Dienstag, 19. Januar 2016

"Gemeinsame Eucharistie jetzt" - Liebe statt Lehre und Tradition

"Denn mein Glaube erzählt von Weite und Freiheit, von Liebe und Größe. Wer zum Tisch des Herrn tritt, der wird nicht abgewiesen – kein Zöllner, keine Dirne und keiner, der zur "falschen" Konfession gehört. Seid nicht kleingläubig, möchte ich nach Rom und in so manches deutsche Bischofshaus rufen, habt keine Angst, sondern seid Zeugen SEINER Liebe." Mit dieser Herzensausschüttung erfreute die Theologin Frau Lux die Leserschaft der offiziellen Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz am 18. Jänner 2016. Wieviel Licht bringt sie doch in die ökumenische Gebetswoche durch ihre Illuminationen! Offensichtlich ganz erblindet ob ihrer Erleuchtung übersieht sie (wie viele andere auch) den Unterschied von Jesu Christi Praxis der Tafelgemeinschaft und seiner Einladungspraxis zur Feier der Eucharistie. Denn zu der Einsetzung der Eucharistie lud Christus nur seine 12 Apostel ein und sonst Niemanden! Es gibt keinen auch noch so winzigen Hinweis in der Geschichte der urchristlichen Eucharistiefeiern, daß Nichtgetaufte zu ihr zugelassen worden wären! "Wer zum Tisch des Herrn tritt, der wird nicht abgewiesen" ist so eine unwahre Tatsachenaussage, denn es durften immer nur die Glieder der Kirche die hl. Kommunion empfangen. Nur Frau Lux meint hier wohl die indikativische Aussage als einen versteckten Imperativ: So soll das sein! Sie behauptet nun, eine solche Zulassung von allen zum Empfang des Leibes und Blutes Christi wäre ein Zeugnis der Liebe Gottes, wohingegen eine Nichtzulassung von jedermann nicht vereinbar sei mit der Allliebe Gottes- so ihr implizites Argument. 
Auch hier erweist sich diese Theologin als Meisterin des Übersehens. Hätte sie, statt den Erzählungen ihres Glaubens von : "Weite, Freiheit, Liebe und Größe" zu lauschen, die hl. Schrift dazu befragt, stieße sie auf des Apostelfürsten Paulus Warnung vor einem sakrilegischen Empfang des Altarsakramentes! Was recht empfangen die Medizin zur Unsterblichkeit ist, gereicht sakrilegisch genossen dem Empfänger zum Unheil! (Vgl: 1. Korinther 11, 17-34). Wie jeder Medizin, so wohnt auch in dieser göttlichen Medizin eine Ambiguität inne: die eine Medizin, recht gebraucht hilft zur Gesundung, falsch gebraucht schadet sie dem Empfänger. Zudem gilt: Je stärker die Wirkkraft zum  Positiven ist, desto wirkkräftiger ist sie auch zum Negativen. Bei einem falschen Empfang ißt sich, so der Apostelfürst, der Empfänger zu Gericht. (11, 29) Ist es also ein Akt der Liebe, Menschen eine Medizin auszuteilen, wenn zu befürchten ist, daß sie daran schweren Schaden nehmen? Oder, einfacher: Wer gäbe auf einer Geburtstagsfeier einem Kleinkind Schnapps zu trinken, damit es nicht ausgeschlossen sich fühle beim Zutrinken auf das Geburtstagskind?   
Die Kirche schließt Menschen von dem Empfang des Leibes und Blutes Christi aus aus Liebe zu diesen Menschen, weil sie davon ausgeht, daß ihnen die Kommunion schaden würde. Der Apostelfürst Paulus selbst stellt die Kirche vor die Aufgabe, um Unheil abzuwenden, zu bestimmen, wem die Kommunion zu verweigern  ist, so wie der staatliche Gesetzgeber zum Schutze der Menschen bestimmt, wer Alkohol nicht trinken darf. Niemand käme auf die Idee, das Jugendschutzgestz, das eben auch bestimmt, wer Alkohol nicht trinken darf , als Verstoß gegen die Nächstenliebe zu bewerten. Oder verlangt etwa die "weite offene und große Liebe", daß ich jedem, der Schnapps trinken will, ihn ausschenke, so viel er will?  
Es ist  gerade ein Akt der Liebe, Mimenschen alles, was sie wollen, nicht zu erlauben, sondern ihnen dort Grenzen zu ziehen, wo sie Gefahr laufen, sich selbst oder andere zu schädigen. Das war immer die Praxis der Kirche, solange sie wußte und weiß, was in der Eucharistiefeier ausgeteilt wird, das Blut und das Fleisch des Erlösers selbst. Diese Gabe kann und darf nicht von Jedermann empfangen werden und würde sie es, dann vielen zu ihrem Schaden.
Wer aber den Unterschied zwischen einem Abendessen, bei dem Jesus wiklich niemanden ausschloß und der Eucharistiefeier nicht kennt, zu der der Heiland selbst nur seine 12 Apostel einlud, der kann natürlich den Ausschluß von der Kommunion nicht als Akt der praktizierten Liebe der Kirche erkennen.

"Das persönliche Gewissen, das der katholischen Lehre nach übrigens ohnehin an erster Stelle steht, ist auch hier tragend. Der Papst sagt: "Sprecht mit dem Herrn und geht weiter.", heißt es dann weiter im Text.      

Also, statt sich mit der Lehre der Kirche und ihrer Begündung des Neins für die Forderung nach der Eucharistie für alle zu kümmern, verweist sie auf einen der fatalen Ausprüche des jetzigen Papstes, um zu behaupten, daß auch die Kathoische Kirche das Gewissen als die letzte Entscheiungsinstanz anerkenne und so es höher stünde als die Lehre der Kirche.  Das meint einfach, daß es mir gleichgltig sein kann, was die Kirche über die Bedingungen der Erlaubtheit des Empfanges lehrt, sagt mir mein Gewissen, ich darf das, dann gilt  für mich nur mein Gewissen! Ob diese Frau, wenn sie eigene Kinder hätte und ihr Sohn ihr sagte, mein Gewissen erlaubt mir den Konsum von Drogen, ausruft: Wie wunderbar, daß du deinem Gewissen folgst, bezweifele ich allerdings. Denn daß Drogen dem Konsumenten schaden, kann sie nicht übersehen, aber die Lehre der Kirche, fundiert auf Paulus Aussage zum sakrilegischen Empfang der Eucharistie, die kann sie übersehen, weil sie die für nicht wahr halten will!         

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