Montag, 6. August 2018

Der Staat Israel- ein theologisches Problem- ein Beitrag zur Theologie Papst Benedikts

"Dies zeige sich exemplarisch an seinen Überlegungen zur biblischen Landverheißung an Israel und seine "apodiktische" Feststellung, dass "eine theologische Deutung des Staates Israel, die die Staatsgründung in Bezug zur biblischen Landverheißung setzt, nach christlichem Verständnis unmöglich" sei, kritisieren die Rabbiner. Benedikt leugne zwar keineswegs das Existenzrecht Israels, erwecke aber den Eindruck, "dass der Staat Israel sich eher historisch zufällig auf seinem heutigen Territorium befindet". Der "Ratzinger-Aufsatz" (so despektierlich wird er auf katholisch de am 3.8. des Jahres benannt) erntet weiterhin heftige Kritik. "Rabbiner wollen Antworten von Koch".
Ins Fadenkreuz der jüdischen Kritik geriet dabei auch obige Position des Papstes Benedikt a.D. Der kriminierte Text sagt ja nicht, daß jede theologische Deutung des Staates Israel unerlaubt sei, sondern nur die, die die Staatsgründung Israels mit der Landverheißung an Israel in Bziehung setzt als ihre Erfüllung.  
Das leuchtet ad hoc ein, denn dies Verheißung war verknüpft an die Bedingung, daß Israel den Bund mit Gott einhält. Israel wurde ja 586 v.Chr exiliert, weil es den Bund nicht gehalten hat. So erfüllte sich Gottes Landverheißung an Israel, als es das von Gott ihm zugesagte Land eroberte, aber dies Land verlor es auch, weil das Volk dann in dem Lande nicht Gottes Gebote hielt. Seit dieser Exilierung sind alle folgenden Versuche, einen neuen Staat Israel in dem diesem Israel zugesagtem Lande gescheitert bis zum Versuch der Befreiung Israels von der Römischen Fremdherrschaft im ersten Jahrhundert nach Chr. So stellt die gelungene Neugründung  des Staates Israel nach 1945 ein wirkliches Novum in der Geschichte Israels da!
Aber ist das die Erfüllung der Landverheißung an Israel? Ist diese Verheißung nicht schon längst im Königreich Davids und Salomons in Erfüllung gegangen, nur daß dann Israel das ihm Gegebene durch eigene Schuld verlor!
Aber wie steht es denn überhaupt um den Bund mit dem Volke Israel? Im Hebräerbrif lesen wir dazu klar und eiindeutig: "Indem er von einen neun Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt."(8,13). Ist damit nicht auch die Landverheißung an Israel hinfällig durch den neun Bund, das ist die Kirche, das neue Gottesvolk? Hier muß nun differenziertet gedacht werden: In der Landvereißung an das Volk Israel  ist schon die wahre Verheißung des Reiches Gottes als jenseitiges ewiges Reich enthalten. Deutlich wird das in Jesu Seligpreisungen, in denen das verheißende Gut das ewige Leben im Reiche Gottes ist,die aber an alttestametliche Landverheißungen anknüpft: Wie muß Israel leben, damit es das Land erhält von Gott und es sich bewahrt als Besitz. Im neuen Bund ist so die Landverheißung hegelisch gesprochen als aufgehobene lebendig in der Verheißung des ewigen Reich Gottes. Die gilt auch den Volk Israels, sofern es eingeht in das neue Gottesolk der Kirche als Judenchristlich. Durch das Nein zur Judenmission versperrt so die Kirche den Juden den Weg zur Erfüllung der Landesverheißung an sie als Verheißung des ewigen Lebens im Reiche Gottes.
(Die Antisemiten Deutschlands in den 30 Jahren forderten das Ende der Judenmission- sie wußten warum!Wissen das auch die heutigen Philosemiten?)
Aber es gibt nicht nur die Gnaden- und Heilsordnung Gottes, Gott setzte auch eine Schöpfungsordnung zum Erhalt des Lebens angesichts seiner immerwährenden Gefährdung. Die ontologische Gefährdung ist gegründet in dem Geschaffensein aus dem Nichts: Alles, was geschaffen ist, ist so immer auch am Rande des Nichts, gefährdet, sich zu nichten, die moralische die durch das Todesschicksal, das durch die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde selbst. Die Schöpfungsordnungn sind so Gottes Schutzordnungen für das so gefährdete Leben.
Darum heißt es im 5.Buch Mose, 32,8f: Als der Höchste ( den Göttern)die Völker übergab, als er die Menschheit aufteilte, legte er die Gebiete der Völker nach der Zahl der Götter fest, der Herr nahn sich sein Volk als Anteil, Jakob wurde sein Erbland." Das heißt, das Gott gemäß der Anzahl der Völkerengel die Menschheit in Völker aufgliederte und jedem sein Land auf Erden gab. Das gilt so auch für das Volk Israel (unter Absehung seiner  besonderen Gottesbeziehung) Gott gab Israel seinen Platz auf der Erde, sein Land und da, wohin es gehört, lebt es jetzt im Volksstaate Israel wieder. Gott hat mit der Gründung des Staates Israel seine Schöpfungsordnung, die im Falle des Volkes Israel so lange konfundiert war, wieder in Ordnung gebracht.
Die Schöpfungsordnungen Gottes sind in unserer Zeit des Abfalles vom Glauben auch aufs höchste gefährdet: die Ordnung der Ehe und der Familie, des Volkes und des Volksstaates. Umso erfreulicher, daß der Staat Israel unter Führung von Netanjahu sich nun so beherzt zum jüdischen Staat als Volksstaat bekennt- allen Anfeindungen trotzend!       

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