Sonntag, 7. Dezember 2025

 

Regeln rationaler Streitkultur: Eine kurze Notiz aus christlicher Sicht im Anschluss an Karl Popper.“



Unter diesem Titel publizierte „Communio“ am 4.12.2025 diese 12 Kommuni-kationsregeln:

1) Jeder Mensch hat das Recht auf die wohlwollendste Auslegung seiner Worte. 

2) Wer andere zu verstehen sucht, dem soll niemand unterstellen, er billige schon deshalb deren Verhalten. 

3) Zum Recht, ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.

4) Jeder soll im Voraus sagen, unter welchen Umständen er bereit wäre, sich überzeugen zu lassen. 

5) Wie immer man die Worte wählt, ist nicht sehr wichtig: es kommt darauf an, verstanden zu werden. 

6) Man soll niemanden beim Wort nehmen, wohl aber das ernstnehmen, was er gemeint hat. 

7) Es soll nie um Worte gestritten werden – allenfalls um die Probleme, die dahinterstehen. Ein bloßer Streit um Worte führt zu nichts. Es muss um Inhalte gehen. Dabei ist es notwendig, sich auf die Probleme bzw. Problemlösungsversuche zu beziehen, die der Diskussionspartner behandelt.

8) Kritik muss immer konkret sein. 

9) Niemand ist ernstzunehmen, der sich gegen Kritik unangreifbar gemacht, also "immunisiert" hat. 

10) Man soll einen Unterschied machen zwischen Polemik, die das Gesagte umdeutet, und Kritik, die den anderen zu verstehen sucht. 

11) Kritik soll man nicht ablehnen, auch nicht nur ertragen, sondern man soll sie suchen. 

Jede Kritik ist ernstzunehmen, selbst die in böser Absicht vorgebrachte; denn die Entdeckung eines Fehlers kann uns nur nützlich sein. 



Man kann nicht umhin, daß als gute Regeln für eine vernünftige Streitkultur zu erachten ist, einer deren Ziel die Wahrheitsfindung ist und die daraufhin dieses Regelwerk konstruiert.Aber jede, der heutzutage die öffentliche Diskurse beobachtet, kann behaupten, daß nur eine dieser Regeln eingehalten wird. Nehmen wir als ein Beispiel für viele dies klare Votum einer katholischen Religionslehrerin:Standpunkt: „Ein ehrlicher Austausch mit AfD-Funktionären ist aussichtslos:“ Die Autorin ist nun der Kath Leserschaft als politisch Korrekte gut bekannt. Sie ist gar aktiv bei den „Omas gegen Rechts“.Aus dem Diskurs sind so für sie von vornherein die Menschen auszuschließen, die wie die AfD denken. Der Hintergrund dieses Votums waren Überlegungen mittelständischer Wirtschaftsunternehmungen, das strikte Kontaktverbot zur AfD in Frage zu stellen.Das dürfe auf keinen Fall gechehen.

Man braucht hier gar nicht die Frage zu stellen, wie denn mit solchen Bürgern überhaupt zu reden sei, denn die erste Antwort lautet: Mit Schmudelkindern redet ein Anständiger nicht. Selbstverständlich ist alles, was ein Sogearteter sagt falsch und nur von bösen Absichten. Ich brauche nur eine politische Lagerskizze, um ad hoc alle, die dem Feindlager angehören, dann vom vernünftigen Miteinanderreden und Diskutieren auszuschließen.

Nun könnte man meinen, daß es doch institutionalisierte Orte gäbe,in denen das vernünftige Argumentieren zum Lebenselexier gehöre,also die Universität. Aber spätestens seit dem Redeverbot eines Philosophieprofessors an der Jesuitenhochschule Münchens ist offensichtlich,, daß das eine Illusion ist.Er wollte zwar über die Möglichkeit der Gotteserkenntnis nach Thomas von Aquin und Kant referieren,aber da er sich zu einigen Themen nicht politisch korrekt geäußert hatte, durfte er diesen Vortrag nicht halten.

Es ist inzwischen eine so üblich gewordene Praxis, daß festgelegt ist, wer nicht mehr reden darf und was man nicht mehr sagen darf,daß es kaum noch empört, wer alles so ausgeschlossen wird. Es gilt dann aber die Regel, daß nur noch über die Ausgeschlossenen zu reden sei und daß man ihnen immer nur die bösartigsten Intentionen zu unterstellen habe. Nur unter politischen Freunden gelten dann diese 12 Regeln des vernünftigen Miteinanderredens.

Aber man darf nun auch kritisch fragen,ob Popper das selbst auch wirklich so meint, schließlich kennt auch er den Feind, die sogenannten „Feinde der offenen Gesellschaft“, das sind isb für ihn Platon und Hegel. Hält er da wohl seine eigenen Diskursregeln ein oder gelten die dann nicht für diese zwei Philosophen? Der Verkünder des herrschaftsfreien Diskurses, der Philosoph Habermas intervenierte ja heftigst,um die Thesen des Historikers Ernst Nolte zum Holocaust aus dem öffentlichen Diskurs zu verbannen. Mit so einm Schmudelkind redet dieser Philosoph nicht.

Man ist doch so geneigt, zu mutmaßen, daß diese 12 Regeln nicht für den öffentlich als Feind markierten gilt:Bevor wir miteinander vernünftig reden,müssen wir erst klären,wer auszuschließen ist und was nicht mehr gesagt werden darf.

1

1Standpunkt Kath de am 3.12.2025.

Samstag, 6. Dezember 2025

„Vatikan-Kommission: Frauen können nicht zur Diakonenweihe zugelassen werden.“ Oder können sie doch?

 

Vatikan-Kommission: Frauen können nicht zur Diakonenweihe zugelassen werden.“ Oder können sie doch?



Auf Kath de liest sich dies unter der obigen Überschrift so:Die von Papst Franziskus eingeetzte Kommission kam zu ´diesem Ergebnis:"Der Status quaestionis in Bezug auf die historische Forschung und die theologische Untersuchung, unter Berücksichtigung ihrer gegenseitigen Auswirkungen, schließt die Möglichkeit aus, in Richtung einer Zulassung von Frauen zum Diakonat als Stufe des Weihesakraments voranzuschreiten. Im Lichte der Heiligen Schrift, der Tradition und des kirchlichen Lehramtes ist diese Einschätzung eindeutig, auch wenn sie es derzeit nicht erlaubt, ein endgültiges Urteil zu fällen, wie es bei der Priesterweihe der Fall ist."

So schrieb es Kath net am 4.12.2025, aber was schreibt nun Kath de, ein Kampfblatt der Politischen Korrektheit? Dort wird einen Tag später erklärt: „Päpstliche Kommission veröffentlicht Abschlussbericht. Zwischen Nein und Ja: Frauendiakonat bleibt in der Schwebe.“ Erläuternd zur Artikelüberschrift wird dann ausgeführt:  „Einige Kommissionen haben bereits über die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern in der Kirche beraten. Auch die letzte Expertengruppe, die Papst Franziskus zu diesem Thema eingesetzt hat, kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis.“

Die laut des Kommissionsberichtes eindeutige Einschätzung sei eben nicht eindeutig! So wird nun an der Verwässerung dieser Entscheidung gearbeitet: „Das neu veröffentlichte Dokument zeigt insgesamt, dass die Kirche an einem dogmatischen Scheideweg steht. Einerseits ist es ein "Nein" zum Frauendiakonat als Stufe des Weihesakraments – wenngleich nicht endgültig, wie im Fall der Priesterweihe. Andererseits zeigen sich die Experten offen für "weitere theologische und pastorale Vertiefungen". Als Möglichkeit wird die Einführung neuer Dienste genannt: "Es ist heute angebracht, den Zugang von Frauen zu den beauftragten Diensten an der Gemeinschaft zu erweitern und damit eine angemessene kirchliche Anerkennung der Diakonie der Getauften, insbesondere der Frauen, zu gewährleisten."

Also, auf Schleichwegen soll dann doch noch die Türe zur Diakonatsweihe für Frauen offengehalten werden. Nicht kommentiert wird nun die eindeutige Kommissionsaussage,daß das Nein zur Weihe von Frauen zum Priesteramt endgültig sei, denn diese Eindeutigkeit wird ja von dem linksliberalen Katholizismús verworfen. So äußert sich ja bekanntlich der Hauptvertreter dieses Lagers, Bischof Bätzing: „Doch der Weg dahin sei noch weit Bischof Bätzing möchte Frauen als Priester noch erleben.“ (Kath de am 11.9.2025) Diesem Miniaturluther ist eben was Rom eindeutig lehrt wie seinem Vorbild gleichgültig, denn er sieht sich an der Spitze des modernistischen Katholizismus stehend, als den Wegbereiter der Zukunftskirche, die alles Katholische als etwas Vorgestriges hinter sich lassen will.

Selbstverständlich ist das Kampfziel der Etablierung des Weihe zum Frauendiakonates nur ein Etappenziel,denn der Endsieg wird erst erst errungen sein, wenn eine mit einer Frau verheiratete Lesberin die erste Päpstin wird, aber das ist eben noch eine Zukunftsmusik! .Bezeichnend für diesen ganzen Emanzipationsdiskurs ist die Vorstellung, daß wer die Macht inne habe, bestimme, was wahr und was nicht wahr sei. Deshalb wird nun der Kampf um die Ämter geführt, damit dann die feministische Theologie die Macht ergreifen kann. Was der Herr der Kirche will und wie er sie geordnet hat,ist dabei etwas völlig Nebensächliches, denn für die feministische Theologie, aber nicht nur für sie, ist die bisherige Geschichte nur die der Frauenunterdrückung und des Kampfes der Frauen gegen diese Diskriminierung. So klang der Kath de Artikel vom 3.12.2025: „Kritik an Vatikan-Votum zu Diakoninnen: Laien sehen "verpasste Chance" noch resignativ gestimmt, ruft jetzt nicht nur Kath de zum Weiterkämpfen wider die Ordnung der Kirche auf,eingedenk des heroischen Vorbildes, der Rotte Korach!

Es gibt eben nichts Verlässlicheres als der Kampf wider die Ordnung der Kirche, ist die doch so wenig weltlich wie die Kirche selbst,die zwar in der Welt existiert aber nicht gemäß der Welt ist.




Freitag, 5. Dezember 2025

Ein neuer Stardogmatiker, der der katholischen Theologie und Kirche den Krieg erklärt

 

Ein neuer Stardogmatiker, der der katholischen Theologie und Kirche den Krieg erklärt



Nicht auf Nebenschauplätzen kämpft Professor Seewald sondern er attackiert das Zentrum der christlichen Religion. Erteilen wir so diesem Kämpfer das Wort: "Wenn Jesus im Bett gestorben wäre, würden wir heute seinen Namen nicht mehr kennen und kein Wort mehr über ihn verlieren." Gerade das Scheitern Jesu mache einen wesentlichen Teil seiner Faszination aus, so Seewald weiter. "Die Faszination Jesu besteht ja auch darin, dass er eine gescheiterte Person ist und nicht auf der Seite derer steht, die alt und lebenssatt im Bett sterben." 1

Jesus sei also, als er am Kreuz starb, gescheitert! Na, ja bei so viel Begeisterung für den Gescheiterten kann ein Theologe schon mal Ostern vergessen. Da behaupten Ewiggestrige, Vorkonziliare, daß dieser Jesus von den Toten auferweckt und auferstanden sei! Dann wäre er aber kein Gescheiterter mehr und wie sollte man dann sich noch für ihn so begeistern können! Er stünde so aber auf der Seite der Verlierer. Was haben denn nun die Verlierer von diesem Jesus,daß auch er ein Verlierer gewesen sei?

Imaginieren wir uns das: Da setzte sich Jesus zu einen blinden Bettler, um ihm zu erklären: „Genauso arm wie Du bin ich und auch blind! So bin ich solidarisch mit Dir!“ Faktisch wäre er so nur ein Konkurrent um die Almosen der Vorübergehenden gewesen,sonst nichts.

Aber dieser Dogmatiker spricht auch noch eine Warnung aus: Was icht mehr zu lehren ist! „Gleichzeitig warnte der Dogmatiker davor, die christliche Erlösungslehre zu stark auf das Kreuz zu konzentrieren. Die Vorstellung, dass der Tod Jesu als notwendiges Opfer oder als eine Art Lösegeld zu verstehen sei, hält er für theologisch problematisch – davon "wahrt man besser einen intellektuellen Sicherheitsabstand".

Problematisch“, das ist nun eine höfliche Umschreibung dafür, daß man das nicht mehr lehren dürfe.Für ein Wohlfühlchristentum ist alles Problematische eben etwas das Harmoniebedürfnis Störrende. Daß in allen Religionen es einen Opferkult gibt,daß es zu den religiösen Pflichten gehört,den Göttern bzw dem einen Gott zu opfern und auch Versöhnungsopfer darzubringen, davon hat dieser „Theologe“ selbstverständlich noch nie etwas gehört.Dieser consensus gentium interessiert ihn nicht, ist ihm das doch einfach zu vulgär. Der ewig in seinen Rollen scheiternde Charly Chaplin oder einer der Woody Allen Figuren sind ihm halt genehmer.

Aber dieser „Dogmatiker“ kämpft noch an anderen Frontabschnitten gegen die Katholische Kirche. Da hatten nun avantgardistische Zeitgeist-surftheologen einen Plan ausgeheckt: Die Kirche bräuchte ein 3,Vaticanum: „Der laufende synodale Prozess könne zwar eine wichtige Grundlage schaffen, reiche aber nicht aus, so die Einschätzung der Experten. Irgendwann müsse es konkrete Entscheidungen geben, erklärte der Salzburger Fundamentaltheologe Hoff. Das betreffe etwa die Frauenordination, den Umgang mit homosexuellen Partnerschaften sowie neue Herausforderungen wie Klimakrise, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.“2 Die Einführung des Frauenpriestertumes und das Ja zum Homosex, das seien eben die wichtigsten Aufgaben der Kirche. Ach ja, eine Prise Technophobie neben dem Dogma der allein von Menschenhand verurachten Klimaveränderungen wären auch wohlfeile Tages-ordnungspunkte des erstrebten Konziles.

Aber der Höhepunkt wäre sicher der Kampf gegen den Rechtskatholizismus!Das „Zudem“ wird dabei aber dem anvisierten Gewicht dieses Tagesordnungspunktes nicht gerecht: „Zudem wachse ein "rechtskatholisches Moment", das darauf abziele, "eine offene Kirche in eine geschlossene Gesellschaft zu verwandeln". Unter der offenen Kirche ist selbstredend die gemeint, die Ja sagt zum Frauenpriestertum und zur praktizierten Homosexualität und die alles Conservative und Rechte auschließt, wie jetzt es vorbildlich die Münchner Jesuitenhochschule praktizierte, als sie einen Vortrag eines Philosophieprofessors absagte, da der zu conservative Positionen vertrete, die polarisierten. Vielleicht könnte man ja auf dieem Konzil alle exkommunizieren, die gegen die neuesten Erkenntnisse der LGBTQ- Lobby weiterhin darauf insistieren, daß der Mensch zweigeschlechtlich sei!

Aber unser Stardogmatiker erhebt hier Einspruch: So nicht! „Der Münsteraner Theologe Michael Seewald hält ein Drittes Vatikanisches Konzil derzeit für unsinnig. "Wäre es denn sinnvoll, dass 5.500 Männer über Zukunftsfragen entscheiden, während Frauen nur beratend dabei sein dürften?", sagte der Theologe im Interview mit der Zeitschrift "Publik-Forum". Kirche und Gesellschaft hätten sich seit dem Zweiten Vatikanum grundlegend verändert – besonders im Amtsverständnis und in den Geschlechterrollen. Dies müsse vor einem neuen Konzil in der Kirchenstruktur rezipiert werden.“

Ein Drittes Vaticanum wäre kein demokratisch legitimiertes Entscheidungsgremium.Zuerst müßte also das Konzil sich eine demokratische Ordnung geben, bevor seine Beschlüsse eine Gültigkeit beanspruchen könnten. Das Lebenselexier der Kirche sei eben eingedenk der Einsicht Heraklits: „Alles fließt“ der Wille, stets sich den sich veränderndem Zeitgeschmack einzupassen, das Nichtmehrgefällige abzustoßen und der Tagesmode zu folgen. So kann und darf die Kirche eben nicht mehr den für unsere Sünden gekreuzigten Jesus verkündigen, sondern den Verlierertyp Jesus, und überhaupt: Jetzt müsse die Kirche sich endlich verdemokratisieren und von dem Muff von 2000 jähriger Theologie sich verabschieden, wie es in der 68er Rhetorik hieß.Damit dieser Zeitgeistgeschmack eben auch getroffen wird, sei eine Verdemokratisierung der Kirche von Nöten, bevor überhaupt ein neues Konzil tagen könnte.

Aber vielleicht wäre der Königsweg der Kirche viel einfacher, daß sie eben auf alle Lehren verzichtet, sie als wahr zu behaupten und alles in die Beliebigkeit ihrer Konsumenten zu stellen. Aber wo bliebe da der hl. Keuzzug gegen Rechts!

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1 Kath de, am 3.12, 2025: Derzeitiges, auf Autorität setzendes Leitungsmodell der Kirche sei am Ende.Dogmatiker Seewald: Neues Konzil wäre aktuell Unsinn,

2 Kath de am 26. 11.2025: „Zeit reif für eine erneute grundlegende Klärung zentraler Streitfragen.Theologen fordern neues Konzil – Kirche am Wendepunkt.


Donnerstag, 4. Dezember 2025

Verwirrungen in der aktuellen katholischen Soziallehre oder der Personalismus als ein protestantischer Fremdkörper

 

Verwirrungen in der aktuellen katholischen Soziallehre oder der Personalismus



In dem Beitrag: „Raymund Fobes: Gerechtigkeit,Barmherzigkeit und Gottesliebe.Die Katholische Soziallehre von der Zeit seit 1989“1 lautet das Credo der personalistischen Philosophie: „Der Mensch wird auf diese Weise zu einem Bündel gesellchaftlicher Beziehungen verkürzt,es verschwindet der Begriff der Person als autonomes Subjkt moralischer Entscheidung,das gerade dadurch die gesellschaftliche Ordnung aufbaut.“2 Daß der Mensch hier als ein autonomes Subjektgedacht wird, das durch seine moralischen Entscheidungen die „gesellschaftliche Ordnung aufbaut“ ist nun aber eine völlig aburde Vorstellung. Erstens geht die „gesellschaftliche Ordnung“ den Entscheidungen der Personen voraus. Ein einfaches Beispiel kann das veranschaulichen: Das Regelsystem des Schaches ist die notwendige Bedingung dafür, daß ein Schachspieler dann überhaupt einen Spielzug machen kann und er muß ein regelkonformer sein, sonst ist er kein Spielzug. Das gilt fundamentaler noch für das Sprechen: Nur weil es eine bestimmte Sprache gibt, das Regelsystem der deutschen Sprache etwa kann ich in ihr einen einzelnen Satz formulieren. So ist jedes Subjekt immer auch ein einem System Untergeordnetes, das ist die Bedeutung des subjectum als ein Unterlegtes, das so dann aber auch nur das Subjekt gedachter, gsprochener und geschriebener Sätze sein kann.

Zweitens: Eine moralische Entscheidung setzt genauso eine moralische Ordnung voraus, in der dann eine moralische Entscheidung erst getroffen werden kann. Wenn es nun in einer pluralistisch strukturierten Gesellschaft mehrer divergierende Morallehren gibt, entscheidet ein Subjekt eben zuerst sich für eine Morallehre und dann fällt er gemäß ihr eine Entscheidung. Aber nie bringt eine „Person“ selbst die gesellschaftliche noch die moralische Ordnung hervor!

Papst Johannes Paul II, der in diesem Artikel als der Überwinder des Kommunismus gefeiert wird, als einer der wichtigsten, habe nun so die kommunistische Ideologie kritisiert: „Johannes Paul ii schreibt,dass der Kommunismus >den einzelnen Menschen lediglich als ein Instrument und Molekül des gesellschaftlichen Organismus (sieht),so dass das Wohl des einzelnen dem Ablauf des wirtschaftlich-gesellschaftlichen Mechanismus vällig untergeordnet wird;gleichzeitig ist man der Meinung,dass eben dieses Wohl unabhängig von freier Entscheidung und ohne eine ganz persönliche und unübertragbare Verantwortung gegenüber dem Guten verwirklicht werden könnte.“3

Aber diese Argumentation wirkt nun in sich konfus. Die Ideologie des Organismus, antipersonalistisch ausgerichtet, denkt die Gesellschaft in einer Analogie zum menschlichen Körper, daß jedes Glied in ihm eine Aufgabe habe, die es zu erfüllen habe und daß nur so der Körper als Ganzes leben könne. Paulus denkt so die Kirche und von daher wurde dies organologische Denken dann auch auf den Gesellschaftskörper übertragen. Die Wohlgeordnetheit des Kosmos korreliert im Mikrokosmos mit der des Menschen und dann auch mit der der Gesellschaft als Makrokosmos. Der antiplatonische und antihegelianische Philosoph Popper ist das das Denken der Feinde der offenen liberalen Gesellschaft.

Aber dies organologische Denken paßt nun gar nicht zur kommunistischen Ideologie, für die der Klassenkampf, der antagonistische Charakter der Gesellschaft das Bestimmende ist und wird so von dieser Ideologie als eine reaktionäre Täuschung über den antagonistischen Charakter der Gesellschaft kritisiert auf das Allerheftigste. Mechanisch ist das organologische Denken nun überhaupt nicht, denn für dies Denken sind die Beziehungen der Teile zum Ganzen natürlich-biologistisch gedacht.Das soll die Alternative sein zu allen Vertragskonstruktionen des personlistischen Denkens, daß zuerst Einzelmenschen existieren, die sich dann sekundär durch Vertragsbeziehungen vergesellschaften. Die elementarste ist dabei das Geschäft des Kaufens und Verkaufens. Gegen diese Künstlichkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen setzt das organologische Denken die Natürlichkeit der Beziehungen der Glieder zum Gesamtkörper.

Aber das soll nun eine Kritik der kommunistischen Ideologie sein, ist aber faktisch nur ein Credo des Liberalismus. Der Mensch solle nun aber kein „Rad im Getriebe“ sein.4 Der Text suggeriert nun, daß nach dem Urteil dieses Papstes nur die Marktwirtschaftsordnung die Alternative sei, in der allein der Personalität des Menschen, daß er frei, autonom, selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen habe, gerecht würde.5 Aber so ist nun zu fragen, nicht diese Ordnung die der völligen Subordination des Menschen unter den Primat der Ökonomie? In dieser Ordnung fungiert der Mensch nur noch als ein Warenproduzent und als ein Warenkonsument und er muß sich selbst als eine auf dem Arbeitsmarkt sich anzubieten habende Ware zu begreifen.Was er wie konsumieren will, wie er auf dem Arbeitsmarkt eine ihm genehme Anstellung findet.das sind dann seine freien autonomen Entscheidungen. Ob er dann noch heiraten will, eine Familie gar gründen will, hängt dann eben von seinem Erfolg im Berufsleben ab. In erster Linie ist er eben eine Funktion der Ökonomie. Seine Freiheit ist dann die des Konsumierens, die aber von der Fülle seines Geldbeutels als seine Hndlungsfreiheit limitiert wird.

Was bedeutet das für die Ordnung der Geschlechter?
Das Urgestein des Feminismus, Simone de Beauvoir bringt diese Erkenntnis auf den Punkt: „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“6 Also aus der Sicht dieser Feministin würden zu viele Frauen, wenn sie ihr Leben selbst frei bestimmen könnten, das Falsche wählen: Sie würden nämlich das Leben als einer Familienmutter einem Berufsleben gegenüber bevorzugen.

Also muß dafür gesorgt werden, daß die Gehälter der Familienväter so niedrig sind, daß die Frau „mitarbeiten“ muß, möglichst schon 40 Stunden pro Woche, wenn die Kinder noch unter 3 Jahren sind.



Was bedeutet das für die Ordnung der Völker und ihren Nationalstaaten? Sie sollen aufgelöst werden für den globalisierten Weltmarkt. Es soll eben nur noch atomisíerte Individuen geben, die ihre Sozialbeziehungen nur noch frei vertraglich regeln.Die Migrationsbewegungen stellen faktisch eine Nomadisierung einst seßhafter Menschen dar.

Aber dieser Text hat auch die Zeichen der Zeit erkannt, daß es dem gemeinen Volk zu gut gehe: Man müsse schon mal zum Verzichten bereit sein7 und auch mal unbezahlte Überstunden leisten.8

Somit endet dieser Personalismus einfach in der Ökonomisierung des Menschen,daß er nur noch eine Funktion für die Ökonomie sein soll. Und das soll seine Würde sein!




1„Der Fels“ 12/2025, S.344f.

2A,a.O. S.344. Dies Zitat konnte ich aber weder in der Schrift: „Lborem excercens“ noch in „Sollicitudo rei socialis“ verifizieren, aber beide Texte liegen mir nur verkürzt vor.

3A.a,O. S.344. Auch dieses Zitat konnte ich nicht verifizieren.


4A,s.O- S.344.

5Es ist bezeichnend, daß alle kapitalismuskritisvhen Aussagen der zwei Texte: Laborem exerrcens“ und „Sollicitudo rei socialis“ nicht erwähnt werden.

6Tagesspiegel, 8.3.2025: Männer sind anders.

7Fobes, S.344.

8AaO. S.345.

Mittwoch, 3. Dezember 2025

„Katholische Lehre“ versus „Konziliare Lehre“: eine Konfrontation

Katholische Lehre“ versus „Konziliare Lehre



Eine sehr bedenkenswerte Unterscheidung der Lehre der Kirche und der jetzigen Lehre, der konziliaren Kirche versucht Wplfgang Huber in seinem Buch: „Pfarrer Hans Milch. Eine große Summe des katholischen Glaubens“ Bd 2,indem er tabellarisch diese zwei Lehren gegenüberstellt.Die erste von 11 Gegenüberstellungen präsentiert er auf der Seite 1022. Unter der Rubrik: „Katholische Kirche“ steht: „Die Lehre der Kirche ist christozentristisch und eben deshalb auch ekklesiologisch.“ Diese These müßte eigentlich jeden Katholiken irritieren, gilt doch ein solcher Christozentrismus als das Markenzeichen der reformatorischen Theologie, wohingegen die katholische Lehre die des „Und“ ist: Jesus Christus und die Heiligen, Aber die Intention dieses Christozentrismus wird deutlich, wenn man den dazu konträren Standpunkt der „konziliaren Lehre“ betrachtet: „Die Lehre der Kirche ist christozentrisch aber nicht ekklesiozentrisch.Die katholische Kirche ist nicht identisch mit der Kirche Jesu Christi, sondern sie ist lediglich eine Verwirklichung derselben.“

Christus soll so zwar als der alleinige Mittler gelehrt werden, aber er vermittelt sich nicht nur durch die Katholische Kirche sondern auch durch andere christliche Gemeinschaften. Wenn die Katholische Kirche aber nur eine Verwirklichung der Kirche Jesu Christi sein soll, wie erklärt sich dann, dáß es soviele gravierende Unterschiede in der Lehre der Katholischen Kirche zu den Lehren der anderen gibt?

Sollte man nun urteilen, daß nur das allen christlichen Gemeinschaften Gemeinsame das Wahre wäre, wohingegen alle Lehrunterschiede dann als Nebensächlichkeiten abzuwerten seien? Oder sollte man das sich so zurechtlegen, daß alle christlichen Gemeinschaften zwar Realisierungen der Kirche Jesu Christi seien, aber in unterschiedlichen Graden, daß eben nur die Katholische Kirche die Vollgestalt der Realisierung sei? Die Praxis des ökomenischen Dialoges versucht nun nachzuweisen, daß eigentlich alle immer das Gleiche meinten und daß deshalb alle confessionellen Differenzen eher Kommunikationsprobleme seien denn reale Lehrdifferenzen. Aber eine noch so feine diplomatische Sprachregelung kann darüber nicht hinwegtäuschen, daß die reformatorische Theologie mit der Lehre der Kirche Unvereinbares lehrt.

Es müßte aber diese Gegenüberstellung jetzt modifiziert werden, da in postkonziliaren Theologie der einstige Christozentrismus überwunden worden ist durch einen Theozentrismus: Alle Religionen führen zu dem einen wahren Gott. Jesus ist dann nur noch einer von vielen Wegen zu Gott. Der Universalität des Heilswillen Gottes widerspräche es, das Heil von irgendeiner der vielen christlichen Confessionen abhängig zu machen. Dem Anliegen des interreligiösen Dialoges widerstritte ein jeglicher Christozentrismus. Die vulgärste und darum auch populärste Variante lautet deswegen so: Gott ist der Schöpfer aller Menschen und deswegen liebe er jeden. Das hat er nun durch eine Vielzahl von Religionen vermittelt, die oft auch einen bestimmten Vermittler auszeichnete,etwa Jesus, Mohammed und Mose und die Propheten, aber alle seien gleichwertige Verkünder dieser einen Wahrheit der Menschenliebe des einen Gottes, die alle Religionen verkündeten, auch wenn sie ihm dann verschiedene Namen gäben.

Die katholische Kirche ist heilsnotwendig.Die protestantischen Denominationen besitzen keine Heilsmittlerschaft.“ Dem muß nun doch widerprochen werden: Die Katholische Kirche erkennt im Regelfall die Spendung des Taufsakramentes durch Protestanten als gültig an: Sie werden nicht widergetauft! Nehmen wir den Fall eines Kleinkindes an, das mit drei Monaten getauft wurde und nach einem Jahr gestorben ist. In diesem Falle existierte kein Unterschied zwischen einem katholisch und einem evangelisch Getauften, wenn das katholisch getaufte Kind ebenfalls nach einem Jahr gestorben wäre.Die „konziliare Lehre“ besagt nun: „Es gibt auch andere Heilswege als den der katholischen Kirche.Auch die protestantischen Demonitationen beitzen eine Heilsmittlerschaft.“ Da das Sakrament der Taufe gültig gespendet wird in den protestantischen Denominationen kann das mit dieser Aussage Intendierte nur sagen: Wenn der Getaufte im protestantischen Glauben verharrt, obschon er die Katholische Lehre kennt bzw ihm bekannt gemacht worden ist, dann ist diese seine Zugehörigkeit kein hinreichender Eratz für die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche. Gesetz den Fall, ein Mensch, protetantisch getauft, stürbe ohne daß er je etwas von der Katholischen Kirche erfahren hätte, dem könnte sein nichtkatholischer Glaube nicht als eine Sünde angerechnet werden.

Die Intention dieser Gegenüberstellung ist sehr einsichtig, daß eben nur die Katholiische Kirche die wahre sei, aber im Eifer um diese Wahrheit wird hier die Gültigkeit der Taufe verkannt und so das Taifkind mit dem Badewasser ausgeschüttet.

Zwei weitere Thesen der „Katholischen Lehre“ müssen so auch kritisiert werden: „Die Glaubenswahrheit existiert nur als die Totalität aller Aspekte,unter denen man sie betrachten kann.“ Es gäbe eine „Unteilbarkeit der Glaubenswahrheit“. Die eine Glaubenswahrheit ist ein System von wahren Aussagen, das als Ganzes wahr ist. Nun wird eine wahre Aussage nicht unwahr, wenn sie mit anderen unwahren verbunden wird. Wenn der Reformator Zwingli etwa die immerwährende Jungfräulichkeit der Mutter Gottes lehrt, dann ist diese Lehre wahr, auch wenn er dann behauptet, als Christ dürften wir nicht um ihre Fürbitte bitten.

Abstrakter formuliert: Jede Religion muß, da sie eine Religion ist, auch wahr sein, wenn sie dann auch unwahr ist, außer der christkatholischen. Nur wenn die anderen Religionen überhaupt keine Religionen wären, wären sie nur unwahr. Eine falsche Religion ist nur eine falsche, indem in ihr Wahres und Unwahres konfundiert ist.Man könnte das bildtheoretisch so erfassen: Die Idee der wahren Religion ist nur in der Katholischen Kirche realisiert, aber jede andere Religion ist als ein Zerrbild der Idee der Religion doch als eine Religion immer noch partizipierend an der Idee der wahren Religion trotz ihres Zerrbildcharakters.1

So hat die katholische Theologie nie gelehrt, daß etwa jede philosphische Gotteserkenntnis unwahr wäre, weil sie Gott nicht als den dreieinen begriffen habe2. Wer nur die offenbarte Gotteserkenntnis als wahr behauptet, verkennt die Verhältnisbestimmung der Vernunfterkenntnissen zu den Erkenntnissen, den aus den Offenbarungswahrheiten gewonnen.



1Ein Falschgeld wäre kein Falschgeld, wenn es nichts Gemeinsames mit einem echten Grld hätte, denn dann wäre es nur ein Spielgeld, das Niemand für ein echtes Geld halten könnte..

2Es wäre eine interessante Frage, zu erforschen, ob nicht zumindesst Ansätze einer rinitätslehre im Denken Plotins zu finden sind.

 

Dienstag, 2. Dezember 2025

„Welche Re-Evangelisierung wir wirklich brauchen“ und welche wir ablehnen müssen.Wir werden aufgeklärt!

 

Welche Re-Evangelisierung wir wirklich brauchen“ und welche wir ablehnen müssen

Wir werden aufgeklärt!

Der allseits bewährte Kämpfer gegen Rechts und alles, was er für rechts hält, Herr Pütmann stellt klar, welche Reevangelisierung die Kirche zu verwerfen hat und welche allein gutzuheißen ist.Da nun der Kreuzzug gegen die AfD und alles sonstige Rechte die wichtigste Aufgabe der Kirche zu sein hat,verbindet sich für diesen Autor selbstverständlich der Kampf gegen die AfD mit dem rechten, Entschuldigung,mit dem linken Verständnis von der wahren Mission.

Bewundern wir nun diesen Argumentationsgang des Standpunktkommentares von Kath de, diesem Musterschüler der Politischen Korrektheit vom 1.12.2025 ,der uns beweisen soll ,daß die einzig wahre Evangelisation der Kampf gegen die AfD und alles Conservative und Traditionalistische sei. Als erstes stellt der Kommentar leicht irritiert fest, daß 30 Prozent der Befragten der Aussage,wir bräuchten in Deutschland eine Rechristisansierung.zustimmten: Das seien deutlich mehr als die eine enge Kirchenanbindung angeben.Ein aufmerksamer Leser ahnt nun schon, daß mit diesen Evangelisationsbefürwortern irgendetwas nicht stimmen kann. Und so verhält es sich dann auch:

Trotzdem hat die Umfrage mich alarmiert. Laut einer (nicht repräsentativen) Auszählung nach Parteineigung befürworten eine Re-Christianisierung nicht die Anhänger der C-Parteien (39 Prozent) am häufigsten, sondern solche der rechtsextremen AfD (49 Prozent), und links mehr im BSW (31 Prozent) als in SPD (24 Prozent), Grünen und Linken (je 16 Prozent). Der Begriff stimuliert wohl bei vielen identitäre Affekte gegen den Islam und die religiös-kulturelle Pluralisierung. Sie wird als Verlust vertrauter "Leitkultur" wahrgenommen. Mit christlichem Glauben hat "cultural defense" aber wenig zu tun.“

Was immer auch AfD-Anhänger fordern,ist immer etwas Übles.Der „antifaschistische Schutzwall“ trennt klar die Guten von den Bösen. Daß nun aber gar 31 Prozent der Sarah-Wagenknecht-Partei sich für eine Rechristianisierung aussprechen, beweist nun aber, daß Linke doch eigentlich Kryptofaschisten und somit fast genauso verwerflich sind.1 Darum kann es bei diesen nicht um eine wirkliche Evangelisierung handeln sondern nur um eine Islamphobie und einen antipluralistischen Affekt. Jetzt taucht auch noch der Begriff der „Leitkultur“ auf, mit einem pejorativem Unterton verwendet.Es gilt ja noch,die 39 Prozent der C-Parteien zu verteufeln.Auch diese würden doch nur wegen ihrer Islamfeindlichkeit und ihren Antipluralismus zu einem Ja zu dieser Art von Evangelisation getrieben. Die abendländische Kultur gegen den Islamismus zu verteidigen,habe überhaupt nichts mit der christlichen Religion zu tuen.

Der religiöse Pluralismus sei etwas sehr Bejahenswertes und da müsse der Islam besonders gegen seine Kritiker verteidigt werden. Wenn aber dieser Pluralismus so etwas Gutes ist, wie kann man dann noch irgendeine Mission befürworten,nähme der Pluralismus doch ab,wenn viele sich zum christlichen Glauben bekehrten?Jetzt wird der Text nebulös und unklar in seiner Begrifflichkeit.Es habe um eine Herzensbekehrung sich zu handeln, Demut solle eingeübt werden. Aber diese Unklarheiten lichten sich dann schnell: „Wo Hybris, Egozentrik und Daueraufgeregtheit tönen, sucht man Re-Christianisierung vergeblich. Gegen den Christianismus ihrer falschen Propheten müssen sich die Kirchen sozialethisch, vor allem aber geistlich wappnen.“

Das heißt,Klartext redend:Die wahre Evangelisation ist die geistliche Aufrüstung des Kampfes gegen die AfD- und auch C-Parteien Anhänger,denen es doch nur um ihren Antiislamismus und Antipluralismus ginge,indem sie einer verlorenen „Leitkultur“ nachtrauern, statt das „bunte Deutschland“ zu bejubeln,in dem nur noch Rote und Grüne Fahnen wehen und selbstredend unsere neue Leitkulturfahne, die des Homosexes.

Eines könnte nun aber doch irritieren: Wie verträgt sich ein solches dichotomisches Weltbild mit dem propagierten Pluralismus?Darauf gibt es nun eine einfache Antwort:Der Pluralismus wird gegen alles Conservative und Rechte als eine Kampfparole vernutzt,um dann eine Grün-Rote Monokultur zu etablieren,wobei Grün dann auch die Fahne des Propheten, des einzig wahren bedeutet..



Zusatz;:

Als „Hybris“ wird hier wohl die Anmaßung verstanden, daß die christliche Religion die wahre sei und daß deswegen nicht alle Religionen gleichgültig seien. Darum kann und darf es auch keine Evangelisation im eigentlichen Sinne geben sondern nur eine Erziehung zur Vergleichgültigung aller Religionen. Das neue Religonsunterrichtskonzept im Land Niedersachsen ist da vorbildlich.



1Seit Frau Wagenknecht die Politik der Ausgrenzung der AfD kritisierte,(Tagesspiegel am 19.11.2025) ist ihre Partei ja für jeden Antirechtskämpfer eine Feindpartei.

Montag, 1. Dezember 2025

Pluralismus – Konkurenz – Freund-Feind Denken: ein Orientierungsversuch

 

PluralismusKonkurenzFreund-Feind Denken: ein Orientierungsersuch





Das Klima hat sich irgendwie verändert- aber keine Sorge, es wird hier nicht über das Wetter geschrieben, sondern über die klimatischen Verhältnissen in den öffentlichen Diskursen. Augenfällig ist der inflationäre Gebrauch des Begriffes des Pluralismus. Darunter könnte nun eine Vielzahl von Meinungen zu Themen verstanden werden,wobei man nicht (mehr) eine Unterscheidung von wahr und falsch treffen kann oder will und stattdessen diese Pluralität als etwas Positives wertet.

Der Begriff der Konkurenz wird dagegen kaum noch verwendet, so zumindest nach meinem Eindruck. Denn dieser Begriff besagt ja, daß statt einer friedlichen Koexistenz vielfältigster Meinungen ein Dialog geführt wird, in dem nach der Wahrheit gesucht wird, die Pluralität also ein Übergangsstadium ist, da sich der besser begründete Meinung als Wahrheit noch nicht den anderen Meinungen gegenüber durchgesetzt hat.

Was bedeutet denn dann das Freud/Feinddenken? Der Feind, das ist der, mit dem man nicht redet und den man dann stattdessen bekämpft: „Du darfst Deine Meinung hier und jetzt nicht (mehr)sagen!“Die extremste Gestalt ist die des Tötens des Feindes, damit er nie mehr reden kann, die gemäßigtere die des Ausschlusses vom Diskurs. Anthropologisch gesehen gehört die Freund/Feind Erkennung neben dem Beuteschema: eßbar/uneßbar und dem Fortpflanzungsschema: fortpflanzngsfähig/unfähig zu der Grundausstattung des Menschen, denn diese drei sind nun mal für die Überlebensfähigkeit des Menschen notendig. Kontrovers wird dabei nun diskutiert, in wie weit diese Vermögen vererbt werden, sozusagen als eine Art Festplattenprogramme und inwieweit sie erlernt werden.

Als eine Art der kulturellen Domestikation kann die Kultur der Konkurenz rekonstruiert werden: Nicht mehr gewaltsam sondern allein kraft der besseren Argumente soll sich die eine der vielen Meinungen gegen die anderen durchsetzen, die dann als die wahre Position verstanden wird. In den Wissenschaften ist das das übliche Verfahren. Das Ja zum Pluralismus bedeutete dann das Eingesändnis, daß man nicht mehr glaubt, daß eine Meinung sich als die wahre durchsetzen kann bzw daß es gar nicht als erstrebenswert angesehen wird, die wahre Meinung zu erkennen. So heißt dann die liberale Position, daß jeder gemäß seiner Willkür leben dürfe, solange er die Willkürfreiheit des Anderen dabei nicht beeintächtige. Jeder besäße sein eigenes Kleingartenland, in dem er tuen könne, was er wolle, wenn er nur dabei den anderen Kleingartenlandbesitzer nicht störe.Diese Selbtbegrenzung verlangt nun selbst eine gewisse asketische Praxis, es zu dulden, daß der Andere all das liebt, was man selbst für inakzeptabel hält.

Damit tritt diese Haltung aber in einen Widerstreit zum moralischen Denken, das in seiner Unterscheidung von gut und böse darauf insistiert, daß Niemand das Böse tuen dürfe.

Wer den jetzigen öffentlichen Diskurs beobachtet, wird aber ein Phänomen nicht mehr übersehen können: Der Feind ist wieder da! Jetzt avanciert die Frage: „Mit wem darf ich nicht reden?“ zur wichtigsten. Die Kontaktschuld besteht darin, mit Peronen oder Gruppen einen Kontakt zu haben oder gehabt zu haben, mit denen man nicht reden darf. Aber die Feindschaft geht noch weiter: Man müsse auch verhindern, daß der Feind reden darf. Die einfachste Methode ist die des Niederbrüllens: Man kann so nicht mehr hören, was der Feind sagt indem man verhindert, daß der Feind sich Gehör verschafft.

Der Feind tritt nun unter verschiedenen Masken auf, soll aber immer nur einer sein. Die Reduzierung auf einen Feind ist propagandistisch effektiver als eine Verzettelung auf viele zu bekämpfende. So korreliert der außenpolitische Feind, Rußland. China, die USA unter Trump und neuerdings Israel mit dem innenpolitischen, der AfD und allem. Was irgendwie rechts ist: Es ist der Feind des Pluralismus. Das Feindbild im theologischen Diskurs, der Fundamentalist, der Traditionalist etc paßt dazu.

Wer mit solchen redet, mit dem darf kein Anständiger mehr reden. Wenn man den Feind verbieten und zum Verschwinden bringen könnte, wäre die Welt wieder in Ordnung.

Erklärungsbedürftig ist nun die Frage, warum jetzt der Feind eine solche Revitalisierung erfährt. Meine These dazu ist: Die postmodernen Gesellschaften sind so verpluralisiert, daß die einzige Gemeinsamkeit nur noch eine politische sein kann, die der Proklamation des einen Feindes, den alle zu bekämpfen haben.

Die Feindschaft ist nun aber gerade etwas Emotionales: Endlich darf der Bürger wieder hassen, seine Kultiviertheit sich entledigend. Die Bürgerlichkeit verlangt von jedem ein beachtliches Maß an Affektbeherrschung, ist also eine Selbstbeherrschungskultur. Dank des Feindes darf der Bürger nun diese als eine Zwangsjacke empfundende Kultur punktuell abwerfen, um wieder ganz archaisch hassen zu dürfen. Dazu wird der Feind daimonisiert, ja sogar zum Ermorden des Feindes aufgerufen, Tötet AfDler, tötet Nazis, ganz X haßt euch!, gehört inzwischen zu den gängigen Antirechtskampfparolen.

Hauptsache, wir reden darüber und jeder soll dabei gehört werden, und keiner dürfe ausgegrenzt werden, so wurde eine zeitlang Habermas Kommunikationstheorie rezipiert und gefeiert, Jetzt heißt es: Rede nicht mit dem Feind!So gab es einst die Ökumene, jetzt redet kein Mann der Kirche mehr mit einem Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche, einst gab es die Entspannunspolitik. jetzt gilt jeder Aufenthalt in Rußland schon als ein Verrat an die westliche Freiheit. Aber auch israelische Künstler und Wissenschaftler werden ausgeladen, weil sie als Juden diskriminiert werden: Die brächten ja die Palästinenser um! 

1.Zusatz

Die Ideologie des Pluralismus lebt einerseits von einem erkenntnistheoretischen Skeptizismus und dem Willen, die Wahrheit nicht erkennen zu wollen, weil so der Mensch willkürlich leben kann.

2.Zusatz

Zum Feindbild Rußland

Otto von Bismarck: " Wenn Preußen und Rußland in einem Bündnis zusamenstanden, ging es beiden Ländern gut und Europa.Wenn irgendwelche Kräfte aus dieser Welt es geschafft haben,daß beide Länder in Konfrontation gegeneinander gestanden haben, war es eine Katastrophe für beide Länder und Europa."