Dienstag, 14. Dezember 2021

Nachtgedanken: Darf etwas Nichtkritisierbaches kritisiert werden: die Menschenrechte?

Nachtgedanken: Darf etwas Nichtkritisierbares kritisiert werden: die Menschenrechte?


Die Menschenrechte gelten so selbstverständlich als etwas rein Positives,daß der Diskurs über sie sich limitiert auf die Frage, ob sie denn auch in bestimmten Staaten auch verwirklicht werden. Das Privileg der Außenpolitik besteht dann darin, unter völliger Absehung von der Frage, wie es denn um die Realisierung der Menschenrechte im eigenen Lande stünde, anderen Staaten Menschen-rechtsverletzungen vorzuwerfen. China avanciert so momentan zum Lieblingshaßobjekt der Menschenrechtskämpfer.

Aber ein Denken, das sich an den Werken eines H.P.Lovecraft und anderer Nachtgedankenschreiber geschult hat, erlaubt sich gar, auch diese zeitgenössische Tagwahrheit in Frage zu stellen. Dabei stößt ein solch hyperkritisches Denken auf einen unerwarteten Gefährten, auf Karl Marx Kritik der Menschenrechtsideologie, fundiert dargelegt in seiner Schrift: „Zur Judenfrage“. (Zitiert nach: Karl Marx, Zur Judenfrage, Ernst Rowohlt Verlag Berlin 1919, Reprint). Spontan assoziiert man doch eher Conservative und Rechte als Kritiker und Linke als Befürworter der Menschenrechte. So wäre von Marx eine Apologetik dieser Rechte und keine Kritik zu erwarten, es sei denn, es würde auf die Realität der sozialistisch/kommunistisch regierten Länder rekurrierend der Verdacht geäußert, daß Linke, nur solange sie in der Opposition sind, für sie eintreten, um, an der Macht gekommen, diese dann ad hoc wieder abzuschaffen.

In medias res: Marx Kritik der Menschenrechtsideologie. Die Freiheit der Menschenrehte:

Die Freiheit ist die Macht, über die der Mensch verfügt,alles zu tun, was die Rechte der anderen nicht beeinträchtigt, oder: Die Freiheit beteht darin, alles zu tun und zu treiben, was keinem anderen schadet.“ (S.31) Diese Bestimmung der Freiheit läßt die wesentliche Frage, ob das von Menschen Gewollte auch freiwillig gewollt wird, wenn A gewollt wird, könnte dann auch Nicht-A gewollte werden außer Acht und begrenzt sich so auf die Frage der Handlungsfreiheit: Kann und darf ich realisieren, was ich will. Der Terminus „Macht“ bejaht das Vermögen der Realisierung, und dies Vermögen wird dann als limitiert durch das Recht des Anderen konzipiert.

Marx kritisiert nun dies Konzept so: „Die Freiheit ist also das Recht,alles zu tun und zu treiben, was keinem anderen schadet. Die Grenze, in welcher sich jeder dem anderen unschädlich bewegen kann, ist durch das Gesetz bestimmt, wie die Grenze zweier Felder durch den Zaunpfahl bestimmt ist. Es handelt sich um die Freiheitdes Menschen als isolierter, auf sich zurückgezogener Nomade.“ (S.31)

Das Menschenrecht des Privateigentumes ist also das Recht, willkürlich ohne Beziehung auf andere Menschen, unabhängig von der Gesellschaft, sein Vermögen zu genießen und über dasselbe zu disponieren, das Recht des Eigennutzes. Jene individuelle Freiheit, wie diese Nutzanwendung derselben, bilden die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Sie läßt jeden Menschen im anderen Menschen nicht die Verwirklichung, sondern vielmehr die Schranke seiner Freiheit finden.“ (S.32)

Keines der sogenannten Menschenrechte geht also über den egoistischen Menschen hinaus, über den Menschen, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, nämlich auf sich, auf sein Privatinteresse, und seine Privatwillkür zurückgezogenes und vom Gemeinwesen abgesondertes Individuum ist.“ (S.33).Die Kritik kummuliert sich dann in dieser Aussage:

Weit entfernt, daß der Mensch in ihnen als Gattungsleben aufgefaßt wurde, erscheint vielmehr das Gattungsleben selbst, die Gesellschaft, als ein den Individuen äußerlicher Rahmen, als Beschränkung ihrer ursprünglichen Selbständigkeit.Das einzige Band, das sie zusammenhält, ist die Naturnotwendigkeit, das Bedürfnis und das Privatinteresse, die Konservation ihres Eigentumes und ihrer egoistischen Person.“ (S.35)

In der bürgerlichen Gesellschaft lebe also der Mensch entfremdet von seinem Gattungsleben als privatisierter Egoist, dem der Mitmensch nur eine Schranke seiner Freiheit sei. Das einzige die Menschen dann Verbindende ist, hier interpretiere ich, der freie Markt des Kaufens und Verkaufens, um der Bedürfnisbefriedigung der Egoisten willen. Im Sinne des Marxexegeten L. Althusser ist so diese Kritik der bürgerlichen Gesellschaft eine zwar von Marx verfaßte aber keine (schon) marxistische. Die Erfahrung und das Erleiden der bürgerlichen Gesellschaft als einer atomisierter Bürger, die nur noch beziehungslos nebeneinander leben und nur noch in Kaufvertragsbeziehungen miteinander kommunizieren, ist eher romantisch als marxistisch. Aber sie trifft doch den Kern der bürgerlichen Gesellschaft gerade jetzt in der Postmoderne, in der die letzten vorbürgerlichen Gemeinschaftslebensformen sich auflösen, die der Familie und der Ehe und der des Volkes und des Nationalstaates und nur noch der postmoderne Bürger als Einzelnomade übrigbleibt.

Die Menschenrechte sind so der manifeste Ausdruck der Atomisierung der Gesellschaft, daß sie kein soziales Gemeinwesen mehr ist, sondern nur noch die Summe einzelner Vertrags- und Kaufbeziehungen. Dabei entfremdet sich der Mensch von sich selbst. Er ist nämlich als Individuum immer auch ein Teil des Gattungswesens Mensch. Er ist sozusagen eine Individuierung des Gattungs-wesens. Aber in dem Gattungsleben hat er sein Leben, von dem ihn nun die Verfaßtheit der bürgerlichen Gesellschaft abtrennt. Das hat aber nun auch unverkennbar moralische Folgen. Die Begriffe des Eigennutzes, des Egoismus drücken unüberhörbar Marx moralische Kritik dieses Zustandes aus. Die bürgerliche Gesellschaft ist so nicht eine Höherentwickelung aus dem finsteren Tale des Mittelalters hin zur Freiheit und Vernunft, sondern die Rückentwickelung des Menschen zum puren Egoismus. Die Menschenrechte sollen so ihm nun auch noch das Recht geben, als Egozentriker zu leben, dem der Mitmensch nur eine Grenze seiner Privatfreiheit ist, sofern er nicht in Handelsbeziehungen mit ihn eintritt zum Kaufen und Verkaufen. Die Menschenrechte setzen so die reale Entfremdung des Menschen von sich selbst voraus und rechtfertigen sie als Recht des Menschen, rein privat zu leben. Aristoteles Rede vom Menschen als natürlichem Gemeinschaftswesen wird so negiert, der Mensch als isoliertes auf sich allein zurückgeworfenes Wesen wird zu dem eigentlichen Menschsein hochstilisiert. 

Coroallarium

Eines dürfte aber unübersehbar sein: Diese so strukturierte Gesellschaft kann nicht einfach als eine christliche oder auch nur christlich fundierte begriffen werden. In ihr werden nämlich die Schöpfungsordnungen Gottes, die Familie  und ihr Ordnungsprizip der Ehe und das Volk und sein Ordnungsprinzip des Nationalstaates aufgelöst durch die radicale Verprivatisierung des Menschen. 

 


 

Montag, 13. Dezember 2021

Kardinal Ratzinger zur Causa des 2.Vaticanums

Kardinal Ratzinger zur Causa des 2.Vaticaums


In dem Buch: „Joseph Kardinal Ratzinger: Zur Lage des Glaubens.Ein Gespräch mit Vittorio Messori“ 1985 findet sich in dem Kapitel: „Ein tieferes Verständnis des II.Vatikanums“ (S.27-29) Erhellendes: „Nicht das II.Vatikanum und seine Dokumente(es ist kaum nötig, daran zu erinnern) sind also problematisch.Das Problem sehen ebenfalls viele – und Joseph Ratzinger gehört zu ihnen, nicht erst seit gestern – in den vielfältigen Interpretationen jener Dokumente, die zu manchen Auswüchsen der Nachkonzilszeit geführt haben.“ (S.25)

So hätte die ursprünglichen Erwartungen ausgesehen, die dann aber bitter enttäuscht worden wären: „Was die Päpste und die Konzilsväter erwarteten, war eine neue katholische Einheint;statt dessen ist man auf eine Uneinigkeit zugesteuert,die – um die Worte von Paul VI.,zu gebrauchen- von der Selbstkritik zur Selbst-zerstörung überzugehen schien.“ (S.25) Ein fortschreitender Prozeß des Verfalls sei stattdessen wahrzunehmen, wo doch ein neuer Aufbruch, eine neue Begeisterung erwartet wurde. Das Interpretament des Geistes des Konzils diskreditierte dann das eigentliche Anliegen des Konziles, indem in diesem Namen ein Prozeß der Selbstdestruktion eingeleitet wurde.

Das klingt auf den ersten Blick gut, aber es frägt sich doch, ob es sich wirklich so damit verhält. An anderem Orte urteilte nämlich Kardinal Ratzinger so: „Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, daß der Text (gemeint ist die Pastoralkonstitution >Gaudium et spes,H-L.B) die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 gewordenen neuen Zeit darstellt.“ Zitiert nach:H-L Barth, Keine Einheit ohne Wahrheit,2.Auflage 1999, S.194f.

Wenn Kardinal Ratzimgers Urteil zuträfe, daß in diesem Text eine Versöhnung der Katholischen Kirche mit den Ideen der Französischen Revolution versucht wurde und daß so das klare Nein der Kirche dazu ausformuliert in dem „Syllabus“ revoziert werden sollte, dann kann zumindest dieser Text nicht als unproblematisch qualifiziert werden! Unvereinbares, das von der Kirche selbst als unvereinbar mit dem Glauben der Kirche begriffen worden ist, mit der Kirche zu versöhnen, kann keinen unproblematischen Text ergeben. Liegt es da nicht nahe, die Interpretation der Konzilstexte im „Geiste des Konziles“ als eine Interpretation zu verstehen, die nun die Gesamtheit der Texte aus dem Geite der Französischen Revolution liest? Daß dann eine solche Interptetation zu einer Selbstdestruktion der Kirche führen muß, kann nur den irritieren, der vergessen hat, wie sehr diese Französische Revolution ein Produkt freimaurerischen Geistes ist.

Wie sollte denn die Kirche diesen Fundamentalangriff auf ihr eigenstes Selbstverständnis, daß alle Religionen als gleichwertig und gleichgültig anzusehen seien, überstehen, wenn sie selbst dem zustimmt in ihrem Ja zur Menschenrechtsideologie? Die Kirche lehrte, daß im göttlichen Endgericht die entscheidende Frage die sein wird: „Wie hieltest Du es mit der Religion?“ - es sei erinnert an Jesu Wort:“ „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden;wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Mk 16,16- und die nun den Menschenrechten zustimmt, daß kein Mensch ob seiner Religion, egal ob und was er glaubt, diskriminiert werden.Was der Sohn Gottes hier also verkündet, daß die Ungläubigen so sehr im Gericht Gottes diskriminiert werden, daß sie verdammt werden, ist selbstredend unvereinbar mit dem Diskriminierungsverbot der Menschenrechte.

Stimmt die Kirche dieser Ideologie zu, muß sie dann konsequenterweise lehren, daß es Gott gleichgültig sei, ob und was ein Mensch glaubt. Das ist ein perfektes Selbstzer-störungsprogramm der Kirche, dessen Auswirkungen der Kardinal angemessen in diesem Buch beschreibt.

Die Texte des Konziles sind also in sich problematisch; sie müßten deshalb so interpretiert werden, daß weiterhin das kirchliche Nein zu den Ideen der Französischen Revolution gilt und nicht durch dies Konzil außer Kraft gesetzt worden ist. Die Texte können aber so „revolutionär“ kirchenzerstörrisch interpretiert werden – das ist ihr Schicksal als polyinterpretabler Text.

 

Zusatz:

So verwundert es nicht, wenn ein modernistisch gesonnener Diplomtheologe ernsthaft meinte, so etwas Abscheuliches wie Mk 16,16 könne nicht in der Bibel stehen, weil Gott doch alle Menschen, so wie sie sind, bejahe. 


 

Sonntag, 12. Dezember 2021

Irgendwie war früher alles anders auch in der Kirche ....

Irgendwie war früher alles anders auch in der Kirche....


In medias res: Im Psalm 15 (Vulgatatext) steht geschrieben: „Domine,quis habitabit in tabernacolo tuo?“ Arndt SJ übersetzt in seiner Vulgataübersetzung: O Herr!,wer darf weilen in deinem Zelt. Aber es sollte das Futur nicht mit „dürfen“ wiedergeben: Wer wird in Deinem Zelte wohnen?. „aut quis requiscet in monte tuo?“ übersetzt Arndt dann ja auch mit: „oder wer darf wohnen auf deinem Heiligen Berg?“ (15,1)Jesus Christus nimmt dann diesen Psalm zum Fundament seiner Bergpredigt: Wer wird in das Reich Gottes, bzw in das ewige Leben eingehen?

Jetzt soll nicht die Beantwortung dieser Frage durch den Psalm und dann durch Jesus als dem Lehrer der Gerechtigkeit in das Zentrum der Aufmerksamkeint gerückt werden sondern diese Frage!

Denn diese Frage impliziert die These, daß nur noch näher zu Bestimmende in Gottes heiligem Zelte oder in sein ewiges Reich eingehen werden. Die Eintretenwerdenden haben bestimmte Conditionen zu erfüllen, damit sie eintreten werden. Genau diese Wahrheit ist aber in der nachkonziliaren Kirche so sehr verblaßt, daß sie kaum noch bekannt ist. Eigentlich dürfte es weder diesen Psalm noch die Bergpredigt in der Bibel geben, denn diese Frage ist doch schon völlig verkehrt: Gott liebe doch jeden Menschen und darum wird auch jeder in das ewige Leben eingehen. Ein Theologieprofessor der Katholischen Universität Eichstätts lehrt so gar, daß die einzige Möglichkeit, nicht in das Reich Gottes einzugehen, darin bestünde, nicht eingehen zu wollen. Gott zwänge halt Niemandem das ewige Leben auf!

Die Rede von der bedingungslosen Liebe Gottes zu allen Menschen läuft auf das Gleiche hinaus: Weil jeder ein von Gott Bejahter sei, werde jeder in das Reich Gottes aufgenommen werden!

Ist dieser Wandel nun so zu deuten, daß in Folge vertiefter Gotteserkenntnis die nachkonziliare Kirche den Irrtum der Anfangsfrage des Psalmes wir der Bergpredigt Jesu Christi erkannt und korrigiert habe, so wie Papst Franziskus eben feststellte, daß Jesus sich im Vaterunsergebet verirrt hatte, als er uns lehrte: Gott, führe uns nicht in Versuchung? Wie legitimiert sich dann aber ein solches Über-die-Schrift-Hinaus, daß wir Heutigen besser Gott erkennen als die hl.Schrift? Denn nirgendwo in der Bibel wird das so gelehrt wie es der bedeutendste Kirchenlehrer des 20. Jahrhundertes, Willy Millowitsch, auf den Punkt brachte, daß wir zwar alle kleine Sünderlein seien, aber doch alle in den Himmel kämen! Auch hat die Kirche nie so gelehrt und die Reformatoren schon gar nicht. Denn diese vertraten eine strenge Prädestinationslehre, daß nur die von Gott dazu Erwählten in das ewige Leben eingehen werden, ähnlich den Jansenisten innerhalb der Katholischen Kirche!

Aus der Theologie ist diese nachkonziliare Vorstellung von einer bedigungslosen Liebe Gottes zu all seinen Geschöpfen, sodaß alle in den Himmel aufgenommen werden, nicht ableitbar. Woher kam dann dies Kuckusei, das nun in der nachkonziliaren Kirche so heimisch geworden ist?


Meine These dazu: Die Bejahung der Menschenrechtsideologie führte zu der Bejahung dieser Vorstellung. Es sei eben mit der Menschenwürde unvereinbar, daß Gott Menschen vom ewigen Heile ausschlösse. Schon gar nicht dürfe gelehrt werden, daß Jesus Christus im Endgericht frägt: Wie hieltest Du es mit der Religion?, und nur die Anhänger der wahren Religion in sein ewiges Reich aufnehmen werde. Denn die Menschenrechtsideologie besagt ja, daß Niemand ob seiner Religion oder auch Nichtreligion diskriminiert werden dürfe. Wenn es ein Endgericht geben sollte, dann dürfe das nur eines nach den Werken der Menschen sein unter völliger Nichtberücksichtigung ihres religiösen Lebens. Und in diesem Gericht könnte Jesus nur von den Menschen das an Gutem Tuem einklagen, was jeder aus sich heraus ohne eine Beihilfe der göttlichen Gnade hätte wirken können, denn Jesus könne Niemandem zum Vorwurf machen, daß Gott ihn nicht mit göttlichen Gnaden zur Hilfe kam. Ein solches Gericht widerspräche aber nun ganz und gar der Lehre der Kirche über das göttliche Endgericht.

Das verführte nun dazu, daß faktisch nun doch Willy Millowitsch zu dem Kirchenlehrer der heutigen Zeit avancierte, den man zwar nicht offiziell huldigt, aber von ganzem Herzen bejaht. Und so verliert der Pslam 15 und die Bergpredigt Jesu ihr Heimatrecht in der Kirche. Da aber nun diese zwei Texte immer noch in der Bibel stehen, müssen sie umgedeutet werden. Das gelingt nun, indem die Anfangsfrage: „Wer wird wohnen“ gestrichen und ersetzt wird durch die Frage: Wie ist eine humane Gesellschaft möglich? Wie haben wir zu leben, damit die Gesellschaft, in der wir leben, menschlicher wird? Das ist die Religion des Humanitarismus, daß jeder Mensch ein Anrecht auf ein gutes Leben auf Erden habe. Auch die Katholische Kirche habe dann dazu ihren Beitrag zu liefern unter dem Banner dieses Humanitarismus. (Vgl dazu Gehlens Kirchenkritik in seiner Schrift: „Moral und Hypermoral“)

 

Samstag, 11. Dezember 2021

Ein Zukunftsausblick für die Katholische Kirche?

Ein Zukunftsausblick für die Katholische Kirche?


Wer bietet dies an: „Tanz gegen Rassismus“, „diversitätssensiblen Geschichts-unterricht“, „Gendertalk“? Kath net offenbart es uns: Die evangelischen Akademien Deutschlands. (10.12.2021) Besteht eine berechtigte Hoffnung, daß in Bälde das Bildungsangebot katholischer Akademien nicht ähnlich klingen wird? Die Reformation wollte die neue „Kirche“ von der Last der Tradition befreien, es sollte nur noch die Bibel gelten, aber nicht der Kanon der Kirche. Luther kreierte eben für seine neue Kirche einen eigenen Kanon.

Aber wie ist es dann zu erklären, daß bei so einem biblizistischen Fundamentalismus des Anfanges jetzt diese „Kirche“ sich ganz von diesem einstigen Fundament emanzipiert hat, um nur noch eine „Kirche des Zeitgeistes“ zu sein. Es drängt sich der Verdacht auf, daß, hatten die Reformatoren die Tradition und das Lehramt verbrannt, als nicht mehr verbindlich erklärt, nun auch die Bibel selbst diesem einmal entfachten Brand zum Opfer gefallen ist. Denn das historisch kritisch geschulte Auge erkennt ja dann auch die Bibel als eine Synthese komplexer Traditionen, redaktionell überarbeitet, mit Glossen versehen, eben ein ganz und gar menschlich kirchlich hervorgebrachtes Produkt. Die literarische Werk sei eben so sehr bedingt durch die Vorstellungswelt ihrer Autoren, das sie für uns modernen Leser einfach so nicht mehr normativ sein könne.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel aus einer evangelischen Schulunterrichtsstunde. Das Thema ist die Christologie. Die Dekonstruktion der traditionellen Christologie erfolgte nun so. Es sei zwischen der judenchristlichen und der heidenchristlichen Vorstellung von Jesus von Nazareth zu distingieren. Judenchristlich sei die Vorstellung einer Adaption: Gott habe Jesus zu seinem Sohn adoptiert. Das sei die ursprüngliche Intention der Erzählung der Taufe Jesu. Jesus ist biologisch gesprochen nur ein Mensch, aber durch seine Adoption gilt er juristisch als der Sohn Gottes. Dem hellenistischen Denken sei dieser Adaptionismus nicht zugänglich, denn die dachten biologistisch und interpreterten so die Gottessohnschaft Jesu als, daß er wirklich biologistisch Gott zu seinem Vater gehabt hätte. Das drücke die Erzählung von der Jungfrauengeburt aus.

Wir Heutigen leben nun weder in der Vorstellungswelt der Juden noch der Griechen. So müssen wir fragen, wie wir uns diese beiden Vorstellungen über Jesu Gottessohnschaft so übersetzen können, daß die so gewonnene Vorstellung eine für uns akzeptable wird. Die Lösung: Die Intention der jüdischen wie auch der hellenistischen Vorstellung sei doch die, daß Jesus eben eine besondere, ihn auszeichnende Gottesbeziehung lebte und so als einer außergewöhnlicher Mensch wahrgenommen wurde. Nur, dieser Jesus von Nazareth war eben doch nur ein Zeitgenosse und ein Kind seiner Zeit, sodaß das Meiste von ihm Gelehrte für uns kaum noch eine Bedeutung hat. Statt nun Jesu Botschaft mühsam zu aktualisieren, sodaß Jesus uns heuer lehre, daß wir gegen Rassismus, für die Genderideologie und gegen das CO2 zu kämpfen haben, reiche es doch aus, gleich das aktuelle Programm der Politischen Korrektheit zu verkünden.

Die Autorität der hl. Schrift ist so gesehen durch die selbe Destruktionskraft zerstört worden wie vor dem die Autorität der Tradition und des Lehramtes.So kann dann jetzt die „Evangelische Kirche“ ganz sich dem vorherrschenden Zeitgeist hingeben, da in ihr alle anderen Autoritäten entwertet worden simd.

Gibt es eine berechtigte Hoffnung, daß dieser Zerfallsprozeß sich nicht auch so in der Katholischen Kirche abspielen wird? Eigentlich nicht, denn durch die kritiklose Affirmation der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung muß die hl. Schrift ihre Autorität Schritt für Schritt verlieren, bis man auch in ihr ganz auf sie verzichten kann. Die Bibel wird dann auch hier mit der Tradition und dem Lehramt ganz dem herrschenden Zeitgeist weichen.



Ein Zukunftsausblick für die Katholische Kirche?


Wer bietet dies an: „Tanz gegen Rassismus“, „diversitätssensiblen Geschichts-unterricht“, „Gendertalk“? Kath net offenbart es uns: Die evangelischen Akademien Deutschlands. (10.12.2021) Besteht eine berechtigte Hoffnung, daß in Bälde das Bildungsangebot katholischer Akademien nicht ähnlich klingen wird? Die Reformation wollte die neue „Kirche“ von der Last der Tradition befreien, es sollte nur noch die Bibel gelten, aber nicht der Kanon der Kirche. Luther kreierte eben für seine neue Kirche einen eigenen Kanon.

Aber wie ist es dann zu erklären, daß bei so einem biblizistischen Fundamentalismus des Anfanges jetzt diese „Kirche“ sich ganz von diesem einstigen Fundament emanzipiert hat, um nur noch eine „Kirche des Zeitgeistes“ zu sein. Es drängt sich der Verdacht auf, daß, hatten die Reformatoren die Tradition und das Lehramt verbrannt, als nicht mehr verbindlich erklärt, nun auch die Bibel selbst diesem einmal entfachten Brand zum Opfer gefallen ist. Denn das historisch kritisch geschulte Auge erkennt ja dann auch die Bibel als eine Synthese komplexer Traditionen, redaktionell überarbeitet, mit Glossen versehen, eben ein ganz und gar menschlich kirchlich hervorgebrachtes Produkt. Die literarische Werk sei eben so sehr bedingt durch die Vorstellungswelt ihrer Autoren, das sie für uns modernen Leser einfach so nicht mehr normativ sein könne.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel aus einer evangelischen Schulunterrichtsstunde. Das Thema ist die Christologie. Die Dekonstruktion der traditionellen Christologie erfolgte nun so. Es sei zwischen der judenchristlichen und der heidenchristlichen Vorstellung von Jesus von Nazareth zu distingieren. Judenchristlich sei die Vorstellung einer Adaption: Gott habe Jesus zu seinem Sohn adoptiert. Das sei die ursprüngliche Intention der Erzählung der Taufe Jesu. Jesus ist biologisch gesprochen nur ein Mensch, aber durch seine Adoption gilt er juristisch als der Sohn Gottes. Dem hellenistischen Denken sei dieser Adaptionismus nicht zugänglich, denn die dachten biologistisch und interpreterten so die Gottessohnschaft Jesu als, daß er wirklich biologistisch Gott zu seinem Vater gehabt hätte. Das drücke die Erzählung von der Jungfrauengeburt aus.

Wir Heutigen leben nun weder in der Vorstellungswelt der Juden noch der Griechen. So müssen wir fragen, wie wir uns diese beiden Vorstellungen über Jesu Gottessohnschaft so übersetzen können, daß die so gewonnene Vorstellung eine für uns akzeptable wird. Die Lösung: Die Intention der jüdischen wie auch der hellenistischen Vorstellung sei doch die, daß Jesus eben eine besondere, ihn auszeichnende Gottesbeziehung lebte und so als einer außergewöhnlicher Mensch wahrgenommen wurde. Nur, dieser Jesus von Nazareth war eben doch nur ein Zeitgenosse und ein Kind seiner Zeit, sodaß das Meiste von ihm Gelehrte für uns kaum noch eine Bedeutung hat. Statt nun Jesu Botschaft mühsam zu aktualisieren, sodaß Jesus uns heuer lehre, daß wir gegen Rassismus, für die Genderideologie und gegen das CO2 zu kämpfen haben, reiche es doch aus, gleich das aktuelle Programm der Politischen Korrektheit zu verkünden.

Die Autorität der hl. Schrift ist so gesehen durch die selbe Destruktionskraft zerstört worden wie vor dem die Autorität der Tradition und des Lehramtes.So kann dann jetzt die „Evangelische Kirche“ ganz sich dem vorherrschenden Zeitgeist hingeben, da in ihr alle anderen Autoritäten entwertet worden simd.

Gibt es eine berechtigte Hoffnung, daß dieser Zerfallsprozeß sich nicht auch so in der Katholischen Kirche abspielen wird? Eigentlich nicht, denn durch die kritiklose Affirmation der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung muß die hl. Schrift ihre Autorität Schritt für Schritt verlieren, bis man auch in ihr ganz auf sie verzichten kann. Die Bibel wird dann auch hier mit der Tradition und dem Lehramt ganz dem herrschenden Zeitgeist weichen.
































 

Freitag, 10. Dezember 2021

Ein paar Fragwürdigkeiten zum Dialogkonzept der Kirche



Irgendwie steht ja die „Mission“ in dem Rufe, etwas Vorkonziliares zu sein, sei doch die Mission verbunden mit der Vorstellung, daß die christliche Religion zumindest wahrer sei als die anderen Religionen, ja vorkonziliar sei sogar gelehrt worden, daß Gott selbst es nicht gleichgültig sei, ob wer evangelisch oder katholisch sei. Sind aber erstmal alle Religionen als gleich wahr anerkannt, wenn sie sich gar wechselseitig als gleich wahre anerkennen, dann könne doch jede Art von christlicher Mission nicht mehr bejaht werden. Da nun die Erklärung des 2.Vaticanumes zu den anderen Religionen so gelesen wird, daß jeder in seiner Religion das Heil erlangen könne, beende so dies Konzil die Kirchenepoche der Mission.

Zu untersuchen wäre einmal,ob der Abaelard zugeschriebene Ausspruch: „facienti quod in se est deus non denegat gratiam=dem das ihm aus sich mögliche (ergänze: an Gutem) tut, dem wird Gott die Gnade nicht verwehren.“ Das hieße bezogen auf die Welt der Religionen: Wenn ein Gläubiger welcher Religion auch immer nur das wirkt an Gutem, was ihm in seiner Religion an Gutem möglich ist, dem wird Gott so seine Gnade geben, daß es ausreicht für sein ewiges Heil. Dann erübrigte sich ja selbstverständlich jede Mission, da so in jeder Religion ein Heilsweg enthalten wäre.


Aber was tritt nun an die Stelle der einstigen Missionstätigkeit der Kirche? Das Konzept des Dialoges! Zur Problematisierung dieses Konzeptes: Ein Theologieprofessor des Neuen Testamentes erklärt: Im Urchristentum habe nie ein Christ zu Jesus Christus gebetet sondern höchstens in Jesu Namen zu Gott. Eine Gebetspraxis, stattdessen zu Jesus zu beten, verstoße so nicht nur gegen die urchristliche Gebetspraxis sondern verunmögliche auch jedes ernsthafte Gespräch mit der Synagoge. Denn für den jüdischen Monotheismus sei ein Beten zu Jesus unzumutbar und ein Angriff auf das jüdische Glaubensbekenntnis, daß es nur einen Gott gäbe. Um des christlich-jüdischen Dialoges willen haben wir Christen also auf jedes Beten zu Jesus Christus zu verzichten.

Ein Szenenwechsel: Ein ökomenischer Wortgottesdienst wird vorbereitet. Wie selbstverständlich verzichten die daran beteiligten Katholiken für diesen Gottesdienst auf Gebete zur Mutter Gottes oder zu anderen Heiligen. Warum? Um die Protestanten nicht zu brüskieren, hätten eben wir Katholiken auf die uns eigene Gebetspraxis zu verzichten. Im christlich- jüdischen Dialog müsse eben auf das Gebet zu Jesus Christus verzichtet werden, in der ökumenischen Praxis auf ein Beten zu den Heiligen.

Es wäre ja auch eine ganz andere Dialogpraxis vorstellbar, daß eben das Kontroverse diskutiert wird, daß der Katholik begründet dem Juden gegenüber, warum er zu Jesus betet und dem Protestanten gegenüber, warum er zu Maria, der Mutter Gottes betet. Aber der Wille zum Konsensus schließt von vornherein alles Kontroverse aus; man redet nur über das Gemeinsame. Ein strukturelles Problem wird hierbei noch sichtbar: Der Katholik glaubt gegenüber dem Juden an „mehr“, daß eben auch zu Jesus und zu den Heiligen zu beten ist, der Jude, daß nur zu Gott zu beten ist. Um des Konsens willen läßt sich nun der Katholik auf die Reduktion seiner eigenen Gebetspraxis auf das jüdisch Zulässige ein, Dialogisiert er mit Protestanten, läßt er sich seine Gebetspraxis auf das evangelisch Zulässige reduzieren. Spricht der Katholik mit einem Atheisten, verzichtet er ganz auf das Gebet, um gemeinsam für eine Optimierung der Welt sich zu engagieren.

Das Konzept des Dialoges erheischt so beständig eine Reduzierung der katholischen Identität um des Konsensus willen! Die Wahrheit der Katholischen Glaubens wird so vorgestellt als eine Aneinanderreihung von Wahrheiten,die alle mehr oder weniger unverbunden nebeneinander stehen, sodaß, je nach mit wem zu dialogisieren ist, das jeweils Störenkönnende aus dem Dialog ausgeschlossen wird. Die Wahrheit des Glaubens müsse eben um des Dialoges willen zersplittert werden, daß immer nur das für den Anderen Zumutbare im Dialog zu zitieren ist.

 

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Joseph Kardinal Ratzinger: "Abschied vom Teufel?"

 

Joseph Kardinal Ratzinger: „Abschied vom Teufel?“


In dem klug geschriebenen Buch: Joseph Kardinal Ratzingers: Zur Lage des Glaubens.Ein Gespräch mit Vittorio Messori“ 1985 finden sich Aussagen zum „Fürsten dieser Welt“(S.144), die theologisch korrekte Leser nur in Entsetzen versetzen können. Aber dieser Mut zum Unpopulären zeichnet Papst Benedikt aus in einer Kirche, für die höchst das Hören auf den vorherrschenden Zeitgeist die Lebenspraxis geworden ist.

Mehr als anstößig ist es doch, wenn der Kardinal zustimmend Papst Paul VI zitiert: „Ich habe den Eindruck,daß durch irgendeinen Spalt der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen ist...Wenn Christus so häufig im Evangelium diesen Feind der Menschen erwähnt,dann erkennen wir darin etwas,das der Natur fremd ist,das in die Welt gekommen ist, um Verwirrung zu stiften,um die Früchte des Ökumenischen Konzils zu zerstören und um die Kirche daran zu hindern, den Freudenhymnus anzustimmen, indem es Zweifel,Ungewißheit,Problematik,Unruhe und Unzufriedenheit sät.“ (S.142)

Der Teufel, mitten in der Kirche wirkend? Ja, wo wurde den Jesus Christus selbst mit dem Teufel konfrontiert? Petrus, zu dem er sagen mußte: „Weiche von mir!“, als der spätere erste Papst ihn von seinem Weg zum Kreuze abbringen wollte und dann in Judas Ischariot, in den der Teufel einfuhr, damit er ihn verrate. 2 aus dem engsten 12er Kreis! Und die Wüste, in der ihn der Teufel versuchte, gilt in der religiösen Topologie wie die Berge und die Höhen als besondere Orte der Nähe Gottes.Genau da wirkt er, wo Oberflächliche ihn nicht erwarten.

Papst Paul VI, der Kardinal zitiert auch diese weniger bekannte Aussage zustimmend: „Die Wirklichkeit des Bösen ist nicht bloß ein Mangel, sondern eine wirkende Macht,ein lebendiges,geistiges Wesen,das pervertiert ist und selbst pervertiert:eine furchtbare, geheimnisvolle und beängstigende Wirklichkeit.“ (S.142) Der Satan ist eben ein gefallener Engel und hat so seine Engelmacht nicht eingebüßt, wie ja auch der gefallene Mensch nicht seiner Fähigkeiten beraubt wurde, nur daß er als Gefallener dazu geneigt ist, sie zum Bösen anzuwenden. Eine der größten Misverständnisse ist so die Meinung, das Böse sei nur ein Mangel am Guten, als wenn eine vergewaltigte Frau ein Opfer defizitärer Nächstenliebe wäre.

Papst Paul VI urteilt dann gar: „Wer sich weigert,diese Realität anzuerkennen,verläßt den Boden der biblischen und kirchlichen Lehre“. (S.142)

Wie versuchen nun liberale Theologen, diesen Skandalon aus der Welt zu schaffen?Kardinal Ratzinger erfaßt diese Methode so: „In diesem speziellen Fall räumt man ein – man kann es nicht anders -, daß Jesus, die Apostel,die Evangelisten von der Existenz der dämonischen Mächte überzeugt waren. Aber gleichzeitig erklärt man es für abgemacht, daß sie in dieser ihrer Überzeugung >Opfer< der damaligen jüdischen Denkformen waren.“ (S.149) Diese damaligen Vorstellungen können aber nicht mehr die unsrigen sein und darum müssen eben die Aussagen, die unserem modernen Weltbild widersprächen entmythologisiert werden, um es mit Bultmann zu formulieren. Nicht mehr ist die Bibel die Welt als sie beurteilend zu lesen, sondern die Welt, unser heutiges Weltverständnis ist die Norm für die Bibelauslegung. (vgl S.150) So wird in der aktuellen Debatte um die Homosexualität auch vorgegangen.

Aber der eigentliche Skandalon ist dabei der, daß moderne Theologen sich anmaßen, besser Bescheid zu wissen über das Böse als der Sohn Gottes selbst!

Die Parole des „Abschiedes vom Teufel“ muß so als eine große Realitäts-verweigerungsaktion begriffen werden: Was mir nicht gefällt, kann und darf nicht wahr sein! In der Kirche verhält man sich dabei wie ein Unterhaltungskünstler, der aus seinem Programm rauswirft, was bei seinem Publikum nicht mehr ankommt.Daß die Kirche so ihren Abschied nimmt vom Paradigma der Wahrheit, sie hat das zu sagen, was wahr ist, zu dem der Unterhaltungsindustrie des Produzierens gemäß dem Publikumsgeschmackes, gründet sich, wie Kardinal Ratzinger es in diesem Buche darlegt, in dem säkularistischen Kirchenverständnis: „Auch bei einigen Theologen erscheint die Kirche als ein menschliches Konstrukt,als ein Instrument,das von uns geschaffen ist und das somit wir selbst je nach den Erfordernissen des Augenblicks frei umorganisieren können.“ (S.45)

Das erleben und erleiden wir ja nun in extenso auf dem „Synodalen Irrweg“, auf dem dies rein säkularistische Kirchenverständnis das dominierende ist. Die postmoderne Gesellschaft mit ihren Bedürfnissen soll eben den Kurs der Kirche bestimmen. Da paßt dann eben eine so unerquickliche Wahrheit wie der der Existenz des Satans nicht mehr hinein. Darum wird er eben abgeschafft. Es muß aber auch konstatiert werden,daß ein bloßes Zitieren der Bibel und der Tradition über den Teufel nicht ausreicht, der Teufel muß auch begriffen werden als notwendiges Element des theologischen Denkens. Der große und jetzt so viel geschmähte Anselm von Canterbury begnügte sich eben nicht damit, das Geschehensein des Kreuzes Christi zu betonen, so hat es sich eben ereignet am Karfreitag, sondern er seine Aufgabe darin, dies Ereignis auch zu begreifen: Warum mußte Jesus Christus wozu am Kreuze so sterben? Der Teufel ist so noch nicht begriffen worden! Aber als etwas Unbegriffenes steht er immer auch in der Gefahr, zuerst aus dem theologischen Denken und dann aus der Frömmigkeit herauszufallen! Unbegriffen löst sich diese Vorstellung dann auf wie die Vorstellung von der Erbsünde, weil es nicht gelingt, diese Vorstellung theologisch zu begreifen. (Vgl dazu mein Buch: Der zensierte Gott)


Mittwoch, 8. Dezember 2021

Erschreckende Zahlen: Die Coronatoten und die "Abtreibung"Toten - geht es wirklich um den Lebensschutz?

Erschreckende Zahlen: Die Coronatoten und die „Abtreibungs“Toten


Am 8.12. 2021 werden die Zahl der an Corona Verstorbenen in Deutschland mit 10400 angeben, in 2 Jahren. Im Jahre 2020 sind in Deutschland dagegen in einem Jahre 99948 Kinder im Mutterleibe getötet worden: In einem Jahr sterben so fast so Menschen an der „Abtreibung“ wie in 2 Jahren an Corona!

Viele Menschen sterben an Corona 60 Jahre und älter, andere jünger, ihnen verkürzte das Coronavirus das Leben, die Tötung im Mutterleibe dagegen tötet, bevor sie überhaupt die Welt sehen konnten; ihnen wird ihr ganze Leben geraubt.

Wie reagiert nun die Politik auf diese 2 Zahlen an Toten? Zur Eindämmung der Coronaseuche hat die Regierung ein Bündel an Maßnahmen beschlossen und durchgeführt, die die Freiheitsrechte der Bürger einschränken um der Gesunderhaltung der Bürger willen. Und was unternimmt die Regierung angesichts von fast 100 000 getöteten Kindern im Mutterleibe? Nichts, nein die neue will das Werbeverbot für die Kindestötung im Mutterleibe gar abschaffen: Ärzte dürfen dann für ihren Abtreibungsservice: „Ihr Kind töte ich!“ werben! Vielleicht werden dann solche Werbeinserate geschaltet: „CO2 emissionsfreie Abtreibung, biologisch natürlich, ohne Chemie, 100 Prozent Erfolgsquote.“ Jetzt schon sterben pro Jahr so doppelt so viele Menschen an den staatlich erlaubten Abtreibungen als am Coronavirus.

Für was darf nun in Bälde geworben werden? Für Mord! Wer nun spontan urteilt, daß wäre ein so hartes Urteil über eine Abtreibung, dem sei dies vor Augen geführt. Mord liegt dann von, wenn es eine Tötungsabsicht des Getöteten gab, wenn die Tötung heimtückisch und wenn die Tötung aus niederen Beweggründen vollzogen wurde.Die Tötungsabsicht liegt seitens des Arztes bei jeder „Abtreibung“ vor. Der klassische Fall einer heimtückischen Tötung ist das Erschießen eines Schlafenden. So ist auch die Tötung eines Kindes im Mutterleibe heimtückisch, weil der Getötete in diesem Falle chancenlos ist, der Tötung irgendwie zu entgehen. Zum Contrast könnte ein Duell angenommen werden, in dem beide Parteien die Absicht haben, den Anderen zu töten, aber hier wäre eine erfolgte Tötung nicht heimtückisch vollzogen worden. Man denke an das Genre des Westerns, in dem die „Schurken“ gern versuchen, den „Helden“ hinterrücks zu erschießen, der „Held“ dann aber am Ende in einem fairen Duell den „Bösewicht“ tötet als zigfachen heimtückischen Mörder. Duelle sind strafbare Handlungen, nur dürfte im Regelfall, wenn einer der Duellanten so zu Tode kam, der Töter nicht des Mordes verurteilt werden. Ärzte „treiben“ Kinder im Mutterleibe ab um des Geldverdienstes. Welche Arzt vollzöge wohl eine „Abtreibung“, wenn die Mutter nicht krankenversichert wäre und kein Geld hätte, um die Tötung zu bezahlen. Nun mag ein Arzt auch aus anderen Motiven diese Art der Kindestötung vornehmen, um etwa der Schwangeren zu helfen, wenn aber er diese Maßnahme unterläßt, erfolgte keinerlei Bezahlung dafür, ist der Geldverdienst als niederes Motiv anzusehen, sodaß es sich tatsächlich um einen Mord handelt. Als Kontrast: In einem Kriege töten Soldaten auch absichtlich feindliche Soldaten, es können nicht alle in einem Krieg erfolgten Tötungen auf das Modell einer Selbstverteidigungsaktion mit der Inkaufnahme der Tötung des Angreifers zurückgeführt werden. Aber in einem Kriege fehlt im Regelfall die Tötung aus niederen Motiven, wie etwa das eines Geldgewinnes.

Im selben Augenblick, da die Regierung viel unternimmt, um Menschen vor der Coronaseuche zu schützen, will sie die Werbung für das Töten von Kindern im Mutterleibe erlauben. Dabei sterben jetzt schon pro Jahr doppelt so viele Menschen an den staatlich erlaubten Abtreibungen wie an dem Coronavirus!

Wenn es der Regierung um einen Lebensschutz ginge, warum verbietet sie dann nicht diese Tötungen im Mutterleibe? Politisch ist das möglich, wie es die polnische Regierung zeigt; aber diese wird nun für diesen Lebensschutz in der EU aufs heftigste attackiert! Oder geht es der Regierung gar nicht um den Lebensschutz?