Dienstag, 7. Mai 2019

"Interreligiöses Friedensgebet in Sofia" Papst Franziskus

Und wieder schlug Papst Franziskus zu: "Interreligiöses Friedensgebet in Sofia" Kath net dokumentiert die päpstliche Ansprache unter obiger Überschrift am 6.5.2019: eine Ansprache so erfüllt von so viel  Phrasen, daß ich meinen Lesern diesen Text nicht zumuten kann. Interreligiöses Beten ist "in". Wird dies Stichwort in Google eingegeben, erschreckend wie vieler solcher Fridensgebetsaktiviäten da angezeigt werden. 
Versuchen wir mal, dies obskurantisische Treiben zu lichten.

Möglichkeit a): Unter der Voraussetzung, daß es viele Götter gibt, und daß die sich gegenseitig bekriegen, sodaß diese Kämpfe auf Erden auch zu zwischenmenschlichen Kriegen führen, beten Vertreter der Religionen, die alle andere Götter verehren, zu diesen Göttern: "Höret doch mit euren innerhimmlischen Kriegen auf, damit wir auf Erden auch Frieden haben können."  Das wäre in sich plausibel, nur daß die drei größten Religionen, die christliche, die islamische und die jüdische monotheistisch sind, sodaß sich diese plausible Erklärung dieses befremdlichen Treibens erübrigt. Es sei denn, es würde gemeint, daß der Teufel der Grund aller Kriege sei, sodaß es sinnvoll wäre, Vertreter des Satanismus mit zum Friedensgebet einzuladen: "Lieber Gott, lieber Teufel, vertragt euch bitte im Himmel, aufdaß wir Frieden auf Erden haben." Nur, bisher werden die religiösen Vertreter des Satanismus noch nicht zu Friedensgebeten eingeladen.

Möglichkeit b) Es gibt nur einen Gott, den aber jede Religion auf eine ihr eigene Art  verehren. Nun müßte gemutmaßt werden, wenn nur Vertreter einer Religion auf ihre Weise Gott um Frieden bittet, Gott weniger geneigt ist, dies Gebet zu erhören, als wenn er auf alle Weisen der Religionen, die ihnen spezifisch sind, gebeten wird. Also irrte Jesus Christus, als er uns verhieß, betet in meinem Namen und Gott wird euch erhören, denn wir werden erst erhört, wenn wir zusammen mit Vertretern aller Religionen zusammen beten.  Wie so oft, liegt eben Jesus Christus, der Sohn Gottes auch in der Causa des Gebetes voll daneben, lehrte er doch:   Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Joh, 16,23f.  Erst wenn wir im Namen Allahs, Manitous, Zeus , Odin  usw. beten, will uns Gott erhören. Denn würde eine Anrufung gemäß einer Religion genügen, wozu würde dann Gott auf so viele Arten um den Frieden angerufen werden?

Möglichkeit c) Das  Gebet ist genaugenommen gar nicht als Anrufung Gottes gemeint, sondern als Appell an die Menschen aller Religionen, friedlich miteinander umzugehen.Gott habe ja nichts mit unserenKriegen zu schaffen, er bewirke sie nicht und er könne sie auch nicht verhindern, weil das rein innerweltliche Kriege sind, die allein von Menschen verursacht und so auch allein von ihnen verhinderbar seien.  Dies interreligiöse Beten ist so an uns Menschen der verschiedenen Religionen adressiert: Laßt aus unseren religiösen Differenzen nicht Kriege werden! Wer daraufhin interreligiöse Gebete liest, kann sich wirklich nicht des Eindruckes erwehren,daß sie wirklich so gemeint sind.

So lautet ein solches Friedensgebet:

Friedensgebet vom 6. Interreligiösen Frauenbegegnungstag 2017
in der Imam Ali Moschee

Mache uns zu einem Werkzeug
deines Friedens.
Gib uns den Mut, dass wir bereit sind,
uns unseren Ängsten zu stellen
und uns dennoch nach unseren Möglichkeiten
für Gerechtigkeit und Verständigung einzusetzen.
Gib uns Kraft und lass uns nicht verzagen,
wenn wir an die Kriege dieser Welt denken.
Lass uns den Menschen,
die bei uns Zuflucht suchen,
die Tür nicht verschließen.
Öffne unsere Herzen und Hände,
um ihre Leiden zu mildern.
Du bist barmherzig und gnädig,
halte uns nicht vor, wenn wir vergaßen
oder sündigten!
Gib uns Frieden
und führe uns aus der Finsternis zum Licht.

(Interreligiöses Frauennetzwerk Hamburg, November 2017)

Wird hier wirklich zu einem Gott gebetet, oder appellieren hier Frauen an sich selbst? Der Leser möge selbst sich entscheiden. (Vgl dazu auch Uwe C. Lay, Der zensierte Gott-kann Gott Gebete erhören?)
 


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