Sonntag, 1. Februar 2015

Für den Weltfrieden-Krieg der Religion?

Ein subversiver Angriff auf das Christentum
durch John Lennon

Der Text:

Stell dir vor, es gibt den Himmel nicht,
Es ist ganz einfach, wenn du's nur versuchst.
Keine Hölle unter uns,
Über uns nur das Firmament.
Stell dir all die Menschen vor
Leben nur für den Tag.
Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
Das ist nicht so schwer.
Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte
Und auch keine Religion.
Stell dir vor, all die Leute
Lebten ihr Leben in Frieden.
Yoohoo-Ooh
Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.
Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Habgier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.
Stell dir vor, all die Menschen,
Sie teilten sich die Welt, einfach so!
Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.
Der Alb-Traum einer Einheitswelt wird uns hier vor Augen geführt: eine Welt ohne Religion und ohne Nationen. Aber nicht nur das: auch den Himmel (englisch heaven) und die Hölle soll es nicht mehr geben. Solange es noch etwas gäbe, in dem sich Menschen unterschieden, könne es die Einheit nicht geben. Und wo keine Einheit ist, da könne dann auch kein Frieden sein. Deshalb müsse alles, worin sich Menschen wesentlich unterschieden, niviliert werden: keine Religion,kein Vaterland, kein Besitz. Und Lennon hätte eigentlich hinzufügen müssen, daß in dieser seiner Einheitswunschwelt es auch nicht mehr Männer und Frauen geben dürfe, daß also auch diese Differenz zu nichten sei, damit so alles eins sei. Dies ist unbezweifelbar eine totalitäre Einheitsweltsdiktatur, die hier Lennon als Ideal vorschwebt.
Nur, es muß zudem angefragt werden: wie viel an Gewalt ist den nötig, um erst diese Einheitswelt zu schaffen, daß eben alle Nationen aufgelöst und alle Religionen beseitigt werden? Wieviel an revolutionärer Gewalt, bis aller Privatbesitz abgeschafft ist. Man denke an die Russische Oktoberrevolution oder die Kulturrevolution in China, die das Ziel der Gleichheit aller Menschen zu realisieren versuchten. In der Französischen Revolution erhielt die Guillotine den Ehrennahmen der „Gleichmacherin“-erst enthauptet werden Menschen wahre Brüder im Geiste der Gleichheit. Was hier so lieblich gesungen daherkommt,ist faktisch ein Gewaltprogramm. Es muß ein totalitäres Programm sein, weil es, um mit A. Camus zu sagen, eine metaphysische Revolte gegen die Natur des Menschen ist. Denn der Mensch ist von Natur aus und das heißt immer auch von Gott gewollt verschieden. In der Ordnung Gottes ist das Eine ein in sich mannigfaltig Differenziertes.Er schuf den Menschen in der Grunddifferenz von Mann und Frau, in der Ordnung der verschiedenen Völker und Rassen, Die Einheit der Ehe ist nicht die, daß der Mann aufhört, Mann und die Frau aufhört, Frau zu sein, um dann als bloßes Menschsein zu leben. Die Ehe ist so eine lebendige und keine tote Einheit.
Und was besagt es, daß kein Himmel und keine Hölle sein sollen. Der Mensch, der in einer Religion lebt, in der es die Vorstellung von Himmel und Hölle gibt, lebt ein bedeutsames Leben: seine endlichen Taten und Unterlassungen, ja sein ganzer Lebensentwurf hat ewige Folgen, entweder zum Guten, zum ewigen Leben oder zum Bösen, zur ewig währenden Hölle. Mein Tun und Unterlassen bekommt so eine ewige Bedeutung. Ich gleiche nicht einer Schneeflocke im Winter, die spätestens mit dem einsetzenden Frühling verschwindet, sondern lebe ewig-aber wie ich ewig leben werde, das entscheidet mein angesichts der Ewigkeit sehr kurzes Erdendasein. Ganz anders, wenn der Tod das letzte Wort hat.Jetzt kann ich urteilen, daß es letztendlich gleichgültig ist, wie ich lebe, denn am Ende läuft jedes Leben auf das selbe hinaus: auf den Tod. Diese Gleichgültigkeit wäre dann das Fundament des Friedens: niemand würde mehr zum anderen sagen: lebe so, denn nur so wirst du ins ewige Leben eingehen. Frieden, Menschlichkeit und Brüderlichkeit, die Ideale der Französischen Revolution, gespeist aus den Quellen der Freimaurerei. (Den engen Zusammenhang der Französischen Revolution und der Freimaurerei setze ich als bekannt voraus.)
Im Zentrum dieses Friedenstextes steht die Aussage: „Nichts, wofür es sich zu töten oder zu sterben lohnte.“ Wenn es nichts mehr gibt, wofür es sich lohnte, zu töten oder zu sterben, gibt es dann noch irgendetwas, für das es sich zu leben lohnte, für das es sich lohnte, das Leben durch Fortpflanzung zu prolongieren? Lennons Nihilismus hat gerade seinen Grund in der Einsicht, daß, solange es etwas gibt, was wichtiger ist als mein individuelles Leben und das des Leben des Anderen, genau dieses es ist, was das Töten und Sichtötenlassen legitimiert. Der Nihilismus hat dabei positiv den Gehalt, daß es für mich als Individuum nur mich als Wert gibt. Und das zeitigt die Folge, daß es auch für mich nichts mehr gibt, für das es sich für mich lohnt zu leben. Denn dies, wozu es sich für mich lohnte zu leben, müßte ja wichtiger sein als mein Einzelleben, damit durch meine Beziehung auf dies Gewichtigere mein Leben gewichtig wird. Die Einheit wäre so eine Totalität des allen Gleichgültigen
Dieser Text ist somit eine klare Kampfansage an jede Religion, und damit auch an das Christentum. Es ist aber auch eine Kriegserklärung an alle Kultur, denn die Kultur besteht nur durch ihr Setzen von Differenzen,daß es Kultur und Unkultur gibt. Ohne dies Unterscheiden gäbe es keine Kultur. Eine Einheit ohne Differenzen in ihr wäre so eine tote Einheit, die dem Frieden der von der Guillotine Enthaupteten gliche.

Es gibt bittere Wahrheiten, auch die, daß der Krieg der Vater aller Dinge sei.Diesen Ausspruch darf man nun ja nicht plump mißverstehen, als würde hier unter Krieg gar ausschließlich der militärische Krieg gemeint sein. Nein, damit ist gemeint, daß das Leben durch die Widersprüche lebendig wird und bleibt: erst die menschliche Polarität von Mann und Frau läßt das menschliche Leben lebendig werden. Der Wille und die Sehnsucht nach der Aufhebung dieser Polarität macht das Wesen der Liebe aus, die eben nicht die Verneinung des Geliebten will, daß er aufhört, Mann oder Frau zu sein, um nur noch Mensch zu sein, sondern die Aufhebung im Geiste der wechselseitigen Anerkennung des Anderen in seinem Anderssein. So ist die Menschheit auch immer nur die Einheit der verschiedenen Völker in ihrer jeweiligen Besonderheit und nicht die der Nichtung alles Differenten in einem Welteinheitsbrei. Gerade, daß es Differenz gibt und der daraus entspringende Wille zur Aufhebung der Differenz (aufheben stets hegelisch gemeint) macht so das Lebendige des Lebens aus. Lennon offeriert uns stattdessen die „Utopie“ eines Friedens für tote Menschen. Es gibt nun aber auch einen rein theologischen Grund, warum die Welt nie eine Friedenswelt werden kann und warum sie nie zu einer Einheit werden kann. Die Welt lebt seit der Revolution Luzifers wider Gott aus dem Widerstreit Gottes mit dem Teufel und solange dieser Widerstreit währt, und er wird bis zum Ende unserer Welt währen, kann es keinen Frieden und keine Einheit der Welt geben, denn es kann zwischen Gott und dem Teufel nie Frieden geben. Gäbe es doch eine Einheitswelt in Frieden auf Erden, dann könnte das nur die Weltherrschaft Satans sein, der als Antichrist dann die Welt beherrschte, während die wenigen Glaubenstreuen schlimmste Verfolgung erleiden würden als die letzten Feinde der Einheitswelt, der Einheitswelt des John Lennon!

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