Dienstag, 7. Juli 2015

Was ein Ministrant nicht mehr lernt!

"Wir glauben, dass er[Jesus Christus] von den Toten auferstanden ist. Deshalb müssen wir keine Angst mehr vor dem Tod haben.", lesen wir in: "Ganz vorne mit dabei.Der Mini-Begleiter" lesen. (zitiert nach: Heinz-Lothar Barth, Die Darbringung des hl. Meßopfers, in: Una Voce, 4/2014, S.511, Fußnote 149). Was hält der Leser von dieser Aussage: "Wir glauben, daß der Prophet Elijas in den Himmel entrückt worden ist. Deshalb müssen wir keine Angst mehr vor dem Tode haben?"(Vgl: 2.Könige 2,1-18) Man beachte, daß die Aussage, daß der Prophet in den Himmel aufgenommen worden ist, besagt, daß er nun im Himmel lebt und so sein Leben dem Todesschicksal enthoben ist. Dagegen besagt die Aussage, daß Jesus von den Toten auferstanden nicht eindeutig, daß er nicht wie etwa der von ihm von den Toten auferweckte Lazarus wieder sterben muß. Erst Jesu Himmelfahrt beseitigt dies mögliche Mißverständnis, dem wohl auch die Kritiker des Paulus in Korinth erlegen sind, indem sie urteilten, daß wenn Jesus leiblich von den Toten auferstanden wäre, er wieder sterben müsse (wie eben jeder, den Jesus selbst von den Toten auferweckt hatte), denn körperlich sein heißt sterben müssen.) 
Aber im Zentrum soll nun doch wohl stehen, daß wir, wenn wir Abendmahl feiern, feiern, daß wir keine Angst mehr vor dem Tode zu haben brauchen. Ist das denn aber auch wahr? Wahr wäre das nur, wenn von dem Ereignis, daß Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, darauf geschlossen werden könnte, daß wir alle vom Tode auferstehen werden in ein neues Leben, das den Tod nicht mehr kennt. Nur dieser Schluß ist ein Irrtum, denn es werden zwar alle Verstorbenen am letzten Tage vom Tode auferweckt werden, aber zum Gericht, in dem Jesus Christus als unser Richter die einen mit dem ewigen Leben belohnen, die anderen mit dem ewigen Tode bestrafen wird. In vorkonziliaren Zeiten las sich das so- in dem offiziellen Gesangbuch des Ezbistums München und Freising 1950, S.15 "Grundwahrheiten unseres Glaubens". "Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse. Ewige Seligkeit oder ewige Verdammnis wird das endgültige Geschick der unsterblichen Seele sein" Wie blasiert klingt das Keine-Angst-mehr-vor dem Tode Habenmüssen im Vergleich zu der ewigen Seligkeit! Und es ist eben auch unwahr, denn die Verheißung des ewigen Lebens verknüpft Jesus Christus an Einlaßbedingungen! Man kann die ganze Verkündigung Jesu nicht begreifen, wenn man sie nicht vom Psalm 15 her liest, betitelt in der Einheitsübersetzung mit: Die Bedingungen für den Eintritt in das Heiligtum. Jesus verkündet das Reich Gottes als das eschatologische Heiligtum  und lehrt die Einlaßbedingungen dafür! So etwa in der Bergpredigt. 
Das Verhängnisvolle an der neuen Lehre dieses Ministrantenbegleiters ist eben, daß er seine Leser in die Irre führt: wo es einen Weg zu beschreiten gilt, an dessem Ziel der Eintritt in das ewige Leben steht, wird suggeriert, daß es gar keines Weges und Beschreiten des Weges bedarf : alle kommen in den Himmel, wie es der bedeutendste Kirchenlehrer des Liberalkatholizismus Willy Millowitsch so schön singt!  
Welche Bedeutung kann dann noch die Eucharistiefeier und die Kommunion haben? Nach der Lehre der Kirche ist sie die unverzichtbare Stärkung auf diesem Weg, daß man das Ziel auch erreicht Aber eine solche Stärkung bedarf es nun nicht mehr. Wir feiern in der Eucharistie nur noch  das, was unabhängig von dieser Feier uns allen gilt, daß wir vom Tode auferstehen werden ins ewige Leben! Wozu ist dann die Eucharistie und die Kommunion wichtig? Zu nichts ist sie notwendig. Man kann seinen 18., 50. etc Geburtstag feiern, oder auch nicht- an der Realität, daß man mit jedem Geburtstag ein Jahr älter wird, ändert das nichts. Wenn 90% aller Katholiken am Sonntag nicht mehr zur Messe gehen, bezeugen sie damit, daß sie diese neue Lehre richtig begriffen haben! Der Empfang des Leibes und des Blutes Christi in der Eucharistie ist einfach überflüssig.
Über Calvins Reformation wird diese Geschichte kolportiert. Ein Bauer sei zu ihm gekommen und habe gesagt: jetzt, wo ich die neue Lehre der Reformation verstanden habe und so weiß, was ich zu glauben habe und wie ich leben soll, da bräuchte ich doch nicht mehr zum Gottesdienst zu gehen- denn der Täter des Wortes braucht nicht mehr zu hören, was er schon weiß! Calvin soll sich da nicht anders zu helfen gewußt haben, als das mutwillige Fernbleiben vom Gottesdienst unter Strafe zu stellen!
Daß die Eucharistie nun nur noch eine Feier sein soll, soll so wohl suggerieren, daß es sich bei der Messe um eine attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeit handelt: Feiern, damit verbindet sich doch Angenehmes wie Geselligkeit, miteinander essen und trinken, unterhaltsame Gespräche....Leute kennen lernen und andere wiedersehen, schön, dich hier zu sehen...also alles Dinge, die in einer hl Messe sich nicht ereignen! Die hl Messe ist eben kein Freizeitevent und junge Menschen verstehen unter Feiern gewiß etwas anderes als das, was eine Messe ausmacht. 
Dort, wo ein Drama sich ereignet, daß der Sohn sich aufopfert, um uns zu erlösen und wir Anteil bekommen an diesem Opfer, da findet keine Feier statt. Der Priester ist kein Entertainer, der für ein vergnügliches Unterhaltungsprogramm zuständig ist mit dem Höhepunkt, wir essen und trinken zusammen! Merksatz: ein sehr erfolgsversprechender Weg, die hl.Messe zu entwerten besteht darin, sie zu einer bloßen Feier herabzudegradieren, in der etwas gefeiert wird, was uns unabhängig von der Feier gilt. Oder wer käme auf die Idee, eine Operation als eine "Feier der Gesundheit" zu bezeichnen!  Die Operation dient der Wiederherstellung der Gesundheit und ist so selbst nicht eine Gesundheitsfeier- und genauso wenig ist die Eucharistie eine Feier sondern dort wird uns die Medizin zur Unsterblichkeit ausgeteilt.
Stillschweigend habe ich bis jetzt das Keine Angst mehr vor dem Tode Habenmüssen gedeutet als die Hoffnung auf das ewige Leben. Nur, warum steht das dann da nicht? Oder worin sollte sonst die Hoffnung bestehen, wenn etwa nicht im Hoffen auf das ewige Leben, das den Tod ein für allemal hinter sich hat? Bedenklich ist aber, daß auch das da nicht geschrieben wird! Subkutan gibt es auch in der Kirche die Vorstellung, daß der Tod, weil er einfach die reine Nichtung von mir ist, gar nicht zu fürchten ist, weil ich da etwas fürchte, was nie eintreten kann, denn solange ich bin , ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, bin ich nicht, sodaß es nie meinen Tod geben kann. Einfacher und volkstümlicher totsein heißt, am Sonntag einschlafen und nie wieder reißt einen  ein Wecker aus dem schönen Schlaf: Montag- Aufstehen- auf zur Arbeit! Einen solchen ewigen Sonntagstodschlaf- was sollte daran zu fürchten sein? Würde in der Kirche noch die Unsterblicheit der Seele gelehrt und gepredigt, wüßte man, daß der Tod nicht ein ewiges Schlafen ist. Die Seele erleidet dann das Todsein oder erlebt sein ewiges Leben im Himmel. Aber davon erfährt ein Ministrant nichts und so ist es kein Wunder, daß die Ministranten älter werdend dann richtige Feten und Parties dem Gang zur Messe vorziehen, angesichts des doch recht dürftigen Charakters dieser Feier! Das ist eben kein Event sondern eine religiöse Kulthandlung! Das ist eben auch eine der bitteren Früchte der Geringschätzung des Alten Testamentes! Wer im Alten Testament nicht die Bedeutung  des Kultes und des von Priestern dargebrachten Opfers gelernt hat, dem wird sich auch das Meßopfer der Kirche in seiner Bedeutung nicht erschließen können. Dagegen verschließt ein Zugangsversuch von: Feiern ist doch was Schönes- und so feiern wir Christen eben auch gern- etwa die Eucharistie- der Ministranten nicht zum Ziel führen kann, das, was sie da in der Messe tun, auch zu begreifen. Merksatz: wenn die Messe und das Meßopfer nicht mehr begriffen werden, dann wird die Messe auch nicht mehr aufgesucht! Wenn man dann schon Ministranten die Messe als etwas Überflüssiges verklärt, dann ist es auch kein Wunder, wenn sie bald richtige Feiern mit Wein, Weib und Gesang dem Gottesdienstbesuch vorziehen!        
                   

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