Montag, 9. Februar 2026

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche

 

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche



Ein Werktagsgottesdienst, aber es kamen mehr als üblich zur Messe, da in ihr der Blasiussegen als ein Einzelsegen gespendet werden wird. Der hl. Blasius: Von ihm wußte der Priester bezüglich dieses Segens nur zu sagen, daß er der Legende nach auf wunderbarer Weise ein Kind vor dem Erstickungstod bewahrt habe, Auf dieser Legende ginge nun der Blasiussegen zurück, daß wir durch ihn vor Halzkrankheiten bewahrt würden. Nur, wenn dieser Segen nur durch eine legendarische Erzählung fundiert ist, wie kann man denn dann glauben, daß er auch wirklich effektiv sei.Und woher weiß dieser Priester, daß das nur eine Heiligenlegende ist?

Das Narrativ von der religiösen Phantasietätigkeit besagt, daß Menschen, die im Rufe der Heiligkeit stünden sozusagen postmortem Wundergeschichten auf sich zögen, bis daß gar ein ganzer Corpus solcher Wundergeschchten entstünden sei, der sich allein der religiösen Phantasie der den Heiligen Verehrenden verdanke. Trotz des allseits bekannten Liedes: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geeschehen“ der wunderbaren Sängerin Leander, weiß der Aufgeklärte, daß es keine Wunder und schon gar keine wundersamen Heilungen geben kann, sondern daß sie nur die Hervorbrigungen der religiösen Phantasie seien. Das soll so auch von allen Wunderberichten Jesu gelten.

Aber dann schreitet der Priester weiter voran in seinem Aufklärungsprogramm: Der Blasiussegen sei unsere Bitte um einen Schutz vor Halzkrankheiten! Es würde also reichen, daß statt den Blasiussegen zu empfangen, Gott zu bitten: „Bewahre mich vor Halzkrankheiten!“

Im Gottesdienst wurde nun die Geschichte von der blutflüssigen Frau, wunderbar passend zum Blasiussegen gelesen.Jesus Christus sagt da zu der Geheilten: „Dein Glaube, wenn ich Jesu Gewand nur berühre, dann werde ich dadurch geheilt“, hat Dich gerettet!“ Es ist da einerseits die Jesu Gewand innewohnende Heilskraft, das ist der Ursprung der Reliquienpraxis, und andererseits ist dieser Glaube, der so die Heilkraft aufnehmen kann, Das Berühren des Gewandes Jesu hätte die Frau nicht geheilt, wenn sie nicht so geglaubt hätte, aber der Glaube allein hätte sie auch nicht geheilt, sondern sie mußte um ihrer Heilung willen, das Gewand Jesu auch berrühren. Das gilt so auch für den Empfang des Blasiussegen: Er wirkt, wenn er gläubig empfangen wird.

Wenn aber dieser Segen nur eine Bitte um die Bewahrung vor Halzkrankheiten wäre, dann wäre die Segensspendung selbst ein bloßes Ritual ohne eine Wirkkraft. Das stellt uns vor die Frage: Warum soll den Gott nicht, um es scholastisch auszuformieleren, als die Erstursache durch Zweitursachen Heilsames wirken können und wollen, also durch den von einem Priester ausgeteilten Segen real Heilsames wirken können?Soll Gott nur noch unmittelbar wirken können, also nicht durch Sakramentalien oder vielleicht auch nicht einmal durch die Sakramente? Gott würde so nicht mehr durch seine Kirche und ihr Tuen wirkend gedacht, also als faktisch von Gott getrennt seiend vorgestellt. Das wäre eine rabiate Dekonstruktion der Kirche: Sie wirke nichts, auch nicht, daß Gott durch sie wirke. Das ist der Tod der Kirche!

Sonntag, 8. Februar 2026

Wird die „Synodalkonferenz“ das neue Leitungsgremium der Kirche in Deutschland, überwachend und bestrafend?

 

Wird die Synodalkonferenzdas neue Leitungsgremium der Kirche in Deutschland, überwachend und bestrafend?


Auf Kath de ist nun am 2.2.2026 in dem Artikel: „Die deutschen Bischöfe und der Vatikan sind am Zug“ etwas sehr Irritierendes zu lesen. Erteilen wir deshalb diesem Artikel das Wort. Seine wichtigste Information:

Einigen Oberhirten passte die Idee der Kontrolle ganz und gar nicht, etwa dem Münchener Erzbischof und Mitgründer des Synodalen Wegs, Kardinal Reinhard Marx. Die Synodalkonferenz solle keine Oberinstanz sein, die die Bischöfe überwache und in die Bistümer hineinregiere. "Das will ich nicht", sagte Marx harsch ins Plenum – und machte damit eine rote Linie deutlich.“

Wer hätte dieses kritische Votum von Kardinal Marx erwartet? Damit sagt der Kardinal, daß diese neu konstituiert werdende „Synodalkonferenz“ trotz der vollzogene Namensänderung als der oberste Rat der Kirche Deutschlands engesetzt werden, der so auch und gerade die Bistümer Deutschlands regieren soll, In diesem Gremium werden Vertreter des Laien-ZKs und von ihnen Erwählte die Mehrheit haben, sodaß dann endlich dies ZK die Kirche regieren wird. Kontrolliert werden soll dadurch die bisherigen, dann aber faktisch abgesetzen Bischöfe, die so keine mehr sind. Man verwandelt sie so zu Angestellten der „Synodalkonferenz“.

Kardinal Marx lehnt nun tatsächlich eine solche Oberleitung der Kirche ab. Abfällig äußert sich dazu der Kath de Artikel: „Einigen Oberhirten passte die Idee der Kontrolle ganz und gar nicht“,weiß doch jeder Staatsbürger, daß um eines guten Regierens willen eine Gewaltenteilung und wechselseitige Kontrolle notwendig ist. Was für die Institution des Staates eine gute Ordnung sei, das müsse eben auch für die Institution der Kirche gut sein.


Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf , „ kritisierte, dass gerade so etwas für Unbehagen in Rom sorgt und womöglich eine Bestätigung ins Wanken bringen könnte.“ Dieser Bischof erweist sich darin als ausgemachter Kirchenpolitiker, der das Wünschenswerte von dem Machbaren zu unterscheiden weiß: Nur eine „Synodalkonferenz“ als ein beratendes Gremium der Bischöfe sei kompatibel mit dem hierarischen Aufbau der Kirche und so von Rom tolerierbar.

Aber Kath de jubelt: „Trotzdem wurde der Beschluss mit einer sehr dünnen Zweidrittelmehrheit der Bischöfe angenommen. Von 32 Oberhirten votierten 10 dagegen.“ Eine Jastimme weniger, und die Machtergreifung durch das Laien-ZK und seine Gesinnungsgenossen wäre schon jetzt gescheitert. Nun kommt es darauf an, ob die Unterhändler dieses noch zu installierenden Zentralleitungsgremiums es schaffen, Rom dieses trojanische Pferd unterzujubeln! Dabei darf die Macht der Deutschen Kirche in Rom nicht unterschätzt werden, denn sie hat das Geld und Rom ist davon abhängig!

Eines stellt aber in herzerfrischender Klarheit dieser Artikel fest: Es geht wirklich um die Einsetzung einer nationalen Zentralregierung der Kirche, der sich gerade auch die noch als Bischöfe amtierende unterzuordnen haben: „Alle Macht den Räten!“hieß eine bekannte Revolutionsparole. 

Corollarium

Im Kontext der Verdemokrtisierung der Kirche kommt dem innerlirchlichen Kampf gegen  Rechts eine besondere Bedeutung zu: Nicht politisch Korrekten soll so das passive Wahlrecht entzogen werden, damit nur die Richtigen in die neuen Entscheidungsgremien der Kirche auf allen Ebenen. den Räten, hineingewählt werden können! 


Samstag, 7. Februar 2026

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg

 

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg


Dieses Phantasiestück, nicht bitte zu verwechseln mit den Phantasiewerken E.T.A. Hoffmanns, wird dokumentiert in dem Kath de Artikel:“So blickt die Jugend auf den Synodalen Weg -BDKJ-Chef: Basis wartet nicht mehr auf Bischöfe und Rom“ am 31.Jänner 2026.

Die Zentralaussage lautet nun: Der Synodale Weg ist gestartet, um sich mit den strukturellen Ursachen des sexuellen Missbrauchs zu beschäftigen – und das ist der Maßstab, an dem wir diesen Weg messen können. Wir haben uns den Ursachen nicht ausreichend gewidmet. Das Grundproblem, die Macht der Kleriker, der Umgang mit Homosexualität, die Gleichstellung von Frauen – in all diesen Punkten ist ehrlicherweise zu wenig passiert.“

Dies Konglomerat an den allseits bekannten linksliberalen Reformanliegen soll nun mal genauer unter die Luppe genommen werden. Da wird also die Forderung nach „der Gleichstellung von Frauen“erhoben. Gemeint ist damit vor Allem die Forderung, daß Frauen zu Diakonen, Priestern und Bischöfen zu weihen sind. In der EKD ist das schon seit langem die gängige Praxis und in der EKD ereigneten sich sexuelle Mißbräuche, die sich von der Quantität und Qualiät nicht von denen in der Katholischen Kirche unterscheiden. Nur das Medieninteresse war an den Fällen in der Katholischen Kirche weit größer, auch weil das Linksliberale Reformlager geschickt diese Vorfälle für ihr Anliegen medienwirksam instrumentalisierten.

Warum soll eine der Ursachen der sexullen Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche die Nichtgleichstellung der Frau sein, wenn das Gleiche sich in der EKD ereignet, wo die Frauen gleichgestellt sind? Und warum solten Diakonin, Priesterin und Bischöfin dazu führen, daß es weniger Mißbräuchsfälle geben wird? In unserer heutigen Gesellschaft ist die Frau weitestgehend gleichgestellt mit dem Mann, in einigen Bereichen wird sie sogar bevorzugt durch Quotenregeln, aber niemand wird ernsthaft behaupten wollen, daß diese Emanzipation der Frau zu weniger Vergewaltigigungen geführt hätte.

Was soll nun „der Umgang mit der Homosexualität“ mit den Mißbräuchsfällen zu tuen haben. Die Kirche lehrt, daß eine praktizierte Homosexualität eine Sünde sei. Das wird verurteilt, wenn der Kirche ein unangemessener Umgang mit der Homosexualität vorgeworfen wird. Wie soll denn nun diese moraltheologische Beurteilung der praktizierten Homosexualität eine Ursache der sexuellen Mißbräuchsfälle sein? Wollte man etwa behaupten, Homosexuelle mißbräuchten andere Menschen, weil die Kirche so lehrt? Das wäre so sinnwidrig wie die Behauptung, weil die Straßenverkehrsordnung die Trunkenheit am Steuer verbietet, so viele betrunken Auto führen und dann die Verkehrsunfälle bedingt durch die Betrunkenheit verursachten. Unmöglich ist es, einen sinnvollen Zusammenhang zwischen der Beurteilung der praktizierten Homosexualität und den sexuellen Mißbrauchsfällen zu konstruieren.

Es bleibt nun nur noch der Kandidat der „Macht der Kleriker“. Hier ist es von Nöten, zuvörderst einer Perhorreszierung der Macht entgegenzutreten: Wir glauben an Gott als den Allmächtigen, dessen Sohn ebenso allmächtig ist, der so im Kontrast zu den anderen Schriftgelehrten vollmächtg lehrte, der Macht hatte über die Daimonen, Naturgewalten und Krankheiten der Menschen, der Wunder vollbringen konnte. Die von ihm gegründete Kirche, dessen lebendiges Haupt er ist, wäre nicht seine Kirche, wenn sie nicht an seiner Vollmacht partiziperte, indem der Priester Sünden vergeben kann, das Wunder der Wandlung in der Eucharistie bewirkt und indem die Kirche vollmächtig lehrt. Wäre ihr das nicht gegeben, wäre sie nicht die Kirche Jesu Christi. Gemäß der hierarischen Struktur der Kirche wird nun diese Vollmacht in ihr differenziert ausgeteilt. Dem so gern in unseren Zeiten als Kleriker diffamierten Priester ist so genau die Vollmacht gegeben, die ihm ob seines Amtes zukommt.

Selbstverständlich gehört zur Vollmacht eines Priesters nicht das Vermögen, andere Menschen sexuell zu mißbrauchen. Aber es muß ihm die Vollmacht, die nötig ist, seinen Dienst auszuüben, zuerkannt werden. „Die Macht des Klerikers“ gehört so konstitutiv zur Kirche Jesu Christi, wie ja auch der Priesterstand im Alten Bund notwendig für diesen Bund gewesen war.

Keine Macht für Niemand“, ein bekanntes Lied der Musikgruppe: „Ton,Steine, Scherben“ verlangt im anarchistischen Sinne die Abschaffung aller Macht, aber es ist keine hatlose Unterstellung, daß die Intention der Klerikermacht die des eigenen Willens zur Macht ist: „Weil ich herrschen will, mußt Du abdanken!“

Verdächtig ist diesbezüglich ja die Verwendung des Begriffes: „Basis“. Im Regelfall meint der, der von der „Basis“ redet, sich selbst damit und seine Gesinnungsgenossen. Die „da Oben“, die wollen nicht, wie ich will, aber Ich bin die „Basis“, nach denen die „da Oben“ sich zu richten haben. Der Synodale Weg ist in erster Linie ein Kampf um die Macht, wer darf wie in der Kirche regieren. Der Klerus soll dabe seiner Macht beraubt werden, weil das Laien-ZK und andere innerlirchlich mächtige Vereinigungen selbst nun für sich die Macht usurpieren wollen. So fixiert sich die Reformdebatte auf die einfache Formel: Die jetzt in der Kirche Mächtigen sollen durch uns als besere Kirchenregierer ersetzt werden- wie kann das uns gelingen?

Die in diesem Artikel angezeigten Gründe für die sexuellen Mißbräuchsfälle haben mit den Gründen dieser Fälle nichts zu tuen, sondern sind nur erphantasiert worden, um dem schon in die Tage gekommenen Reformpropgramm von „Wir sind Kirche“ mit ihrem „Kirchenvolksbegehren“ eine neue Legitimierung zu verschaffen

Freitag, 6. Februar 2026

Wie kam der Begriff des „Klerikalismus“ in den Reformdiskurs der Kirche, wie in Deutschland, wie bei Papst Franziskus

 

Wie kam der Begriff des „Klerikalismus“ in den Reformdiskurs der Kirche, wie in Deutschland, wie bei Papst Franziskus



Bischof Stefan Oster schreibt in seinem Blogg in dem Beitrag: „Die Selbstsäkularisierung setzt sich fort“ vom 4.Februar 2026: „Selbstverständlich räume ich auch ein, dass es systemische Ursachen der Ermöglichung oder der Vertuschung von Missbrauch in unserer Kirche gibt. Aus meiner Sicht hängen diese mit dem zusammen, was Papst Franziskus unter den Begriffen von „Klerikalismus“ und „spiritueller Weltlichkeit“ zusammenfasst.“

Kurze Thesen dazu:

Erstens: In der hl. Schrift dokumentiert der Aufstand der „Rotte Korach“ gegen Mose und den Priester Aaron das erste Erscheinen des Antiklerikalismus in Wort und Tat. Es solle keine gottgewollte Hierarchie geben, da Gott allen gleich nahe und alle Gott gleich nahe seien.

Zweitens: Dem Antiklerikalismus gesellt sich gerne das Narrativ des Priesterbetruges zu, daß es eine Verschwörung der Priester gäbe, daß sie sich einen Gott selbst erfunden hätten, dem sie als Priester zu dienen hätten wie nur sie das könnten. Damit legitimierten sie ihre Priesterherrschaft. Dagegen stünde die natürliche Religion, die Gotteserkenntnis, die jedem Vernünftigen zugänglich sei und die dann ganz ohne eine priesterliche Belehrung oder ohne ihre Dienste zu einem gottgefälligen Leben ausreiche.

Drittens: Papst Franziskus benutzt nun den Begriff des „Klerikalismus“ in einer besonderen abweichenden Intention: Ihm ging es faktisch um eine Zentralisierung der Macht in seinem Amt zu Lasten der Macht der Bischöfe und Priester. Sein Ziel war es, die Bischöfe in Angestellte des Papstes zu verwandeln. Hierin glich er der Intention König Ludwig XIV: „Der Staat bin ICH!“ Das entspricht Papst Franziskus Amtsverständnis als über der hl.Schrift, der Tradition und dem Lehramt zu stehen, daß er allein definiert, was wahr und was unwahr ist.

Viertens: Dem linksliberalen Katholizismus war und ist der „Klerikalismus“ der Feind schlechthin. So präsentierte das sog. „Kirchenvolksbegehren“ mit seinen Forderungen nach der Verdemokratisierung der Kirche, der Liberalisierung der Sexualmorallehre, der Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes die Reformagenda des Linksliberalismus. Die Mißbrauchsfälle instrumentalisierte dann dieses Reformlager, um diese Agenda auf die Tagesordnung der Kirche in Deutschland zu setzen, sehr erfolgreich. Dazu mußte nun der „Klerikalismus“ zu der Ursache der Mißbräuchsfälle“ umgedeutet werden. Ursprünglich hatte diese Reformagenda ja nichts mit sexuellen Mißbräuchsfällen zu tuen, jetzt avancierte der „Klerikalismus“ zu dem Übel, aus dem alle anderen erwüchsen! Also: Das linksliberale Reformprogrmm des „Kirchenvolksbegehrens“ sollte nun die Antwort auf die Mißbräuchsfälle darstellen. Deswegen avancierte nun der Begriff des „Klerikalismus“ zu dem Terminus, der dieses Übel erklären sollte, um das antiklerikalistische Programm des Synodalen Weges zu legitimieren!



Donnerstag, 5. Februar 2026

Zur Sexualmorallehre der Kirche – ein großes Mißverständnis?

 

Zur Sexualmorallehre der Kirche – ein großes Mißverständnis?


Nicht in medias res sondern über einen kleinen Umweg soll nun diese Causa erörtert werden, da manchmal Umwege schneller und besser zum Ziele führen als wenn das Ziel direkt angesteuert wird.

Ich stelle nun eine These auf, die eindeutig falsch ist. Die Frage lautet deshalb: Was ist an dem angeführten Beweisgang falsch, denn es muß da etwas falsch sein.

Das Beweisziel: Jedes mal, wenn ich einen Glühwein trinke, sündige ich.

Das Trinken dient der Lebenserhaltung, tränke ein Mensch nicht, würde er verdursten.

Das Glühweintrinken dient nur dem Genuß, nicht der Aufnahme der lebensnotwendigen Menge an Flüssigkeit.

Also ist das Glühweintrinken eine Sünde.

Was ist an dieser Beweisführung verkehrt? Es steckt in einem in die wahre Aussage, daß das Trinken der Lebenserhaltung diene, hineingeschummelten: „nur“,sodaß nun diese Aussage verkehrt wird in die:Das Trinken hat „nur“ der Lebenserhaltung zu dienen. Jeder Mensch muß genügend Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, was aber nicht ausschließt, daß er dann zum Genießen weitere Getränke zu sich nimmt.

Das gilt genauso für die Sexualität. Sie dient der Fortpflanzung um des Erhaltes der Gattung Mensch willen, aber sie kann darüber hinaus auch genossen werden. Wenn die Sexualität nur um der Fortpflanzung willen erlaubt wäre, dürfte kein Ehepaar sie mehr praktizieren, wenn sie wissen, daß die Frau ob ihres Alters nicht mehr schwanger werden kann oder wenn sie absichtlich dann ehelich miteinander verkehren, wenn sie wissen, daß die Frau nicht schwanger werden kann.


Das evoziert nun eine tiefgründigere Frage: Wie kam es im theologischen Diskurs zur Perhorreszierung des Genießens? Der hl. Augustin lehrte die Differenz zwischen „uti = gebrauchen“ und „frui= genießen“. Ein simples Beispiel möge dies veranschaulichen: Ich kaufe ein Buch, um es zu lesen, ich lese es, um eine Prüfung über dies Buch zu bestehen, die Prüfung will ich bestehen um....Alle „um zu“ Handlungen haben ihren Zweck nicht in sich, sondern sind nur Mittel zu einem ihnen äußerlichen Zweck. Das sind: „uti- Relationen“. Nach Augustin existiert aber nun ein Endzweck, auf den alle „um zu Relationen sich auszurichten haben. Das kann nur Gott selbst sein, denn nur er ist selbstzwecklich. Nur Gott kann und ist so zu genießen, alles andere ist auf ihn hin zu tuen. Alles sollen wir so gebrauchen, daß es uns zu dem einzig wahren Ziel, dem Gottgenießen führt.

Das bedeutet aber für alle zwischenmenschlichen Beziehungen, daß der Mitmensch immer nur für mich ein Mittel zu einem Zweck sein darf,ich gebrauche nur noch meine Mitmenschen zu etwas. Das wäre aber der Tod der Nächstenliebe.

Der hl. Augustin entfaltet nun aber als ein notwendiges Korrektiv dazu seine Güterlehre. Immer wenn der Mensch nach etwas strebt, strebt er nach einem Gut – so Aristoteles. Was macht nun das Gutsein des erstrebten Gutes aus Hier antwortet Augustin gut platonisch: Gott allein ist das Gute und alles andere ist nur gut, insoweit es am Gutsein Gottes partizipiert.Anders gesagt: Alles gut Scheinende ist nur als ein Abbild des Guten gut. In jedem Gut wird somit eine Erscheinung des Gutseins Gottes genossen.

Statt des Dualismus von nur Gott ist zu genießen, alles andere nur zu gebrauchen, entsteht nun eine hierarische Kosmologie mit dem einen vollkommenen Gut, Gott und den vielen Gutseienden in der geschaffenen Welt die ihr Gutsein ihrer Teilhabe am Gutsein Gottes besitzen.Das befreit dazu, auch anderes als Gott genießen zu dürfen, es um seiner selbst willen zu tuen. Der Glühwein kann also um seines Genießens willen getrunken werden wie auch die Sexualität um ihretwillen genossen werden kann


Was bedeutet das nun aber für das erste Gebot, das Gott uns gab: „Seid fruchtbar und mehret euch!“? Wenn dieses Gebot für jeden Menschen gelten würde, sündigte jeder Mönch und jede Nonne1, ja selbst Jesus Christus müßte als ein Sünder angesehen werden. Das kann nicht sein. Dies Gebot ist also nicht primär individualethisch gemeint sondern sozialethisch: Gott will, daß die Menschheit sich durch die Fortpflanzung erhält und nicht ausstirbt. Nicht ist nun jeder Einzelne dazu bestimmt,sondern es ist eine bevölkerungspolitische Aufgabe, daß eben jeder Nationalstaat dafür zu sorgen habe, daß das jeweilige Volk hinreichend Nachwuchs bekommt durch seine Familienpolitik. Darum hat er isb die Ehe zu fördern. Die Sexualität dient der Fortpflanzung, aber sie kann auch um ihrer selbst willen genossen werden.


Daß die Fortpflanzung die Frucht zweier sich Liebender ist, die nach der katholischen Morallehre sich um ihrer Liebe willen verheiratet haben, ist von der Bibel wie von der Morallehre der Kirche her gesehen keine Selbstverständlichkeit. Das Ziel der Fortpflanzung ist vorrangig und neben der Liebesheirat ist stets auch die Vernunftehe als legitim beurteilt worden.Wollte ein Liebespaar kirchlich heiraten, erklärte aber,keine Kinder bekommen zu wollen, dann darf diese Ehe nicht geschlossen werden und wenn sie geschlossen worden wäre, wäre sie eindeutig ungültig. Nach der Morallehre der Kirche wird eben nicht aus der wechselseitigen Liebe heraus geheiratet sondern um der gemeinsamen Kinder willen.Das evoziert das Problem: Was tuen, wenn der Kinderwunsch in einer Ehe sich nicht erfüllen läßt? (Dazu später mehr)




1Meiner Erinnerung nach polemisierte der Reformator Zwingli gegen das Mönchtum auch mit der Kritik, sie kämen ihrer staatsbürgerlichen Pflicht der Familiengründung nicht nach.

Mittwoch, 4. Februar 2026

„Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“

 

Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“


So frägt der gleichnamige Artikel der Internetseite „feinschwarz“ am 29.Jänner 2026. Die Frage, „auf welcher Seite stehst Du?“ ist eine inquisitorische, denn sie impliziert, daß es eine richtige und eine falsche Seite gibt, und daß man nur vom richtigen Standpunkt aus richtig etwas beurteilen könne. Parteipolitisch gewendet heißt das, daß es die eine Partei gibt, die immer recht hat und andere können nur recht haben, insoweit sie mit dieser Partei übereinstimmen.

So ließ die SED einst über sich singen:Die Partei, die Partei, die hat immer Recht Und, Genossen, es bleibe dabei.Denn wer kämpft für das Recht.Der hat immer Recht.Gegen Lüge und Ausbeuterei.Der das Leben beleidigt.ist dumm oder schlecht.Wer die Menschheit verteidigt Hat immer recht So, aus Leninschem Geist Wächst, von Stalin geschweißt.Die Partei – die Partei – die Partei“

So einfach ist das in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr, aber auch jetzt noch wird so dualistisch die Welt gedeutet: Wer rechts steht, ist stets im Unrecht und nur wer linksliberal ist, steht richtig. Die Guten bejahen also die liberale Demokratie, wer sie kritisiert hat a priori Unrecht. Die Französische Revolution wird nun in diesem „feinscwarz“ Artikel als die Mutter der liberalen Demokratie angesehen mit ihren Revolutionsideen, die der Menschenrechte. Deshalb müsse die Kirche auf der Seite der liberalen Demokratie stehen und jetzt praktisch die etablierten Parteien gegen die rechtspopulistische Kritik verteidigen. Es werden dann im Katholizismus finstere Hintermänner entlarvt, die sich gegen die liberale Demokratie verschworen haben, die Rechtskatholiken und wie immer man dann dies feindliche Lager beschimpft.


Eines könnte nun einen aufmerksamen Zeitgenossen zu denken geben: War nicht einst die Passion aller Linksintellektuellen die Gesellschaftskritik? Selbst Kunstwerke galten nur, wenn sie gesellschaftskritisch intendiert waren.(So erinnere ich mich, daß im Deutschunterricht Goethes „Leiden des jungen Werter“ ob seiner Gesellschaftskritik uns anempfohlen wurde!) Der Geist ist eben ein kritischer, sonst ist er keiner. Wenn man daraufhin heute sich frägt, wo denn nun die Tugend der Gesellschaftskritik noch praktiziert wird, kann irritiert konstatieren, daß jetzt die Apologie der politischen Verhältnisse zur Hauptaufgabe der Intellektuellen und der Medien avanciert ist. Kritisiert werden nur noch die Kritiker der bestehenden Verhältnisse. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft gilt seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ als alternativlos. Ja sie muß ob ihres fortschrittlichen Charakters mit allen Mitteln verteidigt werden.

Und die Kirche soll nun als ein systemrelevanter Faktor ihre Aufgabe der Apologetik des politischen Systemes übernehmen. Alle utopistisch- eschatologischen Elemente der christlichen Religion werden so eingemottet,um sich ganz auf die Herleitung der Menschenrechte und der Würde des Menschen aus dem Schöpfergott zu deduzieren. In dem Menschenrechtsglauben habe sich so die Mission der christlichen Religion erfüllt. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft sei sozusagen die Fleischwerdung der christlichen Religion.

Deswegen müsse diese Errungenschaft verteidigt werden wie alle reaktionären Kräfte, die sich gegen den Universalismus der Menschenrechte stellen,außenpolitisch Rußland, China, der Iran und jetzt gar die USA und innenpolitisch alles, was rechts von der Politik der Bundeskanzlerin Merkel verortbar ist, denn die stehen alle auf der falschen Seite. Der kritische Geist dankt so ab indem er jetzt zum Apologeten der bestehenden Verhältnisse sich transformiert hat. Nur noch conservative Restbestände der bürgerlichen Kultur, die Ordnungen der Ehe und der Familie, des Volkes mit seinem Nationalstaat und selbst die Geschlechterdifferenz sollen wegreformiert werden, damit der Liberalismus zur einzig legitimen Ordnungsvorstellung inthronisiert wird.Deswegen habe sich auch die Kirche von Grund auf, also radical zu liberalisieren! 

Dienstag, 3. Februar 2026

„León XIV verteidigt die synodale Kirche „ >Niemand besitzt die gesamte Wahrheit<“ - eine Kritik

León XIV verteidigt die synodale Kirche „ >Niemand besitzt die gesamte Wahrheit<“ - eine Kritik



Die Internetseite: „infovaticana“ zitiert wie folgt Papst Leo XIV am 26.Oktober 2025: „Synodale Kirche zu sein bedeutet, anzuerkennen, dass die Wahrheit nicht besessen wird, sondern zusammen gesucht wird, indem wir uns von einem unruhigen und in die Liebe verliebten Herzen leiten lassen.“1 Auf Kath net heißt es dann am 28.Jänner 2026 „Kardinal Fernández erinnert vor Mitgliedern des Glaubensdikasteriums an Worte von Papst Leo XIV., wonach "niemand die ganze Wahrheit besitzt."2

Wenn Gott sich in Jesus Christus offenbart hat und die Kirche Jesu sich auf dies Fundament auferbaut, verbunden mit der natürlichen Gotteserkenntnis und der Tradition und dem Lehramt, wie kann dann geurteilt werden, in ihr wäre nicht die ganze Wahrheit als erkennbare präsent? Ist es doch die Aufgabe des Heiligen Geistes, das Offenbarsein der Offenbarung in der Kirche zu erwirken.

Die ganze Wahrheit“: Sollte denn da unter der „ganzen Wahrheit“ eventuell mehr verstanden werden als die Wahrheiten, die zum Heile des Menschen notwendig sind? Das wären dann aber keine Wahrheiten für uns Menschen, da sie für unser Heil irrelevant wären. Zudem: Warum sollte dann die Kirche diese Wahrheiten gemeinsam suchen? Als die Kirche vor der Frage des Wies der Heidenmission stand, entschied das erste Apostelkonzil, bestehend aus den Aposteln und Presbytern in der Kraft des Heiligen Geistes das Wie dieser Mission. Die Laien, die Gemeinde waren daran nicht beteiligt und seit dem wird die Kirche auf ihren Konzilien so durch den Heiligen Geist geführt. Was für Wahrheiten seien denn da noch zu erkennen, etwa zu unserem Heile notwendige?

Wer sucht, der hat noch nicht gefunden. Aber Gott hat sich doch schon längst in Jesus Christus finden lassen! Ist es denn dann wirklich ein Akt der Demut, wenn zur offenbarten Wahrheit gesagt wird, daß wir Christen so sie noch suchen haben? Das wäre so, als wenn ein Freund zu mir sagte, daß er ab 21 Uhr in Hofbräuhaus anzutreffen sei und ich ihn dann von 6 Uhr früh bis 20 Uhr in ganz München suchte, um dann erschöpft die Suche nach ihm aufzugeben!

Die Theologie weiß von der Differenz zwischen der Erkenntnis Gottes im Glauben zur Gotteserkenntnis im Schauen, die uns erst postmortal zuteil werden wird, aber deswegen sagt sie nicht, daß die Kirche nicht über eine klare Gotteserkenntnis verfüge. Gott selbst kennt sich nämlich selbst und gibt uns Menschen unseren Anteil an seiner Selbsterkenntis durch seine Offenbarung. Deswegen existiert in der Kirche die wahre Gotteserkenntnis, die alles umfaßt, was zum Heile des Menschen notwendig zu wissen ist.

Die Vollständigkeit der Erkenntnis des zum Heile Notwendigen ist nun aber wirklich ein Problem für den wissenschaftlichen Diskurs, denn der lebt aus immer neuen Erkenntnissen, aus innovativen Ideen. Aber für die Theologie gilt der Grundsatz: Es gibt nichts Neues unter der Sonne! Dieser Diskurs will die Wahrheit nicht schon als eine erkannte vorfinden, sondern sie erst noch hervorbringen wollen, um sich am Leben zu erhalten. Zu diesem Zwecke werden dann alle bisherigen Erkentnisse als noch nicht genügend, als noch nicht hinreichende kritisiert, um weiter suchen zu können! Im Idelfall findet man die Wahrheit nie, um sie ewig suchen zu können!

Praktisch werden dann alle schon in der Kirche gefundenen Wahrheiten als die Hervorbringungen früherer Zeiten dekonstruiert, die so keine Wahrheit mehr für uns Jetzige beanspruchen könnten. Alles sei eben relativ, zeit(geist)bedingt und ferne von der Wahrheit!



Man bedenke doch einmal, aus wie vielen und qualifizierten Quellen die Kirche ihre Erkenntnisse schöpft: aus der Vernunfterkenntnis, aus der Selbstoffenbarung Gottes, dem Zeiugnis der hl. Schrift und der Tradition, und dem Lehramt und sie darf auf das Wirken des Heiligen Geistes setzen, daß er sie führt, vom ersten Apostelkonzil an. Bei einer so guten Quellenlage ist die Klage, die Kirche besäße nicht die ganze Wahrheit als in ihr erkannte eine grobe Gotteskritik, als wenn es ihm nicht gelungen sei, sich uns klar zu vermitteln durch diese Medien, die Quellen der Theologie! Gott muß wohl ein sehr schlechter Pädagoge sein! 

Zusatz:

Nach "infovatica" scheint Papst Leo die Liebe gegen die Wahrheit ausspielen zu wollen, als wenn der Mangel an Erkentnis durch eine Praxis der Liebe kompensiert werden könnte. Nur, nicht alles, was aus Liebe getan wird, ist auch gut getan! So handelte König David aus Liebe, er beging einen Ehebruch und ließ den Ehemann der Frsu, die er liebte, töten, um sie zu ehelichen. Man kann aus Liebe sündigen, "Kann den Liebe Sünde sein?" muß die Theologie leider bejahen. Die Erfolgsserie: "Sturm der Liebe" bietet dafür reichliches Anschauungsmaterial," 





1Infovaticana com/wp-content/uploads/2025/11/!

2 Kardinal Fernández erinnert vor Mitgliedern des Glaubensdikasteriums an Worte von Papst Leo XIV., wonach "niemand die ganze Wahrheit besitzt"