Montag, 16. Februar 2026

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch

 

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch



Wir haben Gott zum Vater, eine Mutter Gottes im Himmel als unsere Mutter ist so völlig überflüssig, denn der Vater genügt!“ „Aber“, so könnte ein Katholik erwidern, „bedauern wir nicht jedes Kind, daß ohne seine Mutter nur bei seinem Vater aufwächst? Darüberhinaus erscheint doch eine Kindheit ohne die eigene Muttter beklagenswerter als eine ohne den eigenen Vater!“

Unser leiblicher Vater und unser himmlischer Vater: Das „und“ ist erläuterungsbedürftig. Gott als der himmlisshche Vater ist der wahre Vater, wohingegen der irdische nur ein Vater ist, insofern er an der göttlichen Vaterschaft partizipiert, also anders gesagt, ein Abbild des Urbildes der göttlichen Vateschaft ist. Nun hat uns Jesus Christus, indem er seine Mutter Maria in dem Himmel gekrönt hat zur Himmelskönigin die Mutter des Himmels geschenkt. Somit ist sie nun zum Urbild aller Mütter avanciert.

Was es für ein Kind bedeutet, ohne seine leibliche Mutter auf Erden aufzuwachsen, ist leicht vorstellbar, ist uns Katholiken aber im ökomenischen Dialog auch bewußt, daß der Protestant ohne diese himmlische Mutter leben will oder zu leben meint zu müssen?

In jeder, fast jeder katholischen Kirche exisistiert ein Marienatar, wo wir zu unsere Himmelsmutter beten und das weit häufiger als zu ihrem Sohn. Wir sind und verhalten uns als Kinder Gottes eben auch hier wie Kinder, die in gewichtigen Angelegenheiten lieber uns an unsere Mutter denn an unseren Vater wenden! Wie auf Erden, so auch im Himmlischen.

Man könnte sagen, daß Gott in seiner Liebe zu uns, uns die Kommunikation mit ihm erleichtern möchte, indem er uns nun seit Mariae Himmelfahrt eine Mutter im Himmel eingeetzt hat, die Mutter Gottes. Jesus sagt ja selbst zu uns: „Wenn ihr nicht werdet wie Kinder!“ und Kindsein heißt nun mal auch, auf die eigene Mutter vertrauen, auf ihre Liebe zu uns! Nun setzen wir gar unser Vertrauen auf Maria als die Himmelskönigin, die so eine mächtige Mutter ist.

Wahrlich, dem Protestanten fehlt diese Himmelsmutter, da er nicht an sie glauben will, obzwar auch sie seine Himmelsmutter ist!

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken

 

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken


Maria“, die Mutter Jesu Christi anrufen, sie um eine Fürbitte zu bitten, das ist nicht erlaubt! Nur zu Jesus, bzw Gott dürfen wir unsere Gebete richten!“

Wenn das wahr wäre, dürfte ich dann, nehmen wir mal an, daß ich mich in der nächsten Woche einer schweren Operation unterziehen müßte, nicht einen Freund bitten: „Bete für mich“? Der lutherische Einwand: „Bete doch zu Jesus!“ Dem erwidert der Katholik: In der Kirche beten wir regemäßig für andere Menschen. Soll das nun unerlaubt sein, da jeder nur für sich selbst beten könne und dürfe?“ „Das machen wir Lutheraner ebe nso.“ „Wenn nun alsp die Fürbitte für andere erlaubt ist, wie kann dann meine Bitte zu einem anderen: „Bete für mich!“ unerlaubt sein. Die Bitte um etwas Erlaubtes kann doch nicht selbst etwas Unerlaubtes sein!“

Jetzt kommt der lutherische Einwand: „Aber Maria ist schon längst gestorben. Tote können keine Fürbitte leisten und somit ist auch die Bitte: „Maria, bete für mich!“ eine sinnlose.“ Das evoziert den Einwand: „Also ist die Bitte an Maria, bete für mich zwar eine erlaubte, aber dann eine sinnlose, da Tote nicht mehr beten können.“ Woher weiß nun der Lutheraner, daß ein Verstorbener postmortal nicht mehr beten kann? Man kann sich das Todsein so vorstellen, aber das ist nur eine möglliche Vorstellung. Wenn Jesus am Kreuze zu dem reumütigen Sünder sagt: „Heute noch wirst Du im Paradiese sein“, dann meinte er doch nicht, daß er jetzt immer noch tot in der Erde begraben liege in der Erwartung seiner zukünftigen Auferstehung. Für diesen Reumütigen gilt, daß er einerseits nch seiner Kreuzigung begraben wurde und daß er anderesseits im Paradiese ist, wie es ihm der Sohn Gottes verheißen hat. Eine dualistische Anthroplogie muß vorausgesetzt werden, um diese zwei wahren Aussagen verstehen zu können: Leiblich ist er begraben, seelisch lebt er im Himmel. Wenn er aber als Seele im Himmel bei Gott ist, dann kann er da wohl auch für andere beten.

Nun kommt der lutherische Einwand: „Wir bedürften der Fürbitte der Mutter Gottes nicht, da Gott selbst entweder unser Gebet erhören wird oder nicht erhören wird. Undenkbar ist es aber, daß Gott ein Gebet von uns nicht erhören wolle, es dann aber um der Fürsprache von Maria doch erhört. Es ist also nicht verboten,nicht sinnwidrig, sondern nutzlos, sie um eine Fürbitte zu bitten.

Es ist auch in unseren Zeiten noch eine gängige Praxis, daß ein Kind sich an seine Mutter wendet: „Bitte doch den Papa, daß er mir dies oder das erlaubt!“Das Kind erwartet von seiner Mutter ein gößeres Entgegenkommen ihm gegenüber als von seinem Vater und es hofft und vertraut darauf, wenn seine Mutter für es ein gutes Wort einlegt, daß dann der Vater mehr geneigt ist, den Wunsch des Kindes zu erfüllen, als wenn es selbst den Wunsch dem Vater gegenüber äußern würde.

Als ersten Einwand könnte der Katholik also sagen: Gott passe sich uns Menschen an, um uns unsere Kommunikation mit ihm zu erleichtern. So wie wir es im Raume der Familie praktizieren, so können wir es nun auch in Hinsicht auf den väterlichen Gott praktizieren: Unsere irdische wie auch unsere himmlische Mutter agiert eben als unsere Fürsprecherin vor dem irdischen wie dem himmlischen Vater.

Der zweite Einwand ist nun anpruchsvoller: Wird Gott nicht eher bereit sein, der Bitte der Mutter Gottes nachzukommen als der von uns sündigen Menschen? Jeder Mensch erhört doch die Bitte eines Freundes eher als die eines ihm Unbekannten oder gar eines ihm feindselig Gegenüberstehenden.Akkomodiert sich Gott auch hierbei an unsere menshliche Praxis, daß auch wir Freunden eher Wünsche erfüllen als Nichtfreunden, sodaß wir nun die Freunde Gottes, die Heiligen und isb Maria bitten, so für uns zu bitten, da wir so oft gar nicht als Freunde Gottes uns erweisen? Das impliziert aber wirklich die Möglichkeit, daß Gott ein Gebet von uns erhört, weil die Mutter Gottes für uns ein gutes Wort eingelegt hat, daß Gott ein Gebet ohne diese Fürsprache nicht erhört hätte.


Dienstag, 10. Februar 2026

Achtung _Achtung

 

Aufgrund eines technischen Defektes können mehrere Tage keine Artikel erscheinen 6 neuere stelle ich jetzt ins Netz, hoffend, daß dann ich wieder publizieren kann!



Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit! Eine Lesefrucht

 

Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit!

Eine Lesefrucht



Der Privatdozent Eberhard Schleppfuß, eine fiktive Person des Monumental-werkes: „Doktor Faust“ von Thomas Mann hat sehr Be- und Nachdenkenswertes über Gott, die Freiheit des Menschen und die Sünde zu sagen und deswegen wird ihm hier das Wort erteilt.1

Hierin drückt sich eine gewisse logische Unvollkommenheit der Allmacht und Allgüte Gottes aus, denn was er nicht gekonnt hatte,war,der Kreatur,also dem,was er aus sich entließ,und was nun außer ihm war,die Unfähigkeit zur Sünde anzuschaffen.Dies hätte geheißen, dem Geschaffenen den freien Willen vorzuenthalten, sich von Gott abzukehren,- was eine unvollkommen Schöpfung, ja eigentlich überhaupt keine Schöpfung und Entäußerung Gottes gewesen wäre.Das logische Dilemma Gottes hatte darin bestanden,daß er außerstande gewesen war,dem Geschöpf,dem Menschen und den Engeln,zugleich die Selbständigkeit der Wah, also freien Willen und die Gabe zu verleihen, nicht sündigen zu können. Frömmigkeit und Tugend bestanden also darin, von der Freiheit,die Gott dem Geschöpf als solchem hatte gewähren müssen,einen guten Gebrauch, das heißt: keinen Gebrauch zu machen,“.

Freiheit ist eine sehr große Sache, die Bedingung der Schöpfung,das, was Gott hinderte,uns gegen den Abfall von ihm zu feien.Freiheit ist die Freiheit zu sündigen,und Frömmigkeit besteht darin,von der Freiheit aus Liebe zu Gott,der sie geben mußte, keinen Gebrauch zu machen.“

Auf eine Kommentierung möchte ich verzichten, stattdessen empfehle ich ein Durchdenken dieser Gedanken!









1Im 13. Kapitel dieses Romanes, auf eine Seitenangabe verzichte ich, nicht aber auf den Hinweis, daß selbstredend nicht Thomas Mann eigene Position dazu mit der dieses fiktiven Theologen ineins gesetzt werden darf.

„Bevölkerungsumtausch“ - eine Verschwörungstheorie? Mitnichten!

 

Bevölkerungsumtausch“ - eine Verschwörungstheorie? Mitnichten!





Am 3.Februar 2026 enthüllte die „Junge Freiheit“ die Wahrheit über das Projekt des „Bevölkerungsumtausches“ in dem Artikel: „Spanien: Linke Abgeordnete jubelt über >Bevölkerungsaustausch<“.So informiert das Bundesamt für Verfassungsschutz auf seiner Internetseite:“Großer Umtausch“:

Der Begriff Großer Austausch bezeichnet ein Narrativ der Neuen Rechten, das auf den französischen Autor Renaud Camus zurückgeht und insbesondere die strukturelle Substitution der „autochthonen“ Bevölkerung Europas durch Zuwanderer aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten beinhaltet. Innerhalb der Neuen Rechten wird dies sowohl als bewusst gesteuerter Prozess, oftmals einhergehend mit verschwörungstheoretischen Aufladungen, aber auch als Ergebnis demographischer Entwicklungen dargestellt.

Durch die „ethnische Zersetzung“ der europäischen Gesellschaften würden kulturelle und ethnische Grenzen erodieren. Mit der langfristigen Abschaffung jeglicher Unterschiede ethnischer und kultureller Art entstehe laut Camus eine entwurzelte Masse an Individuen, die globalen Profit- und Kapitalinteressen meist nicht näher definierter Eliten zum Vorteil gereichen solle. Oftmals werden die Begriffe „Große Transformation“, „Umsiedlung“, „Bevölkerungsaustausch“ und „Ersetzungsmigration“ als Synonyme verwendet. Insbesondere die synonym verwendete Formulierung „Umvolkung“ stellt eine direkte Referenz auf den gleichlautenden nationalsozialistischen Terminus dar.“1

Unter einem „Narrativ“ wird hier etwas aus ideologischen Gründen die Realität falsch Widergebendes verstanden. Und wen wundert es, daß der Begriff des „Austausches“ dann durch eine Assoziationskette mit einem nationalsozialistischen Terminus verbunden wird, um klar zu stellen, daß das alles nur Phantasmata von Rechten sind im Ungeistes Hitlers, der ja im politischen Diskurs als Ersatzteufel eingesetzt wird.

Die „Junge Freiheit“ berichtet nun: „Eine Abgeordnete der spanischen linken Partei Podemos hat in einer Rede mehr Einwanderung nach Spanien gefordert – und die Hoffnung geäußert, diese werde Spanien „von Faschisten und Rassisten befreien“. Natürlich wünsche sie sich „einen Bevölkerungsaustausch“, rief Irene Montero ihren jubelnden Anhängern während einer Veranstaltung zu.“

Da zu wenige Spanier diese linke Partei wählen, fordert sie einfach eine massenhafte Einwanderung. Den Eingewanderten soll dann das Wahlrecht zuerkannt werden, es großzügig verschenkt werden, damit diese Wähler dann diese linke Partei zur Wahlsiegen verhilft.Hier hat jemand wirklich Berthold Brechts ironisch gemeinte Devise: „Wenn der Regierung das Volk mißfällt,dann könne es sich doch ein neues wählen“ realistisch machtpoitisch umgedeutet. „Sie „hoffe auf die Theorie des Bevölkerungsaustauschs“, sagte Montero. Es brauche „einen Austausch der Faschisten, einen Austausch der Rassisten, einen Austausch der Opportunisten“, mit arbeitenden Menschen. Dabei sei es egal, welche Hautfarbe sie haben – „Chinesen, Schwarze oder Braune – mit allen arbeitenden Menschen dieses Landes“.

Mit der Hoffnung „aller arbeitenden Menschen dieses Landes“ meint diese Linkspolitikerin erstmal nur die Anhänger ihrer eigenen Partei, denn die sei ja eins mit der Hoffnung der Arbeiterklasse,wie das früher orthodox marxistisch formuliert wurde. Wenn aber das Projekt des Volksumtausches von den Arbeitenden Spaniens bejaht werden würde dann müßte diese Linkspartei jetzt schon die Regierung Spaniens stellen angesichts der wenigen Nichtarbeitenden Spaniens. Da es aber zu wenig linkswählende Arbeiter in Spanien gibt, müßten die eben massenhaft importiert werden.

Dabei erweist sich diese Linkspolitikerin als gute Kennerin des kapitalistisch organisierten Arbeitsmarktes: Der Mensch wird auf sein bloßes Arbeitskraftsein reduziert, er soll eben nur eine Arbeitskraft für die Wirtschaft sein und ein Stimmabgeber für diese Linkspartei.

Die Wirtschaft und diese Linkspartei brauchen eben nur solche abstrakten Menschen für ihre Zwecke: Sie sollen nur arbeiten für die Wirtschaft und ihre Stimmen den Linksparteien geben! Das spanische Volk,dessen Lebensinteressen interessiert diese Machtpolitikerin in keinster Weise, sie will nur die Macht im spanischen Staat und sie will dazu der Wirtschaft ein riesiges Heer an potentiellen Arbeitskräften und ihr selbst viele Wähler zuführen! 

Verblüffend ist nun, daß somit diese Linkspolitikerin den Verfassungsschutzericht über das Projekt des Volksumtausches bestätigt, aber als Realpolitik!   "Wenn uns das eigene Volk nicht wählt, schaffen wir uns ein anderes!",lautet da die Divise. 

Lesefrüchte: Wie die Gottesdienstbesucher einer Messe zu Madrid im Jahre 1796 beschrieben wurden

 

Lesefrüchte: Wie die Gottesdienstbesucher einer Messe zu Madrid im Jahre 1796 beschrieben wurden


Auch wenn der Verdacht, daß der Autor M.G.Lewis als Engländer der Katholischen Kirche nicht nur reserviert sondern gar ablehnend gegenübersteht,so bezeichnet er Madrid als eine Stadt, in der der Aberglaube sein despotisches Zepter schwingt“1so realistisch ist ihm in dem ersten Kapitel dieses Buches die Analyse der Gottedienst- besucher doch gelungen. Sehr viele Menschen strömten zu der hl. Messe in der Kapuzinerkirche, die Kirche sei erfüllt gewesen „vom Gedräng und Gewühl der Gläubigen“2, aber dann entlarvt dieses erste Kapitel die Hoffnung des Lesers, daß diese Vielen aus frommen Gründen da zusammengeströmt seien. Es soll nun dem Autoren das Wort erteilt werden:

So war denn die Zuhörerschaft,welche sich gegenwärtig in der Kapuzinerkirche drängte,daselbst aus den untershiedlichsten Gründen zusammengeströmt,nur nicht aus dem einzig plausiblen Anlasse der Gläubigkeit: Die Weiber waren gekommen,ihren Putz zur Schau zu stellen, die Männer hinwiederum,solcher Schaustellung nach Gebühr beizuwohnen.Etwelche Besucher hatte die Neugierde hergetrieben, den weitbeschrieenen Prediger zu hören,ein paar weitere hatten sich eingestellt, da sie sich der Langeweile bis zum Theater nicht besser zu verkürzen gewußt,und einige wenige waren erschienen,weil man ihnen versichert hatte, sie würden zu späterem Zeitpunkte keinen Platz mehr in der Kirche finden.“ ((Das ist eine besonders feine Beobachtung: Wohin alle gehen, dahin gehe auch ich, weil dahin alle gehen und wenn es nicht leicht es, dann da hinzukommen, will ich umso mehr da dabeisein! Weiter im Text:)) „Vollends aber war die halbe Einwohnerschaft Madrids hierhergeströmt in der Erwartung, im Gotteshause ihrer anderen Hälfte zu begegnen.“

Aber es kommt noch ärger: „So kam`s,daß die einzigen Menschen,die in Wahrheit dem Kanzelworte lauschen wollten, sich aus ein paar runzelig-vertrckneten Betschwestern zusammensetzten sowie aus einem Halbdutzend mißgünstiger Prediger,welche bloß von dem einen Wunsch beseelt waren, in dem Sermone, den sie da hören sollten,den oder jenen Fehler zu entdecken und die Schale ihres Spottes darüber auszugießen.Was aber den Rest der Versammelten betrift, so hätte besagte Predigt zur Gänze wegbleiben können, ohne daß man darob enttäuscht gewesen, ja solchen Fehlens überhaupt inneworden wäre.“

(Ich zitiere hier ausführlicher als sonst, auch weil ich für diesen brillanten Übersetzer Polakovics werben möchte, seine Übersetzung geben dem Werk selbst noch einmal eine ästhetische Qualität, er ist eben ein Sprachkünstler.) Gibt es einen berechtigten Grund, dieser sagen wir mal recht pessimistischen Beschreibung zu widersprechen außer dem Wunsche, daß das doch nicht so gewesen sein möge? Zeichnet sich diese Analyse nicht aus als die eines Kenners des Menschlich- Allzumenschlichen, der wir nur so ungern zustimmen mögen, da uns sie zu realistisch ist?Es darf aber die antikatholische Gestimmtheit der enlischen Literatur dieser Zeit nicht überseheb werden.


1M.G.Lewis, Der Mönch, Übersetzung: Friedrich Polakovics, 1.Kapitel.

2Alle folgenden Zitate aus diesem 1.Kapitel, am Anfang des Kapitels. Auf eine Seitenangabe verzichte ich ob der Vielzahl der Veröffentlichungen dieses literarischen Meisterwerkes.

Das Beichtgeheimnis – oder ein tragischer Fall für einen Priester oder aus Liebe sündigen

 

Das Beichtgeheimnis – oder ein tragischer Fall für einen Priester oder aus Liebe sündigen



Vielleicht hat mancher Leser sich etwas gewundert darüber, daß in meinem Blogg mehrmals die Fernsehserie: „Sturm der Liebe“ lobend erwähnt wird. Es ist nun wirklich nicht opprtun, so eine Serie, steht sie doch für seichte, leichte Unterhaltungskost, zu loben, aber sie ist viel besser als ihr Ruf.

In den Folgen 2010 bis 2012 wird ein tragischer Fall eines Priesters thematisiert und das so beeindruckend, daß das wirlich von bester Qualität ist. Ein Arzt beichtet: Die Mutter einer seiner Kollegin sei unheilbar an Krebs erkrankt und sie beide mußten von dieser Krankheit kapitulieren. Als die Qualen der Mutter immer schlimmer wurden, habe seine Kollegin ein sehr starkes Antischmerzmittel verabreicht, Er habe dann, als sie kurz aus dem Krankenzimmer hinausgegangen war, der Mutter ein tödliches Gift verabreicht, um der Kollegin zu sagen: Sie habe ihre eigene Mutter getötet, sie hätte wissen müssen, daß das von ihr gegebene Mittel in dieser Konzentration bei dem geschwächten Zustand tödlich wirken könne, ja wirken werde. Nun habe er seine Kollegin damit zu erpressen versuchen: Er liebte sie und verlangte nun, daß sie seine Frau werden solle.

Die Kollegin wurde seit dem von den schlimmsten Gewissensqualen geplagt, gab ihren Arztberuf auf und wurde eine Nonne. Sie sagte nun dem Piester nach einem Vergewaltigungsversuch durch den Arztkollegen, daß sie sich der Polizei stellen wolle, um ihre Schuld einzugestehen und dafür verurteilt zu werden: „Meine Mutter habe ich ermordet!“ Der Priester wollte sie nun davon abhalten, aber sie war so sehr von ihrer Schuld überzegt!

Da brach der Priester das Beichtgeheimnis: Ihr Arztkollege habe absichtlich ihre Mutter getötet, um sie dann so erpressen zu wollen! Sein Vater und die Nonne baten ihn nun inständigst, diesen Bruch des Beichtgeheimnisses nicht dem zuständigen Bischof anzuzeigen: „Du tatest das doch aus Liebe, daß ein Unschuldiger nicht bestraft und der Schuldige ungestraft davon kommt.Er aber zeigte sich an und mußte deswegen sein Priesteramt abgeben.

Sehr beeindruckend wird nun in diesen Folgen die Gewissensqual dieses Priesters geschidert: Er fühlt sich dem Beichtgeheimnis verpflichtet und bejaht es auch aus ganzem Herzen. Er hatte zu dem Beichtenden gesagt, daß er der einstigen Kollegin sagen müsse, daß das seine Tat gewesen sei, um sie von ihren Schuldgefühlen zu befreien. Das tat der aber nicht, hatte aber die Absolution in der Beichte empfangen. Nun stand die Nonne vor ihm und erklärte, daß sie nicht mehr anders könne, als sich anzuzeigen, um dann auch rechtens bestraft zu werden! Aber der Priester wußte, daß der Arztkollege abichtlich ihre Mutter getötet hatte, durfte das ihr aber nicht sagen, da ihm das in der Beichte und nur in ihr gesagt worden ist. Der wahre Täter wollte aber weiterhin seine Tat verschweigen!

Diese Problemkonstellation ist brillant inszeniert, schauspielerisch glänzend dargestellt. Was tuen? Das Dilemma, die Ausweglosigkeit ist offenkundig: Einen Unschuldigen für ein Tötungsdelikt bestraft zu sehen, wenn man seine Unschuld beweisen kann, ist ein sehr schwerer Verstoß gegen das Gebot der Nächstenllebe. Aber wenn das Beichtgeheimnis durch einen Priester verletzt wird, und somit als verletzbar gilt, ist nicht nur ein sehr schwerer Verstoß´gegen das hl. Sakrament der Beichte, sondern würde dies Sakrament auch ruinieren, wenn kein Beichtender mehr sich sicher sein kann, daß das in der Beicht von ihm Gebeichtete außerhalb der Beichte gegen ihn nicht verwandt werden könnte.

Der Priester entschied sich für den Bruch des Beichtgeheimnisses, nicht nur, sondern auch, weil die jetzige Nonne seine erste große und wohl einzige Liebe gewesen war.Aber ihm war das Sakrament der Beichte so heilig, daß er sein Vergehen seinem Bischof anzeigte wider die inständige Bitte seines eigenen Vaters. Er akzeptierte dann auch das Urteil, nicht weiter Priester sein zu dürfen. Er urteilte also nicht, daß er unrechtens verurteilt worden sei, er sagte nicht: „Aus Liebe und um der Gerechtigkeit willen tat ich das und das kann so nichts Falsches gewesen sein!“ Er zeigt, daß er aus Liebe zu dieser Nonne so handelte und doch anerkannte, daß er so gesündgt hat. Hiermit zeigt dieser Priester wahrhaft Größe. Das Schicksal hat ihn in eine Situation gefüht, in der er nicht ohne Schuld auf sich zu laden, herauskommen konnte.



Seicht sind Filme, in der die „Helden“ nur gut sind, immer oder fast immer das Richtige tuen und am Ende dafür auch belohnt werden durch ein „gutes Ende,“ In diesen Folgen dagegen wird uns vor Augen geführt, daß das wirkliche Leben nicht so einfach strukturiert ist, daß zu ihm eben auch das Tragische gehört. Der Priester fiel, aber wie er sich auch entschieden hätte: Immer mußte er fallen!Das Tragische ist kein Privilegium grichischer Tragödien!





Hurra- wir haben Feinde- Ist die Zukunft der theologischen Fakultäten und der Theologie so gesichert?

 

Hurra- wir haben Feinde- Ist die Zukunft der theologischen Fakultäten und der Theologie so gesichert?


In dem Interview: Konkordate und die Zukunft theologischer Fakultäten.Remenyi: Abgesänge auf Theologie sind nicht haltbar“ zeigt der neu gewählte Vorsitzende des Katholisch-Theologischen Fakultätentages seine Perspektiven für die Theologie auf. Die Problemlage ist offenkundig: einerseits die schwindende Akzeptanz von Kirche“, und anderesseits damit zusammenhängend die sinkende Anzahl der Theologiestudierenden. Aber das erschüttert keinen Seemann, keinen Theologen. Denn er sieht Feinde, und deren Bekämpfung sei nun die Aufgabe der universitären Theologie, die dadurch sich auch im Hause der Wissenschaften legitimiere.

Als Gefahr nimmt dieser Theologe nun wahr: „eine zunehmende politischen Indienstnahme von Religion – Stichworte: Fundamentalismen, integralistische Strömungen – sowie einer mancherorts zu beobachtenden Deintellektualisierung und Eventisierung von Religion.“ Dem zu wehren sei nun die Aufgabe der Theologie. Als Belege für die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke benennt er dann, wenn wundert es: Rußland, die USA und Ungarn, also die Feinde des aktuellen politischen Diskurses, nur auf China mußt verzichtet werden, da der dortigen Regierung nun schwerlich der Vorwurf einer Indenstnahme der christlichen Religion erhoben werden kann.

Der Kampf gegen den Integralismus ist nun ganz en vogue. Die Intention ist dabei, die Emanzipation der Politik von der Religion und Kirche als irreversibel zu qualifizieren und als den Fortschritt der Moderne. Nur Reaktionäre wollen nun die Kirche der Politik und dem Staate überordnen, dem gilt es zu wehren. Die Vernunft sei eben als autonomer nicht einer Hilfe oder gar der Vollendung durch die Offenbarung Gottes bedürftig sondern genüge sich selbst. Das soll nun nicht bedeuten, daß so die Theologie keine politische Aufgabe mehr hätte, mitnichten: Sie hat dafür zu sorgen in ihrem Wächteramt, daß diese Emanzipation nicht in Frage gestellt wird.

Der geschulte Kath de Leser weiß natütlich, daß unter der Tendenz der „Deintellektualiierung“ etwa das Augsburger Gebetshaus, die Lobbliedpraxis und evtl noch die Zunahme der Aussetzungen des Allerheiligen zur Anbetung gemeint sind und selbstverständlich nicht die grün-roten Wohlfühlkirchentage. Gegen ein Eventveranstaltung zum Kampf gegen Rechts hätte dagegen jeder Linksliberale nicht einzuwenden.

Ein Feind und sein Einfalltor mußte nun noch besonders erwähnt werden: „Rechtsautoritäre Kräfte versuchen, über katholische Identitätsmarker gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen, etwa im Bereich des Lebensschutzes. Hier ist Wachsamkeit geboten.“ Der Lebensschutz sei eben leicht von Rechten vernutzbar für ihre finsteren Machinationen, sodaß es wohl besser wäre, daß die Kirche in diesem Punkte weniger oder gar nicht mehr aktiv würde.

Die universitäre Theologie stünde so vor wirklich gesellschaftlich relevanten Problemen und sie könne so ihre Systemrelevanz durch ihr Abarbeiten an diesen Problemen erweisen. Hinter den Problemen stünden ja Feinde der Demokratie. Die Theologie diene nun in ihrer Bekämpfung dieser Feinde dem demokratischen Staate und rechtfertige so ihre Existenz an den staatlichen Universitäten. Allerdings gibt es da noch ein Problem: Die Kirche zeige innerkirchlich problematische Demokratiedefizite auf, sodaß die Forderung der Verdemokratisierung der Kirche auf der Tagesordnung ganz oben stünde.

Hinter diesen Einzelaussagen steckt doch ein sich klarer Gedankengang: Die Geisteswissenschaften dienen dem Staate als Ideologieproduzenten- vgl dazu Althusser über den ideologischen Staat- und stehen so auch vor der Aufgabe, staatskrititisches oder gar gefährdendes Denken zu bekämpfen. Für bestimmte Feinde sei da die wissenschaftliche Theologie besonders geeignet: für den Fundamentalismus in all seinen gefährlichen Spielarten, etwa dem Integralismus. Ob dieser staatsüolitischen Ausrichtung wird die Fixierung der Theologie auf die Kirche unproblematisch, wenn es gelingt sie als systemrelevante Aufgabe zu rechtfertigen.

Zu dieser Aufgabenstellung der Theologie gehört nun auch die faktische Aufgabe ihre ureigensten Aufgabe, Gott zu denken, bzw alles von,in und auf Gott hin (Thomas von Aquin), da nun ihr oberster Dienstherr der Staat sein soll, für den sie apologetisch arbeiten möchte. 





Lesefrüchte: Ein Klassiker zu den Menschenrechten, dem neuen Fundament der Kirche

 

Lesefrüchte: Ein Klassiker zu den Menschenrechten, dem neuen Fundament der Kirche



Vor allem konstatieren wir die Tatsache,daß die sogenannten Menschenrechte,(Auslassung eines französischen Zitates), im Unterschied von den droits du citoyen nichts anderes sind, als die Rechte der Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, das heißt des egoistischen Menschen, der vom Menschen und vom Gemeinwesen getrennten Menschen.“

(Erklärung der Menschen- und Staatsbürgerrechte Art 2. Diese Rechte usw (die natürlichen und unveränderlichen Rechte) sind: Gleichheit,Freiheit,Sicherheit, Eigentum.)

(Die Freiheit ist die Macht,über die der Mensch verfügt,alles zu tun,was die Rechte der anderen nicht beeinträchtigt,oder: Die Freiheit besteht darin,alles tun zu können,was dem anderen nicht schadet.) Die Freiheit ist also das Recht, alles zu tun und zu treiben,was keinem anderen schadet.Die Grenze,in welcher sich jeder dem anderen unschälich bewegen kann, ist durch das Gesetz bestimmt, wie die Grenze zweier Felder durch den Zaunpfahl bestimmt ist.Es handelt sich um die Freiheit des Menschen als isolierter, auf sich zurückgezogener Nomade.“

Aber das Menschenrecht der Freiheit basiert nicht auf der Verbindung des Menschen mit dem Menschen, sondern vielmehr auf der Absonderung des Menschen vor dem Menschen. Es ist das Recht dieser Absonderung, das Recht des beschränkten, auf sich beschränkten Individuums.“

(Das Recht des Privateigentums ist das jedem Staatsbürger eigene Recht,willkürlich sein Vermögen,seine Einnahmen,die Früchte seiner Arbeit und seines Gewerbes zu genießen und über sie zu verfügen.)“

Jene individuelle Freiheit, wie diese Nutzanwendung derselben, bilden die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft.Sie läßt jeden Menschen im anderen Menschen nicht die Verwirklichung, sondern vielmehr die Schranke seiner Freiheit finden.“

(Die Gleichheit besteht darin,daß dasselbe Gesetz für alle gilt,sei es, daß es beschützt,sei es, daß es bestraft.“

Weit entfernt, daß der Mensch in ihnen als Gattungswesen aufgefaßt wurde, erscheint vielmehr das Gattungsleben selbst, die Gesellschaft,als ein den Individuen äußerlicher Rahmen,als Beschränkung ihrer ursprünglichen Selbständigkeit.“


Alle Zitate sind entnommen: Karl Marx,Zur Judenfrage, Ernst Rowohlt Verlag Berlin 1919, S.30 bis 33. Nun möge der geneigte Leser sich selbst einmal fragen, ob dieses Menschenverständnis ein aus christlicher Sicht bejahbares ist und wie es kommen konnte, daß dieses Verständnis nun zum Fundament der heutigen Kirche werden konnte!


Montag, 9. Februar 2026

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche

 

Wie in der Kirche der (Blasius)Segen kleingeredet wird oder die Destruktion der Kirche



Ein Werktagsgottesdienst, aber es kamen mehr als üblich zur Messe, da in ihr der Blasiussegen als ein Einzelsegen gespendet werden wird. Der hl. Blasius: Von ihm wußte der Priester bezüglich dieses Segens nur zu sagen, daß er der Legende nach auf wunderbarer Weise ein Kind vor dem Erstickungstod bewahrt habe, Auf dieser Legende ginge nun der Blasiussegen zurück, daß wir durch ihn vor Halzkrankheiten bewahrt würden. Nur, wenn dieser Segen nur durch eine legendarische Erzählung fundiert ist, wie kann man denn dann glauben, daß er auch wirklich effektiv sei.Und woher weiß dieser Priester, daß das nur eine Heiligenlegende ist?

Das Narrativ von der religiösen Phantasietätigkeit besagt, daß Menschen, die im Rufe der Heiligkeit stünden sozusagen postmortem Wundergeschichten auf sich zögen, bis daß gar ein ganzer Corpus solcher Wundergeschchten entstünden sei, der sich allein der religiösen Phantasie der den Heiligen Verehrenden verdanke. Trotz des allseits bekannten Liedes: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geeschehen“ der wunderbaren Sängerin Leander, weiß der Aufgeklärte, daß es keine Wunder und schon gar keine wundersamen Heilungen geben kann, sondern daß sie nur die Hervorbrigungen der religiösen Phantasie seien. Das soll so auch von allen Wunderberichten Jesu gelten.

Aber dann schreitet der Priester weiter voran in seinem Aufklärungsprogramm: Der Blasiussegen sei unsere Bitte um einen Schutz vor Halzkrankheiten! Es würde also reichen, daß statt den Blasiussegen zu empfangen, Gott zu bitten: „Bewahre mich vor Halzkrankheiten!“

Im Gottesdienst wurde nun die Geschichte von der blutflüssigen Frau, wunderbar passend zum Blasiussegen gelesen.Jesus Christus sagt da zu der Geheilten: „Dein Glaube, wenn ich Jesu Gewand nur berühre, dann werde ich dadurch geheilt“, hat Dich gerettet!“ Es ist da einerseits die Jesu Gewand innewohnende Heilskraft, das ist der Ursprung der Reliquienpraxis, und andererseits ist dieser Glaube, der so die Heilkraft aufnehmen kann, Das Berühren des Gewandes Jesu hätte die Frau nicht geheilt, wenn sie nicht so geglaubt hätte, aber der Glaube allein hätte sie auch nicht geheilt, sondern sie mußte um ihrer Heilung willen, das Gewand Jesu auch berrühren. Das gilt so auch für den Empfang des Blasiussegen: Er wirkt, wenn er gläubig empfangen wird.

Wenn aber dieser Segen nur eine Bitte um die Bewahrung vor Halzkrankheiten wäre, dann wäre die Segensspendung selbst ein bloßes Ritual ohne eine Wirkkraft. Das stellt uns vor die Frage: Warum soll den Gott nicht, um es scholastisch auszuformieleren, als die Erstursache durch Zweitursachen Heilsames wirken können und wollen, also durch den von einem Priester ausgeteilten Segen real Heilsames wirken können?Soll Gott nur noch unmittelbar wirken können, also nicht durch Sakramentalien oder vielleicht auch nicht einmal durch die Sakramente? Gott würde so nicht mehr durch seine Kirche und ihr Tuen wirkend gedacht, also als faktisch von Gott getrennt seiend vorgestellt. Das wäre eine rabiate Dekonstruktion der Kirche: Sie wirke nichts, auch nicht, daß Gott durch sie wirke. Das ist der Tod der Kirche!

Sonntag, 8. Februar 2026

Wird die „Synodalkonferenz“ das neue Leitungsgremium der Kirche in Deutschland, überwachend und bestrafend?

 

Wird die Synodalkonferenzdas neue Leitungsgremium der Kirche in Deutschland, überwachend und bestrafend?


Auf Kath de ist nun am 2.2.2026 in dem Artikel: „Die deutschen Bischöfe und der Vatikan sind am Zug“ etwas sehr Irritierendes zu lesen. Erteilen wir deshalb diesem Artikel das Wort. Seine wichtigste Information:

Einigen Oberhirten passte die Idee der Kontrolle ganz und gar nicht, etwa dem Münchener Erzbischof und Mitgründer des Synodalen Wegs, Kardinal Reinhard Marx. Die Synodalkonferenz solle keine Oberinstanz sein, die die Bischöfe überwache und in die Bistümer hineinregiere. "Das will ich nicht", sagte Marx harsch ins Plenum – und machte damit eine rote Linie deutlich.“

Wer hätte dieses kritische Votum von Kardinal Marx erwartet? Damit sagt der Kardinal, daß diese neu konstituiert werdende „Synodalkonferenz“ trotz der vollzogene Namensänderung als der oberste Rat der Kirche Deutschlands engesetzt werden, der so auch und gerade die Bistümer Deutschlands regieren soll, In diesem Gremium werden Vertreter des Laien-ZKs und von ihnen Erwählte die Mehrheit haben, sodaß dann endlich dies ZK die Kirche regieren wird. Kontrolliert werden soll dadurch die bisherigen, dann aber faktisch abgesetzen Bischöfe, die so keine mehr sind. Man verwandelt sie so zu Angestellten der „Synodalkonferenz“.

Kardinal Marx lehnt nun tatsächlich eine solche Oberleitung der Kirche ab. Abfällig äußert sich dazu der Kath de Artikel: „Einigen Oberhirten passte die Idee der Kontrolle ganz und gar nicht“,weiß doch jeder Staatsbürger, daß um eines guten Regierens willen eine Gewaltenteilung und wechselseitige Kontrolle notwendig ist. Was für die Institution des Staates eine gute Ordnung sei, das müsse eben auch für die Institution der Kirche gut sein.


Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf , „ kritisierte, dass gerade so etwas für Unbehagen in Rom sorgt und womöglich eine Bestätigung ins Wanken bringen könnte.“ Dieser Bischof erweist sich darin als ausgemachter Kirchenpolitiker, der das Wünschenswerte von dem Machbaren zu unterscheiden weiß: Nur eine „Synodalkonferenz“ als ein beratendes Gremium der Bischöfe sei kompatibel mit dem hierarischen Aufbau der Kirche und so von Rom tolerierbar.

Aber Kath de jubelt: „Trotzdem wurde der Beschluss mit einer sehr dünnen Zweidrittelmehrheit der Bischöfe angenommen. Von 32 Oberhirten votierten 10 dagegen.“ Eine Jastimme weniger, und die Machtergreifung durch das Laien-ZK und seine Gesinnungsgenossen wäre schon jetzt gescheitert. Nun kommt es darauf an, ob die Unterhändler dieses noch zu installierenden Zentralleitungsgremiums es schaffen, Rom dieses trojanische Pferd unterzujubeln! Dabei darf die Macht der Deutschen Kirche in Rom nicht unterschätzt werden, denn sie hat das Geld und Rom ist davon abhängig!

Eines stellt aber in herzerfrischender Klarheit dieser Artikel fest: Es geht wirklich um die Einsetzung einer nationalen Zentralregierung der Kirche, der sich gerade auch die noch als Bischöfe amtierende unterzuordnen haben: „Alle Macht den Räten!“hieß eine bekannte Revolutionsparole. 

Corollarium

Im Kontext der Verdemokrtisierung der Kirche kommt dem innerlirchlichen Kampf gegen  Rechts eine besondere Bedeutung zu: Nicht politisch Korrekten soll so das passive Wahlrecht entzogen werden, damit nur die Richtigen in die neuen Entscheidungsgremien der Kirche auf allen Ebenen. den Räten, hineingewählt werden können! 


Samstag, 7. Februar 2026

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg

 

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg


Dieses Phantasiestück, nicht bitte zu verwechseln mit den Phantasiewerken E.T.A. Hoffmanns, wird dokumentiert in dem Kath de Artikel:“So blickt die Jugend auf den Synodalen Weg -BDKJ-Chef: Basis wartet nicht mehr auf Bischöfe und Rom“ am 31.Jänner 2026.

Die Zentralaussage lautet nun: Der Synodale Weg ist gestartet, um sich mit den strukturellen Ursachen des sexuellen Missbrauchs zu beschäftigen – und das ist der Maßstab, an dem wir diesen Weg messen können. Wir haben uns den Ursachen nicht ausreichend gewidmet. Das Grundproblem, die Macht der Kleriker, der Umgang mit Homosexualität, die Gleichstellung von Frauen – in all diesen Punkten ist ehrlicherweise zu wenig passiert.“

Dies Konglomerat an den allseits bekannten linksliberalen Reformanliegen soll nun mal genauer unter die Luppe genommen werden. Da wird also die Forderung nach „der Gleichstellung von Frauen“erhoben. Gemeint ist damit vor Allem die Forderung, daß Frauen zu Diakonen, Priestern und Bischöfen zu weihen sind. In der EKD ist das schon seit langem die gängige Praxis und in der EKD ereigneten sich sexuelle Mißbräuche, die sich von der Quantität und Qualiät nicht von denen in der Katholischen Kirche unterscheiden. Nur das Medieninteresse war an den Fällen in der Katholischen Kirche weit größer, auch weil das Linksliberale Reformlager geschickt diese Vorfälle für ihr Anliegen medienwirksam instrumentalisierten.

Warum soll eine der Ursachen der sexullen Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche die Nichtgleichstellung der Frau sein, wenn das Gleiche sich in der EKD ereignet, wo die Frauen gleichgestellt sind? Und warum solten Diakonin, Priesterin und Bischöfin dazu führen, daß es weniger Mißbräuchsfälle geben wird? In unserer heutigen Gesellschaft ist die Frau weitestgehend gleichgestellt mit dem Mann, in einigen Bereichen wird sie sogar bevorzugt durch Quotenregeln, aber niemand wird ernsthaft behaupten wollen, daß diese Emanzipation der Frau zu weniger Vergewaltigigungen geführt hätte.

Was soll nun „der Umgang mit der Homosexualität“ mit den Mißbräuchsfällen zu tuen haben. Die Kirche lehrt, daß eine praktizierte Homosexualität eine Sünde sei. Das wird verurteilt, wenn der Kirche ein unangemessener Umgang mit der Homosexualität vorgeworfen wird. Wie soll denn nun diese moraltheologische Beurteilung der praktizierten Homosexualität eine Ursache der sexuellen Mißbräuchsfälle sein? Wollte man etwa behaupten, Homosexuelle mißbräuchten andere Menschen, weil die Kirche so lehrt? Das wäre so sinnwidrig wie die Behauptung, weil die Straßenverkehrsordnung die Trunkenheit am Steuer verbietet, so viele betrunken Auto führen und dann die Verkehrsunfälle bedingt durch die Betrunkenheit verursachten. Unmöglich ist es, einen sinnvollen Zusammenhang zwischen der Beurteilung der praktizierten Homosexualität und den sexuellen Mißbrauchsfällen zu konstruieren.

Es bleibt nun nur noch der Kandidat der „Macht der Kleriker“. Hier ist es von Nöten, zuvörderst einer Perhorreszierung der Macht entgegenzutreten: Wir glauben an Gott als den Allmächtigen, dessen Sohn ebenso allmächtig ist, der so im Kontrast zu den anderen Schriftgelehrten vollmächtg lehrte, der Macht hatte über die Daimonen, Naturgewalten und Krankheiten der Menschen, der Wunder vollbringen konnte. Die von ihm gegründete Kirche, dessen lebendiges Haupt er ist, wäre nicht seine Kirche, wenn sie nicht an seiner Vollmacht partiziperte, indem der Priester Sünden vergeben kann, das Wunder der Wandlung in der Eucharistie bewirkt und indem die Kirche vollmächtig lehrt. Wäre ihr das nicht gegeben, wäre sie nicht die Kirche Jesu Christi. Gemäß der hierarischen Struktur der Kirche wird nun diese Vollmacht in ihr differenziert ausgeteilt. Dem so gern in unseren Zeiten als Kleriker diffamierten Priester ist so genau die Vollmacht gegeben, die ihm ob seines Amtes zukommt.

Selbstverständlich gehört zur Vollmacht eines Priesters nicht das Vermögen, andere Menschen sexuell zu mißbrauchen. Aber es muß ihm die Vollmacht, die nötig ist, seinen Dienst auszuüben, zuerkannt werden. „Die Macht des Klerikers“ gehört so konstitutiv zur Kirche Jesu Christi, wie ja auch der Priesterstand im Alten Bund notwendig für diesen Bund gewesen war.

Keine Macht für Niemand“, ein bekanntes Lied der Musikgruppe: „Ton,Steine, Scherben“ verlangt im anarchistischen Sinne die Abschaffung aller Macht, aber es ist keine hatlose Unterstellung, daß die Intention der Klerikermacht die des eigenen Willens zur Macht ist: „Weil ich herrschen will, mußt Du abdanken!“

Verdächtig ist diesbezüglich ja die Verwendung des Begriffes: „Basis“. Im Regelfall meint der, der von der „Basis“ redet, sich selbst damit und seine Gesinnungsgenossen. Die „da Oben“, die wollen nicht, wie ich will, aber Ich bin die „Basis“, nach denen die „da Oben“ sich zu richten haben. Der Synodale Weg ist in erster Linie ein Kampf um die Macht, wer darf wie in der Kirche regieren. Der Klerus soll dabe seiner Macht beraubt werden, weil das Laien-ZK und andere innerlirchlich mächtige Vereinigungen selbst nun für sich die Macht usurpieren wollen. So fixiert sich die Reformdebatte auf die einfache Formel: Die jetzt in der Kirche Mächtigen sollen durch uns als besere Kirchenregierer ersetzt werden- wie kann das uns gelingen?

Die in diesem Artikel angezeigten Gründe für die sexuellen Mißbräuchsfälle haben mit den Gründen dieser Fälle nichts zu tuen, sondern sind nur erphantasiert worden, um dem schon in die Tage gekommenen Reformpropgramm von „Wir sind Kirche“ mit ihrem „Kirchenvolksbegehren“ eine neue Legitimierung zu verschaffen

Freitag, 6. Februar 2026

Wie kam der Begriff des „Klerikalismus“ in den Reformdiskurs der Kirche, wie in Deutschland, wie bei Papst Franziskus

 

Wie kam der Begriff des „Klerikalismus“ in den Reformdiskurs der Kirche, wie in Deutschland, wie bei Papst Franziskus



Bischof Stefan Oster schreibt in seinem Blogg in dem Beitrag: „Die Selbstsäkularisierung setzt sich fort“ vom 4.Februar 2026: „Selbstverständlich räume ich auch ein, dass es systemische Ursachen der Ermöglichung oder der Vertuschung von Missbrauch in unserer Kirche gibt. Aus meiner Sicht hängen diese mit dem zusammen, was Papst Franziskus unter den Begriffen von „Klerikalismus“ und „spiritueller Weltlichkeit“ zusammenfasst.“

Kurze Thesen dazu:

Erstens: In der hl. Schrift dokumentiert der Aufstand der „Rotte Korach“ gegen Mose und den Priester Aaron das erste Erscheinen des Antiklerikalismus in Wort und Tat. Es solle keine gottgewollte Hierarchie geben, da Gott allen gleich nahe und alle Gott gleich nahe seien.

Zweitens: Dem Antiklerikalismus gesellt sich gerne das Narrativ des Priesterbetruges zu, daß es eine Verschwörung der Priester gäbe, daß sie sich einen Gott selbst erfunden hätten, dem sie als Priester zu dienen hätten wie nur sie das könnten. Damit legitimierten sie ihre Priesterherrschaft. Dagegen stünde die natürliche Religion, die Gotteserkenntnis, die jedem Vernünftigen zugänglich sei und die dann ganz ohne eine priesterliche Belehrung oder ohne ihre Dienste zu einem gottgefälligen Leben ausreiche.

Drittens: Papst Franziskus benutzt nun den Begriff des „Klerikalismus“ in einer besonderen abweichenden Intention: Ihm ging es faktisch um eine Zentralisierung der Macht in seinem Amt zu Lasten der Macht der Bischöfe und Priester. Sein Ziel war es, die Bischöfe in Angestellte des Papstes zu verwandeln. Hierin glich er der Intention König Ludwig XIV: „Der Staat bin ICH!“ Das entspricht Papst Franziskus Amtsverständnis als über der hl.Schrift, der Tradition und dem Lehramt zu stehen, daß er allein definiert, was wahr und was unwahr ist.

Viertens: Dem linksliberalen Katholizismus war und ist der „Klerikalismus“ der Feind schlechthin. So präsentierte das sog. „Kirchenvolksbegehren“ mit seinen Forderungen nach der Verdemokratisierung der Kirche, der Liberalisierung der Sexualmorallehre, der Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes die Reformagenda des Linksliberalismus. Die Mißbrauchsfälle instrumentalisierte dann dieses Reformlager, um diese Agenda auf die Tagesordnung der Kirche in Deutschland zu setzen, sehr erfolgreich. Dazu mußte nun der „Klerikalismus“ zu der Ursache der Mißbräuchsfälle“ umgedeutet werden. Ursprünglich hatte diese Reformagenda ja nichts mit sexuellen Mißbräuchsfällen zu tuen, jetzt avancierte der „Klerikalismus“ zu dem Übel, aus dem alle anderen erwüchsen! Also: Das linksliberale Reformprogrmm des „Kirchenvolksbegehrens“ sollte nun die Antwort auf die Mißbräuchsfälle darstellen. Deswegen avancierte nun der Begriff des „Klerikalismus“ zu dem Terminus, der dieses Übel erklären sollte, um das antiklerikalistische Programm des Synodalen Weges zu legitimieren!



Donnerstag, 5. Februar 2026

Zur Sexualmorallehre der Kirche – ein großes Mißverständnis?

 

Zur Sexualmorallehre der Kirche – ein großes Mißverständnis?


Nicht in medias res sondern über einen kleinen Umweg soll nun diese Causa erörtert werden, da manchmal Umwege schneller und besser zum Ziele führen als wenn das Ziel direkt angesteuert wird.

Ich stelle nun eine These auf, die eindeutig falsch ist. Die Frage lautet deshalb: Was ist an dem angeführten Beweisgang falsch, denn es muß da etwas falsch sein.

Das Beweisziel: Jedes mal, wenn ich einen Glühwein trinke, sündige ich.

Das Trinken dient der Lebenserhaltung, tränke ein Mensch nicht, würde er verdursten.

Das Glühweintrinken dient nur dem Genuß, nicht der Aufnahme der lebensnotwendigen Menge an Flüssigkeit.

Also ist das Glühweintrinken eine Sünde.

Was ist an dieser Beweisführung verkehrt? Es steckt in einem in die wahre Aussage, daß das Trinken der Lebenserhaltung diene, hineingeschummelten: „nur“,sodaß nun diese Aussage verkehrt wird in die:Das Trinken hat „nur“ der Lebenserhaltung zu dienen. Jeder Mensch muß genügend Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, was aber nicht ausschließt, daß er dann zum Genießen weitere Getränke zu sich nimmt.

Das gilt genauso für die Sexualität. Sie dient der Fortpflanzung um des Erhaltes der Gattung Mensch willen, aber sie kann darüber hinaus auch genossen werden. Wenn die Sexualität nur um der Fortpflanzung willen erlaubt wäre, dürfte kein Ehepaar sie mehr praktizieren, wenn sie wissen, daß die Frau ob ihres Alters nicht mehr schwanger werden kann oder wenn sie absichtlich dann ehelich miteinander verkehren, wenn sie wissen, daß die Frau nicht schwanger werden kann.


Das evoziert nun eine tiefgründigere Frage: Wie kam es im theologischen Diskurs zur Perhorreszierung des Genießens? Der hl. Augustin lehrte die Differenz zwischen „uti = gebrauchen“ und „frui= genießen“. Ein simples Beispiel möge dies veranschaulichen: Ich kaufe ein Buch, um es zu lesen, ich lese es, um eine Prüfung über dies Buch zu bestehen, die Prüfung will ich bestehen um....Alle „um zu“ Handlungen haben ihren Zweck nicht in sich, sondern sind nur Mittel zu einem ihnen äußerlichen Zweck. Das sind: „uti- Relationen“. Nach Augustin existiert aber nun ein Endzweck, auf den alle „um zu Relationen sich auszurichten haben. Das kann nur Gott selbst sein, denn nur er ist selbstzwecklich. Nur Gott kann und ist so zu genießen, alles andere ist auf ihn hin zu tuen. Alles sollen wir so gebrauchen, daß es uns zu dem einzig wahren Ziel, dem Gottgenießen führt.

Das bedeutet aber für alle zwischenmenschlichen Beziehungen, daß der Mitmensch immer nur für mich ein Mittel zu einem Zweck sein darf,ich gebrauche nur noch meine Mitmenschen zu etwas. Das wäre aber der Tod der Nächstenliebe.

Der hl. Augustin entfaltet nun aber als ein notwendiges Korrektiv dazu seine Güterlehre. Immer wenn der Mensch nach etwas strebt, strebt er nach einem Gut – so Aristoteles. Was macht nun das Gutsein des erstrebten Gutes aus Hier antwortet Augustin gut platonisch: Gott allein ist das Gute und alles andere ist nur gut, insoweit es am Gutsein Gottes partizipiert.Anders gesagt: Alles gut Scheinende ist nur als ein Abbild des Guten gut. In jedem Gut wird somit eine Erscheinung des Gutseins Gottes genossen.

Statt des Dualismus von nur Gott ist zu genießen, alles andere nur zu gebrauchen, entsteht nun eine hierarische Kosmologie mit dem einen vollkommenen Gut, Gott und den vielen Gutseienden in der geschaffenen Welt die ihr Gutsein ihrer Teilhabe am Gutsein Gottes besitzen.Das befreit dazu, auch anderes als Gott genießen zu dürfen, es um seiner selbst willen zu tuen. Der Glühwein kann also um seines Genießens willen getrunken werden wie auch die Sexualität um ihretwillen genossen werden kann


Was bedeutet das nun aber für das erste Gebot, das Gott uns gab: „Seid fruchtbar und mehret euch!“? Wenn dieses Gebot für jeden Menschen gelten würde, sündigte jeder Mönch und jede Nonne1, ja selbst Jesus Christus müßte als ein Sünder angesehen werden. Das kann nicht sein. Dies Gebot ist also nicht primär individualethisch gemeint sondern sozialethisch: Gott will, daß die Menschheit sich durch die Fortpflanzung erhält und nicht ausstirbt. Nicht ist nun jeder Einzelne dazu bestimmt,sondern es ist eine bevölkerungspolitische Aufgabe, daß eben jeder Nationalstaat dafür zu sorgen habe, daß das jeweilige Volk hinreichend Nachwuchs bekommt durch seine Familienpolitik. Darum hat er isb die Ehe zu fördern. Die Sexualität dient der Fortpflanzung, aber sie kann auch um ihrer selbst willen genossen werden.


Daß die Fortpflanzung die Frucht zweier sich Liebender ist, die nach der katholischen Morallehre sich um ihrer Liebe willen verheiratet haben, ist von der Bibel wie von der Morallehre der Kirche her gesehen keine Selbstverständlichkeit. Das Ziel der Fortpflanzung ist vorrangig und neben der Liebesheirat ist stets auch die Vernunftehe als legitim beurteilt worden.Wollte ein Liebespaar kirchlich heiraten, erklärte aber,keine Kinder bekommen zu wollen, dann darf diese Ehe nicht geschlossen werden und wenn sie geschlossen worden wäre, wäre sie eindeutig ungültig. Nach der Morallehre der Kirche wird eben nicht aus der wechselseitigen Liebe heraus geheiratet sondern um der gemeinsamen Kinder willen.Das evoziert das Problem: Was tuen, wenn der Kinderwunsch in einer Ehe sich nicht erfüllen läßt? (Dazu später mehr)




1Meiner Erinnerung nach polemisierte der Reformator Zwingli gegen das Mönchtum auch mit der Kritik, sie kämen ihrer staatsbürgerlichen Pflicht der Familiengründung nicht nach.

Mittwoch, 4. Februar 2026

„Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“

 

Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“


So frägt der gleichnamige Artikel der Internetseite „feinschwarz“ am 29.Jänner 2026. Die Frage, „auf welcher Seite stehst Du?“ ist eine inquisitorische, denn sie impliziert, daß es eine richtige und eine falsche Seite gibt, und daß man nur vom richtigen Standpunkt aus richtig etwas beurteilen könne. Parteipolitisch gewendet heißt das, daß es die eine Partei gibt, die immer recht hat und andere können nur recht haben, insoweit sie mit dieser Partei übereinstimmen.

So ließ die SED einst über sich singen:Die Partei, die Partei, die hat immer Recht Und, Genossen, es bleibe dabei.Denn wer kämpft für das Recht.Der hat immer Recht.Gegen Lüge und Ausbeuterei.Der das Leben beleidigt.ist dumm oder schlecht.Wer die Menschheit verteidigt Hat immer recht So, aus Leninschem Geist Wächst, von Stalin geschweißt.Die Partei – die Partei – die Partei“

So einfach ist das in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr, aber auch jetzt noch wird so dualistisch die Welt gedeutet: Wer rechts steht, ist stets im Unrecht und nur wer linksliberal ist, steht richtig. Die Guten bejahen also die liberale Demokratie, wer sie kritisiert hat a priori Unrecht. Die Französische Revolution wird nun in diesem „feinscwarz“ Artikel als die Mutter der liberalen Demokratie angesehen mit ihren Revolutionsideen, die der Menschenrechte. Deshalb müsse die Kirche auf der Seite der liberalen Demokratie stehen und jetzt praktisch die etablierten Parteien gegen die rechtspopulistische Kritik verteidigen. Es werden dann im Katholizismus finstere Hintermänner entlarvt, die sich gegen die liberale Demokratie verschworen haben, die Rechtskatholiken und wie immer man dann dies feindliche Lager beschimpft.


Eines könnte nun einen aufmerksamen Zeitgenossen zu denken geben: War nicht einst die Passion aller Linksintellektuellen die Gesellschaftskritik? Selbst Kunstwerke galten nur, wenn sie gesellschaftskritisch intendiert waren.(So erinnere ich mich, daß im Deutschunterricht Goethes „Leiden des jungen Werter“ ob seiner Gesellschaftskritik uns anempfohlen wurde!) Der Geist ist eben ein kritischer, sonst ist er keiner. Wenn man daraufhin heute sich frägt, wo denn nun die Tugend der Gesellschaftskritik noch praktiziert wird, kann irritiert konstatieren, daß jetzt die Apologie der politischen Verhältnisse zur Hauptaufgabe der Intellektuellen und der Medien avanciert ist. Kritisiert werden nur noch die Kritiker der bestehenden Verhältnisse. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft gilt seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ als alternativlos. Ja sie muß ob ihres fortschrittlichen Charakters mit allen Mitteln verteidigt werden.

Und die Kirche soll nun als ein systemrelevanter Faktor ihre Aufgabe der Apologetik des politischen Systemes übernehmen. Alle utopistisch- eschatologischen Elemente der christlichen Religion werden so eingemottet,um sich ganz auf die Herleitung der Menschenrechte und der Würde des Menschen aus dem Schöpfergott zu deduzieren. In dem Menschenrechtsglauben habe sich so die Mission der christlichen Religion erfüllt. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft sei sozusagen die Fleischwerdung der christlichen Religion.

Deswegen müsse diese Errungenschaft verteidigt werden wie alle reaktionären Kräfte, die sich gegen den Universalismus der Menschenrechte stellen,außenpolitisch Rußland, China, der Iran und jetzt gar die USA und innenpolitisch alles, was rechts von der Politik der Bundeskanzlerin Merkel verortbar ist, denn die stehen alle auf der falschen Seite. Der kritische Geist dankt so ab indem er jetzt zum Apologeten der bestehenden Verhältnisse sich transformiert hat. Nur noch conservative Restbestände der bürgerlichen Kultur, die Ordnungen der Ehe und der Familie, des Volkes mit seinem Nationalstaat und selbst die Geschlechterdifferenz sollen wegreformiert werden, damit der Liberalismus zur einzig legitimen Ordnungsvorstellung inthronisiert wird.Deswegen habe sich auch die Kirche von Grund auf, also radical zu liberalisieren!