Freitag, 16. Dezember 2016

Warum es Kriege gibt? Woran ein Gutmensch scheitern muß!

Auf die Frage, warum es Kriege gibt, weiß der Abt Notker Wolf in seinem Adventsvideo: "Der Schrecken ist nicht das Ende" (Katholisch de)keine Antwort. Implizit gibt er eine mit der Frage, warum es Menschen so viel Freude mache, sich gegenseitig umzubringen und dem Appell, keine Waffen zu verkaufen. 
Warum kann dieser Abt keine Antwort auf die Frage des Grundes für Kriege geben? Krieg ist etwas aus dem Vorstellungsraum der Politik. Will man das Phänomen des Krieges begreifen, müßte analysiert werden, was der Krieg in der Politik für eine Rolle spielt, (so wie man frägt,um eine "Rote Karte" zu verstehen: Wann gibt der Schiedsrichter wofür im Fußballspiel diese Karte? Wer nichts vom System des Fußballspieles kennt, kann natürlich auch nicht die "Rote Karte" begreifen und wer nur Fußballspiele sich anschaut, in denen eine Rote Karte gegeben wurde, kann nicht erkennen, ob sie regulär oder vielleicht irregulär gezeigt worden ist. )
Aber um eine solche Analysen bemüht sich ein Katholischer Abt natürlich nicht. Das ist ihm zu unfromm. Stattdessen rekurriert auf die Lust der Menschen am Töten von Menschen. Soll man ernsthaft glauben, daß etwa der 1. oder 2. Weltkrieg sich ereigneten, weil die daran Beteiligten so viel Freude am Menschentöten hatten? Damit würde unmittelbar von dem zum Bösen tendierenden Herzen des Menschen auf den Krieg geschlossen. Das ist aber ein Fehler. Politik und das eine Mittel der Politik, der Krieg sind viel zu  sehr von der Natur des Menschen "entfernte" kulturelle Komplexe, als daß sie unmittelbar aus der Natur des Menschen deduzierbar sind. 
So ein einfaches Spiel Fußball mit seinem Regelsystem ist schon nicht mehr aus der Natur des Menschen deduzierbar, wie viel weniger dann das Phänomen des Krieges als ein Mittel der Politik! 
Noch unsinniger ist aber die Meinung, daß Kriegswaffen die Ursachen von Kriegen sind! Nein, Sodaten führen mit und durch Waffen Kriege aber der Grund dafür ist eine politische Entscheidung für den Krieg, und die wiederum ist nicht einfach deduzierbar aus der menschlichen Natur.
Oder frug der Abt implizit danach, wie es in einer von Gott geschaffenen und regiert werdenden Welt Kriege geben könne? Darauf lautete die theologische Antwort: weil Gott den Menschen als freies Wesen erschuf und auch gewollt hat. Könnte der Mensch seine Freiheit nicht auch zum Bösen mißbrauchen, wäre er kein freies Wesen! Nun ist die menschliche Freiheit kein hinreichender Erkläungsgrund für das Phänomen des Krieges, aber gäbe es keine Freiheit zum Nichtguten, könnte es keine Kriege geben, sofern ein Krieg immer auch etwas Nichtgutes ist. 

Merksatz: Leider ist so eine Weltfremdheit, wie sie in diesem Video sich manifestiert, ein Signum der postkonziliaren Theologie; sie wollte sich der Welt annähern, bei ihr ankommen, schuf sich aber nur potemkische Wunschtraumwelten und kam und kommt nie im realen Leben an!  
Ein belustigendes Beispiel: So heißt es in Gaudium et spes: "Freude [...]  von Menschen von heute[...]sind auch Freude[...]der Jünger Christi".   (DH 4301). Was ein Weltmensch unter einem Freudenhaus und einem Freudenmädchen versteht, weiß jeder, aber das sind Freuden, an denen ein Christ keinen Anteil nehmen darf. Daß solche Freuden aber die typischen Weltfreuden sind, das weiß das 2.Vaticanum in seiner Weltverklärung eben nicht mehr!  Und weil man die Welt so verklärt, daß man eben nichts mehr von den Bordellfreuden weiß, führt auch dazu, daß das Negative in der Welt nicht mehr begriffen werden kann. Die Welt wird zum Unerklärlichen, weil sie dem Bilde der guten Welt nicht entspricht. Und wo es nicht mehr böse Menschen gibt, sondern nur zum Guten zu schwache, da wird dann alles Weltgeschehen zu einer Ansammlung von Unerklärbarem! 

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Die Milieu-Weihnachtskrippe- Agitprop in der Kirche

"Im Ohr hat er noch die Worte von Kardinal Rainer Maria Woelki beim Fronleichnamsgottesdienst: "Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken", sagte der Kölner Erzbischof in seiner Predigt. Christus selber habe mitten unter den Flüchtenden in dem Boot gesessen. "Wenn Christus mit im Boot sitzt", so Marx, "dann kann er auch in dem Boot geboren werden." (Katholisch de vom 15.12. 2016)Herr B. Marx ist zuständig für den Krippenaufbau in St. Maria in Lyskirchen, der nun die neue Asylantentheologie des Merkel-Hofpredigers aufnehmend eine Bootsayslantenkrippe aufbaute. 
Große, neue Einsichten vermittelt uns diese Asylantenbootskrippe:
 A) Auch Jesus war ein Asylant, der aus der Armut seiner Himmelsexistenz auf die Erde floh, um hier menschenwürdig zu leben. Illegal reiste er ein per Schlepperorganisation (wohl der Heilige Geist), um hier auf eine Willkommenskultur zu hoffen, die aber leider erst 2000 Jahre später die Bundeskanzlerin Merkel erfand! Auch er wurde, wie die Asylanten in der (himmlischen)Heimat verfolgt und diskriminiert, sodaß er fliehen mußte. 
B) Sollte aber die Krippe auf die elterliche Reise zwecks Steuerzahlung bezogen werden, dann sind seine Eltern nicht mit ihrem Kinde geflohen, sondern reisten, um ihren staatsbürgerlichen Pflichten nachzukommen. Von Diskrimnienierug und Flucht kann da keine Rede sein! Zudem ist kein Fall bekannt, in dem Jesus Christus das geltende Staatsrecht mißachtet hätte. Er ist eben nicht illegal eingereist. 
C)Zudem ist der Sohn Gottes Mensch geworden zum Heile der Menschen, wohingegen man schwerlich behaupten kann, daß Asylanten hierher kommen, um uns Deutsche zu bereichern- sie wollen nur von uns freie Kost und Unterkunft und noch viel mehr...   
D) Wir lernen daraus, daß inbesondere in Köln unter dem Gutmensch-Bischof- Woelki nichts unterlassen wird, um die Niebelungentreue der Kirche zu ihrer Kanzlerin Merkel symbolkräftig zum Ausdruck zu bringen. Auch das Hochfest der Geburt des Heilandes ist für die Kirche zu Köln nur ein Anlaß, kräftig Wahlkampf für die Bundeskanzlerin zu betreiben. Ob die Kanzlerin es ihrem Hofprediger Woelki danken wird?  
Agitation und Propaganda: die Leidenschaften der politisch korrekten Kirche, der auch die Weihnachtskrippe zum Opfer fällt.Hauptsache, die Kirche steht auf Seiten der Mächtigen wider alle Populisten!   

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Rot-Rot-Grün und die Liebe zum Islam


"Auch tritt die rot-rot-grüne Regierung für religiöse Vielfalt ein: „Die Koalition wird die Verankerung der islamischen Feiertage und religiösen Feste im Bewusstsein der Stadt und die Verstärkung in der öffentlichen Wahrnehmung vorantreiben.“ Kath net vom 14.12.2016. Wer nun von so einer Linksregierung in Berlin in ihrem Regierungsprogramm Religionskritisches erwartet hätte, sieht sich getäuscht. Nein, im Bewußtsein der Berliner Bevölkerung soll Religion gestärkt werden durch Feier- und Festtage. Verankert werden soll die Religion- aber halt, welche denn? Natürlich nicht die christliche- sondern die islamische! 
9 von 10 Senatoren verzichteten zwar auf die Formulierung: "So wahr mir Gott helfe" bei ihrem abgelegten Amtseid, aber wenn es um die Verankerung des Islam in der Stadt Berlin geht, da will die Rot-Rot-Grüne Regierung sich engagieren!  Irritiert könnte nun gefragt werden, was denn so die Lieblingsprojekte Linker mit der Religion des Islam gemeinsam haben. Von der Genderideologie bis zu Multikulti- was hat damit der Islam im Sinne? Eigentlich nichts! Wo er an der Macht ist, strebt er nach einem Höchstmaß an Homogenität. 
Gemeinsame positve Ziele zwischen den Berlin jetzt regierenden Linksparteien und dem Islam sind, auch wenn man ein gutes Mikroskop ansetzt, nicht auffindbar. Was verbindet sie dann? Wenn nicht positive Ziele, dann wohl negative! Ja, das wird wohl des Pudels Kern sein: Antichristlich sind eben die Linken wie die Religion des Islam- und nichts verbindet doch so herzinnigst wie eine gemeinsame Feindschaft. War die SED doch bis 1989 in Ostberlin regierend schon recht erfolgreich im Kampf gegen die christliche Religion- wo sonst gelang so erfolgreich die Säkularisierung- so kann man nun den Kampf eben prolongieren, nicht mehr im Namen des Sozialismus sondern jetzt unter der Parole von: Multikulti!  
Das Nein zum Eigenen und die Verklärung des Fremden gehört wohl zum Herzstück der politisch Linken in der Zeit der Postmoderne.   

Dienstag, 13. Dezember 2016

Eine Neuentdeckung: der Respekt vor dem Islam

Eine neue Erkenntnis faßt Fuß in der Kirche, die Idee des Respektes vor dem Islam. Einst unterschied
die Theologie zwischen der wahren und den unwahren Religionen, reflektierte dabei über das Verhältnis von der wahren und den unwahren Religionen im Wissen darum, daß nur in durch die wahre Religion der Mensch sein Heil finden könne.
Aber das gehört der Vergangenheit an. Zuerst wurde diese Erkenntnis in Frage gestellt durch die Anfrage, wie denn dann Menschen eine Heilsmöglichkeit gehabt hätten, die vor Jesu Geburt gelebt hatten und nicht Juden waren. Urteilte Paulus noch im Römerbrief, daß auch die Heiden unentschuldbare Sünder vor Gott seien und immer auch gewesen seien, wird nun geurteilt, daß Gott, solange es die christliche Religion noch nicht gegeben habe, Menschen auch durch heidnische Religionen zum Heil hat führen können und Gott tat es auch. Warum ist Gott dann überhaupt noch Mensch geworden, wenn der Mensch schon hinreichend durch die heidnischen Religionen sein Heil hätte finden können, kann dann nur noch respondiert werden mit der These, daß eben durch die wahre Religion das Heil leichter zu erlangen sei als durch die heidnischen. 
Aber wenn die heidnischen schon ausreichen, ist dann wirklich noch eine Mission für das Heil der Menschen von Nöten? Die Kirche gibt darauf gegenwärtig eine klare Antwort: Sie stellt die Mission ein und ersetzt sie durch ihr diakonisches Wirken. 
Aber wie soll denn sich nun das Verhältnis der christlichen Religion zu den anderen Religionen gestalten? Dialog statt Mission ist die postkonziliare Maxime der Kirche. 
Nur, auch das wird jetzt schon von Sensiblen und Freunden der Ideale von Multikulti als ein Zuviel empfunden. Man dürfe dem Nichtchristen erst gar nicht mit der christlichen Religion kommen! Der Respekt vor der anderen Religion verlange eben von uns Christen, daß wir den Andersgläubigen gegenüber unseen Glauben verbergen und verschweigen! Konkret: In christlichen Kindergärten feiern wir nicht mehr die christlichen Feste, wir legen das Kreuz ab, sprechen wir mit Muslimen, ja selbst Krippen stellen wir zu Weihnachten nicht mehr auf, um Muslime nicht zu stören!  Kath info berichtet von einem solchen Fall am 12.12. 2016:  "Krippe soll aus "Respekt für Muslime" weichen. 
Also der Respekt vor anderen Religionen verlangt jetzt sogar schon das Verbergen des eigenen Glaubens! Selbstverständlich setzt diese Respektspraxis voraus, daß Gott alle Religionen gleich-gültig sind, daß es auch so für den Menschen gleichgültig ist, ob und welche Religion er wie praktiziert!
Nur Unverbesserliche bezeugen noch ihren Glauben in der Intention, andere von der Wahrheit der Religion zu überzeugen, ja Tolerante undRespektvolle verschweigen gleich ihre Religion, um den Andersgläubigen nicht mit der Eigenreligion zu belästigen! Religion ist das, worüber man öffentlich nicht redet und was man in der Öffentlichkeit nicht praktiziert, aus Respekt vor den Anderen!
Damit stehen wir vor einem der wesentlichen Momente der Neuen Weltordnung, in der alle Religionen aufgelöst  oder zu einer neuen Einheitseligion verschmolzen werden sollen.


 

Montag, 12. Dezember 2016

So liquidiert ein Altabt die christliche Religion

" Zum katholischen Leben gehört ja auch einiges, was man nicht unbedingt faktisch nennen kann: Mythen, Legenden, sogar Märchen machen einen ansehnlichen Teil unserer Überlieferung aus." (Katholisch de Standpunkte: Abtprimas Jeremias Schröder über postfaktische Zeiten.)
So erledigt Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien die christliche Religion! Ein ansehnlicher Teil der christlichen Überlieferung bestünde doch auch nur aus postfaktischen Mythen, Legenden und Märchens! Postfaktish signalisiert dabei, daß das eben nicht wahr ist! Wir fragen uns jetzt natürlich ganz gespannt, was denn nach dem Urteil dieses Christentumskenners Mythen, Legenden und gar nur Märchens der christlichen Religion sind- ob wir da den Schöpfungsbericht, die Berichte über Jesu Wundertaten, seiner Auferstehung und Himmelfahrt und was sonst noch alles drunter zu subsumieren haben? Der Standpunktartikel gibt uns darüber keinerlei Auskunft, er schweigt, wo er reden müßte. Ob wohl noch viel übrig bleibt an Wahrem, wenn all die Mythen, Legenden und Märchen aus der christlichen Religion eliminiert worden sind?
Dafür gibt uns der Artikel nun doch einen brauchbaren Hinweis mit dem Verweis auf das Gebot der Nächstenliebe. Könnte man nicht urteilen, daß das Wesentliche der christlichen Religion die Aufforderung zur Nächstenliebe ist, und daß das Sonstige unter fernerliefen abzulegen ist und daß dann darunter auch all das Mythologische, Legendarische und Märchenhafte fällt als Unwesentliches?  


Kardinal Marx neuesten Erkenntnisse über das Kreuz Christi

Wie erklärt ein katholischer Kardinal, der gar der Vorsitzende der deutschen Bishofskonferenz ist, daß die Kreuzesnachfolge gelegentlich auch darin zu bestehen hat, daß man das Kreuz Christi verbirgt oder gar ablegt. 
Erstmal stellt Kardinal Marx fest, daß er es bedauert, daß sein Keuzverbergen Daheim so sehr mißverstanden worden ist, daß er vor Ort rechtens agierte, daß aber uns Daheimgebliebenden die rechte Sensibilität für die besondere Lage vor Ort fehle. Auch fehle es seinen Kritikern an Kenntnissen des Islam, sodaß sein hochsensibles emphatisches Verhalten vor Ort hier aus der Ferne nicht so recht gewürdigt worden sei. So sieht der Kardinal es:  "Außerdem könne man davon ausgehen, dass besonders im Orient weder Muslime noch Juden eine Vorstellung vom Christentum und der Bedeutung des Kreuzes hätten. Dieses werde in erster Linie als Dominanz der Kreuzfahrer gesehen." (Kath net vom 12.12.2016 )Weil also das Kreuz Christi so negativ konnotiert würde, sei es gut, dies Symbol im christlich-islamischen wie im christlich jüdischen Dialog zu verbergen. Wußte der Apostelfürst Paulus noch, daß das Kreuz Christi den Heiden Torheit und den Juden ein Skandalon ist und daß trotzdem dies Kreuz zu verkündgen sei, so hat der Kardinal eben dazu gelernt: Was anstößig ist, das darf die Kirche nicht verkündigen! Und wo das Kreuz Christi assoziert wird mit Kreuzfahrern und deren Dominanzstreben, da müsse eben das Kreuz hintenangestellt werden! 
Aber der Kardinal sorgt sich auch: "Seine Hauptsorge für die Zukunft sei, dass Religion wieder instrumentalisiert werde als Mittel für Auseinandersetzungen, ". (Kath net vom 12.12. 2016)Was soll das wohl meinen? Wann wurde denn die Religion "instrumentalisiert"? Der Kardinal rekurriert hier auf eine der erfolgreichsten Apologien der modernen Kirchengeschichtsschreibungen, daß der 30 Jährige Krieg gar kein Religionskrieg gewesen sei, sondern daß in ihm nur die christliche Religion, die eigentlich ganz unschuldig an diesem Kriege war, von den politischen Mächten mißbraucht wurde für ihre rein politisch motivierten Kriege. 
Aber was heißt das auf den Fall der Kreuzesverleugnung des Kardinales bezogen? Will er damit andeuten, daß die beiden Vorsitzenden ihre Kreuze ablegten, damit die Kreuze nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden konnten? Daß wir es also der politischen Weisheit des Kardinales zu verdanken haben, daß er durch seine Kreuzverbergungsaktion nur eine politisch motivierte Instrumentalisierung des Bischofskreuzes verhinderte! Ach, die Unwissenden, die Unsensiblen Daheim... denen fehlt einfach der geistige Horizont, um zu begreifen, daß in diesem Falle das Verleugnen des Kreuzes Christi der höchste Akt der Kreuzesnachfolge war, die unser Kardinal da auf sich nahm!

Merke: Für Kardinal Marx ist es selbstverständlich, daß selbst das Zentralsymbol der christlichen Religion, das Kreuz nicht zu zeigen ist, wenn den Adressaten dies Symbol nicht genehm ist, wenn sie es eben mit Kreuzzügen assozieren!   

Sonntag, 11. Dezember 2016

Advent-inflationäre Gegenwart Jesu Christi?

"Ich freue mich, wenn Du bei mir sein wirst!", ist eine zutiefst befremdliche Aussage, sitzt der so Angesprochene direkt neben mir.Sinnvoll würde sie, meinte ich, daß ich seine Gegenwart zu einem zukünftigen Termin bei mir erhoffe, etwa, wenn ich sagte, wenn ich demnächst meinen Geburtstag feiern werde, freute ich mich, wenn Du dann dabei sein würdest. Dies impliziert, daß der jetzt Angeredete irgendwann nach dieser Anrede nicht mir bei mir sein wird, sodaß ich von dem dann abwesend Seienden aussagen kann, daß mich sein zukünftiges Sein bei mir freuen würde. Zu wem, der aber immer und somit auch jetzt da ist, zu sagen, daß ich mich über sein zukünftiges Kommen freuen werde, dagegen ist sinnlos. Er ist ja dauernd präsent.
In Adventsgottesdiensten heißt es nun, daß wir Christen uns freuen auf Christi Ankunft. Aber genau dann, wenn das geäußert wird, ist er schon längst bei uns und verläßt uns auch nicht! Im Tabernakel ist er eben Tag und Nacht für uns Menschen da. 
Nun sagt ein Christ in der Gegenwart Jesu Christi, an seiner Wohnstätte, denn das ist die Kirche: Wir freuen uns auf die zukünftige Ankunft des Heilandes. 
Oder soll das nur auf das endzeitliche Wiederkommen Jesu Christi bezogen sein? Aber im Advent steht Jesu Kommen als Kind im Stahl zu Bethlehem in dem Vordergrund!Zwischen dem Karfreitag und dem Ostersonntag war er wirklich abwesend, hinabgestiegen in das Reich der Hölle, aber seit dem ist er, wie er es verhieß, bei und mit uns.
Einerseits sind für die christliche Religion Ereignisse in der Geschichte konstitutiv, wie etwa die Geburt Jesu, seine Kreuzigung und seine Auferstehung und Himmelfahrt, andererseits werden diese historischen Ereignisse im christlichen Kult zyklisch gefeiert. Dem Zyklischen liegt die Zeiterfahrung der immerwährenden Wiederholung zu Grunde, daß nach jedem Winter ein Frühling kommt, während die historische Zeit ein stetes Voranschreiten kennt wie auf dem Zahlenstrahl, von 1 zu 2 zu 3 und so immer weiter. Hier gibt es keine Wiederholung, sondern nur den ewigen Prozeß, daß das Gegenwärtige zur Vergangenheit und das Zukünftige zur Gegenwart wird.
Denken wir historisch, ist Jesus Christus seit seiner Himmelfahrt ununterbochen bei uns und er wird am Ende der Zeiten in Herrlichkeit wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. 
Denken wir kultisch-zyklisch, wird Jesus dagegen in jeder Weihnachtsfeier neu geboren, wie er an jedem Karfreitag aufs neue stirbt. Im Zyklisch-Kultischen wird das einmalig Historische zu etwa immer sich wieder Ereignenden! Nur in diesem Zeitdenken ergibt die Aussage, daß wir uns vorweihnachtlich auf seine Geburt freuen einen Sinn. Aber unser historisches Denken urteilt, daß er seit Ostern immer bei uns war und ist und das Besondere des christlichen Kultes: Wir glauben Jesus Christus als unseren Gott im Tabernakel permanent gegenwärtig! Er kann uns so nie fern sein.Und doch sagen wir in seiner Gegenwart, daß wir uns auf sein zukünftiges Kommen freuen und das dem, der direkt bei uns ist im Tabernakel!