Donnerstag, 14. Mai 2026

Christi Himmelfahrt: Können wir etwas über den Himmel wissen oder ist alles völlig unbegreifbar?

 

Christi Himmelfahrt: Können wir etwas über den Himmel wissen oder ist alles völlig unbegreifbar?


Weniges, aber doch nicht nichts können wir über den Himmel als wahr aussagen ob Jesu Christi Himmelfahrt.Jesus ist nicht als ein Geist sondern leiblich in den Himmel aufgenommen worden. Zur Leiblichkeit gehört, daß er eine res extensa ist (Descartes) und zwar eine dredimensionale, also nicht nur eine zweidimensionale wie die Fläche, also nicht eine eindimensionale wie die Linie und nicht eine nulldimensionale wie der Punkt.

Da der Himmel Jesus als leiblichen Körper aufnehmen konnte, muß auch der Himmel als ein dreidimensionaler Raum gedacht werden. Da der Himmel, auch wenn von der Liebe als einem Himmel auf Erden geschrieben wird, nicht ein Element des dreidimensionalen Raumes, des Kosmos ist, muß er ein Raum jenseits unseres Kosmos sein.

Wie zwei unendlich große Flächen in einem dreidimensionalen Raum eingezeichnet sein können ohne einen einzigen gemeinsamen Punkt, da sie parallel zueinander existieren, so können zwei unendlich große Räume in dem Hyperraum, einem vierdimensonalem Gebilde parallel existieren.

Der Himmel ist also selbst als ein von Gott erschaffener Raum zu denken,der aber von unserer Welt her nicht erreichbar ist, da er in den Hyperraum eingezeichnet ist, durch den einem dreidimensionalem Menschen ein Navigieren unmöglich ist. So sehr nun auch die Differenz zwischen dem Himmel und der Erde und die seines Lebens in diesen zwei Räumen betont wird, es müssen beide als Räume gedacht werden.

Jede Tätigkeit, auch die des Denkens, des Fühlens und Erlebens, nicht nur praktische Tätigkeiten wie essen und trinken setzt die Zeit als ihre denknotwendige Ermöglichungsbedingung voraus, denn jede Aktivität ist eine Veränderung des Akteurs. In einem dreidimensionalem Raum, in dem es keine Zeit als sagen wir mal vierte Dimension gibt, kann von einem dortigen Subjekt irgendeine Tätigkeit ausgesagt werden. Ein ewiges Leben ohne die Dimension der Zeit wäre somit ein „Leben“, das von einem Todsein nicht distinguierbar. Wie sollte etwa die Mutter Gottes für uns auch nur eine Fürbitte erbringen können, verfügte sie über keine Zeit zum Beten!

Das ist ehrlich gesagt recht wenig, was wir auf der Erde lebend gewiß vom Himmel wissen können, aber es ist mehr als nichts.Daß der Himmel unsere wahre Heimat ist, ist für uns aus der Himmelfahrt Christi selbst nicht erkennbar, gehört aber doch zum Glaubensgut der Kirche. Ich beschränke mich hier auf das, was wir ob der Himmelfahrt Christi über den Himmel gewiß wissen können. 


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