Montag, 13. März 2017

Marktgerechte Kirche

Das Bistum Essen sorgte sich um die Zukunft der Kirche, ein Dialogprozeß wurde initiiert und jetzt
liegen die Ergebnisse vor. Das "Christliche Forum" berichtet  darüber am 12.3. 2017. 
Zu dem Themenkomplex: „Rituale zu Schuld, Vergebung und Versöhnung“ steht da nun geschrieben:
„Dennoch werden wir als Kirche hier kaum noch wahrgenommen, weil unsere überkommenen Rituale (Beichte, Bußgottesdienste …) selbst unter geübten Katholiken nur noch wenige Menschen ansprechen.“  Daraus resultiert dann dies Reformprojekt:"Die „Projektidee“  lautet also: „Im Bistum werden Rituale, Symbole, liturgische Feiern entwickelt, die sich mit den Fragen von Schuld, Vergebung und Versöhnung befassen….Eine Arbeitsgruppe entwickelt neue Angebote, die Menschen helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten – und diesen Prozess auch in eine liturgische Feier münden zu lassen.“ (zitiert nach "Christlichem Forum" vom 12.3.2017. 
Also, wenn eine kirchliche Praxis potentielle Kunden nicht mehr anspricht, wird dies Angebot aus dem Sortiment der Kirche herausgenommen, um es durch attraktivere zu ersetzen. Der Begriff "Angebot" sagt dabei alles aus über das Kirchenverständnis dieser Zukunftswerkstatt. Die Kirche bietet auf dem Markt etwas an und wenn es nicht ankommt, dann muß eben das Angebot verändert  werden. Früher ging es im Sakrament der Beichte um die Lossprechung von Sünden, aber da danach keine Nachfrage mehr besteht, ändert die Kirche eben ihr Angebot: Jetzt will sie ihren potentiellen Kunden helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten- also, das Sakramentale nicht mehr ankommt, versucht man es halt humanistisch psychologisch. 
Ob man da nicht Karfreitag mit dem Gerede vom Kreuz- und Sühnopfer Jesu Christi auch entsorgen sollte, weil das wohl auch nicht mehr so gut ankommt? 
Dieser zukunftsweisende Vorschlag, die Produktangebote der Kirche besser nach der Nachfrage hin auszurichten, ist eben symptomatisch für ein Kirchenverständnis, das sich ganz von der Theologie emanzipiert, um nur noch ein Dienstleistungsbetrieb für Menschen sein zu wollen, wobei man davon ausgeht, daß der Kunde besser weiß, was für ihn das Rechte ist als der Warenanbieter, sodaß nun auch hier als oberste Maxime gilt: "Der Kunde ist König!"

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