Freitag, 7. August 2015

Der "Heldenaufstand" gegen Bischof Stefan Oster!

"20 Priester, die sich ehrlich was trauen!" tönt die Seite 1 Überschrift der "Passauer Woche" vom 5.8.2015. "Ihr Brandbrief hat die Passauer Kirchenoberen aufgerüttelt. In Ihren Pfarrgemeinden gelten sie nun als Helden." Auf Seite 4 kommt es dann noch triumphaler: "Von den Menschen gefeiert" Um was geht es? Die Gruppe "Priester im Dialog (und eventuell einige Sympathisanten proben den Aufstand gegen ihren Bischof Das Programm dieser Dialogpfarrer enthält nun nichts Neues, sondern präsentiert die allseits bekannten Ladenhüterparolen von der antikatholischen Bewegung: "Wir sind Kirche". Die Internetseite der Pawo präsentiert dazu eine aktuelle Umfrage, nach der 75% diese Pfarrer als "Helden" ansehen- wie viele sich aber an dieser Umfrage beteiligten, bleibt ungesagt. Anlaß dieses "Heldenaufstandes" war nun die bisherige Weigerung des Bischofes, die Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechtes für die Passauer Diozöse zu übernehmen. Der "Brandbrief schreibt das so: 
Sehr geehrter Herr Bischof,
Sie erklären, die anstehende Entscheidung bedürfe noch einer kirchenrechtlichen Klärung. Nein, sie bedarf einer pastoralen Klärung! Wir Seelsorger hatten schon immer mit der Frage des Umgangs mit wiederverheiratet Geschiedenen unsere Probleme mit den zwei Seiten der kirchlichen Lehre, maßgebend vorgegeben in „Familiaris Consortio“. Ich lese dort, der Papst zusammen mit der Synode „möchte die Hirten herzlich ermahnen, den Geschiedenen in fürsorglicher Liebe beizustehen, damit sie sich nicht von der Kirche getrennt betrachten, da sie als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen können, ja dazu verpflichtet(!) sind“. Ausdrücklich wird auch gesagt, dass sie am Messopfer teilnehmen sollen (FC 79; S.87). Dann blättert man um und liest weiter: „Die Kirche bekräftigt ihre von der Hl. Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratet Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen (S.88). Für Betroffene geradezu ein Hohn, für Seelsorger ein tiefes Dilemma!"
Es geht den Protestlern also um die "Geschieden-Widerverheirateten", die nun nicht mehr "diskriminiert" werden sollen, weder durch das Arbeitsrecht noch durch die Verweigerung der Zulassung zur Kommunion.Aber es geht diesen Protestlern doch noch um viel mehr, denn die ganze Richtung des neuen Bischofes paßt ihnen nicht. So sei die Passauer Diozöse bisher bekannt für "ihren Geist der Offenheit, Angstfreiheit, Menschennähe, der Dialog- und Reformbereitschaft" tönt es dann in dem Bandbrief weiter. (S.4 der Pawo) Enttäuscht sind diese meist älteren Priester und Ruheständler insbesondere davon, daß sie von einem jungen Bischof anderes erhofft hätten, daß er eben ein Reformbischóf sei. 
Die Passauer Presse jubelt nun in den höchsten Tönen. Als Bischof Stefan Osterer sein einjähriges  Amtsjubiläum feierte, war ja der erste Angriff auf ihn durch die Presse erfolgt. Der Tenor, daß er enttäuscht habe, und daß die Gemeinden über seinen conservativen Kurs enttäuscht wären. Nun brachte sich die Dialogpfarrergruppe in Stellung und da der Bischof gerade im Spital sich einer Hüftoperation unterzieht, sahen sie wohl eine gute Gelegenheit, nun ihrerseits das Feuer auf den Bischof zu eröffnen. Auf die masive Unterstützung der Medien konnten sie dabei ja fest vertrauen. Bischof Stefan spalte und polarisiere, hieß es dann auch gleich in der Presse und das meint, daß er für das Bischofsamt ungeeignet,in Bälde abzusetzen ist.   So liest sich das dann im "Brandbrief":


"Sehr geehrter Herr Bischof,
wir älteren und alten Priester sind aufgewachsen und haben uns für den Priesterberuf entschieden in einer Diözese, die in ganz Deutschland bekannt war für ihren Geist der Offenheit, Angstfreiheit, Menschennähe, der Dialog- und Reformbereitschaft. Das hat nicht wenige Theologiestudenten aus anderen Diözesen angezogen (besonders aus Regensburg), sich für die Diözese Passau weihen zu lassen. Manche Ihrer Aussagen und die besagte Entscheidung wecken die Befürchtung, dass Sie unsere Diözese in eine andere Ecke des kirchlichen Spektrums führen wollen. Das enttäuscht uns sehr, weil wir uns von einem jungen, dynamischen und lebenserfahrenen Bischof anderes erhoffen."
"In eine andere Ecke des kirchlichen Systemes führen wollen", das sagt Alles über diese Deformbewegung aus- sie wollen die Kirche protestantisieren und so auflösen. Heldenhaft ist darin nun gar nichts: sie brüllen mit der Meute, sind ganz eins mit dem Zeitgeist und sind sich sicher, daß der Bischof gegen sie nichts unternehmen wird, haben sie doch die geballte Macht der Medien und des Zeitgeistes hinter sich. Bischofmobbing- Bischof Stefan Osterer habe dem conservativen Katholizismus ein Gesicht gegeben, konnte man noch anläßlich seines  Einjährigen lesen. Und nicht nur in der Causa der Reform des neuen Dienstrechtes erweist sich ja dieser Bischof als Bremser, eben auch in der Causa der Geschieden- Widerverheirateten. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu urteilen, daß auch Bischofskollegen diesen Bischof gern los wären.        


Donnerstag, 6. August 2015

Populäre Irrtümer in der Kirche-Gott verläßt uns nie

Ostern zeige uns eines, daß Gott uns nie verlasse. Auch seine Jünger, als sie im Boot saßen und Angst hatten, unterzugehen: Jesus war doch mit ihnen, sodaß sie sich gar nicht zu fürchten bräuchten.  Nur, sie waren eben so kleingläubig! Gott verläßt uns nie. Und religionspädagogisch geschickt wird dann auch gern die Geschichte mit den Spuren in dem Sand erzählt. "Siehst Du da Deine Fußspuren im Sand? Und die daneben, das sind die von Jesu, der immer an Deiner Seite ist!" Der Einwand: "Aber da sehe ich nur noch meine Spuren- da hat ER mich doch verlassen!" wird dann so erwidert:"Du irrst Dich! Da hat Jesus Dich getragen und darum siehst Du da nur noch eine Fußspur, die von Jesu." Auch in der größten Not und dem größten Unglück gelte also, daß wir nie gottverlassen sind! Das hat etwas sehr Tröstliches und Erbauliches an sich und darum wird es so auch immer wieder gepredigt und gelehrt.
Nur, warum rief dann Jesus selbst am Kreuze hängend aus: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Irrte ER da selbst, daß er meinte, jetzt, am Kreuze sterbend, von Gott wirklich verlassen worden zu sein, aber in Wirklichkeit war gerade da Gott-Vater bei ihm, seinen Sohn und verließ ihn nicht!  Als Israel 586 v. Chr. seine militärische Niederlage und die darauf erfolgende Vertreibung ins Exil erleiden mußte, da war es dann auch nicht von Gott verlassen, sondern auch da war Gott mit seinem erwählten Volke. 
Offensichtlich stimmt hier etwas nicht! Implizit wird hier nämlich vorausgesetzt, daß Gott immer nur als liebender Gott mit den Seinen zusammen sein kann und daß es nun Situationen gibt, die wir nicht in Einklang bringen können mit der Vorstellung, daß Gott da mit uns ist. 
Versuchen wir uns das Problem an einem Extrembeispiel zu veranschaulichen. Ein Mann, in der Wüste, er hat sich verfahren und liegt nun neben seinem defekten Jeep und verdurstet. Einen Freund hatte er bei sich auf dieser Wüstenfahrt gehabt, aber der mußte bald umkehren mit seinem Jeep wegen eines technischen Defektes. Da ist er nun allein die Tour weitergefahren. Wäre der jetzt bei ihm, der hätte Trinkwasser genug  bei sich. Wäre der doch da!, und dann stirbt er, verdurstet. Verlassen von seinem Freund starb er, denn wäre er da, dann hätte er Wasser für ihn dabei gehabt.
Nun kommt die Alternativvariante. Wieder liegt unser Mann verdurstend neben seinem defekten Jeep verdurstend. Jetzt kommt aber sein Freund angefahren mit dem reparierten Jeep und ein paar Kästen Trinkwsasser. Er steigt aus und sagt zum Verdurstenden: "Ich bin bei dir. Ich bin mit dir!" Er steht bei ihm und läßt seinen Freund in der Wüste verdursten, obwohl er genug Trinkwasser bei sich hat für ihn und seinen verdurstenden Freund.
Setzen wir jetzt den Verdurstenden als den Menschen in der Not, der frägt, warum ihn Gott oder Jesus Christus so verlassen habe. Dann meint diese Frage, daß, wenn Gott da wäre, er ihn auch retten würde, nur Gott das nicht tut, weil er eben so "abwesend" ist, wie im ersten Falle der Freund, der umgekehrt ist und den jetzt Verdurstenden alleine weiterfahren ließ!  Aber ist es vorstellbar, daß er so "abwesend" ist, daß er nicht helfen kann, obwohl er es wollte? Kann Gott sagen:"Wäre ich dagewesen, ich hätte dir beigestanden? Aber ich war nicht da!" 
Wenn Gott nicht hilft, müssen wir uns dann Gott nicht eher so imaginieren, wie den Freund, der zu seinem verdurstenden Freund zurückgekehrt ist, mit ausreichend Trinkwasser im Jeep und der ihm trotzdem nichts zu trunken gibt- denn Gott kann immer helfen, wenn  er will, aber er will nicht helfen!
Gott war nicht da, Gott hat mich verlassen, bedeutet dann, daß Gott uns in einer Notsituation nicht hilft, obwohl er uns helfen könnte. Gott ist da, aber nicht, so wie wir es uns wünschen als der uns helfende und beistehende Gott. Wie ist Gott dann da für uns? Ein Blick auf das Ereignis 586 v Chr. gibt uns eine klare Antwort. Israel erleidet Gott als den ihn, sein Volk gerecht strafenden Gott. Dort wo Gott gerecht straft, da hat der betroffende Mensch nicht mit dem ihm gnädigen Gott zu tun, sondern mit dem Zorn Gottes, den er als strafenden erleidet. Gott ist da nur als der gnädige Gott abwesend, weil er ganz als der zornige anwesend ist. Es kann keine Abwesenheit Gottes geben, aber er kann mit uns sein als der gnädige Gott und wider uns sein als der zürnende Gott. Nur, auch als wider uns gerichteter Gott ist er der uns nahe Gott. 
Wenn Jesus Christus ausrief, daß sein göttlicher Vater ihn verlassen habe, dann besagt dies, daß Jesus am Kreuze sterbend, ganz den gerechten Zorn seines göttlichen Vaters am Kreuze erlitt. Ostern ist dann die neue gnädige Zuwendung Gottes zu seinem Sohn- er sagt wieder Ja! zu ihm und das ist seine Auferweckung durch den Vater. Das Nein! wird nach drei Tagen zu Gottes Ja! zu Jesus Christus. 
Wenn Jesus schon seinen gnädigen Gott verlieren konnte und er von Karfreitag bis Ostern unter dem Zorne Gottes stand, und er so die Abwesenheit des lebenden Gottes erlitt, weil er die Anwesenheit des zornigen erlitt, dann kann das auch jedem anderen Christen so widerfahren. Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, daß Gott uns Menschen immer nur ein gnädig liebend zugewandter Gott ist. Das ist Gnade. 
Das moderne Gerede von Gott, daß er uns immer nur uns liebend begleitet, verdunkelt diese Wahrheit vollkommen. Und sie setzt ein extremes Folgeproblem aus sich heraus. Denn jetzt müßten wir urteilen, daß Gott als ein liebender Freund auch dann gegenwärtig ist, wenn er seinen Freund verdursten läßt, obgleich er ihm leicht helfen könnte mit dem Trinkwasser- um in dem Extrembeispiel zu bleiben.  Gott wird so zu einem Bloßdabeigott  reduziert, der nichts anderes kann als im Leiden der Menschen mitdabei zu sein und der sie dann eben leiden und sterben läßt. Nur, was soll das dann für eine Liebe Gottes sein, die darauf beschränkt ist, zu sagen, daß sie da ist, wenn Menschen leiden, die aber nichts tuen kann für sie? Aus dem allmächtigen Gott wird so ein impotenter Mitdabeisein-Gott. Nur ein solcher Gott ist keiner mehr für eine lebendige Religion! Hier gilt dann wirklich Nietzsches Votum, daß wir Gott getötet haben, indem er uns nur noch zu einem impotenten Dabeisein-Gott reduzierter Gott ist. 
Dabei klingt die moderne Phrase vom Gott, der immer mit uns und bei uns ist, und der uns nie verläßt, doch  so schön und darum wird sie eben auch gern gehört. Nur, leider ist sie nicht wahr, weil sie den Zorn Gottes als göttliche Möglichkeit eskamotiert und weil sie Folgeprobleme aus sich heraussetzt, die letztendlich Gott zu einem toten Gott machen, daß Gott eben nur noch ein Dabeisein Gott ist.
Die Phrase vom immer uns nur liebenden immer nur bei und mit uns seienden Gott macht dann aber noch etwas: sie macht die Religion überflüssig. Denn wenn Gott sich immer nur uns liebend verhält, wozu beten wir dann noch: Gott erbarme dich? Wozu beten wir dann überhaupt und bringen Gott Opfer dar?   

Corollarium 1

Diese Phrase, daß Gott immer bei uns sei, ist auch ein Produkt der Domestikation der christlichen Religion. Angesichts des innerchristlichen Religionskrieges des 17. Jahrhundertes frug man: wenn es wahr ist, daß Gott es nicht gleichgültig ist, welcher christlichen Konfession man angehöre, weil nur die wahre die Gott wohlgefällige ist und somit auch Gott nur bei denen ist, die die Glieder der wahren Konfession sind, wie kann dann ein friedliches Miteinander der Konfessionen möglich sein? Und die Aufklärung antwortete in in ihrer gemäßigten Variante (dazu zählt Kant), daß alle Lehrunterschiede zwischen den christlichen Konfessionen (und zu allen anderen Religionen) für Gott als gleichgültig erklärt wurden, sodaß Gott mit jedem Christen ist, egal welcher Konfession er angehört, glaubt er nur an Gott und bemüht sich, anständig zu leben. (Die radikale Variante, die französische Aufklärung wollte dagegen die christliche Religion um des innerweltlichen Friedens ganz abschaffen). Daß Gott immer bei uns sei, ist so eine der Folgerungen des Versuches der Domestikation der Religion, indem nun damit gesagt wird, daß Gott unabhängig von unserem persönlichen Glauben, nur weil er die Liebe zu allen Menschen ist, bei und für alle ist.                       
       

Mittwoch, 5. August 2015

Populäre Irrtümer in der Kirche- das Gerede in ihr hierachiefreie Kirche

Der Anfang, das war die brüderliche, nein geschwisterliche, egalitäre Urliebeskommunimus lebende Christengemeinde, hierachie-und priesterfrei- ein leichter Hauch lieblichster Anarchie oder doch lieber gutgesitteter Bürgerlichkeit- ohne Dogmen und Theologengezänk- ach, wie herrlich war der Uranfang- als nur die Liebe zählte...so, oder so ähnlich wird uns gern das Urchristentum vor Augen geführt, eigentlich aber nur, um dann den Abfall in den düstersten dunklen Farben zu malen. Die Frauen, die Säulen der Urgemeinden wurden an den Rand gedrängt- eine neue Hierachie konstituierte sich und all das von Jesus Überwundende kehrte wieder in das Urchristentum ein, sodaß daraus die Mißgeburt der Institution Kirche entwuchs. Und diese Abfallgeschichte währte dann bis zum 2.Vaticanum...
So kennen wir das! Aber ist es denn auch wahr? Hierachiefrei? Jesus war der Lehrer seiner Schüler, die ER sich selbst erwählte und sie dann in seine theoretische und praktische Schule seiner Nachfolge führte. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist nun in sich ein hierachisches mit einer asymetrischen Kommunikationsstruktur. Z.B stellt Jesus als Lehrer immer nur Lehrerfragen, durch die er prüfen will, inwieweit seine Schüler ihn und den Lernstoff schon verstanden haben. Jesus frägt nie einen seiner Schüler, weil er etwas nicht wüßte! Wenn seine Schüler etwas tun, was umstritten ist, ob es so in Ordnung sei, wenden sich die Frager immer an den Lehrer seiner Schüler, denn der ist für das Tun und Lassen seiner Schüler verantwortlich, nicht sie selber! Die Frager gehen also von gehorsamen und folgsamen Schülern aus, für deren Tun so der Lehrer allein die Verantwortung trägt! Das Verhältnis von Jesus Christus zu seinen Schülern ist so eindeutig hierachisch und asymetrisch strukturiert, daß wenn es dann im Urchristentum keine Hierachie mehr gegeben hätte, dies als ein Abfall vom Ursprung anzusehen wäre. 
Aber Jesus Christus setzt selbst schon zu seinen Lebzeiten den Zwölferkreis, die Apostel ein, damit so sich die Lehrer-Schüler-Struktur prolongiert! Und die "neuen" Lehrer der Urkirche wurden in keinster Weise demokratisch, oder gar basisdemokratisch-plebizitär gewählt! Man denke nur an die autokratisch vollzogene Einsetzung des Apostels Petrus zum Leiter der Urgemeinde, dem Hirten der Urkirche. Hirte und Herde bilden einen Vorstellungskomplex: der gute Hirte, der seine Herde hütet und weidet- aber dieses impliziert immer auch die Negativseite, daß die Herde sich nicht selbst hüten und weiden kann, sondern eines Hirten bedürfen. 
Die Preisfrage lautet deshalb: warum urteilte Jesus Christus nicht, daß, weil er der einzig wahre Hüter der Urgemeinde  sei, sie keines weiteren Hirten bedürften?  Hätte Petrus nicht respondieren können, daß er nicht der Hirte der Urgemeinde werden könne, auch wenn dies Jesus so wünsche, weil doch Jesus selbst der einzig wahre Hüter seiner Urkirche ist und sein könne? Aber Jesus Christus setzte selbst diese Hierachie in das Urchristentum ein, nicht als einen Fremdkörper sondern um der Prolongierung der Lehrer-Schüler-Struktur willen, die er selbst hervorgebracht hatte, weil er der göttliche Lehrer schlechthin ist! Und dann setzten die Apostel in den von ihnen gegründeten Gemeinden dort selbst die Priester ein- so berichtet es uns die Apostelgeschichte! Das ist praktizierte Hierachie! 
Und Jesus Christus selbst war es, der keine Frauen-nicht mal seine eigene Mutter Maria- zu einem Apostel erwählte. Wo war da ein hierachiefreies Urchristentum? Und wenn man dann noch sich erinnert, daß der Neue Bund Gottes in einer Kontinuität mit dem Alten Bund steht, und dieser nicht hierachiefrei war, man denke nur an die Ordnung des Hohenpriesters und der Priester, dann kann es nicht verwundern, daß auch die Gestalt des Neuen Bundes, die Kirche eine hierachisch gegliederte ist. 
Wer nur auf das flüchtigste die Texte des NT überliest, nirgends findet er Spuren oder Hinweise auf ein hierachiefreies Urchristentum! Nüchterner gesagt: es werden Ideale der Französischen Revolution in das (Zerr)Bild des Urchristentums hineinprojiziert, die mit der historischen Realität nichts zu tun haben. 
Zudem korreliert im Urchristentum die Gestalt und Form des Urchristentums mit dem Gehalt. Denn der Gehalt ist das von Gott von Oben Offenbarte, daß Erwählte empfingen und es dann verkündeten. Weil der Gehalt nichts ist, das  durch bloßes menschliche Erkennen jedem zugänglich sein kann, kann die Gestalt nicht eine demokratische sein, denn die setzt als Gehalt eine allgemein erkennbare Wahrheit voraus! Der Partikularität des Ergehens der Offenbarung an, entspricht es, daß die Empfänger der Offenbarung, etwa der Apostel Paulus selbst gegenüber den anderen eine hierachische Position einnehmen. Die Wahrheit fließt sozusagen von Oben über die innerkirchliche Hierachie in die Weite der Kirche. Ganz anders der demokratische Gedanke, daß die von allen "unten" erkannte Wahrheit die Norm sei soll für die Oberen, demgemäß zu regieren, denn die sollen da nur das "Unten" Erkannte umsetzen. 
Nein, in der Katholischen Kirche ist die ihr eigene Hierachie fundiert in dem Urbild des Lehrer-Schüler- Verhältnis von Jesus zu seinen Schülern und diese hierachische Gestalt korreliert mit dem Gehalt der Kirche, daß sie auf der göttlichen Offenbarung von "Oben" sich konstituiert und nicht durch eine allgemeine Vernunfterkenntnis, die jedem Menschen zugänglich wäre. 
Nun könnte noch eingewendet werden, daß die Struktur der Hierachie der Ordnung der Liebe widerspräche! Aber wer käme auf die Idee, daß die Liebe der Mutter zu ihrem Kinde der Liebe widerspräche, weil die Kommunikationsstruktur eine asymetrische ist und keine auf gleicher Augenhöhe! Und wo von der Liebe des Hirten zu seiner Herde gesprochen wird, ist immer ein hierachisches Verhältnis gemeint! Der gute Hirte ist nicht ein Vereinsvorsitzender, der alle vier Jahre von den Schafen zur Rechenschaft gezogen wird, ob er denn auch gut regiere! 

Corollarium 1
Das Hirtenmotiv hat im sozialen Leben zwei Sitze im Leben, einerseits als Anspruch der Regierten an den König, daß er sie wie ein guter Hirte zu regieren habe und andererseits als Anspruch der Rgierenden, daß sie rechtens den Anspruch auf den Gehorsam der Regierten erheben, weil sie als Regierer gute Hirten sind. Beide Sitze im Leben bestätigen dabei, daß das Hirtenamt eine hierachische Beziehungsstruktur zwischen dem Regierenden und dem Regierten impliziert                            
   

Dienstag, 4. August 2015

Über die Liebe des ZK der Katholiken zu Allah!

Es ist so unglaublich, daß ich es den Lesern auch hier nicht vorenthalten möchte, was heute auf Kath net vom 4.8. 2015 zu lesen war:

"Evangelikale kritisieren EKD-Ratsvorsitzenden: Bedford-Strohm will im Kuratorium eines Islamzentrums mitwirken. Mit dabei auch der Chef des Zentralkomitee der deutschen Katholiken
München (kath.net/ idea.de
Evangelikale in ganz Deutschland haben mit Entsetzen, Unverständnis und bitterer Ironie auf die Zusage des EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm (München) reagiert, im Kuratorium des Münchner Islamzentrums mitzuwirken. Die Einrichtung soll „Muslimen bei der Ausübung ihrer Religion behilflich sein, ihr Glaubensbewusstsein und ihre Bereitschaft zum Dienst am Mitmenschen vertiefen, aber auch zum besseren Verständnis des Islam und der Muslime beitragen“, heißt es in der Selbstdarstellung. Grundlage des Zentrums sei das islamische Glaubenszeugnis „Kein Gott außer Allah und Muhammad ist Allahs Gesandte“.

Der ZK-Vorsitzende der Laienkatholiken Deutschlands ist Kuratoriumsmitglied eines Islamzentrumes, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Religion Mohammeds in Deutschland zu stärken! Herr Glück sieht es als SEINE Aufgabe an, den Islam in Deutschland zu stärken! Diese Meldung ist nicht am 1.April erschienen- nein, es ist zu befürchten, daß es dem ZK-Vorsitzenden bitterster Ernst! Während islamische Glaubensbrüder Christen um ihres Glaubens willen die Köpfe abschneiden, stellt sich Glück die Aufgabe, den Islam zu fördern! Im Raum der Politik wäre das Hoch- oder Landesverrat-aber für das ZK ein Beitrag des Dialoges der Religionen. Man versuche sich das einmal zu imaginieren: der Heidenmissionar Paulus stünde vor einer Zeusstatue in Rom  und  erklärte, er möchte Förderer des Vereins zur Verehrung von Zeus und der sonstigen römischen Götter werden, um das friedliche Miteinander von Heiden und Christen zu fördern!  Denn irgendwie glaubten wir doch alle an den einen Gott...Ja, er wolle auch unter den Christen für Verständnis für die ehrwürdigen Götterhimmel der Römer werben! Warum immer nur Jesus- ein bißchen  Mohammed und Zeus oder auch Wotan könnten doch auch uns nicht schaden! 
Kann es noch schlimmer kommen?     


Montag, 3. August 2015

Was einer Gemeindereferentin zu Mariä Himmelfahrt einfällt

Mariä Himmelfahrt- der experimentierfreudige Leser möge jetzt bitte eine dreiminütige Pause einlegen, bevor er weiterliest, und sich befragen: was fällt mir ad hoc zu Mariä Himmelfahrt ein? Einer Gemeindereferentin in einer Stadtpfarrgemeinde schreibt dazu im Pfarrblatt (Pfarrblatt der Stadt Vilshofen, 1.August-30September 2015, S.1f) von "Ringelblumen", "Malven", "Fingerhüten", "Eisenkräuten"..Wir befinden uns wirklich nicht in einem Botanikführer, sondern noch im Pfarrblatt! Nur, daß die Gemeindereferentin zu Mariä Himmelfahrt als EINZIGES die KRÄUTERWEIHE einfiel und so verbreitet sie auf eineinhalb Seiten ihr gesammeltes Wissen über Heilkräuter! "Das Johanneskraut ist ein Mittel gegen Kopfschmerzen", erfährt da der geneigte Leser und vieles mehr.  Leider wurde kein Heilkraut gegen Alzheimer oder Krebs aufgeführt, aber unsere engagierte Kräutersammlerin wird wohl auch dafür etwas in der Hinterhand, ich meine natürlich, in ihrem Sammlerkörbchen in petto haben! 
Ach ja, das sollte ja im Pfarrblatt publiziert werden und so fiel der Gemeindereferentin auch noch etwas Theologisches zu Mariä Himmelfahrt ein!
Maria Himmelfahrt ist ein "Wellness-Feiertag" und das meint Wohlfühltag! Und die schönen Heilkräuter, die lassen uns das Leben ja auch wieder zu einem Wohlfühlleben werden!
Und so lautet dann íhr Resümee:
"Und wir dürfen an diesem Festtag feiern,...
.. dass wir uns in Gottes bunter Schöpfung wohlfühlen dürfen
   dass für jedes kleine Zipperlein  ein Kraut gewachsen ist
   dass wir uns in der Gemeinde von Christen und Christinnen gut aufgehoben fühlen
   dass Gott es gut mit uns meint".

Maria kommt bei dieser Gemeindereferentin nicht vor! Und vom Himmel weiß sie auch nichts zu sagen, stattdessen hausbackene Naturlyrik- wie schön doch die Kräuterleins sind...Und, daß wir uns in Gottes Natur, weil sie so schön bunt ist, wohlfühlen können, wie auch in der Gemeinde der Naturliebhaber. Und wozu bedarf es überhaupt der Weihe der Kräuter? Eigentlich sind sie doch schon so schön bunt und heilsam für uns Menschen aus sich heraus, daß sie keiner Weihe oder Segnung noch bedürfen- anders gesagt: es ist einfache Naturliebe, die sich hier manifestiert: die Natur ist schön und wir leben in ihr! Und am Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel lassen wir unser Loblied erklingen: ach, wie schön lebt es sich hier auf Erden in der schönen Natur im Meer der Kräuter! Ein Biotop voller  bunter Kräuter, was frag ich da noch nach dem Himmel! Mir ist mein Himmel mein Kräutergarten!

Ist das nicht wahrhaft eine christliche Verkündigung auf der Höhe der Zeit- ganz den Menschen nahe? 




Sonntag, 2. August 2015

Populäre Irrtümer- was man heuer so in der Kirche daherredet Das letzte Abendmahl

Es gibt nicht nur die Lehre der Kirche und theologische Explikationen derselben, sondern auch das "Gerede", so eine Melange aus Phrasen, Halbwahrheiten und Dummheiten, die in Predigten und theologischen Publikationen einem immer wieder begegnen: sie sind allgegenwärtig, auch und gerade, wenn ihr Ursprung oft nicht bekannt oder schon längst vergessen ist, auch weil sich der Gebrauch solcher Phrasen weit von seinem Ursprung entfernt hat.
Das letzte Abendmahl Jesu ist so eine Phrase geworden. Erstmal klingt das ganz harmlos- schon daß der Begriff "Mahl" ein etwas "feierlicher" für Essen ist, ist nicht jedem Leser ad hoc präsent Sagen wir aber zur Eucharistie, es sei das letzte Abendessen Jesu vor seiner Hinrichtung, das in der kirchlichen Feier erinnert wird, wird das Problem dieser Deutung des Gründonnerstagsgeschens schon deutlicher. Vor unserem Auge erscheint eine Serie von Abendessen von Jesu mit seinen Jüngern, wo nach einem Tischgebet man miteinander aß und trank und so Gemeinschaft untereinander hielt.   Die Gemeinschaft des Miteinanderessens und Miteinandertrinkens wäre dann das Herzstück der Eucharistie- und irgendwie ist dann Jesus auch mit dabei, wenn wir in seinem Geiste essen und trinken, oder etwas pathetischer formuliert: Mahl halten. Aus dieser Interpretation sind nun weitreichende Konsequenzen ableitbar:  das Gut in der Eucharistie sei primär die Gemeinschaftserfahrung untereinander und irgendwie damit verbunden mit Jesus. Und von dieser so guten Erfahrung dürfen wir Christen Niemanden ausschließen, denn Jesu Liebe schlösse keinen Menschen aus. Zudem habe Jesu ja oft Abendmähler mit Zöllnern und Sündern gehalten, sodaß gerade die Sünder zur Eucharistie einzuladen seien und nicht die "selbstgerechten" Pharisäer. Also, auf jeden Fall gehören die Geschieden Widerverheirateten und Homosexpaare zu der Primärzielgruppe dieser jesuanischen Niemanden ausschließenden Liebe. Klingt Alles gut und irgendwie, unendlich variert, kann man das fast aus jedem Reformermunde so hören. 
Aber was hat denn da ein reaktionärer Antireformer dran auszusetzen? Vieles! Jesu ließ sich zum Abendessen gern einladen, auch oder gerade wenn da auch Sünder und Zöllner teilnahmen, weil er, sich als Arzt (der Seele) verstehend gerade zu den Sündern hinberufen sah. Aber das waren Abendessen, bei denen man wohl auch Tischgebete sprach- nur, das waren keine Eucharistiefeiern! Das letzte Abendmahl war eben kein Abendessen, sondern Jesus Christus setzte da den Kult der Eucharistiefeier ein!  Er speiste und trank da nicht mit seinen Jüngern, wobei dann gehofft wird, daß man "Jünger" inklusiv versteht, also als Jünger und Jüngerin! Erst später habe dann ja- wie wir täglich aus linksliberalen Gerede vernehmen, die Kirche die Frauen ausgegrenzt aus dem Leben der Kirche- gegen Jesu Praxis des Abendmahles mit Frauen und Männern! Nein, Jesus feierteEucharistie am Gründonnerstag und er tat dies nur mit seinen 12 männlichen Aposteln! Jesus selbst schloß so seine Jüngerin von dieser ersten Eucharistiefeier aus!  Er weihte  nämlich nur Männer zu Priestern, indem er ihnen die Vollmacht gab, Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi zu verwandeln! Aus liberaler Sicht war die erste Eucharistiefeier eine reine Klerikerveranstaltung! Der Herr Jesus Christus und 12 männliche Apostel, die Vorläufer der heutigen Bischöfe zelebrierten die erste Messe ganz ohne das Volk! Wie sehr muß dies Ereignis umgedeutet und mißinterpretiert werden, bis daraus wird: Jesus ißt und trinkt mit seinen Jüngern (Männlein und Weiblein und wohl auch den Kindern von ihnen) und spricht dazu Gebete, um ihnen zu sagen: wenn ihr zukünftig  gemeinsam eßt und trinkt, dann denkt an mich, denn dann bin ich mit und bei euch! 
Aber wie ist denn Jesus da mit uns? In erster Linie nicht als Gastgeber eines Abendmahles, als der, der mit uns ißt und trinkt, wie es der Begriff des Abendmahles, des Abendessens suggeriert-nein- er ist da für uns als sein Fleisch und sein Blut, das er uns zum Essen und Trinken gibt! Er ist primär als Gabe für uns und nicht als Geber von etwas gegenwärtig in der Eucharistie!   Und er lehrt, daß wir sein Fleisch und sein Blut zu essen und zu trinken haben, um so mit ihm uns zu vergemeinschaften. Es ist nicht die äußerliche Gemeinschaft des  in einem Raum zu gleicher Zeit Essens und Trinkens, es ist eine innere Vergemeinschaftung, in dem er als sein Fleisch und sein Blut in uns eingeht! Wenn dagegebn von der Mahlgemeinschaft der Eucharistie liberal gesinnt  gesprochen wird, wird dieser Innerlichkeit revoziert, es bleibt nur die äußerliche des Miteinander etwas Essens und Trinkens übrig.
Und das Gut der Eucharistie- nach Jesus Christus ist es die Speisung zum ewigen Leben- ja ist sein Blut und sein Fleisch das Elixier zum ewigen Leben!   Das reduziert sich dann, wenn nur noch vom Mahl geredet wird auf die Erfahrung der Gemeinschaft aller Esser und Trinker in der Feier! 
Und was wird aus dem Opfer Christi, daß hier die Kirche durch ihren Priester das Meßopfer darbringt? Der Begriff des Meßopfers ist sicher das Unwort schlechthin in der nachkonziliaren Kirche- ja, es wird gemunkelt, daß wenn ein Bewerber dieses Unwort während des Vorstellungsgespräches beim Regenten eines Priesterseminares benutzt, er gewiß  als völlig ungeeignet wieder nach Hause geschickt wird! Merke: es gibt keine Barmherzigkeit in der Kirche rechten Katholiken gegenüber und wer Meßopfer sagt, gilt heuer in der Kirche als rechtsaußen! Man könnte meinen, daß der Begriff des letzten Abendmahles nur deshalb heuer so gern benutzt wird, damit das Wesen, das Herz der Eucharistie, daß sie ein kultisches Opfer ist, verdrängt werden soll. Und wenn Jesu am Gründonnerstag einfach nur das letzte seiner vielen Abendessen mit den Jüngern vollzogen hätte, dann wäre das ja auch keine kultische Opferfeier gewesen, dann hätte Jesus Christus hier nicht den Grundstein seiner Kirche gelegt, indem er hier den Kultus der Kirche stiftete, das Opfer und das dazu gehörige Priesteramt. Jesus Christus stiftete damit den Neuen Bund mit dem aus, was schon zum Herzstück des Alten Bundes gehörte: das kultische Opfer und das dazugehörige Opferpriestertum!  Aber davon wollen die Fans der Abendmähler Jesu nichts wissen- für sie soll Jesus eben nur der Gastgeber von Brot und Wein sein, des Miteinanderessens und Trinkens, damit so menschliche Gemeinschaft erfahren wird, die niemanden ausschließen soll!
Aber Jesus Christus gibt uns sein Blut und sein Fleisch als Medizin und nicht als Nahrung und Genußmittel! Medizin ist  immer etwas Ambivalentes: es impliziert, daß da Menschen der Medizin bedürfen, weil sie erkrankt sind und daß die Medizin, nicht ordnungsgemäß eingenommen statt zu heilen dem Menschen schaden kann! Die Lehre vom rechten Empfang des Sakramentes ist so immer auch eine Lehre zum Schutz der Empfänger vor Kollateralschäden infolge unangemessenen Empfanges.  Wenn die Kirche Menschen vom Empfang der Eucharistie ausschließt, dann schließt sie da nicht ungebetene Gäste von einem Menüessen und der Gemeinschaft der Tischgäste aus, sondern urteilt: diese Medizin ist  unverträglich für Menschen, die so und so disponiert sind! Oder wer sähe es als einen Akt der Diskriminierung von Frauen an, wenn auf Energiegetränken die Warnung steht: nicht geeignet für Schwangere? Aber wenn die Kirche Menschen von dem Empfang der Kommunion fernhält, für die das Blut Christi und sein Fleisch so ungeeignet ist, wie ein Energiegetränk für Schwangere, dann ruft alles aus: das sei diskriminierend! 
Der Grund dafür liegt in dem Erfolg des Begriffes des letzten Abendmahles, der das Wesen der Eucharistie völlig verdunkelt hat! 

Samstag, 1. August 2015

Erste Erfolge des liberalisierten Arbeitsrechtes der Kirche

"Holzkirchen/München (kath.net/KNA) Vertragsauflösung hinfällig: Die lesbische Leiterin eines Caritas-Schülerhorts im oberbayerischen Holzkirchen bleibt auf ihrem Posten. Wie der Direktor des Münchner Diözesan-Caritasverbands Hans Lindenberger, am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, wird die Frau nach einem schon länger geplanten Urlaub am 1. Dezember auf ihre Leitungsposition zurückkehren. Für eine zwischenzeitlich vereinbarte Trennung sei die Rechtsgrundlage entfallen." 


So konnte man es am 31.7. 2015 auf Kath neth lesen! Die lesbische Leiterin des Schülerhortes war eine eingetragene Lebensgemeinschaft mit ihrer Partnerin eingegangen, sodaß nach diesem öffentlichen Akt die Caritas  eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses beabsichtigte. So lange die Leiterin nur heimlich privat in einer lesbischen Beziehung lebte, konnte die Caritas das eben LISCHEN  Schülerhort pädagogisch aufgearbeitet vermittelt werden sollte? In der Bundeswehr könnte doch auch ein Pazifist nicht in der Rekrutenausbildung tätig sein oder ein Atomkraftbefürworter Schulungen für Funktionäre der Partei der Grünen durchführen! Aber in der Caritas scheint das anders zu sein. Wir könnten das jetzt optimistisch so deuten, daß auch diese lesbische Leiterin die Katholische Morallehre im Schülerhort vermittelt, obwohl sie selbst sie nicht praktiziert, ja sie sogar praktisch verneint. Vergleichbares kommt im Schulleben vor. So erinnere ich mich selbst gern an eine Antiraucherunterrichtseinheit im Biologieuntericht, die ein passionierter Raucher zu halten hatte. Wir lernten in diesen Stunden viel fürs Leben, etwas über die Differenz von Amt und Privatmensch, daß da der Lehrer als Amtsperson etwas zu unterrichten hatte- Pflicht ist Pflicht, das er selbst als Privatperson so nicht praktizierte- er rauchte so gern und alle wußten es. Realistischer ist aber wohl die Annahme, daß dieser und wohl nicht nur dieser Punkt der Katho"übersehen", aber nach dem öffentlichen Akt einer "Eheschließung  in der light-Version" nicht mehr. Nun rettete aber das liberalisierte kirchliche Arbeitsrecht dieser Frau ihren Arbeitsplatz. Trotz dieses Happy-Ends sind aber doch Fragen erlaubt: wenn der Schülerhort getragen und geleitet wird durch die Caritas, gehört dann nicht die Katholische Morallehre zu dem, was in einem Katholischen Morallehre in der Agenda dieses und nicht nur dieses Caritas-Schülerhortes gar nicht vorkommt. Deutlich und pointiert formuliert: die Arbeit der Caritas ist so weitgehend säkularisiert, daß spezifisch Katholisches in ihr nicht mehr vorkommt. Und so kann dann auch eine bekennende und praktizierende Lesbin in der Caritas gute Arbeit leisten, weil für die Bewertung ihrer Arbeit die Frage, ist das denn Katholisch? gar keine Rolle mehr spielt! 
Man kann nicht ganz umhin, dem liberalisierten kirchlichen Arbeitsrecht etwas Positives abzugewinnen. Es nimmt nämlich die Tatsache ernst, daß der größte Teil der Arbeitsgbiete  der Kirche und der ihr zugeordneten Organisationen, wie etwa die der Caritas so sehr schon säkularisiert sind, daß es gleichgültig ist, ob und wie die Mitarbeiter zur Katholischen Kirche stehen!  Der Säkularismus ist nicht etwas draußen vor den Toren der Kirche, sondern er hat sich so eingeheimatet in den Organisationen der Kirche, daß er schon zu ihrem praktischen Geist geworden ist. Nun wäre ja gerade die kirchliche Jugendarbeit der zur Vermittlung des Katholischen Glaubens prädesdtinierte Ort, seitdem die Familien als Ort der Einführung in den Glauben weitestgehend ausfallen- aber dies Beispiel zeigt, daß eben ein Schülerhort aus Sicht der Caritas dafür nicht zuständig ist. Überprüfte man dann einmal kritisch, was denn stattdessen dort vermittelt wird, wir dürfen sicher sein:nichts als politische Korrektheiten, schülergemäß serviert. Daß die Kathlosche Kirche die Mission aufgegeben hat, das ist inzwischen zum Allgemeingut geworden und die meisten werden urteilen, Gott sei es gedankt, denn es soll und kann doch jeder glauben, was er will, dem Gott ist es doch gleichgültig- daß aber Institutionen wie die Caritas nicht einmal sich mehr der  Aufgabe stellen, in ihren eigenen Stätten den Katholischen Glauben zu vermitteln, zeigt, wie weit der Geist der Säkularisation der Geist der Kirche geworden ist: nur noch in Sonntagspredigten wird Gott noch erwähnt- sonst geht es auch gut ohne ihn- und so dürfen eben auch Caritasmitarbeiter ganz ohne Rücksicht auf die Lehre der Kirche ihr Leben führen! Aber eine Frage bleibt mir noch: was wäre geschehen, wenn die Leiterin des Schülerhortes eine praktizierende Katholikin gewesen wäre, die bei einer Pegida-Kundgbung teilgenommen hätte?  Ich vermute, daß sie dann entlassen worden wäre, denn so viel conservativ katholisch geht nicht in der Caritas!