Der von sich selbst entfremdete Mensch – ein erster Versuch
Ein Kurztext
„Weit entfernt, daß der Mensch in ihnen (das ist: den Menschenrechen) als Gattungswesen aufgefaßt wurde,erscheint vielmehr das Gattungsleben selbst, die Gesellschaft ,als ein den Individuen äußerlicher Rahmen, als Beschränkung ihrer ursprünglichen Selbständigkeit.“1 Jedes Individuum ist ein Teil der Gattung Mensch,ohne diese Teilhabe an dem Gattungsleben wäre das Individuum nicht existent. Ein Fall des Menschseins setzt das Menschsein voraus, von dem jeder Einzelmensch eine Individuation ist.Dieser hier skizzierte Individualismus zerreißt nun den Einzelmenschen in zwei Teile, als ein Nureinzelwesen und in ein Gattungswesen, das dann dem Einzelwesen nur äußerlich ist. Deswegen ist sein Verhältnis zu sich selbst ein entzweites und in sich gestörtes.
Diese Anthropologie kann nun nicht einfach als der Anfang gesetzt werden, sondern so ist der Mensch erst geworden durch gesellschaftliche Verhältnisse, die den Menschen auf solche Weise atomisieren, ihn von sich selbst entfremdet haben. So fordert dieser Mensch nun Rechte gegen sich selbst ob dieser Entfremdung von seinem Gattungswesen.Die natürlichen Beziehungen werden dabei in reine Vertragsbeziehungen umgewandelt. Jeder besitzt sich und sein Eigentum, sodaß auf dieser Grundlage dann Verträge den Austausch zwischen den Menschen regulieren.Man könnte meinen, daß der Markt des Kaufens und Verkaufens sein neues Gattungswesen wurde.
Die christliche Religion kann dann auch nur noch ein Konsumartikel unter den vielen des Marktangebotes sein. Aber fundamentaler: Er selbst findet sich nun als eine Ware des Arbeitsmarktes wieder,der Gesetzmäßigkeit der Nachfrage und des Angebotes unterworfen. Wie immer nun auch eine theologische bzw philosophische Anthropologie zu explizieren ist, sie kann diese Realität, wie das Menschsein sich selbst nun vorfindet,nicht überspielen. So ist der Mensch nicht von seinem Wesen her als Zoon politicon, aber dazu mutierte er in der modernen bürgerlichen Gesellschaft.
1Karl Marx, Zur Judenfrage, Ernst rowohlt Verlag 1919, S.33. Nach L. Althusser dürfte dieser Marxtext kein marxistischer sein, es fehlt ihm das spezifisch Marxistische.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen