Das Beichtgeheimnis – oder ein tragischer Fall für einen Priester oder aus Liebe sündigen
Vielleicht hat mancher Leser sich etwas gewundert darüber, daß in meinem Blogg mehrmals die Fernsehserie: „Sturm der Liebe“ lobend erwähnt wird. Es ist nun wirklich nicht opprtun, so eine Serie, steht sie doch für seichte, leichte Unterhaltungskost, zu loben, aber sie ist viel besser als ihr Ruf.
In den Folgen 2010 bis 2012 wird ein tragischer Fall eines Priesters thematisiert und das so beeindruckend, daß das wirlich von bester Qualität ist. Ein Arzt beichtet: Die Mutter einer seiner Kollegin sei unheilbar an Krebs erkrankt und sie beide mußten von dieser Krankheit kapitulieren. Als die Qualen der Mutter immer schlimmer wurden, habe seine Kollegin ein sehr starkes Antischmerzmittel verabreicht, Er habe dann, als sie kurz aus dem Krankenzimmer hinausgegangen war, der Mutter ein tödliches Gift verabreicht, um der Kollegin zu sagen: Sie habe ihre eigene Mutter getötet, sie hätte wissen müssen, daß das von ihr gegebene Mittel in dieser Konzentration bei dem geschwächten Zustand tödlich wirken könne, ja wirken werde. Nun habe er seine Kollegin damit zu erpressen versuchen: Er liebte sie und verlangte nun, daß sie seine Frau werden solle.
Die Kollegin wurde seit dem von den schlimmsten Gewissensqualen geplagt, gab ihren Arztberuf auf und wurde eine Nonne. Sie sagte nun dem Piester nach einem Vergewaltigungsversuch durch den Arztkollegen, daß sie sich der Polizei stellen wolle, um ihre Schuld einzugestehen und dafür verurteilt zu werden: „Meine Mutter habe ich ermordet!“ Der Priester wollte sie nun davon abhalten, aber sie war so sehr von ihrer Schuld überzegt!
Da brach der Priester das Beichtgeheimnis: Ihr Arztkollege habe absichtlich ihre Mutter getötet, um sie dann so erpressen zu wollen! Sein Vater und die Nonne baten ihn nun inständigst, diesen Bruch des Beichtgeheimnisses nicht dem zuständigen Bischof anzuzeigen: „Du tatest das doch aus Liebe, daß ein Unschuldiger nicht bestraft und der Schuldige ungestraft davon kommt.Er aber zeigte sich an und mußte deswegen sein Priesteramt abgeben.
Sehr beeindruckend wird nun in diesen Folgen die Gewissensqual dieses Priesters geschidert: Er fühlt sich dem Beichtgeheimnis verpflichtet und bejaht es auch aus ganzem Herzen. Er hatte zu dem Beichtenden gesagt, daß er der einstigen Kollegin sagen müsse, daß das seine Tat gewesen sei, um sie von ihren Schuldgefühlen zu befreien. Das tat der aber nicht, hatte aber die Absolution in der Beichte empfangen. Nun stand die Nonne vor ihm und erklärte, daß sie nicht mehr anders könne, als sich anzuzeigen, um dann auch rechtens bestraft zu werden! Aber der Priester wußte, daß der Arztkollege abichtlich ihre Mutter getötet hatte, durfte das ihr aber nicht sagen, da ihm das in der Beichte und nur in ihr gesagt worden ist. Der wahre Täter wollte aber weiterhin seine Tat verschweigen!
Diese Problemkonstellation ist brillant inszeniert, schauspielerisch glänzend dargestellt. Was tuen? Das Dilemma, die Ausweglosigkeit ist offenkundig: Einen Unschuldigen für ein Tötungsdelikt bestraft zu sehen, wenn man seine Unschuld beweisen kann, ist ein sehr schwerer Verstoß gegen das Gebot der Nächstenllebe. Aber wenn das Beichtgeheimnis durch einen Priester verletzt wird, und somit als verletzbar gilt, ist nicht nur ein sehr schwerer Verstoß´gegen das hl. Sakrament der Beichte, sondern würde dies Sakrament auch ruinieren, wenn kein Beichtender mehr sich sicher sein kann, daß das in der Beicht von ihm Gebeichtete außerhalb der Beichte gegen ihn nicht verwandt werden könnte.
Der Priester entschied sich für den Bruch des Beichtgeheimnisses, nicht nur, sondern auch, weil die jetzige Nonne seine erste große und wohl einzige Liebe gewesen war.Aber ihm war das Sakrament der Beichte so heilig, daß er sein Vergehen seinem Bischof anzeigte wider die inständige Bitte seines eigenen Vaters. Er akzeptierte dann auch das Urteil, nicht weiter Priester sein zu dürfen. Er urteilte also nicht, daß er unrechtens verurteilt worden sei, er sagte nicht: „Aus Liebe und um der Gerechtigkeit willen tat ich das und das kann so nichts Falsches gewesen sein!“ Er zeigt, daß er aus Liebe zu dieser Nonne so handelte und doch anerkannte, daß er so gesündgt hat. Hiermit zeigt dieser Priester wahrhaft Größe. Das Schicksal hat ihn in eine Situation gefüht, in der er nicht ohne Schuld auf sich zu laden, herauskommen konnte.
Seicht sind Filme, in der die „Helden“ nur gut sind, immer oder fast immer das Richtige tuen und am Ende dafür auch belohnt werden durch ein „gutes Ende,“ In diesen Folgen dagegen wird uns vor Augen geführt, daß das wirkliche Leben nicht so einfach strukturiert ist, daß zu ihm eben auch das Tragische gehört. Der Priester fiel, aber wie er sich auch entschieden hätte: Immer mußte er fallen!Das Tragische ist kein Privilegium grichischer Tragödien!
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