Mittwoch, 21. März 2018

Eine Polemik: Leben wie im Schweinestall oder das materialistische Menschenbild

Ein Schwein im Schweinestall, wunschlos glücklich; ohne jede Anstrengung Tag und Nacht genug, ja übergenug an Essen und Trinken vor-handen, im wahrsten Sinne vor-handen. Kein Suchen, kein Mühen mehr...es ist immer genug, übergenug da. 
Warm ist es immer und das gesellige Tier genießt das Glück des Zusammenseins- das Herdenglück.  Moral und Vorschriften existieren nicht mehr, weil die wurden ja nur gebraucht, solange einzelne oder gar viele Mangel litten und die Moral das Leben in Ordnung halten mußte: Auch wenn Du hungrig bist und Dein Nachbar viel zu essen hat, darfst Du ihm nichts stehlen....Aber jetzt, wo alles im Überfluß präsent ist, da kann jeder, wie er will. Und wenn das Licht ausgeschaltet wird, hat auch jeder Sex, denn auch hier ist jetzt alles erlaubt, was gefällt. 
Ist das nicht das eudaimonstsche Ideal des materialistischen Menschenbildes? Und läßt sich die linke Kritik am Gegenwärtigen nicht in den Satz zusammenfassen, daß eben die allermeisten und isb. benachteiligte Randgruppen von diesem Schweinestallglück noch ausgeschlossen sind, das die Reichen schon jetzt genießen?
Ist das nicht nur ein anderes Bild für das Glück des letzten Menschen Nietzsches, der Glücksvorstellung des Masseneudaimonismus Gehlens!    
Und alles Inmaterielle, Geistige, Spirituelle, das sind dem materialistischen Denken doch nur Surrogate für Defizite in der Befriedigung der Grundbedürfnisse. Wer satuiert ist und ohne jede Not lebt, im dauernden Überfluß, der frägt nicht nach einem Sinn im Leben, der sucht nicht nach letzten Zielen und ersten Anfängen, weil er einfach nur noch im Jetzt konsumiert. Die Fülle im Präsentischen läßt jedes Fragen nach einem Woher und Wozu ersterben im wunschlosen Glücklichsein, dem Satuiertsein. 
Glücklich könnte so in einer Schweinestallwelt nur ein Mensch ohne Seele leben- das ist ja auch der Anfang allen materialistischen Denkens, daß die Seele nur ein Appendix des Körpers ist, um effektiver die Köperbedürfnisse befriedigen zu können. Kochbücher und Pornofilme sind so die Höchstleistungen der Seele für den Körper, wohingegen Theologie, Metaphysik und alles Geistige nur Manifstationen der Entfremdung des Menschen von seinem wahren Selbst, den Körperbedürfnissen sind. Setzt nicht mit Karl Marx, -versimplifiziert- der Gedanke sich durch, daß die Menschheitsgeschichte der Kampf um die Körperbedürfnisbefriedigung war und ist, daß das Kulturelle nur ein Epiphänomen dieses Kampfes ist, daß die Kultur nur eine imaginäre Befriedigung von Körperbedürfnissen geben kann und geben muß, weil das reale Leben die verwehrt? Ist schon mal aufgefallen, daß das auch der Grundsatz des demokratischen Politik ist: die Sorge um die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse, daß im Idealfall alle wie in einem Schweinestall leben können?  

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