Dienstag, 25. Juli 2017

Der amerikanische Traum:Die Natur ist zu überwinden, die Herkunft ein Zufall

"Im Gegenteil: in der >Zivilisation<hat jeder nicht nur das Recht, sondern steht gewissermaßen moralisch sogar in der Pflicht, seiner Herkunft zu entfliehen und nicht das zu bleiben, was er >von Haus aus< ist." Konkreter: "Und plötzlich stellt sich wirklich die Frage: ja, warum ist das eigentlich so? Warum sind Männer eigentlich Männer, Frauen eigentlich Frauen, Weiße weiß und Schwarze schwarz? Sie müssen es doch nun nicht mehr sein, nachdem ihre >Natur< als etwas technisch Variables verstanden wird, das nur der Zufall als Startbedingung so bestimmt hat, was aber nicht heißt, daß jeder sein Leben lang schicksalhaft an diese Bedingungen gebunden ist." Frank Lisson, Homo Viator, 2013, S.60
Sind wir, wie wir sind, Mann oder Frau, Amerikaner oder Deutscher, Weißer oder Farbiger zufällig oder ist es unser Schicksal? Ist unser Wiesein nur eine Folge eines Zufalles, nichts spräche dagegen,unser Wiesein als beliebig zu manipulierendes anzusehen. Was immer ich nur zufällig bin, das kann ich auch ändern. Der technische Progreß ermöglicht das nun.
Wenn es aber mein Schicksal ist, dann gehört es zu meinem Leben konstitutiv dazu, das mir schicksalhaft Zugekommende zu bejahen. Was nämlich Schicksal ist, das ist nicht einfach nur so, nein, es soll so sein!Denn im Begriff des Schicksales ist nun mal inkludiert, daß Gott uns das als Schicksal aufgegeben hat. Das Schicksalhafte wird so zur Gabe und Aufgabe, dem Menschen durch seinen Gott gegeben. 
Es ist ein großer Verlust, wenn die moderne Theologie den Begriff des Schicksales nicht mehr kennt, verkennt sie so doch gerade, wie Gott eben auch in der Welt regiert, indem er seinen Menschen ein Schicksal gibt und das ist in erster Linie sein Geschlecht und seine Volkszugehörigkeit. 
Von einem Zufall kann nur der Atheist reden...für Gottgläubige gibt es keinen Zufall!  

Zusatz:
Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
Schopenhauer

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