Donnerstag, 21. Februar 2019

Modernismus statt Reform der Kirche

"Katholische" Internetportale und konservative Blogs sorgen dafür, dass die Rückwärtsgewandten in der Kirche zahlreicher erscheinen, als sie sind. Die Reformer sollten sich von ihnen nicht einschüchtern lassen, meint Björn Odendahl.So tönt es auf der quasi offiziellen Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz am 21.2.2019. Den Rückwärtsgewandten stellt dann der Standpunktkommentar die den Dialog mit der modernen Welt Führenden gegenüber. Das Übliche: Der Progressive wirft allen an Hl. Schrift, Tradition und Lehramt sich Orientierenden vor, nicht bereit zu sein, die Kirche in die moderne Welt einzupassen. Das Heute ist eben den Modernisten das wichtigste Kriterium: Was jetzt die Menschen hören wollen. 
Aber leider bezeugt so auch dieser Modernismus, daß ihm jedes Verständnis von einer wirklichen Reform fehlt, denn jede Re-form ist immer rückwärtsgewandt, orientiert sie sich an die Form der Kirche, die sie einst hatte und  woraus sie herrausgefallen ist. Jede Re-Form ist so ein Zurück zur alten Form einer deformierten Kirche. 
Aber der Modernismus sieht da nur veraltete Formen, die es nun gilt, zu überwinden, um der Kirche eine neue Form zu geben. Die Kriterien für so eine Modernisierung entnimmt nun der Modernismus nicht aus der Offenbarung, der Hl. Schrift oder der Lehre der Kirche, sondern aus der modernen Welt, denn sie ist für ihn das Normative. 
Einfacher gesagt: Die Kirche muß neu erfunden werden, damit sie den Publikumsgeschmack trifft. Befremdlich ist nun aber, daß der organisierte Protestantismus, der die von Modernisten geforderte Modernisierung schon realisiert hat, noch viel schlechter bei den Zeitgenossen ankommt als die noch nicht völlig modernisierte Katholische Kirche. Daß für die Katholische Kirche die erste Frage die sein müßte, ob sie denn bei Gott wohl gut ankäme, ist den anthropozentristischen Modernisten eine völlig unbegreifliche Frage, zumal dem:"Ich hab Euch alle lieb Gott" sowieso die Religionen und die Kirche gleichgültig ist. Die einzige Sorge des Modernisten ist eben die Frage, ob die Welt die Kirche mag. 
Der Kommentartitel: Der "heilige Rest" ist laut, aber nicht mächtig macht dann aber deutlich, worum es dem Modernismus geht:
a) die biblische Rede vom heiligen Rest (gemeint ist: nicht das ganze Volk Israel fiel vom Glauben ab, sondern einige wenige, der Rest blieben treu) zu verunglimpfen: Das seien nur wenige Bedeutungslose gewesen, die aber viel Lärm machten. 
b) Stattdessen habe sich die Kirche an die wirklich Mächtigen der Welt zu orientieren, nicht also an die, die an der der Kirche anvertrauten Wahrheit festhalten wollen. Und diese Mächtigen verlangen nun die Modernisierung der Kirche. Dem hat die Kirche zu gehorchen. nicht den Wahrheitsnostalgikern: eine moderne Kirche, die der Welt gefällt, den Mächtigen der Welt. 
So gesehen wäre die Patriotische Kirche Chinas die optimal zeitgemäße in ihrer Nibelungentreue zu der regierenden Kommunistischen Partei Chinas, hieße sie nicht patriotisch, denn die Liebe zum eigenen Volke gilt ja heutzuage zumindest für Deutsche als Todsünde. 


 

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