Hurra- wir haben Feinde- Ist die Zukunft der theologischen Fakultäten und der Theologie so gesichert?
In dem Interview: Konkordate und die Zukunft theologischer Fakultäten.Remenyi: Abgesänge auf Theologie sind nicht haltbar“ zeigt der neu gewählte Vorsitzende des Katholisch-Theologischen Fakultätentages seine Perspektiven für die Theologie auf. Die Problemlage ist offenkundig: einerseits die „schwindende Akzeptanz von Kirche“, und anderesseits damit zusammenhängend die sinkende Anzahl der Theologiestudierenden. Aber das erschüttert keinen Seemann, keinen Theologen. Denn er sieht Feinde, und deren Bekämpfung sei nun die Aufgabe der universitären Theologie, die dadurch sich auch im Hause der Wissenschaften legitimiere.
Als Gefahr nimmt dieser Theologe nun wahr: „eine zunehmende politischen Indienstnahme von Religion – Stichworte: Fundamentalismen, integralistische Strömungen – sowie einer mancherorts zu beobachtenden Deintellektualisierung und Eventisierung von Religion.“ Dem zu wehren sei nun die Aufgabe der Theologie. Als Belege für die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke benennt er dann, wenn wundert es: Rußland, die USA und Ungarn, also die Feinde des aktuellen politischen Diskurses, nur auf China mußt verzichtet werden, da der dortigen Regierung nun schwerlich der Vorwurf einer Indenstnahme der christlichen Religion erhoben werden kann.
Der Kampf gegen den Integralismus ist nun ganz en vogue. Die Intention ist dabei, die Emanzipation der Politik von der Religion und Kirche als irreversibel zu qualifizieren und als den Fortschritt der Moderne. Nur Reaktionäre wollen nun die Kirche der Politik und dem Staate überordnen, dem gilt es zu wehren. Die Vernunft sei eben als autonomer nicht einer Hilfe oder gar der Vollendung durch die Offenbarung Gottes bedürftig sondern genüge sich selbst. Das soll nun nicht bedeuten, daß so die Theologie keine politische Aufgabe mehr hätte, mitnichten: Sie hat dafür zu sorgen in ihrem Wächteramt, daß diese Emanzipation nicht in Frage gestellt wird.
Der geschulte Kath de Leser weiß natütlich, daß unter der Tendenz der „Deintellektualiierung“ etwa das Augsburger Gebetshaus, die Lobbliedpraxis und evtl noch die Zunahme der Aussetzungen des Allerheiligen zur Anbetung gemeint sind und selbstverständlich nicht die grün-roten Wohlfühlkirchentage. Gegen ein Eventveranstaltung zum Kampf gegen Rechts hätte dagegen jeder Linksliberale nicht einzuwenden.
Ein Feind und sein Einfalltor mußte nun noch besonders erwähnt werden: „Rechtsautoritäre Kräfte versuchen, über katholische Identitätsmarker gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen, etwa im Bereich des Lebensschutzes. Hier ist Wachsamkeit geboten.“ Der Lebensschutz sei eben leicht von Rechten vernutzbar für ihre finsteren Machinationen, sodaß es wohl besser wäre, daß die Kirche in diesem Punkte weniger oder gar nicht mehr aktiv würde.
Die universitäre Theologie stünde so vor wirklich gesellschaftlich relevanten Problemen und sie könne so ihre Systemrelevanz durch ihr Abarbeiten an diesen Problemen erweisen. Hinter den Problemen stünden ja Feinde der Demokratie. Die Theologie diene nun in ihrer Bekämpfung dieser Feinde dem demokratischen Staate und rechtfertige so ihre Existenz an den staatlichen Universitäten. Allerdings gibt es da noch ein Problem: Die Kirche zeige innerkirchlich problematische Demokratiedefizite auf, sodaß die Forderung der Verdemokratisierung der Kirche auf der Tagesordnung ganz oben stünde.
Hinter diesen Einzelaussagen steckt doch ein sich klarer Gedankengang: Die Geisteswissenschaften dienen dem Staate als Ideologieproduzenten- vgl dazu Althusser über den ideologischen Staat- und stehen so auch vor der Aufgabe, staatskrititisches oder gar gefährdendes Denken zu bekämpfen. Für bestimmte Feinde sei da die wissenschaftliche Theologie besonders geeignet: für den Fundamentalismus in all seinen gefährlichen Spielarten, etwa dem Integralismus. Ob dieser staatsüolitischen Ausrichtung wird die Fixierung der Theologie auf die Kirche unproblematisch, wenn es gelingt sie als systemrelevante Aufgabe zu rechtfertigen.
Zu dieser Aufgabenstellung der Theologie gehört nun auch die faktische Aufgabe ihre ureigensten Aufgabe, Gott zu denken, bzw alles von,in und auf Gott hin (Thomas von Aquin), da nun ihr oberster Dienstherr der Staat sein soll, für den sie apologetisch arbeiten möchte.
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