Mittwoch, 2. April 2025

Über den Bedeutungsverlust des Christentumes – auch Soziologen debattieren hier mit

 

Über den Bedeutungsverlust des Christentumes – auch Soziologen debattieren hier mit


In dem 1.Aprilartikel „Soziologe Pollack wirft Theologe Zulehner Realitätsverweigerung vor“ auf einem der Flaggschiffe der politischen Korrektheit.Kath de werden nun Dinge geäußert, die eigentlich die Stammleserschaft dieser Internetseiten irritieren müßte, daß nämlich nicht vorrangig der Demokratiemangel, das nichtexistente Frauenpriestertum und die nichtzeitgemäße Sexualmorallehre der Katholischen Kirche die Schuld an der Misere der christlichen Religion trügen.Es wird eben über den Bedeutungsverlust der christlichen Religion, das ist das Christentum nachgedacht und somit nicht einfach sich auf eine Kritik der Kirche kapriziert, als wäre ihre Krise eins mit der Krise der christlichen Religion.

Lassen wir hier die Kritik an dem Startheologen des Zeitgeistsurfens, Professor Zulehner auf sich beruhen und wenden uns der Analyse der Krise der christlichen Religion zu, die in diesem Artikel so skizziert wird:

Stattdessen plädierte Pollack dafür, die Ursachen des Bedeutungsverlusts– wie Individualisierung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Differenzierung– wissenschaftlich zu erforschen, um Gegenstrategien zu entwickeln.“ Das Christentum würde eben dem Säkularisierungstrend unterworfen, an Relevanz verlieren.

Das tönt gut soziologisch gedacht, aber es muß erlaubt sein, diese Diagnose in Frage zu stellen. Die Individualisierung steht so auf der Anklagebank – rechtens? Wer Schach spielen möchte, kann das nur, wenn er das Regelsystem des Schaches kennt und dann spielt, aber dies Spielen ist immer ein indiviuelles. Weder kann das System des Schachspieles selbst eine Schachpartie spielen noch kann ein Spieler individuell spielen ohne die Kenntnis des Regelsystemes des Schachspieles. Das gilt ebenso für den persönlichen, den individuierten Glauben, daß er den Glauben der Kirche voraussetzt, den er sich individuierend aneignet. Das „Ich glaube“ ist so notwendigerweise immer ein individualisiertes, so wie jeder Mensch ein individualisiertes Exemplar des Menschseins, der Idee des Menschen ist.

Auf der anderen Seite leben wir in einer Massengesellschaft, in der sich die Einzelmenschen gerade nicht durch eine einzigartige Individualität auszeichnen.Ein allseits bekanntes Phänomen veranschaulicht dies: Umfrageinstitute befragen repräsentativ Ausgewählte: „Wen würden Sie wählen, fände am kommenden Sonntag die Bundestagswahl statt, sie befragen circa 1000 bis 2000 Bürger und ihre Prognosen über den Wahlausgang werden bei jeder Wahl regelmäßig mit geringsten Abweichungen bestätigt. Im Sinne Heideggers könnte geurteilt werden, daß der heutige Mensch lebt, wie man lebt, er wird mehr durch dies Man gelebt, als daß er eigentlich individuell lebt. Heute verfügt die Religionssoziologie über eine große Datenfülle darüber, was wer wie glaubt im religiösen Bereich. Täuscht uns das nicht eine große Pluralität vor, weil der Religionssoziologie für die anderen Zeiten auch nicht entfernt so viel empirisch erhobene Daten über den Glauben, was wer wie glaubte, zur Verfügung stehen.

Der Begriff der Selbstbestimmung ist wohl ein ähnliches Phantasmata: Einerseits lebten zu allen Zeiten die Menschen selbstbestimmt,da die Freiheit konstitutiv zum Menschsein dazugehört und andererseits leben die Menschen immer als ein Teil einer Sozialität, die sie bestimmt. Was für jede gespielte Schachpartie gilt, daß sie einerseits das Regelsystem des Schaches voraussetzt und daß jeder Spieler andererseits immer nur individualisiert spielt, das gilt so auch für das selbstbestimmte Leben jedes Menschen.

Es bleibt so nur der Begriff der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung übrig. Sollte der wirklich auf der Höhe der Sozialwissenschaften diskutiert werden,müßte die Systemtheorie Luhmanns zu Grunde gelegt werden als dem bedeutsamsten soziologischen Versuch des Verstehens, was denn überhaupt die Gesellschaft ist und was dann die These der Ausdifferenzierung aussagt. Für unser Anliegen reicht es wohl, zu sagen, daß die Gesellschaft in eine Vielzahl von Subsystemen sich ausdifferenziert hat und sich weiter ausdifferenziert und daß jedes Subsystem in sich selbst durch ihr ihr eigenes Diskursregelsystem bestimmt ist. Es besteht so in ihnen kein Bedarf an einer wie auch immer religiös fundierten Regulierung, da sie schon durch sich hinreichend bestimmt sind. Ein atheistischer Schachspieler spielt eben nicht anders als ein christlicher, als gäbe es eine spezifisch christliche Weise des Schachspielens.

Es werden mit diesen Begriffen also Gründe für die Krise der christlichen Religion benannt, die entweder anthropologische Konstanten bezeichnen, oder Wesensmerkmale jeder Gesellschaft, denn ohne eine Ausdifferenzierung existierte gar keine Gesellschaft sondern es gäbe nur ein Nebeneinander von autonom lebenden Menschen.

Nun könnte gemeint werden, daß der Begriff der Säkularisation gehaltvoller sei als die Summe der Vorstellung von der Individualisierung, der Selbstbestimmung und der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung. Dann muß dieser Begriff aber tiefgründiger expliziert werden.

Meine These dazu lautet, daß die Säkularisation nicht einfach die Negation der Religion bedeutet, sondern deren Aufhebung, daß das, was die Religion von dem einen Gott erwartete und erhoffte nun als die Aufgabe des Menschen umformuliert wird. Die Hoffnungsgehalte der Religion werden zu politischen,pädagogischen und kulturellen Aufgaben des Menschen. Wie Hegels Philosophie die christliche Philosophie aufhebt, indem erst in ihr ihre Wahrheit erkannt wird, so will die Moderne die Religion vollenden in dem Projekt der Humanisierung der Welt. Die Postmoderne als die Epoche nach diesem Aufhebungsversuch reflektiert das Scheitern des Projektes der Aufhebung der Religion in eine humanistische Praxis und negiert dabei auch die Hoffnungsgehalte der Religion.Darum paßt auch die Religion nicht zu ihr.Die christliche Religion wird so zu einer unzeitgemäßen, aber damit wird sie auch wieder zu dem, was sie von ihrem Anfang an auch war:die Kirche, die zwar in der Welt ist, aber nicht aus ihr ist und somit immer etwas Weltfremdes ist als ihr ontologische Qualität.



Dienstag, 1. April 2025

Die EKD klärt vorbildlich auf: Was ich nicht mehr denken und sagen darf und woran ich den Feind erkenne

 

Die EKD klärt vorbildlich auf: Was ich nicht mehr denken und sagen darf und woran ich den Feind erkenne


Die Tagespost widmet sich am 1.4.2025 in aufklärerischer Intention der Frage, was laut der neuesten Studie zur AfD ein Christ nicht denken darf und woran er den Feind erkennen kann, mit dem er als ein Gutmensch keine Kontakte mehr unterhalten sollte.1

Das seien nicht akzeptable populistische Äußerungen: „es wird fürchterlich enden, ihr seid zurecht unzufrieden“, es existierten „Denkverbote“, es ereigne sich eine „Deindustrialisierung“ oder auch „Explosion der Kriminalität“. Besonders paradox ist die Verunlaubung de Behauptung; Es existierten „ Denkverbote“: Weil es die nicht gäbe, dürfe man nicht sagen, daß es sie gibt und damit entsteht dies Denkverbot, daß es sie nicht gibt.

Daß ein Blick in jede Kriminalitätsstatistik ein starkes Ansteigen der Kriminalität aufweist, kann nun die EKD nicht bestreiten, aber sie will damit sagen, daß es nicht erlaubt ist, das zu sagen, denn die Rückfrage nach den Ursachen dieses Anstieges würde die Antwort zeitigen, daß die Ausländerkriminalität für den Anstieg maßgeblich ist und das dürfe nun wirklich nicht gesagt werden. Merke: Nach dem Glauben der EKD können nur Deutsche im ethnischen Sinne Straftäter sein, denn nur die können böse Menschen sein.2

Daß die grüne Wirtschaftspolitik zu einer Deindustrialisierung Deutschlands führt, ist auch unverkennbar, aber auch dies Unverkennbare darf nicht geäußert werden. Denn zumindest sich in unserer Geschichte Auskennende wird der Begriff der Deindustrialisierung an den amerikanischen Deindustrialisierungsplan Morgenthaus erinnern, Deutschland nach der militärischen Besiegung endgültig niederzuwerfen, indem es völlig deindustrialisiert werden sollte. Diese Erinnerung dürfe aber nicht geweckt werden und schon gar nicht die naheliegende Frage,ob es denn wohl einen Zusammenhang zwischen der Grünen-Industriepolitik und dem Morgenthauplan gibt3.

Aber das Tollste ist doch nun, daß wir Christen nicht urteilen dürfen,daß es fürchterlich enden wird. Aber das rufen doch uns die selbsternannten Umweltschützer Tag und Nacht in die Ohren! Die können damit nicht gemeint sein, sondern nur irgendwie politisch Rechtsstehende, vielleicht die, die Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“ zitieren. Ein Christ dürfe eben nicht urteilen, daß er rechtens unzufrieden sei, auch und gerade nicht mit dem Hinweis auf das fürchterliche Ende.

Warum darf ein Christ all das, was nur Rechte sagen, nicht sagen? Die christliche Botschaft baue nämlich auf „Gottvertrauen und Zuversicht“ und sagt deshalb: Fürchtet Euch nicht! Unser christliches Gottvertrauen schließt es also aus, zu urteilen, daß die Grünen eine Deindustrialisierungspolitik betrieben, daß die Kriminalität stark ansteige und daß man zurecht unzufreiden sei!

Aber auch andere Aufklärer kommen uns in unserer Orientierugslosigkeit zur Hilfe, was wir nicht denken dürfen und woran wir den politischen Feind erkennen: „Die „Mitte-Studie“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung definiert als menschenfeindlich zum Beispiel die Aussage „Frauen sollten sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen.“ In erster Linie ist natürlich die Vorstellung, daß die Berufung der Frau die des Lebens in der Familie als Ehefrau und als Mutter sei, frauenfeindlich, soll sie doch wie der Mann in erster Linie für die Wirtschaft leben als Arbeitskraft. Eigne Kinder wollen und gar noch als Familienmutter leben wollen, das sind eben rechtsradicale frauenfeindliche Positionen. Für uns Katholiken heißt das, daß wir in Maria, der Gottesmutter das Anschauungsbeispiel eines völlig verfehlten Frauenlebens vor Augen gestellt bekommen. Sie hätte eben abtreiben und dann als eine Geschäftsfrau ihren Lebensunterhalt sich verdienen sollen.

Ja, die EKD wie auch die deutschen Bischöfe wissen eben, daß die Systemrelevanz der einstigen Volkskirchen darin besteht, sich als nützlich in dem Kampf gegen Rechts zu erweisen und in unerschütterlicher Nibelungentreue die Grün-Rote Politik zu unterstützen, zu der sich nun wohl auch die Merz-CDU bekennen wird. Denn die Substanz der christlichen Religion ist die Grün-Rote-Gesinnung.






1 Unchristlich, wer „Deindustrialisierung“ sagt

Pathologisieren statt dozieren: Die Evangelische Kirche hat ein Papier zum Umgang mit Populismus erstellt, das überheblicher nicht sein könnte“

2Es müssen da aber doch Ausnahmen gemacht werden: die bösen Russen mit Putin an der Spitze, die Amerikaner,die Trump wählten und noch ein paar mehr!

3An diesen Plan darf auch nicht erinnert werden, da er nicht zum politisch korrekten Geschictsnarrativ, daß die Amerikaner uns vom deutschen Faschismus befreien wollte, paßt. Nur Stalin wollte uns befreien, aber das darf auch nicht gesagt werden. In Spanien versucht nun die linke Regierung, per Strafgesetzbuch festzulegen, wie die Geschichte des Bürgerkrieges zu schreiben ist mit Franco als dem schlimmsten aller schlimmen Diktatoren.

Der Bürger muß in der Demokratie unter Aufsicht gestellt und wenn nöig,entmündigt werden plus Zusatz

 

Der Bürger muß in der Demokratie unter Aufsicht gestellt und wenn nöig,entmündigt werden


In Frankreich drohte Arges, daß die Partei von Marine Le Pen die nächsten Präsidentenschaftswahl gewinnen könnte.Das Volk lief Gefahr, in völliger Verblendung, die falsche Person. Frau Le Pen zu wählen, eine französische Patrioten,die als solcher für das Europa nicht tragbar ist. Aber ein französisches Gericht stoppte diesen Alptraum, in dem ihr für 5 Jahre das passive Wahlrecht entzogen wurde. Vgl dazu den Artikel der „Jungen Freiheit“ vom 31.3.2025 :“Marine Le Pen verurteilt – Wahlrecht abgesprochen.“

Das ist nun kein Einzelfall: In Rumänien gewann im ersten Wahlgang zum Entsetzen aller politisch Korrekten ein als prorussisch und rechtsextremistisch diffamierter Kandidat. Herr Georgescu die meisten Stimmen! Aber dann wurde dieser Wahlgang für ungültig erklärt mit der obskuren Begründung, daß es Internetseiten gegeben hätten, isb das vermaledeite „Tic-Toc“, wo Werbung für diesen Kandidaten gemacht worden sei und das sei ein manipulativer Eingriff in das Wahlgeschehen gewesen. Aber bei einer Neuansetzung der Wahl drohte wieder ein Erfolg dieses nicht prowestlichen Politikers. Da griff man zur Notbremse und das zur Wahlzulassung zuständige Gericht verbot diesem Politiker die Zulassung zur Präsidentenschaftswahl. Die Medien jubeln über diesen Sieg der wehrhaften Demokratie, selbst die rechtsradicale Partei: „Der 3.Weg“,da sie wie alle anderen Seriösen einen klar antirussischen Kurs fährt.

Wenn die Bürger drohen, ihr Wahlrecht zumißbrauchen, indem sie den Eurokraten Nichtgenehme wählen wollen, dann muß das eben verhindert werden.Die Kandidatur Falscher wird so eben einfach verhindert.

Der Fall eines übergriffigen Klassenlehrers soll hier nun das Eigentümliche dieses Demokratieverständnisses veranschaulichen: Ein Klassenlehrer wollte seine Schüler zu einem Mehrbücherlesen motivieren, indem er eine Klassenzimmerbibliotek einrichtete: Wir Schüler durften da von uns ausgewählte Bücher zum Ausleihen reinstellen, mit dem Gütesiegel, von einem Klassenkameraden empfohlen, versehen. Dann kam es aber zu einer Katastrophe: Immer mehr Comichefte tauchten in der Bibliothek auf und wurden, kaum hineingestellt, auch schon entliehen.Der Klassenlehrer zog ob dieses Mißbrauches die Notbremse und löste die Bibliothek auf.Das war pädagogisch nicht klug und übergriffig. Im Geiste der „wehrhaften Demokratie“ wäre es gewesen, hätte er eine Vorzensur eingeführt, daß nur von ihm Genehmigtes in die Bibliothek hineingestellt werden dürfe.

Das ist das Prinzip der wahren Demokratie: Solange nur wenige ihr Wahlrecht mißbrauchen, werden auch nach rechts oder nach links abweichende Parteien und Kandidaten zugelassen,besteht aber die Gefahr, daß die liberaldemokratischen Parteien, von linksliberal bis zu wirtschaftsliberal nicht mehr die Mehrheit der Stimmen auf sich ziehen können, dann müssen die Nichtliberalen verhindert werden, indem einfach wie in Rumänien und Frankreich deren Kandidatur verboten wird. In den USA mißlangen alle Versuche, Trump die Kandidatur zu verbieten, aber jetzt soll wenigstens eine dritte verhindert werden, damit das Volk nicht noch einmal den Falschen wählt.

Die die Macht Innehabenden bestimmen so, welche Parteien und Kandidaten das Volk wählen darf und läßt auch Inakzeptable zu, solange nur wenige für sie votieren. Wenn aber die Macht dieser demokratischen Blockparteien gefährdet ist, dann können die nicht zu diesem Block Gehörigen verboten werden, bzw ihnen ihre Kandidatur verboten werden. So wurde in Griechenland auf Druck der EU die europakritische Partei „Die Morgenröte“ verboten. Da die Verfassung Griechenlandes aber kein Parteienverbot kennt,mußte diese Partei erst als eine kriminelle Organisation verurteilt werden, die dann als solche verboten wurde. 

Wie sieht es nun diesezüglich in Deutschland aus? Es spricht einiges dafür, daß nun die einzig reale Oppositionspartei verboten werden soll. Die "Junge Freiheit" schreibt dazu am 1.4.2025 "Inzwischen haben die Fraktionsgeschäftsführer von Grünen und SPD angekündigt, einen Antrag auf Verbot der zweitstärksten Fraktion im Bundestag auf die Tagesordnung zu setzen, sobald der Verfassungsschutz sein Gutachten präsentiere. CDU-Chef Friedrich Merz signalisierte, er werde seinen Abgeordneten empfehlen, den Antrag zu unterstützen, wenn die Agenten im Auftrag des BMI die AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ einstufen.Nur mit den Stimmen der Unionsfraktion bekäme das Vorhaben eine Mehrheit im Parlament. SPD, Grüne und Linke stehen inzwischen nahezu geschlossen hinter dem Parteiverbot."

 

Grundlegend ist so der Generalverdacht, daß der mündige Staatsbürger seine Freiheit politisch mißbrauchen könnte und daß er so vor sich selbst zu beschützen ist: Es muß ihm also die Möglichkeit eines Mißbrauches genommen werden, wenn die Gefahr besteht, daß zu viele ihre Freiheit mißbrauchen. 

Als die türkische Regierung erwog, daß Volk selbst über die Wiedereinührung der Todesstrafe entscheiden zu lassen, erklärte die Eurokratie, daß, wenn diese Abstimmung durchgeführt würde, die Beitrittsverhandlungen zur EU mit der Türkei sofort beendet würden, da über eine so gewichtige Causa das Volk nicht selbst bestimmen dürfe.  

Die Feministin und Lebensgefährtin des Philosophen der Freiheit, J.P.Sartre,Simone de Beauvoir bringt das Problem des Mißbrauches der Freiheit so auf den Punkt : „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“1 Damit also die Freiheit nicht mißbraucht werden kann, muß die Möglichkeit des Mißbrauchens verhindert werden: Jede Frau habe ihr Leben so frei zu bestimmen, wie es ihr der Feminismus vordiktiert. Deshalb wird jetzt ja auch in allen Medien gegen die Frauen gehetzt, die sich für ein traditionelles Frauenleben einsetzen, daß die Frau ihr Glück in der Liebe und in der Familie findet und nicht in erster Linie im Berufsleben. Kinderkriegen wollen, ist eben etwas Reaktionäres und Rechtes.

Also: Da der Mensch zu sehr zum Mißbrauch seiner Freiheit neigt, müsse eben die Demokratie ihnen beaufsichtigen, daß er auch wirklich denkt und handelt, wie es ihm die Eurokraten halt vorschreiben. So feiert die Demokratie in dem Verbot nichtgenehmer Kandidaten ihren größten Triumph, nur daß das in den USA mißlang, aber die können ja noch von Frankreich und Rumänien lernen! 

Zusatz

Gott erlaubte dagegen gar dem Teufel, im Paradies das Wort zu ergreifen. Das hätte Gott,wäre er demokratisch gesonnen, nicht getan. 



Montag, 31. März 2025

Neue Rekordverschuldung – startet die neue Regierung mit einem Wahlversprechen-betrug? Ist überhaupt noch was Christlich an der CDU?

 

Neue Rekordverschuldung – startet die neue Regierung mit einem Wahlversprechen-betrug? Ist überhaupt noch was Christlich an der CDU?


Unbestreitbar ist, daß die C-Parteien in ihrem Wahlkampf verhießen, gigantisch aufzurüsten gegen Rußland und da nun die USA unter der Führung Trumps kein verläßlicher Unterstützer des ukrainischen Krieges gegen Rußland ist, müssen die europäischen Staaten weit mehr als bisher Kriegswaffen an die Ukraine liefern, damit die den Krieg gegen Rußland gewinnen kann oder zumindest so lange führen kann, bis die jetzige russische Regierung destablisiert gestürzt wird. Der Leiter des Bundesnachrichtendienstes schätzt, daß dafür wohl weitere 5 Kriegsjahre nötig seien.

Welche Möglichkeiten gibt es denn nun, diese erstrebte Hochrüstung zu finanzieren? Aufmerksamen Wahlkampfbeobachtern dürfte aufgefallen seien, daß diese Frage keiner der Hochaufrüstungsbefürworter vor der Auszählung der Stimmten beantwortete, außer der Partei: „Die Linke“, die suggerierte, daß sie durch eine Reichensteuer zu finanzieren sei, also sozialverträglich. Da diese Partei ein Regierungsbündnis von SPD,Grünen und ihr anstrebt, war ihr klar, daß sie dafür bereit sein mußte, die aggressive Außenpolitik dieser 2 Parteien mitzutragen, nur sollte das eben sozialverträglich und nicht nach dem Motto: „Kanonen statt Butter“ gestaltet werden. Nur, auch wenn die Reichen mehr als jetzt besteuert würden, reichte das nie zur Finanzierung aus.

Realistisch gab es so für die C-Parteien nur 3 Optionen: Erstens: Steuererhöhungen, zweitens: rabiate Kürzungen des Sozialstaates oder drittens eine sehr hohe Neuverschuldung, die gar eine Grundgesetzänderung erheischte und für die es nur im alten Parlament die dafür notwendige Mehrheit gab. Drastische Steuererhöhungen würden eine Senkung der Binnenkaufkraft bewirken, die sich sehr negativ auf das jetzt schon minimale Wirtschaftswachstum auswirken würde. Rabiate Einschnitte in das „Soziale Netz“ würden dann noch mehr Wähler in die Arme der AfD treiben, die ja jetzt schon nach dem Urteil der FAZ die Partei der Arbeitslosen und Arbeiter geworden ist, was diese Zeitung pejorativ versteht: Arbeiter und Arbeitslose, das seien eben die Ungebildeten!

Also blieb nur die extreme Neuverschuldung als eine politisch machbare Variante. Das schließt dann aber nicht aus, daß flankierend es doch noch zu Steuererhöhung und rabiaten Einschnitten in das Soziale Netz kommt. Die großen demokratischen Parteien setzten eben auf die Dummheit der Wähler, daß sie schon nicht nach dem Wie der Finanzierung dieses Hochaufrüstungsprogrammes fragen würden, es reiche, ihnen Moskau als den altbewährten Feind des „Kalten Krieges“ aktualisiert vorzusetzen. Die antirussische Kriegspropaganda lief dann ja auch auf Hochturen, nicht nur in den großen regierungstreuen Medien, sondern auch auf Kath net und der „Tagespost“, aber auch auf der Internetseite des „Dritten Weges“, einer wirklich national- sozialistischen Partei.

Wir erleben hier eine Epochenwende: Die Zeit der Entspannungspolitik, der Alternative zur Epoche des „Kalten Krieges“ gilt nun als eine Fehlkalkulation, obgleich doch am Ende von ihr die Staaten des sog, Real existierenden Sozialismus implodiert waren und nun Schritt für Schritt alle einstigen Ostblockstaaten in den kapitalistischen Westen reintegriert wurden.Nur Rußland blieb als der letzte Feindstaat übrig, der als nicht verwestlicht angesehen wurde.

Man muß sich angesichts dieser Lage die Gründungsintention der NATO und der EU, anfänglich. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft erinneren: Deutschland solle klein gehalten werden als der Alleinverschuldner des 1.und 2.Weltkrieges, Rußland aus Europa herausgehalten werden, das heißt, Rußland sollte nun als ein nicht-europäisches Land gelten,das so aus diesem so politisch defienierten Europa ausgeschlossen werden sollte, damit dieses so konzipierte Europa unter die Vorherrschaft der USA gestellt werden sollte, daß also die USA in Europa bleibt. Die Einheit dieses Europas konzipiert sich so durch den Ausschluß Rußlands als dem gemeinsamen Feind.1

Das Novum ist nun, daß die USA diesen Konfrontationskurs nicht mehr mitträgt und sich gar von dem Spielfeld Europa verabschieden möchte, da die jetzige amerikanische Regierung ganz andere Prioritäten im Felde der Außenpolitik setzt. Jetzt wollen die europäischen Staaten, verstärkt durch die neu dazu gewonnenen Ostblocktaaten allein ihren Konfrontationskurs gegen Rußland fortsetzen. Das erheischt nun eine gigantische Aufrüstung, die finanziert werden muß.Das haben die C-Parteien verheißen und nun wird uns die Rechnung für dieses Programm auf den Tisch gelegt: eine gigantische Neuverschuldung und als flankierende Maßnahmen wird es wohl auch zu Steuererhöhungen und Einschnitten in das Soziale Netz kommen: Die Armen werden mal wieder die Zeche für diese Politik bezahlen müssen.

Geschichtlich orientiert sich diese antirussische Außenpolitik nicht an Deutschlands Krieg gegen das stalinistische Rußland2sondern an Napoleons Willen, ganz Europa und dann isb die reaktionären Staaten Preußen und das zaristische Rußland ganz neu auf das Fundament der Französischen Revolution aufgebaut zu ordnen, einfacher gesagt: Es ging um einen militärischen Revolutionsexport der Französischen Revolution, das was wir heute als die „Westliche Kultur“ bezeichnen. Thomas Mann beurteilt ja den 1.Weltkrieg als den Selbsterhaltungskampf des Deutschen Volkes wider den Versuch seiner Feinde, es zu verwestlichen, zu verfranzösisieren in seinen „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Dies Programm der Verwestlichung wird nun auch auf Rußland übertragen, dem letzten noch nicht verwestlichen Staat Europas, obzwar auch Ungarn und zum Teil auch Polen noch eine Renitenz gegen diese Verwestlichung aufweisen. Dieses Projekt der Verwestlichung ganz Europas, das seinen Ausgangspunkt in der Französischen Revolution hatte als dem Beginn der bürgerlichen Epoche, ist nun selbst kein christliches Konzept. Das Projekt der Westens ist in erster Linie das der Emanzipation von der christlichen Religion und damit die Verabschiedung vom Abendland hin zu einem neuen sökularistischen Lebens- und Weltverständnisses. Die C-Parteien geben nun die Ideologie des Liberalismus mit ihrem Primat des personalistischen Denkens als das Christliche des Westens aus, das es gegen jede Art von Kollektivismus zu verteidigen gälte und verteidigen damit nur den bürgerlichen Egozentrismus als das wahre Menschsein.

Corollarium 

Zum Parlamentarismus gehört es konstitutiv, daß der einmal gewählte Parlamentarier im Parlament nur noch nach seinem Gewissen entscheiden soll und damit davon entpflichtet ist, seine vorherigen Wahl versprechen (Vesprecher) zu halten. Er ist aber dann der Fraktionsdisziplin und der Parteidisziplin unterworfen,sodaß er im Regelall gemäß der Fraktion und der Partei,der er angehört, abstimmt. So soll der Einfluß der Wähler auf die Politik sehr gering gehalten werden, aber der der Parteien gestärkt werden. Unter der Demokratie wird so die Herrschaft der demokratisch gesonnenen Parteien verstanden. 




























1In Zukunftsromanen, in denen die Einheit der Menschheit vorausgesetzt wird, wird, wo über die Entstehung dieser Einheit reflektiert wird, wie etwa in der „Perry Rhodan“ Serie, entsteht diese Menschheitseinheit durch die Konfrontation mit einem nichtmenschlichen Feind, um ihn zu bekäämpfen.

2Es ist eine noch nicht endgültig geklärte Frage, ob der Angriff auf Rußland 1941 nicht ein Präventivkrieg war, wofür aber vieles spricht.

Samstag, 29. März 2025

Was nicht in der hl.Schrift stehen dürfte und darum wegexegetisiert werden muß

 

Was nicht in der hl.Schrift stehen dürfte und darum wegexegetisiert werden muß

Auch nur der oberflächlichste Bibelleser kann es nicht vermeiden, auf Bibeltexte zu stoßen,die er nicht lesen und schon gar nicht als wahr akzeptieren möchte. Wer behauptet, die christliche Religion wäre ein Produkt unseres Wunschdenkens, der dürfte wohl nie in seinem Leben die Bibel wirklich gelesen haben. Die hl.Schrift mutet uns allerhand zu, tritt sie uns doch mit dem Anspruch entgegen, wahr zu sein und nicht nur ein Angebotssortiment zu sein, aus dem wir Leser uns das uns Wohlgefällige aussuchen dürfen, um daraus dann wie in einem Verbrauchermarkt wir unseren Einkaufswagen füllen, unseren Privatglauben zusammenmixen.

Es steht geschrieben: Gott spricht zu den Leviten, dem Priesterstamm Israels: „So spricht der Herr,der Gott Israels:Jeder gürte sein Schwert an seine Lenden, und gehet hin und her,von Thor zu Thor mitten durch das Lager,und ein jeder tödte seinen Bruder,Freund, und Nöchsten.Das thaten die Söhne Levis nach dem Worte Mosis, und es fielen an diesem Tage bei dreiundzwangitausend Mann.“ 1(2.Mose 32,27f)

Mose weilte auf dem Berge Sinai, um da von Gott die Gebote Gottes zu empfangen und das Volk wurde unruhig: Was ist mit Mose, daß er nicht mehr zurückkommt zu uns? Und was ist mit dem Gott, der uns aus dem Sklavenhaus Ägyptens herausführte, den wir doch verehren möchten? Das Volk fand eine Lösung: Lasset uns ein Götzenbild erschaffen für die Götter, die uns aus Ägypten befreit haben. Sie hatten Mose vergessen, der ihnen den Gott, der sie befreien wolle, bekannt gemacht hatte, den Gott, wie er sich im brennenden Dornbusch bekannt gemacht hatte. Sie erfanden sich selbst Götter, denen sie meinten, ihre Befreiung zu verdanken haben. Sie erschufen das „Goldene Kalb“.Ihm opferten sie und feierten dann ein Befreiungsfest. (2.Mose 32,4-6)

Und wie reagiert der Gott, der wirklich sein Volk aus Ägypten befreit hat: Er beauftragt Mose, den Leviten den Auftrag zu geben, diese Sünde zu bestrafen: Mit dem Schwert ziehen sie los und töten – nach der Vulgata- 23.000 des jüdischen Volkes. Das ist Gottes Strafgericht über diese Sünde.

Die rabiateste Lösung für diesen Text und aller sonstigen so arg anstößigen des Alten Testamentes offeriert uns Marcion mit seiner These, daß der Gott Jesu Christi nicht der Gott des Alten Testamentes sei. Für uns Christen existiere nur der Gott Jesu, der Gott des Alten Testamentes sei in Wahrheit ein Daimon2. Es geht auch gemäßigter: Im Alten Testament läge noch ein verworrenes Gottesverständnis vor, erst Jesus habe uns ein eindeutiges vermittelt, daß Gott nur der uns alle liebende Gott sei, der der Humanität. Nur vermittelt das AT nicht von Menschen produzierte Gottesbilder, dem wir dann das durch Jesu offenbarte gegenüberstellen dürften! Außerdem ist die naive Blauäugigkeit dieses Umganges mit der hl.Schrift zu offensichtlich: Wahr ist nur das, was mir gefällt!

Wer nun aber trotzdem auf diese Unterscheidung insistiert, der Gott des Alten Bundes als ein zürnender und rächender und der Gott Jesu, der nur der liebende sei, der muß sich durch die Johannesoffenbarung eines besseren belehren lassen, denn da müssen wir lesen: „Ein Drittel der Menschen wurde durch diese drei Plagen getötet, durch Feuer,Rauch und Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.“ (9,18). Die Rachengel Gottes werden dies Gericht über die Menschheit vollziehen, prophezeit uns dieser Bibeltext. Angesichts solcher Aussagen verwundert es nicht, daß die Johannesoffenbarung das mißachteste Buch der ganzen Bibel ist3: So einen Gott wollen wir nicht. Er hat sich nach unseren Wünschen zu richten, sonst wollen wir ihn nicht.

Wie viel theologischen Aufwand betreibt nun die wissenschaftliche Theologie, um all dies so Anstößige und Inakzeptable zu beseitigen! Aber das Anliegen dieser Art von Wissenschaft ist nicht das Suchen nach Wahrheit sondern die Umformung der christlichen Religion in eine für uns angenehme Süßspeise, eine konsumentenfreudige als wäre die Theologie eine Unterabteilung des Marketings, der Kunst des kundenzentrierten Verkaufens. 

1.Zusatz:

Ohne eine Lehre von Gottes Zorn und Gericht über die Sünde ist der Kreuzestod Jesu Christi aber unbegreifbar, Vgl hierzu: Anselm von Canterbury 

2.Zusatz

Völlig abwegig ist nun die Behauptung, Gottes Wille widerspräche die Todesstrafe. Er selbst ordnet sie hier an. Leider versteigt sich Papst Franziskus zu dieser Meinung, die aber klar der hl.Schrift und der Lehre der Kirche widerspricht.



1Der Jesuit A.Arndt kommentiert in seiner Vulgataausgabe die Zahl 23.000 wie folgt:Im hebräischen Text hieße es 3000 Mann, die Vulgata habe sich hier wohl verschrieben. Wenigstens nicht 23.000 sondern „nur“ 3000. Der Jesuit verdrängt dabei aber, daß für uns Katholiken der Vulgatatext maßgebend ist, zumal exegetisch gar nicht sicher ist, ob der hebräische Text, so wie er jetzt rekonstruiert vorliegt, wirklich der ursprüngliche ist.

2Nach meiner Erfahrung erfreut sich diese These auch heute noch einiger Beliebtheit etwa in dem Narrativ, daß die „Amtskirche“die Gläubigen betrüge, indem sie lehre, der Gott des Alten Testamentes sei der Jesu! Der Gott des AT sei aber so „schrecklich“, er könne nicht identisch sein mit dem Gott Jesu .

3Die beliebteste Version der Entwertung der Johannesoffenbarung ist, den Text nicht zu lesen als einen, der den Anspruch erhebt, uns das Zukünftige zu offenbaren und zwar das Endgeschehen, sondern als einen, der wohl im 2.Jahrhundert produziert, uns nur einen Einblick in die zeitgeschichtlich bedingten Zukunftsvorstellungen der damaligen Christen gewährt.

Freitag, 28. März 2025

Der alternativlose Weg der Deformagena des Synodalen Weges – auch wenn er nichts nützt“

 

Der alternativlose Weg der Deformagena des Synodalen Weges – auch wenn er nichts nützt“



Ein Hoftheologe des Synodalen Weges bekennt offenherzig,daß zur Behebung der gegenwärtigen Kirchenkrise die Reformagenda des Synodalen Weges nicht hilfreich sei, aber es müsse an ihr festgehalten werden. Die jetzt von der Katholischen Kirche und der EKD vorgelegten Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den evangelischen „Kirchen“, in denen schon längst all die Reformvorhaben des Synodalen Weges vollständig realisiert sind, sieht die Lage kein Deut besser aus als in der reformunfreudigen Katholischen Kirche, ja die EKD weist gar schlechtere Werte auf.

Aber das tangiert einen reformgläubigen Theologen wie den Professor Hoff nicht: „Da sehe er keine kirchliche Alternative – >vor allem weil es um menschenrechtsbestimmte Themen wie den Zugang von Frauen zum kirchlichen Amt und die umfassende kirchliche Anerkennung von Menschen in homosexuellen Partnerschaften geht<".1 Das Anliegen der Reformagenda sei also, daß die Kirche den Menschenrechten gemäß gestaltet würde. Das Wichtigste wäre dabei die Einführung des Frauenpiestertumes und die Spendung des Ehesakramentes für homosexuelle Paare. Wie selbstverständlich wird damit gesagt, daß die Kirche auf daß ihr vom Staate zuerkannte Recht auf eine selbstständige Eigenordnung zu verzichten habe. Denn den sogenannten Tendenzbetrieben ist es erlaubt, um der Bewahrung ihrer ihnen eigentümlichen Tendenz, Abstriche in dem Punkte der Menschenrechtskompatibiltät zu machen. So darf jede politische Partei bei der Ausschreibung von Stellen Nichtparteimitglieder als Bewerber ausschließen und genauso darf ein Kindergarten in einer kirchlichen Trägerschaft Atheisten als Mitarbeiter ablehnen. So darf von der Kirche auch nicht im Namen der Menschenrechte der Kirche versagt werden, bestimmten Menschen die Spendung eines Sakramentes zu verwehren oder Frauen die Weihe zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt zu verweigern.

Aber auf das staatlich der Kirche zugebilligte Recht, ihr Innenleben selbstbestimmt zu gestalten, habe die Kirche zu verzichten! Nähme man das aber ernst, dürfte kein Atheist mehr als ein Bewerber auf eine Pfarrstelle abgelehnt werden, da er ein Atheist ist und was für unsere linksliberalen Reformer noch viel schlimmer wäre: Niemand dürfte ob seiner politischen Weltanschauung in der Kirche diskriminiert werden, aber dafür setzen sich ja nun vehement die deutschen Bischöfe ein: Ein patriotisch Gesonnener darf kein kirchliches Amt bekleiden2.

Aber was würde denn nun die Umsetzung des Projektes der menschen-rechtsgemäßen Kirche der Kirche nützen? „Religiöse Fragen sprächen viele Menschen heute nicht mehr an, so Hoff weiter. "Es geht von religiösen Glaubensfragen kaum Faszination, meist nicht einmal eine Beunruhigung aus", sagte der Theologe.“ Das heißt im Klartext: Das von der Kirche Angebotene, die religiösen Fragen interessieren die Kunden nicht (mehr) und so verlöre die Katholische Kirche wie auch die EKD kontinuierlich an Mitgliedern. Die Lage der Kirche wäre so mit einem Autohändler vergleichbar, der die einst in Ostdeutschland beliebte Automarke „Trabant“ exclusiv führe und sich wundere, daß keiner bei ihm ein Auto käufte außer ein paar Ewiggestrigen der einstigen DDR. Aber auf solche Nostalgiker, die noch ein Interesse an dem Religiösen hätten, könne die Kirche um ihrer Zukunftsfähigkeit willen nicht setzen. Die Kirche habe so nach neuen Kontaktzonen zu suchen, da ihr religiöses Angebot nicht mehr ankäme. Wie wäre es mit einem Mixangebot aus Menschenrechten, Multikulti und Umweltschutz und einer steifen Prise Feminismus und kämpferischen Sonntagsappellen: „Vorwärts im Kampf gegen Rechts“?







1 „Hoff zu neuen Austrittszahlen: Von Trendumkehr kann keine Rede sein“, Kath de am 28.3.2025.


2Die Kirche lernt hier von der Patriotenverfolgung durch Metternich- es gibt halt nichts Neues unter der Sonne, sagte schon der Prediger Salomon.

„Nur 6,6 Prozent der deutschen "Katholiken" besuchen die Hl. Messe!“

 

Nur 6,6 Prozent der deutschen "Katholiken" besuchen die Hl. Messe!“



So melden es die Medien übereinstimmend, einen lesenswerten Artikel zu dieser Misere bietet Kath net am 27.3.2025.Die Zahlen sind eindeutig, die Interpretation der Zahlen fällt dann aber äußerst vielfältig aus und sagt im Regelfall viel mehr über den Interpreten als über das zu erklärende Ereignis aus.

Ich möchte mal ab ovo ganz simpel anfangen: Ich genoß viele Jahre einen evangelischen Religionsunterricht und hatte zur Matura das Religionsfach als das vierte Prüfungsfach erwählt, ja dies Fach gehörte neben der Mathematik zu meinen Lieblingsfächern. Sicher bin ich mir, daß in all den Religionsstunden das Thema: Gottesdienst gar nicht vorgekommen ist oder wenn denn doch, dann nur negativ akzentuiert: Christ sein hieße nicht, Sonntag für Sonntag in die Kirche zu rennen, sondern die Nächstenliebe zu praktizieren. Ich hege denn Verdacht, daß das im katholischen Religionsunterricht nicht viel anders sich verhält.

Wo lernt heute denn noch ein Christ, daß die hl.Messe etwas Wesentliches des Lebens eines Christen zu sein hat? Er liest doch nur dieses, daß die Allermeisten nicht zur Messe gehen und wer hat noch Verwandte oder Bekannte, die zum Gottesdienst gehen und es dann noch mitteilen? Es ist nicht nur faktisch so, daß kaum noch wer in den Sonntagsgottesdienst geht, sondern es erscheint geradezu als Norm, daß man nicht zur Messe geht. Denn das, was alle tuen und was alle unterlassen, erscheint uns als das Normale und jedes davon abweichende Verhalten als nichtnormal.

Es könnte nun eingewendet werden, daß doch jeder Christ seine persönliche Entscheidung treffe, ob er zum Gottesdienst ginge oder nicht und daß er Gründe oder Motive benennen könne, warum er sich so gegen einen Gottesdienst entscheide. Viel realistischer ist aber wohl die Vermutung, daß es denn meisten so selbstverständlich ist, nicht zum Gottesdienst zu gehen, daß sie ad hoc gar keine Gründe dafür angeben könnten. Die Herausbildung von Selbstverständlichkeiten, Aristoteles expliziert das in seiner Habituslehre, entlastet den Einzelnen davon, sein jeweiliges Verhalten immer auf das Neue erklären und vor sich selbst begründen zu müssen: Es ist mir eben selbstverständlich.

Würde jemand nun doch anfragen, warum der Angefragte obschon er ein Christ sei, nicht zur hl.Messe ginge, dann dürfte er im Regelfall auch eine der geläufigen und akzeptierten Standartgründe zitieren können von: „Warum sollte ich in der Kirche beten, das könne ich doch überall“ über: „Warum solle ich mir eine Predigt anhören, in der der Priester ja nur menschliche Meinungen über Gott erzählt“ bis zu: „Das sei doch alles nicht mehr zeitgemäß“. Es ist eben solch eine Selbstverständlichkeit geworden, nicht zu gehen, daß dies Verhalten als nicht mal als ein zu begründendes angesehen wird. Unnormal ist es doch, noch zur Messe zu gehen.

Sicher ist das Faktum, daß nur noch 6,6 Prozent der Katholiken Deutschlands zur Messe gehen vielfältig verursacht, aber es kann nicht wegdiskutiert werden, daß es auch einen kirchlichen Eigenanteil daran gibt. Meine These dazu lautet nun: Der christliche Glaube wird heutzutage, anhebend mit der Aufklärung primär als eine moralische Praxis verstanden. Der deutsche Aufklärer Kant erklärt in seiner Schrift über die Religion in den Grenzen der Vernunft, daß der Kirchgang und alle religiösen Handlungen wie das Beten, das Fasten und alles andere nichts mit einem vernünftig praktizierten Glauben zu tuen habe, daß es eigentlich nur darauf ankäme, anständig zu leben, halt seine Pflichten zu erfüllen,um es mal preußisch zu formulieren. Alles Kultische sei dagegen nur etwas Irrationales.

Auch wenn die Allerwenigsten Kants Religionskritik kennen, so verhalten sie sich doch wie Kantianer: Um zu wissen, wie man zu leben habe, braucht man keine Religion, das sage einem allein die Vernunft und das fällt ineins mit dem, was man so meint, daß es sich so gehöre und was sich nicht gehöre.Und dann kann man noch an Gott glauben, hier urteilte Kant noch ganz anders, ist ihm Gott doch noch eine Denknotwendigkeit der praktischen Vernunft. Aber der postaufklärerische Mensch urteilt: Irgendwie wird es da schon was Höheres geben, aber im praktischen Leben lebt man dann ohne diesen irgendwie geglaubten Gott. Erst die postaufklärerische Philosophie, Feuerbach,Marx und dann Nietzsche propagierten den Tod Gottes, der nun erst populär wird als die große Gleichgültigkeit allen theologischen Fragen gegenüber. Gott interessiert nicht mehr, nicht mal mehr in der Kirche.