Sonntag, 14. Februar 2016

Ein irrtierender Gedanke: Die Welt in Teufels Hand?

Da sagte der Teufel zu Jesus: "All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben, denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehöre." Lk, 4,6f. Bei Matthäus liest sich das so: "er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest." Mt 4,8f.
Warum respondierte der so versuchte Jesus nicht: Gott ist der Herr über diese Welt. Nur er könnte mir alle weltlichen Reiche übergeben, du Satan aber nicht! Ja, indem Jesus wußte, daß hier der Verführer etwas verspricht, was er gar nicht einhalten konnte, wäre diese diabolische Versuchung gar keine, weil sie auf einer Täuschung basierte, daß der Teufel sich für den Herrn aller weltlichen Mächte ausgibt, obzwar er das gar nicht ist. 
Aber wird so gefragt, ist die zentrale Aussage: "denn sie sind mir überlassen", überlesen worden. Wer aber kann dem Satan alle Mächte der Erde überlassen haben, sodaß nun der Satan über sie frei verfügen kann? Das kann nur der Herr über dieser Welt gewesen sein, Gott selbst. Ein eigentümliches Bild entsteht so vor unseren Augen: die Welt unter der Herrschaft des Teufels und der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist, um das Gott zurückzuerobern, was einst Gott selbst gehörte, das Gott dann aber dem Teufel überließ! Ein Zwei- Äonenschema schimmert hier durch: der jetzige Äon als der der Herrschaft des Satans und der Einbruch des neuen Äons durch den Gottessohn, der nun das Reich Gottes gegen das Reich des Satans durchzusetzen hat. 
Ist das so gemeint? Oder ist es aktualistisch gemeint? Damit der Sohn Gottes in eine ihn wirkliche Versuchung gerät, überläßt Gott für diese Versuchung dem Teufel alle weltliche Macht, damit Jesus Christus vor die Wahl gestellt wird, den Weg des Kreuzes zu gehen oder den Weg der Macht zu wählen, daß er sich alle weltliche Macht geben läßt, um so als Jesus Christus die Welt zu beherrschen, um den Preis aber, den Teufel als Obersten anerkennen zu müssen! 
Ähnlich zum Dialog zwischen Gott und dem Teufel im Hiobbuch könnte man sich als Vorspiel dieser Versuchung Jesu einen Dialog vorstellen, in dem der Teufel sagt: Gebe mir Gott genug Macht und dann vermag ich sogar deinen göttlichen Sohn zu verführen. Jeder ist korrumpierbar, auch der Sohn Gottes, ist der Lohn nur groß genug. Darauf hätte dann Gott dem Teufel alle Macht auf Erden zur freien Verfügung gestellt, um den Sohn Gottes wirklich verführen zu können.
Oder sollen wir doch angesichts der Elendsgeschiche der Menschheit im Großen wie im Kleinen davon ausgehen, daß doch alle weltlichen Mächte im Dienste des Teufels stehen? Nur, wie ist das mit der Aussage des Apostelfürsten Paulus vereinbar, daß alle staatliche Gewalt von Gott ist. Vgl Röm 13, 1-7 und Sprüche 8,15f: Durch mich [Gott] regieren die Könige und entscheiden die Machthaber, wie es Recht ist; durch mich versehen die Herrscher ihr Amt, die Vornehmen und alle Verwalter des Rechtes.
Kann von den Staatsgewalten zugleich ausgesagt werden, daß sie von Gott sind und zugleich im Dienste des Teufels stehen? Oder sollen wir dies dynamisch denken: daß das, was von Gott eingesetzt ist, die Staatsgewalt auch vom Teufel okkupiert werden kann, sodaß sie in seinen Diensten dann steht, wobei Gott dann als Allmächtiger diese Okkupation zuläßt?  
Eines ist aber gewiß: Wer meint, daß der Teufel nur ein Phantasieprodukt unaufgeklärter Menschen sei, wird dem wirklichen Leben Jesu Chrisi in seinem Kampfe gegen den Teufel nicht gerecht und somit auch nicht dem Ernst der Lage der Kirche in der Welt!
Das Buch: "Abschied vom Teufel" von Herbert Haag muß man wohl als geradezu diabolisch inspiriert ansehen!

Corollarium 1:

Charles Baudelaire
(1821 - 1867), französischer Dichter und Ästhetiker
Quelle: »Der freigebige Spieler«

  • Charles Baudelaire
    (1821 - 1867), französischer Dichter und Ästhetiker
    Quelle: Aus dem Vorwort zu »Die Blumen des Bösen«, übers. v. Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig, 1907
        

Samstag, 13. Februar 2016

Das Kreuz aus Asche- oder wie sich doch alles so ändert!

"Ein kleines Kreuz aus Asche. Sie ist ein Zeichen für Gottes Nähe. Und dafür, wie vergänglich wir Menschen sind- wie Staub und Asche. [...]Diese Asche zeigt uns am Aschermittwoch, dass wir zwar vergänglich sind- aber zugleich Gott gehören, der uns liebt und schützt. Es ist ein Zeichen der Liebe und nicht des Todes. Denn das Aschekreuz sagt: Du kleiner Mensch, der du sterblich bist, gehörst zu Gott, der unsterblich ist- was immer auch geschieht." (Pfarrblatt der Stadtpfarrei Vilshofen, 30.Januar-19. März 2016, S.1.
Diese Seite 1-Nachricht läßt uns doch aufmerken! Aschermittwoch heißt eben nur noch: Gott liebt Dich, auch wenn Du sterblich bist- und das drückt das Aschekreuz aus! Offensichtlich gehört es nach diesem Text zum Wesentlichen des Menschen, sterblich und vergänglich zu sein. Damit ist aber sicher gemeint, daß wir Menschen sterben müssen und der Vergänglichkeit anheimfallen und nicht etwa, was vom sprachlichen Ausdruck ja auch möglich wäre, daß zum Menschsein die Potentialität des Sterbenkönnens dazugehört. Warum das so ist, darüber verliert dieser Text kein Wort, er hätte nämlich von der Sünde Adams, der Erbsünde gar sprechen müssen- aber das sei ferne. Zur Sünde gehört dann noch der ganze Vorstellungskomplex von: Gottes Zorn über die menschliche Sünde, der Kreuzestod Jesu Christi, aber auch das Bußsakrament, die Reue und das Fasten! All das wird eskamotiert und verschwindet in der Aussage, daß Gott uns liebt und mehr besagt der Aschermittwoch nicht! 
Überschrieben ist dieser Kleinsttraktat mit: "Zeichen müssen sein", aber wozu dies Aschekreuzzeichen? Es ist völlig überflüssig, denn es wäre sinnvoller, daß der Pfarrer verkündet: Gott liebt uns, auch wenn wir vergänglich sind, denn dies Zeichen ist so uneindeutig, daß wohl kaum wer es als Symbol für die Liebe Gottes zu uns sterblichen Menschen deuten wird. Asche steht doch eher für Verbranntes und somit eher für den Tod einer Liebe, als das Feuer der Liebe, das nun ausgebrannt, nur noch Asche ist. 
Im Katholischen Gesangbuch von 1999 lesen wir noch unter der Überschrift(159) : "Aschermittwoch und die Fastensonntage": "Der gemeinsame Aufbruch zur österlichen Bußzeit erfolgt am Aschermittwoch. Nach altem Brauch verzichtet man an diesem Tag auf Fleischessen und begnügt sich mit einmaliger Sättigung. Seinen Namen hat der Tag von der Übung, daß sich alle in einem eigenen Gottesdienst Asche aufs Haupt streuen lassen zum Ausdruck ihrer Bereitschaft zu Buße und Umkehr." Fasten, Buße und Umkehr sind also die Begriffe, die den Aschermittwoch und die mit ihm beginnende Fastenzeit bestimmen. Nur: Warum?, bleibt hier völlig im Unklaren. "Nach altem Brauch" soll hier im Gesangbuch als Erklärung für diese Praxis genügen! Es ist halt Brauch so. Wenn etwas nur noch Brauchtum ist und die Gründe für diese Praxis nicht mehr benannt werden (können), dann ist es eben nur noch eine Frage der Zeit, bis das Brauchtum sich auflöst oder sinnentleert wird, wie im obigen Pfarrblatttext. Denn wenn das Zeichen der Asche nur dafür steht, daß Gott uns liebt, obgleich wir vergängliche Wesen sind, wozu bedarf es da einer Buße oder des Fastens? Gottes bedingungslose Liebe macht eben die Fastenzeit völlig überflüssig! 

Im vorkonziliaren Gesangbuch: Das vollständige Römische Meßbuch lesen wir unter der Rubrik: Aschermittwoch Folgendes: " Der Anfang der Fastenzeit ist durch die inhaltsreiche Zeremonie der Aschenbestreuung gekennzeichnet. Die Asche ist das Sinnbild der Vergänglichkeit alles Irdischen- auch des Menschenlebens - und der Buße für die Sündenschuld, die den Tod in die Welt gebracht hat." 

Als Erläuterung sei dann hier das "Oremus" der Messe zitiert:
"O Gott, Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern seine Buße; sieh in Gnaden herab auf die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur,und in Deiner Güte segne huldvoll diese Asche, die wir zum Zeichen unserer Armseligkeit und, um uns Verzeihung zu erwirken, auf unsere Häupter streuen lassen; nun da wir erkennen, daß wir Staub sind und zur Strafe für unsere Bosheit zum Staube zurückkehren werden, laß uns durch Dein Erbarmen Nachlaß aller Sünden erlangen und den Lohn, der den Büßenden verheißen ist."
Die Asche ist eine gesegnete Asche und als solche soll sie die göttliche Verzeihung, die Nachlassung unserer Sünden wirken! Es ist eben nicht nur ein Zeichen, an uns adressiert, sondern Gott ist der Adressat dieser Zeichenhandlung: Die gesegnete Asche bittet sozusagen Gott um die Verzeihung unserer Sünden. 
Wo der Pfarrblatttext einfach die Vergänglichkeit des Menschen als fraglose Realität, so ist es eben, voraussetzt, zeigt dieser vorkonziliare Text noch eindeutig den Zuammenhang von Sünde und Tod auf: Nur weil wir in Adam alle gesündigt haben, sind wir alle dem Todesschicksal als Gottes Strafe über uns unterworfen!  Es ist mitnchten die Natur des Menschen, zu Staub zu werden, sondern sein Strafschicksal. 
Im nachkonziliaren Gesangbuch ersetzt der Begriff des Brauchtumes diesen komplexe Lehre vom Zusammenhang von der Sünde und dem Tode und der Notwendigkeit der Buße. In der realen Praxis wird dann dieser Brauch seines Gehaltes völlig entleert: jetzt ist es nur noch ein überflüssiges Zeichen für Gottes Allliebe, daß Gott uns halt alle lieb hat. 
In vorkonziliaren Zeiten bewirkten Zeichen noch etwas, und darum waren sie für die Gläubigen auch nützlich und wurden genutzt. Jetzt aber dienen sie nur noch der Erinnerung an etwas, daß Gott uns alle liebt, das völlig unabhängig vom Zeichen wirklich ist
So kann man in Parallelität dazu regelmäßig in Gottesdiensten hören, daß das beim Ein- und Ausgehen aus der Kirche genommene Weihwasser nur die Funktion habe, uns an unser Getauftsein zu erinnern! Es wirkt nichts- wozu wird dann das Wasser überhaupt geweiht? Und frägt man dann, skeptisch geworden, nach der Bedeutung der Taufe, so erfährt man, daß die Taufe uns daran erinnern soll, daß Gott mich bzw. uns liebt. Auch sie bewirkt eben nichts und dient nur dem Er inneren an etwas, was völlig unabhängig von der Zeichenhandlung schon Realität ist!
Der Gottesdienst dient so nur der Erinnerung an Wirklichkeiten und Realitäten, die völlig unabhängig von ihm wahr sind: Alles soll nur noch uns daran erinnern, daß Gott jeden von uns liebt- das ist alles, das besagt Weihnachten, wie die Fastenzeit und Ostern und alle Sakramente. Diese Vergleichgültigung destruiert den Gottesdienst, sodaß es kein Wunder ist, daß statt über 50 % der Katholiken in den 50er Jahren jetzt nur noch knapp 10% der Katholiken zur Messe gehen in Folge dieser Vergleigültigung!      
     

Donnerstag, 11. Februar 2016

Die Regierung: Wir wählen uns ein neues Volk! Der Kampf gegen Gottes Ordnungen

"Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
Quelle: nach dem Gedicht: Die Lösung. In: Buckower Elegien, 1953. In: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Dritter Band: Gedichte 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1997. S. 404


Brecht unterbreitete diesen konstruktiven Vorschlag nach dem 17. Juni der DDR- Führung. Wenn die Regierung mit ihrem Volk unzufrieden sei, könne es das doch auflösen und durch ein ihm genehmeres ersetzen. Bei der heutigen Bundeskanzlerin scheint dieser Dichterratschag auf fruchtbarem Boden gefallen zu sein: durch massenhaften Import von Migranten sich ein neues (Wahl)Volk zu kreieren, wenn das alte deutsche der Regierung nicht mehr gefällt. Ja, was Demokratie ist, da müssen wir eben umlernen. Der Souverän ist die Regierung, die, wenn es ihr gefällt, ihr Volk eintauschen kann gegen ein besseres. Da sage noch wer, Dichter wären weltfremde Phantasten, angesichts so viel realpolitischer Klugheit.
Katholisch de  meldet dazu passend die Gründung der Allianz für "Weltoffenheit", einer Vereinigung
zur propagandistischen Unterstützung dieser Politik der Bundeskanzlerin am 11.2 2016:
"Der Allianz gehören zehn Organisationen und Verbände an: Neben den beiden großen Kirchen, dem Zentralrat der Juden und dem Koordinationsrat der Muslime sind das der Gewerkschaftsbund, der Bund deutscher Arbeitgeber, die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, der Deutsche Kulturrat, der Olympische Sportbund und der Naturschutzring."
Daß neben der Ordnung von Ehe und Familie die des Volkes zu den Schöpfungsordnungen Gottes gehören, wissen offenkundig weder die Vertreter der Katholischen Kirche noch die Protestanten, die dieser Allianz beigetreten sind: Das Konstrukt einer multethnischen Gesellschaft, in die das deutsche Volk umgewandelt werden soll, ist nämlich genauso widernatürlich, gegen die Schöpfungsordnung Gottes gerichtet, wie Homoehen. Aber der Zeitgeist liebt das Widernatürliche als Rebellion gegen göttliche Schöpfungsordnungen, und dem folgen hier mal wieder die Kirchen in ökumenischer Eintracht.
Anbei: Gehört es zu den Lieblingspolemiken gegen die Russisch-Orthodoxe Kirche, ihr zu große Nähe und gar Unterwürfigkeit gar dem Russischen Staat und dem Staatsmann Putin im besonderen vorzuwerfen, so degradieren sich hier die Katholische Kirche und die Anderen zu bloßen Wahlkampfhelfern für eine Regierungspolitik, die zu recht vom Volk nicht gutgeheißen werden kann, soll es doch aufgelöst und durch Multikulti ersetzt werden! 
Daß der Koordinationsrat der Muslime Merkels Politik unterstützt, ist wahrlich verständlich, wächst sein Einfluß und seine Macht doch erheblich durch die Einwanderung der überwiegend islamischen Flüchtlinge. Daß die Wohlffahrtspflege begeistert ist von dieser Politik, ergibt sich aus dem vielen Geld, das ihnen zuströmt aus den Staatskassen zur Betreuung der Asylanten. Daß Arbeitgeber an billige Arbeitskräfte  denken, wenn sie Asylanten hören, versteht sich von selbst- aber warum der Zentralrat der Juden ein Freund der Islamisisierung Deutschlands ist, das ist unbegreiflich und warum Gewerkschaften Niedriglöhner toll finden, die dann Deutsche aus dem Arbeitsleben drängen werden im Niedriglohnsektor, ist noch unbegreiflicher! Aber die Spitze des Irrsinns bilden die christlichen Kirchen: den Islam nach Deutschland zu importieren, heißt doch, dem Christentum hier das Grab zu schaufeln! (Siehe Türkei)!                   

Katholiken außer Kurs! Oder wo das Lehramt fehlt!

Einst übergab Jesus Christus als der Herr seiner Kirche die Amtsleitung oder auch Geschäftsführung der Kirche Petrus und damit institutionalisierte er auch das Amt des einen Hirten, der die Herde weiten, leiten und regieren soll: das Papstamt. Warum, so frägt sich mancher Liebhaber der demokratischen Regierungsform proklamierte der "Bruder Jesus aus Nazareth" nicht: "Euch ist der Hl. Geist gegeben, jedem von Euch und so könnt ihr Euch jetzt selbst regieren? Wahrscheinlich, weil dieser Jesus nun doch zu sehr ein Kind seiner Zeit war, der eben die Idee der Demokratie zu fern lag,auch wenn diese die griechische Philosophie schon kannte, etwa Aristoteles. Aber diesen kleinen jesuaischen Fehler kann man ja korrigieren, auch und besonders mit dem Hinweis auf das nicht mehr zeitgemäße Menschenbild Jesu! Der Mensch ist eben kein Wesen, dessen größtes Unglück darin bestünde, ohne Hirten leben zu müssen. Angesichts der Geschichte der Machtmißbräuche des Hirtenamtes nicht nur in der Politik empfiehlt sich die Idee der demokratischen Kontrolle aller Leitungsämter und der moderne Mensch versteht sich als sebstsändiger und autonomer, der sich so selbst zu regieren weiß. 
Als nun die Katholische Kirche die ihr von ihrem Herrn selbst gegebene Ordnung des Hirtenamtes, des Papstamtes dogmatisierte,um hier zu klären, was die verbindliche Lehre der Kirche in diesem Punkte sage im 1. Vaticanum, da stieß das nicht bei allen auf Gegenliebe. Dies war die Stunde der Trotzkopfschafe, die eingedenk der Tradition der Rotte Korach nun in den Widerstand gingen, um ihre eigene Kirche ohne das Papstamt zu gründen: Die Altkatholische Kirche entstand: Sie trennte sich so in erster Linie von dem Stellvertreter Christi auf Erden und somit auch von ihrem Herrn. Der Leib wollte ohne Kopf weiterleben.  
Wer nun einen Blick auf die Internetseite der "Altkatholischen Kirche" in Deutschland wirft, kann auf einem Blick sehen, wohin diese kopflose Reise ging. Ja zur Frauenordination, Ja zu Priesterin, Ja zur Segnung von homosexuellen Paaren, der Zölibat wird zur Gleichgültigkeit für die Priester erkärt, Ja zur Möglichkeit einer Zweitehe, auch wenn die erste eine sakramental gültig geschlossene war, Ja zur Zulassung von eigentlich allen, die wollen, zur Kommunion, die faktische Abschaffung des Sakramentes der Beichte und worauf die Altkatholiken besonders stolz zu sein scheinen: die Heiligen sind ihnen nur noch moralische Vorbilder und die katholische Marienfrömmigkeit wird so abgelehnt. Man liebt stattdessen die demokratische Verfaßeit dieser "Kirche". Diese "Kirche", in ihr weht halt nur noch ein Geist, der Zeitgeist.
Die Irrwege dieser "Altkatholiken" sind wohl die augenfälligsten Beweise für die Wahrheit der Katholischen Lehre über das Papstamt, denn diese Irrwege zeigen, wohin sich eine religiöse Gemeinschaft hinentwickelt, wenn sie sich von ihrem Herrn und der von ihm gesetzten Ordnung  emanzipiert und in die Hände von Menschen fällt.    

Zusatz: Eigentlich müßten die Altkatholiken das Paradies auf Erden für alle "Katholischen Reformer" sein. Warum strömen sie nicht dahin, wo all ihr Wünschen und Sehnen so vollständig erfüllt ist und lassen die Katholische Kirche Katholische Kirche sein?                  

Mittwoch, 10. Februar 2016

Eine traurige Nachricht für alle Gumenschen

"Polizei: Tatmotiv sei vermutlich im Zusammenhang mit Konflikten zwischen regionalen Sicherheitsfirmen zu sehen - Vier Verdächtige mit «überwiegend mit osteuropäischem Migrationshintergrund» wurden vorläufig festgenommen." (Kath net vom 10.2. 2016: Handgranatenanschlag war nicht fremdenfeindlich) So wunderbar wäre es doch gewesen: Rechte schmeißen Handgranate auf ein Asylheim und hatte nicht die AfD-Parteivorsitzende den Schiebefehl gegen Flüchtlinge gefordert!  
Da war die Welt noch in Ordnung. So tönte es in der FAZ am 29. 1. 2016:

"Politiker aus der Bundes- und Landespolitik haben sich nach einem Handgranaten-Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen bestürzt gezeigt. „Also das ist wirklich unfassbar, dass jetzt schon mit Handgranaten – quasi mit militärischen Waffen – auf Asylsuchende losgegangen wird“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag in Stuttgart. „Wir müssen einfach alles dafür tun, dass wir Extremismus [...], der die rote Linie überschreitet und zu Gewalt übergeht, dass wir den gesellschaftlich radikal ächten.“
CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf nannte die Attacke einen „Anschlag gegen die Menschlichkeit.“ Die Tat müsse mit der ganzen Härte des Rechtsstaates verfolgt und bestraft werden. „Die Täter dürfen nicht ungestraft davon kommen“, twitterte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) unter dem Hashtag #Handgranate. Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter spricht von einer „neuen, erschreckenden Kategorie des Hasses, die ein schrillendes Alarmsignal sein muss.“ Der Kampf gegen rechten Terror müsse von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Chefsache gemacht werden."

Und jetzt, wo die Täter gefaßt sind: Osteuropäer mit Migrationshintergrund? Jetzt ist das kein Angriff gegen die Menschlichkeit mehr, sondern eben ein Konflikt zwischen rivalisierenden Sicherheitsfirmen. Gutmenschen wissen halt immer- ohne jede Untersuchung und Prüfung des Falles, wer der Täter war: Es war eben nicht der Gärtner sondern immer ein Rechter. Und so riefen unsere politisch korrekten Parteien auch unisono zum Kampf gegen Rechts auf!  Ja, die Bundeskanzlerin soll diesen Kampf gar zu ihrer Chefsache machen! So schön wäre die Welt für unsere Gutmenschen, wenn sich doch nur die Tatsachen nach ihren ideologischen Vorgaben hielten. Was nun tun gegen falsche Tatsachen? Könnte man sie nicht einfach zum Verschwinden bringen, um weiter von Rechten als Tätern sprechen zu können?
Was noch gravierender ist: Warum ist eine auf ein Asylheim geworfene Handgranate nur dann ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn ein Rechter sie warf, wenn es aber Täter mit Migrationshintergrund sind, nicht mehr?           
 

Dienstag, 9. Februar 2016

Das Ende der Moraltheologie -die autonome Moral

"In der römisch-katholischen Kirche wird seit einigen Jahrzehnten das Märchen von Hase und Igel gespielt: Wer das Evangelium von dem Gott, der Menschen zu ihrer Freiheit ermutigt, auf konkrete Fragen bezieht, rennt in die stacheligen Arme des Amtsigels, der im geschliffenen Pastoraljargon verkündet: „Gut gerannt, aber das ist Anpassung an den Zeitgeist!“ – „Diktatur des Relativismus“ und „Wider die göttliche Schöpfungsordnung“ sind synonyme Schlagworte, was nur zeigt, dass immer noch nicht erlernt ist, was Freiheit meint: sich selbst ein Gesetz zu sein und nicht auf etwas Vorgeordnetes schielen zu dürfen. Aber auch nicht zu müssen. Das darf gelebt werden, was andere Menschen nicht zum Mittel eigener Bedürfnisse degradiert.
Eine solche Freiheit ist anspruchsvoll, sich selbst und anderen gegenüber. Und sie ist kritisch gegenüber dekretierenden Normvorstellungen, die zudem ihre Herkunft aus patriarchalen Sozialstrukturen, die nicht mehr die einer modernen Gesellschaft sind, kaum übersehen lassen."So tönt der Modernist Magnus Striet in: Christ&Welt 50/2014 unter der Überschrift: "Bischof, tu was!" Die Hauptthese ist klar: Alles darf gelebt werden, daß den anderen Menschen "nicht zum Mittel eigener Bedürfnisse degradiert". Das ist und kann nur noch der einzige Gehalt einer zeitgemäßen Morallehre sein. "Dekretierte Normvorstellungen", zumal wenn sie "aus patriarchalen Sozialstrukturen" entstammen, sind so als mit der Autonomie des Menschen nicht vereinbar abzulehnen. Damit ist faktisch die gesamte kirchliche Morallehre gemeint. Ganz aktuell will der Fundamentaltheologe in diesem  Essay die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe aushebeln, indem er sie als eine zeitbedingt entstandende und heuer so keine normative Bedeutung mehr haben könnende entlarvt. Das kennen wir zur Genüge: Weil etwas in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort gelehrt worden ist, ist es zeit- und ortsbedingt und hat deshalb für eine andere Zeit und einem anderen Ort keine normative Bedeutung mehr. Denn alles ändere sich im Laufe der Zeiten und von Ort zu Ort. 
Aber wie verhält sich denn dazu die Norm, daß der Mitmensch nicht zum Mittel der Befriedigung eigener Mittel degradiert werden darf ? Ist das denn nicht auch eine im Geiste Kants dekretierte Norm und so zeitgeistbedingt im aufklärerischen Humanismus? Wo Menschen Macht über andere haben, degradieren sie oft ihre ihnen Untergebenen zu Mitteln ihrer Bedürfnisbefriedigung. Was ist denn sonst eine Servicekraft, altmodisch ein Diener anderes als ein zum Zwecke der Bedürfinsbefriedigung angestellter Mitmensch. Die Arbeitskraft wird dafür entlohnt  und weil sie den Lohn für den eigenen Lebensunterhalt bedarf, nimmt sie so eine Erwerbstätigkeit an, in der sie für die Bedürfnisse eines anderen arbeitet, nicht für die eigenen, um den Lohn zu erhalten. Man kann deshalb mutmaßen, daß dieser kantsche Imperativ:" Behandle nie einen Mitmenschen nur als Mittel zu deiner Bedürnisbefriedigung" im Anfang der Zeit entstand, als das Lohnarbeitsverhältnis zur Regelform des Arbeitslebens wurde und sollte einen humanen Umgang mit den Angestellten so einfordern.  Aber im Prinzip ist jedes Angestelltenlohnverhältnis eines, in dem eine Arbeitskraft eingestellt wird, um für die Bedürfnisse des Arbeitgebers zu arbeiten. Worin soll dann das bestehen, was ein so geartetes Lohnarbeitsverhältnis nicht zu einer Degradierung des  Mitmenschen zur bloßen Arbeitskraft im Dienste der Bedürfnisbefriedigung des Anstellers werden läßt? Der bloße Arbeitsvertrag, der dem Mitmenschen, der seine Arbeitskraft verkauft, dafür einen Preis, den Lohn gewährt? Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, als wenn diese "Freiheitsmoral" geradezu das voraussetzt als Lebenspraxis, was sie eigentlich verneinen möchte. Der "Arbeitsvertrag" zwischen dem Freier und der Prostituierten macht dieses nur überdeutlich klar: Sie verkauft ihren Körper, damit der Mann seine erotisch-sexuellen Bedürfnisse mit ihm befriedigt und sie erhält dafür ihr Honorar, ihren Lohn. (Dieser Vertrag gilt nun vom Gesetzgeber gesehen nicht mehr als sittenwidrig, sodaß die Prostituierte ihren Lohn gerichtlich einklagen kann, wenn der Kunde nicht bezahlen will). An diesem Extremarbeitsvertrag wird aber doch nur überdeutlich, was in jedem Arbeitsvertrag enthalten ist: das Versprechen, für jemand anders zu arbeiten für dessen Bedürfnisse, um einen Lohn zu erhalten! So reduziert sich dieses Moralgebot auf die Banalität, daß der Arbeitgeber in seinem Angestellten nicht nur die für ihn arbeitende Arbeitskraft sehen soll, sondern auch den menschlich zu behandelnden Mitmenschen. Ob des faktischen Primates der Ökonomie im Arbeitsleben überwiegt dann aber doch die Reduktion der Wahrnehmung der Angestellten auf nützliche oder weniger nützliche Arbeitskräfte, die je nach Knjunktur ein- oder ausgestellt werden. Und das soll nun die traditionelle Morallehre der Kirche ersetzen: die Hypostasierung des Arbeitsvertrages zu dem Modell autonomer Moral!   
Was diesem Moralverständnis völlig fehlt ist das Begreifen des Wesentlichen der christlichen Morallehre!  Jede religiöse und somit auch die christliche Morallehre ist eine Antwort auf die in Psalm 15 aufgeworfene Frage: "Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelte, wer darf weilen auf deinem heiligen Berge?" (15,1). Die Antwort auf diese Frage ist niemals weltimmanent konstruierbar, sondern muß von Gott selbst gegeben werden, denn er nur allein setzt die Bedingungen, wie ein Mensch sein muß, damit er Gott wohlgefällig ist. Gott als Freiheit ist dabei selbst an keine Vorgaben gebunden, wie Wilhelm Ockham es so tiefsinnig im Durchdenken des Begriffes der göttlichen Freiheit erfaßt hat, und darum kann eine autonome menschliche Moral keine Antwort auf diese Psalmfrage sein, die den Grundstein jeder religiösen Moral bildet. Sie muß so immer theonom sein!   

Der antichristliche Charakter dieser Autonomiemoral zeigt sich ja schon überdeutlich im despektierlichen Tonfall des Begriffes der Schöpfungsordnung. Daß Gott der Schöpfer und der Herr seiner Schöpfung ist, zeigen ja gerade die von Gott dem von ihm Geschaffenen eingeschriebenen Schöpfungsordnungen. Das sind die göttlichen Ideen der Strukturiertheit seines Gesamtschöpfungswerkes. Ordnungen im Geschaffenen zu erkennen,heißt den göttlichen Plan, die göttliche Idee der Ordnung in ihnen wiederzuerkennen. Nur zu beachten ist, daß die göttlichen Ideen der Ordnungen für das Kreatürliche selbst freie Setzungen Gottes sind. Aber Gott schrieb der Welt diese Ordnungen ein, damit der Mensch sie in diesem ersten Lesebuch Gottes, die Welt erkenne und gemäß ihnen lebe.   

Corollarium 1
Das Ideal der autonomen Moral ist es, daß jeder zwischen Parteien geschlossene Vertrag gültig ist, völlig unabhängig vom Gehalt, wenn er nur von allen Vertragspateien freiwillig geschlossen wird. Den sittenwidrigen Vertrag darf es dann nicht mehr geben, weil dieser Begriff auf eine dekretiere Moralvorstellung basiert. Zur Veranschaulichung: so wäre ein Mitvertrag dann nicht mehr sittenwidrig, wenn der Vermieter als Miete sexuelle  Dienste des Mieters verlangte.                          

Montag, 8. Februar 2016

Die Modernisten und das Gebet- z.B. der Fundamentaltheologe Magnus Striet


"Viele Gläubige leben in zwei Welten. Sie setzen im Krankheitsfall auf eine Hochleistungsmedizin und sollen im nächsten Moment an einen Gott glauben, der auf die Fürsprache eines Verstorbenen hin eine Parkinsonpatientin, nachdem diese inständig darum flehte, von ihrem Leid geheilt hat.", erklärte der Fundamentaltheologe M. Striet.
(zitiert nach dem Internetblog: Onkel Thoms Blog Hütte: Prof. Striet und Mr.Hyde)Diese Aussage allein ist schon so konfus, daß sie deshalb wert ist, für die Nachwelt festghalten zu werden. Fangen wir langsam an. Viele Gläubige lebten in zwei Welten und dann kontarkariet er seine eigene Aussage durch die These, daß sie in der einen lebten und in der anderen leben sollten. Ergo: Sie leben nur in der, in der sie leben und es gibt zudem eine, in der sie (im Sinne traditionell katholischer Frömmigkeit leben sollten, aber faktisch nicht leben. Sie leben also nicht in zwei sondern nur in einer Welt. Implizite setzt dieser behaupteter Dualismus die Forderung, daß es den vielen Gläubigen nicht zumutbar ist, in zwei Welten zu leben, in der der modernen Medizin und in der der christlichen Religion, zu der der Glaube gehört,daß Gott um der Fürsprache Heiliger willen unsere Gebete erhört und daß deshalb die religiöse Welt mit ihrem Glauben an die Möglichkeit einer Gebetserhöhung um der Fürsprache eines Heiligen willen, zu beseitigen ist!  
Dieser Fundamentaltheologe ist offenkundig ein Fan des eindimensionalen Menschen, denn er traut ihm nicht die Kulturleistung zu, die jeder durchschnittlich Gebildete täglich vollbringt: in einem Multiversum zu leben!  In einem Multiversum zu leben, bedeutet einfach, daß die einstige organische Einheit des sozialen Gemeinschaftslebens aufgelöst ist in ein in einzelne Subsysteme aufgegliedertes  Gemeinwesen. Meine Berufswelt ist eben anders strukturiert als mein Familienleben und mein Leben als Staatsbürger. Nur allein diese Dreiteilung des Lebens in die Sphären der Familie, des Berufes und des Staatsbürgers löst die eine Lebenswelt auf in drei verschiedene, wobei es dann aber auch zu wechselseitgen Einflußnahmen kommt. Denke ich mir dann noch das Freizeitverhalten dazu, daß jetzt etwa Millionen von Menschen die neue Folge von Star Wars in Kinos sich anschauen und frage: In welcher Welt ist denn einer, der diesen Film sich anschaut?, dann muß die Antwort lauten, daß er, so lange er im Film ist, er in der Welt dieses Filmes existiert. Der Kunstgenuß besteht gerade in dem menschlichen Vermögen,im Akt des Kunstgenießens außer sich in den fiktiven Raum des Kunstwerkes sich hineinnehmen zu lassen und dann da zu leben. (Wunderbar reflektiert dieses in der Kunstwelt Sein im Akt des Kunstgenießens ja Woody Allens Film: Purple Rose of Kairo, in dem das Eingehen und Sichhineinziehenlassen in die fiktive Welt des Filmes entfaltet wird, wie auch der Versuch, die fiktive Welt in die Realwelt zu exportieren). 
Nein, der Kulturmensch lebt nie nur in einer Welt und so ist es ihm immer auch ein Problem, eine Einheit seiner vielen Lebenswelten zu denken. Warum soll nun der gläubige Christ die Kulturleistung, die jeder (post)moderne Mensch vollzieht, nicht realisieren können, eben in verschiedenen Welten zu leben!   
Nun wird es aber noch konfuser: Warum soll der christliche Glaube an die Fürbitte derHeiligen den moderner Technologie widersprechen? Wir kennen das Phänomen: Ein Fußballspieler wird eingewechselt, er bekreuzigt sich, bevor er das Spielfeld betritt und dann ist er aktiver Mitspieler seiner Mannschaft! Denken wir an einen professionellen Berufsfußballspieler. Er weiß, was er gelernt hat und was er kann auf dem Spielfeld. Er kennt sein Vermögen und seine Grenzen. Das Kreuzmachen ist hier ein kurzes Bittgebet: Mein Gott, steh mir bei (oder so ähnlich!). Es gibt keinen Grund zu meinen, daß professionelles Fußballspielen und das Bittgebet sich wechselseitig ausschließen. Gerade weil ein Professioneller sein Können und seine Grenzen kennt, ist das der Grund um das Gebet: Gott hilf mir und meiner Mannschaft! 
Jesus Christus selbst lehrte seinen Schülern das Beten. Warum lehrte er sie zu beten: und gib uns unser täglich Brot, als eine an Gott gerichtete Bitte, wenn doch seine Schüler erwidern könnten, daß das doch die Frauen daheim backen, sodaß es überflüssig sei, Gott um etwas zu bitten, was wir Menschen selbstständig produzieren können und auch so herstellen?  Offensichtlich sieht Jesus, wo der materialistische Blick nur ein rein weltimmanentes Hervorbringen und Produzieren sieht, Gottes Wirken. Jesus denkt sozusagen mehrdimensional. 
Zur Veranschaulichung: Man imaginiere sich eine zweidimensional unendlich große Fläche und den Glauben, daß es nur diese zweidimensinale Fläche gäbe, sodaß alles in dieser Fläche aus der Fläche heraus erklärt werden muß und nun füge man die Vorstellung  einer Hand dazu, die aus der dritten Dimension, aus dem Raum, in dem die Fläche ist, auf die Fläche einwirkt. Daß die Fläche zweidimensional ist, schließt nicht aus, daß aus der dritten Dimension heraus in die zweite eingewirkt wird.Das religiöse Auge sieht so mitten in der Welt Gottes Hand in die Welt hinenwirkend. Oder anders vorgestellt: Zwischen der Zahl 0 und der Zahl 1 sind unendlich viele Dezimalzahlen, etwa 0,1, 0,11 usw, aber Eindrittel ist eine Zahl, die auch zwischen 0 und 1 existiert, aber keine Dezimalzahl ist. Prof. Striet gleicht so einem Mathematiker, der nur Dezimalzahlen kennt und die Existenz von Eindrittel bestritt.  Denn man könnte Gottes Wirken in der Welt vergleichen- um der Veranschaulichung willen mit der Existenz der Bruchzahl Eindrittel in ihrem Verhältnis zu den Dezimalzahlen. Multiversale Existenz ist eben, mathematisch veranschaulicht, das Leben in verschiedenen Zahlenmengenuniversen. 
Noch schlichter und unreflektierter wird nun Striets Kritik an dem katholischen Glauben an die Fürsprache der Heiligen, auf die wir vertrauen, indem er hier grob vulgärmateriallistisch von "Verstorbenen" spricht im Sinne von: Die sind tot und Tote können halt nicht mehr beten, weil sie tot sind. So ist die Vorstellung einer Fürbitte eines Verstorbenen (Genitiv subjektivus) eine Absurdität in sich, wie etwa die Aussage eines schwarzen Schimmels oder einer eckigen Kugel. Die scheinbare Evidenz ergibt sich aus dem von dem Philosophen Epikur gelehrten Todesversändnis als dem der totalen Nichtung des Menschen, totsein heißt eben, nichts mehr sein, das hier unbegründet einfach übernommen wird. Nur, warum soll man Epikur folgen in der Lehre vom Tod und nicht Platon? Die Katholische Kirche hat hier immer Platons Seelenlehre den Vorzug gegeben, auch und gerade, weil diese den biblischen Aussagen über die Sheul als Ort der Toten wie auch den Aussagen des Neuen Testaments über das postmortale Geschick der Menschen gerechter wird als Epikur. 
Von den Heiligen lehrt die Kirche so, daß sie nach ihrem Erdenleben unsere Fürsprecher bei Gott sind. Gott hört auf sie und er erhört sie. So wie die Bibel uns Mose als den Fürsprecher vor Gott für sein gesündigt habendes Volk vor Augen stellt, so vertrauen wir Katholiken auf die Fürsprache der Heiligen und vor allem auf die Fürsprache der Mutter Gottes. Aber um das begreifen zu können, müßte man sich von der Ideologie der Französischen Revolution emanzipieren können, um zu erkennen, daß nicht alle Christen vor Gott ihm gleich heilig sind und daß so Gott die Gebete der Heiligen eher zu erhören bereit ist als die von uns sündigenden Christen! Wem das unbegreiflich ist, der mag sich doch fragen, ob es ihm gleichgültig ist, ob er Wein aus einem sauberen Weinglas oder einem verschmutzten und mit Lippenstift dekorierten Glas trinkt. Der antichristliche Charakter der Französischen Revolution mit seiner Gleichheitsparole sollte eigentlich für einen Professor der Theologie offenkundig sein!  
Aber es kommt noch ärger:                                
 "Pikanterweise handelt es sich um den Fall des jüngst seliggesprochenen Johannes Paul II., über den DER SPIEGEL am 29.3.2007 schrieb: »Die Nonne Marie-Simon-Pierre soll durch die Kraft des ehemaligen Papstes von der Parkinson-Krankheit geheilt worden sein.« "zitiert nach: Onkel Thoms Blog-Hütte 20.Juli 2015: Prof. Dr. Striet und Mr. Hyde?" Für jede Seligsprechung ist der Nachweis unbedingt nötig, daß der noch nicht selig Gesprochene um seine Fürbitte in einer bestimmten Causa angerufen worden ist, und daß dann das Gebet erhört worden ist, so daß eine wunderhafte Heilung nachgewiesen werden kann, also eine, die nicht weltimmanent erklärbar ist. Erst wenn dieser Fall vorliegt und das Wunder bewiesen werden konnte, kann jemand selig gesprochen werden. Im Falle des Papstes Johannes Paul II. war das der Fall der Heilung einer Nonne von der Parkinsonkrankheit.Nur Professor Striet weiß da eben besser Bescheid! Gott könne keine Wunder wirken auf die Fürbitte eines Verstorbenen hin! Woher er das so genau weiß, darüber gibt er uns keine Rechenschaft und so bleibt wohl nur die Vermutung, daß die Medizintechnik seiner Meinung nach ein Einwirken Gottes ausschließe! Wo Technik ist, ist Gott am Ende. Kann Gott überhaupt Wunder wirken, der Gott des Professors Striet?  Aber vielleicht finden wir in dieser Aussage Striets eine Antwort auf diese Frage:         
"Zugleich betonte Striet, er stimme ausdrücklich Bischof Voderholzers Aussage zu, die christliche Theologie habe «ihr Zentrum in dem Juden aus Nazareth», den der Glaube als den Sohn Gottes bekenne: «Andernfalls wird die Theologie zur Religionsphilosophie oder aber auch zur Religions- beziehungsweise Kulturwissenschaft." (kna) zitiert nach kath ch vom 7.2. 2016.
Könnte das so verstanden werden, daß das Zentrum der christlichen Religion der Jude aus Nazareth ist, ein bloßer Mensch, den dann der Glaube zum Sohn Gottes aufsteigen ließ, daß aber der Jude Jesus gar keine Wunder wirken kann, sondern nur der dann zum Sohn Gottes aufgestiegene Jesus von Nazareth? Dann wären, wie wir es als Selbstverständlichkeit aus Exegetenmunde hören, alle Wunder Jesu nachösterliche Phantasiestücke urchristlicher Gemeindebildung. Wenn schon Jesus realiter keine Wunder vollbrachte, wie sollte dann auf die Fürbitte eines Verstorbenen hin Wunder sich ereignen können? 
Nein, die Lebens- und Denkwelt dieses Fudamentaltheologen besticht einfach durch ihre naive Eindimensionalität, die jedes theologische Denken verunmöglicht!  Aber der (post)moderne Christ lebt eben in einem Multiversum!   

Corollarium 1
Schon das Vermögen, nicht nur in indikativischen sondern auch in konjunktivischen und optativischen Aussagesäzen denken zu können, läßt uns ein dreidimensioneles Weltleben entsehen: man lebt auch in der Welt des: Was wäre, wenn...(die Welt der Konjunktive)  und der: möge es doch so sein (die Welt der Optative). Das eindmensinale Denken generiert sich auch aus der bloßen Mißachtung des Reichtumes der Sprache, in der wir denken und leben, dem Vergessen des Konjunktives und des Optatives !