Der Glaube und eine Wette
In Anlehnung an den Philosophen Pascal: Wir können nicht wissen, ob es einen Gott gibt, der von uns ein bestimmtes Leben fordert und uns ein ewiges geben will. Allein zu fragen: „Existiert ein Gott“ ist solange eine irrelevante Frage, bis geklärt ist, ob dieser Gott irgendetwas für uns tut und er irgendetwas von uns verlangt. In den Religionen ist das zwar eine selbstverständliche Vorstellung, aber wer philosophisch frägt wird auch diese Selbstverständlichkeit in Frage stellen. Also ist die Frage als für uns deMenschen existentielle so zu stellen: Gibt es einen Gott, der von uns etwas will und der uns das ewige Leben geben will, wenn wir gemäß seinem Willen leben?
Das dazu notwendige Tableau:
Es gibt diesen Gott und ich glaube an ihn.
Es gibt diesen Gott und ich glaube nicht an ihn.
Es gibt diesen Gott nicht und ich glaube an ihn.
Es gibt diesen Gott nicht und ich glaube nicht an ihn.
2 Möglichkeiten des Fehlverhaltens existieren, daß ich an ihn nicht glaube, obgleich er ist und daß ich an ihn glaube, obgleich er nicht ist. Dadurch entstehen mir dann negative Folgen. Verhalte ich mich richtig, entstehen mir keine negativen Folgen, zumindest keine vermeidbaren. Im Sinne Pascals gilt es nun, eine Abwägung der negativen Folgen zu vollziehen: Wenn ich mich falsch entscheide, wo entstehen mit die größeren Negativfolgen? Einmal glaube ich an Gott und lebe dann gemäß ihm, aber da Gott nicht ist, werde ich dann das ewige Leben nicht von ihm bekommen. Das andere mal glaube ich nicht an Gott und erlange so nicht das ewige Leben, da ich nach seinem Willen zu leben gehabt hätte.
Wenn ich nicht erkennen kann, ob Gott so ist, ist es deshalb sinnvoll, an Gott so zu glauben, da dann, wenn meine Entscheidung falsch sein sollte, mein Schaden geringer ist als wenn ich fälschlich nicht an ihn so geglaubt habe.Das ist der Kerngedanke der Wette Pasals.
Aber so ein Glaube ist kein Vertrauensglaube, sondern nur das Ergebnis einer vernünftigen Entscheidung. Nur, bevor dies nun kritisiert wird: Darf man dann nicht darauf hoffen, daß Gott selbst diese vernünftige Entscheidung anerkennen will, da sie doch eine vernünftige ist? Verlangt Gott wirklich mehr von uns, als uns ob unserer Vernunft möglich ist? Pelagius verneinte das. Dann wäre Gottes Gnade, daß er uns das uns Mögliche als hinreichend für unser Heil ansieht.
Das wäre zumindest eine Alternative zu einer Theologie, die lehrt, daß Gott jeden Menschen als Schöpfer liebe und so jeder, egal wie es es mit der Religion hält, das ewige Leben erlangen wird. Nur, mit der Gnadenlehre der Kirche ist Beides nicht vereinbar!
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