also Wohnungen ohne Küche gebaut werden, damit in der Familie nicht mehr gekocht werden kann, um so ein Familienleben auszuhöhlen! Der Spartacistkommentar ist natürlich entsetzt über diese unter Stalin durchgeführte Rehabilitierung der Ordnung der Ehe und der Familie und des Verbotes der Abtreibung, die sein Vorgänger Lenin doch als revlutionäres Gesetz erlaubt hatte.
 Und so wundern wir uns auch nicht mehr, wenn wir nun zu lesen bekommen:
"Eine Frau ohne Kinder verdient unser Mitleid, denn sie kennt die volle Freude des Lebens nicht. Unsere sowjetischen Frauen, vollblütige Bürgerinnen des freiesten Landes der Welt, ist die Seligkeit der Mutterschaft geschenkt worden. Wir müssen unsere Familie schützen und gesunde sowjetische Helden ernähren und großziehen."und:"Die Stärkung der sowjetischen Familie, der Schutz der Gesundheit von Millionen von Frauen und die Erziehung einer zahlreichen, starken und gesunden Nachkommenschaft." (zitiert nach Spartacist)

Ersetze man das Wort: "sowjetisch" durch "deutsch", alle Gutmenschen und Linken erstarrten vor Entsetzen, um dann eine Haßkampagne gegen so reaktionär-faschistisch-frauenfeindliche Propaganda zu entfachen. Aber wir dürfen auch gewiß sein, daß nicht nur Lesben und Feministin, sondern selbstverständlich auch der Katholische Frauenbund protestierte. 
Wenden wir uns aber dem gewichtigsten Protest zu- dem aus den Wirtschaftskreisen. Für eine moderne Industriegesellschaft sei ein solches Frauen- und Familienverständnis inakzetabel!  

Nun stehen wir vor etwas Verwirrendem: Wer die politische Linke kennt, weiß, daß zu ihr konstitutiv der Kampf gegen die Ordnung der Ehe und der Familie gehört. Die Familie soll aussterben. Die Kindererziehung und Ausbildung soll völlig verstaatlicht werden, von der Kita bis zur Universität und die alt Gewordenen gehören dann ins Seniorenheim und fürs Sterben in ein Hospitz. Frauen sollen ihr Glück ausschließlich in der Arbeit finden, indem sie sich von dem Wunsch nach Mutterschaft und eigenen Kindern emanzipieren. Die notwendigen Arbeitskräfte kann man ja problemlos importieren aus der 3.Welt. So weit alles klar.
Wie konnte es dann aber unter dem Nachfolger Lenins, der doch schon so gut mit dem Abtreibungsprozeß der Familie angefangen hatte, zu so einem Rückfall zur bürgerlichen, jetzt sozialistischen Familie kommen? Für den KB-Nord,ihm verdanken wir die Recherche Lenin/Stalin, und dem Spartacist ist das eine einfache Frage: Die sozialistische Revolution wurde eben durch Stalin verraten. 
Aber ist das nicht zu einfach gedacht? Könnte es nicht sein, daß selbst beim Aufbau einer "sozialistischen Gesellschaft" die politischen Führer erkennen mußten, daß man keine Gesellschaft gegen die Natur des Menschen aufbauen kann, auch nicht eine sozialistische! Und daß eben aus der Natur des Menschen die Ordnung der Ehe und Familie erwächst. Linke können wohl in der Kampfphase gegen die bürgerliche Welt die Zerstörung der Ordnung der Familie fordern als reine Destruktionskonzept, wenn aber nach dem Zerstören eine neue Ordnung wieder auzubauen ist, muß auch der revolutionärste Revolutionär conservativ werden, weil auch er nur eine gesellschaftliche Neuordnung schaffen kann, wenn sie nicht fundamental der Natur des Menschen widerspricht. Das nicht zuerkennen,läßt Trotzki Stalin zum Verräter an den sozialistischen Idealen werden. Trotzkis Antithese einer permanenten Revolution könnte dann gedeutet werden als die Konsequenz aus der Einsicht, daß jede siegreiche Revolution conservativ werden muß, wenn sie eine neue Ordnung etablieren will, daß eben jede neue Ordnung dann auch wieder  umzustürzen ist, damit nichts Conservatives sich wieder etabliert!  

Aber was machen nun unsere "Linken" mit ihrem einstigen Meister- und Vordenker J. Stalin, der Dinge in der Prawda schreiben ließ, die heute von ihnen als "Nazi-Ideologie" verteufelt wird? Das Ziel sollen "zahlreiche starke und gesunde Nachkommen" sein, als sozialistisches Ideal der Familie,das sagte der Kommunist Stalin!              




 



 








 

Montag, 14. August 2017

Die Verkündigung Jesu und was heute gelehrt wird

Daß Jesus des öfteren Dinge gelehrt hat, mit dem er in jeder Dogmatikprüfungprüfung durchgefallen wäre, ist wohl als bekannt vorauszusetzen. Eine der schlimmsten Fehlleistungen dieses himmlischen Dogmatiklehrers finden wir in seiner Bergpredigt: "Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." (Mt 5,20). 
Erstmal kommen Juden qua Judesein in das Himmelreich, bzw. wenn sie gemäß der jüdischen Religion leben, denn das reicht aus, um als Gerechter in das ewige Leben einzugehen. Daß die Gerechtigkeit, die die jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäer erreichten, indem sie gemäß der jüdischen Religion leben, nicht ausreiche für den Eintritt in das Himmelreich, ist eine eindeutig antisemitische Äußerung. 
Zudem kennt Jesus wohl noch gar nicht seine eigene Verkündigung, die der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch Gott! Jeder wird in das Himmelreich eingehen außer denen, die es ablehnen, da einzugehen. Dies Nein würde Gott dann akzeptieren und so bräuchten die nicht ins Himmelreich einzugehen. Daß aber jemand ins Gottes Reich eingehen möchte und es ihm von Gott verwehrt wird, weil seine Gerechtigkeit nicht groß genug ist im Urteil Gottes, das ist völlig ausgeschlossen beim Gott der Liebe! Außerdem ist man gerecht oder ungerecht, aber die Vorstellung, daß jemand gerechter sein könne als ein anderer, das ist absurd. 
Wie kommt es nur, daß der Lehrer der Wahrheit so oft anderes lehrt als die heutige Theologie? Ob die eben besser Bescheid weiß als der Sohn Gottes? Das wird man wohl evolutionär verstehen müssen: Damals waren die Christen noch nicht so weit, die Wahrheit in Gänze zu erfassen, die erschloß sich der Kirche erst nach und nach, angefangen bei Luther und dann im 2. Vaticanum. Alles andere davor war eben finsteres Mittelalter, in das eben auch Jesus zum großen Teil noch hineingehörte. Der glaubte doch noch an Teufel, Daimonen, betrieb Exorzismen und glaubte an ein apokalyptisches Ende....Und zu diesen Voraufklärerischem gehört wohl auch diese Bergpredigtaussage Jesu.  
Das ist der Triumph des Modernismus in der Kirche. Und er stößt auf so viel Gegenliebe, weil eben die Lehre Jesu so ganz und gar nicht "kundenfreundlich" ist.
Es möge sich doch bitte jeder geneigter Leser selbst, vor seinem Spiegel stehend die Frage beantworten: Ist meine Gerechtigkeit in den Augen Gottes wohl wirklich weit größer als die der Schriftgelehrten und Pharisäer?  

Corolarium 1
Hat die hl. Schrift und die Tradition und das Lehramt wirklich noch Verbindlichkeit für die heutige Kirche, oder gilt das faktisch als nicht mehr zeitgemäß, weil eben die Erkenntnisse vorangeschritten sind, wir Modernen eben Alles besser wissen?               

Sonntag, 13. August 2017

Petrus: "Herr rette mich!" Irritierendes- Kann die Kirche untergehen?

Wer kennte nicht diesen Hilferuf Petrus, der über das Wasser auf Jesus zugehend, plötzlich Angst bekommt und dann auch droht, unterzugehen? Ja,Petrus könnte wie Jesus Christus über das Wasser gehen, wenn er nur fest auf ihn vertraute. Gegen liberal-modernistische Ausleger muß betont werden, daß die Bibel hier ein real sich ereignet habendes Geschehen erzählt, daß da Jesus über das Wasser gehend zu seinen Schülern im Schiff sich begeben wollten, die in Panik gerieten, meinend ein Geist käme auf sie zu und wie Jesus sich ihnen zu erkennen gibt und wie dann auch Petrus versuchte, über das Wasser gehend, Jesus entgegenzukommen. Aber sein Kleinglaube ließ ihn dann versinken, wenn Jesus ihn dann nicht gerettet hätte.
Aber Liberalen ist das nur eine fiktive Erzählung, die zum Ausdruck bringen soll, daß wir Christen in den Seenotfällen unseres Erdendasins uns auf Jesus verlassen dürfen. Nur übersehen wird so, daß diese Geschichte nicht Ausdruck dieses Vertrauens auf Jesus Christus ist, sondern den Grund des Vertrauendürfens legt: So rettete Jesus Petrus und so wird er auch die auf den Fels Petri gegründete Kirche in ihren Seenotsfällen retten. Die Rettung Petri ist so der Realgrund dieses Vertrauens.
Zudem, wenn man dem Sohn Gottes nicht mal zutraut, über das Wasser gehen zu können, wie soll er dann befähigt sein, den Tod zu überwinden, denn das ist doch wohl ein größeres Wunder als das des Überswassergehens!
Aber es soll sich jetzt auf eine ganz andere Frage kapriziert werden! Hätte Jesus den Petrus auch gerettet, wenn der nicht um Hilfe geschrieen hätte?  Wenn diese Rettungsgeschichte die Verheißung an die Kirche enthält, daß, wenn sie in Not gerät, ihr Herr sie retten wird, was ist dann, wenn die Kirche in Not gar nicht mehr nach ihrem Herrn schreit: Rette mich?
Was, wenn die Kirche sich auch in Notlagen sicher ist, das aus eigener Kraft zu schaffen- oder wenn sie überhaupt nicht mehr an die Möglichhkeit eines rettenden Eingreifens ihres Hauptes glaubt? 
Die Katholische Kirche sinkt, sie ist in  akuter Seenot. Aber wo wird da nach Gottes Hilfe gerufen! Vorkonziliar bete die Kirche am Abschluß der Messe zum hl. Erzengel  Michael:

"Am 13. Oktober 1884 hatte Papst Leo XIII. während der Zelebration der heiligen Messe eine Vision, von der er später oft mit Schrecken sprach, weil sie sich auf die Zukunft bezog, in welcher der Satan in der Kirche triumphieren würde. Aus der unmittelbaren Nähe des Tabernakels hatte er zwei Stimmen vernommen, in der er die Stimme Christi und die Stimme des Teufels erkannte.
Im Jahr 1886 fügte er deshalb dem Aufbau der alten lateinischen Messe einige „Fürbitten in bedrängter Zeit“ in der jeweiligen Landessprache hinzu, unter denen das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael - ganz am Schluss! - besonders auffällt. Es lautete so:
„Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe! Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. ‚Gott gebiete ihm!’ so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.“  

Kath net vom  5.7.2012

Dieses Schlußgebet fiel eben auch der Liturgiereform zum Opfer.Was aber, wenn Petrus, die Kirche aufhört, Herr, rette mich! zu rufen, wenn sie etwa vertrauend auf die Kraft ihres Geldreichtumes darauf setzt, die Krise so schon lösen zu können? Was, wenn der Kirche die modernistsche Theologie schon hinreichend genug bewiesen hat, daß Gott nicht mehr in die Welt eingreift, sodaß wir allein auf uns gestellt uns aus der Seenot zu retten haben. 
Statt: Gott hilf! zu rufen, lernen wir halt schwimmen! Wir legen uns Schwimmwesten zu! Und zeichnet sich nicht vor unseren Augen schon ein solches Seenotrettungsprogramm ab: Wenn die Kirche ihre Religion nicht mehr an die Frau und den Mann bringen kann, dann verwandelt man die Kirche eben zu einer NGO der praktizierten Nächstenliebe und Solidarität!  Das ist eben marktkomformes Handeln!     

Samstag, 12. August 2017

Irritierendes Göttersöhne und Titanen- ein Grundbaustein jeder Religion?

Die hl. Schrift stellt so manches mal den aufmerksamen Leser vor beachtliche Probleme. So lesen wir im 1.Mose 6, 4: In jenen Tagen gab es auf Erden die Riesen [Titanen], und auch später noch, nach- dem sich die Göttersöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten.Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer."
Göttersöhne, das können und dürfen wir als Engel Gottes verstehen. Aber wie können Engel als körperlose Wesen mit Menschenfrauen Kinder zeugen? Nur, Engel erscheinen Menschen ja körperlich, damit sie überhaupt uns erscheinen können. Ist es da auszuschließen, daß sie so körperlich erscheinend auch Väter von menschlichen Kindern werden können?
Engel, die sich in menschliche Frauen verlieben, um ihretwillen vom Himmel hinabsteigen, um sie  geschlechtlich zu lieben, ist das nicht einfach nur eine mythologische Phantasie? Aber stünde das dann in der Bibel? Und ist nicht der Hl. Geist, der über die Jungfrau Maria kam, sodaß sie den Sohn Gottes gebärte, dann auch nur eine mythologische Phantasievorstellung? 
Zäunen wir das Pferd einmal anders herum auf: Am Anfang stünden Menschen mit Kräften (jetzt im weitesten Sinne), die das durchschnittliche Vermögen der Menschen weit übersteigt. Dem Tuen geht das Sein voraus, oder nur was einem Subjekt möglich ist, kann es auch vollbringen. Wie muß der sein, der solch Außerordentliches vermag?, drängt sich so als Frage auf. Helden, Titanen, Riesen sind eben aus einem anderen Holz geschnitzt als wir Durchschnittsmenschen.
So wird von Platon gesagt: " Es wurde sogar behauptet, er sei ein Sohn des Gottes Apollon, sein leiblicher Vater sei nur sein Stiefvater gewesen." (Wikipdia, Platon). Platon als "titanischer" Denker sei eben auch übernatürlichen Ursprunges, denn wie sonst könne man die Größe dieses Denkens verstehen.
Im Geniekult begegnet uns sozusagen eine säkularisierte Form dieser Vorstellung, daß das Außerordentliche ein besonders talentiertes Hervorbringersubjekt voraussetzt. Man beachte dabei die ursprüngliche Bedeutung des Genius:"Der Genius (Pl. Genien oder lateinisch Genii) war in der römischen Religion der persönliche Schutzgeist eines Mannes und Ausdruck seiner Persönlichkeit, seiner Schicksalsbestimmung und insbesondere seiner Zeugungskraft. " Wikipedia:Genius. 
Daß wir mitten im Natürlichen mit dem Sein und dem Wirken von Übernatürlichem zu rechnen haben, das kann uns diese fragmentarische Überlegung vor Augen halten: Im Meer der unzähligen Menschen ragen Heroen und Titanen hervor, Geistesgrößen, die so sehr das Durchschnittliche übertreffen, das es uns ist, als wenn sie übernatürlichen Ursprunges wären. Und weist uns das Johannesevangelium nicht auch in eine ähnliche Richtung, wenn wir da lesen, daß die Christen "nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." (Joh 1, 13)
Ob nicht  all dem eine gemeinsame Weltvorstellung zu Grunde liegt, daß eben alles Außergewöhnliche, das Normale Überragende in der natürlichen Welt übernatürlichen Ursprunges ist? Ist das nicht die Grundüberzeugung jeder Religion?
Ein Spezificum der Moderne wäre es dann, die Welt als einen in sich abgeschlossenen Kosmos zu denken, in dem nichts Übernatürliches sein kann und sich ereignen kann. Alles, was in der Welt ist und sich in ihr ereignet, ist als rein Weltimmanentes zu verstehen. Das führt aber konsequenterweise dazu, daß alles Heroische, Titanenhafte und Große kleingemacht werden muß, damit daraus etwas rein Natürliches und Weltimmanentes wird. So machen wir uns die Welt klein für uns kleingezüchteten letzten Menschen. Vielleicht ist es das Privileg der religiösen Weltsicht, daß in ihr es wirklich Großes, Übernatürliches und Erhabenes geben kann!

Corollarium 1
Eingedenk von 5.Mose 32,8, daß die Menschheit aufgegliedert worden ist in Völker gemäß der Anzahl der Völkerengel, könnte gemutmaßt werden, daß Völkerengel die Urheber der jeweiligen Volksreligion sind. Paulus warnt ja vor  der Möglichkeit, daß ein Engel ein falsches Evangelium in die Welt bringen könnte, um das wahre zu bekämpfen.(Gal 1,8). Die Annahme, daß die Religionen ausschließlich sich dem Menschen verdanken und ohne übernatürliche Hervorbringung entstanden sind, ist in nichts begründet außer in dem Vorurteil, daß alles in der Welt rein weltimmanent ist.  

Freitag, 11. August 2017

Multikulti in der hl. Schrift

Eigentlich war die Lage für das Volk Israel in Ägypten doch gut. Als Armutsflüchtlinge kamen sie, fanden da einen ihres Volkes in einer Führungsposition vor, der sie dann tatkräftg unterstützte. Der nach Ägypten verkaufte Joseph praktizierte eben "Volkssolidartät". Jetzt hätte in Ägypten eine wahre multikulturelle Gesellschaft entstehen können, in der sich die ägyptische  und die jüdische Kultur und die der anderen eingewanderten Armutsflüchtlinge wechselseitig befruchten.  
Aber welche Sorge trieb den ägyptischen König? 
"Er sagte zu seinem Volk: Seht nur, das Volk der Israeliten ist größer und stärker als wir". (2. Mose, 1, 9) 
Waren denn so viele Juden eingewandert? Die große Vermehrungsrate wird wohl eher der Grund für diese Stärke des israelischen Volkes in Ägypten gewesen sein. Darum ergriff der König ja auch Maßnahmen dagegen. Was befürchtete er denn?
"Gebt Acht! Wir müssen überlegen, was wir gegen sie tun können, damit sie sich nicht weiter vermehren. Wenn ein Krieg ausbricht, können sie sich unseren Feinden anschließen, gegen uns kämpfen und sich des Landes bemächtigen." (2.Mose 1,10).
Zu beachten ist, daß der ägyptische König jetzt erst als Reaktion darauf Ägypten für die Israeliten zum Sklavenhaus machte. Der König stellte also, um es zeitgemäß zu formulieren, fest, daß eine Integration der Juden in die ägyptische Gesellschaft nicht gelungen ist. Sie sind ein Fremdkörper im ägyptischen Volke geblieben.Ja, der König geht davon aus, daß sie keinerlei Loyalität gegenüber dem ägyptischen Staate hegen. 
Für den Fall eines Krieges befürchtet er gar, daß die Juden Ägyptens sich mit dem Feind verbünden würden, um mit ihm zusammen gegen Ägypten Krieg zu führen.Ja, sie würden dann gar das Ziel verfolgen, daß sie die Macht in Ägypten an sich reißen würden, daß sie die neuen Herren über Ägypten so werden ! Die Armutsflüchtlinge von gestern, die Bedrohung von heute, so stellt sich das Problem der politischen Führung Ägyptens dar. Zeitgemäß formuliert, daß die Ägypter zu Fremden und zur unterdrükten Minderheit im eigenen Lande würden!
Man kann nicht umhin, daß die Bibel hier äußerst politisch unkorrekt ist. Aber nun könnte doch der Gott Israels eingreifen. Der neue König, der nun regierte, hatte Joseph nicht gekannt. (2.Mose 1,8). Gott wäre es doch ein Leichtes gewesen, dem ägyptischen König die Augen über Joseph und sein Volk zu öffnen, alle Vorurteile der Ägypter den Juden gegenüber vom Tisch zu wischen, um so die Grundlagen für ein friedliches Miteinander von Ägyptern und  Juden zu legen. Ja, eine wechselseitige Bereicherung hätte sich ereignet, das ägyptische wie das jüdische Volk hätten sich als, um es zeitgemäß zu formulieren, als weltoffene Völker verstanden, die so dann Multikulti vorgelebt hätten.  
Was tat Gott stattdessen: Er führte sein Volk, Israel aus Ägypten heraus, damit dies Volk in dem ihm von Gott verheißendem Lande ihren jüdischen Volksstaat gründen! Auch und gerade da lebte Israel nicht multikulturell. Wie ein roter Faden durchzieht die Aufbaugeschiche des jüdischen Volksstaates die Mahnung, sich von den dortigen Einheimischen fern zu halten, sich nicht mit zu vermischen bis zum Gebot der Auflösung aller Mischehen mit Fremden durch Esra (Esra 9 und 10)
Warum wurde dann im gelobten Land nicht auf Initiative Gottes eine multikulturelle und multiethnische Gesellschaft gegründet? Warum entstand nicht in Ägypten die erste Multikulti-Gesellschaft? 
Offenkundig sind für Gott Völker etwas Erhaltenswertes. Darum läßt Gott die Ägypter Ägypter sein mit ihrer ihnen eigenen Kultur und er schenkt seinem Volke ein Land und einen Staat, in dem dies Volk nun gemäß seiner besonderen Berufung leben kann und dazu gehört es, daß es seine Identität sich durch Abgrenzung bewahrt und das bis zum heutigen Tage!  
    

Donnerstag, 10. August 2017

Eine Notiz zum Kampf mit dem kirchlichen Liberalismus

Betitelt mit "Kardinal Newmanns langer Kampf gegen den Liberalismus" (Kath de vom 10.8.2017) findet sich diese brillante Zusammenfassung des Anliegens des theologischen Liberalismus:
 "In dieser Rede spricht Newman einige Charakteristika des Liberalismus an. Dazu zählen die Ansicht, dass es in der Religion keine positive Wahrheit gebe, dass ein Glaube genau so gut wie jeder andere sei, dass keine Religion beanspruchen könne, die wahre zu sein, dass offenbarte Religion keine Wahrheit, sondern eine Frage des Gefühls oder des Geschmacks sei und dass jeder nach eigenem Gutdünken bestimme, was Inhalt der Religion sei."
So modern oder auch postmodern der theologische Liberalismus sich auch gewanden mag, im Kern ist er bis heute diesem von Newmann skizziertem Grundverständnis treu geblieben. 
Wir könnten das auch anders formulieren: Die Kirche als Anbieter von einer Religion sollte jedem potentiellen Kunden erlauben, das aus dem Angebot der Kirche sich herauszunehmen, was ihm gefällt, er kann es dann beliebig mit anderen Angeboten anderer Religionsanbieter vermischen, sich seinen Religionscocktail  selbst mixen, Hauptsache daß am Ende der Konsument zufrieden ist! Alle Kirchen und Religionsanbieter respektieren sich als auf dem freien Markt mit ihren Angeboten. Was wahr ist, entscheidet dann nur noch der Konsument, in dem er das für ihn Wahre kauft.
Alle theologischen Streitfragen, gerade auch die, was ist denn die wahre Religion?, was ist die Gott gefällige?, verschwinden aus dem theologischen Diskurs zugunsten der Frage: Was möchten unsere potentiellen Konsumenten? Dem interreligiöse  Dialog  wird dann die Aufgabe erteilt, alle Beteiligten dazu zu verpflichten, auf jederlei Wahrheitsansprüche zu verzichten, weil allein der Konsument es ist, der entscheidet, was für ihn das Wahre ist! Und alle Anbieter haben diese Konsumentenentscheidung zu akzeptieren- das ist der Kern des ecclesiologischen Liberalismus, daß einfach die Kirche sich dem freien Markt gemäß versteht. 
Die theologische  Kritik hat dabei die Aufgabe, mit den Mitteln der historischen Kritik alle Geltungs- und Wahrheitsansprüche jeder Religion und isb. der christlichen als nicht akzeptabel zu entlarven: Alles ist eben nur relativ...und nichts ist gewiß, außer daß alles ungewiß ist!