Dienstag, 8. November 2022

Der vernüntig gedachte Gott- Abschied vom Mythos- oder Irrwege der Theologie

Der vernünftig gedachte Gott- Abschied vom Mythos Optimistisch gestimmte Verstandesmenschen ist der Übergang vom Mythos zum Logos ein Fortschritt des vernünftigen Denkens. Wo einst Göttergeschichten mythologisch erzählt wurden, generiert nun das Aufkärungsdenken den vernünftigen Gott, den Logos, durch den und auf den hin alles ist. Wir existieren so in einer vernünftig geordneten Welt, der schön geordneten, dem Kosmos eben, der so ist, weil er aus dem göttlichen Logos ist. Die einstigen Göttergeschichten der Griechen wie dann später auch der Germanen mußten so entmythologisiert werden, auch und gerade auch aus rein moralischen Gründen, denn die heidnischen Götter handeln doch oft recht unmoralisch unsittlich. Der wahre Gott, der der Vernunft, ist dagegen das rein Gute. Als einen Gottesbeweis könnte dann gar formuliert werden: Was vernünftig ist, das ist, existiert auch, denn die Welt ist das Vernünftige, in der deshalb ihr Grundprinzip, Gott als das rein Vernünftige existieren müsse. Was aber unternehmen, wenn in der hl. Schrift von Gott etwas prädiziert wird, das mit diesem rein vernünftig gedachten Gott nicht in Einklang zu bringen ist? Beim Propheten Jesaja lesen wir nämlich: „Quare errare nos fecesti Domine de viis tuis: indurasti cor nostrum ne timeremus te?“ Arndt übersetzt in seiner Vulgataausgabe 1903: Warum,o Herr hast du uns abirren lassen von deinen Wegen,hast unser Herz sich verhärten lassen, daß wir dich nicht fürchteten (Jesaja 63,17) Im Vers 16 nannte dieser Prophet Gott noch: „pater noster“, und jetzt dies! Mit „von deinen Wegen“ ist das Gesetz, die Gebote Gottes gemeint, das Herz bedeutet hier das Willenszentrum des Menschen, ob er ein das Gute oder das Böse Wollender ist. Die Gottesfurcht ist dabei die Grundhaltung der Frömmigkeit. Wenn die Vulgate den Begriff des impius verendet, der verfälschend gern mit dem Gottlosen übersetzt wird, ist damit nicht ein Atheist gemeint, solche gab es zur Zeiten der Bibel so gut wie gar nicht, sondern der, der Gott nicht fürchtet und somit so lebt, als sei Gott nicht. Aber das abirren lassen wie auch das verhärten lassen stellen keine akzeptablen Übersetzungen dar. Besser wäre: Warum hast Du gemacht, daß wir abirren und: Du hast unser Herz verhärtet, sodaß wir dich nicht fürchteten. Wie kann das aber von Gott ausgesagt werden: Er gab sein Gesetz, damit es vom Volke Israel gehalten wird und nun bewirkt dieser Gott, daß sein Gesetz nicht gehalten wird! Gott habe das Herz der Juden gar verhärtet, damit sie Gott nicht mehr fürchten und sodann auch sein Gesetz nicht mehr hielten! Diese Herzverhärtung erklärt somit, wie Gott es bewirkt hat, daß das Volk von den Geboten Gottes abgewichen sei. Der Übersetzer mildert nun diese harten Aussagen ab, indem er nur noch von einem Zulassen Gottes sprechen will. Aber der Text meint das so nicht. Er konfrontiert den Leser mit der Zumutung, daß der Gott, der unser Vater ist (V 16) der ist, der hier das Herz der Juden verhärtete, damit sie nicht mehr seine Gebote beachten. Hier könnte sich modernistisch gesonnener Bibelausleger sich es einfach machen: Hier rede eben der Prophet noch mythologisch von Gott in einer Art von Regression, während die jüdische Religion dies mythologische Stadium doch schon hinter sich gelassen habe in seinem Vernunftmonotheismus. Aber wie nun, wenn Gott gar nicht so vernünftig ist, wie es sich diese Antimythologen so zurechtlegen? Gleicht diese Entmythologisierung Gottes nicht dem Konzept einer konstitutionellen Monarchie, in der durch grundgesetzartige Verträge fixiert ist, was für Rechte und Pflichten der Monarch und welche seine Untertanen haben, sodaß der Monarch nur insoweit ein legitimer Monarch ist, als er sich dieser Verfassung selbst unterordnet: Aus dem souveränen Gott wird ein durch eine Verfassung limitierter Herrscher. Auch der darf eben nicht alles, etwa verhärten oder in die Irre führen. Die Vernunft, die dabei Gott vorschreiben will, was er wollen und wirken dürfe und was nicht, ist offenkundig eine sehr von menschlichen Interessen geleitete Vernunft: Nur wenn Gott gemäß unseren Interessen ist, akzeptieren wir ihn als unseren Gott. Was uns inakzeptabel erscheint, das darf Gott nicht. Er darf auf keinen Fall die Herzen von Menschen verhärten und Menschen in Versuchung führen, auch wenn Jesus Christus uns da in seinem Vater Unser Gebet ganz anderes lehrt. Aber Papst Franziskus steht da nicht allein, wenn es darum geht, uns nicht Gefälliges aus Gott zu streichen: So darf unser Gott nicht sein! Der Prophet Jesaja stellt uns dagegen Gott so vor Augen, wie er wirklich ist und wie er wirklich agiert. Wenn wir dann Gott nicht verstehen können, weil wir hier in ihm den Gott der Liebe nicht recognizieren können, dann sind wir eben mit dem Deus absconditus (Jesaja 45,15) konfrontiert, den Jesus Christus selbst am Kreuze erlitt. Aber es ist wahrhaftig Gott, der uns hier gegenübertritt! Vernünftige aufgeklärte Theologie: Gott hat so zu sein, wie es uns gefällt, sonst akzeptieren wir ihn nicht als Gott- die demokratische Kirche!

Montag, 7. November 2022

Kolping ganz offiziell: Der christliche Glaube ist gleichgültig und überlüssig

Kolping: Der christliche Glaube ist gleichgültig Auf wenig Aufmerksamkeit stieß bisher diese Revolution im Raume der Katholischen Kirche. Kath de berichtet aber über diesen Umsturz wie nicht anders zu erwarten gewesen ist, recht wohlwollend. Am 6.11. des Jahres 2022, dies Datum wird in die Kirchengeschichte eingehen als erster Höhepunkt der Selbstversäkularisierung der Katholischen Kirche, stand da geschrieben: „Das Kolpingwerk Deutschland öffnet sich nun auch für Nichtchristen. >Somit können auch Menschen dem Verband beitreten, die nicht getauft sind oder einer anderen Religion angehören. Wichtig ist allerdings, dass sie die Werte des katholischen Sozialverbandes teilen<, erklärte der Verband am Sonntag in Köln. Außerdem sei das Familienbild erweitert worden: Es gehe jetzt auf die verschiedenen Lebensrealitäten ein; >jede Art von Lebensform und Familienmodell< werde anerkannt und respektiert. Für das Kolpingwerk Deutschlands ist also der christliche Glaube gleichgültig, der katholische sowieso. Es ginge nur noch um die Werte dieses Verbandes. Das hätte auch eindeutiger und klarer formuliert werden können: Jeder politisch Korrekte kann bei uns Mitglied werden, auch wenn er kein Katholik, kein Christ und kein Gottgläubiger ist- auch Atheisten sind bei uns gern gesehen. Sollte aber jemand das traditionelle Familien- und Eheverständnis bejahen, kann er nicht ein Mitglied sein. Das Katholische wird hier einfach ineinsgesetzt mit der Politischen Korrektheitsideologie. Die, und nur die ist hinfort für diesen pseudokatholischen Verband ihr neues „Evangelium“. Damit stellt sich das Kolpingwerk avantgardistisch an die Spitze der Neuen-Synodal-Kirche Deutschlandes, die nur noch den Titel „katholisch“ trägt, um weiterhin die Besitzansprüche der Katholischen Kirche für sich zu bewahren. Aber den katholischen Glauben erklärt das Kolpingwerk so ganz offiziös für gleichgültig. Für das Zukunftsmodell eine linkshumanitaristischen Kirche ist eben der christliche Glaube überflüssig.

Samstag, 5. November 2022

Der Grüne Kampf gegen das Kreuz Christi

Der Grüne Kampf gegen das Kreuz Christi Nicht, daß die „Grünen“ traditionalistisch links den Kampf gegen die Religion als „Opium für das Volk“ eingedenk der marxschen Religionskritik führten, nein dazu lieben sie den Islam zu sehr und unterstützen so energisch die Islamisierung Deutschlandes, aber die christliche Religion. Die Grüne-Spitzenpolitikerin Frau Roth, die einst mit der Parole: „Nie wieder Deutschland“ gegen die Wiedervereinigung demonstrierte (vgl die „Junge Freiheit“: Das ewige Kreuz mit den Grünen, am 4.11.2022), jetzt zur Kulturministerin avanciert, stellt klar: „Kulturstaatsministerin Claudia Roth plant, den Schriftzug am Berliner Stadtschloss zu verdecken: „Es ist in keinem andern Heil, (…) denn in dem Namen Jesu...“ - Berlin (kath.net/Bündnis C/Pressemeldung) Kulturstaatsministerin Claudia Roth plant, den Schriftzug am Berliner Stadtschloss zu verdecken: „Es ist in keinem andern Heil, (…) denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ (Kath net vom 4.11.2022: Hände weg vom Berliner Stadtschloss). Die politisch korrekte Begründung dafür liefert die staatliche „Stiftung Humboldforum im Berliner Schloss“: „Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.“ Der kulturpolitische Sprecher der Grünen stellt dazu klar, daß ein bloßes Verdecken dieses Bibelzitates nicht ausreiche: „Ihr kulturpolitischer Sprecher, Erhard Grundl, möchte den Schriftzug am liebsten gleich ganz entfernen. „Am Ende kann es nur die Lösung geben, daß der Spruch wieder wegkommt“, gab er gegenüber der Mediengruppe Bayern zu Protokoll.“Junge Freiheit 411 2022:Das ewige Kreuz mit den Grünen. Die Kulturpolitik der Grünen ist von bestechender Klarheit: Die christliche Religion darf nicht mehr zu unserer Kultur gehören. Stattdessen haben wir uns für den Islam zu öffnen, denn diese Religion wäre eine wahre Bereicherung für das Kulturleben. Man muß kein Freund von verschwörungstheoretischen Spekulationen zu sein, um einen engen Zusammenhang zwischen der Parole: Nie wieder Deutschland und diesem Kampf gegen die christliche Religion wahrzunehmen. Es reicht eben den Grünen nicht, die Deindustrialisierung Deutschlands unter dem Banner des Umweltschutzes zu betreiben, ein altes antideutsches Konzept der Amerikaner zur endgültigen Niederwerfung Deutschlands nach 1945 reaktivierend, sondern es soll auch unsere Kultur destruiert werden. Darum steht das Christentum im Zentrum der Grünen Kulturpolitik, ihr Kampf gegen diese Religion. Nun wird keine politische Partei so sehr von der Katholischen Kirche und der EKD umschmeichelt wie die der Grünen, Kirchentage gleichen geradezu Jubelparteitagen der Grünen, aber all dies Beweihräuchern zahlt sich nicht aus: Der Grüne weiß, wo sein Feind steht! Nur die Kirche verkennt ihren politischen Feind. Eines muß aber jeden Mitdenkenden irritieren: Was für politische Gemeinsamkeiten verbinden den den Grünen mit der Grünen-Religion des Islam? Es läßt sich nur eine eruieren: ihr gemeinsames Nein zur abendländisch-christlichen Kultur! Ein linker Kulturnihilismus verbindet sich somit mit dem Willen zur Islamisierung Europas: Hauptsache, daß dem Abendland, dem, was davon noch übrig geblieben ist, der Todesstoß versetzt wird.

Freitag, 4. November 2022

Stimmt irgendetwas mit der Sexuallehre der Kirche nicht? Nachtgedaken

Stimmt irgendetwas mit der Sexualmorallehre der Kirche nicht? Nachtgedanken Für Freude der Schwarz-Weiß Malerei gibt es da ein simples Erklärungsmodell: Die Morallehre der Kirche und somit auch die Sexualmorallehre sei vollkommen wahr, sei sie doch bis in ihre kleinsten Verästelungen in der Offenbarung Gottes fundiert. Nur in Folge eines Abfalles vom katholischen Glauben forderten nun viele, viel zu viele eine Abkehr von diesen ewigen Wahrheiten. Verhielte es sich so, wäre der Fall wirklich eindeutig. Eines irritiert nun aber, daß gar in den vorkonziliaren Zeiten gerade in den Dogmatiklehrbüchern der Gewißheitsgrad theologischer Glaubensätze unterschiedlich qualifiziert wurden: Nicht alles, was die Kirche lehre, sei gleich gewiß an Wahrheit. Denn die Lehre der Kirche limitiert sich ja nicht darauf, offenbarte Wahrheiten so wiederholen, sondern aus ihnen werden eben weitere Wahrheiten deduziert bzw aus ihnen begründet. Je weiter nun solche theologischen Aussagen von den Fundamentalaussagen „entfernt“ sind, desto eher kann auch eine solche Aussage in Frage gestellt werden. Darf ein unehelich Geborener Priester werden? Heute sieht die Kirche darin kein Problem, es gab aber Zeiten, in der eine uneheliche Geburt ein Weihehindernis war, von dem aber ein Weihekandidat dispensiert werden konnte. Könnte es sich nicht so verhalten, daß jetzt die Sexualmorallehre der Kirche wie ein Kartenhaus zusammenbricht, weil tatsächlich in ihr auch es Schwach- und Bruchstellen gibt, sodaß sie nun dem feindlichen Ansturm nicht widerstehen kann? Die Kirche ist eben einerseits göttlich ob ihres lebendigen Hauptes, Jesus Christus, sie ist aber auch menschlich und wo Menschen lehren, kann es auch menschlich-irrtümlich zugehen. Von Nöten wäre so eine differenzierte Qualifizierung moraltheologischer Aussagen, daß eben nicht alle als gleich gewiß wahr gelten können. So gilt zwar das Gebot, daß man nicht falsch Zeugnis reden darf (ursprünglich vor Gericht), aber kann wirklich mit 100 prozentiger Gewißheit geurteilt werden, daß ein Meineid auch dann nicht getätigt werden dürfe, wenn nur so ein unschuldiger Christ vor der Todesstrafe wegen der Verunehrung des Propheten Mohammed bewahrt werden könne? Eines könnte ja im Diskurs über die sexuellen Mißbräuchsfälle irritieren, nur evoziert es keine Irritationen: Es wird von Mißbräuchen geschrieben. Dies impliziert doch, daß es im Raume der praktizierten Sexualtät Gebräuche und Mißbräuche gäbe. Wenn ein Mann mit einer Frau intim wird, reden wir Klartext: Sex hat, dann gebraucht oder mißbraucht er sie. Die Moralthologie hätte dann die Aufgabe der Hervorbringung einer Kriteriologie, um den erlaubten Gebrauch von dem unerlaubten Mißbrauch zu distiguieren. Die katholische Antwort lautet dann, daß nur die in einer Ehe praktizierte Intimität ein erlaubter Gebrauch der Frau durch den Mann wäre und daß der Zweck dieses Gebrauches allein in der Hervorbringung von eigenen Kindern bestünde. Würde das konsequent zu Ende gedacht, hieße das, daß jedes Ehepaar sündigt, wenn es noch miteinander schläft, wenn die Ehefrau nicht mehr altersbedingt schwanger werden kann. Der Zweck des Gebrauches der Sexualität wäre ja dann unerfüllbar. Der hl. Augustin ist nun modernistischen Theologen der Sündenfalltheologe schlechthin. Seine Gnadenlehre gilt als völlig abstrus und seine Leib-Sexualfeindlichkeit als das Übel der Moraltheologie, die nun von diesem Unheil kurriert werden müsse. Könnte es nun aber doch sein, daß vielleicht wirklich in dieser großen Theologie des hl. Augustin auch Stolpersteine enthalten sind, Schwächen, die der Morallehre der Kirche auch schaden könnten? Einen Verdacht äußere ich dazu. Mehr als ein Anfangsverdacht ist es nicht, aber auch nicht weniger. Für das theologische Denken Augustins ist die Differenz von „uti“= gebrauchen und „frui“= genießen konstitutiv. Gott ist das summum bonum, das so allein genossen werden dürfe, alles andere sei zu gebrauchen und zwar so, daß es kein Hindernis zum Genießen Gottes würde oder so, daß es zum Genießen Gottes verhülfe. Wer also die Schönheit einer Naturlandschaft genießt, mißbraucht sie, wenn er so etwas Kreatürliches und nicht den Kreator genießt, er gebraucht aber diese Schönheit, wenn er sie zum Anlaß nimmt, zur Schönheit des Kreators aufzusteigen, um dann den Schöpfer allein zu genießen. Das heißt letztendlich, daß jedes Genießen von etwas, was nicht Gott ist, ein Mißbrauch ist. Nun ist gerade die praktizierte Sexualiät etwas, das mit einem Höchstmaß an Genuß verbunden ist; es ist sozusagen die List der Natur, uns Menschen durch den Lustgewinn praktizierter Sexualität zur Fortpflanzung zu motivieren. Pflanzte der Mensch sich nur fort ob der Einsicht in die Pflichtgemäßheit der Fortpflanzung zum Erhalt der Menschheit, wäre die menschliche Gattung wohl längst ausgestorben. Aber legt man nun Augustin rigoristisch aus, ist jede praktizierte Sexualität, weil sie genußvoll ist, ein Mißbrauch, also eine Sünde, denn nur Gott dürfe genossen werden. Die einzige Möglichkeit, Sexualität zu praktizieren, ohne zu sündigen, wäre dann ihr Gebrauch mit dem alleinigen Zweck der Fortpflanzung. Darum dürfe sie nur in der Ehe praktiziert werden, denn diese Lebensform sei die, in der dem Menschen gemäß Kinder erzeugt und aufgezogen werden können. Im Hintergrund stünde aber das Axiom, daß nur Gott genossen werden dürfe, weil er nur allein um seiner selbst willen ist und alles andere nur um Gottes willen sei. So dürfe nur das um seiner selbst willen Seiende genossen und das um etwas anderes willen Seiende nur gebraucht werden. Der ontologische Status mache Gott zu dem einzigen Objekt, das genossen werden dürfe. Damit wird aber die Möglichkeit ausgeschlossen, daß Gott etwas erschaffen hat, das der Mensch genießen kann und auch darf, weil Gott es für den Menschen zu seinem Genuß erschaffen hat. Gott wolle allein genossen werden und darum dürfe der Mensch nichts anderes genießen. Das muß aber die Frage aufwerfen, ob so Gott adäquat begriffen wird, daß er nichts hat schaffen wollen, damit der Mensch dies dann auch genießen darf. Auf das Gebiet der Sexualität bezogen hieße das: Darf die Sexualität auch genossen werden oder darf sie nur benutzt werden zur Fortpflanzung? Zusatz: Wer die heutige Krise der Katholischen Kirche begreifen will, greift zu kurz, denkt er, daß vorkonzilar die Lehre der Kirche vollkommen in Ordnung gewesen sei und daß dann plötzlich die Feinde der Kirche, in sie eingedrungen sie dann von innen destruiern konnten.

"Esau aber habe ich gehaßt", spricht Gott. Unzumutbares in der hl. Schrift?

„Esau aber habe ich gehaßt“, spricht Gott. Unzumutbares in der hl.Schrift Der Apostelfürst Paulus schreibt es so in seinem Traktat über Gottes Verhältnis zu dem jüdischen Volke in seinem Römerbrief, 9-11. Bevor Jakob und Esau Gutes oder Böses tuen konnten als ihnen anrechenbares Tuen entschied Gott, daß der Ältere dem Jüngeren zu dienen habe, ihm so untertan zu sein habe, denn: „Jakob habe ich geliebt,Esau aber habe ich gehaßt.“ (Röm 9,13) Gottes Lieben und Hassen sei so seine ganz und gar freie Entscheidung, daß Gott souverän erwählt, wen er will und daß repobiert, wen er will- nicht nach Werken, sondern es sei Gottes freie Gnadenwahl. Damit konfrontiert uns dieser Text mit einem der dunkelsten Mysterien Gottes, das Geheimnis seines Erwählens und Verwerfens. Dem Jesuiten A.Arndt war schon in vorkonziliarer Zeit das zuviel und so interpretierte er in seiner Vulgataausgabe diese paulinische Aussage so um: „Das Wort hassen wird in der heil.Schrift bisweilen vergleichsweise oder die Liebe verneinend genommen,besonders wo es dem Worte lieben gegenübergestellt wird, und bedeutet nicht eine eigentliche Abneigung,sondern eine geringere Zuneigung,einen geringeren Grad von Liebe“. Diese Deutung widerspricht sich nun aber offenkundig selbst, denn wenn das Hassen dem Lieben in der hl. Schrift gegenübergestellt wird, dann kann der Haß nicht eine geringere Liebe bedeuten. Ein geringerer Grad an Liebe ist eben nicht das Gegenteil von einem Geliebtwerden. Schon in vorkonziliareren Zeiten empfand so mancher Bibelleser Aussagen der Bibel als so skandalös, daß er sie weginterpretieren wollte und manchmal verliefen dann solche Versuche so armselig wie dieser jesuitische. Aber damit stehen wir immer noch vor dieser skandalösen Aussage des Apostelfürsten. Dabei ist davon auszugehen, daß die hl. Schrift keine Falschaussagen über Gott enthält- in diesem Punkte jedenfalls ist sie als irrtumsfrei anzusehen. Wie kann so von Gott ausgesagt werden, daß er von 2 Kindern das eine liebte und das andere haßte, wenn er sie schon liebte bzw haßte, bevor sie Taten vollbrachten ob derer er sie liebte oder haßte? Daß Gott von Anfang an ein Kind liebt, diese Aussage ist dem modernen Christen so geläufig geworden, denn das wird ja heutzutage in fast jeder Taufe so verkündet: „Dies Kind wird getauft als ein Zeichen dafür, daß Gott schon zu ihm sein „Ja“ gesagt habe“, daß sie gar nicht mehr auffällt. Aber daß Gott von Anfang an ein Kind haßt, das kann doch nicht wahr sein! Gott hasse doch überhaupt nicht, nein, das könne er gar nicht, weil er doch nur die reine Liebe sei. Vielleicht ist eben Paulus Römerbrief nicht das Beste der Bibel, steht in ihm doch schon gleich am Anfang: „Denn es offenbart sich der Zorn Gottes vom Himmel“(Röm 1,18). Weder hasse Gott noch zürne er. Nur, woher weiß das der moderne Christ? Aus der hl. Schrift wenigstens nicht! Denn da wird von Gottes Zorn und gar von seinem Haß geschrieben. Für diese so anstößige Aussage des göttlichen Hasses gibt es aber eine theologische Erklärung, eine, die aber in der nachkonziliaren Kirche völlig verdrängt worden ist. Bevor ein Mensch sündigen kann und auch sündigt, ist jeder im Urteile Gottes schon ein Sünder. Der Beweis: Jeder ist von seiner Geburt an zum Sterbenmüssen verurteilt. Dieser Tod ist nun der Sünde Sold, es gehört nicht zur Natur des Menschen, sterben zu müssen, sondern Gottes Gerechtigkeit verurteilt den sündigenden Menschen dazu. Wie kann Esau aber schon von seiner Empfängnis an ein Sünder sein im Urteile Gottes, wenn er doch noch gar keine Sünde begehen konnte, wie Paulus hier ausfrücklich es formuliert? Paulus gibt uns in dem Römerbrief selbst dazu die Antwort, indem er von Adam, dem ersten Menschen schreibt: „in quo omnes peccaverunt“ = in welchem alle gesündigt haben. (Röm 8,12). Auch das Kind Esau hat so in Adam schon gesündigt! Das ist die Substanz der sog. Erbsündenlehre, ohne die diese Aussage über das Kind Esau unbegreiflich bleiben muß! Das „in quo“ ist nun allerdings eine der schwerst verständlichen Aussagen des Römerbriefes. Erasmus von Rotterdamm ist dabei als der Vater der modernistischen Auslegung anzusehen, indem er gegen den hl. Augustin schrieb: weil wir alle wie Adam sündigen. Dies Nachahmungsverständnis kann aber nicht erklären, warum jeder Mensch von seiner Geburt an dem Sterbenmüssen unterworfen ist, denn da der Tod der Sünde Sold ist, müßte er nur sterben, wenn und seit dem er gesündigt hat. Aber Kinder sterben schon, bevor sie eigenverantwortlich gesündigt haben. Die Universlität der Sünde ist so schon gar nicht mehr begreifbar, denn sündigten wir nur kontingent, warum sollte dann wirklich jeder sündigen, könnte er dann doch in der Kraft seines freien Willens auch das Sündigen unterlassen. Ein Erklärungsversuch des „in quo“: Jeder Mensch ist ein Exemplar des Menschseins, er ist nur ein Individuum, insoweit er sich von allen anderen Menschen unterscheidet. Aber er ist auch wie jeder Mensch, nur da er an dem allgemeinen Menschsein partizipiert, ist er ein Mensch, ein Fall des Menschseins, ein individuiertes Menschsein. Adam ist nun nicht einfach ein Mensch, der erste in der Serie der Menschen, sondern der Mensch. Gott konzipierte ihn als Freiheit, (vgl dazu philosophisch: Pico della Mirandola), das heißt, der erste Mensch bestimmte durch seine Urtat das Wie des Menschseins. Diese intelligible Tat (Kant) modifizierte die Natur des Menschen, die nun zu der Natur des gefallenen Menschen wurde. Das Menschsein geht so dem individuierten Menschsein voraus. Der Mythos vom Sündenfall erzählt diese vorgeschichtliche Tat, durch die das Menschsein sich selbst als eins zur Sünde entwarf. Indem jeder Einzelmensch am allgemeinen Menschsein partizipiert, ist die Sünde Adams die seinige, wie eben die Natur des Menschen seine ist, sonst könnte er kein individuiertes Menschsein sein. Der ideele Mensch Adam individuiert sich anders formuliert in der Vielzahl seiner Abbilder, der vielen wirklichen. Weil so jeder Mensch ein erbsündlicher ist, ist Gottes Zorn über jeden Menschen. Gott erwählt nun einige, denen er um des Heilswerkes Christi von dieser Erbsünde befreit, wie etwa Maria oder der sie ihnen nicht zur Sünde anrechnet. Das ist Gottes freies Erwählen, von dem Paulus hier im Römerbrief schreibt. Er hat so Jakob erwählt. Das ist Gottes Gnade, aber diese Gnade ist nicht etwas, worauf der Mensch einen Anspruch anmelden könnte: Gott müsse ihn, weil er sein Geschöpf sei, begnaden. Gottes Gnadenwahl, warum erwählte er Jakob und warum erwählte er nicht Esau muß aber ein göttliches Mysterium bleiben, weil Gott frei erwählt.

Donnerstag, 3. November 2022

Kurz und bündig: "Ein Sakrament stirbt..."

„Ein Sakrament stirbt...“ Kurz und bündig So titelte am 2.11.2022 Kath net. Ein Sakrament, sterben denn nicht alle aus, wenn danach gefragt würde, wie häufig sie noch benutzt werden? Aber der Artikel kapriziert sich nur auf ein „Sakrament“, das es faktisch nicht mehr gibt, das der „Sterbebegleitung“. In vorkonziliaren Zeiten existierte das Sakrament der „Letzten Ölung“. Dies Sakrament war eingeschrieben in die komplexe Vorstellung vom Sterben und vom Übergang in die postmortale Existenz. Dieser Transitus kann scheitern, daß der Mensch zur ewigen Verdammnis eingeht, er kann aber auch in das Fegefeuer zu seiner Reinigung versetzt werden oder es kann sich die Verheißung Jesu Christi an ihn erfüllen, daß der Verstorbene noch heute mit ihm im Paradiese sein wird. Das Sakrament der „Letzten Ölung“ war so eine effektive Hilfe für das Gelingen dieses Überganges. Dies Sakrament wurde nun ein Opfer des Reformenthusiasmus des Konziles: Aus ihm wurde das Sakrament der Krankensalbung. Archäologen behaupteten, daß ursprünglich dies Sakrament wirklich nur eines der Krankenheilung gewesen sei und so zurückverwandelt werden müsse. Wer sollte nun der Empfänger dieses Sakramentes sein? Eine Unklarheit blieb, auch wenn es vielfältige Klärungsversuche gab. Wer krank sei, könne dies Sakrament empfangen, nur wer ernstlich krank sei oder doch jeder, wenn er meinte, es könnte ihm nützlich sein. Es verblüfft dann nicht, daß die Kranken, so lange sie noch hoffen, zu gesunden, auf den Arzt und seine Medizin vertrauend auf dies Sakrament verzichteten. Wenn es aber nach menschlichen Maßstäben geurteilt nichts mehr zu hoffen gibt, dann ist dies umgewandelte Sakrament dafür nicht mehr zuständig. Die Kunst, gut zu sterben, das gehörte einst zur Kompetenz der Kirche: die Beichte auf dem Sterbebett, die „Letzte Ölung“, das Lesen heiliger Messen für den Verstorbenen und die Möglichkeit, Ablässe, gar vollständige für den Verstorbenen zu erbeten. Was blieb von dieser christlichen Kultur der Sterbe-und der Totenbegleitung? Sie hat sich aufgelöst. Zu sicher sind sich die einen, die wissen, daß wir alle, weil von Gott Geliebte in den Himmel kommen werden und die anderen, daß es mit dem Tode aus ist, daß danach nichts mehr ist. Eine Hilfe für den Transitus in die postmortale Existenz ist so jedenfalls überflüssig. Kranke dagegen brauchen die Krankensalbung nicht mehr, solange sie noch auf die Medizin hoffen und gibt es keine weltliche Hoffnung mehr, dann bräuchten sie das Sakrament der „Letzten Ölung“, das aber abgeschafft, wegmodernisiert wurde. Die hl Sakramente können nur begriffen werden, wenn sie als eingeschriebene in die große Erzählung der Erschaffung des Menschen, der seines Falles und der seiner Erlösung durch Jesus Christus verstanden werden. Wenn aber diese große Erzählung sich auflöst, dann müssen auch die Sakramente sterben.

Mittwoch, 2. November 2022

Über Verheißungen an das Volk Israel: Gott ist treu?

Über Verheißungen an das Volk Israel: Gott sei treu? Zum guten Ton des christlich-jüdischen Dialoges gehört es, a) von dem ungekündigten Bund Gottes mit diesem Volke zu sprechen, es b) so abzulehnen, daß die Verheißungen, die Gott einst seinem Volke zusprach nun der Kirche gelten würden. Die Kirche sei nämlich nicht an die Stelle des ersterwählten Volkes getreten, sondern Gott habe eher seinen Bund erweitert, daß nun durch Jesus Christus auch die Nichtjuden am Heile partizipieren können. So habe Gott neben dem ordo salutis für das jüdische Volk für die Heiden einen Zweitweg zum Heile eröffnet durch Jesus Christus, der dann eben nur noch für die Heiden zuständig sei. Deshalb ist eben jegliche Judenmission ja nach dem Konzil ob dieser Neufassung des Verhältnisses zur Synagoge eingestellt worden. Nun gab Gott seinem jüdischen Volke durch den Propheten Jesaja diese Verheißung: „Denn das Volk und das Reich, das dir nicht dient, wird zu Grunde gehen, und die Nationen werden in Verödung umkommen.“ (Jesaja 60,12). Es wird so nicht nur ein Heil für das Volk Israel geben sondern auch die nichtjüdischen Völker können daran einen Anteil bekommen, wenn sie dem jüdischen Volke dienstbar sein werden. Wollen sie das aber nicht, droht ihnen ihr Untergang. A. Arendt S.J präsentiert für diese Verheißung in seiner Vulgataausgabe (1903) eine typisch vorkonziliare Deutung: „Vertilgt werden. Das kann nicht von dem irdischen Volke gesagt sein; denn es wäre dann nicht in Erfüllung gegangen. Der Sinn ist vielmehr: Wer immer,in welchem Volke oder Reiche immer, nicht der Kirche dient,und sich ihr nicht im Glauben unterwirft, wird mit den Gottlosen zu Grunde gehen.“ Das ist nun in der Folge des christlich-jüdischen Dialoges eine nicht mehr akzeptable Interpretation dieser Verheißung Gottes. Auch in sich vermag sie nicht so recht zu überzeugen. Denn diese Verheißung kann ja als eine futurische gelesen werden: Das wird sich so noch wohl am Ende der Zeiten ereignen. Außerdem ist der Adressat dieser Drohbotschaft ein Volk, bzw alle Völker, die dem Volke Israel nicht dienen wollen und nicht Einzelne aus den Völkern. Wenn der Glaube etwas individuelles ist: „Ich glaube!“, so ist das Dienen hier als etwas Kollektives verstanden: Alle Völker haben dem einen erwählten zu dienen. Wenn nun diese Verheißung an das Volk Israel weiterhin seinen Bestand hat, weil Gott zu seinem Volke treu sich verhält, dann wird hier diesem Volke die endzeitliche Herrschaft über alle anderen Völker verheißen. Die ihm dann nicht dienen wollenden, werden dann vertilgt werden. Nun ist aber diese Verheißung schwerlich kompatibel mit den Verheißungen des Neuen Bundes in Jesus Christus. Gälte diese doch weiterhin, gäbe es für die Kirche keine außer der, daß sie sich der Synagoge zu subordinieren habe, wenn sie nicht zu grundegehen wolle. Wenn aber nicht mehr das jüdische Volk nicht mehr der Adressat dieser Verheißung wäre, sondern jetzt das neue Gottesvolk, dann hieße das, daß Gott am Ende die Feinde der Kirche zugrunde gehen ließe, eine Vorstellung, die mit dem nachkonziliaren Gott der Liebe nicht mehr vereinbar ist, sodaß auf diese Verheißung ganz verzichtet wird.