Sonntag, 1. November 2026

Ein verdrängtes Gebet als eine der vielen Gründe der Kirchenkrise oder wie man sich die Welt schön redet

 

Ein verdrängtes Gebet als eine der vielen Gründe der Kirchenkrise oder wie man sich die Welt schön redet

Papst Leo der 13 wünschte, daß dieses Gebet regelmäßig zu beten sei, auch in der hl.Messe:

„Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels und sei du unser Schutz.Gott gebiete ihm,so bitten wir flehentlich.Du aber,Fürst himmlischer Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen die Welt durchstreifen,mit der Kraft Gottes hinab in den Abgrund der Hölle.Amen.“

Der „Mozart der Theologie, der spätere Bapst Benedikt, schrieb als Kardinal Joseph Ratzinger: „Man braucht sich nicht mehr überall und rundherum vor den Geistern zu fürchten, die da umgehen und die man immer wieder vergeblich zu bannen versucht.“ 1

Ein Spalt tut sich hier auf zwischen diesen zwei Päpsten: Papst Leo treibt die Sorge vor dem Wirken des Teufels und der Daimonen zum Gebet zum Erzengel Michael, Papst Benedikt ist das keine Sorge mehr: Der Gott der Liebe hat all diese bösen Mächte entmachtet. Der Gott, „der Vernunft und Liebe ist,“ der sei stärker als alle dunklen Mächte, „die es in der Welt geben mag.“2 Möglicherweise gibt es diese dunklen Mächte, für Papst Leo waren sie eine reale Bedrohung für unser Seelenheil. Kann es denn überhaupt in einer Welt, die von dem Gott der Vernunft und der Liebe regiert werden, solche obskuren finstren Mächte geben? Hat vielleicht das Licht der Aufklärung, erhellt durch den christlichen Glauben diese Mächte wegaufgeklärt, sodaß es des flehentlichen Betens zum Schutzengel Michael gar nicht mehr bedarf?

Die Welt vor der Erhellung durch den Gott der Vernunft und der Liebe war ja nun auch eine zu schreckliche,wie es der „Mozart der Theologie“ uns schreibt: „Viele Gottheiten der Religionen der Welt sind schrecklich,grausam,egoistisch oder undurchschaubar, gemischt aus Gutem und Bösen.Die antike Welt war weithin von der Furcht vor den Göttern und ihrer unheimlichen Macht geprägt: Man muß sie zu versöhnen versuchen“. 3

Die christliche Religion setzte all dem nun ein Ende, denn Gott ist die Vernunft und die Liebe. In einem solch appolinischen Universum kann es eben nichts Dionysisches mehr geben, das ist einfach wegaufgeklärt worden, als die Welt eine licht- und vernunfterhellte wurde.

Nur, warum lehrte uns dann Jesus Christus selbst, daß wir nur den zu fürchten hätten, der unseren Leib und unsere Seele zur ewigen Verdammnis verurteilen könne, nämlich Gott selbst? „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!“ Mt 10,28. Brachte der Sohn Gottes nicht auf dem Kreuzaltar am Karfreitag das Sühnopfer seinem Vater dar, hat er uns wirklich nur durch eine Aufklärung, daß Gott die Vernunft und die Liebe sei, erlöst von unseren vernunftwidrigen dunklen Gottesvorstellungen?

Wir sind durch das Blut Christi von unseren Sünden reingewaschen- wie paßt das zu diesem rein appolinischen Gottesverständnis. Ja der Gott der Liebe und Vernunft vertilgte gar in der Sintflut die ganze Menschheit, ausgenommen die acht der Arche Noah!

Es müßte wohl eine Theologie im Stile Mozarts durch Elemente des Schwermetallrocks, etwa die christliche Band "Antestor" mit "The forsacken" ergänzt werden,damit sie realistisch wird. 



1Kardinal Joseph Ratzinger, Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005, S.149.

2A.a.O. S.148.

3A.a.O. S.148.