Samstag, 28. Februar 2026

Ein befremdliches Gespräch über die Bergpredigt zu Zeiten der Friedensbewegung

 

Ein befremdliches Gespräch über die Bergpredigt zu Zeiten der Friedensbewegung



Die Bergpredigt, das ist das Zentrum unseres christlichen Glaubens, Nie sei dieser Text so aktuell wie jetzt, Bisher, gerade in den Zeiten des „Thron-und Altar Bündnisses“ sei er von der Kirche völlig entstellt worden, ja die Kirche habe gar Waffen gesegnet, aber jetzt ist unsere Stunde des Pazifismus gekommen!“

Der erste Einwand: „Was hat den: „Selig, die Frieden schaffen (pacem facere) mit einem Pazifismus zu tuen? Das „pacem facere“ ist resultativ gemeint und besagt nichts über das Wie des Friedensschaffens aus, wohingegen der Pazifismus eine Gesinnung meint.“

Gottes Gebot heißt: >Du sollst nicht töten!< Das verlange einen Pazifismus!“

Wenn diese Übersetzung zuträfe, warum wird dann in der Bibel nie einer der vielen Kriege, die Israel zur Eroberung des ihnen von Gott verheißenden Landes geführt hat, als Sünde, als ein Handeln wider Gottes Willen qualifiziert?“

Ach, das Alte Testament! Jesus hat alles ganz neu gemacht und uns von so dem kriegslüsternen AT-Gott befreit! Jesus habe nie Gewalt angewandt, zu Zeiten des Alten Testaments hatten die Juden diesbezüglich noch recht unklare Vorstellungen über Gott!“

Könnte diese Differenz nicht etwas mit dem Unterschied von privatem und staatlichem Handeln zu tuen haben. Es muß doch das Gewaltmonopol des Staates bedacht werden.“

Ah, Du willst auf das Votum des Bundeskanzlers Schmitt hinaus: Man könne die Welt nicht mit dem Evangelium, der Bergpredigt regieren, Die sei nur was für Weltfremde, die keine Verantwortung für ihre Nächsten trügen!“

Lasse uns doch mal zum Text der Bergpredigt zurückgehen! Eine simple Eingangsfrage hätte ich dazu: Wenn ich einen Kinofilm sehen möchte, erkundige ich mich nach den Eintrittsbedingungen, daß es da etwa heißt: Mindestalter 16 und 8 Euro Eintritt. Dann weiß ich, daß ich beide Conditionen erfüllen muß, um den Kinofilm sehen zu dürfen. Es reicht also weder aus, zwar 17 Jahre alt zu sein, wenn ich keine 8 Euro bezahlen kann noch reichen die 8 Euro, wenn ich erst 15 Jahre alt bin. Die Bergpredigt bennennt nun die Eintrittsbedingungen in das Reich Gottes. Habe ich nun alle zu erfüllen oder reicht mir eine von den da aufgezeigten?“

(Auf diese Frage konnte mir kein theologischer Dialogpartner eine Antwort geben! Kopfschüttelnd hieß es nur: „Das sei Sophistik!“ Aber der Dialog zeigte dann, daß es dem Bergpredigtchristen auch nicht in erster Linie um das „ewige Leben“ und das „jenseitige Reich Gottes“ ginge, sondern darum, wie wir Christen eine bessere, humane Welt erschüfen könnten!)

Also, die Bergprdigt Jesu ist eine Programmskizze zur Humaniserung der Welt ohne Krieg und ohne Ungerechtigleit?- Dann hätte ich dazu eine simple Frage. Wenn mein Dialogpartner eine Theologin war, friug ich so: Stelle Dir bitte diese Situation vor. Du hast eine 12 jährige Tochter, ein bildhübsches junges Madel. Du kommst vom Einkaufen retour, während Deine Tochter fleißig Daheim ihre Schulaufgaben erledigt. Als Du nun die Wohnungstüre aufschließt, siehst Du Deine Tochter, am Boden liegend, völlig entkleidet und über ihr einen fremden Mann, der ihr gerade ein Brotmesser in die Brust rammen will, nachdem er Deine Tochter offensichtlich vergewaltigt hat.Was tust Du dann als eine überzeugte Pazifistin? (Bei Männerm wandelte ich die Situation etwas um: Da lag dann seine Freundin, wie beschrieben am Boden!)

Sagst Du da zu dem Vergewaltiger: „Das darfst Du nicht“ und siehst dann zu, wie Deine Tochter ermordet wird?“ Du liebst Deine Tochter! Wäre es da nicht christlicher, den Mann mit Gewalt daran zu hindern, Deine Tochter zu morden, als pazifistisch gesonnen: -Keine Gewaltanwendung- den Mord hinzunehmen?“

Hier kapitulierte jede Pazifistin und gestand,daß in diesem Falle Gewalt gegen den Vergewaltiger erlaubt sei.

Ich resümierte: Wie immer auch die Bergpredigt auszulegen sei, die Auslegung dieses Textes ist sehr schwer, muß in kriteriologischer Hinsicht gesagt werden: Die Bergpredigt darf nicht so interpretiert werden, daß der Christ dann gegen das Gebot der Nächstenliebe verstoßen muß. Es gibt Situationen, in denen um der Nächstenliebe willen Gewalt gegen Angreifer erlaubt, vielleicht sogar geboten ist. Jesus hätte nie von einer Mutter verlangt, auf eine Gewaltanwendung zu verzichten, um somit ansehen zu müssen, wie ihr eigenes Kind dann ermordet wird.Das hat auch im politischen Raum zu gelten: Jeder Staat hat das Recht, wird er militärisch angegriffen, sich kriegerisch zu verteidigen!

In unserer postlapsarischen Welt der Gewalt und der Kriege wäre ein konsequenter Pazifismus die Einladung an alle Gewalttäter, im privaten wie im politischen Raume, die Nichtgewaltbereiten unermeßlich zu maltraitieren und letztendlich zu töten! Das kann und darf keine christliche Praxis sein! 

 

"Pacem facere" mit "Pacifismus" gleichzusetzen, ist schon arg peinlich. 





Freitag, 27. Februar 2026

Schaffen wir uns selbst ab- oder ist denn wirklich die Ordnung des freien Marktes die bestmögliche?

 

Schaffen wir uns selbst ab- oder ist denn wirklich die Ordnung des freien Marktes die bestmögliche?


Wenn es einen Konsens in conservativen und liberalen Kreisen gibt, dann den, daß unsere „soziale Marktwirtschaft“ die optimale Ordnung sei und christliche Sozialethiker betonen dann noch, daß gerade sie dem hl. Prinzip der Subsidarität als einzige Ordnung gerecht werde.Man kann dann auch im Geiste des „Kalten Krieges“ die christlich freiheitliche Ordnung des Marktes der atheistisch kommunistischen der Planwirtschaft entgegenstellen, um so jede Kritik an der Marktordnung zu desavouieren.


Das demographische Problem ist uns allen bekannt,daß in unserem Lande Jahr für Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden. Für die Theologie und die Kirche müßte dies als das zentrale Problem der Gegenwart angesehen werden, nähmte man da noch das erste Gebot Gottes: „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ ernst. Aber in der Realität wird der Wille zur Selbsterhaltung des eigenen Volkes als „völkischer Nationalismus“ perhorresziert.


Zu dieser Causa bietet nun der KI (Abfrage am 23.2.2026) diese Übersicht:

Kinder sind emotional unbezahlbar, werden jedoch in Deutschland von 55 % der Menschen als finanziell kaum noch tragbar empfunden. Bis zum 18. Geburtstag kostet ein Kind im Schnitt ca. 165.000 € (monatlich rund 763 €), wobei Paare 55 % und Alleinerziehende zwei Drittel ihres Einkommens aufwenden. Hohe Lebenshaltungskosten prägen diese Wahrnehmung.“


Die „Welt“ ergänzt ergänzt am 22.Februar 2026 in dem Artikel: „Mehrheit hält laut Umfrage Kinder in Deutschland für kaum noch bezahlbar.“:Ihre Haltung begründeten der Umfrage zufolge 81 Prozent der Befragten vor allem mit hohen Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel und Energie. 59 Prozent gaben zudem Steuern und Abgaben als wesentliche Belastung an. 48 Prozent halten die staatliche Unterstützung für Familien für nicht ausreichend.“

Müßte es angesichts dieser Realität erlaubt sein, die Qualität der Marktwirtschaftsordnung in Frage zu stellen? Wenn die Wirtschaft um des Menschen willen ist und das heißt im politischen Raume für das nationalstaatlich organisierte Volk, dann müßte sie doch die Überlebensfähigkeit des eigenen Volkes gewährleisten, daß zumindest so viele Kinder geboren werden, wie andere sterben. Daß nun die Lebenshaltungskosten so hoch sind, daß die Staatsbürger Kinder als für sie kaum noch finanzierbar halten, das muß nun, so ungern das auch die Marktwirtschaftsgläubigen hören wollen, dieser allerbesten aller Wirtschaftsordnung angelastet werden. Sie schafft es nicht, die Grundversorgung der Bürger so zu gewährleisten, daß sie hinreichend genügend Kinder zur Welt bringen können.

Daß der Feminismus das als die Befreiung von der Mutterschaft bejubelt und daß dies die Antideutschen hoffen läßt, Deutschland untergehen zu sehen, ist so offenkundig, daß dies hier noch zu erörtern wäre. Aber wer nur sich auf dies ideologische Problem kapriziert, übersieht das reale der Kaumnochfinanzierbarkeit von eigenen Kindern.

Nun sehe ich mich selbst außer Standes, ein Programm zu skizzieren, die diesem Notstand ein Ende setzt, ich meine aber, daß mit nur marktwirtschaftlichen Mitteln dieses Problem nicht gelöst werden kann. Was die autonome Wirtschaft nicht leisten kann, daß muß eben der Staat selbst in die Hand nehmen. Dazu gehörte als erstes das Verbot jeglicher Abtreibungen,in 10 Jahren werden bei uns 1 Million Kinder getötet mit der staatlichen Erlaubnis, aber es müssen auch die Lebensmittelkosten und isb die Mieten durch staatliche Maßnahmen gesenkt werden.Es müßte auch Frauen, die ihre Kinder selbst erziehen, ermöglicht werden, sich ganz diesem allerwichtigsten Beruf zu widmen, ohne zu einer Erwerbstätigkeit genötigt zu werden. Diese Punkte reichen nicht aus, wären aber Schritte in die richtige Richtung!




Donnerstag, 26. Februar 2026

Wenn Frauen nicht wollen, wie sie sollen: Die Internetseite „Feinschwarz“ nimmt den Kampf auf!

 

Wenn Frauen nicht wollen, wie sie sollen: Die Internetseite „Feinschwarz“ nimmt den Kampf auf!



Dies Problem hat das Urgestein des Feminismus, Simone de Beauvoir so auf den Punkt gebracht: „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“1Feinschwarz“ nimmt nun den Kampf gegen die Frauen auf, die die Frechheit besitzen, nicht so ihr Leben gestalten zu wollen, wie es ihnen die feministische Ideologie vorschreibt.Im Feuer der Kritik steht dabei die „TradeWives“ Bewegung, die der „traditionalistischen Frauen“, die „Hexen“ des 21.Jahrhundertes. In dem Artikel: TradWives: Wenn ein Buch von 1972 revolutionärer erscheint als ein Social Media Trend vom 23 Februar 2026 wird diese Bewegung wie folgt daimonisiert. Hinter diesem Lebensstil verbirgt sich ein Social Media Trend: „Junge Frauen, die sich in den sozialen Medien […] als traditionelle Hausfrauen inszenieren, werden TradWives genannt – ein Portemanteauwort gebildet aus traditional und housewives. In ihren Accounts verbreiten sie ihr Ideal einer nach traditionell heteronormativen Gesichtspunkten vergeschlechtlichten Aufgabenteilung. Sie entziehen sich den Anrufungen neoliberaler Vergesellschaftung an beruflichen Erfolg und fokussieren sich vollkommen auf reproduktive Tätigkeiten.“

In einfacheren Worten formuliert sind das Frauen, die ihren Lebensmittlpunkt in der Familie sehen, daß sie für ihre Kinder dasein wollen und im Familienleben ihre Erfüllung suchen. Sie wollen also genauso leben, wie es ihnen die Feministin Beauvoir und mit ihr alle Feministin nicht erlauben wollen!

Dennoch lohnt es sich genauer hinzuschauen, bei Accounts, die die Unterordnung der Frau propagieren und offensichtlich oder unterschwellig rechte Tendenzen aufweisen. Denn eines eint sie alle: Antifeminismus. “ Also, wenn eine Frau heiraten will, ihren Lebensraum primär in der Familie und der Erziehung der Kinder sieht, dann ist sie ein Opfer rechter Tendenzen geworden. Alles, was rechts ist, ist der Leserschaft dieser theologischen Internetseite das schlechthin Böse, sodaß nun jeder Leser weiß, was für Grauenhaftes diese traditionalistische Bewegung ist.

Aber es kommt noch ärger: „Für religiöse TradWives ist die Zuteilung der Geschlechterrollen dabei von G*tt gegeben und geht auf die Schöpfungserzählung zurück.“ Daß diese Geschlechterrolle“ direkt im 1.Timotheusbrief des Apostels Paulus grundgelegt wird, erwähnt dieser feministische Artikel selbstredend nicht, steht da doch geschrieben: „Die Frau wird aber gerettet werden dadurch, daß sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.“ (2, 15) Der Apostel beantwortet im 12. Vers die Anfrage, ob denn Frauen es erlaubbar sei, in der Kirche zu lehren, negativ und zeigt der Frau nun im 15. Vers den Ort an, wo sie wen zu lehren habe: Daheim ihre eigenen Kinder. Feministin verurteilen das als eine ungerechtfertigte Subordination der Frau, statt zu erkennen, daß hier die Aufgabe der religiösen Erziehung geschlechtsspezifisch ausdifferenziert wird. Gerade das Amt der Einführung und Grundlegung des christlichen Gaubens wird hier der Mutter zugetraut, auf die dann aller weiterer Unterricht aufbauen kann und muß!

Daß die Schöpfungserzählung mit dem ersten Gebot Gottes: „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ hier zugrunde liegt, ist für einen Bibelleser auch unübersehbar. Nur haben Feministin mit dem Gott der Bibel und dem Jesu Christi wenig im Sinne, sie glauben an eine Entität namens: „G*tt“.

Aber dann kann der Artikel Entwarnung geben: „Die Mehrheit der jüngeren Frauen in Deutschland orientieren sich an egalitären Vorstellungen“.Beauvoir hat sich durchgesetzt: Wenn die Frauen nicht freiwillig wollen, wie sie sollen, dann müssen sie dazu eben gezwungen werden. Welcher Ehemann verdient den heute so viel Geld, daß er damit eine ganze Familie finanzieren kann?Einst stimmten Karl Marx und die katholische Soziallehre darin überein,daß der Mindestlohn für einen Familienvater zur Finanzierung seiner Familie ausreichen müßte. Der „Feinschwarz“Artikel hat recht: Keiner Erwerbstätigkeit nachgehen zu müssen sondern stattdessen seinen Lebensmittelpunkt in der Familie zu legen, das ist ein Privilegium weniger Frauen, die meisten müssen arbeiten um des Geldes willen. Die Emanzipation der Frau besteht also darin, daß sie wie auch der Mann primär für den Arbeitsmarkt da zu sein hat und nur ein Familienleben führen darf, wenn das ihre Verfügbarkeit für den freien Arbeitsmarkt nicht limitiert. Phantastisch ist dabei, wie die bürgerliche Ideologie und auch der Feminismus den Zwang, arbeiten zu müssen, in ein Recht, arbeiten zu dürfen,uminterpretiert.Nur Reiche unterliegen diesem Zwange nicht. 



 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Ein Verdacht über einen Zusammenhang von Karneval/Fasching und dem Aschermittwoch

 

Ein Verdacht über einen Zusammenhang von Karneval/Fasching und dem Aschermittwoch


Auf den ersten Blick existiert da kein wie auch immer gearteter Zusammenhang. Mit dem Aschermittwoch, einem von der Kirche festgesetzten Fastentag eröffnet die Kirche die 40 tägige Fastenzeit als die Vorbereitungszeit für das Hochfest Ostern. Nicht schaut der Gläubige zurück, sondern er richtet sich auf Ostern aus, wobei dann jeder Fastensonntag schon ein Antizipieren des Hochfestes ist.

Aber warum werden dann ein paar Tage davor mehrtägige Hochfest des Karnevals und des Faschings gefeiert, und warum setzt dann der Aschermittwoch dem ein so rabiates Ende. Oberflächlich könnte man meinen, daß nun am Mittwoch das Zuviel an Essen und Trinken abgefastet wird, man müsse wieder auf seine Figur achten und was da zu viel sei, gälte es nun, per Diät loszuwerden. Die Eßsünden seien so abzubüßen.

Das verleitet nun zu einer tiefgründigeren Vermutung, daß man halt in den närrischen Tagen mal „die Sau loslassen“ dürfe, da man nach solch exzessiven Tagen sie dann ja am Aschermittwoch abbüßt. Die Nachfolge Christi, so wie sie lange Zeit die Kirche im Sinne Jesu Christi lehrte, war eben kein Weg lauter Lustbarkeiten und erfüllt von Vergnügungen. Eingedenk eines so zivilisationskritischer Werkes wie Elias: „Prozeß der Zivilisation“ oder des großen Gemurres wider die den Menschen zu sehr einpferchenden Kultur und ob der Sehnsucht nach einem natürlichen Leben, frei vom Manierismus der Hochkultur könnte man doch auf die Idee kommen, daß Dostojewskis „Großinquisitor“mehr recht hat, als ihm seine katholischen Kritiker zubilligen. Die Kirche kenne nun mal ihre Pappenheimer, wie die Gläubigen wirklich sind im Unterschied zu dem, wie sie eigentlich sein müßten, wären sie wirklich Gläubige. Da erlaube oder toleriere die Kirche eben für eine befristete Zeit, daß die Christen sich närrisch auslebten als wenn es doch faktisch eine Überforderung wäre, sollte der Mensch ununterbrochen vernünftig leben oder gar sein Kreuz auf sich nehmend Jesus nachfolgen.

Man könnte meinen, daß ein gewisses Unbehagen an der Kultur, die das ganze Leben in allem und jeden reguliert,verständlich ist und so auch die Sehnsucht nach Ausnahmezustandszeiten nicht unvernünftig ist. Der Großinquisitor würde dazu sagen: Die von Jesus und der Kirche eingeforderte Nachfolge Jesu überfordere auch die Christen. Deswegen brauchen sie Ausnahmetage, um dann wider christlich leben zu können. Die Katholische Kirche ruft weiterhin zur Nachfolge Jesu Christi, aber sie erlaubt oder toleriert dann auch den Gläubigen „Urlaubstage“, Zeiten des Narrentumes! Wer stets vernünftig leben will, der braucht auch ein paar Narrentage, damit er dann wieder vernünftig lebt.

Aber solche exzessiven Narrentage müssen dann auch abgebüßt werden und dafür ist der Aschermittwoch eingesetzt, könnte im Sinne des Großinquisitors gemeint werden. Der Großinquisitor Dostojewskis ist ja kein tyrannischer Despot sondern ein die Menschen Liebender, der aber gerade so um die menschliche Schwachheit weiß und so Rücksicht nehmen will auf die Menschen, wie sie nun mal wirklich sind, obzwar sie doch eigentlich alle zur Heiligkeit Berufene sind.

So könnte man sich das Verhältnis von den Narrentagen zu dem Aschermittwoch denken, aber es könnte auch ein Irrtum sein.


Ein ähnlicher Fall: Man sage mal zu einem unverheirateten Mann, daß er jungmännlich zu leben habe. Wird der so Angesprochene sich unter der Jungmännlichkeit irgendetwas Sinnvolles verstehen können. Sagt man zu einer unverheirateten Frau, daß sie jungfraulich zu leben habe, wird sie sofort verstehen, was damit gemeint ist und dann diese Anforderung brüsk abweisen.. Nach der Lehre der Kirche müßten alle Unverheirateten enthaltsam leben, aber es drängt sich doch die Vermutung auf, daß man faktisch nur die Jungfraulichkeit gefordert hatte, den Männern aber kein enthaltsames Leben auferlegt hatte. Männern, außer ein paar Heiligen kann man die Enthaltsamkeit als wirklich zu leben, nicht abverlangen. Der hl. Augustin wie auch der hl. Thomas urteilen deshalb ja, daß die Prostitution nicht verboten werden dürfe, um die Frauen, die bis zu ihrer Verheiratung enthaltsam leben wollen, vor der Sexualität der Männer zu schützen! Dem hätte der Großinquisitor gewiß zugestimmt.


Meine Empfehlung: Lese den Großinquisitor gerade nicht in Narrenzeiten, sondern wenn es gilt, vernünftig zu urteilen!Der Text ist genial! 



Dienstag, 24. Februar 2026

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!

 

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!



Angesicht des Konfliktes Roms mit der traditionalistischen Piusbruderschaft, sie erkläre, nun neue Bischöfe weihen zu wollen, offenbart uns der „Communio“ Artikel: „Kommt es zum Schisma?: Der Papst und die Pius-brüder am Scheideweg“ am 21.Februar 2026 von Prof Tück, warum die Piusbruderschaft ohne irgendeine Relativierung das ganze 2.Vaticnum anerkennen müsse. Die Konzilzdokumente enthielten nämlich unhintergehbare Entscheidungen, die jeder Katholik zu bejahen habe,

So heißt es dann in diesem Artikel: „Würde die Piusbruderschaft ohne Revision ihrer theologischen Positionen in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche zurückkehren, stünde die Gefahr im Raum, dass ein Trojanisches Pferd lanciert würde, das antiökumenisches, antijüdisches und antidemokratisches Ideengut einschleusen würde.“

Daraus ergibt sich, daß das Kernanliegen des 2.Vaticanums die Ökumene, ein Projudaismus und die Bejahung der Demokratie sei. Zu der Thematik der Ökumene und der Bejahung der Religionsfreiheit äußert sich dann der Artikel so: „Oder sollen Nichtkatholiken wieder als >Häretiker< und >Schismatiker<, Nichtchristen als >Götzenanbeter> und Anhänger >falscher Religionen< tituliert werden?“ Diese rein rhetorisch gemeinte Frage hat aber die Katholische Kirche bis zum 2.Vaticanum bejaht. Schon im Alten Testament werden die andere Götter Verehrende als Götzenanbeter qualifiziert und so urteilt auch das Neue Testament. Das Konzil zu Trient verurteilt viele Lehren der Reformatoren als häretisch und den Ungehosam wider den Papst als chismatisch. Selbsterständlich hat die Kirche bis zum 2.Vaticanum alle nichtchristlichen Religionen als „falsche Religionen“ beurteilt. Offensichtlich versteht der Autor dieses Artikels das 2.Vaticanums so, als wenn es die Gleichwahrheit aller Religionen lehrt und damit auch ihre Gleichgültigkeit.

Aber dann wird gar noch die Holocaustkeule geschwungen:“Vor allem im Gespräch mit dem Judentum wären Irritationen zu erwarten. Das Konzil hat jeden Antijudaismus verurteilt und die wurzelhafte Verbindung zwischen Israel und der Kirche betont. In der Piusbruderschaft aber werden Juden auch nach dem Zivilisationsbruch der Shoah noch als "Gottesmörder" bezeichnet, solange sie Jesus Christus nicht als ihren Herrn anerkennen.“ Läßt man nun die Polemik auf sich beruhen, bleibt der Vorwurf übrig, daß die Piusbruderschaft immer noch lehrt, daß ein Jude um seines Heiles willen den christlichen Glauben anzunehmen habe! Das bezeugt so das gnze Neue Testament und hat so auch die Kirche in ihrer Treue zum Missionauftrag Jesu Christi immer so gelehrt. Nun soll das Faktum, daß Juden Grauenhaftes in Auschwitz erlitten haben, ein, nein das Argument sein, ihnen das Evangelium nicht mehr zu verkünden! Das ist mehr als absurd, denn was kann einem Menschen Besseres verkündet werden als die Wahrheit und warum soll nun erlittendes Leid ein Argument sein, dem Gelittenhabenden die Wahrheit nicht mehr zu verkünden?

Diesen Standunkt kann nur der einnehmen, der meint, daß der christliche Glaube für das Heil irrelevant sei, da jeder Mensch ja in der ihm eigenen Religion das Heil finden könne und der Atheist, wenn er nur seinem Gewissen folge. Das 2.aticanum lehre also die Gleichgültigleit der christlichen Religion und dazu müsse nun auch die Piusbruderschaft ihr „Amen“ sagen.

So unnsinnig kritisierten nun die Traditionalisten die Errungenschaften des Reformkonziles: „Liberté – durch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit habe man dem Irrtum Rechte eingeräumt, die Wahrheit des Glaubens verraten und dem Relativismus Tor und Tür geöffnet.“ „Fraternité – durch die ökumenische Öffnung habe man eine >Fraternisierung mit Schismatikern und Häretikern< vollzogen, durch das Gespräch mit den >falschen Religionen< dem Synkretismus Vorschub geleistet.“

Nun kann man aber nicht verkennen, daß all diese kritisierten Positionen der „Communio“-Artikel selbst vertritt durch seine Behauptung der Gleichgültigkeit aller Religionen. Wenn wahr nicht mehr von unwahr distinguiert wird, sind dem Snkretismus und dem Relativimus die Tore weit geöffnet.

Bezeichnend ist hierbei der Anthropozentrismus: Wie gehen wir mit den Andersgläubigen und Atheisten um ohne zu fragen, wie Gott denn die Andersgläubigen und Ungläunbigen beurteilt.Humanitär sei es eben ganz im Geiste der Menschenrechtsideologie, die Religion des Anderen und die eigene für gleichgültig zu deklarieren, um so ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. „Über Glaubens- und Religionsfragen streitet man eben nicht! Das wnn äre ein unzivilisiertes Verhalten!“ Und dann stören diesen Religionsfrieden der Vergleichgültigung aller Religionen diese Jesusgläubigen, indem sie urteilen, daß nur Jesus Christus die Wahrheit ist!Wenn dieser Theologieprofesor mit seiner Deutung des 2.Vaticanums recht hätte, dann hätte sich die Kirche mit diesem Konzil selbst aufgegeben!



Montag, 23. Februar 2026

Der wichtigste Beruf, die demographische Katastrophe und die Krise des Sozialstaates

 

Der wichtigste Beruf, die demographische Katastrophe und die Krise des Sozialstaates

Der Beruf des Friseurs und der des Bundeskanzlers haben eines gemein-sam, daß keiner von ihnen ausgeübt werden könnte, wenn eine Frau nicht die Kinder geboren hätte, die dann diesen Beruf ausübten noch könnte dieser Beruf ausgeübt werden, wenn nicht von Frauen Kinder geboren werden, denen die Haare frisiert werden bzw die dann regiert werden können.

In allen Industriestaaten erblicken wir nun dieses Problem, daß pro Jahr weniger Kinder geboren werden als daß Menschen sterben. Simpel gesagt: Immer weniger Arbeitende müssen immer mehr Nichtmehrarbeitende und auch Nichtmehrarbeitenkönnende ihren Lebensunterhalt finanzieren. Da die durchschnittliche Lebenszeit zunimmt, verstärkt das dies Problem noch.Der Sozialstaat verspricht den Alten, daß sie bis zu ihrem Lebensende gut versorgt leben können, aber die Finanzierbarkeit dieser Versprechung stößt auf ihre Grenzen.

Wir erlebten Zeiten der Reformeuphorie, isb unter dem sozialdemokratischen Kanzler Brandt: Die Gesellschaft sei etwas permanent zu Verbesserndes und die Reformpolitik verwirkliche nun diese unbegrenzte Optimierungshoffnung. Der sozialdemokratische Nachfolgekanzler Schmitt beendete diese Reformepoche, denn nun galt die Maxime, daß die Politik die Kunst des Mach- und des Finazierbaren sei, eine antiutopistische „Reformpolitik“ wurde eingeleitet, daß nun Reformen in der Regel eine Verschlechterung für alle Bürger oder zumindest für den „Kleinen Mann“, das gemeine Volk bedeuteten. Das Wünschbare müsse auf das Machbare reduziert werden! Der Sozialstaat sei zu teuer, das ist nun das Credo des Wirtschaftsliberalismus. Angesichts der demograpischen Fehlentwickelung ist das auch keine falsche Behauptung: Immer weniger Arbeitsfähige können nicht immer mehr Rentner, immer länger lebende finanzieren! Das Problem zu lösen, indem massenweise Arbeitskräfte als „Flüchtlinge“ importiert werden,um „uns“ die Rente zu sichern, funktioniert zur Zeit nicht und: Auch i den sog. Entwickelungsländern“ wird es nach allgemeinen Prognosen nicht fernerhin einen Geburtenüberschuß geben, der dann exportiert werden könnte.

Wenn es keine Lösung für das demographische Problem gibt, ist aber der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar. Aber er ist aus sozialpolitischen Gründen auch nicht so reduzierbar, daß er weiter finanzierbar bleibt.

Die Mutterschaft ist nun mal der wichtigste Beruf, der, wenn er nicht genügend ausgeübt wird, zu einer sozialpolitischen Katastrophe führt! 

Zusatz: 

In der marxistischen Anthropologie ist der Begriff der Arbeit von zentralster Bedeutung. Nicht mehr wie in der philosophischen Tradition von Platon bis Hegel galt das Spezifische des Menschen, daß er denkt, sondern nun, daß er sich durch sein Arbeiten als Mensch hervorbrachte und hervorbringt. Im 19.Jahrhundert galten nun die 3 "K" für den Lebensraum der Frau: Küche, Kinder, Kirche, sodaß sie aus dem eigentlichen Leben, das des Berufslebens ausgeschlossen war.Denn als Arbeit galten die Tätigkeit der Frau in diesen drei Sphären nicht, eigentlich !arbeitete" nur der Arbeiter, der einer Lohnarbeit nahging. Die Kaprizierung des Arbeitsbegriffes auf den Lohnarbeiter erzwangso, daß das Arbeiten der Frau keine Arbeit war. Zum vollwertigen Menschen konnte so die Frau nur werden, wenn auch sie einer Erwerbstätigkeit nachging. Das war so unter den bürgerlichen Feministin das Emanzipationsziel der Frau, während der linke Feminismus in der Industrie schonn arbeitende Frauen wahrnahmen und eine Humanisierung der Arbeitswelt forderten. Die "Hausfrau" arbeitet nicht, diese Meinung war ihnen gemeinsam. Deshalb ist die Frau erst e-mann-zipiert, wenn sie wie der Mann arbeitet. Das muß aber zwangsläufig zu Lasten des allerwichtigsten Berufes, der der Mutter sich auswirken.    





Sonntag, 22. Februar 2026

Der Anthropozentrismus – ein Irrweg der Analyse der heutigen Krise der Kirche? Ist Gott immer auf Sendung?

 

Der Anthropozentrismus – ein Irrweg der Analyse der heutigen Krise der Kirche?


Selbstverständlich ist die uns bedrohende Klimakatastrophe ein allein von uns Menschen verschuldete, wer das bestreitet gleicht einem Holocaustleugner und sollte so bestraft werden. König Saul, in größter Bedrängnis: „Wie steht es um mich, ist Gott mir noch gnädig“, befrug die Priester. (1.Samuel 28) Aber sie mußten ihm antworten: „Gott schweigt, wir befragen ihn auf die übliche Weise, aber er gibt keine Antwort!“ Nicht betrügen ihn da die Priester Gottes, indem sie sagten: „Ist schon in Ordnung, Gott hat Dich ja zum König Israels erwählt.“ Sie schweigen, weil Gott schweigt.

Das hätte sich so nie ereignen dürfen: Gott redet immer, immer antwortet er, nur wir Menschen verschließen uns dann ihm gegenüber, wir wollen ihn nicht hören. So vielfältig nun auch die Analysen der gegenwärtigen Krise der Kirche und der christlichen Religion ausfallen, in einem Punkte stimmen sie überein: Sie ist ausschließlich menschengemacht.Gott beruft seine Gemeinde zum Gottesdenst, aber wenn dann von 100 Berufenen nur 5 seinem Rufe folgen, dann hören und erhören die 95 seinen Ruf nicht. Gott beruft Männer zu Priestern und Frauen und Männer zur besonderen Nachfolge zum klösterlichen Leben, aber auch da hören viele diesen Ruf nicht oder überhören ihn. Warum nun die Berufenen nicht ihrem Rufe folgen, da ist unserer Phantasie keine Grenzen gesetzt, auch wenn sich klar zwei Richtungen herauskristalisieren lassen: Entweder sei die Kirche daran schuld, weil sie nicht progressiv - liberal sei oder sie sei schon zu progressiv- liberal.

In einer Predigt hörte ich gar, daß Gott uns mit leiser Stimme berufe, aber wir in der lärmenden Welt seine Stimme nicht mehr hören könnten. Der Mensch, der beheimatet sei in der Natur, der vernehme da Gott noch, aber wir Stadtmenschen:der Natur und Gott entfremdet.

Gott sei immer präsent und auf „Sendung“, nur wir Menschen stellten dann unseren Sendungsempfang aus! Gottes Offenbarung sei in der Kraft des Heiligen Geistes stets für uns offenbar, aber wir verschlössen uns diesem Offenbarsein der Wahrheit. Jesus ruft verzweifelt am Kreuze: „Warum hast Du, Gott mich verlassen!“ Das ist die bitterste Wahrheit des Karfreitages.Aber in wie vielen Sonntagspredigten wird diese Wahrheit uns verstellt: „Jesus irrte, als er meinte, von seinem ihm liebenden Vater auch nur eine Sekunde verlassen worden zu sein. Denn Gott verläßt uns nie, wir können uns nur einbilden, daß er uns verließ, daß er aufhöre,zu uns zu sprechen. Er ist halt immer auf Sendung.“

Aber Gott schwieg, als König Saul ihn befragen ließ: „Wie steht es um mich?“ und Gott hat seinen eigenen Sohn verlassen, bis er ihn auferweckte. Als anthropozentristisch sind alle Analysen der jetzigen Krise zu bezeichnen, die sie als allein menschengewirkt beurteilen, als wenn Gott stets für uns Menschen offenbar sein will, stets ein Berufender ist, daß aber viele, zu viele nicht auf ihn hören wollen.

Gott beruft, aber wir wollten ihn nicht mehr hören und erhören, wir lärmten,um ihn zu überhören. Liegt denn da der Gedanke nicht viel näher, daß unser Gott, weil wir gegen ihn leben, nun selbst schweigt, wie er zum König Saul schwieg, als er ihn befragte: „Wie steht es um mich?“ Anders gefragt: Ist das Zumglaubenkommen eine Möglichkeit für jeden Menschen, Gott gäbe sie jedem, aber es sei nun allein in unserer Hand, ob wir Gläubige werden oder ihm nicht glauben? Gliche die Kirche einem Supermarkt, in dem die Glaubensartikel zum Erwerb für jeden Konsumenten ausliegen und der Konsument allein sich frei dazu entschließen könne, die Glaubensartikel in seinen Einkaufswagen zu legen, seinem persönlichen Glauben oder sie im Regal liegen zu lassen? Gott bliebe dann nur die Rolle eines Zuschauers: Wer nimmt die Glaubensartikel in sich auf?

Könnte es nicht sein, daß Gott in unserer Zeit ein sich verbergender ist, der nur noch von wenigen erkannt und bekannt werden will?


Samstag, 21. Februar 2026

„Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten“

 

Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten“


Kath net berichtet am 13.Februar 2026 in diesem Artikel: „Crash der "deutschen Theologie" hat begonnen - Studentenzahl im Vollstudium hat sich innerhalb von sechs Jahren mehr als halbiert“ und präsentiert dazu auch gleich eine Analyse des Leiters des Augsburger Gebetshauses: „Johannes Hartl: "Wer heute Theologie studiert, möchte seinen Glauben vertiefen, nicht dekonstruieren".Kath de meldet Tags darauf: „Massiver Rückgang beim Theologiestudium .Theologie: Studierendenzahlen zeigen große Probleme für die Kirche.“

Das Problem ist nun aber, daß kaum noch jemand die Theologie studieren will, auch wenn dann Hartls These, daß die, die sie noch studieren wollen, vermehrt die staatlichen Fakultäten meiden, gerade weil sie die Theologie studieren möchten, zustimmen kann. Kath de berichtet: „Aktuelle Daten, die dem "KNA-Hintergrund"-Dienst vorliegen, deuten auf ein viel massiveres Problem hin, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen. Während die gesamten Geisteswissenschaften in den vergangenen sechs Jahren einen Schwund von 12,5 Prozent verzeichneten, brach die Zahl der Studierenden im theologischen Vollstudium im selben Zeitraum um rund 50 Prozent ein. Die genaue Erfassung bleibt schwierig“.


Hegel schrieb 200 Jahre davor noch in seiner:“Enzyklopädie der Wissenschaften in seinem ersten Paragraphen über die Aufgabe der Theologie wie der Philosophie: „Beide haben die Wahrheit zu ihrem Gegenstande,und zwar im höchsten Sinne – in dem, daß Gott die Wahrheit und er allein die Wahrheit ist. Beide handeln dann ferner von dem Gebiete des Endlichen,von der Natur,und dem menschlichen Geiste, deren Beziehung aufeinander und auf Gott als auf ihre Wahrheit.“ Im Jahre 1830 schrieb das Hegel, im Jahre 2026 will kaum noch jemand die Theologie studieren! Wie ist das erklärbar? Will man noch studieren, aber steht der Frage nach der Wahrheit gleichgültig gegenüber? Nicht ein obskurantistischer Hinterweltlertheologe sondern einer der bedeutendsten Philosophen spricht so von der Wahrheit.

Vor voreiligen Schnellschüssen sei gewarnt: Wenn das Theologiestudium so wäre, wie ICH es für gut, richtig hielte, dann würden wieder viele Theologie studieren. Oder : Jeder müßte an der Beantwortung der Pontius Pilatus Frage : „Was ist Wahrheit?“ interessiert sein, und somit müßten viele Theologie oder Philosophie studieren.

Empirische Untersuchungen, warum so viele Theologie nicht studieren wollen, ja sicher nicht ein mal die Frage, ob das für sie eine Option sein könnte, erwägen, sind mir nicht bekannt. Um so leichter läßt sich dann über die Beweggründe spekulieren, aber wie richtig sind die dann?

Ich selbst, der ich mit Leidenschaft Theologie studiert habe, stehe etwas ratlos vor dieser Frage und limitiere mich so darauf, traurig zu sein, daß so Wenige nur noch Theologie studieren wollen!



Freitag, 20. Februar 2026

Zur Zukunft der Tridentinischen Messe – wird die Piusbruderschafr neue Bischöfe weihen?

 

Zur Zukunft der Tridentinischen Messe – wird die Piusbruderschafr neue Bischöfe weihen



Vgl hierzu den Kath net Artikel „Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit“ vom 12.Februar 2026. Eine kurze Anmerkung zu dieser sehr diffiziellen Causa! Wenn die Piusbruderschaft keine neuen Priester in nicht ferner Zukunft weiht, dann wird sie sich auflösen müssen, weil sie dann auch keine Priester mehr weihen kann, ohne die aber keine hl.Messe und auch nicht die Tridentinische zelebriert werden kann!

Ob innerhalb der Katholischen Kirche weiterhin die „Alte Messe“ gelesen werden kann, hängt, so unschön das auch klingen muß, von den Entscheidungen Roms und letztlich ders amtierenden Papstes ab. Er kann sie tolerieren, er kann sie bekämpfen ind gar vollständig verbieten. Die Petrusbruderschaft besitzt eben kein nicht revozierbares Recht, die „Alte Messe“ zelebrieren zu dürfen. Was immer nun als Verhandlungsergebnis herauskommen mag, vgl den Kath net Artikel, wenn weitere Weihen von Bischöfen der Priesterbruderschaft nicht erlaubt werden, ist das Ende dieser Bruderschaft nahe und es existiert dann keine Garantie mehr, ob fernerhin die „Alte Messe“ in der Kirche noch möglich ist!

Der eigentliche Skandal ist nicht, daß die Piusbruderschaft gültige aber unerlaube Bischofs- und Priesterweihen vollzogen hat, sondern daß die Messe, die spätestens seit dem Trienter Konzil die Messe der Kirche war, verboten worden ist, bzw sie nur noch ausnahmsweise toleriert wurde. Es kann doch eine über 400 Jahre gültig zelerierte Weise der Messe in der Folge einer Liturgiereform verboten werden, als wäre sie eine ungültige Version.  

Donnerstag, 19. Februar 2026

Der Glaube und eine Wette

 

Der Glaube und eine Wette



In Anlehnung an den Philosophen Pascal: Wir können nicht wissen, ob es einen Gott gibt, der von uns ein bestimmtes Leben fordert und uns ein ewiges geben will. Allein zu fragen: „Existiert ein Gott“ ist solange eine irrelevante Frage, bis geklärt ist, ob dieser Gott irgendetwas für uns tut und er irgendetwas von uns verlangt. In den Religionen ist das zwar eine selbstverständliche Vorstellung, aber wer philosophisch frägt wird auch diese Selbstverständlichkeit in Frage stellen. Also ist die Frage als für uns deMenschen existentielle so zu stellen: Gibt es einen Gott, der von uns etwas will und der uns das ewige Leben geben will, wenn wir gemäß seinem Willen leben?

Das dazu notwendige Tableau:

Es gibt diesen Gott und ich glaube an ihn.

Es gibt diesen Gott und ich glaube nicht an ihn.

Es gibt diesen Gott nicht und ich glaube an ihn.

Es gibt diesen Gott nicht und ich glaube nicht an ihn.



2 Möglichkeiten des Fehlverhaltens existieren, daß ich an ihn nicht glaube, obgleich er ist und daß ich an ihn glaube, obgleich er nicht ist. Dadurch entstehen mir dann negative Folgen. Verhalte ich mich richtig, entstehen mir keine negativen Folgen, zumindest keine vermeidbaren. Im Sinne Pascals gilt es nun, eine Abwägung der negativen Folgen zu vollziehen: Wenn ich mich falsch entscheide, wo entstehen mit die größeren Negativfolgen? Einmal glaube ich an Gott und lebe dann gemäß ihm, aber da Gott nicht ist, werde ich dann das ewige Leben nicht von ihm bekommen. Das andere mal glaube ich nicht an Gott und erlange so nicht das ewige Leben, da ich nach seinem Willen zu leben gehabt hätte.

Wenn ich nicht erkennen kann, ob Gott so ist, ist es deshalb sinnvoll, an Gott so zu glauben, da dann, wenn meine Entscheidung falsch sein sollte, mein Schaden geringer ist als wenn ich fälschlich nicht an ihn so geglaubt habe.Das ist der Kerngedanke der Wette Pasals.

Aber so ein Glaube ist kein Vertrauensglaube, sondern nur das Ergebnis einer vernünftigen Entscheidung. Nur, bevor dies nun kritisiert wird: Darf man dann nicht darauf hoffen, daß Gott selbst diese vernünftige Entscheidung anerkennen will, da sie doch eine vernünftige ist? Verlangt Gott wirklich mehr von uns, als uns ob unserer Vernunft möglich ist? Pelagius verneinte das. Dann wäre Gottes Gnade, daß er uns das uns Mögliche als hinreichend für unser Heil ansieht.

Das wäre zumindest eine Alternative zu einer Theologie, die lehrt, daß Gott jeden Menschen als Schöpfer liebe und so jeder, egal wie es es mit der Religion hält, das ewige Leben erlangen wird. Nur, mit der Gnadenlehre der Kirche ist Beides nicht vereinbar!





Mittwoch, 18. Februar 2026

Ist Gott erlebbar, erfahrbar? Die Sehnsucht nach einer Unmittelbarkeit - oder daß wir glauben können

 

Ist Gott erlebbar, erfahrbar? Die Sehnsucht nach einer Unmittelbarkeit - oder daß wir glauben können


Ein Umweg soll nun eingeschlagen werden,um sich dieses Problemes anzunähern. Sigmund Freud entwickelte dies Dreikomponentenmodell: „Es- Ich- Überich“, um bestimmte Probleme, die in das Aufgabengebiet der Psychologie gehören, erklären zu können. Die stärkste These wäre nun die,daß ohne dies Modell bestimmte Ereignisse überhaupt nicht erklärbar seien, schwächer wäre die,daß ohne dies Modell sie weniger gut erklärt werden können. Die schwächste wäre die, daß mit diesem Modell gleichgut mit anderen Modellen diese Ereignisse erklärt werden können.

Freud und auch nach ihm keiner hat je bewiesen,daß es innerpsychisch diese drei Komponenten gibt, aber ob ihrer Erklärungsleistung werden sie weiterhin verwendet.

Ähnelt unser Umgang mit Gott dem, daß etwas erlebt,erfahren wird,das wir dann mit dem Begriff Gott erklären? Das Erlebte und Erfahrene wäre so nicht selbst Gott, sondern eine Wirkung, die wir erklärend auf Gott zurückführen.

Das Pathos des: „So erlebte ich das, so erfuhr ich das“ lebte von der Vorstellung einer Unmittelbarkeit. Denken bedeutet dagegen eine Negation dieser Unmittelbarkeit und setzt sich dem Verdacht aus, daß das so Gedachte auch ein Ver-dachtes sein könnte, als falsches Denken sei. Das Unmittelbare sei so nur das Wahre, weil so es mir unverändert und unverfälscht ist. Aber ist etwas Erlebtes und Erfahrenes wirklich etwas Unmittelbares? Ist das nicht selbst schon ein Produkt meines Wiewahrnehmens und meines ersten Verarbeitens eines Rohmateriales, das mir so nie selbst zugänglich ist?

Schon in der simplen Erfahrung: „Da steht ein Baum“, wird das Sogesehene von mir als ein Fall des Baumseins begriffen, also unter dem Begriff des Baumes subsumiert.Warum soll dann erst die weitere „Bearbeitung“ verfälschend sein? Im Sinne des Philosophen Hegel gilt gar, daß erst im Denken Gott sich uns erschließt.

Wenn es eine Erfahrung und ein Erleben Gottes gäbe, daß uns unmittelbar sein Sein, daß er wirklich existiert, bewiese, könnten wir nicht an ihn glauben.Eine Ehefrau, die an der Treue ihres Ehemannes zweifelte,ob er sie auf der Kur betrüge und ihn deswegen durch ein Detektivbureau überwachen ließe, kann an seine Treue nicht glauben, wenn sie ihr durch die Detektive für die Zeit der Kur bewiesen werden würde. Zum Glauben gehören gute Gründe, an Gott zu glauben, aber könnten wir ihn beweisen, dann lebten wir schon im Sehen und nicht mehr im Glauben!

Es gibt Ereignisse und Erlebnisse, die wir auf Gott als den Bewirker zurückführen können, aber wenn sie so eindeutig wären, daß nur Gott als ihr Bewirker in Frage kommen könnte, dann würde das uns unseren Glauben an Gott verunmöglichen.

Daß es unser Glaube ist, dazu gehört mein subjektives Beteiligtsein, daß ich das erlebt und erfahren habe. Aber die Zurückführung des von mir Erlebten und Erlebten auf Gott, das ist ein Produkt meiner denkerischen Bearbeitung des Erlebten und Erfahrenen.

Viele erlebten Jesu Wunder und Wunderheilungen, aber die einen urteilten, daß er diese Taten in der Kraft des Teufels vollbrächte, um die Juden zu verführen, und die anderen urteilten, daß diese Wunder ihn als einen Menschen auszeichneten, mit dem zumindest Gott im Bunde stehe, wenn er nicht gar so als Gottes Sohn sich erwiese.Beides sind mögliche Deutungen des Erlebten: Als Moses sich vor dem Pharao als von Gott Gesandten durch Wunder legitimieren wollte, mußte er ja die bittere Erfahrung machen, daß die Magier des Pharaos diese Wunder auch bewirken konnten. ( Der babylonische Talmud erläutert dann dazu, daß Jesus in Ägypten sich zu einem Magier ausbilden ließ, der so dann diese Wunder bewirken konnte zur Verführung der Juden!)

Meiner Erinnerung nach – vor langer Zeit hörte ich das in einer Kirchengeschichtsvorlesung, aber konnte das jetzt nicht verifizieren- soll der Philosoph Celsus gar die Erscheinungen des auferstandenen Jesus so gedeutet haben: Daß er nach seinem Tode anderen erschienen sei, beweise nur, daß er ob seines sündigen Lebenswandels nicht in den Himmel aufsteigen konnte, sondern auf Erden weilen müsse.

Aber grade deswegen können wir an seine Auferstehung glauben!


Dienstag, 17. Februar 2026

Der von sich selbst entfremdete Mensch – ein erster Versuch

 

Der von sich selbst entfremdete Mensch – ein erster Versuch



Ein Kurztext

Weit entfernt, daß der Mensch in ihnen (das ist: den Menschenrechen) als Gattungswesen aufgefaßt wurde,erscheint vielmehr das Gattungsleben selbst, die Gesellschaft ,als ein den Individuen äußerlicher Rahmen, als Beschränkung ihrer ursprünglichen Selbständigkeit.“1 Jedes Individuum ist ein Teil der Gattung Mensch,ohne diese Teilhabe an dem Gattungsleben wäre das Individuum nicht existent. Ein Fall des Menschseins setzt das Menschsein voraus, von dem jeder Einzelmensch eine Individuation ist.Dieser hier skizzierte Individualismus zerreißt nun den Einzelmenschen in zwei Teile, als ein Nureinzelwesen und in ein Gattungswesen, das dann dem Einzelwesen nur äußerlich ist. Deswegen ist sein Verhältnis zu sich selbst ein entzweites und in sich gestörtes.

Diese Anthropologie kann nun nicht einfach als der Anfang gesetzt werden, sondern so ist der Mensch erst geworden durch gesellschaftliche Verhältnisse, die den Menschen auf solche Weise atomisieren, ihn von sich selbst entfremdet haben. So fordert dieser Mensch nun Rechte gegen sich selbst ob dieser Entfremdung von seinem Gattungswesen.Die natürlichen Beziehungen werden dabei in reine Vertragsbeziehungen umgewandelt. Jeder besitzt sich und sein Eigentum, sodaß auf dieser Grundlage dann Verträge den Austausch zwischen den Menschen regulieren.Man könnte meinen, daß der Markt des Kaufens und Verkaufens sein neues Gattungswesen wurde.

Die christliche Religion kann dann auch nur noch ein Konsumartikel unter den vielen des Marktangebotes sein. Aber fundamentaler: Er selbst findet sich nun als eine Ware des Arbeitsmarktes wieder,der Gesetzmäßigkeit der Nachfrage und des Angebotes unterworfen. Wie immer nun auch eine theologische bzw philosophische Anthropologie zu explizieren ist, sie kann diese Realität, wie das Menschsein sich selbst nun vorfindet,nicht überspielen. So ist der Mensch nicht von seinem Wesen her als Zoon politicon, aber dazu mutierte er in der modernen bürgerlichen Gesellschaft.







1Karl Marx, Zur Judenfrage, Ernst rowohlt Verlag 1919, S.33. Nach L. Althusser dürfte dieser Marxtext kein marxistischer sein, es fehlt ihm das spezifisch Marxistische.

Montag, 16. Februar 2026

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch

 

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch



Wir haben Gott zum Vater, eine Mutter Gottes im Himmel als unsere Mutter ist so völlig überflüssig, denn der Vater genügt!“ „Aber“, so könnte ein Katholik erwidern, „bedauern wir nicht jedes Kind, daß ohne seine Mutter nur bei seinem Vater aufwächst? Darüberhinaus erscheint doch eine Kindheit ohne die eigene Muttter beklagenswerter als eine ohne den eigenen Vater!“

Unser leiblicher Vater und unser himmlischer Vater: Das „und“ ist erläuterungsbedürftig. Gott als der himmlisshche Vater ist der wahre Vater, wohingegen der irdische nur ein Vater ist, insofern er an der göttlichen Vaterschaft partizipiert, also anders gesagt, ein Abbild des Urbildes der göttlichen Vateschaft ist. Nun hat uns Jesus Christus, indem er seine Mutter Maria in dem Himmel gekrönt hat zur Himmelskönigin die Mutter des Himmels geschenkt. Somit ist sie nun zum Urbild aller Mütter avanciert.

Was es für ein Kind bedeutet, ohne seine leibliche Mutter auf Erden aufzuwachsen, ist leicht vorstellbar, ist uns Katholiken aber im ökomenischen Dialog auch bewußt, daß der Protestant ohne diese himmlische Mutter leben will oder zu leben meint zu müssen?

In jeder, fast jeder katholischen Kirche exisistiert ein Marienatar, wo wir zu unsere Himmelsmutter beten und das weit häufiger als zu ihrem Sohn. Wir sind und verhalten uns als Kinder Gottes eben auch hier wie Kinder, die in gewichtigen Angelegenheiten lieber uns an unsere Mutter denn an unseren Vater wenden! Wie auf Erden, so auch im Himmlischen.

Man könnte sagen, daß Gott in seiner Liebe zu uns, uns die Kommunikation mit ihm erleichtern möchte, indem er uns nun seit Mariae Himmelfahrt eine Mutter im Himmel eingeetzt hat, die Mutter Gottes. Jesus sagt ja selbst zu uns: „Wenn ihr nicht werdet wie Kinder!“ und Kindsein heißt nun mal auch, auf die eigene Mutter vertrauen, auf ihre Liebe zu uns! Nun setzen wir gar unser Vertrauen auf Maria als die Himmelskönigin, die so eine mächtige Mutter ist.

Wahrlich, dem Protestanten fehlt diese Himmelsmutter, da er nicht an sie glauben will, obzwar auch sie seine Himmelsmutter ist!

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken

 

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken


Maria“, die Mutter Jesu Christi anrufen, sie um eine Fürbitte zu bitten, das ist nicht erlaubt! Nur zu Jesus, bzw Gott dürfen wir unsere Gebete richten!“

Wenn das wahr wäre, dürfte ich dann, nehmen wir mal an, daß ich mich in der nächsten Woche einer schweren Operation unterziehen müßte, nicht einen Freund bitten: „Bete für mich“? Der lutherische Einwand: „Bete doch zu Jesus!“ Dem erwidert der Katholik: In der Kirche beten wir regemäßig für andere Menschen. Soll das nun unerlaubt sein, da jeder nur für sich selbst beten könne und dürfe?“ „Das machen wir Lutheraner ebe nso.“ „Wenn nun alsp die Fürbitte für andere erlaubt ist, wie kann dann meine Bitte zu einem anderen: „Bete für mich!“ unerlaubt sein. Die Bitte um etwas Erlaubtes kann doch nicht selbst etwas Unerlaubtes sein!“

Jetzt kommt der lutherische Einwand: „Aber Maria ist schon längst gestorben. Tote können keine Fürbitte leisten und somit ist auch die Bitte: „Maria, bete für mich!“ eine sinnlose.“ Das evoziert den Einwand: „Also ist die Bitte an Maria, bete für mich zwar eine erlaubte, aber dann eine sinnlose, da Tote nicht mehr beten können.“ Woher weiß nun der Lutheraner, daß ein Verstorbener postmortal nicht mehr beten kann? Man kann sich das Todsein so vorstellen, aber das ist nur eine möglliche Vorstellung. Wenn Jesus am Kreuze zu dem reumütigen Sünder sagt: „Heute noch wirst Du im Paradiese sein“, dann meinte er doch nicht, daß er jetzt immer noch tot in der Erde begraben liege in der Erwartung seiner zukünftigen Auferstehung. Für diesen Reumütigen gilt, daß er einerseits nch seiner Kreuzigung begraben wurde und daß er anderesseits im Paradiese ist, wie es ihm der Sohn Gottes verheißen hat. Eine dualistische Anthroplogie muß vorausgesetzt werden, um diese zwei wahren Aussagen verstehen zu können: Leiblich ist er begraben, seelisch lebt er im Himmel. Wenn er aber als Seele im Himmel bei Gott ist, dann kann er da wohl auch für andere beten.

Nun kommt der lutherische Einwand: „Wir bedürften der Fürbitte der Mutter Gottes nicht, da Gott selbst entweder unser Gebet erhören wird oder nicht erhören wird. Undenkbar ist es aber, daß Gott ein Gebet von uns nicht erhören wolle, es dann aber um der Fürsprache von Maria doch erhört. Es ist also nicht verboten,nicht sinnwidrig, sondern nutzlos, sie um eine Fürbitte zu bitten.

Es ist auch in unseren Zeiten noch eine gängige Praxis, daß ein Kind sich an seine Mutter wendet: „Bitte doch den Papa, daß er mir dies oder das erlaubt!“Das Kind erwartet von seiner Mutter ein gößeres Entgegenkommen ihm gegenüber als von seinem Vater und es hofft und vertraut darauf, wenn seine Mutter für es ein gutes Wort einlegt, daß dann der Vater mehr geneigt ist, den Wunsch des Kindes zu erfüllen, als wenn es selbst den Wunsch dem Vater gegenüber äußern würde.

Als ersten Einwand könnte der Katholik also sagen: Gott passe sich uns Menschen an, um uns unsere Kommunikation mit ihm zu erleichtern. So wie wir es im Raume der Familie praktizieren, so können wir es nun auch in Hinsicht auf den väterlichen Gott praktizieren: Unsere irdische wie auch unsere himmlische Mutter agiert eben als unsere Fürsprecherin vor dem irdischen wie dem himmlischen Vater.

Der zweite Einwand ist nun anpruchsvoller: Wird Gott nicht eher bereit sein, der Bitte der Mutter Gottes nachzukommen als der von uns sündigen Menschen? Jeder Mensch erhört doch die Bitte eines Freundes eher als die eines ihm Unbekannten oder gar eines ihm feindselig Gegenüberstehenden.Akkomodiert sich Gott auch hierbei an unsere menshliche Praxis, daß auch wir Freunden eher Wünsche erfüllen als Nichtfreunden, sodaß wir nun die Freunde Gottes, die Heiligen und isb Maria bitten, so für uns zu bitten, da wir so oft gar nicht als Freunde Gottes uns erweisen? Das impliziert aber wirklich die Möglichkeit, daß Gott ein Gebet von uns erhört, weil die Mutter Gottes für uns ein gutes Wort eingelegt hat, daß Gott ein Gebet ohne diese Fürsprache nicht erhört hätte.


Dienstag, 10. Februar 2026

Achtung _Achtung

 

Aufgrund eines technischen Defektes können mehrere Tage keine Artikel erscheinen 6 neuere stelle ich jetzt ins Netz, hoffend, daß dann ich wieder publizieren kann!



Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit! Eine Lesefrucht

 

Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit!

Eine Lesefrucht



Der Privatdozent Eberhard Schleppfuß, eine fiktive Person des Monumental-werkes: „Doktor Faust“ von Thomas Mann hat sehr Be- und Nachdenkenswertes über Gott, die Freiheit des Menschen und die Sünde zu sagen und deswegen wird ihm hier das Wort erteilt.1

Hierin drückt sich eine gewisse logische Unvollkommenheit der Allmacht und Allgüte Gottes aus, denn was er nicht gekonnt hatte,war,der Kreatur,also dem,was er aus sich entließ,und was nun außer ihm war,die Unfähigkeit zur Sünde anzuschaffen.Dies hätte geheißen, dem Geschaffenen den freien Willen vorzuenthalten, sich von Gott abzukehren,- was eine unvollkommen Schöpfung, ja eigentlich überhaupt keine Schöpfung und Entäußerung Gottes gewesen wäre.Das logische Dilemma Gottes hatte darin bestanden,daß er außerstande gewesen war,dem Geschöpf,dem Menschen und den Engeln,zugleich die Selbständigkeit der Wah, also freien Willen und die Gabe zu verleihen, nicht sündigen zu können. Frömmigkeit und Tugend bestanden also darin, von der Freiheit,die Gott dem Geschöpf als solchem hatte gewähren müssen,einen guten Gebrauch, das heißt: keinen Gebrauch zu machen,“.

Freiheit ist eine sehr große Sache, die Bedingung der Schöpfung,das, was Gott hinderte,uns gegen den Abfall von ihm zu feien.Freiheit ist die Freiheit zu sündigen,und Frömmigkeit besteht darin,von der Freiheit aus Liebe zu Gott,der sie geben mußte, keinen Gebrauch zu machen.“

Auf eine Kommentierung möchte ich verzichten, stattdessen empfehle ich ein Durchdenken dieser Gedanken!









1Im 13. Kapitel dieses Romanes, auf eine Seitenangabe verzichte ich, nicht aber auf den Hinweis, daß selbstredend nicht Thomas Mann eigene Position dazu mit der dieses fiktiven Theologen ineins gesetzt werden darf.