Mittwoch, 20. November 2019

Wahrheit in anderen Religionen? Gibt es Wahres im Unwahren?

 Wahrheit in anderen Religionen? Gibt es Wahres im Unwahren?

"In Christus sind alle Religionen "aufgehoben", "aufgehoben" in einem dreifachen Sinn: Außer Kraft gesetzt, erhöht und bewahrt. Deswegen geschieht Inkulturation immer in Anknüpfung und Bruch zugleich." Stellungnahme von Bischof Voderholzer zum Protestbrief gegen Papst Franziskus 13.11.2019. Das ist nun kein "Wortspiel",wie es der Kommentar auf Katholisch info am 18.11. 2019 meint:"Die Rückzieher-Protest gegen die Pachamama im Vatikan", sondern ein Grundzug der hegelischen Dialektik. Diese Denkfigur der "Aufhebung" ist so sicher ein Weg, das Verhältnis der vielen Religionen zu der einen wahren zu begreifen.
"Das Wortspiel mit dem deutschen Ausdruck aufgehoben kann meines Erachtens als seriöses, theologisches Argument nicht im Vollsinn oder mit allen drei Bedeutungsebenen zugleich auf alle Religionen angewandt werden. Am ehesten trifft das Argument auf das Judentum zu, doch ist es wegen dessen Vielschichtigkeit und der Tatsache, dass das Selbstverständnis des nachchristlichen Judentums, für das es essentiell und mehr noch identitätsstiftend ist, die Messianität Jesu von Nazareth auszuschließen, fraglich, inwiefern die Rede vom Aufgehobensein überhaupt auf dieses nachchristliche Judentum anwendbar ist oder nicht vielmehr aus Sicht gläubiger Juden eine unzulässige Vereinnahmung seitens der Kirche darstellen muss. Sieht man einmal von diesem Einwand ab, so ist das Judentum gerade deswegen im Neuen Bund aufgehoben, weil es selbst auf einem Bundesschluss Gottes mit Seinem Volk Israel beruht." 
Leider verwirrt sich hier die Argumentation, weil nicht zwischen dem ethnischen Begriff des Judentumes und dem religiösen Begriff der jüdischen Religion distinguiert wird und dann noch der Begriff des Bundes eingetragen wird, der nun das Problem der Beziehung der vielen zu der einen wahren Religion vollends konfundiert. 

1.These: Jede Religion ist wahr, insofern sie Religion ist, daß da an einen Gott oder an Götter geglaubt wird, daß sie verehrt werden und daß der Mensch sein Leben als abhängig von dem Wohlwollen des Gottes oder der Götter weiß und daß der Mensch mit ihnen kommunizieren kann, kultisch durch Opfer und Gebete. Da jede Religion fundiert ist in der natürlichen Gotteserkenntnis kann keine Religion in Gänze unwahr sein, auch wenn diese natürliche Erkenntnis dann ob der Sündhaftigkeit des Menschen depraviert werden kann.

2. These:Jede Religion, außer der wahren ist auch unwahr, insofern in ihnen nicht in rechter Weise  Gott verehrt wird, denn die ist nur da, wo der dreieinige Gott verehrt wird. 

3.These: Es ist zu distinguieren zwischen Religionen, die ohne eine Bezugnahme zur wahren entstanden sind (etwa der Buddhismus, die germanische Religion, die der Indianer etc) von denen, die sich als Antithese zur wahren Religion konstituiert haben. So ist dem Islam wie der jüdischen Religion gemein, daß sie ihr Nein! sagen zu Jesus als dem Sohn Gottes. Diese Verneinung kann so nicht in die wahre, die christliche Religion aufgehoben werden. Die jüdische Religion gibt es nämlich erst nach der Offenbarung Gottes in Jesus Christus als Verneinung dieser Offenbarung und Mohammed verneint ausdrücklich die christliche Religion. Also ist ihr Fundament nicht mehr einfach  die natürliche Gotteserkenntnis, sondern die offenbarte Wahrheit in Jesus Christus, die sie nun aber verneinen als Fundament und das so als verneintes ihr Fundament bildet, so wie das Plädoyer des Verteidigers die Anklage des Staatsanwaltet voraussetzt.

4.These:  Das jüdische Volk ist das von Gott zuerst erwählte, aber das heißt nicht, daß Gott die jüdische Religion als Verneinung der Offenbarung Gottes in Jesus Christus bejaht. Zudem muß geurteilt werden, daß das Volk Israel nicht mehr das von Gott erwählte ist, da das Volk als Ganzes, abgesehen von den Judenchristen, seine Erwählung verlustig ging ob ihrer Nichtanerkennung ihres Messiases Jesus. Der Bundesschluß Gottes beinhaltet nämlich Bedingungen, die zu erfüllen sind, damit das erwählte Volk auch das erwählte bleibt. So urteilt Paulus über die Juden, die nicht den christlichen Glauben annahmen: 
Gewiß, sie wurden herausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Röm 12,20. Sie wurden ob ihres Unglaubens an ihren Messias aus dem Bund entlassen und dafür die Kirche als das neue Bundesvolk in den Bund aufgenommen. 


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