Dienstag, 6. Oktober 2015

Ein Supplement zur Theodizee

Als kleine Ergänzung zu meiner eigenen Studie zur Theodizee: Uwe Christian Lay, Die Übel und der gute Gott. Theodizee 2011: große Menschen gibt es nur, weil es auch kleine gibt, denn wäre jeder ausgewachsener Mensch gleich groß an Körpergröße, es könnte weder große  noch kleine geben. Die Tugend setzt notwendigerweise nicht nur die Möglichkeit sondern auch gelebte Untugend voraus, damit die Wahl des Tugendhaften auch wirklich als eine freie zum Guten angesichts der realen Möglichkeit des Untugendhaften eine moralisch relevante Entscheidung ist. Könnte der Mensch nur tugendhaft leben (weil seine innere Natur ein untugendhaftes Leben gar nicht zuließe), könnte er auch nicht tugendhaft leben. Abstrakter formuliert: das Negative (das was eigentlich nicht sein dürfte, wenn ein guter und allmächtiger Gott die Welt schuf und regiert), muß doch sein, damit so nur auch das Positive ist. Frägt die Theodizee, warum Gott das Negative zulasse, obwohl er es als allmächtiger ja auch verhindern könnte, oder er hätte ja auch eine Welt  schaffen können, in der es gar keine Möglichkeit für das Negative gegeben hätte, so kann auch respondiert werden: damit das Gute ist. Wenn Adam nicht die Möglichkeit zum Sündigen gehabt hätte im Pardiese, wie hätte er sich als -im moralischen Sinne- guter Mensch erweisen können, wenn es für ihn keine Möglichkeit zum Nichtguten gegeben hätte. Auch für das Schöne gilt: es gibt nur Schönes als Opposition zum Nichtschönen! Jeder Filmheld setzt einen oder mehrere Bösewichter voraus, sodaß unser Filmheld sich erst in der Auseinandersetzung mit ihnen als Held erweist. 
So wäre eine vollkommene Welt ohne das Negative streng genommen keine vollkommene Welt. Als Theologe stehen wir ja mit der Vorstellung des Satans vor einem beachtlichen Problem: warum ließ es Gott zu, daß einer seiner Engel, nämlich Luzifer zum Teufel werden konnte und warum läßt er ihn auf Erden weiterhin wirken? Er ist das rein Negative und es heißt ausdrücklich von ihm und seinem Anhang, daß es für sie keine Möglichkeit einer Rettung gibt. Jesus Christus starb für die Sünden der Menschen, aber nicht für die Luzifers und seines Anhanges. Und doch muß diesem rein Negativen auch etwas Positives innewohnen, sonst ließe Gott die Entstehung und ihr Wirken nicht zu. Einfach, zu einfach machen es sich da die Modernisten mit ihrer Entmythologisierei-sie urteilen einfach, daß es den Satan nicht geben könne- sie gleichen Lämmern, die erklären, daß es in einer von Gott geschaffenen  und regierten Welt keine Raubtiere geben könne, und schon gar keine, denen Lämmer ihre Lieblingsspeise ist! Es gibt ihn, den Satan- aber warum gibt es ihn in der von Gott geschaffenen und regierten Welt? Könnte darauf nicht doch respondiert werden, daß es das Gute nur gibt, weil es das Nichtgute, das Schöne, weil es nur das Unschöne und das Wahre nur gibt, weil es das Unwahre gibt? So gründet sich die praktische Vernunft ja durch die Unterscheidung von gut und böse und es muß Beides geben, damit es die praktische Vernunft gibt und das gilt dann so auch für die theoretische Vernunft (wahr-unwahr) und die ästhetische Vernunft (schön-unschön)! 
Man kann es sich auch so veranschaulichen: hätte die Kirche in ihrem theologischen Denken zu der Klarheit des Trienter Konziles gefunden ohne die Negation der Lehre der Kirche durch Luther und die Reformation? Zwang nicht erst Marcion der Kirche die Frage auf, was zum Kanon dazugehören soll und was nicht, indem er seinen Kanon für die Kirche schuf, den dann die Kirche verwarf? Wird nicht erst die Lehre von der Ehe zu ihrer Vollgestalt sich ausreifen, wenn sie von anderen angefriffen und gar verneint wird? Ist das Negative um des Positiven willen? Ist es gar notwendig? Wir kennen das große Wort, daß der Krieg der Vater aller Dinge ist. Wenn man den Begriff des Krieges nun nicht eng mißversteht, als ginge es da um militärische Auseinandersetuzungen, könnte dieser Ausspruch besagen, daß alles nur ist durch seinen Widerstreit mit seiner Negation- das Gute im Kampf wider das Böse. das Schöne im Kampf wider das Unschöne und das Wahre nur durch das Unwahre.                

Montag, 5. Oktober 2015

Deutschland schaft sich ab

Die Jugendorganisation der Grünen hatte am Tag der deutschen Einheit mit einer Nachricht auf Twitter für Empörung gesorgt. Darin hieß es: „Am 3. Oktober wurde ein Land aufgelöst und viele freuen sich 25 Jahre danach. Warum sollte das nicht noch einmal mit Deutschland gelingen?“.(Junge Freiheit vom 5.10.2015: Grünen Nachwuchs verteidigt antideutsche Äußerung) Was soll man angesichts von so viel Lust an der Vernichtung und Auslöschung des eigenen Volkes noch sagen? Daß das bei den Grünen nicht etwa ein Ausrutscher ist, man denke an das Bild einer Antiwiedervereiningungsdemonstration, auf dem Frau Roth unter dem Transparent: "Deutschland verrecke" zu sehen war, man denke an die Position der Grünen zur Asylantenschwemme: je mehr kommen, desto besser, an ihr Ja zur Homosexehe...usw. Es ist zwar Irrsinn, hat aber Methode. Wir haben in unserem eigenen Volke eine Partei, die den Untergang des eigenen Volkes will. Freunde des schwarzen Humors kennen diesen Witz: den Nächsten lieben so wie mich selbst- nichts leichter als das, so wenig ich mich selbst liebe!  Das Jasagen zu sich selber ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, als wäre nur die Liebe zum Nächsten dann das Problem. Nein, ich sage Nein zu mir, der Wille zur Selbstverneinung ist subkutan ein verbreitetes Phänomen- gerade unter uns Westdeutschen als Frucht der Umerziehung durch die westlichen Siegermächte. Wenn man meinen würde, daß der politische Diskurs unter Demokraten unter der Voraussetzung geführt würde, daß alle Disputanten immer nur das Gute für das Deutsche Volk wollten, nur sich uneins wären über das, was das Gute für uns ist, dann belehrt uns die Grüne Jugend: wir sagen Nein zu Deutschland! Wir wollen die Auflösung und Nichtung des Deutschen Volkes. Als Christ muß man urteilen, daß es Gottes Wille ist, daß die Menschheit als ein in Völkern aufgegliedertes Ganzes existiert. Gott schuf den Menschen nicht nur als Mann und Frau, sondern auch immer als Mann und Frau eines bestimmten Volkstumes. Auch die Ordnung der Völker gehört zur Schöpfungsordnung Gottes. Und gerade weil das Volkstum zur göttlichen Ordnung gehört, wird es auch von allen antichristlichen Kräften wie die Ordnung der Ehe und der Familie angegriffen.     
      

Kardinal Marx und die Hierarchie? Ist das nicht vorkonziliar?

"Hierarchie Organisation bedeutet eigentlich nur die Anerkennung des Wirkens des Heiligen Geistes, der die Kirche in der Wahrheit hält und nicht zulässt, dass sie sich endgültig verläuft.", erklärt Kardinal Marx. (Marx, Kirche überlebt"S.65). Die Grundprinzipien der Kirche, ihres organisatorischen Aufbaues wären: "Personalität, Solidarität und Subsidarität". (S.69).Kirche sei nicht als ein "kollektives Subjekt zu begreifen, sondern von der Person her zu konzipieren." (S.68). Wären wir Protestanten, ergäbe das für uns eine sinnvolle Konzeption von der Lehre von der Gestalt der Kirche: sie baut auf, ausgehend von der Einzelperson, die kraft des Heiligen Geistes gläubig ist und wo sich nun die Personen ob ihres gemeinsamen Glaubens vergemeinschaften, wobei das wichtigste der "spezifische Kommunikationszusammenhang"(S.69) der Personen ist, die so per Kommunikation die Kirche bilden. Das Wie der Gestaltung des "Kommunikationszusammenhanges" unterläge dann eben auch dem Wandel der Zeiten, wenn nur diese drei Prinzipien die Qualität der Kommunikation bestimmen.  
Die zentrale Frage lautet nun: baut sich die Kirche von den Personen her auf, die sich dann zu einem Verein vergemeinschaften? Kardinal Marx bennent auch klar die Alternative: daß die Kirche ein Kollektivsubjekt sei- was er aber ablehnt, da er philosophisch vom Personalismus herkommend. kollektive Subjekte als nichtmögliche ansieht, sondern nur Kommunikationszusammemnhänge von Personen. Aber dann stellt sich ad hoc die Frage: wie ist denn die Identität der Kirche zu denken, wenn sie nur aus Personen bestünde, die miteinander wohl kommunizierten, die aber sterben, so daß andere Personen dann den Kommunikationszusammenhang bilden? Eigentlich müßte streng peronalistisch gedacht, die Kirche mit jedem Generationenwechsel der Personen neu gegründet werden. Das ist aber absurd. Die Kirche ist eben den einzelnen Gläubigen vorgeordnet, und sie "überlebt" auch den Tod einer Generation von Personen, weil sie eben ein kollektives Subjekt ist. Zur Veranschaulichung: wenn ein Kind das Sprechen lernt, erlernt es eine bestimmte Sprache, bei uns das Deutsche. Damit ich sprechen kann, individuell mich ausdrücken kann, setzt dies das System der Deutschen Sprache voraus. Die Sprache spricht sich nicht selbst (das wäre eine Vorstellung eines extremistischen Strukturalismus), aber kein Deutscher kann einen individuellen Satz sprechen (in dem er etwas Persönliches ausdrückt), wenn ihm nicht die Deutsche Sprache als System zur Verfügung stünde.(vgl: Soussure zu System und Parole in der Sprachwissenschaft). So geht auch der Glaube der Kirche (als System) dem persönlichen Glauben (als Parole= individueller Sprechakt) voraus und ermöglicht erst den individuellen Glauben. Wenn aber, wie Marx es meint, nur Personen glauben können: "denn nur die einzelnen Personen können durch ihre Antwort auf das Wort und Ereignis Gottes zur Kirche werden."  (S70) und aus der Vergemeinschaftung der Personen durch Komunikation enstünde erst die Kirche, dann wäre das so, als meinte man, daß zuerst Menschen je für sich eine Privatsprache kreiert hätten, aus der dann durch die Versuche des Miteinanderredens eine Gemeinschaftssprache entstanden sei. Das ist genuiner Protestantismus- aber was hat das mit der Katholischen Kirche zu tun: hier gilt der Primat des Glaubens der Kirche, der dann von seinen Gliedern individuell rezipiert wird. 
Der Apostelfürst Paulus spricht von der Kirche als einem Leib Christi. Nun entsteht ja ein Leib nicht so, daß da Gebilde wie der Magen, das Herz und die Lunge zusammenkämen, um dann zu beschließen, sich vereinsmäßig zusammenzuschließen zu einem Leib, in der dann jeder die Aufgabe übernähme, die ihm besonders liege oder gefalle. Denn die Teile eines Leibes können nicht vor dem Leib sein und dann sich erst vergemeinschaften zum Leib! Und so ist auch die Kirche als Ganzes vor ihren Einzelgliedern (den Personen). die sie dann in sich aufnimmt. Da die Kirche die Einheit der Kirche im Himmel, im Fegefeuer und auf Erden ist, wird der Einzelne immer nur in die schon vor ihm seiende Kirche integriert, nicht aber baut sie sich auf als eine Vergemeinschaftung von Einzelpersonen! Das hieße, die Institution der Kirche mit einer von Personen  gegründeten Verein zu verwechseln- und selbst da beginnt das Problem des Lebens des Vereines mit dem, wie die Identität des Vereines zu denken ist, wenn die Gründer verstorben sind und Nachfolger den Verein fortführen! Wenn die Personen, die den Verein gegründet haben, die Identität des Vereines bilden, wie kann der dann seine Identität bewahren über den Tod der Gründer hinaus? Das kann jeder Verein nur, indem er sich als Kollektivsubjekt begtrift, das unabhängig von den Einzelpersonen ist als sich identisch Bleibendes. 
Und so ist auch die Hierarchie eine von Gott gewollte und eingesetzte Ordnung, die dem Wollen und Wünschen der Glieder der Kirche entzogen ist! Nicht waren erst Personen, die dann die Ämter der Kirche kreierten, sondern die Kirche mit ihrer hierarchischen Ordnung bestimmt Menschen, in ihr, gemäß ihrer inneren Ordnung zu wirken. Wenn eine Fußballmannschaft für ein Spiel vom Trainer aufgestellt wird, erfinden ja die Spieler samt dem Trainer das Ordnungsschema von: Verteidigung-Mittelfeld- Sturm nicht neu, sondern teilen die Mannschaft gemäß dieser vorgegebenen Ordnung auf. 
Es ist erschütternd, wie in dieser "Ecclesiologie" die Grundprinzipien der Katholischen Kirche über Bord geworfen werden, um sich ganz zu protestantisieren! Aber das ist nun leider auch due Grundintention des Reformlagers in der Kirche, daß sie so protestantisch wie möglich umgestaltet
werden soll!

Corollarium 1
Der Personalismus ist selbst ein Ausdruck der Entfremdung des Menschen von sich selbst, indem er den Menschen, den Einzelnen nicht mehr als individuiertes Gattungswesen begreift, sondern nur noch als Person, der andere Personen gegenüberstehen, mit denen er sich durch eine Kommunikation vergemeinsxhaften kann, statt daß er ob seines Gattungsbewußtseins sich immer auch schon vereint weiß mit den anderen Menschen. So ist jeder Mensch als Teil der Gattung auch immer schon mehr als eine Person, er ist Glied von etwas Größerem.


                       

Sonntag, 4. Oktober 2015

Kardinal Marx und sein Ja zur modernen Welt

Gegen Papst Benedikts Lehre, daß das 2 Vaticanums als in der Kontinuität der Lehrtradition der Kirche stehend zu interpretieren sei, setzt Kardinal Marx die weit verbreitete Ansicht des Bruches- ja, liest man seine kleine Ecclesiologie: "Kirche überlebt", es drängt sich der Leseeinsruck auf, daß es eigentlich die Kirche erst seit dem 2. Vaticanum  gäbe und daß jetzt erst die Suchbewegung  nach ihrer angemessenen Sozialgestalt angefangen habe. Die Diskontinuität mache dabei die differente Bewertung der Moderne aus. Sagte die vorkonzilare Kirche Nein zur Moderne, so sage sie nachkonzilar ihr Ja dazu. Sie soll nicht mehr ein Gegenpol zur Moderne sein, sondern sich eingliedern in sie und das verlange nun  auch eine Modernisierung  der Sozialgesalt der Kirche. 
Marx will nun diese Versöhnung mit der Moderne zwiefach begründen- einerseits rein realkirchenpolitisch- (und hier spricht der Kardinal wohl am authentischsten in eigener Sache: die Kirche habe den Kampf gegen die Moderne verloren und so müsse sie sich jetzt dem Sieger einpassen, sie hat aber auch den Kampf gegen die innerkirchliche Strömung des Modernismus verloren- sagen wir es etwas pauschalisierend, daß die zeitgnössische Universitätsthologie selbst vom Geist des Modernismus bestimmt wird und andererseits mit der verblüffenden These, daß die moderne Welt ein legitimes Kind des Christentumes sei! Pathetisch bekennt der Kardinal: " Ich glaube, dass die Entwicklung hin zu einer offenen pluralen, freien Gesellschaft, in der sich die Demokratie als Staatsform entwickelt hat, positiv ist, auch vom Glauben her die richtige Entwicklung war und von den Grundpositionen des Evangeliums gedeckt wird." (S.13)
Bisher war es der Standpunkt der Kirche, daß alle drei Grundformen des Staates, die der Monarchie, die der Aristokratie und der Demokratie aus theologischer Sicht bejahbar sind und man wies auf die Deformierbarkeit aller drei Grundformen hin, daß aus der Monarchie die Diktatur, aus der Aristokratie die Oligarchie und aus der Demokratie die Ochlokratie werden könnte. Daß die Demokratie die beste aller denkbaren Staatsformen sei, erkannten die kaholischen wie die evangelischen Theologen- man staue, ganz ökomenisch- nach 1945, als die Kircche im freien Westen unter dem Hegemon der USA zu dieser Einsicht kam. Als Alternative bot sich ja auch nur noch das Konzept der "sozialisischen Demokratie" des Ostblockes an und da votierte man für die Ideale des freien Westens! In der evangelischen Theologie in der Weimaraner Republik überwogen eindeutig die kritischen Stimmen zur Demokratie, in der Katholischen Theologie die Sorge, wie die Selbständigkeit gegen den modernen Staat zu verteidigen, verbunden mit dem Nein zur Moderne durch  die Päpste der vorkonziliaren Zeit. Das Ja zur westlichen Demokratie, diese Wende fand dann ihre erste Manifestation in der Unterstützung des Projektes der Gründung von C-Parteien, in denen Katholiken und Protestanten gemeinsam für eine Fundierung der Politik auf "christlichen" Werten wirken wollten. Wer sich über den Erfolg dieses Projektes informieren möchte, wage einen Blick in die CDU! Findet man da noch etwas Christliches? Fundiert wird das Scheitern dieses Projektes in dem ausgezeichneten Buch: "Die Löwen kommen" von Vladimir Palko aus dem Jahre 2014 dargelegt. Aber das hindert nun Kirchenobere nicht daran, zu bekunden, daß wir politisch gesehen schon in der besten aller denkbaren Staatsordnungen leben und daß es so nur noch die Aufgabe der Kirche sei,die Gesellschaft dabei zu unterstützen, daß sie ihren eigenen Idealen gerechter wird- das versteht der Kardinal Marx unter kritischer Wegbegleitung der modernen Gesellschaft, die sich eben kontinuierlich zu modernisieren habe.
Aber inwieweit ist denn nun die Moderne ein Projekt aus dem Geiste des Christentumes, wie es der Kardinal sieht? Als Positivum der Moderne vermerkt der Kardinal die Trennung von Kirche und Staat! Hier kann man nur staunen, denn selbstverständlich war die Kirche strikt gegen diese Trennung- sie sah als das Ideal bis zum 2.Vaticanum das Thron-und Altarbündnis an! Wenn man überhaupt die Trennung von Kirche und Staat dem Christentum zurechnen will als positive Leistung, dann nur so: ob der Kirchenspaltung in Folge der Reformation entstand die Idee des Staates, der sich von den "Kirchen" und dem Christentum emanzipiert, um allein vernünftig zu regieren! Den erhabensten und schreklichsten Ausdruck fand das in der Einsetzung  der Verehrung der Vernunft als neue Göttin Frankreichs unter Robespiere bei gleichzeitiger Verfolgung der Katholiken. Daß die Auflösung des Thron und Altarbundes etwas Gutes sei, das ist nun wirklich der Kirche bis zum 2Vaticanum nicht aufgegangen. Erst mal man gegen seinen Willen aus dieser Ehe entlassen worden war, fing man an, darüber nachzusinnen, ob das nicht was Gutes sein könne. also nach der Zerstörung der drei christlichen Monarchien im und nach dem 1.Weltkrieg. (Und es ist offensichtlich, daß gerade der Protestantismus in Deutschland in Hitler die Chance sah, nach der gewaltsamen Trennung  ein zweites Staat-Kirche- Bündnis zu schmieden, auch und gerade auch angesichts der atheistisch-kommunistischen Bedrohung! Und der Vatican agierte nicht völlig anders mit seinen Kirchenvertägen mit dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland!)  Nein. erst die Macht des Faktischen, daß der freie Westen und auf der Gegenseite Stalin den 2.Weltkrieg besiegte, erwirkte die kirchliche Begeisterung für die Demokratie und den Wert der Trennung von Kirche und Staat. Reden wir Klartext: nicht neue theologische Einsichten sondern die Anerkennung des Faktischen ließ die Kirche zur Bejaherin der Demokratie und der Trennung von Kirche und Staat werden. Dem christlichen Ideal der Verhältnisbestimung von Kirche und Staat entspricht das wenigstens nicht.
Und Pluralität und Freiheit? Erst die Erfahrung von totalitären Staaten führte zu dem Ja zur Pluralität und Freiheit als den Idealen jeder Gesellschaft, denn nun meinte man damit, daß der Staat nicht das Recht habe, im Namen seiner "Wahrheiten" die christliche Religion zu unterdrücken. Der Staat solle ideologiefrei sein. also, keine Religion und keine Weltanschauung unterdrücken, damit er nicht auch das Christentum unterdrücke. Man könnte eingedenk von Carl Schmitts Studie: "Römischer Katholizismus und politische Form" urteilen, daß das eben auch die Stärke der Römischen Kirche sei, politisch "flexibel" zu sein. Aber solche rein kirchenpolitischen Wandlungen haben nun sehr wenig mit neuen oder besseren theologischen Einsichten und Erkenntnissen zu tun- man paßt sich dem Nicht-mehr-Veränderbaren einfach an. 
Und das bildet dann auch den Grundton dieser kleinen Eccleiologie: die Kirche muß sich der Gesellschaft einpassen, denn nur so erhält und findet sie den Kontakt zu ihren Zeitgenossen. Peinlich ist aber bei diesem Anpaßmanöver, das diesem Kardinal vor Augen steht als die Suche nach einer neuen Sozialgestalt für die Kirche, daß er nun das, woran sich die Kirche eimzupassen hat. auch noch als eine Gesellschaftsformation bezeichnen will, die aus dem Geiste des Christentumes entstanden sei! Dagegen gilt aber festzuhalten, daß die Moderne als Projekt die Säkularisation des Christentumes ist, insofern sie das, was die Religion von Gott erhofft, nun als die Aufgabe des Menschen ansieht: die Humanisierung der Welt. Salopper formuliert: sah die vorkonzikiare Kirche ihre Aufgabe in der Verchristlichung der Welt sieht die nachkonziliare Kirche ihre Aufgabe mit der Welt zusammen in der Humanisierung der Welt, wobei der christliche Glaube dann nur noch eine Motivation zur Humanisierung ist- neben anderen Motivationen und das ist dann die bejahte Pluralität  an Motivationen, wenn sie alle nur dem selben Ziel dienen. Einfacher gesagt: egal, ob Christ, Muslim oder Atheist- Hauptsache humanistisch engagiert. Und so gesehen ist dies kleine Büchlein von Kardinal Marx ein wohl durchdachtes Konzept für das Jasagen zur Einpassung der Kirche in die moderne Welt. Und dazu gehört dann auch die jetzt beginnende  Familiensanode- daß hier die Weichen für die Modernisierung der Kirche gelegt werden!                                      


     



               



Samstag, 3. Oktober 2015

Feind und Freund in der Weltsicht eines Deutschen Kardinals

Kardinal Marx weiß, wer sein Feind ist. ( Wir leben in Zeiten der lau gewordenen Liebe, in der, wenn man einen Menschen kennen lernen möchte, ihn besser nach seinem Feindbild frägt, als nach dem, was er liebt.)   Aus dem "Syballus errorum" Papst Pius IX zitiert er als von der Kirche verurteilte Lehre:" Der Römische Bischof kann und soll ich dem Fortschritt, dem Liberalismus und mit der modernen Kultur versöhnen und anfreunden." (Kardinal Marx, Kirche überlebt, 2015, S.23)  Aber nur die Oberen, isb. das Lehrmt irrte hier, denn der Kardinal geht davon aus, daß auch damals schon die Basis der Kirche progressiver als ihre Führung war: " Man kann aber sicher davon ausgehen, dass ein Großteil der gläubigen Menschen, wahrscheinlich sogar die Mehrheit in eine freie Gesellschaft mitgehen wollte." (S.23). Woher weiß Marx dies? Er sagt selbst, daß das nur seine Vermutung ist- aber es ist leicht zu erraten, wie er zu dieser Vermutung kommt. So wie es jetzt ist, ist es eben damals auch gewesen: der rückständigen conservativen Kirchenführung steht die große Mehrheit der fortschrittlich-liberal eingestellten Basis der Kirche gegenüber- von der radicalen: "Wir sind Kirche" mit ihren Millionen Unterschriften bis zum Dialogprozeß in Deutschland- nur daß es leider in Afrika noch Bischöfe gibt, die der Liberalisierung und Modernisierung der Kirche reaktionär auf der Familiensynode entgegenstehen als letzte Überreste dieser antimodernistischen Theologie der vorkonziliaren Kirche. Aber der Kampf der vorkonziliaren Kirche "gegen jeden theologischen >Modernismus< ging "letzlich mit großem  Schaden verloren", (S.29), aber auch "der Krieg gegen die Moderne". (S.23). Aber es verwundert nun nicht, daß Marx die Anerkenntnis der Kirche, diesen doppelten Kampf verloren zu haben, das war das 2. Vaticanum nach Marx umdeutet als den Sieg der Einsicht der Kirche in das Gute der Moderne und der Notwendigkeit der Kirche, sich somit auch modernisieren zu haben. Lefebvre und mit ihm alle Traditionalisten werden hier jubeln: endlich ein Würdenträger der Kirche, der uns in Gänze recht gibt, daß im 2. Vaticanum der Modernismus die Kirche besiegte! Aber für Marx ist das erst der eigentliche Anfang der Kirche, der sie herausführte aus den vorherigen Irrwegen de Kirche, und dem fürchterlichen Antimodernismuskampf! 
Kardinal Max bekennt- modernistisch: "Ich glaube, dass die Entwicklung hin zu einer offenen, pluralen, freien Gesellschaft, in der sich die Demokratie als Staatsform entwickelt hat, positiv ist, auch vom Glauben her die richtige Entwicklung war und von den Grundoptionen des Evangeliums gedeckt wird." (S.13). Das, was der Papst Pius kraft seines Lehramtes verurteilte, ist diesem Kardinal das Gute und gar Evangeliumsgemäße! 
Nun kommt das große Anliegen des Kardinals, daß die Kirche: "Auf dem Weg zu einer neuen Sozialgestalt" (S.13-18) sich aufmachen muß, ihre vorkonziliare "Sozialgestalt" aufgeben muß, damit sie wirklich ein anerkannter Partner und Teilnehmer in der pluralischen, freien und demokratischen Gesellschaft werden kann. Und diesem großen  notwendigen Umwandlungsprozeß stehen nun conservative und traditionalistische Kräfte entgegen- und eben auch in Deutschen Landen conservative Blogger und so abscheuliche Internetseiten wie Kath net (von Kath info und dem inzwischen stumm gemachten Kreuz net gar nicht zu reden) entgegen. Inflationär häufig tritt uns so in dieser "Ecclesiologie", die aber keine sein will, Wortbildungen mit "neu" entgegen: irgendwie muß aller neu und moderner werden in der Kirche, damit sie so alle oder doch möglichst viele Menschen erreichen kann.Und was soll dann die modernisierte Kirche positiv einbringen in die plurale Gesellschaft? Marx sagt das-neben recht formelhaft daherkommenden Aussagen, daß sie Menschen den Weg zu Gott aufzuzeigen habe- "Vom Menschenbild her, von der universalen Botschaft und von der Fähigkeit her, durch die eine Kirche viele Nationen und Kulturen miteinander zu verbinden. hat das Christentum alle Chancen,in diese Zukunft prägend und kritisch hineinzuwirken.Das Potential ist da: Der christliche Glaube befähigt zur wirklichen Freiheit, setzt den gebildeten und verantwortlichen Menschen voraus und verteidigt die Würde der Person." (S116) Und das ist für Kardinal Marx "das Evangelium", das "in eine solche Welt" der modernen gehört. (S.116)  Die Grundwerte der christlichen Religion sind also der Glaube an die Würde der Person, an Freiheit und Verantwortlichkeit! Diesem Evangelium könnte jeder  atheistische Freimaurer auch vollen Herzens zustimmen! Marx kann das dann auch so etwas konkretisieren: Die Kirche habe "auf der Seite der Freiheit,der Menschenwürde, der Verteidigung der Rechte der Frauen, der Trennung von Kirche und Staat und auch der Demokratie" zu stehen. (S.117)        
Aber diesem aufgeklärtem liberalen Christentumsverständnis drohen nun auch Gefahren und zwar aus dem eigenen Lager! "Umso mehr muss uns mit Sorge erfüllen, dass es auch im kirchlichen Bereich in allen Konfessionen und Gemeinschaften Tendenzen gibt zum Populismus, zur Schwarz-Weiß-Malerei, zur Kritik am Pluralismus, der ja eine Konsequenz der Freiheit ist." (S.117). Klare Feindbilder sind eben die Stärke jedes Kirchenrealpolitikers. Deutlich sagt er dann den Conservativen:" Ja, wir kommen aus einer reichen Tradition und Geschichte, und darüber dürfen wir uns freuen, aber für die kommenden Herausfordeungen reicht das nicht." (S114). Die Kirche muß sich eben modernisieren im Geiste des Modernismus, den die vorkonziliare Kirche so unrecht perhorresziert hat. "Es geht in den nächsten Jahren um einen epochalen Wandel, einen Neuanfang, der möglich und nötig ist." Und die Familiensynode soll dabei der erste Schritt sein, dürfen wir als Konkretion dabei mithören! Dabei fühlt er sich ganz eins mit  Papst Franziskus: "Dann wird die Kirche zu einer>wohltätigen NGO<". (S.106) Merke: Klarer kann der Kirche nicht der Krieg erklärt werden! 

        

Freitag, 2. Oktober 2015

Wie Kardinal Marx die Welt sieht- erste Einblicke!

Kardinal Marx präsentiert- kurz vor der Eröffnung der Familiensynode sein Buch zur Sache: "Kirche überlebt". Es ist ein Buch, daß die "heißen Eisen" dieser Synode ausspart. Nur en passant erwähnt er seine Teilhabe an dem Geheimtreffen progressiver Kräfte zur "Vorbereitung" dieser Synode. Nein, der Kardinal will etwas Grundsätzlicheres sagen. Sein Thema ist die Kirche in der Moderne. Und da verweist er auf die pessimistische Prognose, daß je moderner und aufgeklärter die Gesellschaft werde, desto unteligiöser werde sie, sodaß es in ihr keine Zukunft für Religion und Kirche gäbe. " Je moderner eine Gesellschaft ist, je weiter sie sich entwickelt, je fortschrittlicher sie wird, umso mehr wird das Thema Religion sich erledigen." (S.7). Warum repristiniert Marx diesen vulgärsoziologischen Ladenhüter, frägt sich da der aufmerksame Leser und findet dann auch die Antwort, wenn er sich die Mühe macht, dieses Werk ganz durchzulesen. Das Anliegen des Kardinales ist es, den Gläubigen und die Kirche als Ganzes mit der modernen Gesellschaft zu versöhnen. Wie könnte das aber gelingen, gliche die Lage der Religion und der Kirche in der Moderne der eines Süßwasserfisches  in einem Salzwasseraquarium! Nein, die Moderne ist nicht nur an sich etwas Gutes, sie ermöglicht auch, daß Religion und Kirche weiterhin ein "Thema" sei. Hier zeigt sich Marx ganz als Kenner der Postmoderne, indem er frägt: ist Religion und Kirche noch ein Thema in den Medien, denn Leben heißt in der Postmoderne, in den Medien als Thema zu erscheinen. "Religion verschwindet aber nicht, auch die Kirche nicht", (S.8) triumphiert er, weil diese beiden Größen in den Medien präsent sind. 
Geben wir seiner Medienweltsicht das Wort: " Hinzu kommt eine neue Dynamik und Beunruhigung im Bereich der Religionen, besonders durch die fundamentalistischen und fanatischen Ausprägungen des Islam."
Merke: das schlimmste ist, überhaupt keine Presse zu haben! Auch schlechte verlebendigt das Thema Religion! "Aber es gibt auch im christlichen Bereich neue und polarisierende Diskussionen." (S.8). Hier argumentiert der Kardinal politisch korrekt, daß man den fundamentalistischen Islam nur kritisieren darf, wenn man gleich dabei den christlichen kritisiert.Damit präfiguriert er seine Position, daß die Religion nicht polarisierend zu wirken habe. 
Das Thema Religion ist aber auch sonst in der Moderne präsent und das zeige, daß sie in der Moderne nicht verlösche! Und wo ist die Religion heuer in den Medien präsent? Kardinal Marx benennt 3 Bereiche oder Themen: "Denken wir an die Diskussion über das  Kopftuch, die sogenannte Homo-Ehe, die Kreuze in öffentlichen Einrichtungen". Daß bei uns Religion noch ein relevantes Thema ist, das erkennt Marx an der Präsens dieser drei Themen insbsondere in den Medien! Aber was haben denn diese drei Themen Gemeinsames? Ganz offensichtlich, daß es dabei um Aspekte der Zurückdrängung der christlichen Religion aus dem öffentlichen Leben handelt. Sollen und müssen die Kreuze -weil das Kreuz ein christliches Symbol ist- aus öffentlichen Räumen, isb Schulen entfernt werden ob der Trennung von Staat und Kirche-muß das staatliche Verständnis von der Ehe sich von der christlichen Vorstellung von der Ehe als einer geordneten Beziehung von einem Mann zu einer Frau emanzipieren und so Homoehen erlauben und gehört es zur Religionsfreiheit, daß nun im einst christlich geprägten Kulturraum islamische Frauen für ihre Religion im Schulunterricht Zeugnis ablegen dürfen durch das Kopftuchtragen? Wo also das genau hinsehende Auge eine Tendenz zur Zurückdrängung der christlichen Religion wahrnimmt, sieht Kardinal Marx  Anzeichen der Lebendigkeit des Themas Religion! Ja, die Moderne ist eben ein guter Boden für die Religion!, ruft er- so gut fundiert- seinen Lesern zu! Und er weist dann auch allen Religionen und auch der christlichen ihre Aufgabe in der (post)modernen Gesellschaft zu: "Wie können sie ein Beitrag sein füt ein besseres Miteinander in einer globalisierten und sehr heterogenen Welt." Und das können die Religionen ja nur, daß sie eben nicht zu einem Problem für das Miteinander werden sondern ein Teil der Lösung, wenn sie ihren jeweiligen fundamentalistischen Rand abschaffen- wie es der Kardinal so treffend in seiner Bloggerkritik zum Ausdruck brachte: einfach ignorieren, die Conservativen und Traditionalisten. Pater Hagenkord (SJ) unterstütze da ja auf seinem Radio Vatican Blogg energisch den Kardinal, indem er vorschlug, diese Kräfte einfach lächerlich zu machen. Und damit ist schon die Hauptstoßrichtung dieses Kirchenbuches erfaßt. Dem Ja zum Leben der Kirche in der "offenen, pluralen, freien Gesellschaft" (S.13) korreliert sein Nein zu allen conservativen und traditionalistischen Kreise in der Katholischen Kirche, die eben nicht in dieser "offenen pluralen und freien Gesellschaft leben wollen, indem sie- reden wir hier mal Klartext- gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen sind,intolerant gegen den Islam und eine vormoderne Sexual-und Morallehre vertreten!  Aber nur eine die Jetztzeit bejahende und sich ihr einpassende Kirche kann in ihr überleben, als kritischer Wegbegleiter dieser Gesellschaft, der die Moderne als Ort gelebter Freiheit prinzipiell bejaht. Ja, das Programm der Kirche, der christlichen Religion ist es- genau genommen- die Moderne an die Eigenansprüche der Moderne zu erinnern und für ihre Realisierung einzutreten. Sie hat "in den Auseinandersetzungen auf der Seite der Freiheit, der Menschenwürde, der Verteidigung der Rechte der Armen und Unterdrückten, der Religionsfreiheit, der Rechte der Frauen, der Trennung von Kirche und Staat und auch auf [der Seite]der Demokratie" zu stehen. (S.117). Das könnte die Bundeskanzlerin direkt als Wort zum Sonntag in ihre nächste Regierungserklärung zur Lage der Welt so übernehmen! Und darin besteht für diesen Kardinal die Aufgabe und Zukunft der Kirche! Aber der Kardinal sieht auch Probleme, denen sich die Kirche zu stellen hat: "Und die Herausforderungen sind enorm: die Globalisierung, die digitale Revolution. die neuen Spannungen zwischen den Kulturen, die Bedrohung durch einen wilden Kapitalismus, die wachsende Ungleichheit." (S.103) Und irgendwie hilft dann der persönliche christliche Glaube, daß Christen eben in solchen komplexen Problemlagen den kühlen Kopf bewahren, nicht zu popularistischen Lösungskonzepten sich verleiten lassen, sondern kritische Begleiter sind in dem Prozeß der Weiterführung der Modernisierung der Gesellschaft, durch die diese Probleme dann auch lösbar werden. Das klingt zwar wie eine Repristinierung  der edlen Absichten des Kulturprotestantismus des 19 Jahrhundertes, aber Marx möchte uns das jetzt als das Aktuellste vom Aktuellen neu entdecken lassen für die Zukunftsfähigkeit der Kirche!                             



     


           

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Ein prophetisches Wort zu Multikulti

"Das Stuttgarter LG-Mitglied [Leitungsgremium des Kommunistischen Bundes] Jürgen Elsässer begründete, >weshalb die Linke anti-deutsch sein müsse<. Die Stärke der KB-Erklärung zur Wiedervereinigung liege darin, die wahre Dimension des Umbruches erkannt zu haben, da es sich um mehr als um eine Ausdehnung der Marktwirtschaft nach Osten handle. Das sei eine Verharmlosung, die von der >deutschen Besonderheit< abstrahiere. Tatsächlich gehe es um Folgendes: >Ein Staat schüttelt eine geografische und politische Begrenzung ab, die sein expansionistisches und vielleicht sogar faschistisches Potential in den letzten 40 Jahren bändigte.<  Linke Utopie könne angesichts dieser Perspektive nur in der Zerstörung des deutschen Staates und seiner Ersetzung durch einen Vielvölkerstaat sowie die Auflösung des deutschen Volkes in eine multikulturelle Gesellschaft liegen. Ohne einen Erfolg in diesem Kampf sei Sozialismus nicht möglich, eher werde ein >neuer Nationalsozialismus< herauskommen." (zitiert nach: Steffen. M.. Geschichten vom Trüffelschwein. Politik und Organisation des Kommunistischen Bundes 1971-1991, 2002, S.325.  Am selben Ort wird dann ein weiteres LG- Mitglied zitiert, daß es kein "nationales Selbstbestimmungsrecht der Deutschen" geben dürfe angesichts der Opfer des Nationalsozialismus.

Den Kommunistischen Bund kennt heute kaum noch wer, aus dem Saulus Elsässer ist der Paulus Elsässer geworden als Leiter des Magazines: "Compact", sicher heuer das lesenswerteste politische  Monatsmagazin Deutschlands! Aber das hier skizzierte Anti-Deutsche-Programm, das hat eine Karriere sondergleichen gemacht. Es enthüllt uns nebenbei die Ängste und Befürchtungen unserer Nachbarn und "Freunde", die im sich wiedervereinigenden Deutschland eine Gefahr für sich sahen und sehen, und so auf eine Schwächung Deutschlands aus sind, da ein starkes Westdeutschland als Frontland wider den Sozialismus nicht mehr gebraucht wird (auch wenn einige, so die FAZ isb das Feindbild Putins Rußland neu beschwören möchten)
Aber hauptsächlich zeigt es eine bedeutsame Revision der "Neuen Linken" an, zu der auch der KB zählte. Statt orthodox kommunistische das Phänomen des Deutschen Faschismus auf die besondere Entwicklung des imperialistischen Kapitalismus zurückzuführen, (vgl. Dimitroffs Referat zum Faschismus), wird der Nationalsozialismus als etwas Deutsches verstanden, sodaß nun die Gleichung gilt: Antifaschist ist nur, wer Antideutsch ist! Denn das ganze Übel des Nationalsozialismus entspringt dem Deutschen Volkscharakter. Und darum muß der zerstört werden! Und was wird als Heilmittel angeboten:
A) die Zerstörung des Deutschen Staates durch die Schaffung eines Vielvölkerstaates
B) die Auflösung des deutschen Volkes durch eine multikulturelle Gesellschaft
Unübersehbar: dies Programm wird jetzt realisiert! Aber nicht vom KB, sondern von der jetzigen Regierung und mit tatkräftiger Unterstützung unserer europäischen Freunde und Amerikas! Und als Ergänzung wird der "Kampf gegen Rechts" geführt, nämlich gegen den Willen von uns Deutschen nach nationaler Selbstbestimmung!