Mittwoch, 16. Januar 2019

Kritik eines naiven dogmatischen Naturalismus



Ein naiver naturalistischer Dogmatisus ist es, wenn geurteilt wird, daß alle Ereignisse in der Welt rein weltimmanent zu erklären sind und daß es keine gäbe, zu deren Erklärung übernatürliche Ursachen heranzuziehen seien. Jede Religion lebt aber davon, daß sie mitten in der Welt mit übernatürlich Gewirkten rechnet. Nun kann eine Religion als Apologetik ihrer Aussage, daß es in der Welt übernatürlich Gewirktes gibt, nun nicht einfach auch nur behaupten, daß das so sei. Sie muß auch in der Lage sein, das plausibel zu machen. Ich versuche nun hier eine solche Plausibilisierung an Hand einer Erzählung meines Vaters.   



Mein Vater hat mir diese Begebenheit mehrmals erzählt, darum nehme ich sie, da ich hier die Ehrlichkeit des Erzählers voraussetzen kann. Im Kriege, irgendwo an der Ostfront (Rußland): mein Vater in einem Gefechtsstand, da rief ihn wer: "Austreten" und er stürmte aus dem Gefechtsstand.Kurz darauf erhielt dieser Stand einen  Volltreffer, wäre mein Vater noch da gewesen, er wäre wohl tot. Er frug dann herum, wer ihn denn gerufen hätte, aber er hörte nur: Ich nicht...Niemand rief. Aber er hat auf den gehörten Ruf gehört und überlebte so.

Kann diese Geschichte wahr sein? Fangen wir ganz einfach an und um der Klarheit willen mathematisch, denn in keiner anderen Wissenschaft wird doch so klar gedacht wie in dieser und um so mysteriöser die Fälle sind, die zu klären sind, desto wichtiger ist dabei die Klarheit des Denkens.
Schalten wir uns ein in den Elementarunterricht des Rechnenlernens. Das Subtrahieren soll nun von den Taflklässlern erlernt werden. Eines ist dabei so sicher wie das Amen in der Kirche. Irgendein Schüler frägt sicher die Lehrkrft: "Und wie viel ist 2 minus 3? Da heißt die Lehrerantwort: "Das geht nicht. Es kann nur von einer Zahl, die größer ist als die Zahl, die abgezogen wird, etwas abgezogen werden. In der Menge der positiven ganzen Zahlen gibt es keine Lösung für 2-3. Aber da bleibt der Rechenunterricht nicht stehen. Die Schüler werden später in das Reich der negativen Zahlen eingeführt und dann wissen sie, daß 2-3  -1 ergibt. Ob es für das Probem, was ist 2-3 eine Lösung gibt, hängt davon ab, in welchem Zahlenraum diese Operation durchgeführt wird. 

Welchen Zahlenraum wäht man für welches Problem?
Habe ich 1000 Euro auf der Bank, hebe 1100 ab und frage, wie viel muß ich einzahlen, um 0 Geld auf dem Konto zu haben, ist es sinnvoll, einschließlich der negativen Zahlen zu arbeiten: 1000-1100= -100. -100 plus100= Null. Soll eine Bodenfläche 36 Quadratmeter umfassen, ist mathematisch 6 Meter und -6Meter als Antwort richtig, da aber -6 Meter eine sinnlose Aussage ist, ist bei diesem Problem auf die negativen Zahlen zu verzichten. Nun gibt es Ereignisse, die geklärt werden sollen. Auch hier gilt nun die Frage: Welcher Vorstellungsraum als Summe aller möglichen Subjekte (wie in der Mathematik der Zahlenraum) soll gewählt werden, um das Probem zu lösen.
Zur Veranschaulichung: Soll das Phänomen des Versprechens erklärt werden, dann ist nach Sigmund Freud der Vorstellungsraum von Ich und dem Unterbewußtsein zu wählen, um das Versprechen als Einwirken des im Unterbewußtsein Verdrängten in die Rede des Iches zu erklären. Wer aber das Ergebnis eines Fußballspieles zu erklären hat, wird gewiß nicht auf den psychologischen Vorstellungsraum von: Ich, Es und Überich rekurieren und wer das Entsehen von Rost erklären soll, wird  das nicht tuen mit Begriffen der Beriebswirtschaftslehre.  
In welchem Vorstellungsraum ist dann das von meinem Vater Erzählte zu erklären? Setze ich als Vorstellungsraum nur den Raum der natürlichen Ursachen an, wird es mir ergehen wie dem Tafelkläßler, der frägt, was 2-3 ist. Dafür gibt es keine Antwort im Raume der positiven ganzen Zahlen. Denn wie wollte man dies Ereignis natürlich erklären? Daß da jemand sich eingebildet hat, eine Stimme zu hören und daß nur weil auf diese Stimme gehört wurde, der Soldat überlebte? Dieser Fall ist so unwahrscheinlich, daß er als nicht vorstellbar geschehen anzunehmen ist, besonders dann,wenn der Soldat nur dies einenmal eine Stimme gehört hat, die nicht "real" war, wenn man eine übernatürliche Ursache ausschließt. Wenn sie aber nur eine Einbildung war, wie erklärt sich dann der Gehalt, daß diese Stimme genau zu der einzig möglichen Handlung aufrief, durch die dieser Soldat sein Leben hat retten können? Kann das zufällig sein?
M.E. gibt es Ereignisse, die ohne die Annahme übernaürlicher Ursachen faktisch nicht erklärbar sind, oder daß zumindest die Erklärung so unwahrscheinlich klingt, daß doch eine Erklärung, die übernatürliche Ursachen als Ursachen miteinschließt, der Vorzug zu geben ist.
Naturalistischer Dogmatismus wäre es nun, schlösse man a priori übernatürliche Ursachen als Erklärungsmöglichkeit  aus. supranaturalistischer Dogmatismus, wenn jedes Ereignis nur als erklärbar gelten würde, wenn übernatürliche Ursachen als Ursache appliziert würden.   Sinnvoller ist es dagegen, in Hinsicht auf ein Problem, zu fragen: In welchem Vorstellungsraum kann für dies Problem eine Lösung gefunden werden. Dann wird es sich zeigen, daß es für bestimmte Probleme angemessen ist, übernatürliche Ursachen anzunehmen, weil es ohne diese Annahme keine plausible Lösung für dies Problem gibt. Naiv und unrflektiert wird dagegen da verfahren, wo keine explizite Rechenschaft abgegeben wird, warum für ein bestimmtes Problem welcher Vorstellungsraum gewählt wird, um es zu lösen.

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