Mittwoch, 12. Oktober 2022

So sehen „Progressive“ die Kirche und die Welt oder der Kampf des BDKJ gegen die Kirche

So sehen „Progressive“ die Kirche und die Welt oder der Kampf des BDKJ gegen die Kirche


Der Bundespräses des BDKJ gab dem nicht offiziellem Zentralorgan des katholischen progressiven Modernismus ein Interview. (12.10.2022) Da wurde gesagt:


Der BDKJ setzt sich für progressive Werte in der Kirche ein. Geschlechtergerechtigkeit, Frauenweihe etc. sind Punkte, die sich gerade junge Menschen in der Kirche dringend wünschen.“


Der BDKJ spricht eben nicht nur für sich, sondern ist zugleich die Stimme der deutschen Jugend. Junge Menschen seien eben von Natur aus progressiv.Das ist natürlich eine sehr naive Vorstellung, als wäre a) die Menschheitsgeschichte von selbst eine kontinuierliche Weiter- und Fortentwickelung und b) wäre die Jugend so dann natürlich das Subjekt, das das Werk der jetzt Erwachsenen übernehmen und fortschrittlich weiterentwickeln wird. Wenn Papst Franziskus seine Restriktionen gegen die Alte Messe auch damit begründet, daß zu seinem Entsetzen gerade jüngere Priester eine Liebe zur Tridentinischen Messe entwickelten, dann muß es sich hier um eine Falschmeldung handeln, denn junge Priester haben von Natur aus progressiv zu sein.

Warum denn nun das Frauenpriestertum etwas Progressives sein soll, ist für die heutigen Modernisten nicht erklärungsbedürftig, weil für sie der Trend der Gleichmacherei und der Nivellierung einfach etwas rein Positives ist. Daß (post)moderne Gesellschaften sich durch ihren Grad an Ausdifferenzierung auszeichnen, daß so die Subsysteme der Gesellschaft eine ihnen eigene Binnenstruktur aufweisen, ist für diese Totalitätsanhänger inakzeptabel: Alle Subsysteme müssen uniform gestaltet werden, es dürfe eben keine eigengesetzliche Ordnung der Kirche geben.


Als Bundespräses stünde er ja so zwischen den Stühlen: „zwischen einer Jugend, die sich eine progressive, aufgeschlossene Gesellschaft wünscht, und einer Kirche, für die Sie ja als Kleriker für kirchliche, festgeschriebene Werte und Hierarchien einstehen.“ Daß die Kirche etwas Negatives ist in den Augen von Progressiven, verwundert nicht, aber die Plumpheit dieser Negativbeurteilung: Die Werte der Kirche seien schon deshalb negativ, weil sie festgeschrieben seien und das in einer hierarischen Ordnung. Darin verbirgt sich der simple Dualismus von Bewegung versus Organisation. Jede Organisation lebt aus ihren Strukturen und fixierten Grundsätzen, wohingegen jede Bewegung solch Fixiertes wieder auflösen will, um Neues zu erschaffen. Damit Neues entstehen könne, müsse so alles Gewordene wieder aufgelöst werden. Das ist ein radicaler Antitraditionalismus, dem die Vorstellung eines normativ verpflichtenden Ursprunges etwas Irrationales ist.


Die Welt schreitet eben „Vorwärts“, so hieß schließlich das inzwischen eingestellte Zentralorgan der SPD, aber der BDKJ glaubt immer noch an das „Vorwärts“ und möchte so die letzte Bastion der Fortschrittsfeinde, die Kirche schleifen. Das „System“ Kirche ist eben zu überwinden und wie? Ja, wenn die Kirche erst so gut demokratisch organisiert ist wie etwa ein Kaninchenzüchterverein, dann wäre schon viel gewonnen! 

Zusatz:

Einen inneren Widerspruch kennzeichnet aber diesen progressiven Modernismus: Ein Spezificum der Modernisierung ist die Auflösung der Gesellschaft als Ganzes in relativ selbstständige Subsysteme: das System der Politik, das der Ökonomie, das des Rechtes mit jeweils ihnen eigenen Weisen der Kommunikation. (vgl N.Luhmann). Daß es nun ein Ordnungsmodell für alle Subsysteme verbindlich geben soll, ist ein Rückfall in vormoderne Gesellschaftsvorstellungen, in denen die Gesamtgesellschaft als ein Körper begriffen wurde, der einheitlich regiert wird.

 


 

Dienstag, 11. Oktober 2022

War das 2. Vaticanum ein Konzil der Angst ?

War das 2. Vaticanum ein Konzil der Angst ?


Gegen die These spricht die mit diesem Konzil verbundene Erinnerung an eine euphorische Aufbruchsstimmung, daß nun ein neues Kapitel in der Kirchengeschichte aufgeschlagen würde, daß nun irgendwie alles besser werden würde. Könnte es sein, daß diese Erinnerung trügt, daß diese Stimmung etwa nur eine Verstimmung übertünchen sollte? Ein kleiner Bub rennt durch einen finsteren Wald: „Ich bin mutig, ein richtiger Indianer kennt keine Furcht!“, aber die Angst verzehrt ihm die Stimme. Wie einst der Baron von Münchhausen, so versucht dieser Junge sich am eigenen Zopfe ziehend aus dem Sumpf seiner Angst zu befreien. Auch per Autosuggestion vermag man, Berge zu versetzen. Überdeckt so etwa diese Aufbruchsstimmung die Angst dieses Konziles?


Otto Dibelius verfaßte nach dem Ende des Kaiserreiches ein Buch, euphorisch betitelt mit: Das Jahrhundert der Kirche - ganz und gar nicht lesenswert. Hier schreit ein Verängstigter: Der Untergang des Thron – und Altarbündnisses sei gar nichts Schreckliches, sondern die Chance zu einem herrlichen Neuanfang. Der Euphorie gelingt es aber nicht gänzlich, die dies Buch speisenden Zukunftsängste zu verdecken. Die evangelische „Kirche“ gleicht hier einer Frau, die nach langer Ehe plötzlich und völlig unerwartet ihren Ehemann verloren hat und nun mit Entsetzen feststellen muß, nun ihr Leben ganz allein auf sich gestellt führen zu müssen. Der Kaiser, in dessen Schutz sie gelebt hatte, war nicht mehr, stattdessen sah sie sich einer noch marxistisch-atheistisch geprägten Arbeiterklasse gegenüberstehend in einem Staat, der von ihr reserviert wenn nicht gar feindlich gesonnen Parteien regiert wurde. Die Existenzängste sollte nun durch eine künstlich erzeugte Aufbruchsstimmung überwunden werden: „Wir sind mutig!“


These: Das 2. Vaticanum ist nicht verstehbar, wenn es nicht als die Reaktion der Kirche auf den Zusammenbruch der Konstantinischen Epoche begriffen wird. Das Klima war das einer wieder auf sich selbst allein gestellten Witwe, die sich ohne ihren Ehemann nun ängstigte. Durch die künstlich produzierte Aufbruchstimmung sollten so diese Existenzängste überwunden werden per Autosuggestion.


Finden sich denn nun noch Spuren dieser Existenzängste in dem 2. Vaticanum? Man muß sozusagen graben, um den Untergrund der Texte des Konziles zu erfassen. Ein paar Indizien für diese wahre Grundgestimmung dieses Konziles sollen hier nun angeführt werden.


Das gut vorbereitet und ausgeführte Papier zur Mariologie, es sollte auf dem Konzil verabschiedet werden, wurde verworfen.Der „Theologe“ K.Rahner hätte protestiert: Das Papier dürfe so nicht bejaht werden, weil es für die Protestanten unannehmbar sei. Nicht wurde also die Sachgemäßheit bezweifelt, es sei nur eben inopportun, das jetzt zu sagen. Die Kirche müsse eben Rücksicht nehmen auf den Protestantismus, wir dürfen nichts lehren, was denen nicht gefallen könne. (Wenn heute ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird, verzichtet der katholische Pfarrer selbstverständlich auf die Anrufung der Gottesmutter und aller Heiligen, weil man so etwas den Protestanten nicht zumuten kann!)


Die Katholische Kirche sah sich bedrängt durch die weltweite Atheismuspropaganda der kommunistischen Parteien; Vorschläge zu einem Text dazu wurden auf dem Konzil erörtert. Aber Gastkirchenvertreter aus den Ostblockstaaten erklärten, daß wenn ein atheismuskritischer Text hier verabschiedet würde, sie nicht mehr an ökomenischen Treffen teilnehmen werden dürfen. So wurde kein solcher Text verabschiedet und stattdessen in der Erklärung zum Verhältnis zu den anderen Religionen ein dem Atheismus recht wohlwollend ausgefallener Text.


Vertrat die Katholische Kirche bis zu diesem Konzil die Lehre, daß die Unwahrheit kein Recht habe, daß es also kein Recht zur Ausübung falscher Religionen geben könne, sah sie sich nun konfrontiert mit totalitären Staaten, die im Namen ihrer „Wahrheit“ die unwahren Religionen bekämpften. Für die sozialistischen Staaten galt jede Religion als mit den Wissenschaften und dem Marxismus unvereinbare irrationalistische Weltanschauung, die zu unterdrücken war. Da die katholische Apologetik sich nicht mehr zutraute, auf dem Forum der Vernunft die Wahrheit der katholischen Religion zu beweisen, und da sie sich nun konfrontiert sah mit ihrer eigenen Lehre, daß die Wahrheit Unwahrheiten nicht neben sich bejahen kann,sagte sie nun Ja zum Menschenrecht der Religionsfreiheit, daß kein Staat das Recht habe, die Ausübung einer Religion zu untersagen, weil jeder Mensch das Recht habe, seine Religion auszuüben, völlig unabhängig von der Frage ihrer Wahrheit.

Aus Angst, im Namen einer ideologischen Wahrheit in totalitären Staaten unterdrückt werden zu können, bejahte nun das Konzil die Religions- und Gewissensfreiheit.


Lefebvre urteilt, daß auf Anraten der Benai Berit das Konzil ihnen dies Zugeständnis der Religions- und Gewissensfreiheit gemacht hätte. („Sie haben ihn entthront“. ) Es hat im Kontext des Konziles wohl Gespräche mit dieser jüdischen Freimaurerloge gegeben, die Kirche wollte ihr Verhältnis zur Synagoge verbessern, aber ob wirklich auf ihr Drängen hin, dies Zugeständnis gemacht wurde, ist bezweifelbar, weil es doch diesen viel näher liegenden Grund dafür gab, den der Angst vor totalitären Staaten.


Und zum Schluß eine Verdachtsthese von mir: Man fürchtete sich vor dem modern aufgeklärtem Menschen, dem man doch nicht mehr dies katholische Mittelalterchristentum zumuten könne. Die Kirche müsse sich einfach modernisieren, wenn es noch von den Zeitgenossen ernst genommen werden will.


Die Angst vor dem Protestantismus, den regierenden kommunistischen Parteien, die ökomenische Kontakte untersagen könnten, die Angst vor totalitären Staaten, die die katholische Kirche unterdrücken könnten und die vor dem modern aufgeklärten Bürger bildeten so den Hinter- und Untergrund dieses Konziles einer sich ängstigenden Kirche. 

Zusatz:

Einräumen möchte ich aber, daß Lefebvre trotzdem auch Recht mit seiner These haben könnte, ist ja die Forderung nach der Religionsfreiheit ein Kampfmittel des Freimaurertumes in ihrem Kampf wider die Kirche.  



 

Montag, 10. Oktober 2022

Daß ein Christ, wenn er gegen die Regierungspolitik demonstriert, mal sich vorbildlich verhält und mal ungebührlich antidemokratisch! Oder die feinen Unterschiede

Daß ein Christ, wenn er gegen die Regierungspolitik demonstriert, mal sich vorbildlich verhält und mal ungebührlich antidemokratisch! Oder die feinen Unterschiede


In der DDR wird demonstriert, in Dresden und an vielen anderen Orten. Antisozialistische, faschistische Kräfte mißbrauchen die Unzufriedenheit von Bürgern für ihre extremistischen Ziele. Die Kirche stellt klar, daß hier nur Minderheiten demonstrieren und fordert so alle Anständigen auf, solchen repubikfeindlichen Machenschaften fern zu bleiben, ganz im Vertrauen auf unsere Regierung, die uns bestmöglich regiert.“


Das kommt Ihnen irgendwie falsch vor? So reagierten Kirchenleitungen der DDR nicht, als es zu regierungskritischen Kundgebungen in der DDR 1989 kam. Aber jetzt, wo viele Menschen gerade in Ostdeutschland gegen die jetzige Regierungspolitik demonstrieren jubelt Kath de über die Distanzierung der Kirche: Demonstriert nicht!


„ Montags gibt es in Ostdeutschland wieder Demonstrationen, Rechts- und Linksextreme sind dabei. Dagegen setzen die Kirchen ein Zeichen – und das ist gut so, kommentiert Thomas Arnold. Denn die Kirchen könnten den heißen Herbst abkühlen.“ Kath de 10.10.2022.


Ganz regierungstreu werden nun diese Demonstrationen verurteilt. Dazu reicht es völlig aus, daß an ihnen auch Rechts- und Linksextremisten sich beteiligen. Nur Minderheiten demonstrieren da:


Montags wird im Osten der Republik wieder demonstriert. Waren es in Sachsen Ende August noch circa 9.000 Menschen an knapp 70 Orten, waren es zwei Wochen später schon 21.000 in über 90 Orten, wie der Landesverfassungschef angab. Natürlich ist es eine deutliche Minderheit innerhalb der krisengeschüttelten, teils auch dauererregten Gesellschaft.“


Daß da nur Minderheiten demonstrieren, das hätte man genauso auch sagen können von den einstigen Demonstrationen wider die DDR-Regierung, aber das schrieb man nicht in der Westpresse, genauso wenig wie man über die Schülerdemos wider die Klimapolitik der Regierung dies schreibt. Demonstrationen gegen die Regierungspolitik sind eben nur Demonstrationen von Minderheiten,wenn die politische Ausrichtung mißfällt. Nun wird in Ostdeutschland dabei auch gegen den die Wirtschaftskriegspolitik der Regierung protestiert, gegen einen Krieg, dessen Lasten der „Kleine Mann“ wieder einmal zu zahlen hat. Ja, durch die Waffenlieferungen an die Ukraine wird Deutschland sogar ein Kombattant dieses Krieges. Aber auch in diesem Punkte stehen die Katholische Kirche und die EKD treu zur Regierungspolitik: Statt diplomatischer Lösungen soll der Frieden auf dem Schlachtfeld erkämpft werden durch einen Sieg der ukrainischen Armee. Friedensdemonstranten können so nur noch Rechtsextremisten oder Linksextremisten sein. Aber mit solchen dürfe man nicht mitdemonstrieren.


Wie konnten es in der DDR nur regierungskritisch eingestellte Christen geben, wo doch heute wir belehrt werden,daß die Regierungstreue als die Kardinaltugend des Christen zu preisen ist? Da wird nun täglich dem Volke das Lied des Verzichtenmüssens, des Gürtelengerschnallens angestimmt, daß wir alle für den Sieg der Ukraine hungern oder zu frieren haben, und wenn davon Bürger nicht begeistert sind, werden sie als Extremisten perhorresziert. Gilt denn nicht mehr das obligatorische Ergebnis des Systemvergleiches : Im Westen gäbe es den Wohlstand für jedermann, im Osten dagegen ginge es nur den Parteifunktionären gut? Und jetzt soll dies Markenzeichen des „freien Westens“, daß es da allen gut ginge, für den Wirtschaftskrieg gegen Rußland geopfert werden und wem das ein Zuviel an Verzicht ist, der ist nun ein Extremist? Denn genau genommen ist doch jetzt jede Regierungskritik als ein Mißbrauch der Freiheit anzusehen, wie ja auch Bischöfe inakzeptabel sind, die die Reformagenda des „Synodalen Irrweges“ kritisieren. 

Zusatz:

Da hatte ich doch als schulisch gut Sozialisierter bisher geglaubt: Nazis und Neonazi lieben den Krieg, während Demokraten zum Pazifismus tendieren, und nun demonstrieren Rechtsextremisten für den Frieden, für eine diplomatische Lösung  und gute Demokraten setzen auf den Sieg auf dem Schlachtfeld und können gar nicht genug Kriegsgerät in die Ukraine aussenden.  

 

Samstag, 8. Oktober 2022

Leihmutterschaft-das sei ferne!, lautet einmütig das Urteil der Kirche und der jetzigen Moraltheologen + 2 Zusätze

Leihmutterschaft- das sei ferne!, lautet einmütig das Urteil der Kirche und der jetzigen Moraltheologen


Auch wenn wir heute in (post)modernen Zeiten leben, in der alles, was einst als unmoralisch galt jetzt als moralisch erlaubt, wenn nicht gar als vorbildlich deklariert wird, boshafte Zungen behaupten ja gar, daß einige zeitgenössische Theologen sich mehr für die Vorzüge des homosexuellen Analverkehres interessieren als für Fragen der Gotteslehre, so existieren doch noch lagerübergreifend ein paar wenige Konsense, wie etwa das entschiedene „Nein“ zur Leihmutterschaft. Das sollte für den moraltheologischen Diskurs doch eine Selbstverständlichkeit sein und muß es doch wohl auch sein.

Nur eines stört dabei: die hl. Schrift. Was soll ein verheiratetes Paar machen, wenn ihre Ehe kinderlos bleibt? Die Antwort auf diese moraltheologisch höchst relevante Frage gibt die Bibel, wie auch sonst oft, durch eine Musterfallerzählung. Einerseits wird eine real so sich ereignet habende Geschichte erzählt, andererseits wird sie als Vorbildgeschichte erzählt: So ist mit diesem Problem umzugehen. Gesetze zu geben fällt leicht: Du mußt...Du darfst nicht....aber wie die dann im Leben praktisch umzusetzen sind, kann problematischer sein und wird es auch, wenn man in die Situation gerät, in der, egal wie man handelt, gegen ein Gebot verstößt, wenn man ein anderes halten will. Zur Veranschaulichung: Eine Frau ersehnt eigene Kinder, aber sie findet keinen Mann, den sie oder der sie ehelichen möchte. Unverheiratet darf sie keine Kinder bekommen nach der Ehelehre der Kirche, aber es gilt für sie auch das 1.Gebot: Vermehret Euch, seid fruchtbar! Wenn sie sich nun an die kirchliche Ehelehre hält, kann sie nicht das 1.Gebot befolgen und wenn sie das 1.Gebot befolgen will in ihrem Kinderwunsch, muß sie gegen die kirchliche Ehelehre verstoßen unter der Prämisse, daß eine Ehe mit einem Mann, den sie nicht liebt und den sie nur um der Kinder willen ehelicht, nicht gemäß der Ehelehre der Kirche ist.


Für solche Konfliktfälle präsentiert uns nun die Bibel Antworten in der Form von Erzählugen: So ist dies Problem zu lösen. Die uns in dieser Intention erzählte Geschichte hat es nun in sich: (1. Mose 16) Eine Ehe bleibt kinderlos. Die Ehefrau wendet sich dann an ihren Mann: Verkehre Du mit einer anderen Frau, bis sie von Dir schwanger wird. Das so erzeugte Kind soll dann als unser eheliches, erbberehtigtes gelten! Die daraus entstehenden Probleme verschweigt die weitere Erzählung dann nicht, sie ist eben sehr realistisch, aber es wird konstatiert: Trotzdem ist so in diesem Falle einer kinderlosen Ehe vorzugehen. Im Hintergrund steht dabei die religiöse Vorstellung, daß Kinder ein Segen Gottes sind, so daß eine Kinderlosigkeit durch Gottes Verschließen der Frau entsteht. Weil durch Gott der Ehefrau der Mutterschoß verschlossen ist, muß der Ehemann eine andere Frau aufsuchen, um von ihr sein Kind zu bekommen.

Nicht eindeutig ist nun, ob somit mit der anderen Frau eine Zweitehe geschlossen wird oder ob es ein außereheliches Verhältnis ist mit dem Zweck der Erzeugung von Kindern. Da das so erzeugte Kind nun aber als eheliches und erbberechtigtes gelten soll von der Erstfrau, ist es wahrscheinlicher, daß keine Zeitehe geschlossen wird.

Das muß nun die Anfrage evozieren: Ist das dann nicht eine Art von Leihmutterschaft? Der Ehemann geht zu einer Frau, nur damit so ein Kind entsteht,das dann als ein legitimes Kind der Ehe gelten soll! Moraltheologisch reflektiert heißt dies: Das 1. Gebot ist so wichtig, daß gegen die Ordnung der Ehe vertoßen werden darf, wenn anders kein gemeinsames eheliche Kind entstehen kann.


Es wird im 1. Buch Mose eine noch viel entsetzlichere Geschichte erzählt: 1.Mose 19:Lot und seine Töchter. Da die Töchter keine Chance sahen, in der Ödnis, in der sie lebten, einen Mann zum Heiraten zu finden, machten sie ihren Vater betrunken und schliefen dann mit ihm und wurden schwanger. Unmoralischer geht es wohl nicht mehr. Onan wird für sein Fehlverhalten, daß er sich durch sein Selbstbefriedigen um sich unfähig machte zu dem von ihm verlangten Geschlechtsverkehr zur Erzeugung eines Nachkommens für seinen kinderlos verstorbenen Bruder, von Gott mit dem Tode bestraft, aber nicht die Töchter Lots. Als nur noch die Kinder Evas und Adams beieinander saßen und wahrscheinlich die jungen Frauen sich nach eigenen Kindern sehnten, da standen ihnen als potentielle Väter nur leibliche Brüder zur Verfügung. Hätten sie sich an das Inzestverbot gehalten, wäre die Menschheit mit ihrem Absterben ausgestorben. Gott aber hatte ihnen das Gebot: Vermehret Euch“ gegeben- das konnten sie aber nur inzestiös befolgen.


Ist so etwa die hl. Schrift selbst eine Quelle unmoralischer Texte, die wir so als völlig inakzeptabel verwerfen müssen oder als veraltet nicht mehr bejahen können? Wie nun aber, wenn Gott uns selbst durch so antößige Geschichten belehren möchte, daß eben das 1. Gebot wichtiger ist als die Ehe- und Sexualmorallehre als Ausführungsbestimmungen des 1.Gebotes, daß also, wenn es nicht möglich ist,in der Ordnung der Ehe eigene Kinder zu bekommen, auch ein Verstoß gegen die Eheordnung erlaubt sein kann, daß vielleicht eine Frau, die keinen Mann zum Ehelichen findet, auch unverheiratet Mutter werden darf. 

1.Zusatz:

Ob eventuell uns Heutigen diese Erzälungen so inakzeptabel erscheinen, weil uns der sich darin manifestierende  Lebenswille verloren gegangen ist, daß zum Ja zum Leben notwendigerweise das Ja zur Nachkommenschaft gehört? Die Lebensverneinung in der Gestalt der Homosexualität dagegen erfreut sich ja unter liberalen Theologen größter Beliebtheit! 

2. Zusatz

Daß der Zweck der Ehe die Nachkommenschaft ist, ist so sehr in Vergessenheit geraten,daß selbst die Moraltheologie das Problem kinderlos bleibender Ehen verkennt und so künstliche Befruchtungen ablehnt.

 

Freitag, 7. Oktober 2022

„Rechtsrutsch in Italien – Bischof Meier nach Parlamentswahl besorgt“

Rechtsrutsch in Italien – Bischof Meier nach Parlamentswahl besorgt“



So titelt die quasi offizielle Bischofsstimme Deutschlands über den Wahlausgang in Itaien. „ Nicht nur beim Augsburger Bischof Bertram Meier gehen nach der Parlamentswahl in Italien die Alarmglocken an“. Die aller Wahrscheinlichkeit nach zukünftige Regierungschefin Meloni verursacht eben dies Alarmglockengeläut. Die „Freie Welt“ kennt auch den Grund für diesen Bischofsalarm:

Meloni fährt klaren Kurs wenn es um Abtreibung und LGBT-Ideologie geht“.“LGBTQ- und harte Feministinnen zittern nach Melonis Sieg in Italien.“

Bischof Meier sieht hier Rot,denn diese gern als „Postfaschisten“ verunglimpfte Politikerin gebe sich zwar christlich, insbesondere wenn es um den Lebensschutz und die Sterbehilfe und die Familie ginge, aber da dürfen wir Christen uns nicht täuschen lassen. Ähnliche Maskeraden seien wir ja von Rechten wie Trump und Organ gewöhnt. Wichtiger sei aber der Umgang mit den Flüchtlingen, den Asylanten und der Umweltschutz. Eigentlich sind so gesehen nur Grün-Rote Regierungen akzeptabel, oder eine CDU-Regierung, die Rot-Grüne Politik betreibe.



Darüber hinaus erklärte diese Frau gar: Bekanntheit erlangte sie 2019 mit einer Rede, in der sie erklärte: »Ich bin eine Giorgia, ich bin eine Mutter, ich bin Christin, und das könnt ihr mir nicht wegnehmen.« (Freie Welt am 7.10.2022).Eine Christin mit so einem conservativen Frauenverständnis: „Ich bin eine Mutter“ ist selbstverständlich für einen progressiven Bischof der neuen Rätekirche Deutschlands auch völlig inakzeptabel. Für diese neu sich gründende Rätekirche ist eben das Ja zu „Multikulti“ und der Kampf gegen die „Klimakatastrophe“ das wichtigste Anliegen, da müsse eben das Lebensrecht der Nochnichtgeborenen und der Schutz der Familie zurückgestellt werden. Außerdem, seit dem nun die Theologie ihre unerschütterliche Liebe zur Homosexualität entfacht hat, ist so eine rechte Frau mit der solchen Frauen eigenen Homophobie nicht hinnehmbar, vielleicht daß sie gar noch der Lehre der Kirche zustimmt: völlig inakzeptabel! 

 

Merksatz: Sorgt sich Bischof Meier, hat ein Katholik Grund zur Hoffnung. 










 

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Hätte die Kirche, die Theologie dem Menschen etwas zu sagen gehabt angesichts von Corona?

Hätte die Kirche, die Theologie dem Menschen etwas zu sagen gehabt angesichts von Corona?


Am Anfang war das Dementi: „Corona ist keine Strafe Gottes!“ Professor N. Slenczka räumt dann selbstkritisch in seinem Vortrag: „Schweigen vor Gott“, als Video im Internet anhörbar, daß auch er vorschnell in dies allgemeine Dementi eingestimmt habe, aber er frägt sich nachträglich, wozu etwas in Abrede stellen, das niemand geäußert hatte. Könne denn irgendwie auch theologisch über dies Phänomen geredet werden?

Es wird dann die These aufgestellt, daß bis ins 19. Jahrhundert hinein selbstverständlich es theologische Deutungen von Ereignissen in der Geschichte gegeben habe. Für die Geschichtswerke der Bibel sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, in Geschichtsereignissen Gottes Wirken zu erkennen, sie von daher zu deuten. Aber seit solche Geschichtsdeutungen in der jüngeren Zeit katastrophal sich auswirkten, isb in der Deutung Hitlers, könne es eine solche nicht mehr geben. Slenczka hätte auch einfacher sagen können: „Nach Auschwitz kann es keine Geschichtstheologie mehr geben!“


Aber Corona wird gedeutet, nur daß die Theologie weitestgehend schwieg und anderen so die Deutungsarbeit überließ. Nun wird in diesem Vortrag ein Versuch einer Deutung gewagt, damit das Schweigen ein Ende hat. In der Coronaepidemie begegnet uns etwas gegen unseren Lebenswillen Gerichtetes. Darum wird es als etwas Negatives, Böses gedeutet. In diesem adversativen Charakter kann nun selbst ein gegen uns gerichteter Wille wahrgenommen werden, oder so dies gedeutet werden. Nun ereignet sich etwas Verblüffendes: Luthers Lehre vom deus absconditus wird revitalisiert. Genau dieser uns so adversativ widerstreitender Wille sei das, was unter dem deus absconditus zu verstehen sei. Nicht sei zuerst eine Vorstellung von Gott da, mit der dann ein solches Ereignis gedeutet wird, sondern die Erfahrung führe erst zu so einer Deutung.

Der Begriff des deus absconditus ist nun keine lutherische Erfindung, sondern es heißt ausdrücklich beim Propheten Jesaja: „Vere tu es Deus ansconditus,Deus Israel salvator“= Wahrlich, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, Heiland“ (45,15)

Diese Aussage wird nun nicht zitiert, wohl deshalb, weil so deutlich würde, daß die Voraussetzung der Rede vom „verborgenen Gott“ der Glaube an Gott als dem Salvator, dem Retter ist und daß dieser so geglaubte Gott in dem, der so ein Ereignis wie diese Epidemi bewirkt, nicht recogniziert werden kann. Was könnte dieser unserem Lebenswillen so entgegengesetzter Wille mit dem Gott, dem Erlösergott gemein haben? Genau diese Frage läßt Luther nun offen: Uns ist Gott nicht so transparent, daß wir das begreifen könnten. Wir erfahren so nur, daß wir Menschen unser Leben nicht im Griff haben, daß wir mit etwas konfrontiert werden, das dann unser Leben bestimmt, dem wir uns nicht entziehen können.

So gelingt es aber, dies Ereignis dieser Epidemie theologisch zu deuten und doch seine Unbegreiflichkeit zu wahren. Es bleibt nur der Vertrauensglaube, daß auch das Wirken Gottes als deus absconditus Gottes Wirken als Salvator subordiniert ist. Aber wie, das entzieht sich unserer Erkenntnis. So wird auch dieser verborgene Gott nicht einfach identifiziert werden mit dem Zorn Gottes, der wider uns Sünder entbrennt. Hier wird lutherisch inspiriert gegen diese Interpretation ein Einwand erhoben, daß man hier zu gut über Gott Bescheid wisse.

Der Prophet Jesaja spricht hier vom deus absconditus, nur ein Komma trennt ihn vom Deus salvator. Aber wie ist das Verhältnis dieser 2 Gottesbestimmungen zueinander zu verstehen? Eine Antwortmöglichkeit ist nun wirklich die, daß wir noch nicht im Schauen lebend im Glauben diese Frage nicht respondieren können.

 

Eine Zeitgeistkirche, die vehement deklariert, keine sein zu wollen

Eine Zeitgeistkirche, die vehement deklariert, keine sein zu wollen


Seit dem der „Synodale Weg“ kritisiert werde, er prostituiere sich mit dem Zeitgeist, fühlen sich Universitätstheologen zur Apologetik der Reformagenda berufen, besonders wenn gar ein Kurienkardinal, Kurt Koch gar das Offensichtliche, die Ähnlichkeit dieser Reformagenda mit den Reformvorstellungen der „Deutschen Christen“ thematisiert.


Der Schweizer Theologe Bogner intervenierte so


Die >grundsätzliche Ablehnung<, die der Kardinal zuletzt gezeigt habe, sei >der Weg von der Kirche in die Irrelevanz und die Bedeutungslosigkeit<, sagte der Theologe aus Fribourg im Interview dem Schweizer Rundfunksender SRF (Dienstag). Der von Koch als negativ bezeichnete Zeitgeist >darf nicht einfach mit Beliebigkeit verwechselt werden<, betonte Bogner. >Zeitgeist beinhaltet all das, was in einer gewissen Zeit passiert. Etwa, dass Männer und Frauen gesellschaftlich gleichwertig zu behandeln sind. Dass Kinder Rechte haben oder dass sexuelle Orientierung etwas höchst Persönliches ist, das wir zu respektieren haben.<"


(Kath de, Theologe Bogner: Haltung von Kardinal Koch führt Kirche in Irrelevanz,5.10.22)


Könnte man noch einen Theologen der „Deutschen Christen“ fragen, warum denn deren Kirchenreformprogramm unbedingt notwendig sei, er stimmte aus vollem Herzen diesem Votum Bogners zu. Verharrte die Kirche, wie es die conservativ gestimmte „Barmer Bekenntnis“ einfordere, bei den ewigen Wahrheiten des christlichen Glaubens, verlöre so den Kontakt zu den Zeitgenossen und triebe die Menschen in die Hände der „Deutschgläubigen“ die nun eine für das deutsche Volk zeitgemäße Religion forderten, daß das Volk sich so vom Christentum abwende zu einer Religion, die ganz erfüllt sei von dem nun uns Deutschen alle erfüllenden Zeitgeist.


Die Angst vor dem Relevanzverlust der christlichen Religion beflügelt also gleichermaßen die Reformer des „Synodalen Weges“ wie die der „Deutschen Christen“. Inhaltlich müssen diese 2 Reformbewegungen selbstredend völlig Verschiedenes einfordern, denn der Zeitgeist der 30 Jahre ist nun einmal ein ganz anderer als der jetzige. Der Form nach sind sie aber gleich, denn es wird beides male eine Synthese der christlichen Religion mit dem jeweiligen Zeitgeist versucht. Nur durch solch eine Synthese könne die Kirche noch eine Relevanz für die zeitgenössischen Mitmenschen haben.


Dem Zeitgeist sich zuzuwenden und zu unterwerfen, hat nun nie etwas mit einer Beliebigkeit zu tuen, denn es herrscht in einer Zeit nur ein Zeitgeist, der von allen ihr Jawort hören will. So kleidet sich eine modebewußte Frau ja auch nicht beliebig, sondern immer so, wie es ihr die jeweilige aktuelle Mode vorschreibt. Abstruß ist aber die Behauptung dieses Theologen, daß alles, was in einer Zeitgeistepoche sich ereigne, zu diesem Zeitgeiste gehöre. Dafür sind moderne Gesellschaften viel zu komplex strukturiert, als daß ihr ganzes Leben durch nur einen Geist gesteuert gedacht werden könnte. (Vgl fundiert dargelegt bei N.Luhmann). Daß dann zur Charakterisierung des jetzigen Zeitgeistes nur die Vorstellung der Gleichwertigkeit der Geschlechter, daß Kinder Rechte hätten und die jede sexuelle Orientierung gehöre, herbeizitiert werden, erweckt aber den Eindruck, daß dieser Theologe sich nur sehr oberflächlich mit dem jetzigen Zeitgeist beschäftigt habe. Denn letztendlich soll so ja nur zum zigsten Male das Frauenpriestertum und ein kirchliches Ja zur Homosexualität eingefordert werden.

Bedenkenswert und Aufmerksamkeit verlangend ist dabei nun aber, daß diese 2 nun schon arg angestaubten Reformvorhaben gar nicht theologisch begründet werden, sondern einfach nur damit, daß die Kirche sich dem jetzigen Zeitgeiste anzupassen habe. Warum? Wenn die Kirche eben an ihren Wahrheiten festhielte, awürde sie für ihre Zeitgenossen irrelevant werden. Das ist so banal, wie ein Buchgeschäft eben die Bücher in die Regale stellt, von denen zu erwarten ist, daß sie gekauft werden und die unverkäuflichen aussortiert. Es soll nun dogmatische Buchgeschäftsinhaber geben, die immer noch die Klassiker in ihre Regale stellen, von Goethe bis Thomas Mann, aber die dürfen sich dann nicht wundern, wenn sie ihre Insolvenz anmelden müssen.Damit die Kirche nicht Konkurs anmelden muß, muß sie eben kundenorientiert ihre Angebote ausrichten und dazu gehört unbedingt Frauen als Priester und ein begeistertes Ja zum Homosex.


So geht die Theologie zugrunde, wenn sie Theologie mit schlichtem Marketing verwechselt!