Donnerstag, 30. Juli 2015

Eine Pfarrerreformgruppe stellt sich vor

So liest sich ihr Grundsatzprohramm, Pfarrer im Dialog Passau. Es ist so schön, daß es hier ausführlich zitiert wird:

"Wir sind eine Gruppe von Priestern in der Diözese Passau,
  • die sich den Anliegen des II. Vatikanischen Konzils, der Würzburger Synode und des Passauer Pastoralplan 2000 „Gott und den Menschen nahe“ verpflichtet weiß;
  • die für eine entschiedene Verwirklichung von Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Freiheit in der Kirche eintritt;
  • die konstruktiv und kritisch das kirchliche Leben in der Diözese und in den Gemeinden begleiten und notwendige Reformen anstoßen will.

Wir wünschen uns eine Kirche,
  • die das Evangelium von einem menschenfreundlichen Gott verkündet, der das Heil aller Menschen will, und die deshalb für Freiheit und Gerechtigkeit, für Barmherzigkeit und Nächstenliebe eintritt;
  • die aus dem gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen lebt und sich als Volk Gottes auf dem Weg versteht und deshalb bereit ist, sich auf das Leben der Menschen heute einzulassen und sich auf gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen einzustellen;
  • die um der Glaubwürdigkeit ihrer Botschaft willen auf autoritäre Strukturen verzichtet, und die auf allen Ebenen und bei allen Entscheidungen eine intensivere Beteiligung und Mitverantwortung ihrer Glieder ermöglicht.
  • die Wert legt auf eine angstfreie Atmosphäre, in der die Amtsträger die ihnen übertragene Macht zum Wohl der Menschen ausüben.

Deshalb setzen wir uns dafür ein und praktizieren,
  • dass wiederverheiratete Geschiedene nicht von den Sakramenten ausgeschlossen werden.
Wir erwarten, dass die Kirche Regelungen findet, die der schwierigen Lebenssituation dieser Menschen ebenso gerecht wird wie der Praxis Jesu, der sich gerade mit den Gescheiterten, Sündern und Außenseitern an einen Tisch gesetzt hat, und wir verweigern den Segen denen nicht, die ihn für ihre neue Partnerschaft erbitten.
  • dass nichtkatholische Christen, die bewusst im Glauben die Eucharistie mitfeiern, in unsere Mahlgemeinschaft eingeladen werden.
Wir erwarten, dass die Kirche die in vielen Dokumenten beschriebene Übereinstimmung im Glauben und die gewachsene Ökumene in den Gemeinden ernst nimmt.
Wir bieten allen, denen die Einheit der Christen am Herzen liegt, die eucharistische Gastfreundschaft an. Und wir verwehren den katholischen Christen nicht, die Einladung zum evangelischen Abendmahl anzunehmen"

Den Rest erspare ich der Leserschaft- es wird nur noch die "Demokratisierung" der Kirche lang und breit gefordert.Wenden wir das Augenmerk auf den Anfang: Sie fühlen sich den Anliegen des 2.Vaticanums und der Würzburger Synode und einem Passauer Pastoralplan verpflichtet. Schon das ist grandios! In typisch modernistischer Art wird der Eindruck erweckt, als habe für die Kirche jetzt nur noch das 2. Vaticanum Gültigkeit und nicht die gesamte Tradition der Kirche. Ja, es scheint so, als gäbe es für diese Herrn Pfarrer die Kirche erst seit diesem Konzil! Und dann dies feine Wort "Anliegen". Das soll wohl bedeuten, daß zwischen den Texten des Konziles und den den Texten zugrunde liegenden Intentionen zu unterscheiden ist, sodaß nicht mehr die Konzilstexte, sondern nur ein dahinter liegendes "Anliegen" für sie verbindlich ist. Andere nennen das den "Geist des Konziles", um so zu sagen, daß die Texte des Konziles für sie eigentlich gar nicht mehr von Bedeutung seien, sondern nur...und das kann dann rein subjektiv willkürlich ausgefüllt werden!
Aber die Programmschrift läßt uns nicht lange im Unklaren über diese "Anliegen" des Konziles, denn die werden dann so benannt: FREIHIET-GERECHTIGKEIT-WAHRHAFTIGKEIT! Das sind nun Phrasen, die jeder Parteipolitiker in einer pathetischen Sonntagsrede auch für sich in Anspruch nehmen kann und wohl auch tut! Die völlige Entchristlichung ist hier unübersehbar! Und das sollen die "Anliegen" des 2. Vaticanums sein! Jetzt ist klar, warum diese Initiative mit den Texten des Konziles nichts anzufangen weiß!
Aber man weiß noch, daß es da ein Evangelium vom menschenfreundlichen Gott gibt. Gott wolle das Heil aller, das klingt ja ganz christlich- aber dann kommt der Nachsatz:deshalb habe die Kirche für FREIHEIT und GERECHTIGKEIT und BARMHERZIGKEIT und NÄCHSTENLIEBE einzusetzen! Wir konstatieren, daß hier das Evangelium mißgedeutet wird in ein seichtes Programm der Humanisierung der Welt! Sämtliche religiös-christlichen Gehalte sind hinwegsäkulsarisiert- es bleibt nur ein fader biedermännischer Humanismus übrig. Bezeichnend ist es so auch, daß das Zentrum der christlichen Religion, Jesus Christus mit KEINEM WORT erwähnt wird!  Aber wozu bräuchte man den denn auch, wenn es nur um rein weltimmannente Anliegen geht! 
Dann wird es konkreter, weil praktischer: Die Kirche hat sich "einzulassen" und "einzustellen"! Damit ist nur in etwas wolkiger Sprache ausgedrückt, daß die Kirche sich der Welt mehr als bisher an-und einzupassen habe. Was das allerdings mit dem Auf-dem Weg-Sein der Kirche und dem Volk Gottes auf dem Wege zu tun haben soll, ist völlig unbegreiflich! Denn wer auf ein Ziel ausgerichtet unterwegs ist, läßt sich sein Auf-dem- Wegsein durch sein Ziel bestimmen- und nicht ist es sein Anliegen, stattdessen sich der Umwelt anzupassen, um so im schlimmsten Falle das Ziel gar nicht mehr zu erreichen. Wenn aber unter dem Ziel nur noch Frieden und Gerchtigkeit verstanden wird und dies rein weltimmanente Ziele sind, dann hörte die Kirche auf, das wandernde Gottesvolk zu sein, denn dies hat sein  Ziel im Reich Gottes!
Autoritäre Strukturen müßten überwunden werden, um der Glaubwürdigkeit willen! Ja, jetzt wissen wir endlich, warum diese Pfarrer- die Rotte Korach läßt grüßen- mit dem Herrn Jesus Christus nichts anzufangen wissen. Denn wie autoritär lehrte dieser doch: "Ich aber lehre Euch!. Ich bin die Wahrheit..." Wer eine Kirche ohne autoritäre Strukturen will, will damit als erstes den Herrn der Kirche abschaffen, denn er ist die erste Autorität der Kirche und alle anderen Autoritäten in der Kirche leiten sich von seiner Ursprungsautorität ab, als erstes die des Papstes als des Stellvertreters Christi auf Erden!   
Daß diese Reformer dann die Zulassung von Widerverheirateten-Geschiedenen zur Eucharistie verlangen, verblüfft niemanden- aber, daß ihnen plötzlich Jesus doch noch einfällt! Aber hier offenbart sich dann auch gleich das völlige Unverständnis der Praxis Jesu: Jesu ließ sich von Sündern zum Essen und wohl auch zum Abendessen einladen aber als er die Eucharistie stiftete, am Gründonnerstag, da lud er nur die 12 Apostel dazu ein. Zu Mittagstisch oder zu Abend mit anderen speisen und trinken ist etwas völlig anderes als die Feier der Eucharistie! Und zu der lud er nur die 12 Apostel ein, die er dann Gründonnerstag als Priester einsetzte! 
Weil Menschen um den Segen bitten, ist das für diese Pfarrer auch schon ein hinreichender Grund, Segen zu gewähren! Nur, wo hätte Jesus je Menschen, die einen Ehebruch zu begehen beabsichtigen, gesegnet? Oder soll man zukünftig auch Einbrecher segnen, damit sie erfolgreich sind? Das sei ein zu rabiater Vergleich, könnte man nun -verärgert- einwenden. Aber was macht denn den Unterschied aus zwischen dem, der sich gegen das Gebot, stehle nicht!, vergeht, indem er durch Einbrüche seinen Lebensunterhalt sich verdient von dem, der verheiratet ist und mit einem anderen Partner ehelich zusammenlebt, also dauerhaft Ehebruch begeht. Weder den Einbrecher noch den Ehebrecher kann die Kirche im Geiste Jesu segnen! Aber von Jesu Lehre der Ehe, daß er sie als unauflöslich lehrte, haben diese Pfarrer wohl noch nie etwas gehört! 
Und was Eucharistie ist, da wird es dann ganz schlimm! Sie sprechen von einer "Mahlgemeinschaft", und bezeugen damit, daß sie eben die verbindliche Lehre der Kirche über die Eucharistie, die Sacrificium und SaKrament ist, überhaupt nicht kennen, oder diese Lehre der Kirche ablehnen! Man kann nicht Christen zur Kommunion zulassen, die nicht an den Opfercharakter der Eucharistie glauben und das gilt für alle evangelischen Christen. 
Und dann kommen noch die üblichen Demokratisiertungsvorschläge. Ja, aber Jesus Christus hat nun mal der Kirche eine andere Ordnung eingestiftet, die der Hierachie. Er setzte nämlich ganz autokratisch die 12 Apostel ein, er setzte sie dann zu Priestern ein, ja er berief seine Schüler und nicht wählten seine Schüler ihn zum Lehrer als einen aus ihrer Mitte. Aber wo es eine göttliche Ordnung gibt, da ist der Aufrührergeist der Rotte Korach nicht ferne! Und auch diese Pfarrerinitiative darf sich der Geistesverwandschaft mit dieser Rotte rühmen

Und dann muß ja noch der Ladenhüter Altliberaler kommen:

"Wir erwarten, dass die Kirche bereit ist, ihr Leitungsamt neu zu gestalten und neue Zugangswege zu diesem Amt zu ermöglichen: Verheirateten und Unverheirateten, Frauen und Männern, Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen muss das Amt in der Kirche als Dienst am Volk Gottes offenstehen." Ja, wenn man nicht mehr weiß, was die Eucharistie ist und wozu da Priester gebraucht werden, dann kann man so einen Unsinn schreiben. Aber es geht eben nicht um "Leitungsämter" sondern um das Priesteramt und hier hat Gott selbst die Ordnung festgelegt, wer dies Amt ausüben darf und wer nicht, schon im Alten Bund und jetzt auch für die Kirche. Aber die Revolte gegen die Ordnungen Gottes ist eben das Herzensanliegen dieser Revoluzzerpfarrer. Nein diese Pfarrer sind in der Katholischen Kirche völlig deplatziert- warum gehen sie nicht dahin, wohin sie gehören-zu den Protestanten und lassen die Katholische Kirche Katholisch sein!     



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