Mittwoch, 6. April 2016

Ein irritierender Gedanken- oder könnte man dann noch glauben?

Ein Experiment: Jesus Christus, nachdem er Ostern von den Toten auferstanden vielen erschien, übernimmt zu Jerusalem und später zu Rom persönlich die Leitung der urchristlichen Gemeinde, und entwickelte sie zur Römisch-Katholischen Kirche. Kontinuierlich ist er als der Gründer und Herr seiner Kirche in ihr leibhaftig gegenwärtig, sodaß er auch seine Stellvertreter, die Päpste nur einsetzte, damit er mit ihnen zusammen seine Kirche regierte. Statt zur Rechten Gottes gen Himmel aufzufahren, bliebe er der Erde treu und regierte von Ostern an bis heute ununterbrochen seine Kirche. 
Könnte noch irgendein Mensch der Wahrheit der christlichen Religion widersprechen,wenn ihr Gründer fast schon 2000 Jahre lang dann für alle sichtbar seine Kirche regierte und ihre Wahrheit durch kontinuierlich von ihm gewirkte Wunder legitimierte? Wer könnte da noch sagen, daß der doch nur der Sohn des Zimmermanns Joseph sei und so gewiß weder der Messias noch gar der Sohn Gottes! 
Wenn Jesus gewollt hätte, daß alle ihn als den Erlöser glauben, warum blieb er dann nicht als das lebendige Haupt seiner Kirche auf Erden und überzeugte durch sein dauerhaftes lebendiges Dasein alle Menschen von seiner Wahrheit? Es ist dem christlichen Glauben die Vorstellung von seiner Himmelfahrt und seinem endzeitlichen Wiederkommen in Herrlichkeit so selbstverständlich geworden, daß diese Vorstellung einer dauerhaften leiblichen Präsenz Jesu Christi als Oberhaupt der Kirche uns unvorstellbar geworden ist. Aber warum ging er fort zum himmlischen Vater und blieb nach Ostern statt der 40 Tage nicht 40 Jahre und noch viel mehr bis zum Ende der Geschichte? Muß uns das ein unbegreifliches Mysterium bleiben oder könnte es für diese Frage auch eine Antwort geben? 
Vielleicht diese: Lebten wir schon im Schauen, bräuchten und könnten wir nicht mehr zu glauben.Im ewigen Leben kann es so keinen Glauben mehr geben, weil wir dann die Wahrheit als offenbare sehen werden! (Paulus 1.Kor 11, 2-16). Sähen wir Jesus nun fast schon 2000 Jahre lang die Kirche von Rom aus kontinuierlich leiblich präsent regieren, wir könnten nicht mehr an ihn glauben, weil seine Wahrheit dann so offensichtlich wäre, daß sie eindeutig erkannt wird und so nicht mehr geglaubt werden kann. Daß Christus nicht selbst unmittelbar seine Kirche regiert, sondern sie durch das Stellvertreteramt des Papstumes regieren läßt, ermöglicht es erst, daß Glaube möglich ist, da wir so noch nicht im direkten Schauen der Wahrheit auf Erden leben! 
Wer hier schon im Schauen leben wollte, verunmöglichte so seinen eigenen Glauben! Man könnte es aber auch anders, freiheitstheoretisch deuten: Wenn der Glaube ein freier Akt des Menschen sein soll,
(auch damit er verdienstlich ist), muß er frei sein, das heißt: Es muß auch möglich sein, nicht Jesus als den Sohn Gottes zu glauben. Wenn Jesus sich nun durch eine 2000 jährige leibliche Präsenz auf Erden eindeutig als göttlich erwiese, wie könnte da noch an seiner Göttlichkeit gezweifelt werden! Man müßte ihm glauben, aber genau das wäre dann kein freier Glaube mehr, weil er dann die notwendige  Antwort des Menschen wäre! Jesus Christus offenbart uns sich also so, daß er nicht notwendig als Sohn Gottes erkannt werden muß, damit ein freier menschlicher Glaube möglich ist!          

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