Montag, 12. Februar 2018

Popularismus und Zeitgeit(surfing) und die Kirche

Ist die Katholische Kirche unter Papst Franziskus popularistsch geworden? Früge man "Wir sind Kirche", erhielte man wohl die Antwort, daß er eben ein Papst sei, der auf die Stimme der Basis höre und die fordere nun doch schon seit Ewigkeiten: Kommunionzulassung für Geschieden-Wiederverheiratete, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, daß Pille und Kondom erlaubt werden, daß die Homosexualität bejaht und gesegnet wird.....Ja, Papst Franziskus könnte als Reformer im Ungeiste dieser Basisbewegung verstanden werden.
Aber ist er deshalb ein Populist? Das kann er schon deshalb nicht sein, weil in den Medien der Papst ganz im Gegensatz zu Papst Benedikt XVI eine gute Presse hat: Er wird geradezu geliebt, spricht  er mal wieder Revolutionäres in Mikrophone! 
Dagegen benutzen die Medien den Begriff des Popularisischen stets polemisch: Das ist etwas moralisch Unerlaubtes. Verstünde man unter popularistisch eine Politik, die dem Volke aufs Maul schaut, die ernst nimmt, was so das Volk denkt, dann wird diese Verketzerung völlig unverständlich, heißt denn nicht Demokratie Volksherrschaft?
Stimmt hier nicht etwas? Zu Volk assoziert sich der Stammtisch mit seinen Stammtischparolen. Politiker dürfen auf das dort Geäußerte nicht hören. Täten sie es, wären sie Populisten! Aber wie war das im Vorfeld der Französischen Revolution: Wurden da nicht die demokratischen Parolen in Salons und Cafes diskutiert und bekannt gemacht? Gehörte damals nicht zum opposiionellen Geiste, daß die demokrtische Kultur in nicht staatlich kontrollierten Orten hatte? Eine dieser Orte demokartischen Politisierens ist nun mal der Stammtisch. Aber  der wird heute verteufelt.
Offensichtlich gibt es da den "Zeitgeist" und der ist nicht einfach identisch mit dem, was Bürger reden, wenn sie unter sich am Stammtisch das Wort ergreifen. Der Zeitgeist ist die in den Medien veröffentlichte Meinung! Es ist der offizielle Diskurs, der fixiert, was man zu meinen hat und was nicht. Pathetisch nennt man das auch die vierte Gewalt. Und der Begriff der Gewalt ist dabei ernst zu nehmen.In ihr artikuliert sich die öffentliche Religion der Postmoderne, nachdem das Christentum mit dem Ende der Konstantinischen Epoche seinen Status als die öffentliche Religion Europas verloren hatte. Jetzt etabliert sich die Politische Korrektheitsreligion als die öffentliche Religion Europas. Die Katholische Kirche ist nun eben dabei, sich dieser unterzuordnen. Diesen Prozeß der Selbstunterwefung unter den Zeitgeist, das ist das Anliegen aller Reformkäfte der Kirche. So sind sie deshalb gerade keine Populisten, denn nicht die auf die Stimme des Volkes hören sie,als wenn sie Demokraten wären, sondern ihr Herr und Meister ist allein der in den Medien sich artikulierende Zeitgeist. Zeitgeistsurfing ist so in der Kirche angesagt, aber nicht Popularismus. Vor dem warnen ja die  katholischen wie evangelischen Würdenträger die uns Regierenden auf das energischte. Auch für sie ist die vox dei die des Lebhaftigen, beonders wenn  sich Bürger unzensiert auf Stammtischen und im Internet artikulieren.

Nur, gibt es nicht in der Katholischen Kirche verbindliche Wahrheiten? Die gab es mal, bevor die historische Kritik der Lehre der Kirche ihre Verbindlichkeit entzog, um die Tradition der  Kirche so zum Spielmaterial für zeitgeistkonforme Auslegungen herab zu degradieren.

   

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