Sonntag, 7. Januar 2024

Wie ein deutscher Reformbischof die „Spaltung in Kirche und Gesellschaft“ überwinden möchte

 

Wie ein deutscher Reformbischof die „Spaltung in Kirche und Gesellschaft“ überwinden möchte


Kath de informiert nun ihre Leserschaft über Bischof Feiges Konzept zur Überwindung dieser Spaltung: „Bischof sieht Spaltung in Kirche und Gesellschaft

Feige: Traditionalisten empfinden Vielfalt als blasphemisch“ (6.Jänner 2024). Um die Spaltung zu überwinden ist zuvörderst eine Ursachenklärung notwendig! An der innerkirchliche Spaltung seien die „Traditionalisten“, im evangelischen Bereich die Evangelikalen und in der Gesellschaft gewisse politische Kräfte schuld:"Wir erfahren uns gesellschaftlich wie innerkirchlich inzwischen als gespalten. Dieses Gefühl großer Verunsicherung wird von bestimmten politischen Gruppen nur allzu gerne genutzt, um gegen die Vielfalt eine vermeintliche 'Volkseinheit' zu beschwören. Und traditionalistische oder evangelikale Christen sehen darin dekadente und blasphemische Züge", erläuterte Feige.“ Durch dies Ausnützen der Verunsicherung betrieben also diese Kräfte das Geschäft der Spaltung.

Bischof Feige setzt hierbei ganz auf die bewährte Praxis, einen Brand: „Feuer! Feuer!“ durch die Inhaftierung des Brandmeldenden zu löschen. Nun zeichnet sich die hier vom Bischof angewandte Verschwörungstheorie nicht gerade durch eine besondere Kreativität aus, auch verzichtet er darauf, auf das Zusammenwirken der „bestimmten politischen Gruppen“, gemeint ist damit natürlich die AfD und alle anderen Rechten mit den Traditionalisten und Evangelikalen hinzuweisen, wohl im Vertrauen darauf, daß die Hörer schon diese Zusammenhänge erkennen, wenn der Bischof sich eben aufs Andeuten beschränkt. Vielleicht hätte ja auch eine zu klare Parteipolitikrede von der einen bösen und den vielen guten Parteien kontraproduktiv gewirkt.

Was tun?“, ist nun mit Lenin zu fragen. Bischof Feige gibt uns eine klare Antwort:Papst Franziskus weist uns den rechten, Entschuldigung, den politisch korrekten Weg! Was kann damit dieser Bischof nur meinen? Die gut informierte Leserschaft von Kath de weiß da aber sofort Bescheid: Es ist vorrangig an Papst Franziskus heroischen Kampf wider die „Alte Messe“ erinnert, in dem er auch seinen Kampf gegen Papst Benedikt XVI krönt: So springt man mit den die Kirche spaltenden „Traditionalisten“ um. Genauso viel Bewunderung erheischt seine harte Hand gegen seine conservativen Kritiker, selbst das Gehalt und die Wohnung nimmt er einem seiner „Feinde“. Aber auch Papst Franziskus permanenten Kampfansagen an alle Conservativen, Rückwärtsgewandten begeistert wohl diesen Bischof.

Wie nun überwindet man damit aber die Spaltungstendenzen in der Gesellschaft und der Kirche? Hier erweist sich unser Reformbischof als großer Dialektiker: Die Spaltung überwindet man, indem man sie radicalisiert! Dazu dividiert man die in der Gefahr der Spaltung sich befindenden Einheit in die Bösen und die Guten: Die Bösen betrieben die Spaltung. Die müssen nun nur noch aus der gefährdeten Einheit ausgeschlossen werden, damit dadurch sich die Einheit neu konstituiert durch die Exkommunikation der Bösen.

Nicht ohne eine gewisse Raffinesse wird nun dieser Ausschluß der Unerwünschten als ein Votum für die Bejahung der Pluralität verkauft.Kritiker des postmodernistischen Relativismus müssen eben aus dem öffentlichen Diskurs entfernt werden, denn die Tugend der Toleranz verlangt eben die Intoleranz den Intoleranten gegenüber. Diese Argumentationsfigur ist ja nun schon fest beheimatet in der Anti-Rechts-Kampfrhetorik: Um der Buntheit willen sind alle Nichtpolitischkorrekten auszuschließen, sodaß sich die Vielfalt der erlaubten Farben auf Rot und Grün und auf die Homosexfahnenfarben reduziert. So wird die neue Einheit hervorgebracht, die auch damit alle Verunsicherungen in der Gesellschaft beseitigen wird durch die klare Ausgrenzung der Bösen aus dem öffentlichen Diskurs.Die „Volkseinheit“ wird so substituiert durch die Gemeinschaft der Gutmenschen, der Papst Franziskus als der große Kämpfer gegen alles Conservative und Traditionalistische voranschreitet.

Die Spaltung zu überwinden verlangt eben die konsequente Radicalisierung der Spaltung bis zum Ausschluß aller Unerwünschten!Es darf hier aber auch an die alte Römerweisheit: "Spalte und herrsche!" erinnert werden. Die Proklamation des inneren Feindes macht wie die Kirche so auch die Gesellschaft gut beherrschbar.

Samstag, 6. Januar 2024

Die drei Könige, die drei Sterndeuter- so viel Probleme bereiten sie der Kirche

 

Die drei Könige, die drei Sterndeuter- so viel Probleme bereiten sie der Kirche



Wer den Katechismus 2116 nachliest unter der Rubrik: „Wahrsagerei und Magie“ erhält eine klare Aussage: Astrologie ist verwerflich, gegen das Urteil des hl Thomas von Aquin, der sie nur dann für mit dem Glauben unvereinbar hielt, wenn sie die Willensfreiheit des Menschen verneine, sodaß der Sünder sich mit den Sternen: „Ich mußte so handeln, weil die Sterne mich dazu determiniert haben, exculpieren könne.

Nur was soll nun aus den drei Sterndeutern werden, denn die Sterndeutung ist nichts anderes als Astrologie.Nun kann der von ihnen gesichtete Stern ein zum Sternenhimmel gehöriger Stern oder ein eigenes dazu von Gott selbst dazu erschaffener gewesen sein, aber es bleibt das Problem, daß der Stern den Sterndeutern nur etwas sagte, weil sie ihn deuten konnten. Joseph wie auch der Prophet Daniel verstanden sich auf die Kunst der Traumdeutung, denn die Träume blieben den Träumern unverständlich bis daß sie für sie gedeutet wurden. So mußte der Stern auch erst gedeutet werden, damit er als der Wegweiser zur Krippe in Bethlehem werden konnte.

Wenn die Mutter Gottes die Verurteilung der Astrologie schon gekannt hätte, hätte sie dann nicht diese drei Astrologen von ihrem Kinde fern halten müssen: „Der Sohn Gottes hat mit Astrologen nichts gemein!“ Wie konnte Gott dann nur die Astrologie benutzen, um diese drei zur Krippe Jesu Christi zu führen. Ohne ihre Astrologiekenntnisse hätten sie ja den ihnen erscheinenden Stern nicht richtig deuten können. Aus den Sterndeutern wurden nun drei Könige, auch wohl, um der Astrologie aus dem Wege gehen zu können, aber es ist nicht zu eskamotieren: Wie konnten die Könige den ihn erscheinenden Stern richtig interpretieren.

Kath de erfaßt nun ein noch schwerwiegenderes Problem: „Dreikönigssegen: Ein Aberglaube mit christlicher Füllung?“ (6.Jänner 2024) „Stattdessen betont Dörrer den Brauch des Abwehrsegens, der mit den traditionellen Namen der Drei Könige verbunden scheint. Das ist vor allem deshalb logisch, da man mancherorts noch heute nicht "C+M+B" an die Türen schreibt, sondern "K+M+B"“.Der Ursprung des Sternsinersegens wäre also ein Abwehrsegen gewesen. „Vielmehr schreibt der österreichische Volkskundler Anton Dörrer dort: "Der Abwehrsegen der Drei Könige soll Ungutes von Hof und Haus fernhalten. Er lebt fast nur mehr in der ländlichen Sitte fort, dass der Hausvater am Vorabend die Anfangsbuchstaben der Drei Könige, vielerorts mit Kreuz und Jahreszahl verbunden (19+C+M+B+59), auf die oberen Türbalken im Hause kreidet, indes die Hausmutter alle Hausräume ausräuchert und die Angehörigen ihnen betend folgen."

Diese zutiefst abergläubische Praxis sei dann verchristlicht worden, indem das Kürzel umgedeutet wurde zu dem Wunsch:Christus, segne dies Haus.“Die gute Nachricht von Weihnachten nämlich, dass Gott in Christus unser Leben begleitet, unser Schicksal teilt und unser Leben an allen Tagen des Jahres begleitet. Daran kann man sich beim Durchschreiten der Haustür jedes Mal aufs Neue erinnern, wenn man die Augen zum Türsturz erhebt und die Inschrift der Sternsinger entdeckt: 20*C+M+B+24.“

Jetzt dienen diese 3 Buchstaben nur noch dazu,uns daran zu erinnern,daß Gott uns in Christus begleitet. Der Segen wird so völlig entsegnet , jeglicher Wirkkraft beraubt und umgeformt zu einer rein pädagogischen Maßnahme,uns an Jesus Christus zu erinnern. Dieser Jesus tut nun auch nichts anderes, als dabei zu sein in unseren glücklichen wie in unseren unglücklichen Tagen. Er teilt unser Schicksal. Man stelle sich einen Armen vor, blind und hungrig und es setzt sich nun jemand zu ihm: „Dein Schicksal teile ich, denn ich bin wie Du arm,blind und hungrig!“ Handelt so der Erlöser Jesus Christus? Aber daß der Heiland effektiv hilft, heilt und Lebensschicksale wendet,ist wohl auch nur abergläubisch.

Gottes Segen wirkt eben nichts. Und einst glaubten Christen noch, sich bedroht wissend von den dunklen Mächten der Unterwelt, daß sie Gottes Segen zum Schutz bedürften. Aber warum kämpfen dann die Reformer so leidenschaftlich für die Erlaubnis zur Segnung homosexueller Paare? Die Antwort kann nur heißen, daß es gar nicht um eine Segnung ihnen geht sondern stattdessen um eine öffentliche Anerkennung der homosexuellen Partnerschaft durch die Kirche.

Aber nun taucht noch ein Problem auf:Einer der drei Könige wird traditionell als ein schwarzer König dargestellt. Die drei Könige präsentieren eben die ganze Welt, alle Rassen, die kommen,um ihren König anzubeten. Das wird jetzt als ein grober Verstoß gegen die Dogmen der Politischen Korrektheit verurteilt. Das Zentralorgan der Politischen Korrektheit für die Katholische Kirche,kath de engagiert sich nun in dem Kampf gegen diese katholische Tradition mit der ihm eigenen Vehemenz am 4.Jänner 2024: „Konservativer Kulturkampf auf dem Rücken der Sternsinger“. Tatsächlich kritisierten gar CDU-Politiker den Verzicht auf den schwarzen König als ein inakzeptables Anbiedern an den politisch korrekten Zeitgeist. Nun zeichnen sich die C-Parteien nun nicht gerade durch Standhaftigkeit aus, aber das war selbst diesen ein Zuviel an Opportunität. Der Standpunktkommentar wirft nun diesen Kritikern,ja der Partei als Ganzes einen Rechtsruck vor, wohingegen die Sternsinger zum Glück schon längst auf diese Praxis verzichten würden. Nur Rechte bewahren eben die Traditionen, Progressive opfern alles Traditionelle als Reaktionäres auf dem Zeitgeistaltar.

Der Segen darf kein Segen mehr sein, sondern nur noch eine erinnerungspädagogische Maßnahme, und die Sterndeuter dürfen keine Astrologen mehr sein, weil das auch abergläubisch sei. Denn eigentlich geht es doch bei der Sternsingaktion nur darum, Spendengelder für Notleidende einzusammeln und alles andere ist Aberglaube. So soll eben die Kirche in eine linkshumanitaristische NGO transformiert werden, in der alles Religiöse keinen Platz mehr hat. Eine Religion aber, die ihre eigenntümliche Volksfrömmigkeit abschaffen will, zerstört sich so selbst, gerade in dem Unterfangen, sich als eine reine Moralagentur zu inszenieren.






Freitag, 5. Januar 2024

Gott will das Heil aller- aber wie paßt die Nichtuniversalität der Kirche dazu? Ist die Kirche gar überflüssig?

 

Gott will das Heil aller- aber wie paßt die Nichtuniversalität der Kirche dazu?


Wenn Gott das Heil aller Menschen will, die Kirche als das Mittel, durch das er das Heil für alle ermöglichen will, aber nicht universal ist, sondern erst zu einem bestimmten Zeitpunkt existierte und dann auch nicht auf der ganzen Welt vorhanden war, wie paßt dann der universalistische Heilswille Gottes zu der Partikularität der Kirche? Es könnte nun neben dem ordo salutis, wie Gott durch die Kirche Jesu Christi Menschen das Heil ermöglicht, durch das Medium der Predigt und der hl.Sakramente einen außerordentlichen ordo salutis geben, wie Gott ohne die Vermitelungstätigkeit der Kirche das Heil ermöglichen könne.

Nun heißt es zwar im Hebräerbrief: „Ohne Glaube aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen,denn wer zu Gott kommen will,muß glauben,daß er ist und daß er denen,die ihn suchen, ihren Lohn geben wird“ (Hebr,11,6) und Mk 16,16: „Wer glaubt und sich taufen läßt,wird gerettet,wer aber nicht glaubt,wird verdammt werden.“, aber dies wirft die Frage auf, ob diese Conditionen denn auch gelten könnten für Menschen, denen das Evangelium nie gepredigt wurde und für die es keine Möglichkeit gab, sich taufen zu lassen? Würde nun Gott das Heil abhängig machen von diesen zwei Conditionen, die sehr viele Menschen unmöglich erfüllen konnten, wäre das nicht ungerecht von Gott, gliche das nicht, um es in Anlehnung an den humanistischen Theologen Erasmus von Rotterdam zu formulieren, einem Lehrer, der von einem blinden Schüler eine Bildbeschreibung verlangte?

Auswege aus diesem Dilemma sind leicht konstrierbar, daß etwa eine natürliche Gotteserkenntnis jederzeit jedem möglich gewesen wäre,wobei diese für das Heil ausreichte, denn getauft werden konnten ja Menschen erst, nachdem der Sohn Gottes dies Sakrament in seiner Kirche eingesetzt hatte. Es könnte hinzugefügt werden, daß, wenn Menschen, gottgläubig im Sinne der natürlichen Gotteserkenntnis, dann die Möglichkeit des Taufsakramentes gegeben worden wäre, sie sich doch auch taufen gelassen hätten.

Aber diese Lösung produziert fast inakzeptable Kollateralschäden,denn dann wäre Gott ja ganz umsonst Mensch geworden, wenn die allzeits und überall mögliche natürliche Gotteserkenntnis für das Heil ausreichend gewesen wäre.

Noch fataler sind die Folgeschäden, wenn Gottes Liebe zu allen Menschen schon als der hinreichende Grund für das Heil aller konstruiert wird. Die Heilsvermittelungstätigkeit reduzierte sich dann auf die Vermittelung der Erkenntnis der jeden Menschen geltenden Liebe, daß jeder schon objektiv erlöst sei, und die Predigt und die Sakrmente dann nur noch der Erkenntisvermittelung dienten – so etwa der reformierte Dogmatiker Karl Barth. Eine solch rein objektivistische Erlösungsvorstellung muß dann jede Evangeliumsverkündigung und die Spende der Sakramente völlig überflüssig machen.Um des Heilsuniversalismus willen wird so der ganze ordo salutis als überflüssig genichtet und damit auch die Kirche.

Statt nun andere Konstruktionen zu konzipieren, die einen angemesseneren Ausgleich zwischen dem universalistischen Heilswillen Gottes und der Partikularität der Kirche versuchen, soll nun das Neue Testnament befragt werden, ob nicht hier eine gute Antwort auf dies gewichtige Problem zu finden ist. Zwei Lösungen finden sich.

Der erste Ansatz. Jesu Christi Hinabsteigen in das Reich des Todes, auch der Hölle wird im 1.Petrusbrief so ausgedeutet: „So ist er auch zu den Geistern gegangen,die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt.“ (3,19). Hier ist mit wenigen Worten eine geradezu faszinierende Lösungskonzeption skizziert: Der Heiland selbst predigt in der Unterwelt allen Verstorbenen und ermöglicht so ihnen, wenn sie der Predigt glauben, ihr Heil. Gott will das Heil der Menschen nicht ohne dessen Mitwirken. Um das aber zu ermöglichen, predigt der Sohn Gottes das Evangelium. Diese Konzeption präsumiert dabei, daß die Verstorbenen, nicht wie es Epikur und die vielen ihm Nachfolgenden lehren, einfach ganz tot sind, sich in Staub aufgelöst haben, sondern als unsterbliche Seelen in der Unterwelt wie in einem Gefängnis existieren und somit auch Hörer der Evangelimsverkündigung werden konnten. Das Heil bleibt so an das Heilsmittel der Predigt gebunden, aber die Predigt selbst wird universalisiert: Jesus Christus selbst predigt den Seelen der Unterwelt.

Der zweite Ansatz findet sich im 1.Korintherbrief des Apostelfürsten Paulus (1.Korinther 15, 29): „Wie kamen sonst einige dazu,sich für die Toten taufen zu lassen?“ Es ist davon auszugehen, daß diese Taufpraxis keine der korinthischen Gemeinde eigene Praxis gewesen wäre und Paulus bejaht diese Praxis. Diese Taufpraxis setzt also die Heilsnotwendigkeit der Taufe voraus, vgl dazu Johannes 3,1-7 und Mk 16,16. In Korinth wurde geglaubt, daß es für die Verstorbenen, die Ungetauften und wohl auch nicht christlich geglaubt Habenden eine Heilsmöglichkeit existiert: Christen lassen sich zu deren Heile taufen. Diese Taufe kommt so den Seelen der Verstorbenen zu Gute. Wie dies denkbar ist, bleibt in dieser Paulusaussage unklar. Wir wissen aber, daß in Korinth es Christen gab, die nicht an eine leibliche Auferstehung der Toten glaubten sondern das ewige Leben nur für die menschliche Seele erhofften.Die Seele an sich wird dabei wohl als unsterblich gedacht, aber in das ewige Leben kann sie dann nur als eine getaufte, sagen wir mal, gereinigte durch die Taufe eingehen. Die Seele kann dabei die Taufe gläubig empfangen , da die Seelen der Verstorbenen ja nicht als tot seiende gedacht werden.

So fand im Urchristentum die Kirche schon früh Antworten auf die Frage: Wie steht es denn um die Heilsmöglichkeit der vielen, die verstorben sind ohne daß sie eine Möglichkeit gehabt hatten, durch die Evangeliumspredigt und das Taufsakrament gerettet zu werden. Ihr Vorzug im Vergleich zu den theologischen Spekulationen: Sie gehören zur hl. Schrift, sind durch diese Autorität verbürgt! Charakteristisch dabei ist, daß beide Lösungen den Glauben an die unsterbliche Seele voraussetzen gerade auch als ein christliches Glaubensgut.



Donnerstag, 4. Januar 2024

Die verdrängte Wahrheit über den Menschen oder wovon die Kirche nicht mehr spricht

 

Die verdrängte Wahrheit über den Menschen oder wovon die Kirche nicht mehr spricht


Ein Theologe hört auf,Theologe zu sein,wenn er die Menschen nicht mehr für sündhaft oder erlösungsbedürftig hält und Erlöste von Nicht-Erlösten,Auserwählte von Nicht-Auserwählten nicht mehr unterscheidet,während der Moralist eine Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse voraussetzt.“, urteilt Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, 1932, Nachdruck 1996, S.63. Das gilt so auch für die Kirche, die durch solch einen Moralismus die christliche Religion als Erlösungsreligion nichten würde. Unter der „Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse“ ist nicht nur ein das Gute oder das Böse Wollen gemeint sondern auch das Gute oder Böse realisieren Können gemeint, es sei denn es würde die Moralität auf den guten Willen reduziert. Wenn dem Menschen dies Vermögen zugestanden würde, daß er autonom das, was gut ist, erkennen und dann auch als das Gute wollen und vielleicht gar realisieren kann, dann erübrigt sich jede Rede von einer Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Es könnten so auch nicht Erlöste und Nichterlöste geben, da jeder in jedem Augenblick das Gute wollen oder nicht wollen könnend ist und so weder erlöst noch nichterlöst sein kann.Er müßte als indifferent zu dem Guten oder dem Bösen gedacht werden, der so aber nur frei sich für das Gute oder das Böse entscheiden könnte.

Unter den Auserwählten und den Nichtauserwählten versteht der theologische Diskurs die Menschen, die Gott dazu bestimmt hat,erlöst zu werden und die, die er dazu nicht erwählt hat. Ein solches Erwählen Gottes, traditionell in der Prädestinationslehre expliziert, hat nun keinen Platz mehr in der Vorstellung vom Menschen, der nun allein auf sich gestellt das Gute wollen kann oder auch nicht.Denn selbst wenn Menschen sündigen, können sie ja danach wieder das Gute Wollen wählen können, wozu sie keiner Gnade Gottes bedürften.

Ein Pädagoge wird mit methodischer Notwendigkeit den Menschen für erziehbar und bildsam halten.“, ergänzt Carl Schmitt. Hiermit wird eine bedeutsame Einsicht formuliert. Es existieren verschiedene Diskurse über den Menschen, etwa der der Naturwissenschaften, der der Psychologie, der der Philosophie und auch der der Theologie. Nun könnte die Position vertreten werden, daß, da alle Diskurse sich auf den selben Gegenstand beziehen, den des Menschen, alle im Prinzip zu den gleichen Aussagen über ihn kommen müßten, wenn sie denn wahr sind. Aber Schmitt denkt hier anders: Der theologische Diskurs muß den Menschen notwendigerweise als einen Erlösungsbedürftigen explizieren, der pädagogische als einen Erzieh-und Bildbaren. In dem jeweiligen Diskurs ist dann diese verschiedene Anthropologie wahr. Diese These korreliert mit dem Grundanliegen Schmitts, den politischen Diskurs in seiner Selbstständigkeit gegenüber dem ökonomischen und moralischen zu konstruieren. So selbstständig der politische Diskurs zu führen ist, so selbstständig ist auch die theologische Anthropologie zu explizieren. Wie der politische Diskurs sein Eigenes verlöre,machte er sich abhängig vom Moral- und Ökomomiediskurs, so müsse auch die theologische Antropologie ihr Eigenes wahren, indem sie den Menschen im Kontext der christlichen Erlösungsreligion konstruiert.

Pointiert formuliert: Was immer der Mensch an sich (Kants Ding an sich) sein mag, in den differenten Diskursen erscheint er immer gemäß der dortigen Diskursordnung.Die Theologie wahrt dabei nur ihre Selbstständigkeit, wenn in ihr der Mensch im Raume der christlichen Erlösungsreligion begriffen wird und damit ihre Wahrheit bewahrt. Die anderen Diskurse über den Menschen sind nun im Sinne Schmitts nicht unwahrer oder wahrer, sondern es existieren sozusagen so viele Wahrheiten über den Menschen, wie es Diskurse über ihn gibt. Wo nun die Kirche ihr Verständnis des Menschen aufgibt, weil es das Menschenverständnis der Pädagogik, der Wirtschaftswissenschaft oder der Biologie übernimmt, verliert sie nicht nur ihre Anthropologie sondern destruiert sich selbst auch als Theologie.

Man denke sich einen Würfel mit seinen 6 Oberflächenseiten, 1, 2.....6 Augen zählend, jede Seite besitzt eine von allen anderen 5 Seiten verschiedene Anzahl von Augen und jede Seite ist doch wahr! Der Mensch in den diversen Diskursen gleicht so nach Carl Schmitt  einem  solchen Würfel: jeder Diskurs expliziert nur eine der vielen Seiten des Menschen.  

Mittwoch, 3. Januar 2024

Die hl.Anna im Widerspruch zur zeitgenössischen Universitätstheologie

Die hl.Anna im Widerspruch zur zeitgenössischen Universitätstheologie


Die Mutter der hl.Maria bringt wahrlich zeitgenössische Universitätstheologen aber auch so manche metaphysische Gotteslehre in die ärgste Bedrängnis, betete sie doch im Vertrauen auf den Rat ihres Ehemannes so: „Wir wollen Gott überwältigen mit unserer treuen Liebe.“ (Maria Valtorta, Der Gottmensch, Bd 1,S.24) und dann: „Hoffe,hoffe,...wir werden Gott besiegen durch unsere treue Liebe.“ (S.25). Ihr großes Leid: Ihre Ehe blieb kinderlos, sie betete und betete zu Gott, aber ihr und der sehnlichste Wunsch ihres Mannes erfüllte Gott nicht. Zu der so Verzweifelten sprach Joachim, ihr Mut zum beharrlichen Gebet machend. Noch abergläubischer wird es dann, wenn die beiden Gott dies Gelübde machen: „Wenn wir uns drei Jahre an unser Kind erfreut haben,werden wir es dem Herrn schenken.“ (S.29) Vom Kontext her ist dieser Aussage wohl als ein elterliches Gelübde zu verstehen, daß Gott ihnen die Gottesmutter Maria als ihr Kind gab, damit es dann dreijährig in den Tempel gebracht wird, um da ganz für Gott zu leben.

Der simpelste Umgang mit diesen umstürzlerischen Gebets- und Erhörungsverständnis ist, das als ein reines Phantasieprodukt der frommen Schriftstellerin Valtorta abzutuen. Denn die moderne Theologie weiß ja, daß Gott überhaupt keine Gebete erhören kann. Zwei ganz verschiedene Beweisgänge existieren dafür, bzw es können alle auf diese zwei Optionen reduziert werden: Die prinzipielle, daß Gott nicht als Weltexterner in das Weltgeschehen irgendwie einwirken könne, da die Welt als etwas durch sich selbst hinreichend Bestimmtes zu denken sei oder daß Gott als Vollkommener immer nur das Vollkommene will und wirkt, sodaß er so determiniert kein Gebet erhören kann. Denn das Erhören bedeutet ja, daß Gott um eines Gebetes willen etwas will und wirkt, was er nicht wollte und wirkte, wenn er nicht darum gebeten worden wäre. Diese zweite Kritik stellt sich solch ein Bittgebet vor, als bäte wer zum Vollmond: Scheine wie der Vollmond!

Überwältigen“,“besiegen“ werden nun wohl selbst nichtliberalen Lesern als zu deftig erscheinen, aber wie konnten dann diese zwei so anstößigen Verben in dies sonst so wunderschön fromme Werk kommen? Die simpelste Antwort wäre nun die, der Autoren Glauben zu schenken, daß ihr das ganze Werk: „Der Gottmensch“ von dem Gottessohn selbst her durch Visionen und Diktate zugekommen sei. Da wir Christen nicht an einen Gott glauben, der sich, nachdem er sich in Jesus Christus endgültig offenbart hatte, zur Ruhe gesetzt habe, um nun nur noch als Pensionär dem weiteren Weltgeschehen zuzuschauen, spricht nichts gegen die Möglichkeit, daß der Sohn Gottes so sich Maria Valtorta offenbart hat, es könnte aber auch sich anders verhalten. Damit erleidet dies große Werk das Schicksal, das auch Jesus mit seinen Wundern erlitt: Den einen war es ein Beweis seiner Göttlichkeit,den anderen, daß er kraft des Teufels zum Abfall vom Glauben verführen wolle.

Auch wenn ich persönlich Frau Valtorta für glaubwürdig erachte und auch meine, daß die Schönheit dieses Werkes ein Indiz seiner Wahrheit ist, denn die Erscheinungsgestalt der Wahrheit ist die Schönheit, darum kann ja Dostojewski in seinem Roman: „Der Idiot“ den Protagonisten sagen lassen:“Die Schönheit wird uns erlösen“, so kann in dieser Frage der Gebetserhörung die Frage der Angemessenheit dieser Formulierungen ohne das Argument, dies sei der Autorin offenbart worden, respondiert werden. Da Gott notwendig als allmächtig zu denken ist, ist auszuschließen, daß Gott durch Gebete genötigt wird, gegen seinen Willen,sie zu erhören. Das wäre nun eine Umwandlung des Gebetes in eine magisch wirkende Beschwörungspraxis. Wenn ein Kind weinend vor seiner Mutter steht und bittet:“Bitte gib mir...“ wenn dann die Mutter den Herzenswunsch ihres Kindes erfüllt, dann kann gelten: „Ich konnte nicht mehr Nein sagen, auch wenn ich ursprünglich diesen Wunsch nicht erfüllen wollte.“ Dies:“Ich konnte nicht mehr“ bedeutet nun nicht, daß der Mutter diese Willensänderung aufgezwungen worden ist,sondern daß die Tränen ihres Kindes die Mutter davon überzeugten, das Gewünschte ihrem Kinde doch zu gewähren. Es gilt aber auch: Hätte ihr Kind nicht so sehr geweint,hätte sie den Kindeswunsch nicht erfüllt.

Anna und Joachim stellen sich Gottes Verhalten zu Gebeten ähnlich vor wie in diesem Anschauungsbeispiel:Gott kann sagen: Ich will euer Gebet nicht erhören, aber weil ihr nun so voller Liebe und Gottvertrauen zu mit betet, will ich es doch erhören.Gott ist so lebendig und gleicht eben nicht einer perfekt programmierten Computer, daß er als Freiheit notwendig zu denken, seinen Willen ändern kann. Gott müßte aber als durch sich selbst determiniert gedacht werden, wenn sein Wille nur das wollen könnte, was er als das Gute erkannt hat und wenn präsumiert wird, daß immer nur eine Option gut ist, die als solche von Gott erkannt und dann auch notwendig gewollt werden würde.

Daß Gott nicht in die Welt hineinwirken kann, das ist nun ein modernes Theologenargument wider die Denkbarkeit von Gebetserhörungen, aber auch eine metaphysische Vollkommenheitslehre Gottes kann Gott zu einem toten Gott machen,als einem durch sich selbst völlig determinierten, wie es Heidegger in seiner Kritik der Ontotheologie ausformuliert. Daß Gott seinen Willen ändern kann, ist eine um der Freiheit und Lebendigkeit Gottes willen notwendige Aussage. Daß Gott nun Gebete zum Anlaß nehmen kann,seinen Willen in einem Punkte zu ändern,das drücken diese zwei Verben aus, in denen sich das Vertrauen auf Gott manifestiert,daß er ein lebendiger Gott ist und kein totes Computerprogramm.

Zusatz:

Valtortas :Der Gottmensch  gehört gewiß zu dem Schönsten und im besten Sinne des Wortes Erbaulichen der christlichen Literatur.

 

Dienstag, 2. Januar 2024

Aus den Giftküchen der Universitätstheologie- ein weiteres Anschauungsbeispiel

 

Aus den Giftküchen der Universitätstheologie- ein weiteres Anschauungsbeispiel



Die Kunst der Brunnenvergiftung, die Hauptbeschäftigung der katholischen Univeristätstheologie bringt immer wieder Blüten, sagen wir eher Distelgestrüppe besonderer Eigenart hervor. Am 2.Jänner 2024 beglückt Kath de die Welt mit einem besonderen Meisterwerk dieser Disziplin: „Jan Loffeld betont Bedeutung der Sakramentalität in der Kirche. Theologe: Amtsstruktur und Kompetenzgesellschaft stehen in Konflikt“.

Dieser Pastoraltheologe hat zuvörderst von dem Reformator Luther gelernt oder einfacher abgeschrieben, daß das Urchristentum priesterlos war. Später kam es dann, spätestens wohl mit der Konstantinischen Wende, die allen liberalen Theologen der Sündenfall der Kirche war, zu der Mißbildung der hierarischen Struktur der Kirche.Aber nun möchte diese Pastoraltheologe der „Sakramentalität der Kirche“ doch noch etwas Positives abgewinnen,um nicht der Forderung nach einer priesterlosen Kirche zuzustimmen: Wozu bedarf es neben dem allgemeinen noch des besondere Amtspriestertumes? Wer nun erwartet hat, daß er gut katholisch die Notwendigkeit das Amtspriestertumes aus dem zu erbringenden Meßopfer der Kirche erwartet, hegt illusionäre Vorstellung über die heutige Universitätstheologie.Nein, das wäre ja katholisch! Stattdessen wird die Kirche als ein neues Sakrament, angeblich vom 2.Vaticanum neu erfunden,in die Debatte eingeführt: „Die katholische Kirche, gerade wenn wir vom Konzil her denken, kann nicht ohne jene Dimension der Sakramentalität: dass Gott allein das Heil schenkt und die Kirche das Zeichen und Instrument dafür ist, ja dass Gott das Heil der Welt möchte, dass er jeden Menschen heilen möchte, dass er mit jedem Menschen eine Beziehung aufbauen möchte. Ohne diese Dimension kann die katholische Kirche nicht existieren.“ . Nun lehrt die Kirche zwar gegen Luther, daß Gottes Gnade nicht alleinwirkend sondern zusammen mit der Natur das Heil wirkt, aber so genau nimmt man das eben heute nicht mehr.

Zudem scheint hier die Aufgabe der Evangeliumsverkündigung mit der der Sakramentenspendung verwechselt zu werden. Dem Getauftwerdenden wird seine Sündenvergebung durch das hl. Sakrament der Taufe vermittelt, aber nicht verkündigt dies Sakrament allen Menschen so das Heil, sondern konkret nur dem jetzt so Getauftwerdenden. Alle Sakramente vermitteln Gottes Gnade nur dem Empfänger und individualisieren so den allgemeinen Heilswillen Gottes. Wenn aber die Kirche das Sakrament wäre, das den universalistischen Heilswillen Gottes zum Ausdruck bringen würde,dann würde aber die eigentliche Sakaramentenpraxis der Kirche außer Acht gelassen.

Lutherisch wird dann dazu noch ausgeführt:„Sakramentalität bedeutet unter anderem eine bedingungslose Bejahung meines Lebens, die nicht wieder durch ein "Nein" oder "Ja, aber" relativiert wird. Dass mein Leben mit allen Brüchen, mit all seinen Fragmentierungen, mit allem gehalten ist, dass es etwas gibt, dass es jemanden gibt, der das heilt, was ich selber nicht zu heilen vermag und auch kein Mensch zu heilen vermag.“ Das ist nun eine vulgäre Verformung der lutherischen sola-gratia Rechtfertigungslehre. Luther wußte noch von der Heilsnotwendigkeit des Glaubens und der Taufe und für ihn galt: Wer vom wahren Glauben abfällt, verliert sein Heil, aber von diesen Conditionen wollen modernistische Lutheraner nichts mehr wissen.

Ganz abstrus geht es dann weiter: „In einer Gesellschaft, die egalitär und kompetenzorientiert ist und Wert auf Authentizität legt, steht das mit der sakramentalen Amtsstruktur in Konflikt.“ Dieser Pseudokonflikt entsteht nun allein dadurch, daß die Wirksamkeit der Weihe völlig vergessen wird: Die Diakonen- Priester-und Bischofsweihe vermitteln ja gerade die geistliche Vollmacht als die zur Ausübung dieser Dienste notwendige Kompetenz.Ohne eine gültige Weihe kann so ein Priester keine Sünden vergeben oder das kirchliche Meßopfer darbringen.

Völlig unklar bleibt nun aber in diesem Geschreibsele über die Sakramentalität, wozu es denn überhaupt zum Priester Geweihte in der Kirche gibt, wenn doch schon die Kirche sakramental sei. Macht dann nicht etwa die Sakramentalität der Kirche die sieben wirklichen Sakramente gar überflüssig?

Viel frappierender ist nun aber die Vorstellung einer bedingungslosen Bejahung des Lebens: Wird etwa durch das Sakrament der Taufe der Getaufte zu einem von Gott Bejahten, dann und nur dann ist die Taufe als ein Heil bewirkendes Zeichen gedacht, also als ein Sakrament oder bezeichnet die Taufe nur das Geliebtwerden des Zutaufenden, zeigt nur an, daß er schon immer ein von Gott Affirmierter war, ist und sein wird unabhängig von seinem Getauftwerden? Im letzteren Falle wäre die Taufe kein Sakrament mehr, im ersteren Falle wäre die bedingungslose Bejahung jedes Menschen in Frage gestellt, so wie es der Gottessohn selbst lehrte: „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet, wer aber nicht glaubt,wird verdammt werden.“ (Mk 16,16)- wahrscheinlich wußte der Sohn Gottes von der bedingungslosen Bejahung jedes Menschen durch Gott noch nichts und bedarf so der Belehrung durch die zeitgenössische Pastoraltheologie.

Prinzipieller formuliert: Die Voraussetzung jeder Sakramentenspendung ist, daß ein Heilsgut durch das Sakrament an den Empfänger vermittelt wird,wobei zu klären ist, wie der Spender und der Empfänger qualifiziert sein muß, damit das Sakrament wirksam ist.Zur Gültigkeit der Firmung,der Eucharistie, der Beichte und der letzten Ölung ist die Weihe zum Priester notwendig, zum Priester kann nur ein Bischof weihen. Wenn aber Gott nur noch vorgestellt wird als allliebender Gott und wenn die Sakramente dann nur noch diese jeden Menschen geltende Liebe darstellen sollen, können die Sakramente keine Sakramente mehr sein, sie wirkten dann nämlich nichts mehr.  Hervorgehoben werden muß nun aber auch noch, daß die Eucharistie in erster Linie als sacrificium zelebriert wird und daß ohne einen dazu geweihten Priester kein Gott wohlgefälliges Opfer dargebracht werden kann. Erst ob des verhängnisvollen Einflusses Luthers begann man auch in der Katholischen Kirche über die Möglichkeit einer Kirche ohne Priester nachzusinnen, weil nun auch die Eucharistie nur noch eine Mahlfeier sein soll, in der uns die Liebe Gottes irgendwie begegne.

 

Nebenbemerkungen:

Authenzität meint heutzutage nichts anderes als eine schauspielerische Fähigkeit, etwa vor laufender Kamera den Satz: "Ich liebe Dich!" so zu sprechen, daß die Zuschauer auch in der ersten Reihe glauben, daß diese Aussage ehrlich gemeint ist. (Vgl dazu etwa sehr gediegen die Serie: "Sturm der Liebe". Daß die westlichen Gesellschaften egalitär seien, dem widersprechen die Frauenqoutenregeln, daß Menschen ob ihres weiblichen Geschlechtes Privilegien zukommen wie in den USA Farbigen, daß sie ob ihrer Rassenzugehörigkeit zu bevorzugen sind.  

Montag, 1. Januar 2024

Bischof Bätzing weist der Kirche den Weg in die Zukunft: ihr Untergang

 

Bischof Bätzing weist der Kirche den Weg in die Zukunft: ihr Untergang



Die Kirche müsse sich verändern, „wenn sie eine Zukunft haben wolle.“ (Kath de am 31.12.2023:“Mut zu Veränderung und Einsatz für Demokratie und notleidende Menschen.Überblick: Das predigen die deutschen Bischöfe zum Jahreswechsel“.) Das ist also die Neujahrsbotschaft der Bischöfe. Ihr Vorsitzender konkretisierte nun dies Zukunftsprojekt der Kirche: „Dazu gehörten ein positiver Umgang mit Homosexualität, mehr echte Mitbestimmung von Laien, die freie Wahl von Ehe oder Ehelosigkeit für die Priester und eine stärkere ökumenische Zusammenarbeit. "

Die Reihenfolge, erst die Bejahung der praktizierten Homosexualität, dann die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche, hier im Gewerkschaftsjargon als „Mitbestimmung“ eingefordert, die Abschaffung des Zölibates und mehr Ökumene, dürfte wohl auch die Prioritäten dieser Reformvorhaben ausdrücken. Der Sex steht im Mittelpunkt und um hier die Lehre der Kirche revolutionieren zu können,müsse sie eben verdemokratisiert werden. Die Forderung nach mehr Ökumene dürfte dann wohl eine weniger wichtige Reformidee sein. Ob diese Reformagenda mit dem Wesen der Katholischen Kirche vereinbar sind, interessiert nicht, denn das Überleben der Kirche hängt davon ab. Warum dann die „Evangelische Kirche“ nicht überschäumt vor Lebendigkeit, sind in ihr doch schon all diese Reformen längst verwirklicht,bleibt dann aber unerörtert.

Aber der Limburger Bischof weiß,daß das noch nicht ausreicht: „ Diejenigen, die bleiben, erwarten von der Kirche den Einsatz gegen Armut und für Gerechtigkeit." Das gelte auch für die überwiegende Mehrheit der Konfessionslosen. Der Einsatz für Geflüchtete, für den Klimaschutz und gegen Armut sei offenbar auch in der Außenwirkung weiterhin ein Glaubwürdigkeitskriterium für die Kirche.“

Nicht etwa, daß die Kirche von ihrem Herrn einen Auftrag, einen Dienstauftrag hätte,mitnichten, sie müsse die Erwartungen ihrer (Noch)Mitglieder und der Außenstehenden erfüllen. Man, nicht Gott verlangt so das Engagement für die Asylanten, für den Klimaschutz und gegen die Armut. Ewiggestrige, Rückwärtsgewandte könnten nun einwenden, daß das doch zu den genuinen Aufgaben des Staates gehöre und daß die Kirche zu etwas anderem berufen sei, aber die Demoskopie hat schon längst die Führungsrolle in der Kirche übernommen: Wir müssen uns nach dem richten, was unser Klientel und die öffentliche Meinung will. Die Kirche bräuchte eben eine gute Presse.

Ach ja, und da nun die bisher uns regierenden bzw regiert habenden demokratischen Parteien drastisch an Vertrauen im Volke verlieren, will die Kirche denen auch helfen im gemeinsamen Kampf gegen alles, was „rechts“ von der Politik Merkels zu verorten ist. Die Staatstreue verlangt eben diesen Anti-Rechtskampfservice der Kirche. Der Apostelfürst Paulus warnte die Galater vor einem verfälschten Evangelium, die heutige Kirche will ganz auf ein Evangelium verzichten und nur noch politisch korrekt ausgerichtet tuen, was man von ihr wünscht, zuvörderst ihr Ja zum Homosex erklingen lassen.

1.Zusatz:

In seiner Sylvesterpredigt betonte dieser Bischof, daß die Mehrheit der Deutschen nicht mehr religiös ansprechbar sei. Da muß die Kirche eben ihr Programm ändern. 

2.Zusatz:

"Der Leiter des Augsburger Gebetshauses und Influencer Johannes Hartl hat im Vorfeld der MEHR24-Konferenz, die nach vierjähriger pandemiebedingter Pause am 4. Januar in der Messe Augsburg beginnt, auf den klaren Gottesbezug des Treffens hingewiesen. Es steht unter dem Leitwort „God is here“. „Wir sprechen über das wichtigste Thema der Kirche überhaupt: Gott. Gott ist eines der meisten vernachlässigten Themen in der Kirche. Es wird über alles Mögliche gesprochen – ob die Kirche liberaler oder konservativ auszusehen habe“, erklärte Hartl im Gespräch mit dieser Zeitung. Diese Meinungen seien nicht unwichtig, aber die Veranstalter legten bewusst einen anderen Fokus und sprächen über die Mitte des christlichen Glaubens."  Tagespost 31.12.2023