Sonntag, 15. Oktober 2017

Einheit der Menschheit und die Kirche: Alles gleichmachen

In Lumen gentium (2.Vaticanum) lesen wir: "Da aber die Kirche in Christus gleichsam das Sakrament bzw. Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit des ganzen Menschengeschlechtes ist".
Daß die Kirche hier als Sakrament, bzw. gleichsam als ein Sakrament qualifiziert wird, soll nun nicht im Mittelpunkt dieser kurzen Notiz zu dieser Aussage des 2. Vaticanums stehen, sondern daß die Kirche das  oder ein Werkzeug für die Einheit des ganzen  Menschengeschlechtes hier behauptet wird. Das "für" meint dabei, daß die Einheit der Menschheit noch nicht ist, sondern daß sie erst durch die Kirche hervorgebracht werden soll. 
Das muß uns irritieren, ist doch die Einheit der Menschheit a) fundiert darin, daß unser aller Mutter Eva und unser aller Vater Adam ist und daß wir b) alle eins sind in der Ursünde Adams. In ihm haben wir alle gesündigt, wie der Apostelfürst Paulus im Römerbrief das expliziert. Diese Einheit ist der Menschheit vorgegeben, bevor sie als Subjekt der Geschichte der Menschheit auf der Weltbühne auftrat. 
Diese Einheit ist aber nun kein Einerlei, sondern Gott gliederte die Menschheit auf in Rassen und Völkern und noch basaler in die der Dualität von Mann und Frau. Diese innere Differenzierung auflösen zu wollen, wäre so eine Rebellion wider Gottes Ordnung der Menschheit in Rassen und Völker.
Meint nun diese Aussage von Lumen Gentium, daß die Ursprungseinheit der Menschheit durch diese Binnendifferenzierung verloren gegangen ist, sodaß die Aufgliederung der Menschheit in Rassen und Völkern zu negieren sei und daß das die Aufgabe der Kirche sei?
Dann würde die Gnadenordnung in der Kirche die Naturordnung nichten! Das sei ferne: Eingedenk der Einsicht, daß die Gande die Natur nicht zerstört sondern vollendet, das ist der wichtigste Grundsatz der Katholischen Gnadenlehre, kann es nicht die Aufgabe der Kirche sei, die Schöpfungs- und Naturordnung der Rassen und Völker zu nichten, um eine Menschheitseinheit hervorzubringen. 
Aber wesentlicher ist noch dieses: Indem Gott das Volk Israel erwählte, erwählte er all die anderen Völker nicht. Gott setzt die grundlegendste Diferenz in die Menschheit hinein, indem er durch sein göttliches Erwählen die Differenz setzt zwischen dem einen erwähltem und den anderen nichterwählten Völkern! Die Geschichte des Bundes Gottes mit seinem erwählten Volke ist gerade das Ringen um die Bewahrung dieser Differenz, daß Israel sich nicht heidnisiere, sondern als erwähltes Volk sich absondert von den anderen um so in seiner Besonderheit zu leben, daß es eben nur seinen Gott anzubeten und zu verehren hat und daß es sich fern zu halten hat von allen heidnischen Göttern. 
Der neue Bund in Jesus Christus prolongiert nun diese Differenz, nun aber als die zwischen den Christgläubigen in der Kirche und den Nichtgläubigen. Nicht schafft die Kirche eine Einheit der Menschheit sondern sie entzweit die Menschheit in Christusgläubige und Nichtgläubige. Die Johanneische Theologie begreift das als die Grunddifferenz zwischen den Menschen, die aus der Welt sind und gemäß ihr leben, und denen, die nicht aus dieser Welt sind (weil sie durch  das Sakrament der Taufe von oben, vom Himmel neu geboren sind.), sodaß  nun der Konflikt zwischen Welt und Kirche das die Geschichte der Menschheit bestimmende Moment ist. 
Aber gibt es dann nicht am Ende der Geschichte ein Happy End, auf das die Menschheit im Laufe der Geschichte Schritt für Schritt sich hochentwickelt? Mitnichten: Am Ende der Geschichte wird das Endgericht Gottes sich ereignen mit der endgültgen Zerreißung der Einheit der Menschheit in den Teil, der im Reiche Gottes ewig leben wird und den Teil, der zum ewigen Sein in der Hölle verurteilt wird. Diese Differenz ist nun als ewige gedacht.Man denke an die Erzählung vom armen Lazarus, wo der Reiche postmortem zum ewigen Abgetrenntsein von Gott und von denen, die bei Gott sind, verurteilt ist. Nicht eine Einheit der Menschheit erbringt das Ende der Geschichte der Menschheit, sondern die endgültige Scheidung. Fängt die Geschichte der Menschheit mit der ersten Tat, dem Brudermord an, Kain tötet seinen Bruder Abel, so endet sie mit der endgültigen Scheidung zwischen denen, die im Himmel ewig leben werden und denen, die zur Hölle verdammt sind. 
Wenn es dann noch eine Einheit der Menschheit gäbe, wie sollte ein einziger im Himmel glücksselig sein können, wüßte er Brüder und Schwestern, Mitmenschen also ewig in der Hölle?
Wer aufmerksam Lumen Gentium liest, der kann sich aber leider nicht des Eindruckes erwehren, daß dieser Text unter der Einheit der Menschheit einfach die ökonomisch-politische Tendenz zu einer Einheitswelt unter einer Weltregierung versteht, die vernünftige Weltrepublik (Kant), die kommunistische Einheitswelt (Marx) oder den globalisierten Kapitalismus (die Utopie des Liberalismus), alles aber Einheitskonzepte, die die Schöpfugsordnungen Gottes negieren wollen und gerade die Differenz von Kirche und Welt, und somit auch die Differenz der wahren Religion zu den falschen! 

Corollarium 1
Im heutigen Ja des Papstes Franziskus zur Masseneinwaderung von Flüchtlingen nach Europa realisiert dieser Papst so die Leitidee von Lumen Gentium, eine Einheitsmenschheit zu schaffen, in der die göttliche Ordnung der Rassen und Völker aufgelöst wird.          
    
 

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