Sonntag, 27. August 2017

Der Tod des Individuellen im Namen der Menschenwürde

"Reden wir nicht schlecht vom Nationalismus. Ohne die nationalistische Virulenz würde über Europa und die Welt schon ein technisches,rationales, uniforme Imperium herrschen.
Rechnen wir dem Nationalismus mindestens zwei Jahrhunderte geistiger Spontanität,freien Ausdrckes der Volksseele, reicher historischer Mannigfaltigkeit zum Verdienst an.
Der Nationalismus war die letzte Zuckung des Individuums angesichts des grauen Todes,der seiner hart." Nicoas Gomes Davila, Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift...Aphorismen, 2017, S.60.  
In manchen kirchlichen Stellungnahmen lesen wir, daß das christliche Menschenbild jeden Patriotismus und Nationalismus ausschlösse. Denn dies Menschenbild sage aus, daß jedem Menschen ob seines Menschseins die gleiche Würde zukäme, unabhängig von seiner Religion und seiner ethnischen Herkunft. Damit legitimieren Kirchenvertreter dann die Politik der Bundeskanzlerin, ohne Obergrenzen unlimitiert viele Flüchtlinge aufzunehmen, daß die europäischen Staaten , wie just der Papst es forderte, keinen abgelehnten Asylbewerber repatriieren dürfen, denn jede Abschiebung verstoße gegen diese Würde des Menschen. Jeder Patriotismus und Nationalismus wäre so verwerflich, weil diese Weltanschauungen zwischen Dazugehörigen und Nichtdazugehörigen differenziere und die so Verschiedenen verschieden behandelt. Das ist so, wie wenn eine Mutter zwischen ihren eigenen und den Nachbarkindern unterscheidet und nur den Ihrigen die Muttermilch gibt, den Nachbarkindern aber wohl ein Stück Schokolade, wenn das nicht zu Lasten ihrer Kinder geht. Ist das das Grundprinzip der familiären Weltanschauung, so ist das jeder nationalen Weltanschauung, so auch die Glieder des eigenen Volkes von den Fremden zu unterscheiden und sich den Dazugehörigen mehr verbunden zu fühlen als den Fremden.  Das führt zum Ideal des Nationalstaates, in dem jedes Volk sein Eigenleben gestaltet nach seiner Fasson. Das ist der Individualismus der nationalistischen Weltanschauung.
Dieser Individualismus soll nun dem christlichen Menschenbild widersprechen, da ja jedem Menschen die gleiche Würde zukäme, sodaß streng genommen der Nationalstaat nicht mehr zwischen Dazugehörigen und Nichtdazugehörigen unterscheiden dürfe, wie dann auch keine Mutter mehr zwischen ihren und fremden Kindern differenzieren dürfe: Sie habe jedem Kinde die Muttermilch zu geben, weil jedem Kinde die gleiche Würde zukäme. Keine Mutter kann dem Anspruch genügen, und das kann auch kein Nationalstaat. 
So verlangt die Rede von der gleichen Würde aller Menschen nach der Auflösung der Ordnung der Familie wie des Volksstaates zugunsten eines Universalstaates, in dem die Kinderbetreuung vollkommen verstaatlicht ist.
Aber werden hier nicht Birnen und Äpfel durcheinander geworfen? Es  wird nämlich vergessen die Differenz von der Menschenwürde und den Menschenrechten einerseits und den Bürgerrechten andererseits.So habe ich als Deutscher Staatsbürger ein Anrecht auf Sozialhilfe in meinem Staate, nicht aber in den USA, weil ich nicht Amerikaner bin. Es gibt kein Menschenrecht, daß ich in jedem beliebigen Staat Sozialhilfe beziehen kann, noch ein aktives und passives Wahlrecht ausüben darf. 
Nicht jeder Mensch gehört jeder beliebigen Familie an, der er angehören will, ist dort dann erbberechtigt, bloß weil er auf seine Menschenwürde pocht. Wo die Menschenwürde zur Eintrittskarte in jeden Familienverband, in jedes Volk verwandelt wird, da lösen sich alle Ordnungen des Lebens auf. Es entsteht so eine graue tote Einheitswelt ohne jeden Individualismus! Denn das Leben ist die Quelle alles Sichdifferenzierenden und Indivduierenden. Es gibt nur die eine Idee des Menschen, aber im und durch das Leben individuiert sich die Idee in die Mannigfaltigkeit  der Rassen und Völker und Menschen.  

Corollarium 1
Was hat dies "christliche Menschenbild" eigentlich mit dem Menschenverständnis der christlichen Religion zu tuen? Für die christliche Religion ist das spezifische Verständnis des Menschen das seiner Geschichte, von seiner Erschaffung durch Gott,seines Sündenfalles und  die Geschichte seiner Errettung und endgültigen  Heimholung durch seinen Erlöser Jesus Christus.Das ist der Mensch, christlich begriffen.Der Mensch ist so nicht ein Etwas, das dann noch zufälligerweise eine Geschichte hat oder erleidet. Er ist mehr ein Projekt, ein zum Mensch erst Werdender.  
Die Rede von der jedem gleichermaßen zukommenden Würde ist dagegen ein Zentralbaustein der Weltanschauung der Französischen Revolution, deren Inspirator das französische Freimaurertum war.  Heute dient die Rede von der Würde des Menschen der ideologischen Rechtfertigung der Einen-Neuen-Weltordnung, ganz in freimaurerischer Tradition, in der alle bestehenden Ordnungen des Lebens aufgelöst werden sollen!      

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