Donnerstag, 17. Juni 2021

Die Kirche in Europa auf der Palliativstation? Ein Krankenbild

(Oder ein Irrlehrer wurde Kardinal)



Pater K. Waller brachte es in einer seiner Predigten, wie so oft auf den Punkt: Die Kirche im deutschsprachigen Raum komme ihm vor wie ein Patient auf der Palliativstation, nur noch sein Absterben erwartend: Das Spiel ist aus, wir schrumpfen und schrumpfen, werden immer weniger und versinken in die Bedeutungslkosigkeit- so sähe sich die Kirche selbst.

Es wäre Zeit, nach Ursachen dieser tödlichen Erkrankung zu forschen. Derer sind sicher viele, eine monokausale Erklärung verfehlt sicher den jetzigen Erkrankungszustand. Aber ein die Kirche befallen habende Virus soll deshalb hier doch vorgestellt werden, ein Virus, der das Zentrum der Kirche schwächt, nämlich die zeitgenössische Theologie, die wie ein Gift das Leben der Kirche schwächt und zum Darniederliegen zwingt.

Exemplarisch soll dies an dem Kardinal Kasper vorgeführt werden unter der Fragestellung: Was sagt die Tatsache, daß solch ein Irrlehrer Kardinal werden konnte, über die geistige Lage der Kirche aus, die so wohl die Wahrheit nicht mehr von der Häresie unterscheiden kann und was muß es für Folgen zeitigen, wenn solch ein Professor in der Kirche Karriere machen konnte? Kathpedia führt in dem Artikel: Kaspar eine Auflistung der ärgsten Entgleisungen dieses Gelehrten auf, aus der ich nun die Tiefpunkte dieses Theologieprofessors zitieren und kommentieren möchte.

Punkt 1: Sein Kampf gegen Jesus Christus

Literarkritisch lässt sich die Tendenz feststellen, die Wunder zu steigern, zu vergrößern und zu vervielfältigen. […] Damit verringert sich der Stoff an Wunderberichten sehr wesentlich.“ (Jesus der Christus, Matthias-Grünewald-Verlag, 7. Auflage 1978, II. Teil: Geschichte und Geschick Jesu Christi, Kapitel III, S. 105-106). Ergo: Das Neue Testament ist eine unzuverlässige Quelle, denn sie erzählt von Wundern Jesu, die sich nie ereignet haben oder übertrieben dargestellt werden.

Sodann sind für ihn die Wunderberichte ein „Übertragen außerchristlicher Motive auf Jesus, um seine Größe und Vollmacht zu unterstreichen“. […] „Manche Wunderberichte erweisen sich formgeschichtlich als Rückprojektionen von Ostererfahrungen in das irdische Leben Jesu bzw. als vorweggenommene Darstellungen des erhöhten Christus.“ (Jesus der Christus, Matthias-Grünewald-Verlag, 7. Auflage 1978, II. Teil: Geschichte und Geschick Jesu Christi, Kapitel III, S. 105-106).

So insbesondere die Geschichte von der Totenerweckung der Jairus-Tochter, des Jünglings von Naim und des Lazarus. […] „So erweisen sich gerade die Naturwunder als sekundärer Zuwachs zur ursprünglichen Tradition.“ (ibd, S. S. 106).

Die historisch-kritische Exegese hat teilweise mit Recht dazu geführt "dass wir viele Wundergeschichten der Evangelien als legendarisch bezeichnen müssen".[7]

Zum ältesten Evangelienbericht über die Auferstehung Christi (Mk 16,1-8 EU) meint er, „dass es sich hier nicht um historische Züge, sondern um Stilmittel handelt, die Aufmerksamkeit wecken und Spannung erzeugen sollen.“ (ibd, S. 149-150).


Ergo: Man muß davon ausgehen, daß wahrscheinlich Jesus überhaupt kein Wunder gewirkt habe. Die Wunderberichte sind „Stilmittel“, um auf Jesus aufmerksam zu machen. Das hätte auch grobianischer formuliert werden: Das Urchristentum war eine gut funktionierende PR-Agentur, die Wunderberichte produzierte, um das Produkt Jesus besser verkaufen zu können. Und der Gipfel: Selbst die Erzählungen über die österlichen Erscheinungen Jesu sind wohl legendarisch!

Darum heißt es: „Die Auferweckung Jesu ist ihm "kein objektiv und neutral feststellbares historisches Faktum". War also diese Auferstehung nur eine Vision, die nur Christgläubigen zuteil wurde?

Nun erfolgt der Zentralangriff auf das Zentrum der christlichen Religion:



Nach den synoptischen Evangelien bezeichnet sich Jesus selbst nie als Sohn Gottes. Damit ist die Gottessohn-Aussage eindeutig als Glaubensbekenntnis der Kirche ausgewiesen.“ (ibd., S. 129).

Er hat sich also vermutlich weder als Messias noch als Gottesknecht oder als Gottessohn und wohl auch nicht als Menschensohn bezeichnet.“ (Jesus und der Glaube, in: Walter Kasper, Jürgen Moltmann, Jesus ja – Kirche nein? /theologische Meditationen 32), Zürich, Einsiedeln, Köln 1973, S. 20).


Das Dogma, dass Jesus „ganz Mensch und Gott ist“, sei „überholbar“ (Einführung in den Glauben, S. 55).

Was bleibt so von Jesus übrig, der nicht mehr wahrer Gott, nicht mehr der Messias war, sondern einer, dendie Kirche erst nachträglich zu all dem gemacht hat? Aber die Demontage Jesu geht noch weiter:

Die Aussagen über die immanente Trinität oder über die Präexistenz Christi sind nach Kasper "nicht unmittelbare Glaubensaussagen, sondern theolog. Reflexionsaussagen“ Die theologische Reflexion ist dann wohl als etwas das Ursprüngliche Verfehlendes zu verstehen. In wenigen Punkten skizziert hier so dieser Theologe, wie aus einem jüdischen Rabbi mit originellen Ideen der der Messias und Sohn Gottes wurde, indem sein Leben mit Wunderberichten ausgeschmückt wurde, die ihren Höhepunkt in den Osterberichten findet. Diese Verzeichnung Jesu verführte dann Theologen zu der Hervorbringung von der Vorstellung einer Präexistenz Jesu und gar zu trinitätstheologischen Spekulationen. (Ob der Verdacht berechtigt ist, daß hier von Adolf von Harnack abgeschrieben wurde, wie aus dem Verkünder Jesu der verkündigte Jesus Christus wurde, der eigentlich gar nicht in seine Evangeliumsbotschaft hineingehört, konnte ich leider nicht überprüfen.)

Nachdem so hinreichend das Zentrum der christlichen Religion demontiert ist, schreitet dieser Theologe zu weiterer Demontagearbeit voran.


Punkt 2: Sein Kampf wider die Dogmen:


"Dogmen können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein" (Einführung in den Glauben,, Matthias-Grünewald-Verlag 1974, 7. Auflage 1983, Kapitel 9.4, S. 148).[6]


Damit stimmt dieser Theologe Luther uneingeschränkt zu, daß die Konzilien der Kirche irren können und daß deshalb auch die Dogmen der Kirche in die Irre gehen können. Zu aller erst denkt dieser Theologe da wohl an das Dogma, daß Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sei. So wird geurteilt: Ferner ist die Rede von Himmel, Hölle und Fegfeuer "eine sehr unangemessene, ja irreführende Redeweise".


Auch das für ökumenische Gespräche höchst wichtige, in die Worte 'extra ecclesiam nulla salus' gekleidete Dogma von der universalen Heilsmittlerschaft der Kirche nannte er einen "höchst missverständlichen Satz".[10]

zur amtlichen Beauftragung des Priesters: „Ob man dies ein Sakrament nennt, ist vor allem eine Frage der Sprachregelung “


Punkt 3: Sein Kampf gegen Gott- der Tiefpunkt!


  • Der Gott, der als unveränderliches Wesen über der Welt und der Geschichte thront, stellt eine Herausforderung an den Menschen dar. Man muss ihn leugnen um des Menschen willen, weil er die Würde und Ehre, die an sich dem Menschen gebühren, für sich beansprucht. […] Gegen diesen Gott muss man sich aber nicht nur um des Menschen willen, sondern auch um Gottes willen wehren. Er ist gar nicht der wahre Gott, sondern ein kümmerlicher Götze. Denn ein Gott, der nur neben und über der Geschichte ist, der nicht selbst Geschichte ist, der ist ein endlicher Gott. Wenn man ein solches Wesen als Gott bezeichnet, dann muss man um des Absoluten willen A-theist werden. Ein solcher Gott entspricht einem starren Weltbild; er ist der Garant des Bestehenden und der Feind des Neuen.“ (Gott in der Geschichte, Aufsatz von Walter Kasper, erschienen in Gott heute, 15 Beiträge zur Gottesfrage von Norbert Kutschki, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1967).


Gott ist Geschichte - ist das nicht eine Kurzversion der heglschen Lehre vom Absoluten, das sich als sich selbst wissender Geist in der Menschheitsgeschichte selbst erst hervorbringt? Vielleicht ist es auch etwas anders gemeint, aber gewiß ist das keine christliche Gotteslehre.

Eine christliche Kirche, in der ein so irrlehrender Theologieprofessor Kardinal werden kann, ist zum Untergang bestimmt, denn so stirbt die Kirche an den ihr so eingeflößten Irrlehren, vergleichbar einem Süßwasseraquarium, in dem eine Prise Salz nach der anderen hineingeschüttet wird, bis alle Fischer in ihm am eingestreuten Salz verenden.

Ein paar Konkretionen dieser Erkrankung: Wie kann ein Gläubiger noch hoffen, daß Jesus Christus sein Gebet erhören kann, wenn dieser auf Erden faktisch keine Wunder gewirkt hatte? Warum soll überhaupt etwas von ihm Gelehrtes noch für uns eine Relevanz haben, wenn er gar nicht selbst der Sohn Gottes, der Messias ist? Wie kann Gott denn überhaupt noch in die Menschheitsgeschichte oder die Geschichte des Einzelnen eingreifen, wenn er selbst in der Geschichte ist? Welche Relevanz können noch die Dogmen der Kirche, ja überhaupt die Lehre der Kirche haben, wenn die Kirche unter dem Generalverdacht steht, anfangend mit den Evangelien, die Jesu Wirken durch Legendenbildung und spekulative Theologien verzeichnet haben, das Eigentliche -sicher zeitgeschichtlich bedingt – zu verfälschen?

Liegt es da nicht nahe, daß die Kirche auf die Frage Lenins: „Was tun?“ lieber Antworten in der Demoskopie: „Was wollt ihr lieben Menschen von uns hören?, sucht als bei einer so verqueren Theologie: Nichts Gewisses weiß man von Jesus und Gott vor lauter Legenden und verdrehter theologischer Reflexionen?


Zusatz:

"Auferweckung des einzelnen im Tod". Daher ist "auch die Rede von einem Weiterleben oder Fortleben nach dem Tod irreführend" Auch das lehrt dieser Theologe!

 

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