Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit!
Eine Lesefrucht
Der Privatdozent Eberhard Schleppfuß, eine fiktive Person des Monumental-werkes: „Doktor Faust“ von Thomas Mann hat sehr Be- und Nachdenkenswertes über Gott, die Freiheit des Menschen und die Sünde zu sagen und deswegen wird ihm hier das Wort erteilt.1
„Hierin drückt sich eine gewisse logische Unvollkommenheit der Allmacht und Allgüte Gottes aus, denn was er nicht gekonnt hatte,war,der Kreatur,also dem,was er aus sich entließ,und was nun außer ihm war,die Unfähigkeit zur Sünde anzuschaffen.Dies hätte geheißen, dem Geschaffenen den freien Willen vorzuenthalten, sich von Gott abzukehren,- was eine unvollkommen Schöpfung, ja eigentlich überhaupt keine Schöpfung und Entäußerung Gottes gewesen wäre.Das logische Dilemma Gottes hatte darin bestanden,daß er außerstande gewesen war,dem Geschöpf,dem Menschen und den Engeln,zugleich die Selbständigkeit der Wah, also freien Willen und die Gabe zu verleihen, nicht sündigen zu können. Frömmigkeit und Tugend bestanden also darin, von der Freiheit,die Gott dem Geschöpf als solchem hatte gewähren müssen,einen guten Gebrauch, das heißt: keinen Gebrauch zu machen,“.
„Freiheit ist eine sehr große Sache, die Bedingung der Schöpfung,das, was Gott hinderte,uns gegen den Abfall von ihm zu feien.Freiheit ist die Freiheit zu sündigen,und Frömmigkeit besteht darin,von der Freiheit aus Liebe zu Gott,der sie geben mußte, keinen Gebrauch zu machen.“
Auf eine Kommentierung möchte ich verzichten, stattdessen empfehle ich ein Durchdenken dieser Gedanken!
1Im 13. Kapitel dieses Romanes, auf eine Seitenangabe verzichte ich, nicht aber auf den Hinweis, daß selbstredend nicht Thomas Mann eigene Position dazu mit der dieses fiktiven Theologen ineins gesetzt werden darf.
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