Dienstag, 12. Dezember 2017

Herrschen wir über Gott? Oder wie bereitet man dem Teufel den Weg zum Erfolg!

Gott wurde Mensch, ja, aber er wurde auch uns zum Kinde in der Krippe.Das verführt Menschen dazu, daß wir nun ihn beherrschen könnten, weil er sich uns in der Schwachheit eines Kindes in Windeln gegenübetritt. Gott legte sein Wort in unsere Hände und so unterwerfen menschliche,allzumenschliche Ausleger sein Wort ihrer Willkür.Gott so zu lassen,wie er sich uns offenbart hat, das ist eben doch ein Zuviel an Heteronomie.
Im Adveniatabreißkalender wird Psalm 6,1 so übersetzt (11.12. 2017): "Herr, bestrafe mich nicht in deinem Zorn, weise mich nicht zurecht, solange du aufgebracht bist." Als Alternative hätte dem Ausleger des Kalenderblattes auch die Einheitsübersetzung zur Verfügung gestanden: "Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm".Zurechtweisen klingt schon mal lieblicher als züchtigen. 
Aber was macht der Kommentar nun aus dieser klaren Aussage? Erstmal raisoniert er: " Vom Zorn Gottes hören wir nicht oft in einer Andacht, und wohl auch nicht gern. (11.12. 2017). Hier verhüllt das "und" den Grund, warum wir nicht oft vom Zorne Gottes in Andachten und Predigten hören:weil wir davon so ungern etwas hören wollen! 
Der Kommentator konzediert dann aber, daß in der hl. Schrift oft vom Zorne Gottes die Rede ist. Die Bibel "wusste, dass die Strafe Gottes drohte, wenn jemand gegen den Willen Gottes verstoßen hatte", und schwächt so schon ein wenig ab, denn die Bibel weiß nicht nur von angedrohten Strafen Gottes, es weiß auch von vollzogenen Gerichten Gottes zu berichten. Die Formulierung der angedrohten Strafen läßt ja die Möglichkeit offen, daß Gott das bloß Angedrohte nie vollzog, sondern es als bloße Drohung bewenden ließ.
Aber, ein Gott, der zürnt, der mit Strafe droht, ist das nicht auch schon für uns Verzärtelten unzumutbar? Das weiß auch der Abreißkalenderausleger. Und so formuliert er dann, was er unter der Strafe Gottes versteht:
"Gott ist aber der Schöpfer des Lebens.Seine Gesetze dienen der Erhaltung des Lebens. Wer dagegen verstößt, verursacht Leid und Tod. Genau genommen kennt Gott nur eine Strafe: Er läßt die Menschen die Folgen ihres Tuns tragen."
Gott straft und züchtigt nicht mehr, er weist auch nicht mehr zurecht- das tut Gottes alles nicht! Sein Strafen und Züchtigen besteht nun nur noch darin, daß er NICHTS tut! 
Veranschaulichen wir uns dies an einem einfachen Beispiel: 
Eine Mutter sagt zu ihrem kleinen Madel: "Putze jeden Abend deine Zähne! Wenn du sie nicht putzt, dann wirst du in Bälde ein Zahnweh bekommen, so gern du Süßes nascht!" Das Kind gehorcht nicht und dann muß es beim Zahnarzt fühlen, erst das Zahnweh und dann das Bohren. Das Zahnweh ist dabei die immanente Folge des Nichthörens. Das Kind  war ungehorsam, aber das Zahnweh ist nun keine Strafe ihrer Mutter sondern nur die Negativfolge ihres Ungehorsames.
Eine Mutter sagt zu ihrem kleinen Madel: "Putze jeden Abend deine Zähne! Wenn ich dich erwische, daß du dir nicht die Zähne putzt und dann im Bette wieder Süßes nascht, bekommst du eine Woche Fernsehverbot!"In diesem Falle ist das Fernsehverbot nicht eine immanente Folge des Ungehorsames des Buben, sondern wirklich eine angedrohte Strafe der Mutter. Genau das macht das Wesentliche der Strafe aus, daß sie nicht die immanente Negativfolge eines Tuens ist, sondern eine sich äußerlich zur Untat verhaltende Reaktion auf den Ungehorsam.
Wird ein Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt, ist das nicht eine Negativfolge seiner Mordtat als immanente Auswirkung seiner Untat, sondern dazu hat ihn ein Gericht verurteilt.  
Indem nun der Kommentar Gottes Strafen reduziert auf, daß Gott die Negativfolgen des Ungehorsams einzutreten zuläßt, schafft er Gottes Gericht ab. Die Hölle, die ewige Verdammnis ist nicht einfach die Negativfolge eines Lebens für die Sünde, nein, Gott verurteilt Sünder dazu ob ihres Gesündigthabens. 
Zudem: Eine Strafe kann erlassen werden, die Mutter kann auf die Strafe verzichten, so auch Gott, aber wenn das Madel ein Zahnweh bekommen hat, dann ist das nur noch durch einen Zahnarzt wieder in Ordnung zu bringen: Zahnweh kann nicht vergeben werden, Gott kann aber dem Sünder vergeben und auf seine Bestrafung verzichten.
Wo die Bibel Gott als Strafe Androhenden aber auch Vergebenden kennt, da kennt dieser Kommentar nur noch ein weltimmanentes Geschehen, daß bestimmtes Fehlverhalten den Täter selbst schadet.
Aber das hat noch fatalere Folgen: Denken wir uns einen Ehemann, der seine Frau mit einer Geliebten betrügt. Die Ehefrau bemerkt das nicht; der Ehemann beendet dann diese Liaison nach ein paar Jahren. Hat er sich damit selbst irgendwie geschädigt oder doch viel mehr nur vergnügt? Der Dieb, der beim Einbruch viel Bargeld stahl und davon viele Jahre gut lebte, wo erleidet der die Negativfolgen seines Verbrechens? Wenn Gott nicht straft jetzt oder einst im Jenseits, würden viele, viele Sünden ganz straflos bleiben, weil sie dem Täter nur zum Guten gereichten (das gestohlene Geld, das er zu seinem Nutzen ausgab oder das Vergnügen an einer Geliebten für den Verheirateten) und die Untaten für ihn keine Negativfolgen freisetzten.
Das führt dann zum Gipfel des Abfalles vom Glauben zu dem Irrglauben, daß Sünde nur das ist, was dem Täter selbst auch schädigt. Dann sündigt nicht einmal mehr eine Mutter, wenn sie ihr eigenes Kind töten läßt, (abtreiben genannt), wenn diese Kindestötung für sie selbst sich nicht negativ auswirkt.
Es gäbe nur eine Sünde, sich selbst zu schädigen, wird dann die letzte Konsequenz dieses Verständnisses von Gottes Strafen sein!
Eine kleine Häresie am Anfang und am Ende bereitet man dem Teufel den Weg zu unglaublichen Erfolgen!  
Vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott.         
     
        

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