Montag, 28. Januar 2019

Der Kreuzweg mit Papst Franziskus

Papst Franziskus betete auf dem Jugendfestival der Katholischen Kirche den Rosenkranz und seien wir ehrlich, es mußte mal wieder mit schlimmsten Entgleisungen gerechnet werden, auch wenn der Papst sich diesen Rosenkranz wohl von einem Redenschreiber verfassen ließ. Konzentrieren wir uns auf diese päpstliche Aussage: 
"Vater, heute verlängert sich der Kreuzweg deines Sohnes:
im erstickten Schrei der Kinder, die man daran hindert, geboren zu werden, und so vieler anderer, denen das Recht auf eine Kindheit, eine Familie und Bildung verweigert wird; die nicht spielen, singen, träumen können…; in den misshandelten, ausgebeuteten und verlassenen Frauen, die in ihrer Würde entblößt und übergangen werden;"kath net 26.1.2019
Also, die Leiden Christi verlängern sich in den jetzt Leidenden. Jesus Christus mußte leiden, weil Gott es wollte: Der Sohn litt zur Sühne für unser aller Sünden. Er brachte so das Gott gewollte und wohlgefällige Opfer dar. Wenn die jetzt Leidenden die Verlängerung dies Sühneleiden Christi sind, dann will Gott also auch ihr Leiden zur Sühne aller Sünden der Menschen. Gott will also, daß Kinder abgetrieben werden, nicht spielen dürfen, sondern mißhandelt werden. Als Jesus seinen Schülern sein Leidenmüssen offenbarte, daß er durch sein Kreuzesleiden die Welt zu erlösen habe, rief Petrus: "Das sei ferne!"- aber der Sohn Gottes wies ihn brüsk zurück, denn es war Gottes Wille, daß der Sohn zu leiden habe um der Sühne willen. Im 4. Buch Mose findet sich dafür eine erhellende Aussage: Gott sprach zu Moses: "Nimm alle Häupter des Volkes und hänge sie im Angesichte der Sonne an Galgen [bessere Übersetzung des Vulgatatextes: an Kreuze], damit mein Grimm sich von Israel abwende." (25,4) 
Die Kirche und alle anderen versündigten sich so wider Gott, wenn sie sich zur Aufgabe nähmen, diese Leiden in der heutigen Zeit zu beseitigen: Sie wiederholten Petrus Nein! zum Kreuzleiden Christi. Das meint aber ganz gewiß der Papst nicht. Er will doch sagen, daß diese Leiden nicht sein sollen. Aber indem er sie als Prolongierung der Leiden Christi verkündigt in diesem Rosekranzgebet sagt er nun, daß diese Leiden gottgewollt sind und zum Heile der Menschen auch notwendig!
Aber es kommt noch schlimmer:      
Franziskus auf dem ‚Campo Santa Maria la Antigua – Cinta Costera’. Auch wir wünschen uns eine Kirche, die unterstützt und begleitet, die im Leben und den Kreuzen so vieler „Christusse“, sagen kann: Hier bin ich! (kath net am 26.1.2019). Jeder Leidende wird für Papst Franziskus zu einem Christus, der so in seinem Leiden die Welt erlöst, indem er Gottes Grimm von den Menschen abwendet. Wozu bedurfte es dann noch des Kreuzes Jesu Christi, wenn alle Leidenden schon so Sühne für die Sünden der Welt wirken? 
Aber realistischer gesagt, wollte der Papst doch nur sagen, daß Menschen nicht leiden sollen, wie auch Jesus nicht hat leiden sollen, um so ganz humanitaristisch gegen das Leiden zu protestieren. Nur, das hat mit dem Kreuzweg Christi nicht nur nichts zu tuen, es verkehrt die Aussage des Kreuzweges in sein pures Gegenteil: Jesus hätte nicht leiden sollen, niemand soll leiden. Jesus hat sich mal wieder vertan, als er meinte, daß es Gottes Wille sei, daß er am Kreuze zu sterben habe, um Gottes Grimm von Israel und der ganzen Welt abzuwenden. Papst Franziskus kennt eben Gottes Willen wieder einmal besser als der Sohn Gottes! Natürlich steht der Papst mit dieser Anti-Kreuz-Theologie nicht alleine,die im liberalen Protestantismus des 19. Jahrhundertes erfunden wurde, daß Jesus eben den lieben Vatergott verkündete und daß ihm diese Verkündigung so wichtig war, daß er auch durch die Androhungen, ihn zu töten, verkündigt er weiter so, sich nicht abschrecken ließ. Das heißt, daß das Kreuz genaugenommen gar nicht zur Botschaft Jesu gehört, keinerlei Heilsbedeutung hat sondern nur anzeigt, wie wichtig Jesus die Verkündigung des Liebesgottes war. Dann kann selbstredend Jesu Kreuz kein Opfer mehr sein (das war die protestantische Intention, über Luther hinaus nun auch das Kreuz Christi als Nichtopfer zu qualifizieren, sodaß so auch die Abendmahlsfeier nicht eine Erinnerung an das Opfer Christi sein kann) und dann ist die Eucharistie auch kein Opfer mehr und die katholischen Priester können keine Priester mehr sein, weil sie kein Meßopfer mehr darbringen.    

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