Montag, 9. Februar 2026

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche

 

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche



Ein Werktagsgottesdienst, aber es kamen mehr als üblich zur Messe, da in ihr der Blasiussegen als ein Einzelsegen gespendet werden wird. Der hl. Blasius: Von ihm wußte der Priester bezüglich dieses Segens nur zu sagen, daß er der Legende nach auf wunderbarer Weise ein Kind vor dem Erstickungstod bewahrt habe, Auf dieser Legende ginge nun der Blasiussegen zurück, daß wir durch ihn vor Halzkrankheiten bewahrt würden. Nur, wenn dieser Segen nur durch eine legendarische Erzählung fundiert ist, wie kann man denn dann glauben, daß er auch wirklich effektiv sei.Und woher weiß dieser Priester, daß das nur eine Heiligenlegende ist?

Das Narrativ von der religiösen Phantasietätigkeit besagt, daß Menschen, die im Rufe der Heiligkeit stünden sozusagen postmortem Wundergeschichten auf sich zögen, bis daß gar ein ganzer Corpus solcher Wundergeschchten entstünden sei, der sich allein der religiösen Phantasie der den Heiligen Verehrenden verdanke. Trotz des allseits bekannten Liedes: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geeschehen“ der wunderbaren Sängerin Leander, weiß der Aufgeklärte, daß es keine Wunder und schon gar keine wundersamen Heilungen geben kann, sondern daß sie nur die Hervorbrigungen der religiösen Phantasie seien. Das soll so auch von allen Wunderberichten Jesu gelten.

Aber dann schreitet der Priester weiter voran in seinem Aufklärungsprogramm: Der Blasiussegen sei unsere Bitte um einen Schutz vor Halzkrankheiten! Es würde also reichen, daß statt den Blasiussegen zu empfangen, Gott zu bitten: „Bewahre mich vor Halzkrankheiten!“

Im Gottesdienst wurde nun die Geschichte von der blutflüssigen Frau, wunderbar passend zum Blasiussegen gelesen.Jesus Christus sagt da zu der Geheilten: „Dein Glaube, wenn ich Jesu Gewand nur berühre, dann werde ich dadurch geheilt“, hat Dich gerettet!“ Es ist da einerseits die Jesu Gewand innewohnende Heilskraft, das ist der Ursprung der Reliquienpraxis, und andererseits ist dieser Glaube, der so die Heilkraft aufnehmen kann, Das Berühren des Gewandes Jesu hätte die Frau nicht geheilt, wenn sie nicht so geglaubt hätte, aber der Glaube allein hätte sie auch nicht geheilt, sondern sie mußte um ihrer Heilung willen, das Gewand Jesu auch berrühren. Das gilt so auch für den Empfang des Blasiussegen: Er wirkt, wenn er gläubig empfangen wird.

Wenn aber dieser Segen nur eine Bitte um die Bewahrung vor Halzkrankheiten wäre, dann wäre die Segensspendung selbst ein bloßes Ritual ohne eine Wirkkraft. Das stellt uns vor die Frage: Warum soll den Gott nicht, um es scholastisch auszuformieleren, als die Erstursache durch Zweitursachen Heilsames wirken können und wollen, also durch den von einem Priester ausgeteilten Segen real Heilsames wirken können?Soll Gott nur noch unmittelbar wirken können, also nicht durch Sakramentalien oder vielleicht auch nicht einmal durch die Sakramente? Gott würde so nicht mehr durch seine Kirche und ihr Tuen wirkend gedacht, also als faktisch von Gott getrennt seiend vorgestellt. Das wäre eine rabiate Dekonstruktion der Kirche: Sie wirke nichts, auch nicht, daß Gott durch sie wirke. Das ist der Tod der Kirche!

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