Dienstag, 12. September 2023

Über den Selbsthaß- oder über einen eigentümlichen Antirassismus

Über den Selbsthaß- oder über einen eigentümlichen Antirassismus

Gern erklären Moralisten sich das Elend der Welt so: Jeder liebe zwar sich selbst, aber nicht den Anderen, den Fremden und so neige der Mensch dazu, seine Mitmenschen zu instrumentalisieren und somit auch zu mißbrauchen. Wenn doch nur jeder den Anderen so liebte, wie er sich selbst liebte!



Ein kleiner Rückblick: Die „Junge Freiheit“ berichtete über Befremdlichkeiten der Kampagne: „Schwarzes Leben zählt“. Eine in England lehrende Professorin twitterte:„Weiße Leben spielen keine Rolle.“ Später legte sie nach: „Weißsein abschaffen.“ Ihr Arbeitgeber, die Cambridge University, stellte sich pflichtbewußt hinter sie.

Die Aussage: „Schwarzes Leben zählt“ist ja nun in sich doppeldeutig. Sie kann als ein Untersatz, eine logische Folgerung eines Obersatzes begriffen werden: „Alles Leben zählt und darum auch das weiße“ oder selbst als Obersatz: „Schwarzes Leben zählt und darum nichtschwarzes nicht.“ Die Aussage: „Ein Lehrer lobt die fleißigen Schüler“, meint ja auch, daß deshalb ein Lehrer die faulen Schüler nicht lobt. Die Professorin hat nun eindeutig klar gemacht, wie nach ihrer Einschätzung die Parole: „Schwarzes Leben zählt“ gemeint ist, daß deshalb nichtschwarzes nicht zählt. (Junge Freiheit, 17.2.2021:„Schlimmer als die Nazis“ – Geschichte ist, was ihr draus macht)



Antirassisten stimmten nicht nur in England euphorisch dieser Parole zu, die alle Nichtschwarzen zu lebensunwerten Menschen deklarierte. Ja die Cambridge Univerity stellte sich hinter diese rassistische Interpretation dieser Parole.Daß es wie im Klassenkampf so auch im Rassenkampf zu Vernichtungsphantasien kommt, dürfte keinen überraschen. Dort, wo reale Differenzen, etwa die zwischen Klassen oder Rassen hochstilisiert werden zu unüberwindlichen Antagonismen, da entwickeln sich eben Auslöschungsphantasien: „Wenn erst dieser Feind beseitigt ist, dann...“

Diese Art von Vernichtungsphantasien könnte nun auf dies simple Schema von:“Ich liebe mich - aber nicht den Anderen“ zurückgeführt werden. Dabei beginnen so geartete Vernichtungsphantasien eben mit der Erklärung des Unwertes des Lebens der Anderen. Aber wie ist es erklärlich, daß nun Weiße selbst diese Parole des Unwertes des nichtschwarzen Lebens unterstützen? Ein Weißer dürfte doch einer Erklärung seines eigenen Unwertes nicht zustimmen! Aber genau das ereignet sich im politisch korrekten Antirassismus!

Daraus sind Konsequenzen zu ziehen: Die Vorstellung, jeder bejahe sich selbst, aber eben leider dann den Mitmenschen nicht, ist eine naive Vorstellung. Der Mensch kann sich auch als Mensch oder als ein bestimmtes Menschsein ablehnen. These: Der Weiße beginnt, sich selbst zu verwerfen. Ihm wird in einer pseudokritischen Geschichtswissenschaft der Prozeß gemacht, daß er an allen Übeln der Welt der Schuldige sei. Er setzt sich selbst dabei auf die Anklagebank und destruiert so seinen eigenen Lebenswillen. Darin manifestiert sich der Tiefpunkt unserer Dekadenzepoche, anhebend mit der Klage über die Langeweile des Lebens hin zur Selbstnegation. Der Weiße will nun dabei die Rolle des Satans selbst übernehmen, indem er sich selbst zu dem Quell alles Negativen erniedrigt. Die Geringschätzung der eigenen Kultur, daß nur die der Fremden zählt, ist ein weiterer Beleg dieses eigentümlichen Antirassismus, der in sich selbst den Rassismus reproduziert. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß der Antidogmatismus: „Jedes Dogma ist unwahr!“selbst den rabiatesten Dogmatismus mit sich bringt. Und so ist auch dieser Antirassismus der rabiateste Rassismus in der heutigen Zeit.

Corollarium

Gerade das Sündersein des Menschen führt zu einer Verneinung seiner selbst und nicht nur zur Verneinung des Anderen: Der Mensch will nicht sein, was er ist.



 

Montag, 11. September 2023

Ist der Katholische Katechismus rechtsradical?

Ist der Katholische Katechismus rechtsradical?


Bevor der geneigte Leser spontan urteilt: So ein Unsinn!, möge er doch bitte im Katechismus 2239 nachlesen. Da steht tatsächlich geschrieben: „Die Heimatliebe und der Einsatz für das Vaterland sind Dankespflichten und entsprechen der Ordnung der Liebe. Gehorsam gegenüber den rechtmäßigen Autoritäten und Einsatzbereitschaft für das Gemeinwohl verlangen von den Bürgern, ihre Aufgabe im Leben der staatlichen Gemeinschaft zu erfüllen.“

Liebe zur Heimat, Liebe zum Vaterland, davon reden doch heute nur noch Rechte, bzw Rechtsradicale. In Deutschland kann man sogar angezeigt werden, wenn man: „Alles für Deutschland“ schreibt, da dies eine rechtsradicale Parole sei.Wer also alles Gute für unser Vaterland fordert, macht sich verdächtig, rechtsradical zu sein. Wer dagegen „Nie wieder Deutschland“ ruft, wie die Grünen 1989 auf Antiwiedervereinigungsdemonstrationen, kann zur Regierungspartei werden, um dan das eigene Vaterland zu ruinieren und gilt als politisch korrekte Partei.


In 2241 heißt es nun im Katechismus: „Die wohlhabenden Nationen sind verpflichtet, so weit es ihnen irgend möglich ist, Ausländer aufzunehmen,die auf der Suche nach Sicherheit und Lebensmöglichkeiten,die sie in ihrem Herkunftsland nicht finden können.“ Das „so weit es ihnen irgend möglich ist“ das wollen nun die Gutmenschen der Politik der unlimitierten Aufnahme von Auswanderern nicht wahrhaben. Um unbegrenzt viele „Flüchtlinge“ aufzunehmen, müsse man die Schädigung seiner Heimat in Kauf nehmen. Um der Fernstenliebe willen, müsse auf die Selbst- und Nächstenliebe verzichtet werden. Die so Aufzunehmenden werden dann als Gäste qualifiziert. (2241) Das heißt, daß sie die Gastrechte beanspruchen können, nicht aber daß sie den Staatsbürgern rechtlich gleich gestellt werden müssen. Die Ideologie des Multikulturalismus will aber aus allen Flüchtlingen Staatsbürger machen, die dann so dem Volke ihre Heimat streitig machen können, da sie nun,obzwar Ausländer Staatsbürger sind.


Nun ist die Formulierung: „Lebensmöglichkeiten,die sie in ihrem Herkunftsland nicht finden können.“, nicht unproblematisch. Denn dann könnte ja jeder, der in seinem Beruf in der Heimat durchschnittlich weniger verdient als in einem wohlhabenden Land ein Recht, dort ein Geld verdienen zu wollen, damit legitimieren: So viel kann ich Daheim nicht verdienen. Dem gegenüber muß daran festgehalten werden, daß die Heimat auch Rechte den in ihr Lebenden gegenüber hat. Es wird im Regelfall der „Einsatzbereitschaft für das Gemeinwohl“widerstreiten, einfach seine Heimat zu verlassen, nur weil man im Auslande besser verdienen will.


Die Liebe zur Heimat und zum Dienst an dem Vaterland legen dem Bürger auch Pflichten auf,auch die, die Heimat vor einer Überfremdung zu bewahren. Denn die Pflicht zur Heimatbewahrung limitiert so auch die Menge der Aufzunehmenden. Wenn ein Volk in seiner eigenen Heimat zu einer Minderheit wird, wird nämlich so die Heimat zerstört.


Man kann nicht umhin: Das sagen so heute in Deutschland nur noch Rechte! So gesehen ist der Katechismus tatsächlich rechts!

 

Corollarium

Friedrich Romig schreibt dazu: "Als Heimatrecht wird unterschieden:

das Individualrecht auf das Leben in  der Heimat

das Kollektivrecht auf den Schutz der Heimat

die Pflicht des einzelnen, der Heimat zu dienen

das Recht der Heimat,diesen Dienst zu fordern."

in: "Das Recht der Heimat" in: "Die Rechte der Nation", 2002,S.25


 

Sonntag, 10. September 2023

Kann der Katholische Katechismus Irrtümer enthalten? Eigentlich nein aber was,wenn doch?

Kann der Katholische Katechismus Irrtümer enthalten? Eigentlich nein aber was,wenn doch?


Aus theologischer Sicht ist ein Irrtum in dem gültigen Katechismus ausgeschlossen.In ihm lehrt ja die Kirche, was die verbindliche Wahrheit ist. Vielen, denen so manches des im Katechismus Geschriebenem mißfällt, wollen das nicht wahrhaben, denn für sie gilt: Nur was uns oder gar den Meisten unangenehm ist, kann nicht wahr sein. Aber was tuen, wenn der Katechismus objektive Irrtümer enthält?

In der Auslegung des „Vater Unsers“ (2846) steht geschrieben zur Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“: „Es ist nicht einfach,den den griechischen Ausdruck,der so viel bedeutet wie>laß uns nicht in Versuchung geraten< oder >laß uns ihr nicht erliegen> in einem Wort wiederzugeben.“


Diese Aussage ist eindeutig falsch. Das Verb, das hier als „Ausdruck“ bezeichnet wird, ist eine Form des Verbes: hineintragen. Es ist vom griechischen Text her unmöglich, auf die hier vorgeschlagene Übersetzung zu kommen. Die Vulgata übersetzt völlig richtig: „Et ne nos inducas in tentationem“: „inducas“ = hineinführen. Wörtlicher wäre so zu übersetzen: und trage uns nicht in die Versuchung hinein.

Der Katechismus versucht nun, diese eindeutige Falschübersetzung durch das Zitiern von Jak 1,13 zu legitimieren: „Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen,Böses zu tun,und er führt auch selbst niemand in Versuchung.“ Es ist nun eine Aufgabe der Theologie zu erklären, wie beide Aussagen, die Jesu Christi und die des Jakobusbriefes gleich wahr sein können, aber es ist illegitim, diese „Vater Unser“ Bitte falsch zu übersetzen, zumal das griechische Verb eindeutig: hineintragen bedeutet und auf keinen Fall ein Zulassen meint.


Mein Lösungsvorschlag: Im Jakobusbrief ist gemeint: Gott führe uns nicht so in eine Versuchung, daß wir urteilen könnten: Wir sündigten, weil wir als Menschen nicht einer Versuchung durch Gott widerstehen können, sodaß Gott der Urheber unserer Sünde sei.Gott tut nichts Böses: Er ist nicht der Urheber unseres Inversuchungfallens, denn das sind wir selbst, die wir der Versuchung durch Gott freiwillig nachgeben.


Ein zweiter Irrtum des Katechismus ist nun nicht so offensichtlich, aber in der Causa des Inzests wird eine Position vertreten, die man als Christ unmöglich vertreten kann. Der Inzest sei Unzucht und so eine schwere Sünde. (2388)


Kann diese Lehre wahr sein? Überprüft werden so deshalb ihr Wahrheitswert. Stellen wir uns die Kinder Evas und Adams vor, der Übersichtlichkeit willen eine junge Frau und einen jungen Mann. Die Frau: Eigene Kinder möchte ich! Der Mann: Dein leiblicher Bruder bin ich, Also dürfen wir keine Kinder erzeugen, denn das wäre Inzest,d.i eine schwere Sünde. Die Frau: Aber alle Männer, die es gibt, sind meine leiblichen Brüder! Der Mann: Ja, wir dürfen uns nicht fortpflanzen, denn wir könnten das nur, wenn wir schwer sündigten! Also: Gottes Wille müßte es dann gewesen sein, daß zwar Adam und Eva Kinder erzeugten, daß dann aber deren Kinder nicht mehr heiraten durften,keine Kinder bekommen konnten und somit wäre die Menschheit,kaum erschaffen mit dem Tode des letzten Kindes Evas und Adams ausgestorben. Alle Menschen danach hätte es nach Gottes Willen nicht geben dürfen und uns schon gar nicht mehr.


Also kann der Inzest nicht immer eine schwere Sünde in dem Urteil Gottes sein,denn sonnst hätte Gott das Aussterben der Menschheit nach dem Absterben der Kinder Evas und Adams wollen müssen. Dieser Inzest war also im Urteile Gottes keine Sünde, weil nur durch ihn das 1.Gebot Gottes: Seid fruchtbar, mehret Euch!, erfüllt werden konnte.


Zur Veranschaulichung:Gesetz den Fall, ein Sankafahrer transportiert einen Schwerstverletzten in das nächstgelegende Spital. Höchstgeschwindigkeit: 60 km. Muß sich der Sankafahrer an diese Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung halten, auch wenn er ob der Straßenverhältnisse und der Einschätzung seiner Fahrfähigkeiten sich ein schnelleres Fahren zutraut,um den Verletzten so schnell wie möglich in das Spital zu bringen? Das Urteil ist klar: Er darf schneller fahren. Aber warum? Die Intention der Straßenverkehrsordnung ist die, den Verkehr so zu regeln, daß möglichst sehr wenige Unfälle geschehen,isb keine Unfälle mit Personenschäden. Dieser Intention dient diese Geschwindigkeitsbegrenzung:60 km. Wenn nun der Sankafahrer diese Bestimmung einhielte, verstieße er gegen die Intention dieser Höchstgeschwindigkeitslimitierung, da er so das Überleben des Schwerstverletzten gefährdete. Indem er dieser Einzelbestimmung abstrakt gehorcht als einer Bestimmung für sich,losgelöst von der Intention des Gesamtregelwerkes der Straßenverkehrsordnung , verstößt er gegen diese Ordnung. Nur das Ganze ist das Konkrete. So verstießen die Kinder Evas und Adams auch gegen die Intention der Moral- und Eheordnung Gottes, wenn sie abstrakt dem Einzelgebot des Inzestverbotes gehorcht hätten. Ein Inzest ist also dann keine Sünde, wenn nur so eine Fortpflanzung als die Erfüllung des 1.Gebotes Gottes möglich ist.


So muß die Lehre des Katechismus in dieser Causa als ein Irrtum beurteilt werden! Nur, wie können so gewichtige Irrtümer in den Katechismus geraten? Die Kirche ist wohl kränker als wir es allgemein annehmen!

 

Freitag, 8. September 2023

Daß die Kirche aufhören solle, den Menschen „vorzuschreiben,was sie zu tun haben.“ Oder das Ende der Moraltheologie

Daß die Kirche aufhören solle, den Menschen „vorzuschreiben,was sie zu tun haben.“


Nicht irgendein erlauchter Freidenker sondern der katholischer Moraltheologe Lintner stellt diese die ganze Morallehre der Kirche destruierende Forderung auf. Auf Kath de (6.9.2023) ist dazu Nähere unter der Überschrift: „Lintner: Kirche hat bis heute Probleme mit Gewissensfreiheit“ zu lesen:


"Die katholische Kirche, ich glaube das durchaus sagen zu können, hat mit der Gewissensfreiheit bis heute gewisse Probleme", sagte der Theologieprofessor dem Internetportal "religion.orf.at" am Mittwoch. Während des Pontifikats von Johannes Paul II. sei das Thema "immer ein ganz großes Konfliktfeld" gewesen. Dieser habe argumentiert, dass Katholiken in entscheidenden sittlichen Fragen, in denen das Lehramt eine Lehre vorgebe, nicht davon abweichen könnten. Lintner plädierte dafür, "dass man versucht, die Gewissen der Menschen zu bilden und nicht ihnen vorzuschreiben, was sie zu tun haben".


Empört ist nun nicht nur Kath de über die Weigerung des Vaticans, diesem „Moraltheologen“ das „Nihil obstat“ zu verweigern. Unter der „Gewissensfreiheit“ versteht dieser Theologe zweierlei, daß er,obgleich er eine Professur für die katholische Moraltheologie innehat, dozieren dürfe,wie es ihm gefällt und daß für uns Katholiken wie auch für alle anderen Menschen gälte, daß für sie ihr Gewissen die allein maßgebende Instanz in den Fragen der Moral sei.


Das Gewissen bilden reduziert sich dann dabei, eine Vielzahl von Morallehren bekanntzumachen, damit der Konsument das ihm Gefällige dann sich selbst erwählen oder sich selbst zusammen basteln kann. Die Kirche habe endlich damit aufzuhören, Menschen Moralvorschriften zu machen. Leider fing Gott schon damit an,etwa am Horeb durch Moses dem jüdischen Volke Moralvorschriften aufzudoktrinieren, und auch sein Sohn, Jesus neigte dazu Moralvorschriften zu erlassen. Nun soll dieser Irrweg verlassen werden: Der heutige Mensch bräuchte keine Morallehren mehr, sein durch die Medien und das Gerede: Was sich so gehört!, gebildetes Gewissen reiche völlig aus.


Moraltheologen könnten dann zwar weiterhin Moralbücher verfassen, nur daß die dann nur noch einer Anregung der Leser dienten. Der Hauptzweck dieser Moralbücher dürfte aber wohl in der Destruktion der Wahrheitsansprüche der auf die Gebote Gottes auferbauten kirchlichen Morallehre bestehen. Ach, und Gott sollte die Moraltheologie endlich die „Rote Karte“ zeigen, damit der damit aufhört, unsere Freiheit durch göttliche Gebote zu beeinträchtigen. 

Implizite wird dabei präumiert,daß Gottes Gebote und die sich auf ihr aufbauende Morallehre der Kirche etwas Freiiheitsfeindliches wären, sodaß erst die Gewissensfreiheit, daß   jeder Mensch sein autonomer Gesetzgebeber wäre, ihn frei sein läßt. 

Faktisch bedeutet die Befreiung von der Morallehre der Kirche im Namen der Gewissens-freiheit aber nur, daß der Einzelne als Zoon politicon dann dem "Man", was man für gut und was für nichtgut hält, unterworfen wird, da das individuelle Gewissen real der Niederschlag dessen ist, was man für moralisch zu halten hat.


 

Donnerstag, 7. September 2023

Papst Franziskus (v)erkennt das Problem der Kirche: „den Indietrismus“ Sein Kampf gegen die Tradition

Papst Franziskus (v)erkennt das Problem der Kirche: „den Indietrismus“


Kath net klärt uns auf (7.9.2023): "Unter den vielen Neologismen, die er erfunden hat, gibt es einen, den Papst Franziskus besonders gern mag: Indietrismus/ 'Rückwärtsgewandheit'". („Franziskus und der Indietrismus.Ein zerstörerisches Konzept“. Die Rückwärtsgewandtheit einiger in der Kirche gefährde die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Auf diese einfache Formel läßt sich des Papstes immer wieder vorgetragene Kirchenkritik reduzieren. So formuliert der Papst diese Kritik aus:

Heute gibt es eine große Gefahr, und zwar, in eine andere Richtung zu gehen: die »Rückwärtsgewandtheit«. Zurück gehen. (…) Diese horizontale Dimension haben wir gesehen; sie hat einige Bewegungen, kirchliche Bewegungen veranlasst, in einer Zeit stehenzubleiben, in einem Rückwärts. Das sind die Rückwärtsgewandten… Die Rückwärtsgewandtheit dagegen führt dich dazu zu sagen, dass »es immer so gemacht wurde und es besser ist, so weiterzumachen«, und das lässt dich nicht wachsen. Über diesen Punkt solltet ihr Theologen ein wenig nachdenken, wie man da helfen kann“.


Deshalb bekämpft Papst Franziskus auch so leidenschaftlich die „Alte Messe“ und scheute sich so auch nicht, direkt mit Papst Benedikt XVI Bestimmungen in dieser Causa zu brechen. Die Weise, die hl Messe zu zelebrieren, wie sie spätestens seit dem Trienter Konzil die katholische Weise wurde, möchte er verboten sehen, weil sie eben etwas nicht mehr Zeitgemäßes ist. Papst Franziskus bricht damit aber auch mit dem Verständnis der Reform, wie es der Kirche zu eigen ist: etwas sich von seiner ursprünglichen Form entfernt Habendes zurückzuführen in seine Ursprungsform, Eine Reform ist so im katholischen Sinne stets etwas Rückwärtsgewandtes. Damit will der Papst nun brechen.


Eine kleine Ausschweifung in die Politik, in die Geschichte der Sozialdemokratie. Anfang des 20.Jahrhundertes erklärte Bernstein, daß die SPD ihren Revolutionsglauben verabschieden solle, um sich in eine reine Reformpartei zu transformieren, statt auf die Revolution zu setzen, durch die alles gut werden würde, Reformen anzustreben, einen Weg der Reformen als einem Prozeß der kontinuierlichen Optimierung der Gesellschaft: Der Weg ist alles, das Ziel nichts!Der Sozialismus sei so also kein zu erreichendes Endziel sondern der Weg der permanenten Verbesserung, der der Reformen. Dieser Standpunkt wurde dann als „revisionistisch“ verunglimpft, setzte sich aber in dieser Partei durch und blieb bis Willy Brand in Geltung. Dann erst verabschiedete sich die Partei von dieser Reformvorstellung und surrogierte sie durch die Maxime, eine Reform sei die Reduzierung des Wünschbaren auf das Machbare und Finanzierbare.


Papst Franziskus gehört so mit seinem Reformverständnis der Sozialdemokratie der Bernsteinischen Epoche an! Es ist der geschichtsphilosophische Glaube, daß die Menschheitsgeschichte ein unendlicher Fortschritt sei und daß darum das Gestern noch Wahre heute schon unwahr geworden ist. Das Konzept der Offenbarung ewiger Wahrheiten ist mit dieser Geschichtsphilosophie unvereinbar, denn für den Fortschrittsgläubigen gibt es nur einen Entwickelungsprozeß vom Unwissen zu einem immer Mehr an Klarheit. Alle Tradition muß so notwendigerweise als sich veraltet habend verworfen werden. So praktiziert es nun auch Papst Franziskus nicht nur in seinem Kampf wider die „Alte Messe“ sondern auch in seiner Verdammung der Rechtmäßigkeit der Todesstrafe gegen das eindeutige Zeugnis der hl. Schrift und der Lehre der Kirche! Das ist alles für ihn Vergangenes, an dem nur Indietristen ihr Herz hängen!


 

Mittwoch, 6. September 2023

Der Flüchtlingsbischof Heße: Deutschland soll untergehen, aber sagt das nicht dem gemeinen Volke! Oder der Kirchenkampf gegen Rechts als neues Evangelium

Der Flüchtlingsbischof Heße: Deutschland soll untergehen, aber sagt das nicht dem gemeinen Volke!


Was ist Wahrheit, frug schon Pontius Pilatus resignativ. Der Flüchtlingsbischof Heße hat nun die Antwort auf diese Questio gefunden. Besonders kreativ war er beim Antwortfinden nun nicht, konnte er doch auf eine reiche Tradition des politischen Diskurses zurückgreifen: Wahr ist, was dem politischen Feinde schadet und uns nützt, unwahr ist also das, was dem politischen Feinde nützt und uns schadet. Wahr ist einfach das Nützliche. (In Machiavellis: „Der Fürst“ kann eine ausführliche Begründung dafür gefunden werden!) Darum sagt dieser Flüchtlingsbischof:


Wer Wer bei der Aufnahme von Geflüchteten vor allem von Bedrohung spricht, spiele Populisten in die Karten, sagt Flüchtlingsbischof Stefan Heße im Interview“.


Eine Aussage ist also genau dann unwahr, wenn sie den Populisten nützt, wahr ist dagegen eine Aussage, wenn sie den Populisten schadet.Denn der Populist ist der Feind und somit wird dieser zu dem Kriterium der Unterscheidung von wahr und unwahr.


Aber dieser Flüchtlingsbischof legt nun auch dar, wie Deutschland zu den Flüchtlingen sich positiv zu verhalten habe: „Notwendig wäre stattdessen eine rasche Registrierung und Weiterverteilung auf andere EU-Mitgliedstaaten. Ebenso müssen bürokratische Strukturen, die Menschen zur Untätigkeit zwingen und durch die ihnen grundlegende soziale Rechte verweigert werden, überwunden werden. Es muss darum gehen, Menschen eine konkrete Perspektive für gesellschaftliche Teilhabe zu geben.“

Es sollen also die Flüchtlinge gegen die bestehende Rechtsordnung der Gewährung von Asyl nicht in dem Erstankunftsland den Asylantrag stellen sondern sie dürften ihn in dem Land ihrer Wahl stellen. Das ist im Regelfall dann Deutschland, denn kein anderes Land der EU verheißt den Flüchtlingen einen so guten Unterbringungsservice. Aber der reicht diesem Bischof noch nicht:Er sei zu optimieren! Die bureaukratischen Bestimmungen legen nun mal fest, welche Rechte ein Asylantragssteller in Deutschland besitzt und welche nicht.Diese Bestimmungen will nun der Flüchtlingsbischof beseitigen, um den Flüchtlingen zu grundlegenden sozialen Rechten zu verhelfen. Dabei ignoriert er die Unterscheidung von den Menschenrechten und den Bürgerrechten, die nur dem Staatsbürger und nicht einem Asylanten zukommen. Faktisch läuft das darauf hinaus, jedem Asylanten die Staatsbürgerrechte zukommen zu lassen. Die Pointe dabei: Der Staat müßte so auf sein Recht, einen gestellten Asylantrag auf seine Berechtigung zu prüfen verzichten,um so faktisch jeden, bloß weil er in dem Land leben will, in dem er für sich Milch und Honig erhofft, ein Hierleben zu erlauben. Das meint die Formulierung einer konkreten Perspektive für eine gesellschaftliche Teilhabe.


Die zwangsläufigen Folgen einer solchen Praxis sind offenkundig: Da Deutschland wie jedes andere Land auf der Erde nur über endliche Ressourcen verfügt, aber so unbegrenzt viele in unser Land einströmen würden, verschärften sich die Verteilungskriege so sehr, daß ein Krieg aller gegen alle vorprogrammiert ist.Der überforderte Sozialstaat würde kollabieren und die staatliche Ordnung destruiert werden. Dies als eine Bedrohung zu qualifizieren, ist eine maßlose Untertreibung,die nur die Tatsache verschleiert, daß hier die Zerstörung unseres Staates gefordert wird.


Das moralphilosophische bzw moraltheologische Problem dieses Flüchtlingshilfe beruht auf der These, daß eine Mutter sündigt, wenn sie sich um ihre eigenen Kinder sorgt und sie versorgt, statt daß sie fremde Kinder unbegrenzt aufnimmt und so zwangsläufig ihre eigenen vernachlässigt.Schon jetzt wird das bei uns schon so praktiziert: Bedürftigen Deutschen wird der Zugang zu den Armenspeisungen verwehrt, den Tafeln, weil Flüchtlinge bevorzugt werden. Wohnungen werden gebaut nur für Asylanten, Deutsche als unerwünscht deklariert, ja Pflegebedürftige aus Heimen entlassen,um sie in Heime für Asylanten zu verwandeln. Die Verteilungskämpfe werden zunehmen, zumal ob der Tendenz, Nichtdeutsche zu bevorteilen.


Aber als Lehrling Machiavellis fordert er, daß dem Volke die Wahrheit, daß eine unlimitierte Aufnahme von Flüchtlingen uns ruinieren würde, nicht gesagt werden dürfe, denn das könnte Abwehrkräfte mobilisieren, Deutsche, die nicht unserem Untergange zustimmen wollen!





 

Dienstag, 5. September 2023

Zum Kampf der modernen Theologie gegen den „primitiven“ Jesus

Zum Kampf der modernen Theologie gegen den „primitiven“ Jesus


Gewohnt sind wir seit Luther an die Antithetik von dem Jesus Christus, wie ihn die hl.Schrift bezeugt und lehrt und der Verfälschung Jesu Christi durch die Katholische Kirche. Aber war erst mal das Feuer dieser Kritik entzündet, konnte es auch vor der Autorität des Zeugnisses des Neuen Testamentes über Jesus nicht halt machen: Verfälschen die Evangelien nicht schon das ursprüngliche Anliegen des Jesus von Nazareth, und ist nicht eher der Apostel Paulus der Gründer der Kirche und nicht Jesus- so urteilt etwa F. Nietzsche in “ Der Wille zur Macht“. Dann bliebe nur noch ein kaum noch rekonstruierbarer Jesus von Nazareth übrig, der dann Schritt für Schritt verkirchlicht so immer mehr von seinem Ursprung entfremdet wurde.

Aber die moderne Exegese radicalisierte sich! Wie nun, wenn selbst oder gerade der historisch-kritisch rekonstruierbare Jesus von Nazareth auch im Urteil der Moderne indiskutabel ist?

Jesu Verkündigung, daß Gott gute Werke lohne und böse strafe, sei eine „primitive“ Moral. So urteilt der Exeget R.Bultmann in seiner „Theologie des Neuen Testaments“ in § 2: „Die Verkündigung Jesu“. Dieser Exeget versucht nun noch zu retten, was zu retten ist an dieser Vulgärethik Jesu. Jesu lehne die „Rechnerei mit Verdienst und Lohn ab“. Von einer „Rechnerei“ spricht Bultmann hier aber nur, um in Gänze den Lohn-und den Strafgedanken zu vermaledeien. Gott lohne nicht und er strafe nicht.Als Beleg wird dann angeführt, daß Gott den den ganzen Tag gearbeitet Habenden genauso viel Lohn gibt wie denen, die nur eine Stunde gearbeitet haben. Das widerspricht nun ganz und gar nicht dem Lohngedanken, denn die ganztätigen Arbeiter erhielten ja ihren ausgemachten Lohn. Gott betont hier nur, daß er anderen auch den gleichen Lohn auszahlen kann und will, weil er ein souveräner Herr ist. Theologisch besagt dies Jesusgleichnis aber nur, daß die später erst sich zu Christus bekehrt Habenden in Hinsicht auf den Eingang in das Reich Gottes den Erstbekehrten gegenüber nicht benachteiligt werden, weniger belohnt werden. Eine Verneinung der Lohnlehre findet hier also mitnichten statt.

Dann versteigt sich dieser Exeget zu dieser Aussage: „Und so lehnt er es ab,in dem Unglück, das Einzelne getroffen hat,eine Strafe für besondere Sünden zu sehen;keiner ist besser als der andere.“ Als Beweis wird dann Lk 13,1-5 angeführt. Wer nun diesen Text nachliest, wird irritiert feststellen müssen, daß Jesus hier lehrt: daß Gott sowohl die Galliläer, die Pilatus tötete, als sie opferten, als auch die vom Turm von Schiloch Getöteten, für ihre Sünden gestraft hat und daß es allen so ergehen wird, wenn sie sich nicht bekehren. Gott straft die Sünder, wenn sie sich nicht bekehren, lautet so die Botschaft Jesu. Dabei werden die zwei Unglücksfälle von Jesus nur deshalb zur Sprache gebracht, um zu zeigen, daß Gott wirklich straft, daß die Hörer seiner Predigt aber das nicht so mißverstehen dürften, daß nur diese, weil sie gesündigt haben, von Gott gestraft wurden, sie aber nicht!

Bultmann sieht nun aber in Jesu Verkündigung einen Widerspruch: „Jedoch sind seine Aussagen nicht frei von Widerspruch, wenn er den Vergeltungsgedanken doch gelegentlich als Motivierung der Forderung verwendet,- sei es der Hinweis auf den himmlischen Lohn (Mt 619f par;Mk 10,28 par; Mk 9,42.47 und sonst.“ Daß der Lohn-Strafe-Gedanke zu Jesu Verkündigung dazugehören könnte, schließt dieser Exeget a priori aus, denn diese Vorstellung sei „primitiv“. Diese Lösung offeriert uns nun Bultmann: „Indessen löst sich dieser Widerspruch wohl so,daß das Lohnmotiv nur der primitive Ausdruck dafür ist,daß es dem Menschen in seinem Tun um sein eigentliches Sein-um sein Selbst,das er nicht schon ist, sondern erst werden soll-geht.“ Lassen wir dies Heideggersierende auf sich beruhen und stellen einfach fest, daß Jesus die Rede vom Lohn und von der Strafe Gottes einfach nicht ernst gemeint hatte. Denn Gott straft weder noch lohnt er.

Peinlich ist nun aber nur, daß Jesu Moralverkündigung wie die der griechischen Philosophie eudomonistisch ausgerichtet war: Gott belohnt den moralisch gut gelebt Habenden wie er den Sünder straft. Was nun das gute und was nun das falsche Leben jeweils ausmacht, da orientiert sich der Gesetzeslehrer Jeus an den Geboten des Alten Testamentes einerseits und andererseits an die Messiasverheißungen des Alten Testamentes. Aber Jesu Verkündigung ist eindeutig eine Lohnmoral, die aber auch nicht verschweigt, daß Gott auch ein den Sünder Strafender ist. Jesu Verkündigung vom eschatologischen Endgericht bezeugt dies.

Das alles ist nun für einen modernen Exegeten unzumutbar.Darum konstruiert er erst einen Jesus, der jede Lohnmoral verwirft, keinen Gott kennt, der straft, um dann alle Aussagen Jesu über Gottes Lohnen und Strafen als: So hat das Jesus nicht gemeint, zu entfernen. Denn das seien doch alles primitive Vorstellungen. Stattdessen müsse Jesus verheideggert , also aus ihm ein neues Seinsverständnis Verkündender werden, damit so Jesu Primitivität überwunden wird. Denn Jesu Verkündigung ist im Lichte der Aufklärung gesehen, einfach nur primitiv.

Wäre es da nicht einfacher, Jesus ganz aus der Kirche herauszustreichen und durch Niveauvolleres zu ersetzen?