Samstag, 9. September 2017

"Rekrutierung von Gläubigen ist nicht das Ziel" Zur Selbstzerstörung des Religionsunterrichtes

So betitelt  Katholisch de ein Interview mit dem Religionspädagogen Englert am 8.9. 2017. Was ist nicht das Ziel des Religionsunterrichtes an den Schulen? Rekrutierung von Gläubigen? Das sei ferne!
Nun hat der Begriff der Rekrutierung einen negativen Klang in den Ohren eines jeden Gutmenschen, assoziert er damit doch was Militärisches, daß Rekruten für die Armee eingezogen werden.Damit kann ein christlicher Religionsunterricht natürlich nichts gemein haben. 
Aber was wird denn nun so diffamiert? Die Vorstellung, daß der Religionsunterricht dem Ziele diene, den christlichen Glauben zu vermitteln! "Es ist nicht in erster Linie Aufgabe des Religionsunterrichts, den Glauben weiterzugeben. Früher sollte er auch das leisten, aber dies steht seit Jahrzehnten nicht mehr im Zentrum der Aufgabenstellung. Heute geht es um eine offene Auseinandersetzung mit religiösen Fragen, aber nicht um eine "Übertragung" des kirchlichen Glaubens auf Jugendliche. Das kann und soll der schulische Religionsunterricht nicht leisten."Englert.
Was soll denn dann dieser Unterricht leisten?"Englert: Im Wesentlichen soll er einen Beitrag zur religiösen Orientierungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen leisten. Ganz besonders soll er die religiöse Pluralitätsfähigkeit fördern. Das ist heute sehr wichtig, denn wir leben in einem Kontext religiöser Pluralität. Damit muss man umgehen lernen. Viele Menschen in unterschiedlichen Religionsgemeinschaften tun sich mit den Gegebenheiten religiöser Pluralität noch immer schwer. Deswegen hat der Religionsunterricht da eine wichtige Aufgabe."
Das wichtigste Ziel ist also die Erziehung zur Pluralitätsfähigkeit. Die Schüler sollen also im katholischen Religionsunterricht lernen, die vielen Religionen und ihre Binnendifferenzierungen zu bejahen und jede religiöse Meinung zu akzeptieren. Zur Orientierungsfähigkeit gehört eben die Kennnis über die verschiedenen auf dem freien Markt angepriesenen Religionen und daß diese Pluralität als etwas Positives zu bewerten ist. Selbstverständlich entfällt die Unterscheidung von wahrer und falscher Religion, denn jede ist gleichermaßen wahr und unwahr. 
Problematisch sind deshalb nur die Anhänger einer Religion, die die ihrige als die einzig wahre glauben, denn die sind so nicht pluralitätsfähig. 
Es gibt so für dieser Religionspädagogik nur eine Wahrheit, daß alle Religionen gleichgültig sind.Das zu vermitteln ist so die Befähigung dazu, in  einer mulikulturellen Gesellschaft leben zu können. 
So entpuppt sich dieser angeblich katholische Religionsunterricht so als Staatsbürgerunterricht, in dem die Schüler zu einem Leben in einer pluralistisch verfaßten Gesellschaft befähigt werden sollen.Die christliche Religion, gar in ihrer Katholischen Formung ist dann eben nur ein religiöses Angebot neben vielen anderen. 
Zu jedem ordentlichen Konzept gehört natürlich auch das passende Feindbild:
"Frage: Bereits 2010 gab es sogar inhaltliche Kritik von Papst Benedikt XVI. Demnach solle Religionsunterricht in Deutschland mehr zu einer Art "Katechese" werden. Ginge das?
Englert: Der Religionsunterricht würde sich aus meiner Sicht ins Abseits manövrieren, wenn er sich zu einer Form der Kateches zurückentwickeln würde."
Katechese ist für die heutige Religionspädagogik der Feindbegriff schlechthin, denn das heißt doch: Rekruten für die christliche Religion gewinnen zu versuchen! Das sei ferne. Die christliche Religion darf in diesem Unterricht nur als eine von vielen auftreten. Sie ist eben nicht wahrer aber auch nicht unwahrer als alle anderen Religionen. Aber es gibt doch noch Unwahres für diese Religionsunterrichtskonzepton: den Glauben, daß eine (meine) Religion die einzig wahre sei. Das ist die Feindbastion, die in diesem Unterricht zu schleifen ist, damit der staatsbürgerlich gewünschte Relativismus in diesem Unterricht siegt. 
Ein katechetischer Unterricht hat an öffentlichen Schulen nichts zu suchen, so lautet dann das Credo dieser Religionspädagogik, denn der Religionsunterricht hat sich eben den staatlichen Vorgaben zu subordinieren. Als Unterricht an öffentlichen Schulen ist er nur legitimierbar als Einübung in das Leben in eine multikulturelle Gesellschaft, wobei der Hauptfeind  jede Art von Fundamentalismus ist, das ist der Glaube, daß es nur eine wahre Religion gibt. Diese Vorstellung zu überwinden, darin sieht dieser Religionspädagoge den Zweck des Religionsunterrichtes! Genaugenommen wird so die Religonkritik zum eigentlichen Anliegen des Unterrichtes mit dem Ziel, alle Religionen als gleichgültig zu erweisen! Das soll katholischer Relgionsunterricht sein!

Corollarium 1
Die Prämissen dieses Religionsunterrichtkonzeptes sind  a) daß Gott für uns nicht erkennbar ist, sodaß es nur verschiedene Vorstellungen von Gott gibt, ohne daß eine als wahr von den anderen unterscheidbar wäre, daß es b) Gott gleichgültig ist, was wir von ihm denken, wie wir ihn verehren und daß c) die einzig relevante Frage die ist, wie die Religionen zu verstehen seien, damit sie nicht einen Grund für gesellschaftliche Konflikte liefern können, bzw wie die Religionen pluralitätsfähig gestaltet werden können. Die Wahrheit einer Religion reduziert sich so auf ihre Pluralitätsfähigkeit und ihre Nützlichkeit für den einzelnen Anhänger der Religion!     

 

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