Donnerstag, 2. Juni 2016

Ein positives Vorurteil zu Freikirchlichen- über den Wert der Bibel

Unter conservativeren Katholiken hält sich das positive Vorurteil, daß in freikirchlichen evangelikalen Kreisen man doch immerhin die Hl. Schrift ernst nimmt und so auch christlich gläubig ist, ja, daß uns mit ihnen doch noch mehr verbindet als mit so manchem Liberalkatholiken.
Lesen wir, so mit diesem Positivurteil im Adventistenabreißkalender des Jahres 2016, stoßen wir auf Befremdliches. 
Da lesen wir am 31. Mai in einer Betrachtung zu: Gott sprach "nie mehr soll es eine Flut geben, die Erde zu vernichten (1.Mose 9,11), daß doch allerlei Hochwasserkatastrophen diese göttliche Verheißung in Frage stellen könnten! Der Trick dabei: Beflissentlich wird die Verheißung falsch verstanden, denn es heißt da: keine Sintflut zur Vernichtung der Erde wird mehr kommen, nicht aber, daß es keine Hochwasserkatastrophen mehr geben wird. Was haben nun die Hochwasserkatastrophen mit Gott zu tun?  "Die Frage nach Gott in diesem Zusammenhang zu stellen ist müßig.", denn wir können nicht erkennen, ob und wie Gott damit etwas zu tuen hat.
Und jetzt kommt die Pointe: "Ähnlich schwer taten sich die Propheten vor alters mit Gott, der offenbar nicht gegen Dürre und Flut, Pest und Krankheit, Erdbeben und Hagelsturm, Krieg und Hungersnot einschritt." Ja: "Häufig erklärten sie diese Katastrophen als Gericht Gottes über das Volk Israel wegen dessen Bosheit und Sündhaftigkeit." Aus eine Gott Propheten gegebenen Prophezeiung wird nun eine von Menschen erfundene Erklärung: Warum verhinderte Gott dieses Unglück nicht! Und diese menschliche Erklärung kann so auch unwahr sein! "Aber ist das wahr?" frägt der Autor Udo Worschech, um eine Negativantwortung zu evozieren durch die angehängte rhetorische Frage:  "Waren alle Menschen, die von einem Unglück getroffen wurden, böser und sündiger als die anderen, die ungeschoren blieben?" Da solche Katastrophen auch Menschen treffen, die weniger böse als andere nicht Betroffene sind, kann ein solches Unglück keine Strafe Gottes sein, weil es dann immer ein ungerechtes Urteil Gottes wäre. 
Also:Was bleibt? Wenn Menschen von Katastrophen betroffen werden, gilt es, Gott aus dem Spiel lassend einfach zu helfen! 
Nun staune der Christ: Die Verheißung, Gott will seine Schöpfung nie wieder durch eine Sintflut vertilgen ob ihrer Sündhaftigkeit löst sich in Nichts auf, denn Gott straft nie so. Und wenn Menschen von Naturkatastrophen getroffen werden, dann soll der Christ,statt nach Gott zu fragen, humanitäre Hilfe leisten.Wenn dagegen die Bibel von göttlichen Strafgerichten spricht in der Gestalt von Naturkatastrophen, dann irrt da die Bibel und insbesondere die Propheten!    

Am 1. Juni lesen wir: "Hütet euch davor, auf ein einziges dieser Kinder herbzuschauen. Denn ich sage euch, dass ihr Engel im Himmel meinem himmlischen Vater stets besonders nahe sind." Das soll die Übersetzung von Math 18, 10-11 sein. Die Fehlübersetzung der "Neues Leben Bibel" fällt sofort auf, heißt es doch in Wahrheit: "Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters." Was mag der Übersetzer wohl nur gegen diese Gottesschau der Engel einzuwenden gehabt haben? Irgendwie störte ihn diese Vorstellung und so liquidierte er sie! Dem Ausleger dieser Bibelstelle war das aber wohl immer noch zu viel an Engellehre und so streicht er die Engel ganz! Er macht nun daraus: Wir können ja noch nicht wissen,was aus dem Kinde vor uns wird, vielleicht ein Arzt, ein zweiter Martin Luther King oder was auch immer. Weil wir es nicht wissen,sollen wir das Kind respektvoll liebevoll behandeln, denn vielleicht wird es einst der Pfleger sein, der mir in den Rollstuhl hilft! Schlicht gesagt: Sei lieb zu Kindern, denn vielleicht wird was aus denen, sodaß sie dir später mal von Nutzen sind! Plumpester Utilitarismus: Helfe anderen, damit dir auch geholfen wird!
Nur, was ist mit Kindern, aus denen nichts werden wird? Etwa geistig Behinderte? Wie anders urteilt hier Jesus Christus! Die besondere Würdestellung der Kinder beruht darauf, daß ihre Schutzengel Gott stets vor Augen haben! 
Gerade hier in dieser Umformung tritt der innerchristliche Säkularismus uns unübersehbar vor Augen! Aus einer rein theologischen Begründung der besonderen  Stellung der Kinder (aus der Angellogie) wird eine rein pragmatische:sei lieb zu Kindern, den aus ihnen könnte noch was für dich Bedeutsames werden. Aus Gott, der straft auch durch Naturkatastrophen und der uns verheißt, die Erde nicht mehr zu vertilgen, wird ein Gott, der uns mit unseren Katastrophen allein läßt, weil er mit ihnen nichts zu tuen hat, sodaß es allein auf uns ankommt: helft Menschen in Not!  
Und der Wert der Bibel? Ohne Lehramt und verbindliche Tradition, wie biblische Texte auszulegen sind werden sie der Willkür des Auslegers unterworfen, der die Texte dann in der Regel zeitgeistgmäß  auslegt: Man will ja ankommen bei den Zeitgenossen!                       
  

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