Montag, 3. August 2020

Wie eine Zukunftsplanung die Kirche zugrunde richtet

Ein Zukuftsprogramm der Kirche


Ja, in der Kirche wird ihre Zukunft diskutiert und gar Zukunftspapiere erstellt. Ein solches stellte Katholisch de am 31.7.2020 vor, bzw die Kritik an einem Zukunftspapier: „Gott nur noch als >Chifffre<: Theologen kritisieren XY-Zukunftspapier“ . Fehlender Gottesbezug, kein klares christliches Profil.“ XY setze ich statt des Namens der Kirche- der geneigte Leser möge selbst mal überlegen, wer so die kirchliche Zukunft sieht.
Der praxisrelevante Teil des Papieres verblüfft durch seine Trivialität: Angesichts der Annahme sinkender Nachfrage soll das kirchliche Angebot reduziert und nicht mehr rentable Filialen geschlossen (wo also der Aufwand zur Erbringung der Dienstleistungen in keinem akzeptablen Verhältnis zu der Teilnahme an den Angeboten sich befindet) und stattdessen Versorgungszentren errichtet werden.So einfach geht Zukunftsgestaltung!
Aber wenn das ein kirchliches Programm sein soll, müßte ein solches Zukunftsprgramm nicht auch mit etwas Theologischem dekoriert werden? Ja, entschieden die Verantwortlichen. Und diese Dekorationstheologie provozierte nun -überraschend?- Kritik. „In dem Papier komme Gott nur noch als "Chiffre" für ein ethisch-humanitäres Programm vor, "das sich auch ganz säkular vertreten lässt", kritisierte der Wiener Theologe Ulrich Körtner. "Von Gottes lebendigem Wirken in der Welt und in der Kirche ist praktisch nicht die Rede."
Wenn es in dem Papier hieße, daß die Kirche missionarisch zu sein habe, so sei doch "nicht an Verkündigung und Seelsorge, sondern in erster Linie an ein sozialpolitisches Handeln gedacht", schrieb Körtner: "Kein Wort hingegen von Tod und Auferstehung Jesu, seiner Heilsbedeutung für den Einzelnen wie die Welt im Ganzen."
Das theologische Urteil fällt vernichtend aus: „Doch Kirche als >religiös angehauchte, aber ganz diesseitsorientierte soziale Bewegung< schaffe sich ab.“
Wessen Zukunftsprogramm mag das nur sein? Eines der Katholischen Kirche oder eines der EKD. Nach kurzem Überlegen:Es muß eines der EKD sein (und ist es auch!), denn wäre es ein katholisches, müßte da etwas gegen den Zölibat, für das Frauenpriestertum und für mehr Demokratie in der Kirche stehen. Da diese Forderungen in der EKD schon vorbildlich gelöst worden sind, kann die EKD sich ganz auf ein Reduzierungskonzept konzentrieren, während in der Katholischen Kirche noch die katholischen Traditionsbestände aufzulösen sind, um dann erst marktgemäß, nachfrageorientiert das kirchliche Angebot umzustrukturiern.
Es herrscht wohl Übereinstimmung darin, daß die christliche Religion ein nicht mehr an die Frau und den Mann zu bringendes Produkt ist, sodaß eine Umstrukturierung zu einer links-humanitaristischen NGO zu erstreben sei.

Zusatz:
Die Hauptkraft der Säkularisierung der Kirche ist heutzutage die Kirche selbst, die sich der Welt einpassen will, damit sie in ihr überleben kann. Dabei wiederholt sie in sich nur die Welt, sodaß sie ihr nichts mehr zu sagen hat, weil sie nur das Gerede der Welt wiedergeben will, ihr Eigenes als nicht mehr vermittelbar aufgebend. 

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