Freitag, 14. Februar 2025

Die Menschenwürde als ein Ersatz für die Evangeliumsverkündigung?

 

Die Menschenwürde als ein Ersatz für die Evangeliumsverkündigung?



Wer aufmerksam dem kirchlichen Gerede zuhört, kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß inzwischen die Rede von der Menschenwürde die gebotene Verkündigung des Evangeliumes verdrängt hat.Gerade die diversen Publikationen von eigentlich mit der Mission beauftragten Vereinigungen zeigen, daß hier fast nur noch von sozialdiakonischen Aktivitäten geschrieben wird und wenn noch über etwas anderes, dann wird die Nichteinhaltung der Menschenrechte, die Menschenrechte gelten dabei als ein Derivat der jedem Menschen zugeschriebenen Menschenwürde, kritisiert. Von einer Evangeliumsverkündigung liest man aber nichts mehr.

Die Rede von der Menschenwürde und den darauf fußenden Menschenrechten, ursprünglich antikatholisch intendiert, ist dabei so in den kirchlichen Diskurs integriert worden, wurde sozusagen christlich getauft.Zwei verschiedene Integrationskonzeptionen sind dabei zu unterscheiden, das schöpfungstheologische und das inkarnations-theologische: Da Gott den Menschen erschaffen habe, und ihn als sein Geschöpf bejahe, verfüge jeder Mensch über eine unverlierbare von uns Menschen unbedingt anzuerkennende Würde oder die inkarnations-theologische Aussage: In Jesus Christus habe Gott unser aller Menschsein angenommen, sodaß der Mensch nun eine unverlierbare Menschenwürde besäße. Die Intention beider Integrationskonzeptionen ist, daß so der gesamte Ideenkomplex der säkularistischen Rede von der Menschenwürde und der daraus resultierenden Menschenrechtsideologie als das neue Fundament der Morallehre der Kirche legitimiert werden soll.Die Morallehre der Kirche kann sich so in den öffentlichen Diskurs problemlos einbringen, da nun auch für sie als die Letztbegründung aller normativen Aussagen die Menschenwürde fungiert.

Aber wie ist es denn nun um die Explikationskraft des Begriffes der Menschenwürde bestellt, der nun eine Ausrichtung an den Geboten Gottes und der bisherigen Morallehre der Kirche substituieren soll? Ist das, was der Menschenwürde entspricht oder ihr widerspricht, etwas objektiv Feststellbares oder nur ein subjektives Geschmacksurteil? Wenn eine Frau urteilt, die Prostitution widerspräche ihrer Würde als Mensch und eine andere, daß die Prostitution der Menschenwürde nicht widerspräche, sodaß sie diesen Beruf ausübt, ist dann eines der beiden Urteile unwahr oder sind beide nur subjektiv für die jeweilige Frau wahr?

Existiert nun im öffentlichen Diskurs eine Instanz, welches der zwei Urteile wahr ist und welche ist das dann oder ist die Beantwortung dieser Frage in das Belieben jedes Einzelnen gestellt? Nun kann jeder seine individuelle Entscheidung mit dem Anspruch verbinden, daß diese auch für andere die Zustimmung verlangt und faktisch werden Moralurteile auch stets mit diesem Geltungsanspruch verbunden vertreten, aber es stellt sich die Frage, mit welchem Recht? Das widerspräche der Menschenwürde, nein das widerspricht ihr nicht, aber wie ist der Wahrheitsgehalt solcher Geltungsansprüche verifizierbar?

In Deutschland sind circa 1,6 Millionen Bürger auf die Armenspeisungen der „Tafel“ angewiesen. Widerspricht das der Würde der Menschen oder soll man urteilen, es entspräche ihr, daß so die Armen auch das Lebensnotwendige erhalten?

Im politischen Diskurs herrscht die Meinung vor, daß es der Menschenwürde widerspräche, nicht anerkannte Asylantragssteller „abzuschieben“. Die Katholische Kirche vertritt das unter der Führung des Papstes vehement und widersetzt sich auch der Durchführung von „Abschiebungen“ durch die Gewährung von „Kirchenasylen“, weil das rechtlich Gebotene wider die Menschenwürde sei.Entscheidet in dieser Causa das Parlament,bzw die Regierung, welche Regelungen in der Asylpolitik der Menschenwürde gerecht bzw nicht gerecht werden? Hieße das dann auch, wenn das Parlament mehrheitlich den Frauen das Recht zuspräche, bis einschließlich des 9.Schwangerschaftsmonates das eigene Kind töten zu lassen, daß das dann der Menschenwürde entspräche, weil das Parlament das so beschlossen hätte?

Wenn nicht klar ist, wer wie entscheidet, was den Menschenrechten entspricht und was nicht, verkommt die Rede von der Menschenwürde zu einer bloßen rhetorischen Figur, Nichtgebilligtes als der Menschenwürde Widersprechendes zu diffamieren. „Das sei unmenschlich und menschenunwürdig“, ist dann nur noch eine rein emotionale Affektäußerung, die völlig unbegründet die Zustimmung der Zuhörerschaft einfordert. Es drängt sich so der Verdacht auf, daß durch die Rede von der Menschenwürde ein rhetorisch reht effektives Instrumentarium bereit steht für alle möglichen politischen Anliegen, daß aber für eine sachlich geführte Debatte um das moralisch Erlaubte und Unerlaubte dieser Vorstellungskomplex der Menschenwürde sehr wenig ergibig ist. Für die politische Rhetorik ist das Menschenwürdegerede dann aber umso nützlicher und so vernutzt auch die Kirche dies Gerede, wenn sie mitdebatiert im öffentlichen Diskurs.

Zudem gehört zu diesem Menschenwürdegerede die Praxis der Verwechselung der Menschenrechte mit den Bürgerrechten, als wenn die Nichtzubilligung von Bürgerrechten schon ein Verstoß gegen die Menschenwürde wäre. So polemisiert der Papst gegen die Politik des US-Präsidenten, illegal Eingewanderte zu repatriieren als einen Verstoß gegen die Menschenwürde.

Daß die christliche Erlösungsreligion einen ganz anderen Gehalt hat als die Bejahung des Menschen, so wie er ist, ist offenkundig. Statt einer Erlösung bedarf es jetzt ja nur noch der wechselseitigen Anerkennung der Menschenwürde: Jeder erkennt jeden als zu bejahenden Menschen an. "persona est affirmanda propter se ipsam" =die Person ist zu bejahen wegen sich selbst" ob seiner Menschenwürde, wird in dem der dem personalistischen Denken verpflichtetem Aufsatz: "Personaismus und Unabhängigkeit der Ethik" in dem Aufsatzband; "Der Streit um den Menschen" von Karol Kardinal Wojtila, Szostec und Stczen S.146 proklamiert als die hinreichende Basis jeder Morallehre. Die Theologie könnte dann dem noch ein zweites, aber eigentlich überflüssiges Fundament offerieren in einer schöpfungs- oder inkarnationstheologischen Version, ohne dann materialiter etwas zu dieser autonomen Vernunftmoral hinzuzufügen. 



















Donnerstag, 13. Februar 2025

Ein ernüchten - desillusionierendes Blitzlicht auf uns Christen – oder wie menschelt es doch

 

Ein ernüchten - desillusionierendes Blitzlicht auf uns Christen – oder wie menschelt es doch!

Nicht über andere reden“ empfiehlt das Vorwort des Distriktoberen der Piesterbruderschaft St.Pius X in ihrem Mitteilungsblatt des Februars 2025 S.8. Über andere, das impliziert, daß zumindest zwei miteinander über nicht Anwesende reden, die wegen ihrer Nichtpräsenz andere sind.Ja, warum sollte man als Christ oder überhaupt nicht über andere reden, dieser Einwand gegen diesen Rat ist doch mehr als berechtigt. Warum sollte etwa eine Frau zu ihrer Freundin nicht sagen: „Du, die Beate, die war heute gut gekleidet und so eine schicke neue Frisur“? Diese fiktive Kompliment führt uns ad hoc auf die richtige Spur, denn viel wahrscheinlicher ist es doch, daß stattdessen gesagt würde: „Du, die Beate, die war heute fürchterlich gekleidet und ihre Frisur: einfach unmöglich!“

Im direkten Gespräch verhalten wir uns höflich und dabei wird regelmäig um der Nächstenliebe willen die Wahrheit zurückgestellt: „Beate, gut steht Dir Deine neue Frisur“, aber kaum hat Beate sich weit genug entfernt, wird über sie gelästert.Über Abwesende zu lästern, das scheint eine so beliebte Praxis zu sein, daß sie überall, wo Menschen miteinander leben, auch und gerade am Arbeitsplatz praktiziert wird. Das gilt so auch für das Binnenleben von Klöstern und Priesterseminaren!

So heißt es dann in dem Roman:“Das Eulenhaus“ von E.Marlitt im 4.Kapitel1: „Der Klatsch ist mir in tiefster Seele verhaßt,einerlei,ob der am Brunnen und Waschtrog oder am Hofe,er hat immer und überall seine gemeine Seite.“

Ganz anders wird nun in dem Roman:“Psychospiel auf Akon“ von Peter Terrid, Perry Rhodan Nr. 1643, S.48 geurteilt: „Die Mehrzahl aller Bewohner der Galaxis – und deren Zahl ging an die Billionen- hatten an derlei Aktivitäten weder Interesse noch Anteil, sie wollten einfach nur in Frieden leben, möglichst bei guter Gesundheit und frei von Angst vor Armut und Elend.“ Unter den „Aktivitäten“ sind hier Verschwörungen, Intrigen und sonstige Machinationen im Bereich des Politischen unter den Mächtigen gemeint. Dem wird kontrastierend der Mensch, nein die Intelligenzwesen der Galaxis Milchstraße gegenübergestellt, so solches ablehnen.Die schlicht naive Kontrastierung von denen da oben und uns da unten kann aber nicht überzeugen. Die Machinationen und Komplotte im Macrobereich der Politik finden ihre Entsprechungen im Lästern über Kollegen und über die Mitbrüder im Microbereich.

Nun sollte doch eigentlich der Raum der Kirche einer sein, der sich durch den dort beheimateten Geist der Nächstenliebe von diesem ach so menschlichem Getriebe unterscheiden müßte. Aber wenn in den Klöstern das mönchische Schweigen unterbrochen wird, dann wird da so viel gelästert! Desillusioniert ist wohl zu konstatieren, daß der „Alte Adam“ mit seinen negativen Gelüsten auch unter uns Christen viel vitaler ist, als er es der Theorie nach sein dürfte.Wo Aufklärungsgläubige das Gespräch, den unendlichen Dialog empfehlen, um alle Probleme vernünftig zu beheben, setzt die Klosterweisheit auf die Tugend des Nicht über Abwesende zu reden, wenn man nicht gleich das Schweigen empfiehlt.

Der Jakobusbrief urteilt nämlich über die Zunge, über die Zungensünden: „So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge.Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand setzt.Auch eine Zunge ist ein Feuer,eine Welt voll Ungerechtigkeit.Die Zunge ist der Teil,der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt;sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt.“ Jak, 3,6f. Das schreibt Jakobus als Mahnung an Christen und nicht etwa an ungläubige Heiden! 

Wie viele politische aber auch pädagogische Theorien scheitern, weil sie übersehen, daß der Mensch, wie immer er sich auch kleiden und verkleiden mag, immer auch der "Alte Adam" bleibt.







1Auf eine Seitenangabe verzichte ich, da dieser Erfolgsroman so oft in diversen Ausgaben publiziert worden ist.

Dienstag, 11. Februar 2025

Über die Menschenfreundlichkeit Gottes – aber wie, wenn er nun ganz anders ist?

 

Über die Menschenfreundlichkeit Gottes – aber wie, wenn er nun ganz anders ist?



Die Geschichte der Befreiung des Volkes Israels aus dem ägyptischen Sklavenhaus ist auch heute noch vielen bekannt zumindest aus dem Religionsunterricht, daß die einmal das Kernstück der lateinamerikanischen Befreiungstheologie war, ist weniger bekannt, daß sie aber Heerscharen von Theologen schlaflose Nächte bereitet hatte, dürfte den Allerwenigsten bekannt sein. Mose erhält ja von Gott selbst den Auftrag, den Pharao zu bitten, das jüdische Volk frei zu lassen. Zu seiner Legitimität, daß Mose wirklich im Auftrage Gottes agiert, ermöglicht Gott ihm, zwei Wunderhandlungen zu vollbringen: Hier steht wirklich ein Diener Gottes vor dir und verlangt so die Freiheit für das versklavte jüdische Volk. Gott mahnt Mose: „Siehe zu,daß du alle Wunderthaten1,welche ich in deine Hand gegeben hast,vor Pharao thust“- und dann heißt es da: „ego indurabo cor ejus, et non dimittit populum= ich werde sein Herz verstocken,und er wird das Volk nicht ziehen lassen.“ 2.Mose,4,21.

Gott hat das Herz des Pharaos verstockt,sodaß er das Volk nicht in die Freiheit entläßt. Aber Gott wollte doch sein Volk aus der Hand der Ägypter befreien. Und ist dann denn noch der Pharao für sein Tuen verantwortlich, daß er das jüdische Volk nicht freiließ, wenn er das aus seinem verstockten Herzen heraus nicht tat?Die Geschichte verurteilt den Pharao, daß er das jüdische Volk versklavte und dann es nicht in die Freiheit entlassen wollte, obzwar Gott ihn dazu durch Mose aufgefordert hatte, der auch durch seine Wundertaten hinreichend als im Auftrage Gottes Sprechender legitimiert war.

Diese Stelle mit vielen ähnlichen errang dann in der Kontroverse zwischen Luther und Erasmus von Rotterdam um die Lehre vom freien Willen höchste Bedeutung, aber da wurde die Bedeutung überschätzt, wird hier doch von einem singulären Wirken Gottes geschrieben, nicht ist da eine generalisierbare Aussage mit intendiert, daß Gott etwa immer die Herzen der Menschen regiere, sodaß sie stets nur das täten, was Gott ihnen unmittelbar eingäbe.

Aber es bleibt die Frage: Ist denn der Pharao noch für sein Nichtentlassen des Volkes verantwortlich zu machen, wenn Gott ihm das Herz verstockt hatte, sodaß er es nun nicht mehr auf die Worte Mose hören konnte? 2 Möglichkeiten eröffnen sich uns nun:

Erstens: Gott verstockte dem Pharao das Herz und er konnte nicht mehr auf Mose hören. Zweitens: Gott verstockte das Herz, aber er hätte trotzdem auf Mose hören können, aber er hörte nicht auf Mose. Um die zweite Version zu ermöglichen,kommentiert der Jesuit Arndt in seiner Vulgataausgabe den Text so:“Es ist häufiger Sprachgebrauch in der Bibel,daß von Gott gesagt wird, er thue etwas,was er nur zugelassen hat.“ So eindeutig die Intention dieser Auslegung ist, so wenig ist sie vom Text her legitimierbar: Kein nachvollziehbarer Grund läßt sich eruieren, warum, wenn gesagt werden sollte, Gott ließe etwas zu, geschrieben würde: Er „that“es.

Aber wie steht es dann um die Verantwortlichkeit des Pharaos für sein Nichterhören Moses? Nun gilt in der scholastischen Theologie der Grundsatz, daß, wenn Gott nicht unmittelbar sondern synergistisch mit Zweitursachen zusammen etwas bewirkt, die Zweitursachen gemäß ihrer Eigennatur mitwirken. Ein Schreibgerät wirkt anders beim Verfassen eines Briefes mit als ein Sekretär, dem sein Vorgesetzter den Brief diktiert. Zur Natur des Menschen gehört nun mal konstitutiv sein freier Wille, daß er das, was er will, auch nicht wollen könnte.

Negiert nun das Verstocken den freien Willen, sodaß der Pharao gar nicht anders gekonnt hatte als nicht auf Mose zu hören? Wie nun, wenn wie beim Manipulieren und Verführen im Gegensatz zu einem Überwältigt- oder gar Vergewaltigtwerden, ein Sichmanipulierenlassen und Sichverführenlassen auch beim Verstocken ein Sichver-stockenlassen dazugehört? Es existiert nämlich zwischen der Passiv- und der Aktivform von Verben auch die Mediumform des sich Verstockenlassens. Merke: Die entschuldigende Aussage: „Verführt worden bin ich!“ läßt absichtlich die Wahrheit des: „Ich ließ mich verführen“ verschwinden. Im Sinne des scholastischen Axioms müßte dann daß das Herz des Pharaos verstockt wurde durch Gott durch den Subtext: „und sein Herz ließ sich verstocken“ ergänzen.Gottes Verstocken machte so das Herz des Pharaos erst zu einem verstockten, indem es sich auch freiwillig verstocken ließ.

Es bleibt nur noch die Frage übrig: Warum wollte Gott, daß das Herz des Pharaos so verstockt wurde.Hierauf gibt die ganze Geschichte der Befreiung Israels aus Ägypten die Antwort: Gott wollte, daß der Pharao mit den Mächtigen seines Landes sich Gottes Willen widersetzten, damit er seinem Volke sich als wahrhaft machtvoller Gott erweisen konnte: So viel an Widerstand ihm auch entgegengesetzt werden konnte, Gott ist stärker als jeder menschliche Widerstand! Gott will sich so real als der Übermächtige, der Allmächtige erweisen.

Aber unüberlesbar: So wie Gott sich hier als der Übermächtige erweist, so ist er der heutigen Kirche fremd geworden, denn sie kennt nur noch den:“Ich hab Euch doch alle lieb Gott!“ Ist dieser Gott denn aber nicht doch auch ein menschenfreundlicher Gott, könnte repliziert werden. Fragen wir zur Beantwortung dieser Frage einfach den Menschen Pharao: „War Gott Dir gegenüber menschenfreundlich?“ „Erwies er sich Deinem Volke gegenüber als Menschenfreund, als er Dein Volk sosehr mit den Plagen maltraitierte und dann gar die vielen Kinder Ägyptens tötete? Dem jüdischen Volke gegenüber war er wahrlich ein Freund, aber den Ägyptern gegenüber, was war Gott denen?





1Ob in früheren Zeiten dem Tun der Menschen noch mehr an Bedeutung zugemessen wurde, so daß man das Tun mit einem „t“ beschwerte, könnte mal erwogen werden.

War König Salomo der erste Multikulturalist? War das ein Glücksfall für Israel?

 

War König Salomo der erste Multikulturalist? War das ein Glücksfall für Israel?



König Salomo liebte die Diversität und gelebte Pluralität. Er zeichnete sich dabei durch eine große Offenheit für unkonventionelle die Enge bürgerlicher Moralvorstellungen überwindende Lebensformen aus. Im 11.Kapitel des ersten Buches der Könige lesen wir so: „ König Salomo liebte neben der Tochter des Pharao noch viele andere ausländische Frauen: Moabiterinnen, Ammonniterin, Edomiterin, Sidonierin, Hethiterinin.“ (11,1). „Er hatte siebenhundert fürstliche Frauen und dreihundert Nebenfrauen.“ (11,31) Wer praktizierte je so wunderbar die Idee des Multikulturalismus: Er liebte all diese Frauen in ihren ihnen je eigenen Kulturen. Nicht kam er auf die Idee, diese seine Frauen den Jahweglauben aufzunötigen, sondern je ließ er ihren besonderen Glauben. Jerusalem, die Hauptstadt Israels verwandelte sich geradezu in eine Modellstadt gelebter Pluralität.

Der König tolerierte nun nicht einfach die Religionen seiner Frauen, er öffnete sich ihnen, ja er begann sie auch zu verehren.(11,4) und baute ihnen gar Tempel und Kulthöhen zur Verehrung.(11.5) So konnte der jüdische Staat ein Ort werden, in dem jeder nach seiner Fasson selig werden, ja der König schritt vorbildlich voran, daß eben neben Jahwe auch noch andere Götter verehrt werden könnten. Die zeitgenössische Theologie, ganz im Banne des interreligiösen Dialoges würde urteilen, daß dieser König eben erfaßt hätte, daß all die Götter der diversen Religionen doch nur Namen des einen wahren Gottes sind, der sich eben so pluriform verehren ließe.

Nun wird dies Geschehnis aber von einer ultrareaktionären Hand so kommentiert: Die ausländischen Frauen entstammten Völkern, „von denen der Herr den Israeliten gesagt hatte: Ihr dürft nicht zu ihnen gehen, und sie dürfen nicht zu euch kommen“ (11,2). Statt einer Vermischung der Völker das Wort zu reden, wird hier eine Trennung der Völker voneinander gefordert und das von Gott selbst. Es drängt sich gar die Vermutung auf, daß diese Absonderung dem Erhalt der jeweiligen Volkstümer dienen solle, aber die kommentierende Erklärung nennt dann diesen Grund:“sie würden euer Herz ihren Göttern zuwenden.“ (11,2).

Die fremden Frauen und dann auch die fremden Völker werden hier nur als eine Gefährdung des Glaubens des jüdischen Volkes angesehen! Ja, der so gute König Salomo selbst erlag der Ausstrahlungskraft der fremden Religionen, er baute Kulthöhen für fremde Götter.“ (V.11,7)

Wie reagiert Gott nun darauf? „Weil es so mit dir steht,weil du meinen Bund gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast,die ich dir gegeben habe,werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben.“ (11,11) Gott erweckte „Widersacher“, um durch sie den König zu strafen. (11,14-40).Israel teilte sich dadurch auf in 2 Staaten, den Staat Israel und den Staat Juda, die sich dann auch noch feindlich gegenüberstanden und sich bekriegten. Dieser Zerfall des einen jüdischen Staates ist so das Ergebnis von Gottes Gericht über den Multikulturalismus des Königs Salomo. (Der Multikulturalismus darf dabei nicht als eine Privatpraxis des Königs angesehen werden, sondern meint, daß der nun die allgemeine öffentliche Praxis wurde.)

Im 12. Kapitel wird ergänzend dazu eine rein politische Erklärung dieser Zerreißung der Einheit des jüdischen Staates erzählt. Der Nachfolger des Königs Salomo hatte, auf unkluge Berater hörend, die dem Volke aufzulegenden Lasten so drastisch erhöht, daß viele Stämme sich abwanden, um dann eigenständig das Königreich Israel zu gründen, während die anderen dann den Teilstaat Juda gründeten.

Wichtig ist nun, daß beide Ebenen in ihrer Einheit durchdacht werden, daß das eine Ereignis sowohl ein politisch erklärbares als auch ein theologisch erklärbares ist. Gottes Gericht über den Abfall vom Glauben ereignete sich, indem nun durch politische Fehlentscheidungen die Einheit zerstört wurde. Diese Zerreißung der Einheit des jüdischen Staates war nun auch der Anfang vom Ende des souveränen jüdischen Staates, denn erst wurde Israel und dann Juda militärisch besiegt und von Fremdmächten sich einverleibt.

Am Anfang war die Liebe des Königs Salomo zu den ausländischen Frauen, am Ende die Beseitigung des jüdischen Staates durch ausländische Mächte.Statt daß das jüdische Volk seinem Gott und seiner Religion treu blieb, ließ es sich zu den fremden Göttern verführen und evozierte so den Zorn Gottes über die Untreue seines Volkes. Die Selbstdestruktion des Staates Israels begann also mit dem königlichen Abfall von der eigenen Kultur, der jüdischen Volksreligion. Das Allererschreckendste ist dabei, daß Gott es nicht gleichgültig war (und ist), wie man es mit der Religion hielt. Gott ist nicht ein solch liberaler Toleranzgott, wie ihn es sich modernistische Theologen gern zurechtlegen

Der praktizierte Multikultitalismus Salomos ist aber auch eine Thematisierung der Frage des Erhaltens der eigenen Identität, daß diese durch Salomo gefährdet wurde. 

1Selbstverständlich muß hier eine Zeitgeistheologie verärgert feststellen, daß hier die homosecuelle Liebe diskriminiert wird, da keine Männer als Haupt- und Nebenfrauen des Königs erwähnt werden!

Montag, 10. Februar 2025

Wir müssen dazulernen: „Ausgrenzen statt Inkludieren“ heißt es jetzt für die Anstandsbürger!

 

Wir müssen dazulernen: „Ausgrenzen statt Inkludieren“ heißt es jetzt!



Es ist wohl ein Akt purster Nostalgie, als man mit dem Philosophen Habermas von einem herrschaftsfreien Diskurs träumte, in dem kein vernünftig Argumentierender ausgeschlossen werden dürfte. Subtile Untersuchungen fanden immer wieder Menschengruppen, die irgendwie aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt wurden, denen man keinen angemessenen Platz in der Gesellschaft zubilligte. Das verlangte dann nach innovativen Integrationsprogrammen, den niemand dürfe draußen vor verschlossenen Türen stehend ausgegrenzt werden.

Jetzt offenbart uns ein weiterer Wahlkampfartikel der quasi offiziellen Internetseite Kath de, daß die Zukunft der Demokratie stehe oder falle mit der konsequenten Ausgrenzung der vermaledeiten AfD und überhaupt allen rechten Denkens. Der Kath de Artikel vom 8.2.2025:: „Sozialethische Zwischenrufe zur Bundestagswahl – Teil 7 .Das "Tor zur Hölle" schließen? Zum Zustand der Demokratie im Bundestag“nimmt sich dieses neuen Dogmas der Notwendigkeit der Ausgrenzung Andersdenkender an. Wenn in einem Parlament auch Parlamentarier hineingewählt worden sind, die den demokratischen Blockparteien nicht genehm sind, dann müssen diese Parlamentarier und die, die diese gewählt haben, aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen werden.

Wenn nun eine bisher als demokratisch geltende Partei ein Gesetz in das Parlament einbringt, dem diese vermaledeiten Parlamentariere zustimmen, aber die Musterdemokraten der „Grünen“ und der „SPD“ nicht, dann ist das nicht nur eine schwere Sünde, sondern damit haben die beiden C-Parteien und FDPler „das Tor zur Hölle“ geöffnet. Jetzt demonstrierten schon fast 1 Millionen Grünrotefrontkämpfer gegen diese Schandtat der C-Parteien. Kath de stimmt nun ein in den Schlachtruf: „Wehe den Anfängen!“ um klar zu stellen, daß die CDU, um weiterhin noch als eine demokratische Partei gelten will, diesen Sündenfall zu bereuen habe.

Einst wehrte der „Antifaschistische Schutzwall“ rechte Angriffe Westdeutschlands auf die DDR ab, jetzt tritt an seine Stelle die „Brandmauer“, durch die klar die Anständigen von den Unanständigen getrennt werden. „Spiele nicht mit den Schmuddelkindern“, sang einst ein linker Liedermacher, jetzt heißt es stattdessen: „Nur wer jeden Kontakt mit den Schmuddelkindern unterläßt, ist ein anständiger Bürger!“ Egal, wie viele Bürger eine rechte Partei wählen und sie dann zumindest diese Wähler in den Parlamenten repräsentieren, diese müssen vollständig ausgegrenzt werden, Nicht einmal eine Kritik ihrer Argumente ist notwendig: „Was die sagen, ist immer inakzeptabel!“ Hätte nun die SPD und die FDP den Vorschlägen der C-Parteien zur Gestaltung der Asylpolitik zugestimmt und die AfD nicht, wäre das ein Beispiel gelungener Demokratie gewesen. Weil nun aber die SPD und die Grünen nicht zugestimmt haben, aber die AfD, ist das von den C-Parteien zur Abstimmung Gestellte als eine Ausgeburt der Hölle zu betrachten. Plötzlich gibt es gar im deutschen Bundestag wieder eine Hölle und die sonst höllenfreie Internetseite der deutschen Bischöfe stimmt ein: In der heißen Wahlkampfphase darf man gar die Hölle herbeizitieren, um gegen die einst als anständig geltende CDU zu polemisieren. Sie ist aber auch unter ihrem neuen Parteivorsitzenden einen wahren Höllenbund eingegangen. Sie hätte besser daran getan, mit der Partei des „Antifaschistischen Schutzwalles“ gegen ihren eigenen Antrag zu stimmen, als ihn durch eine Höllenpartei unterstützt zu sehen. Über eine Neufassung des Schießbefehles gegen Grenzübertreter ließe sich sicher unter antifaschistischen Demokraten sinnvoll diskutieren, da ja die Forderung: „Afdler erschießen“ bei uns eine erlaubte Forderung ist.

Die Demokratie und der demokratische Diskurs leben also von der strikten Ausgrenzung aller Andersdenkenden, das Lebenselexier ist materialiter also, daß nur ideologisch linksliberal Ausgerichtete zur Demokratie gehören. Die Forderung nach Inklusion, niemand sei auszugrenzen, ist eben eine antidemokratische Parole in den Zeiten der Liebe zum Ausgrenzen Andersdenkender.

Ach, und wie begeistert wäre Diederich Heßling mitmsrschiert mit den 1 Millionen Anstandsbürgern. 





Sonntag, 9. Februar 2025

Löst sich nicht nur die Kirche auf, sondern auch unsere westliche Kultur? Droht einTotalrelativismus?

 

Löst sich nicht nur die Kirche auf, sondern auch unsere westliche Kultur?



Ob nun die Religion und somit auch die christliche Religion zur Kultur gehört oder ob die Kultur als etwas der Religion gegenüber Selbstständiges betrachtet wird, ist eine schwer beantwortbare Frage. Die Kultur könnte ja auch als eine Hervorbringung einer Säkularisierungstendenz in der Gesellschaft verstanden werden. Slavoj Zizek äußerte man die sehr bedenkenswerte These: „>Kultur< sei „der Name für all die Dinge,die wir praktizierten, ohne wirklich an sie zu glauben, ohne sie >ernst zu nehmen<.“, in: „Der neue Klassenkampf“, 2020, S.53.

Manchmal findet man, wo man nicht gesucht hat, wie man ja meist nicht findet, was man sucht, solange man danach sucht. Eine verblüffende Äußerung zur Lage der Kunst als einem wesentlichen Element der Kultur fand ich nun in einem recht dürftig geschriebenen Roman: „Die Lehrerin“ S.65 von Monica Belle:

Aber in unserer modernen Gesellschaft muss man sich auf bestimmten Gebieten auskennen, die man für bedeutend hält. Dazu gehört die Kunst.“ Jeder, der auch nur ein wenig Heidegger gelesen hat, wird erstaunt feststellen müssen: So klar findet sich das „Man-Leben“ kaum bei diesem Philosophen skizziert: Wie man zu leben habe, wie sehr bestimmt das doch unser angeblich so individualistisches Leben!

Aber die Definition von Kunst ist fließend geworden1. Sie bedeutet mal >Fertigkeit<, >Können<, und es gab keinen großen Unterschied zwischen Kunst und Handwerk. Das hat sich im Laufe der Jahrhunderte geändert“.Wenn sich alles ändert im Laufe der Zeit, dann kann auch nichts mehr eine Verbindlichkeit für sich beanspruchen, schon gar nicht das Ursprüngliche, so wie es am Anfang war2! Aber die Synthese aus der christlichen Religion mit der griechischen Philosophie bildet das Fundament der abendländischen Kultur.

die moderne Kunst versteht sich als Ausdruck und hat nicht mehr unbedingt etwas mit Fertigkeit zu tun.Deshalb ist die moderne Kunst für die Öffentlichkeit viel schwerer zu bewerten, und man braucht Kritiker, um die einzelnen Stücke zu interpretieren.Die meisten Menschen haben weder die Zeit noch die Absicht, sich tiefschürfend mit den Objekten zu befassen, aber sie wollen trotzdem mitreden können,weil das ihren Status in der Gesellschaft hebt3.Sie nehmen den Standpunkt der Kritiker an und geben ihn als ihren eigenen aus. Leider ergibt sich dadurch mein Eindruck, dass die berühmtesten Künstler nicht immer die besten sind, sondern nut die besten Vermarkter“.

Der ästhetische Diskurs bestimmt, was ein Kunstwerk ist und was seine Qualität ist und dieser wird von den „Kritikern“ geführt, da nur ihre Voten zählen.Ästhetische Werte scheint es in diesem Diskurs aber nicht zu geben. Das, was man als Kunstwerk schätzt, wird so zum Kunstwerk, weil man es schätzt.

Duchamps „Urinal“ vulgär ausgedrückt: Pißbecken wurde so zu einem anerkannten Kunstwerk, obschon er einfach dies „Urinal“, so wie es massenhaft in WC-Räumen vorkommt, in in einer Kunstausstellung ausstellte. Zizek urteilt so: „dass,ob etwas als Kunst gilt,nicht von der Qualität des Kunstgegenstandes abhängt,sondern einzig und allein von dem Platz,den dieses Objekt einnimmt,“ und daraus zieht er die radicale Konsequenz, „so dass alles, sogar Scheiße,rin Kunsterk >sein< kann,wenn es sich nur am richtigen Ort befindet.“ Zizek, Absoluter Gegenstoß, 2016, S.160.

Es drängt sich so der Verdacht auf, daß es einerseits einen offiziellen Kunstdiskurs gibt, der festsetzt, was als wertvolle Kunst zu gelten hat, indem diese Werke als Kunstwerke ausgestellt werden in Kunsthallen und daß es andererseits Milieus gibt, in denen dann bestimmte Werke als Kunstwerke anerkannt werden. Wer nun dazugehören will, muß diese Werturteile teilen, damit man da anerkannt mitreden darf.So könnte geutmaßt werden, daß die Abwertung gefühlsbetonter Kunst als sentimetal, meldramatisch oder einfach als kitschig  im bürgerlichen Arbeitsethos begründet  ist, daß "zu viel Gefühl" (Musikband Ideal)eben nicht zu diesem Ethos paßt und darum verurteilt wird. 

Das Wahre, das Gute und das Schöne, das sind die drei Zentralbegriffe des metaphysischen Denkens: Was ist das Wahre,Gute und Schöne? Heute frägt man nicht einmal mehr danach, weil es zu einer reinen Privatfrage herabgestuft worden ist.

1„Kunst hat ihren Begriff in der geschichtlich sich verändernden Konstellation von Momenten;er sperrt sich der Definition.“ Adorno, Ästhetische Theorie stw S.11.

2Nicht ist ihr Wesen aus ihrem Ursprung deduzibel, so als wäre das Erste eine Grundschicht,auf der alles Folgende aufbaute und einstürzte,sobald sie erschüttert ist.“ Adorno S.11.

3Vgl: Bourdieu: "Die feinen Unterschiede". Auf den Punkt gebracht: Zu einem Dazugehören gehört die Zustimmung zu bestimmten Kunstwerken der jeweiligen Gruppe, zu der man dazugehören möchte.

Samstag, 8. Februar 2025

Eine Kritik des „Migrantionismus“ als der neuen Heilslehre der Kirche und der Grün-Roten

 

Eine Kritik des „Migrantionismus“ als der neuen Heilslehre der Kirche und der Grün-Roten



Ein Sozialhilfeempfänger schaut in seine Geldbörse: zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Da überfällt ihn eine Eingebung: In Deutschland leben Millionäre, ja gar Milliardäre, die all das haben im Übrtfluß, von dem ich nur träumen kann in meinem kargen Dasein. Wenn ich nun von einem dieser Überreichen adoptiert werden würde, wäre ich mit einem Schlage all meine Sorgen los und könnte dann gar leben wie ein Gott in Frankreich. Also stelle ich einen Antrag auf eine Adaption mit der doch sehr einsichtigen Begründung meines armseligen Daseins hier, während diese Überreichen in Saus und Braus lebten.

Darf nun dieser Adoptionsantrag von einer Millionärs- oder gar Milliardärsfamilie abgewiesen werden, sodaß dieser Arme weiterhin sein armseliges Leben fristen muß, während die Superreichen bei Krimsekt und Kaviar sich täglich vergnügen? Die Antwort der Katholischen Kirche und der Grünroten fiele eindeutig aus, nähme man ihre Stellungnahmen zur Migration ernst: Jeder Mensch hätte das Recht, in Deutschland einwandern zu wollen, hier leben zu wollen, weil er erwartet, daß es hier besser leben wird als in seiner Heimat. Das Land, das so von Migranten überströmt wird, hätte nicht das Recht, einen hier leben Wollenden abzuweisen, weil es ein Recht gäbe, seine Heimat frei wählen zu dürfen und dann auch in letzter Konsequenz alle Rechte der dortigen Staatsbürger auch für sich beanspruchen zu dürfen.

Überträgt man das auf das Gebiet des Adoptionsrechtes, hieße das, daß jeder das Recht habe, von jedem, von dem er adoptiert werden möchte, auch adoptiert zu werden und niemand hätte das Recht, einen Adoptionsantrag abzulehnen, denn adoptiert zu werden bei wem man es auch immer möchte, sei ein unverlierbares Menschenrecht.

Frägt man dann die Bejaher dieses Rechtes auf eine Einwanderung, ob es nicht für die Aufnahmepflicht der Einwanderungsländer Grenzen der Aufnahmepflicht gäbe, wird auf die einstige rechtsextremistische Parole der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ Parole: „Das Boot ist voll“ verwiesen: Von Grenzen der Aufnahnefähigkeit unseres Landes zu sprechen, sei verfassungsfeindlich! Das Grundgesetz fordere eine unlimitierbare Aufnahme von „Flüchtlingen“, das ist von Menschen aus der ganzen Welt, wenn sie bei uns leben wollen in der Erwartung, hier viel besser leben zu werden als in ihrer Heimat. So wie selbst eine Milliardärsfamilie einmal ruiniert sein wird, wenn sie Zigtausende adoptieren würde, so ruiniert natürlich auch eine unbegrenzte Aufnahme von „Flüchtlingen“ unser Staatswesen. Keine Sozialgemeinschaft kann unbegrenzt viele Fremde in sich aufnehmen, ohne daran zugrunde zu gehen.

Solange nur kleine Gruppen einwanderten als sogenannte „Gastarbeiter“, wurden und konnten die noch in die deutsche Gesellschaft integriert werden, jetzt aber löst sich die Gesamtgesellschaft in eine Vielzahl von Parallelgesellschaften mit ihrer jeweiligen ethnisch fundierten Eigenkultur auf. Fremde kommen der Tendenz nach nicht mehr hierher, um in der deutschen Gesellschaft zu leben sondern in ihrer hiesigen jeweilig ethnisch fundierten Gemeinschaft. Die Ideologie des Multikulturalismus propagiert nun diese Nichtintegration als etwas Erstebenswertes, als einen Gewinn an gelebter Diversität. Die Auflösung des deutschen Volkes mit seinem Nationalstaat ist so das Ziel dieses Multikulturalismus.

Peter Gauweiler sagte dazu schon 1999, zitiert nach dem „TAZ“-Artikel: „Ohne uns machts auch keinen Spaß“ vom 16.2.1999: „Peter Gauweiler: „Es gibt einen Kampfspruch: Liebe Ausländer, laßt uns mit diesen Deutschen nicht allein. Dahinter steckt die linke Tendenz, möglichst viele Ausländer deshalb ins Land zu holen, um den Deutschen ihre angeblich so schlechten Eigenschaften auszutreiben.“

Damit dürfte der Kern des Migrantionismus erfaßt sein: Daß der Deutsche, das Deutsche Volk etwas rein Negatives sei und so durch den Import möglichst vieler Fremder aufgelöst werden soll. Denn selbstverständlich weiß man, daß das deutsche Boot nicht unbegrenzt viele Fremde aufnehmen kann, damit es nicht kentert.Aber der Selbsterhaltungswille des eigenen Volkes wird eben nicht nur von der Kirche als „völkischer Nationalismus“ perhorresziert, das gehört zum Kern der Politischen Korrektheitsideologie. Dahinter steckt ein eigentümlicher antirassistischer Rassismus, für den der Deutsche der Böse und die Nichtdeutschen die Guten sind. So titelte der Spiegel am 17.Nov. 1991: »Böse Deutsche, gute Ausländer«.

Ich vermute, daß die Geburtsstunde dieser antideutschen Haltung auf das Jahr 1989 zu datieren ist, als Ostdeutsche die Parole ausgaben: „Wir sind ein Volk!“. Dies patriotische Bekenntnis zu der Einheit des deutschen Volkes evozierte den Antinationlismus der Linken in Westdeutschland, isb da nun eine Revolution, statt den Sozialismus zu erkämpfen, diesen in der DDR beseitigte.Seit dem ist der „Ossi“ zum Negativdeutschen geworden, zu dem, was aber auch der Potenz nach in jedem Westdeutschen steckt.Seit dem ist eben jeder „Anständiger“ ein Antideutscher, der so in millionfacher Ausfertigung laut der „TAZ“ gegen die Asylpolitik der CDU protestierte, da sie von der patriotischen AfD unterstützt wurde. 

Zum Migrationismus gehört dann auch das Projekt der Verislamisierung Deutschlandes zur Überwindung unserer deutschen Kultur als etwas rein Negativem. Man mache dazu mal ein kleines Experiment: Man sage, auf einer Urlaubsreise habe man die wunderbare Kultur Afrikas schätzen gelernt: Welche Reaktion erfolgt darauf? und sage dann: Unsere eigene Volkskultur wäre etwas Schönes. Wie viel Befremden und Abneigung ruft die letztere Äußerung hervor, zumindest unter Akademikern!